Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von xdeano:

Mehr Frust als Thrill

Killer Trail – Dreh dich nicht um von Eliza Jabore

Mein Dank geht an Netgalley und den Verlag, die mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt haben.

Zu Beginn möchte ich gleich festhalten, dass sich das Buch gut lesen ließ. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, auch wenn er eher simpler gehalten wurde.
Zudem hat mir auch das Setting gut gefallen.

Ich bin ein großer Fan von Thrillern, die in Wäldern/Bergen stattfinden. Leider wurde das volle Potenzial der rauen Natur meiner Meinung nach aber nicht ausgeschöpft.

Die Story entwickelt sich schnell, was ich bei dieser geringeren Seitenanzahl aber auch erwartet habe. Man kann hier auf jeden Fall von „fast-paced“ sprechen.

Während ich Jade ganz erträglich fand — auch wenn ihre Handlungen und Gedanken (besonders zu Beginn) nicht nachvollziehbar waren —, war mir Steph mehr oder weniger egal, und Zoe empfand ich als absolut unausstehlich.

Ich denke, ich habe schon sehr lange keine so starke Abneigung gegenüber einem Protagonisten empfunden wie es bei ihr der Fall war. Jedes Mal, wenn sie gesprochen hat, konnte ich mir ein Augenrollen nicht verkneifen.
Man muss der Autorin also lassen, dass sie wirklich Talent dafür hat, Charaktere zu kreieren, die die Leser:innen hassen werden.

Leider hat mir diese enorme Abneigung und das doch sehr überzogen dumme Verhalten die Geschichte etwas kaputt gemacht.
Es ist schwer, die Handlung zu genießen, wenn man keinen Charakter wirklich sympathisch findet und nicht mit ihnen mitfiebern kann.

Nach knapp 40 % war ich dann zeitweise schon so genervt, dass ich überlegt habe, das Buch abzubrechen oder zumindest zu pausieren.
Meine Neugier auf die Auflösung hat dann aber doch überwogen.

War es das letztendlich wert? Nicht wirklich.
Jede einzelne Entwicklung, jeder Twist, war vorhersehbar. Gerade wenn man viele Thriller liest, wird man hier nichts Überraschendes finden.
Ich wusste von Anfang an, in welche Richtung es geht, und habe auch Recht behalten.

Das Ende war für mich persönlich auch einfach nicht befriedigend und hat sich nicht vollständig angefühlt, auch wenn keine Fragen offenblieben. Es wirkte etwas gehetzt.

Abschließend kann ich sagen, dass mich "Killer Trail" – der englische Titel 'Backstabbers' ist meiner Meinung nach weitaus treffender, warum man einen englischen Titel mit einem anderen englischen Titel ersetzt, leuchtet mir nicht ganz ein – nicht abholen konnte.
Es war zwar kein schlechtes Buch, aber eben auch kein besonders gutes.
Da es mich aber doch so weit unterhalten konnte, dass ich wissen wollte, wie es ausgeht, sind es doch noch 3,25 Sterne geworden, was letztendlich aber auch an der positiven Länge und dem soliden Schreibstil lag.

Thriller-Neulinge oder Leute, die nichts gegen schreckliche Protagonisten haben, könnten hiermit aber ihre Freude finden.
Ich bin auf jeden Fall bereit, noch ein Werk von der Autorin zu lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano

Mittelmäßig

Meeresdunkel von Till Raether

Meeresdunkel von Till Raether ist so ein Buch, bei dem ich wirklich hin- und hergerissen war – und ehrlich gesagt auch bis zum Schluss nicht ganz weiß, ob ich es mochte oder nicht.

Der Schreibstil ist… gewöhnungsbedürftig. Sehr abgehackt, sehr kurz, fast schon spröde. Das passt zwar irgendwie zur Atmosphäre, hat mich aber oft eher rausgebracht als reingezogen.

Und diese ganzen gezwungen wirkenden Anglizismen? Warum? Jugendsprache schön und gut, aber es war dann doch zu viel des Guten.

Positiv fand ich dagegen die kurzen Kapitel – die lassen sich angenehm weglesen und geben dem Ganzen zumindest ein bisschen Tempo. Auch die Entscheidung, die Geschichte nur aus drei Perspektiven zu erzählen, war gut. Mehr hätte das Ganze wahrscheinlich nur noch chaotischer gemacht.

Inhaltlich hatte ich allerdings ein ziemliches Problem: Bis etwa zur Hälfte ist das hier einfach ein reines Familiendrama. Und nicht mal ein besonders spannendes. Für einen Thriller passiert erschreckend wenig. Die ersten 50 % ziehen sich ziemlich, und ich hab mich mehr als einmal gefragt, wann jetzt endlich mal irgendwas kommt. Spannung? Kaum vorhanden. Emotionen? Leider auch nicht wirklich. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass die Figuren auf eine Prügelei stärker reagieren als auf eine Leiche – was irgendwie alles ziemlich irrational wirken lässt.

Und dann sind da noch die Figuren. Generell verhalten sich die Erwachsenen hier oft kindischer als die eigentlichen Kinder – die übrigens für mich das Beste am ganzen Buch waren. Die waren zumindest noch halbwegs glaubwürdig.
Juri ist zwar "speziell", aber gerade ihn fand ich ziemlich unterhaltend.

Trotz allem hatte das Buch aber diesen seltsamen Sog: Es war nicht wirklich spannend, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es ausgeht. Selbst 90 Seiten vor Schluss hatte ich noch absolut keine Ahnung, worauf das Ganze hinausläuft – und das ist immerhin etwas, was ich positiv anrechnen muss.

Die Rückblenden bzw. die Nebenstory aus dem Jahr 1995 haben mir tatsächlich noch am besten gefallen. Da hatte ich das Gefühl, dass endlich mal so etwas wie Atmosphäre und Interesse aufkommt.

Das Ende… schwierig. Einerseits: Es ergibt Sinn, es beantwortet die offenen Fragen und ist definitiv unvorhersehbar. Andererseits wirkt es extrem konstruiert und ziemlich weit hergeholt. Und vor allem: Es hat mich emotional komplett kaltgelassen. Selbst die letzten Seiten haben bei mir nichts mehr ausgelöst.
Normalerweise inhaliere ich den letzten 50-70 Seiten, und muss mich zwingen, nichts zu überfliegen, da ich einfach so aufgeregt und geladen bin. Bei "Meeresdunkel" habe ich selbst auf den letzten Seiten noch Pausen eingelegt.

Unterm Strich habe ich das Gefühl, dass das Buch sein eigenes Genre verfehlt. Als Familiendrama hätte es vermutlich besser funktioniert – aber als Thriller fehlt es einfach an Spannung, Emotion und Dringlichkeit. So bleibt ein Roman, der interessante Ansätze hat, mich aber letztlich eher frustriert als überzeugt zurücklässt.

Da ich dem Buch aber das tolle Setting, die Unvorhersehbarkeit, die vier interessanten/sympathischen Charaktere (Juri, Esmé, Finn und Freddy), und dieses seltsame Sog-Potenzial anrechne, gibt es immerhin noch 3/5 Sterne. Absolut kein Hit, aber ich hab auch schon schlechteres gelesen.
Wer eher mit der Erwartung an ein Familiendrama an diese Geschichte rangeht, könnte sich einiges an Enttäuschung ersparen, und vielleicht eine ganz gute Zeit mit dieser Geschichte haben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano

Außergewöhnlich

REM von Annika Strauss

„REM“ von Annika Strauss und Sebastian Fitzek ist ein Buch, das sich nicht ganz so leicht in eine Schublade stecken lässt.
Ich bin ohne jegliche Erwartungen oder Ideen an diese Geschichte herangetreten, und war dann doch sehr überrascht, wie sich das ganze entfaltet hat.

Schon zu Beginn fällt auf, dass der klassische Horror, den man vielleicht erwartet, zunächst ausbleibt.

Der Gruselfaktor bleibt eher zurückhaltend und ist nur bedingt vorhanden. Jedoch gibt das Buch relativ gute Gore-Szenen her.
Stattdessen entwickelt sich die Geschichte mehr in Richtung Sci-Fi-Thriller, was eine spannende, wenn auch etwas unerwartete Wendung ist.

Die Figuren haben mir im großen und ganzen gut gefallen, auch wenn manche von ihnen eher nur Mittel zum Zweck waren. Besonders Alysee als Hauptprotagonisitn hat mich angesprochen. Eine wirkliche taffe Figur, die gegen ihre größten Ängste angekämpft, und sich nicht unterkriegen lässt.

Ein großer Pluspunkt sind die kurzen Kapitel. Sie sorgen dafür, dass man schnell vorankommt und das Gefühl hat, ständig in Bewegung zu bleiben. Das liest sich flüssig und macht es leicht, „nur noch ein Kapitel“ dranzuhängen.

Inhaltlich wirft die Story einige Fragen auf, und es bleibt spannend, ob am Ende wirklich alles schlüssig aufgelöst wird. Allerdings wirkt die Erklärung mancher Zusammenhänge etwas seltsam oder nicht ganz durchdacht, was den Gesamteindruck leicht trübt.

Mit dieser Art von Auflösung habe ich absolut nicht gerechnet. Sie ist zwar für mich etwas over the top und extrem wild, aber dann doch auch schon wieder so verrückt, dass es irgendwie cool war.

Trotzdem: Ich bin nicht enttäuscht darüber, dass sich das Buch nicht wie ein „klassischer Fitzek“ anfühlt. Schließlich handelt es sich um eine Kooperation, und das merkt man auch im Stil. Daher kann ich die negativen Bewertungen diesbezüglich nicht ganz nachvollziehen.
Wer also bereit ist, sich auf etwas anderes einzulassen und keinen reinen Horror erwartet, könnte hier durchaus auf seine Kosten kommen.
Besonders Horror/Thriller Einsteigern könnten hier ihren Spaß finden.

Abschließend kann ich sagen, dass ich eine interessante Zeit mit dem Buch hatte. Es ist eher ein kurzweiliges Werk, aber für das was es ist, fand ich es unterhaltend.
Von mir gibt es 3.75 Sterne (aufgerundet auf 4) , und ich bin offenen, noch weitere Werke von Annika Strauss zu lesen (von Sebastian Fitzek bin ich sowieso schon seit gut 10 Jahren ein großer Fan).

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano

Wenn Geheimnisse und Schicksale aufeinandertreffen

Giftiger Grund von Thomas Knüwer

Thomas Knüwers „Giftiger Grund“ ist ein außergewöhnlicher Kriminalroman, der weniger auf traditionelle Ermittlungsarbeit setzt und mehr von Atmosphäre, Charakteren und psychologischer Spannung geprägt ist. Der Einstieg mit drei Unbekannten an einer einsamen Tankstelle und einer Leiche im Kanalschacht weckt bereits Neugier und markiert einen kraftvollen Auftakt.

Die drei Protagonist*innen Charu, Joran und Edda stehen im Fokus, wobei ihre Geschichten aus variierenden Ich-Perspektiven erzählt werden. So lernt man die Figuren sehr gut kennen und gewinnt eine vertiefte Einsicht in ihre Gedanken, Ängste und Geheimnisse. Ein besonders gelungener Aspekt ist, wie sich ihre verschiedenen Lebensgeschichten nach und nach miteinander verknüpfen. Edda ist gerade eine Figur, die einen besonders berührt und lange im Gedächtnis bleibt.
Das ungenutzte Gelände am Priusring stellt den finsteren Mittelpunkt der Erzählung dar und ist maßgeblich für die bedrückende Stimmung verantwortlich. Die Spannung rührt weniger von actionreichen Szenen her, sondern vielmehr von psychologischen Abgründen, Geheimnissen und der Frage, wie alles miteinander verbunden ist. Auch Themen wie Gewalt, Drogen und herausfordernde Lebenssituationen sind von Bedeutung. Daher ist das Buch an manchen Stellen nichts für schwache Nerven.

Insgesamt verläuft der Roman ruhig und widmet seinen Figuren ausreichend Zeit. Obwohl die Handlung dadurch gelegentlich etwas ausladend wirkt, bleibt das Interesse daran, wie sich die einzelnen Schicksale entwickeln und schließlich zusammentreffen, immer bestehen. Gegen Ende wird das Tempo merklich schneller, und das Finale bringt noch einmal zusätzliche Spannung.

Giftiger Grund ist insgesamt ein psychologisch stimmungsentwickelnder Krimi mit interessanten Charakteren, in dem viel mit Atmosphäre und einem deutlichen psychologischen Element gearbeitet wird, wobei die Charaktere und die düstere Stimmung im Vordergrund stehen. Wer anstelle eines klassischen Ermittlerkrimis mehr an einer durch die Charaktere bestimmten Erzählung mit einer Vielzahl von Perspektiven, mehr an Atmosphäre als an Handlung und einem stimmungsvollen Setting interessiert ist, wird an diesem Krimi seine Freude haben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano

Gemischte Gefühle

Middle of the Night von Riley Sager

3.75/5 (aufgerundet 4)

Während mir andere Bücher von Sager sehr gut gefallen haben, hat mich "Middle of the Night" mit gemischten Gefühlen zurückgelassen.

Der Schreibstil liest sich in typischer Sager-Manier. Einfach und flüssig. Man kommt easy durch die Geschichte hindurch und kann sie auch lesen, wenn man gerade nicht die beste Konzentration hat.

Solche Bücher braucht man manchmal einfach.
Wie so oft wird mit übernatürlichen Elementen gespielt, ohne ins Unglaubwürdige abzudriften.
Leider konnte mich diese Handlung dieses Mal nicht vollkommen packen. Gerade anfänglich gab es unendlich viele Wiederholungen. Als hätte der Autor Angst, man könne Billys Verschwinden plötzlich vergessen.
Während Riley Sager in einigen seiner anderen Werke tolle Hauptcharaktere geschaffen hat, fühlte sich Ethan flach und oberflächlich an. Ich konnte keine Bindung und auch kein Interesse aufbauen. Zwischenzeitlich war er mir auch etwas zu weinerlich.
Generell verlief die Story langsamer, als ich es von Sager gewohnt bin. Die erste Hälfte plätschert es so vor sich hin. Spannung wollte keine sowirklich mehr mir aufkommen. Jedoch war ich doch ziemlich interessiert, was wohl nun wirklich mit Billy geschehen ist. Auch hat Sager eine angenehm beklemmende Atmosphäre geschaffen.
Tja... das Ende ließ mich mit einem "hm" zurück. Es war keine schlechte Auflösung. Solide, gut durchdacht und glaubwürdig. Aber dennoch irgendwie ein bisschen unbefriedigend.
"Middle of the Night" wird kein Werk werden, welches mir lange in Erinnerung bleibt. Ein angenehmer Zeitvertreib war es dennoch. Gerade Thriller-Einsteigern könnte dieses Buch gefallen.
Wer auf der Suche nach einer ruhigeren, beklemmenden –statt extrem und blutig– Geschichte ist, kann dieser Geschichte eine Chance geben, und vielleicht einige gute Stunden mit ihr verbringen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano

CSI: Gartenzaun

Mord im Nacktschnecken-Milieu von Elke Schwarzer

„Mord im Nacktschnecken-Milieu“ macht kurzen Prozess mit der Vorstellung, der Garten sei ein idyllischer Ort – hier wird er kurzerhand zum Tatort. In zwanzig unterhaltsamen Fällen geht das Buch ganz alltäglichen Gartenrätseln auf den Grund: angeknabberte Blätter, verschwundene Pflanzen und andere kleine Dramen werden wie echte Kriminalfälle behandelt.

Mit Tatorten, Indizien, Zeugenaussagen und einer Liste möglicher Verdächtiger ist man als Leser*in mitten im Geschehen und ertappt sich schnell dabei, die eigenen Beete plötzlich viel genauer zu mustern.

Besonders charmant ist die Art, wie fundiertes Naturwissen mit einer humorvollen Krimi-Erzählweise verknüpft wird. Biologische Zusammenhänge werden verständlich erklärt, ohne belehrend zu sein, und zeigen, dass hinter dem vermeintlichen „Verbrechen“ meist ganz normale Überlebensstrategien stecken. Fotos und die liebevolle Gestaltung laden zusätzlich zum Miträtseln ein und machen das Buch auch optisch zu einem echten Vergnügen.

Unterm Strich ist „Mord im Nacktschnecken-Milieu“ viel mehr als ein klassischer Gartenratgeber: Es ist witzig, lehrreich und angenehm anders. Eine Empfehlung für Gartenfans, neugierige Leser*innen und alle, die Freude an ungewöhnlichen Blickwinkeln haben. Und wer weiß – vielleicht schaut man der nächsten Nacktschnecke danach mit etwas mehr Verständnis und einem kleinen Schmunzeln entgegen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano

Fesselnder Survival-Trip

Der Weg - Jeder Schritt könnte dein letzter sein von Rebecca Russ

Dank NetGalley hatte ich die Möglichkeit, „Der Weg“ von Rebecca Russ bereits lesen zu können.

Gleich zu Beginn ist mir das Cover ins Auge gestochen. Düster, greift das Thema des Buches perfekt auf, und lässt einen direkt neugierig werden.
Und ich muss sagen, nicht nur das schöne Äußere konnte überzeugen.

Aber worum geht es eigentlich?

Nicki lädt ihre beste Freundin, Julia, spontan zu einer Wanderung auf dem abgelegenen Kungeleien-Weg in Schweden ein, um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Doch schon bald wendet sich das Blatt. Aus der geplanten, idyllischen Wanderung wird ein harter Überlebenskampf, als Julia eines Morgens alleine in dem Zelt aufwacht. Auf der Suche nach Nikki kommt Julia immer weiter vom Weg ab. Wie wird sie ohne Karten oder Orientierung zurückfinden?

Das Thema hat mich sofort angesprochen. Nicht nur, weil ich Schweden als Setting liebe, sondern auch weil es in der rauen Natur spielt. Das ist doch schon direkt ein guter Grundstein für einen spannenden Thriller, der einen mitfiebern lässt.

Man steigt direkt in die Geschichte ein, was mir sehr gut gefallen hat. Kein ellenlanger Einstieg, durch den man sich etwas durch Quälen muss.
Relativ schnell kommen zudem Kapitel dazu, die eine Art Vorgeschichte zu sein scheinen. Viel kann ich dazu leider nicht sage, da es ansonsten Spoilern würde. Aber diese Kapitel konnten dem Buch noch mehr Spannung verleihen, da man somit zwei Handlungsstränge hatte, bei denen man mitfiebern konnte.
Wie schon erwähnt, hat mir das Setting sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es, die Verhältnisse der Natur so zu beschreiben, dass man sich gut in die Lage und Charaktere hineinversetzten kann.

Generell hat der angenehme, bildlich beschriebene Schreibstil dazu beigetragen, dass man die Emotionen und Wahrnehmungen nachvollziehen kann. Schon lange bin ich nicht mehr so durch ein Buch geflogen. Was man nicht nur dem tollen Schreibstil zugutehalten kann, sondern auch der angenehmen Länge. Es wurde nichts unnötig hinausgezogen. Die Kapitel sind kurz und knackig, und dennoch hat man nicht das Gefühl, dass etwas weggelassen wird. Es fühlt sich rundum stimmig an. Alle Emotionen werden einem glaubwürdig übermittelt. Man fühlt mit den beiden Frauen mit.

Trauer, Wut, Angst, Erleichterung. Alles ist dabei.

Auch haben mir die Charaktere zugesagt. Anfänglich konnte ich Nicki nicht ganz verstehen, fand sie etwas seltsam. Doch je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto mehr beginnt man, alles zu verstehen und nachzuvollziehen. Nachzuvollziehen, wieso sie sich so benimmt, wie sie es eben tut.

Rebecca Russ hat es geschafft, zwei faszinierende Frauen zu erschaffen. Beide stark und interessant auf ihre eigene Weise.
Für mich persönlich waren die Plots / Twists zwar absolut vorhersehbar, jedoch empfand ich dies keineswegs als negativ.

Es hat mir dennoch großen Spaß gemacht, in die Geschichte einzutauchen, und zu erfahren, ob ich denn mit meinen Vermutungen und Spekulationen richtig liege. Obwohl ich einem letzten, überraschenden Twist nicht abgeneigt gewesen wäre. Einfach noch ein letzter großer „Wow“ Effekt.
Dennoch muss ich sagen, dass ich das Ende als durchaus befriedigend empfunden habe. Es wurden keine Fragen offen gelassen, alle Handlungsstränge sind zusammen gelaufen und haben eine solide Auflösung gefunden.

Abschließend kann ich sagen, dass, auch wenn „Der Weg“ kein absolutes Highlight für mich war, ich es dennoch als eine spannende, unterhaltende Lektüre empfunden habe, die mir ein paar gute Stunden bereitet hat.
Wer auf der Suche nach einem schnellen, gut geschriebenen Survival-Thriller ist, könnte hier fündig werden.

Während hartgesonnene Thriller-Leser:innen die Handlung vielleicht als vorhersehbar empfinden könnten - so wie es mir auch ging - kann ich dieses Buch besonders Thriller-Einsteigern empfehlen!
Dies war meine erste Begegnung mit Rebecca Russ, aber es wird auf jeden Fall nicht meine letzte sein! Ich bin jetzt schon gespannt auf ihre kommenden Werke!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano

Tropenflair trifft dunkle Geheimnisse

The Island - Auf der Flucht von Nicola Martin

Ein vermeintliches Paradies mit tödlichen Geheimnissen – The Island entführt die Leser:innen auf eine luxuriöse Insel, hinter deren glänzender Fassade dunkle Wahrheiten lauern. Nach ihrer Flucht aus Hongkong sucht Lola auf Keeper Island Unterschlupf. Doch kurz nach ihrer Ankunft wird jemand tot aufgefunden.

Für Lola steht schnell fest: Das war kein Unfall.

Das Buch ist recht gut. Er hat unterschwellige Spannung, ein atmosphärisches Setting und zahlreiche Rückblenden und Wendungen. Phasenweise verliert der Mittelteil etwas an Tempo, aber das ist es wert.

Lola ist eine Figur, die uns nicht immer ganz klarmacht, was sie eigentlich will. Sie ist mutig, aber manchmal auch ein bisschen seltsam. Manche Nebencharaktere sind auch etwas blass - für mich gab es außerdem zu viele von ihnen. Auch mit dem Schreibstil hatte ich zeitweise meine Probleme, dennoch schafft es die Autorin, auch etwas Humor mit einfließen zu lassen. Trotzdem schafft es das Buch, eine misstrauische und geheimnisvolle Stimmung zu erzeugen.

"The Island" ist - für mich - kein klassischer Thriller, sondern ein psychologisch geprägter Spannungsroman mit tropischem Flair. Wer kleinere Logiklücken, schwankende Spannungskurven und etwas Verwirrtheit verzeihen kann, bekommt eine ungewöhnliche, aber unterhaltsame Geschichte voller Überraschungen.

Fazit:
Ein spannender Roman mit düsteren Untertönen – nicht perfekt, aber eignet sich als etwas andere Urlaubslektüre.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano

Wenn die Natur zum Tatort wird

True Crime in Nature von Farina Graßmann

"True Crime in Nature" ist ein außergewöhnliches Sachbuch, das naturwissenschaftliche Inhalte auf absolut spannende Weise wie einen Krimi erzählt. Farina Graßmann nimmt uns mit auf eine spannende Reise in die Welt der Tier- und Pflanzenwelt. Mit Witz, Charme und fundiertem Wissen präsentiert sie uns die erstaunlichsten und spektakulärsten Überlebensstrategien – von parasitärer Manipulation bis hin zu trickreichen Tarnung.

Die kurzen, pointierten Kapitel laden zum Stöbern oder gemeinsamen Lesen mit älteren Kindern ein. Die Mischung aus unterhaltsamer Sprache, liebevollen Illustrationen und Naturfotos ist wirklich außergewöhnlich. Manche wünschen sich vielleicht realitätsnahe Abbildungen, doch das visuelle Konzept trägt so klar zum Charme bei. Egal, ob du ein Krimi-Fan, ein Tierliebhaber oder Wissensdurstiger bist – dieses Buch wird dich überraschen, begeistern und unterhalten!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano

Erwartung nicht ganz erfüllt

Auris von Vincent Kliesch

Nachdem ich die Geschichte rund um Matthias Hegel in einer Audible-Werbung gesehen hatte, wurde meine Neugier geweckt – spontan habe ich mich dazu entschieden, das Buch einfach mal mitzunehmen und ihm eine Chance zu geben.

Der Schreibstil hat mir durchaus gut gefallen – er erinnert stellenweise an Sebastian Fitzek, was für mich definitiv ein Pluspunkt ist.

Flüssig zu lesen, spannend aufgebaut, handwerklich gut gemacht. Leider konnte mich die Handlung selbst dann aber nicht ganz so mitreißen, wie ich es mir erhofft hatte.

Ich hatte erwartet, dass sich die Geschichte stärker auf die Figur Matthias Hegel konzentriert und man mehr über ihn und seine Vergangenheit erfährt. Doch genau das blieb für meinen Geschmack etwas zu sehr im Hintergrund. Die eigentliche Story war zwar keineswegs schlecht – sie hatte ihre spannenden Momente –, aber insgesamt hat sie mich leider nicht vollständig überzeugen können.

Auch die Charaktere wirkten auf mich zum Teil etwas unausgereift oder blass, als hätten sie noch mehr Tiefe vertragen können. Besonders interessant fand ich tatsächlich die Nebenhandlung rund um Jula und ihren Bruder – diese Stränge haben mich am meisten angesprochen und mein Interesse geweckt.

Alles in allem war es kein schlechtes Buch, aber es hat mich auch nicht so gepackt, dass ich den Drang verspüre, die Reihe weiterzulesen. Momentan sehe ich keinen Anlass, die nächsten Teile anzugehen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von xdeano