Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Cellissima:
Mord im Grand Alpine Hotel von Lucy Foley; Agatha Christie
Fünfzig Jahre nach dem letzten Miss Marple-Krimi ermittelt sie wieder: Kulisse ist das Grand Alpine Hotel in den Schweizer Alpen im Winter. Es beherbergt eine internationale und illustre Gästeschar. Auch Miss Marple ist unter ihnen. Man genießt die Zeit ... doch eines Morgens stirbt ein Gast. Er besteigt bei bester Gesundheit unten eine Gondel - und kommt tot oben am Gipfel an.
Schnell vermutet man, dass er ermordet worden sein muss. Miss Marple beginnt zu ermitteln - und die Zeit drängt, denn jeder in diesem Hotel scheint etwas zu verbergen zu haben. Es wird befürchtet, dass es nicht bei einem Mord bleiben wird. Also muss Miss Marple den Täter schnellstmöglich enttarnen ...
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Als großer Fan von Agatha Christie und Miss Marple waren die Freude über einen neuen Fall für sie groß - und die Erwartungen hoch, haben Agatha Christie´s Erben Lucy Foley doch eigens ausgewählt für diese Aufgabe!
Das Warten hat sich gelohnt und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht - ganz im Gegenteil. "Mord im Grand Alpine Hotel" bietet eine tolle Kulisse, absolut gelungene Figuren, einen kniffligen Fall, der zum Mitermitteln einlädt, den Leser fordert - und doch bis zum Schloss im Dunkeln tappen lässt. Lucy Foley´s Schreibstil ist wirklich großartig. Der Krimi bietet nicht nur Spannung und Gefahr, sondern ist durch seine Kulisse auch unglaublich atmosphärisch. Der Fall ist raffiniert aufgebaut, nichts ist vorhersehbar, die Auflösung ist ebenso verblüffend wie logisch und durchdacht, absolut überzeugend.
Lucy Foley hat es geschafft, Miss Marple wieder zum Leben zu erwecken. Und zwar genau so, wie man sie von Agatha Christie kennt und liebt. Überhaupt braucht Lucy Foley den Vergleich mit Agatha Christie nicht zu scheuen und erweist sich als ihr ebenbürtig. Bisher war mein Favorit in dieser Hinsicht Anthony Horowitz; das wird er auch bleiben, da er wirklich großartige klassische britische Krimis schreibt. Den Namen Lucy Foley werde ich mir aber merken. Ich fand "Mord im Grand Alpine Hotel" großartig und hoffe sehr, dass es sich bei der Entscheidung der Erben nicht um eine einmalige Entscheidung handelt, sondern dass weitere Miss Marple-Krimis aus der Feder von Lucy Foley folgen werden.
Fans klassischer britischer Krimis und Fans von Agatha Christie und Miss Marple werden "Mord im Grand Alpine Hotel" lieben. Absolute Leseempfehlung!
Vampire in Temstown
Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1) von Emma Carroll
Die letzte Vampir-Epidemie in Temstown liegt schon zwanzig Jahre zurück.
Dann dann ist eines Tages das Grab einer jungen Schauspielerin, die auf der Bühne zusammenbrach und starb, plötzlich leer. Und es sieht so aus, als ob sie daraus ausgebrochen wäre! Es kann sich also nur um einen Vampir handeln.
Und tatsächlich folgen schnell Vampirangriffe.
Als ihr Freund Varney von dem Vampir gebissen wird, beschließen die Cousinen Mina, Buffy und Bella, Varney zu retten und Temstown von der Vampir-Epidemie zu befreien. Der Arzt möchte Varney studieren, um seine Karriere voranzutreiben, und sein Herz mit einem Weißdornpfahl durchbohren, da er nun ebenfalls zum Vampir wird und das die einzige Möglichkeit zu sein scheint, die Vampire zu bekämpfen. Die Mädchen wollen dies jedoch nicht zulassen und suchen nach einer anderen Lösung. Sie finden ein uraltes Buch, in dem steht, dass die Heilung von Vampiren möglich ist - und dass Frauen, die bisher nur von einem Medizinstudium träumen konnten, Erfolg in der Wissenschaft haben können ...
Doch die entscheidenden Seiten des Buches sind leer - und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit ...
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Nachdem "Nacht über Frost Hollow Hall" schon toll war, waren wir sehr gespannt auf "Dracula & Töchter" und freuten uns sehr darauf. Und wir wurden nicht enttäuscht - es war tatsächlich ein Highlight!
Das Cover passt perfekt zur Geschichte.
Emma Carrolls Schreibstil ist toll, er lässt sich absolut angenehm und flüssig lesen. Es gibt viele recht kurze Kapitel. Das Buch eignet sich perfekt sowohl zum Vorlesen als auch zum Selbstlesen, durch die Kapitellänge auch zwischendurch oder abends vor dem Einschlafen im Bett - wobei man dieses Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen kann! Es ist so spannend und gut, dass man es am liebsten in einem Rutsch lesen möchte, weil man unbedingt erfahren möchte, wie es weitergeht. Es geht schon Schlag auf Schlag, die Geschichte hat viel Spannung, Gefahr - und damit natürlich auch Tempo. Für Kinder, die ruhige, langsame Geschichten mögen, ist es also die falsche Wahl. Wir haben es geliebt, und es passt auch einfach perfekt.
Die Geschichte ist extrem atmosphärisch und bildhaft, mit einer düsteren, gefährlichen, mysteriösen Grundstimmung. Auch dies hat uns sehr gefallen.
Auch die Figuren sind absolut gelungen. Toll finde ich hier gerade für Mädchen, dass v.a. diese drei Mädchen, daneben auch etwas ihre beiden Mütter, im Mittelpunkt stehen. In allererster Linie geht es aber zumindest in diesem Auftaktband um Mina, Buffy und Bella. Kinder lernen, dass Freundschaft usw. nichts mit Klassenunterschieden, Geld und dergleichen zu tun haben und dass diese Dinge dafür völlig irrelevant sind. Gerade für Mädchen finde ich auch den Fokus auf Frauen in der Medizin bzw. generell in der Wissenschaft toll, wenn man bedenkt, wie unterrepräsentiert Frauen in Medizin, Jura, generell in der Wissenschaft jedenfalls in Führungspositionen auch heute noch sind, dass der Frauenanteil immer noch erhöht werden muss etc.
Generell ist es super, dass hier mutige, starke, selbstbewusste und tolle Mädchen und Frauen im Mittelpunkt stehen! Und diese Mädchen und Frauen setzen sich gegenüber den Männern durch.
Es gibt überraschende Enthüllungen und Wendungen, nichts ist vorhersehbar, sodass es wirklich bis zum Schluss absolut spannend bleibt.
Der Fall bzgl. dieser Schauspielerin wird in diesem Auftaktband geklärt und gelöst, sodass dieser erste Band quasi in sich geschlossen ist und man ihn durchaus auch nur einzeln lesen könnte, ohne zwingend die ganze Trilogie lesen zu müssen - aber ich glaube kaum, dass irgendjemand diese Reihe nach diesem Auftaktband abbrechen wird! Dafür ist sie einfach viel zu gut. Wir sind richtig gespannt auf die beiden noch folgenden Bände und würden diese am liebsten sofort lesen.
Und die Geschichte hat auf jeden Fall das Potenzial für mehrere Bände! So ist die Abstammung der Kinder höchst spannend. Wir würden gerne etwas, am liebsten auch viel, über den Großvater erfahren, auch über die Mütter der Kinder, über ihre Heimat; vielleicht reisen sie ja auch noch hin?! Im ersten Band erfuhr man nur das Nötigste. Das hat absolut gereicht, macht die Leser aber auch extrem neugierig. Wir denken und hoffen, dass in den Folgebänden in dieser Hinsicht noch was kommen wird.
Einziger Kritikpunkt ist vielleicht das empfohlene Lesealter: ab 10. Das halte ich für oftmals zu früh, da ich nur wenige Kinder kenne, die so eine Geschichte in diesem Alter schon lesen können und wollen. Sie ist wirklich düster und gruselig durch die Thematik und Handlung. Aber hier ist jedes Kind verschieden ... ich persönlich würde das empfohlene Lesealter etwas anheben, jedenfalls gerade bei jüngeren Kindern aber empfehlen, das Buch erst mal selbst (an)zulesen und dann zu entscheiden, ob man es dem Kind schon zum Vorlesen oder Selbstlesen gibt oder ob man lieber noch etwas wartet damit.
Wenn es aber passt, dann kommen kleine und große Gruselfans aber voll auf ihre Kosten! Es ist das perfekte Buch für den Herbst und Winter, gerade jetzt vor Halloween oder auch im November.
Auch ich als Erwachsene fand das Buch richtig spannend und gut, konnte und wollte es ebenfalls nicht mehr aus der Hand legen. Wir haben es zusammen verschlungen.
Absolute Leseempfehlung!
Durchwachsen
Sommerhaus von Rachel Joyce
Der Maler Vic Kemp versammelt seine vier Kinder, um ihnen eine große Neuigkeit mitzuteilen - er wird wieder heiraten. Mit Mitte 70. Eine Frau, die gerade mal 27 Jahre alt ist und die er erst seit kurzer Zeit und somit kaum kennt.
Diese Nachricht löst bei den Geschwistern alles andere als Begeisterung aus.
Und wenige Wochen nach der Hochzeit ist Vic Kemp tot. Ertrunken. In Italien, in einem See, an dem sich sein Sommerhaus befindet, den er genauestens kennt. Und Vic Kemp war ein hervorragender Schwimmer ...
Die Geschwister reisen an, um herauszufinden, was passiert ist. Alles ist seltsam, vor allem Bella-Mae - Vic Kemps neue Frau ... Schnell vermuten die Geschwister, dass Bella-Mae ihre Finger im Spiel gehabt haben muss ...
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Ein Roman, der richtig spannend und gut klang.
Und war er auch spannend und gut - der Schreibstil war toll, die Atmosphäre ebenfalls; ebenso die Figuren.
Es wird wirklich erst zum Schluss aufgelöst, wie Vic starb, und die undurchschaubare Bella-Mae sorgt zusammen mit anderen seltsamen Umständen für eine mysteriöse und unheilvolle Grundstimmung. Man ist wirklich gespannt auf die Auflösung und will unbedingt wissen, was mit Vic geschah; ob Bella-Mae nun (Mit-) Täterin ist oder nicht.
Dennoch konnte "Sommerhaus" mich leider nicht komplett begeistern und überzeugen.
Das lag daran, dass es leider immer wieder Längen gab, die mir den Lesefluss und die Lesefreude nahmen.
Auch war mir die Geschichte gerade am Ende einfach auch zu oft zu wirr und seltsam.
Eine ebenso schöne wie berührende Geschichte - und ein Wohlfühlbuch!
Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking
Amanda Eleonore Atkins ist Finanzbeamtin. Sie braucht klare Regeln und Routinen. Tag für Tag. Sie liebt Bücher. Sie liest seit Jahrzehnten keine fiktiven Geschichten mehr.
Doch dann kommt sie eines Tages wieder in ihre geliebte Bibliothek, und Mrs Hodgins ist nach Jahrzehnten plötzlich nicht mehr da.
Statt ihrer arbeitet nun der junge Henry Brown in der Bibliothek - jedenfalls als Aushilfe. Und er erzählt ihr, dass er von Mrs Hodgins den Auftrag bekommen habe, Amanda einen verborgenen Leseraum zu zeigen; sie habe ihm eingeschärft, dass er dies auf keinen Fall vergessen dürfe. Also tut er es.
Und in diesem verborgenen Leseraum entdeckt sie nicht nur Bücher, sondern auch Robert Joy und Xiao Mei Smith. Sie erleben Geschichten, werden mit ihren Träumen, Ängsten, Sehnsüchten und Wünschen konfrontiert ... denn diese Bibliothek beherbergt eben nicht nur Unmengen an Büchern - sondern auch die Wünsche und Träume aller Personen, die sie betreten ...
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"Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" ist ein leises Buch; ein schönes; ein trauriges; ein unfassbar berührendes; ein magisches; und insgesamt einfach ein sehr gutes Buch.
Vanessa Göckings Schreibstil hat mir extrem gut gefallen. Stets angenehm zu lesen, von dieser besonderen Schönheit, unfassbar atmosphärisch ... ich kann mich nicht erinnern, wann mir zuletzt ein Schreibstil so gut gefallen hat. Schon allein deswegen habe ich dieses Buch unglaublich gerne gelesen.
Die Idee der Autorin, diese Geschichte ... sind so fantasievoll, so originell!
Auch die Figuren schließt man schnell sehr ins Herz. Im Mittelpunkt steht natürlich Amanda; über die anderen Figuren hätte man vielleicht noch mehr schreiben können; ich hätte gerne noch etwas mehr über sie erfahren. Aber auch so ist diese Geschichte einfach rund.
Obwohl Fantasy nicht mein Lieblingsgenre ist bzw. ich allenfalls cosy fantasy wirklich mag und gerne und in letzter Zeit zunehmend lese, hat mir dieses Werk wirklich gefallen, sodass ich es auch Lesern empfehlen würde, die nicht oder nicht allzu gerne Fantasy lesen. Denn "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" ist so viel mehr als das!
Es ist eine wunderschöne und zutiefst berührende Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe, Schicksalsschläge, Schuld und Vergebung, Träume, Ängste, Sehnsüchte, Wünsche, Akzeptanz, Heilung, Hoffnung, voller Weisheit ... und natürlich auch und vor allem auch eine Liebeserklärung an Bücher, Bibliotheken und das Lesen!
Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass es mir persönlich am Ende zu traurig wurde. Die Autorin erzählt auch dieses Ende nicht nur schwer und belastend, sondern stimmig und versöhnlich. Mir persönlich wurde es aber zu ernst und traurig. Ich möchte aber betonen, dass das nur mein persönliches Empfinden ist. Und rückblickend, wenn man erfährt und dann weiß, warum Amanda diese festen Regeln und Routinen braucht, warum sie seit Jahrzehnten keine fiktiven Geschichten mehr liest, obwohl sie diese als Kind liebte, warum sie so ist, wie sie ist ... dann macht das Sinn, dann ist das konsequent und auf eine Weise für Amanda sogar schön und erlösend.
Aber man hätte diese Begegnung mit dieser Person im Traum auch genau so geschehen lassen können, ohne danach mit Amanda geschehen zu lassen, was eben am Ende des Buches mit ihr geschieht. Das war es, was für mich unerwartet, was mir persönlich zu schwer und traurig war und was ich mir anders gewünscht hätte. Nicht die Begegnung mit der anderen Person im Traum - sondern eben das, was wir davor und danach über Amanda lesen; was mit Amanda am Ende der Geschichte geschieht.
Das hat für mich persönlich den Gesamteindruck etwas runtergezogen.
Insgesamt ist "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" aber ein sehr empfehlenswertes Buch, das einem gerade jetzt im Herbst in eine Wolldecke gekuschelt und mit einer Kanne Tee ein paar wundervolle Lesestunden schenkt.
Klassiker trifft Fantasy
Stolz, Vorurteil und Hexerei von Melinda Taub
Ich liebe Klassiker, in Sachen Fantasy bin ich hingegen schwierig - cosy fantasy lese ich mittlerweile sehr oft und gerne, in Sachen restliche Fantasy bin ich hingegen oft noch sehr wählerisch. Hier siegte aber wieder mal die Neugier, da Titel, Cover und Klappentext zu gut klangen.
Ich gebe zu - ich ließ mich auch etwas davon beeinflussen, dass die Bridgerton-Autorin das Buch so lobte und empfahl.
Ich liebe Bridgerton, und wenn die Autorin dieses Buch empfiehlt ... die Erwartungen waren also hoch.
Also war ich gespannt und freute mich darauf, Stolz und Vorurteil ganz neu kennen zu lernen - erzählt aus Sicht der jüngsten Bennet-Schwester und nicht als reinen Klassiker, sondern gemischt mit Fantasy.
Melinda Taubs Schreibstil gefiel mir extrem gut, ebenfalls die Atmosphäre und der wundervolle Humor. In dieser Hinsicht lohnte sich die Lektüre absolut!
Leider weist die Geschichte aber immer wieder extreme Längen auf. Das hat bei mir Lesefluss und -freude deutlich geschmälert und dafür gesorgt, dass das Lesen mitunter sogar etwas anstrengend wurde.
Von der Magie hatte ich mir mehr erwartet. Mir war es nicht originell genug.
Die Idee ist spannend und gut, aber die Umsetzung ist aus meiner Sicht leider nicht wirklich gelungen. Die Geschichte ist nett für zwischendurch, letztendlich aber leider nichts Besonderes und nichts, was lange nachhallen wird.
Wer jedoch sowohl Klassiker als auch Fantasy wirklich liebt, dem könnte Stolz, Vorurteil und Hexerei durchaus gut gefallen. Mich hat das Werk leider enttäuscht.
Der bisher beste Roman dieses Jahres!
Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin
Julika ist Wissenschaftlerin und erforscht Bernstein. Eines Tages hat sie ein ganz besonderes Exemplar in der Hand - und ein besonders wichtiges, denn dieses Exemplar könnte die Geschichte der Erde, wie man sie bisher annahm und lehrte, komplett auf den Kopf stellen ...
Julika will unbedingt mehr darüber erfahren, dieses Stück genauer erforschen.
Sie findet heraus, wer das Stück vor Jahrzehnten gefunden hat - Ebba. Sie findet heraus, dass Ebba immer noch an der Ostsee lebt - und macht sich auf den Weg dorthin ...
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"Die Bernsteinfischerin" ist für mich der mit großem Abstand beste Roman, den ich bisher in diesem Jahr gelesen habe.
Lisa Quentin schreibt hervorragend, ihr Stil hat mir unglaublich gut gefallen.
Diese Geschichte entfaltet sehr schnell ihre Sogwirkung, und sie ist unfassbar atmosphärisch. Auch das habe ich an diesem Roman geliebt.
Man hat das Gefühl, selbst an der Ostsee zu sein, mit den Figuren beim Tee zu sitzen.
Lisa Quentin erzählt auch zwei Zeitebenen immer im Wechsel die Geschichte von Ebba und Julika. Ebbas Geschichte beginnt fast achtzig Jahre zuvor, Julias Geschichte spielt in der Gegenwart.
Sie sind zwei ganz unterschiedliche Frauen, mit ganz unterschiedlichen Leben. Doch sie haben eine Sache gemeinsam: Sie sind beide sehr starke Frauen. Sie haben beide kein einfaches Leben und beide jeweils eine schwere Last zu tragen.
Es ist ein Roman über Familie, Liebe und Verlust, über zwei starke Frauen - und eine Liebeserklärung an die Natur und ihre Schönheit.
Was ist Liebe, was ist Glück, was ist Freiheit, wie will man leben und wie kann man so leben, wie man leben möchte?
Ein fast schon poetischer Roman, von unglaublicher Schönheit, ein zarter und leiser, zugleich aber auch sehr starker Roman.
Diese Geschichte ist ebenso wunderschön wie traurig, dramatisch und berührend. Wirklich das bisherige Highlight in diesem Jahr in diesem Genre.
Absolute Leseempfehlung!
Verwirrend und enttäuschend
Yesteryear von Caro Claire Burke
Natalie Heller Mills lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und den Tieren auf einer kleinen, abgeschiedenen Farm in Idaho, umgeben von Natur. Sie lebt das ursprüngliche, perfekte Land- und Familienleben. Ihre Millionen Follower fühlen sich in eine andere Zeit zurückversetzt und bekommen eine heile Welt präsentiert.
- Die Betonung liegt auf dem Wort präsentiert, denn hinter den Kulissen sieht es ganz anders aus. Doch die Fassade bekommt zunehmend Risse, und eines Tages kann selbst Natalie diese nicht mehr ignorieren ...
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"Yesteryear" ist ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut hatte, weil die Leseprobe so toll war, das ich mir lange aufgehoben hatte. Nun habe ich es endlich gelesen - und bin enttäuscht.
Der Schreibstil ist gut, lässt sich stets angenehm flüssig lesen, und es geht wie vermutet v.a. um das Influencer-Leben, Schein und Sein, Tradwifes, Religion ... um extreme Themen.
Nur unsympathische Figuren. Viele Längen, weil einfach zu wenig passiert. Die Auflösung ... zu simpel, zu konstruiert, zu wenig glaubwürdig. Der wow-Effekt blieb aus. Überhaupt bleibt dieser ganze Roman total blass. Figuren, Handlung ... alles bleibt so blass, distanziert, konstruiert.
Was in Erinnerung bleibt: Heftige Dinge, die da passieren. Viele unschöne Kraftausdrücke, die da verwendet werden. Und viele Fragezeichen auch nach dem Lesen der letzten Seite.
Ich bin ratlos, enttäuscht und genervt. Unbefriedigt. Und diesen Zustand mag ich als Leser gar nicht.
Ich frage mich immer noch, ob ich jetzt alles richtig verstanden habe. Warum noch offene Fragen bleiben.
Ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut hatte und durch das ich mich letztlich doch hindurchquälen musste. Ich kann den Hype absolut nicht verstehen und kann "Yesteryear" leider auch nicht empfehlen.
Ein Fluch, der eigentlich ein Segen ist
Cursed for Good – Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen. von Amy Coombe
Tanadelle lebt das Leben, von dem viele Mädchen träumen: Sie ist eine Prinzessin. Doch sie hasst dieses Leben mit all seinen Einschränkungen und anstrengenden Verpflichtungen. Sie liebt Bücher und würde am liebsten den ganzen Tag lang lesen.
Als sie in einem kleinen Dorf in einen Buchladen geht, um neuen Lesestoff zu kaufen, wird sie verflucht: Sie kann den Buchladen erst wieder verlassen, wenn ihr Herzenswunsch erkannt und erfüllt wurde.
Letztlich weiß Tanadelle doch noch nicht hundertprozentig, was sie wirklich will, und so macht sie es sich erst mal in der kleinen Buchhandlung gemütlich und leitet sie.
Sie findet Freunde, vor allem Sasha, die ihr in der Buchhandlung hilft - und dann taucht Bash auf, ein ebenfalls verfluchter Pirat. Und ein verdammt gutaussehender Pirat noch dazu ...
Tanadelles Eltern sorgen dafür, dass die Prinzen aller Reiche erscheinen; sie sollen Tanadelle küssen und den Fluch brechen.
Und Tanadelle muss sich darüber klar werden, ob sie einen Prinzen will - oder vielleicht doch lieber diesen heißen Piraten ...
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Fantasy ist nicht mein Lieblingsgenre, allerdings lese ich cosy fantasy inzwischen zunehmend gerne. Entsprechend gespannt war ich auf das Buch. Cover und Klappentext, die Idee ... gefielen mir sehr.
Amy Coombes Schreibstil ist gut, ihre ganze Idee, die Kulisse, die Figuren und der Humor sind wirklich toll.
Es ist natürlich keine hochtrabende Unterhaltung - aber eine nette, gemütliche Geschichte für zwischendurch fürs Herz. Und ein bisschen märchenhaft ist sie natürlich auch.
Leider empfand ich "Cursed for Good" dennoch als etwas zu blass, langatmig und vorhersehbar. Ich weiß auch nicht, ob das Buch lange nachhallen wird.
Aber wer cosy fantasy liebt und einfach eine schöne, gemütliche und bezaubernde, märchenhafte und magische Geschichte sucht, in der es um Liebe, Freundschaft und Bücher geht, ist hier richtig. Fans des Genres werden das Buch sicher mögen.
Mir gefiel auch, dass wichtige Botschaften übermittelt werden - auch und vor allem auch die, dass man nicht so leben sollte, wie andere es wünschen, sondern so, wie man selbst es wünscht; dass man nicht andere glücklich machen sollte, sondern sich selbst; dass man den Mut haben sollte, Nein zu sagen.
3,5 Sterne
Toller Auftakt
Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers von Sophie Oldenstein
Nicky erhält ein Stipendium für die Ashfield Academy. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und muss sich plötzlich unter Mitschülerin zurechtfinden, die aus einer ganz anderen Welt stammen.
Doch es sind nicht nur diese neuen, anderen Menschen und das generelle Leben im Internat, die Nicky zu schaffen machen, an die sie sich erst gewöhnen muss - an diesem Ort, mit diesem Ort stimmt etwas nicht.
Sie freundet sich mit drei Mitschülern an, entdeckt ihre magischen Talente, stößt auf einen alten Kriminalfall - und muss über sich hinauswachsen, als dunkle Mächte das Internat und die Region bedrohen ...
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Es klang ganz nach einem Buch nach meinem Geschmack. Und tatsächlich gefielen mir Sophie Oldensteins Schreibstil, die Atmosphäre, die Kulisse und auch die Figuren sehr gut.
Es ist spannend, düster, gefährlich, es gibt Abenteuer, Freundschaft, Geheimnisse, Familie, Internat ...
Wir hätten gerne noch mehr vom Internatsleben, etwa dem Unterricht, erfahren. Dafür war aber die Freundschaft zwischen den Kindern umso besser beschrieben.
Für mich hätte es etwas mehr Kriminalfall sein dürfen, die Zielgruppe fand den Fantasyanteil super. Das Mysteryelement hat uns gleichermaßen gut gefallen.
Für mich als Erwachsene blieb es etwas oberflächlich und vorhersehbar, was Figuren und Handlung betraf, für die Zielgruppe -und nur auf die kommt es ja an- war es perfekt.
Insgesamt ist es ein Buch, das gerade die Zielgruppe gerne liest und nicht mehr aus der Hand legen kann. Wir freuen uns schon auf Band 2.
Das empfohlene Lesealter passt aus unserer Sicht übrigens auch perfekt.
Damit eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten über das Internatsleben, Freundschaft, Abenteuer, dunkle Geimnisse und Mächte, mit Spannung und Gefahr, aber auch Atmosphäre, tollen Figuren und toller Kulisse, die Krimi-, Mystery- und noch mehr Fantasyelemente enthält, mögen!
Nicht empfehlenswert
Beth is dead von Katie Bernet
Eine der March-Schwestern, Beth, wird tot aufgefunden. Und es ist sofort klar, dass es kein Unfall und kein Suizid war, sondern dass sie getötet wurde.
Die Familie will den Täter finden - doch alle Schwestern könnten es gewesen sein. Auch im weiteren Umfeld gibt es Personen, die ein Motiv haben und es gewesen sein könnten.
Hinzu kommt, dass der Vater vor einiger Zeit einen Roman über seine Töchter veröffentlichte - an dessen Ende Beth starb ...
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So weit, so gut. Klingt nach Spannung und dunklen Geheimnissen. Ein guter Thriller geht immer, und es ist immerhin ein New York Times-Bestseller - wobei ich hier schon hätte stutzig werden sollen, denn oft treffen New York Times-Bestseller nicht meinen Geschmack und ich frage mich, wie das betreffende Werk dazu werden konnte ... so war es leider auch hier.
Schließlich liebe ich Little Women und habe lange überlegt, ob ich Beth is dead lesen soll, da ich befürchtete, dass es den Zauber zerstören könnte. Tatsächlich ist genau das passiert.
Ich weiß nicht, ob ich es wirklich als Thriller bezeichnen würde, und es ist für mich auch eher ein Jugendbuch - eigentlich kein Problem, ich lese durchaus auch gerne mal ein Kinder- oder Jugendbuch. Aber sie müssen halt gut sein. Und das war hier leider nicht der Fall.
Der Schreibstil ist absolut durchschnittlich, ebenso Handlung und Figuren. Mir blieb von Anfang bis Ende alles viel zu blass und oberflächlich. Ich konnte keine wirkliche Verbindung aufbauen.
Ja, es war zwischendurch spannend, es gab immer wieder neue und andere Verdächtige, man dachte immer wieder: oh, DAS ist sicher Beths Mörder, bei den Vorgängern lag ich wohl falsch ... also man konnte wirklich miträtseln, Theorien entwickeln und wieder verwerfen ... es war bis zum Schluss offen. Das war es aber leider auch schon. Zumal es durchaus noch spannender hätte sein können.
Und die Auflösung ist für mich persönlich auch gleichzeitig der allergrößte Kritikpunkt, denn mit ihr war Beth is dead endgültig unten durch bei mir. Das war einfach total konstruiert und unglaubwürdig, konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Ganz im Gegenteil. Vorher fand ich die Geschichte noch durchschnittlich - dann aber einfach nur schlecht, misslungen.
Ich würde das Buch nicht noch mal lesen und kann es leider nicht empfehlen.











