Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Nachdenkliches und humorvolles Teetrinken
Tee auf Windsor Castle von Claire Parker
Geht es euch auch so, dass ihr statt "King" "Queen" sagt, sobald es ums englische Königshaus geht? Und immer noch "God save the Queen" mitsummt, wenn die britische Nationalhymne gespielt wird? Dann solltet ihr euch diesen Roman nicht entgehen lassen.
Die Geschichte um Kate, die sich auf der Suche nach einer Toilette von ihrer Gruppe, die auf Windsor Castle herumgeführt wird, entfernt und dabei in einer kleinen Küche landet, hat mich begeistert und hat mir sehr gut gefallen.
Obwohl Kate antiroyalistisch eingestellt ist und die Führung nur ihrer Freundin Zara zuliebe mitmacht, denkt sie beim Tee und Geplauder mit der älteren Frau, die sie in der Küche angetroffen hat, langsam auch über die andere Sichtweise nach.
Betty, die ältere Frau, die sich im Schloss so gut auskennt und einige Schwänke über die Royals zu erzählen hat, aber Kate auch mitteilt, was Arbeit alles sein kann. Sympathisch verschlagen kommt sie daher, die liebe Betty und allerspätestens wenn Betty mit Kate in Onkel Davids Zimmer die Nacht verbringt, kommt man auf den Gedanken, dass Betty eben nicht nur das Mädchen für alles war - also schon, aber halt anders, offizieller - sondern die Queen herself sein könnte.
Vielleicht lebt sie ja immer noch, vielleicht war sie nur amtsmüde - und die fiktive Geschichte, die Claire Parker - der Name ist wohl ein Pseudonym einer deutschen Autorin, da hier auch das Originalbuch vorliegt - hier erzählt, stimmt vielleicht wirklich? Wer weiss.
Neben der tollen Geschichte haben mich vor allem die wenigen Charaktere überzeugt: neben den beiden Frauen auch noch ein älterer Herr und ein Corgi. Dazu noch ein, zwei Wachsoldaten als Statisten, das wars dann schon mit dem Personal. Und es reicht völlig aus.
Philosophisch, nachdenklich, humorvoll, witzig - das sind die Wörter, die mir in den Sinn kommen, wenn ich an "Tee auf Windsor Castle" denke.
Fazit: Ein kurzweiliger und mega sympathischer Roman über zwei Sichten vom Leben, über Vorurteile und vieles mehr.
5 Sterne.
Rezensionen von _ich.lese_:
Weihnachten retten
The Christmas Fix von Lucy Score
Catalina will unbedingt weihna retten, bzw. das Weihnachtsfest in ihrer Kleinstadt.
Cat hat eine Reality Show und diesmal möchte sie das Weihnachtsfest von Merry retten, die Altstadt wieder aufbauen, die nach einem Sturm verwüstet wurde. Aber Bürgermeister Noah Yates ist damit nicht sonderlich glücklich, er möchte keine "Stars" in seiner Stadt die alles für ein bisschen Fame machen.
Und ganz nebenbei knistert es jedesmal wenn Cat und Noah in einem Raum sind.
Ich habe vor sehr langer Zeit mal Mr. Fixer gelesen, ich wusste gar nicht das dieses Buch quasi eine Fortsetzung ist, aber man kann es natürlich auch alleine lesen, es ist in sich abgeschlossen. Ich mag die Bücher von Lucy Score sehr gerne, ich mochte auch diese Story. Unterhaltsam, prickelnd, romantisch und humorvoll, all das was ich bei einem Liebesroman gerne mag.
Cat ist eine unglaublich starke Charaktere, ich mochte sie sofort, ich mochte sie auch schon im ersten Buch. Noah ist alleinerziehender Vater, sowas mag ich auch total gerne, wenn sich sie Papas ganz den Kindern unterordnen. Allein schon das macht ihn sehr sympathisch. Beide zusammen sind so wunderbar unterhaltsam, ich kann es nur empfehlen und ein bisschen Weihnachtsfeeling bekommt man auch schon mit.
Rezensionen von _ich.lese_:
Magische Abenteuer
Lua Luftwurzel - Silberelfen fängt man nicht von Christoph Minnameier
Lua Luftwurzel ist eine Elfe und sie fliegt versehentlich in die Falle der Hexe Malicia Warzenbuckel. Diese freut sich über dieses besonderen Fang, denn gut dressierte Elfen lassen sich teuer verkaufen. Aber da hat die Hexe die Rechnung ohne Lua gemacht.
Mich sprach schon an, dass es von Daniel Napp illustriert ist, von ihm stehen schon einige Bücher in meinem Regal, die ich als Kind schon gerne gelesen habe.
Lua Luftwurzel las ich zusammen mit meiner kleinen Schwester und wir hatten sehr viel Spaß. Klar hätte sie es auch alleine lesen können, für geübte LeserInnen ab der zweiten, dritten Klasse kein Problem, aber zusammen macht einfach mehr Freude.
Die Kapitel haben für mich die optimale Länge zum Vorlesen, nicht zu lang, so dass keine Langeweile aufkommt. Viele bunte Bilder, auf denen es viel zu entdecken gibt und dann natürlich das magische Abenteuer mit vielen Fabelwesen. Es macht einfach Spaß, egal wie alt man ist. Wir hatten jedenfalls jeden Menge Lesefreude und können es sehr empfehlen.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Ein Roadtrip voll Trauer und Freundschaft
Das Verhalten ziemlich normaler Menschen von K. J. Reilly
Der Jugendliche Asher Hunter ist traurig, verzweifelt, voll Wut. Er hat seine Mutter vor einem Jahr in einem tragischen Verkehrsunfall verloren, als sie zu einem Einkaufszentrum fahren wollte, um für ihn neue Fußballschuhe zu kaufen. Der betrunkene Fahrer eines Lastwagens, der diesen verursacht hat, wurde wegen schlampiger Polizeiarbeit und daraus resultierend aus Mangel an Beweisen frei gesprochen.
Nun besucht er diverse therapeutische Selbsthilfegruppen für Menschen, die jemanden verloren haben, sowohl solche für Jugendliche als auch welche für ältere Menschen, in denen er der einzige Jugendliche ist. Dort lernt er die beiden Jugendlichen Sloane und Will kennen, sowie den alten Henry, der um seine verstorbene Frau, seine große Liebe, trauert. Asher überzeugt die drei, ihn auf einen Roadtrip quer durchs Land zu begleiten, ohne ihnen zu sagen, dass er vorhat, dort den Mann zu töten, der den Unfalltod seiner Mutter verschuldet hat.
Das Buch ist ein Jugendbuch und so liest es sich sehr leicht, mit authentischer, frischer Jugendsprache und kurzen Kapiteln. Wir begleiten Asher durch seine Trauer und all die vielfältigen Gefühle, die damit verbunden sind, genauso wie seine fehlenden Erinnerungen an den Unfalltag sowie seine panische Angst, er könnte auch noch seinen Vater oder seine kleine Schwester verlieren, und seine Versuche, alles abzusichern und das Leben unter Kontrolle zu bekommen. Dabei bahnen sich zarte freundschaftliche Bande zwischen ihm und den anderen drei Trauernden an, sowie eine beginnende Romanze mit Sloane.
Es ist ein emotional tiefgehendes Buch, das dazu beitragen kann, sich verstanden und begleitet zu fühlen, wenn man selbst jemanden tragisch verloren hat - oder auch, mit anderen mitfühlen zu können, denen so etwas passiert ist, wenn man es selbst noch nicht erlebt hat. Insofern ist es ein wichtiges Buch. Die menschlichen Verbindungen darin sind sehr berührend und zugleich humorvoll geschildert und trotz aller Schwere und Tiefe des dahinterliegenden Themas macht das Buch doch auch Hoffnung auf die Stärke der Resilienz durch menschliche Beziehungen.
Rezensionen von Kräuereule7:
Die Schönheit der Natur
Von Angesicht zu Angesicht von Dominik Eulberg; Thomas Hörren; Thorben Danke
Das Cover zu "Von Angesicht zu Angesicht" gefällt mir gut und bietet einen ersten guten Eindruck von den weiteren Fotografien im Buch.
Der Schreibstil der Autoren war sehr einfach und verständlich. Alle nötigen Fachwörter wurden gut erklärt. Zudem gab es zum Ende des Buches ein Glossar, wo man alle wichtigen Fachwörter nochmals nachlesen konnte.
Das Besondere an diesem Sachbuch sind aber vor allem die wunderschönen Fotografien und Grafiken. Es werden viele verschiedene Insekten(arten) mit jeweils einem kleinen Text mit Sachinformationen vorgestellt. Danach folgen viele Nahaufnahmen der verschiedenen Tierchen. Diese sind, wie das gesamte Buch, sehr hochwertig und in Farbe. Es gibt keine schwarz-weiß Seiten. Der Preis des Buches ist auf jeden Fall gerechtfertigt.
Das Buch hat mir tatsächlich die kleine Angst, die ich vor Insekten hatte, genommen. Wenn man sich die Tierchen von so nah anschaut und dabei über deren Lebensweise liest und nachdenkt, kann man keine Angst mehr davor haben.
Die Autoren haben mit diesem Buch ein wunderschönes Werk geschaffen, dass ich garantiert immer mal wieder durchblättern werde.
Empfehlen kann ich das Buch allen, die sich für Insekten interessieren und evtl. auch ihre kleinen Ängste den Tierchen gegenüber verlieren möchten.
Bestimmt würde das Buch auch Kindern sehr gut gefallen.
Für mich auf jeden Fall 5/5 Sternen
Rezensionen von Cellissima:
Langweilig und enttäuschend
Pineapple Street von Jenny Jackson
Ein Roman, wie ihn Jane Austen geschrieben hätte, wenn sie im 21. Jahrhundert in Brooklyn Heights leben würde ... das klang sehr vielversprechend!
Es geht um die steinreiche Familie Stockton, v.a. um deren Töchter sowie Schwiegertochter Sasha.
Womit wir auch schon bei den Hauptthemen dieses Romans sind: Geld und Familie.
Die Geschichte wird im steten Wechsel aus der Perspektive dieser Frauen erzählt.
"Pineapple Street" ist immerhin gut geschrieben, lässt sich angenehm lesen.
Das war es aber leider auch schon. Mir fehlt der rote Faden, die Geschichte ist, obwohl gerade diese drei Frauen jeweils ihr Päckchen zu tragen haben, leider ziemlich oberflächlich und sehr langweilig.
Das Potenzial war also durchaus da, wurde aber leider nicht von der Autorin genutzt.
Alles plätschert so dahin ...
Weder die Figuren noch die Handlung konnten mich überzeugen.
Ich habe das Buch zwischendurch gelesen, das war es für mich leider auch: ok für zwischendurch, aber keinesfalls mehr.
Es ist auch definitiv keine Geschichte, die positiv in Erinnerung bleiben und/oder auch nur lange nachklingen wird ... im Gegenteil, ich werde "Pineapple Street" schnell vergessen haben. Schade.
Rezensionen von Lesebienchen36:
Weihnachten in Tessin
Weihnachten in der Rosenholzvilla von Tabea Bach
Nachdem ich die beiden ersten Bände von der Rosenholzvilla – Trilogie mit großer Begeisterung gelesen habe, wollte ich nun unbedingt auch das Weihnachtsfest dort verbringen. Somit ging es für einen Kurztrip nach Tessin.
Über den flüssigen und leichten Schreibstil und den bildhaften Erzählstil der Autorin brauche ich nichts mehr zu schreiben.
Erneut konnte mich beides in seinen Bann ziehen und so waren die knapp 146 Seiten auch sehr schnell durchgelesen. Wie schon in den Bänden davor, sind die Charaktere sehr authentisch und lebensnah dargestellt worden. Dieser Kurztrip war eine Art nachhause kommen zu alten Freunden. Zudem freute ich mich auch auf neue Menschen, die im Tessiner Bergdorf wohnen.
Zu der Handlung an sich, werde ich mich relativ kurzhalten, sonst bräuchte man dieses Buch erst gar nicht mehr lesen. In der Rosenholzvilla, dass nach Elzes Großvater Niklas Tod zum Erholungsort für erkrankte Musiker aus aller Welt dient, hat sich der erste Gast angemeldet. Als ausgerechnet Adrien Dufois anreist, ist die Stimmung von Elize mehr als nur im Keller. Ausgerechnet ihr ehemaliger Konkurrent quartiert sich in die Rosenholzvilla ein. Zum anderen laufen die Weihnachtsvorbereitungen auf Hochtouren, denn es soll ein Fest mit der gesamten Familie und allen Freunden geben. Aber auch Mimis Geburtstag steht kurz bevor und ihr größter Wunsch wäre es, wenn ihr Vater Fabio zurückkehrt. Ob sich ihr dieser Wunsch erfüllen wird? Aber nicht nur die Festtagsvorbereitungen halten die Familie auf Trab, denn das schlechte Wetter in den Bergen sorgt ebenfalls für helle Aufregung. Ob es dennoch ein harmonisches und besinnliches Weihnachtsfest geben wird?
Weihnachten in der Rosenholzvilla von Tabea Bach ist ein schönes Zusatzbuch, der in der Herbst- oder Winterzeit das Lesen ein wenig „versüßt“. Auf 146 Seiten fängt sie die Adventszeit mit all ihre Facetten sehr gut ein. Vorfreude, Wünsche, Sorgen, Ängste, Herzlichkeit und Freundschaften spielen eine große Rolle. Leider war dieser Roman viel zu schnell ausgelesen und ich hätte mir ein paar Seiten mehr gewünscht. Nun gut.
Am Ende des Buches befindet sich ein kleiner Vorgeschmack in Form der Leseprobe, der schon einen klitzekleinen Einblick in den dritten Teil der Rosenholzvilla – Saga gibt. Das Buch Entscheidungen in der Rosenholzvilla soll am 28.02.2025 erscheinen.
Der weihnachtliche Ausflug nach Tessin hat mir sehr gut gefallen.
4 von 5 Sternen
Rezensionen von Chrystally:
Fantasy-Academy trifft auf griechische Mythologie – eine gelungene Kombination!
Mythen der Monster 1: Medusa von Katherine Marsh
Das Cover verrät noch nicht viel, außer, dass ein Mädchen mit einer Laterne durch Venedig mit seinen Gondeln schleicht. Und das Buch startet auch erstmal woanders, nämlich in Avas „ganz normaler“ Schule, in der sie sich mit den ganz normalen Ärgernissen eines Teenager-Mädchens herumschlägt: die Freundinnen pubertieren, und in der Schule herrscht Alltagssexismus.
Aber Avas Ärger bricht sich in neuer Form Bahn, und damit startet ihr Leben im Internat, in dem ihr Lieblingsthema – die griechische Mythologie – zum Leben erwacht.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen des Buchs. Die Charaktere sind glaubhaft und die Protagonisten sympathisch und überzeugend in ihren Freuden und Nöten. Leider ist die Grenze zwischen den Helden und ihren Antagonisten etwas überdeutlich gezogen, hier hätte ich mir mehr Schattierungen zwischen gut und böse gewünscht. Die Szenen sind lebendig und mitreißend erzählt, die Dialoge wirken meist spontan und natürlich, außer wenn etwas zu viel mythologischer Hintergrund in die Unterhaltungen eingebaut war. Insgesamt fand ich die Handlung spannend und die Autorin hat an vielen Stellen geschickt die mythologischen Hintergründe eingearbeitet, um die Handlung voranzutreiben (z.B. wie sich das genetische Erbe der Schüler*innen auf unterschiedliche Weise Bahn bricht). Dabei zeigt sie ihr tiefgehendes Wissen, sodass das Geschehen trotzdem nicht vorhersehbar ist. Auch ihre Ideen, wie die mythologischen Beziehungen zwischen den Sagengestalten gewesen sein könnten, fand ich ziemlich raffiniert. Ich glaube, mich in griechischer Mythologie halbwegs auszukennen, trotzdem bin ich über manche Gestalten und Hintergründe gestolpert. Auch wenn es ein Glossar gibt, glaube ich, dass vor allem Menschen Spaß an diesem Buch haben, die schon einigermaßen bewandert in griechischer Mythologie sind, sonst ist die Geschichte möglicherweise eine sehr beliebige Ansammlung an fantastischen Gestalten. Für meinen Teil hatte ich jedoch großen Spaß an den neuen Ideen und dem neuen Blickwinkel.
Neben dem Abenteuer der Protagonistin berührt das Buch auch interessante Themen wie die Frage, wie Menschen von den Versäumnissen ihrer Vorfahren betroffen sind und wie deren Errungenschaften ihnen helfen können, wie man sich selbst findet und über sich hinauswächst. Hiervon können gerade junge Leser*innen sicher profitieren. Viel präsenter ist jedoch das Thema Sexismus – unter den Schüler*innen, Lehrer*innen und Sagengestalten. Ich finde es richtig und wichtig, dass Kinder jeden Geschlechts darüber lesen und sich Gedanken machen. Die Beobachtung, welche Rolle Frauen in der Mythologie spielen, haben mich zum Nachdenken angeregt. Leider war das Problem für mich an manchen Stellen etwas zu sehr im Fokus, sodass es von der Handlung abgelenkt hat, und der Wunsch, Frauen und Mädchen zu bestärken, schlug bei den Figuren bisweilen in Schwarzweißmalerei in die andere Richtung und eine Abwertung fast aller männlichen Figuren um. Das fand ich schade und ich halte es für kein hilfreiches „Gegenmittel“ im Kampf gegen Sexismus.
Trotzdem habe ich das Buch mit großem Spaß gelesen und gebe eine Leseempfehlung für Fans griechischer Mythologie.
Rezensionen von Chrystally:
Verschenktes Potenzial
Monoloco von Susann Blum
Ich habe lange gezögert, diese Rezension zu schreiben. Der Grund ist, dass „Monoloco“ von Susann Blum einige wirklich schöne Aspekte beinhaltet, ich insgesamt aber nicht mit dem Buch warm geworden bin. Angezogen hat mich als allererstes das zauberhafte Cover, das sphärische Türkis und das surreale Motiv.
Auch der Plot hat mich neugierig gemacht: Was passiert an diesem Abend in der Bar zwischen den beiden Cliquen? Und wovor und wie können sie den verschwundenen Freund retten? Tatsächlich fand ich die Geschichte dann auch größtenteils spannend und ich habe mitgefiebert. Die Figuren, vor allem die Frauen, waren sympathisch und jede als Charakter überzeugend. Auch der biografische Hintergrund der Autorin gibt dem Buch einen besonderen Reiz
Leider gab es einige Wermutstropfen: Zum einen hat mich vieles der Handlung einfach im Detail nicht überzeugt. Schon dass Mailyn „ganz aus Versehen“ eine sehr anzügliche SMS an eine Nummer aus ihrem Telefonbuch schickt, weil sie einen Text an die falsche Stelle kopiert, fand ich furchtbar konstruiert, und so ging es leider weiter. Das Barkonzept mit den „Mutproben“ fand ich total wirr und unglaubwürdig, tiefsinnige Konversationskartenfragen passen einfach nicht zu einer Tikibar. Plötzlich sind die sich gerade noch fremden Menschen in einer tiefgründigen, höchst persönlichen Unterhaltung, ohne dass nachfühlbar wird, was diese plötzliche Offenheit ausgelöst hat. Diese Entwicklung hat mir gefehlt. Dazu kam die Eindimensionalität von Mailyns Partner und ihrer Beziehung. Und was ist eigentlich genau der „Zufall“, der im Untertitel beschworen wird?
Neben diesen inhaltlichen Aspekten fand ich leider auch den Schreibstil unprofessionell. Handys wurden in konsequentem Teenie-Sprech als „Phone“ bezeichnet, und in den Dialogen wechselten Beschreibungen („sagte“, „warf ein“…) mit neutralen „Regieanweisung“ vor den Aussagen („Sam:“) – anderen Leser*innen ist das bestimmt egal, mich persönlich hat es gestört – da erwarte ich mehr Eleganz von Text.
Insgesamt ist die Geschichte voller guter Ideen, das Buch bleibt aber deutlich hinter seinem Potenzial zurück.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Sturm und Stille
A Study in Drowning von Ava Reid
"A Study in Drowning" von Ava Reid ist in der Hörbuchfassung von Martha Kindermann gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören.
Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Im Hörbuch wird vorab auf die Triggerwarnung am Ende des Buches hingewiesen. Für Hörbuch-Hörende wäre es sicherlich einfacher, diese (sehr, sehr umfangreiche Liste) direkt vor der Lektüre zu hören, da es sich nicht so leicht dorthin skippen lässt.
Sprache und Schreibstil in Übersetzung durch Nadine Mannchen haben mir gut gefallen und ließen sich zügig und einfach lesen. Die Handlung konnte mich nicht immer überzeugen - an mehreren Stellen habe ich die Schilderungen als sehr langatmig und unnötig in die Länge gezogen erlebt. An anderen Stellen hingegen war der Spannungsbogen so hoch, dass ich das Buch nicht zur Seite legen wollte.
Ich finde die geschilderte Welt sehr spannend - voller Magie und Geheimnisse. Gern hätte ich noch viel mehr über diese Welt erfahren: Wer oder was genau sind die Schläfer? Warum hegen Llyrier und Arganthier einen Groll gegeneinander? Was steckt hinter der Magie des Elfenkönigs? Im Worldbuilding ist hier auf jeden Fall noch Raum nach oben, für ein gelungenes Fantasy-Buch war es mir zu platt und undurchsichtig - vermutlich ist das der Kompromiss, wenn es sich gleichermaßen und eine Romance handelt. Die Beziehung zwischen Preston und Effy hat für mich erst im letzten Kapitel (Prestons Perspektive) richtig Feuer bekommen, diese geschilderte Intensität hätte ich mir vorab auch gewünscht.
Die Grundstimmung des Buches ist düster, das Setting wird durch Autorin Ava Reid sehr gelungen konstruiert. Für mich war zu viel los, wodurch sich die einzelnen Stränge ein wenig verlaufen haben und sich die letztendliche Geschichte halbgar anfühlt. Das ist schade, denn diese Story hat ganz viel Potenzial, das sich hier meinem Empfinden nach nicht voll entfalten konnte.
Ich weiß noch nicht, ob ich den folgenden Teil lesen werde.











