Kunden em pfehlungen
Rezensionen von clematis:
Im Miethaus
Stunden wie Tage von Shelly Kupferberg
In einem Berliner Miethaus wohnt und arbeitet Martha E. Sie ist die gestrenge, aber gute Seele für vier Stiegen und hält auf sparsame und wirkungsvolle Weise Ordnung. Als die Nationalsozialisten erstarken und der jüdische Hausbesitzer flüchtet, übernimmt Martha E. die Verantwortung für das Haus und kümmert sich um die zurückbleibende Tochter Liane.
Nüchtern im Schreibstil und dennoch berührend, so begegnet man dieser Geschichte, welche zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht. Wir begleiten Martha über mehrere Jahrzehnte, lernen sie in unterschiedlichen Situationen kennen. Die nach außen hin oft hart und forsch wirkende Frau hat jedoch ein weiches Herz, weshalb sie sich auch während der Kriegsjahre um ihre Nachbarn kümmert. Mit leisen Tönen wird die schreckliche Zeit geschildert, wenige Figuren stehen im Mittelpunkt und stellvertretend für viele ähnliche Schicksale. Die Zeit nimmt ihren Lauf, der Krieg ist zu Ende und Martha ist immer noch auf ihrem Hausbesorgerposten, selbst in der Rente streift sie armselig und unauffällig durch die Gassen. Was sie in all den Jahren gesehen und erkannt hat, bleibt lange ein Geheimnis.
Knapp an Seiten und dennoch mit so vielen Details erzählt Shelly Kupferberg nach eingehender Recherche aus einer düsteren Zeit, schildert das Leben von Menschen, die wie du und ich gewesen und plötzlich mit unfassbarem Leid konfrontiert worden sind. Leseempfehlung!
Rezensionen von NT:
Wilde Hühner Romantik
Statt aus dem Fenster zu schauen von Anna Katharina Scheidemantel
Die Ausgangssituation im Buch ist eigentlich absurd. Ein Haus für 3000 Euro gekauft, ohne es gesehen zu haben, ohne Notar, ohne Heizung. Man fragt sich unweigerlich, ob das mutig oder einfach nur völlig überfordert ist. Wahrscheinlich beides. In „Statt aus dem Fenster zu schauen“ geht es aber eigentlich weniger um das Haus, als um das, was Sophie dorthin treibt.
Dieses Gefühl festzustecken: Studium, Praktika, Erwartungen, dieses diffuse „Da muss doch noch mehr sein“.
Die Geschichte nimmt sich Zeit. Sophie kommt langsam an, räumt aus, renoviert, denkt nach. Und genauso langsam liest sich das Buch auch. Ohne Tempo, ohne Druck, wir gehen leise mit. Für mich war das genau richtig. Es ist ein Buch, das man nicht schnell wegliest, sondern genießt. Dabei hat es etwas von dieser „Wilde Hühner“-Romantik. Dieses Gefühl von Aufbruch, von sich selbst irgendwie neu sortieren, ohne genau zu wissen wie. Gleichzeitig ist es sehr nah an unserer Realität. Gerade wir Millennials erkennen uns in diesen Gedankenspiralen wieder. Diese Unsicherheit, diese ständigen Vergleiche, dieses Gefühl, irgendwie nicht ganz da zu sein, wo man sein sollte.
Für mich war das ein sehr persönliches Buch. Kein großes Drama, keine spektakuläre Handlung. Aber viele kleine, ehrliche Momente, in denen man sich selbst erkennt.
Rezensionen von Bisco:
Eine schöne Aufarbeitung des Märchen vom Schwanensee
Verrat der Schwäne von A. B. Poranek
Das Buch ist ein Retelling von Schwanensee und greift viele der bekannten Motive und Symbole auf (Eule, Schwan, See oder Krone etc.). Gleichzeitig erzählt das Buch aber seine ganz eigene Version der Geschichte und entwickelt daraus etwas Eigenständiges.
„Verrat der Schwäne“ ist ein Retelling von Schwanensee.
Bekannt als das weltberühmte russische Ballett, ist die Grundlage ein Märchen bzw. alte Volkssagen, welche noch älter sind. Die Grundlegende Geschichte ist daher eine junge Liebe, Magie, Gut gegen Böse. Die Symbole des Originals in Form von Eule (Odile), Schwan (Marie) und der Krone sind gegeben.
Die Junge Odile ist als Kind von ihrem Ziehvater, dem Magier des Theaters, aufgezogen wurden. In einer Welt wo Magie verschwunden ist und Zauberer gejagt und getötet werden, darf niemand wissen, dass sie über goldenes Blut verfügt und somit eine Zauberin ist (wenn auch ohne Magie).
Bis vor 5 Jahren war sie noch mit der zukünftigen Königin Marie befreundet. Eine unschöne Geschichte in der Vergangenheit, hat die Freundschaft jedoch beendet. Ziel ist es nun für Odile an die Krone zu kommen. Denn ihr Ziehvater will die Magie wieder freisetzten und der Welt wieder Farbe und Leben schenken. Denn das ist die Welt: Kahl, keine Blumen, keine Farben, trostlos.
So wird sie in den Palast geschmuggelt. Nur kurze Zeit später wird der König ermordet und Marie und Odile geraten zwischen dir Fronten. Wie in der Originalgeschichte, wird Marie zu einem Schwan und Marie muss ihr helfen und zugleich an die Krone gelangen.
Die Grundgeschichte ist nicht neu, sondern es macht die Idee aus, was man damit macht. Ich fand die Geschichte angenehm zu lesen. Es hat in seinem Schreibstil viel von einem Märchen und weniger von einem klassischen Fantasy-Buch. Dies ist ein absoluter Pluspunkt. Genauso, wie dieses wunderschöne Cover, welches meinen Blick immer wieder auf sich zieht.
Die Charaktere spielen ihre Rollen. Wobei Odile die treudoofe Tochter immens gut rübergebracht hat. Sie glaubt ihren Ziehvater jedes Wort und das, obwohl sie immer wieder selbst sagt, dass sie keine klassische Vater-Tochter-Beziehung haben, geschweige Liebe erfahren hat. Sie sieht, wie ihr Vater sie wie ein Puppenspieler manipuliert und lässt sich dennoch immer wieder drauf ein.
Marie die schöne Adelige, die den Prinzen heiraten soll, zeigt wie sehr sie sich gefangen fühlt und als Schwan, dass erste Mal im Leben Freiheit verspürt. Ihre Beziehung zu Odile gefiel mir sehr gut. Ich mochte sie auch bei weitem mehr als Odile.
Die weiteren Figuren sind mehr Nebenfiguren als Hauptakteure und machen ihren Job.
Die Geschichte ist nicht neu, aber sie ist schön verpackt. Vom Cover wie auch in ihrer Erzählung. Es gibt keine Überlängen, keine Wiederholungen und ein sauberer roter Faden. Eine schöne märchenhafte Geschichte, die man gut lesen kann.
Rezensionen von readpassion9:
super spannend
Bachelorette Party von Camilla Sten
Anneliese feiert ihren Junggesellinnenabschied zusammen mit ihren alten Freundinnen auf einer abgelegenen Schäreninsel. Das dort neu eröffnete Resort darf die Gruppe noch vor der Eröffnung nutzen, ein perfektes Angebot.
Tessas Leben ist momentan aus den Fugen, ihren True Crime Podcast ist sie los, ein Fehler wurde ihr zum Verhängnis.
Sie will beim Junggesellinnenabschied die Chance ergreifen und in einem Cold Case forschen: Vier junge Frauen verschwanden vor zehn Jahren spurlos, Tessa vermutet, dass sie auf genau dieser Insel verschwanden, auf der die Party steigt. Isle Blind.
Als das einzige Boot plötzlich von der Insel wegtreibt gehen bei Tessa die Alarmglocken an... zu recht.
Der Autorin gelingt es perfekt, die Atmosphäre auf der Insel sowie die Stimmung zwischen den Freundinnen einzufangen. Durch Rückblicke in die Vergangenheit erfährt man auch, was damals vor zehn Jahren wirklich passiert ist.
Die Spannung ist hoch, Cliffhanger verleiten dazu noch ein Kapitel zu lesen und noch eines. Ich habe die Story gespannt verfolgt und hatte eine Ahnung, die sich dann auch bestätigte. Nichts desto trotz konnte ich bis zum Ende mitfiebern.
Fazit: Spannender Thriller mit toller Atmosphäre.
Rezensionen von Petra:
Freundschaft und Akzeptanz
Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte von Barbara Rose
Der kleine Grimlin hat gelernt wie wunderbar Freundschaft ist. Er ist nicht mehr allein, hat immer jemanden zum Reden oder auch beim Wandern macht es mehr Spaß wenn ihn sein Vogelfreund Tirilli begleitet. Er hat auch Freunde die etwas weiter entfernt wohnen. Die Elfen und die Bewohner aus dem Zapfenwald sind auch dabei.
Nun wohnt im Wichteldorf ein Zauberer und die Wichtel haben Angst vor ihm, sie kennen ihn nicht und haben viele Vorbehalte. Das möchte Grimlin ändern, vor allem als Tjelle verschwindet, da macht er sich auf die Suche nach ihm und lernt Schnappzahn näher kennen, der sehr bedrohlich aussieht und dann doch sehr nett ist.
Die Bilder sind sehr schön gestaltet. Man kann sich das Zuhause von Grimlin gut vorstellen genau wie die ganzen Freunde die sehr detailliert in freundlichen Farben gezeichnet sind.
Der Text ist schon etwas anspruchsvoller, für kleine Kinder etwas schwierig zu verstehen. Da denke ich das Alter von fünf bis sechs wäre eher zum Vorlesen geeignet.
Es wird auch sehr viel Bezug auf den Vorgängerband genommen. Wenn er bekannt ist, kein Problem dann kann man das beim Vorlesen gut einbinden. Ist das Buch allerdings unbekannt, wie bei uns, ist es da schon schwieriger.
Auch hat mich die plakative Beschreibung von Akzeptanz und Toleranz gestört Das war zuviel, das hätte etwas subtiler erwähnt werden können.
Rezensionen von PMelittaM:
Trent Dalton hat mich wieder überzeugen können
Lola im Spiegel von Trent Dalton
Seit es denken kann, ist das Mädchen mit seiner Mutter auf der Flucht, es kennt seinen Namen nicht, denn Namen sind gefährlich und könnten auf ihre Spur führen. Seit einigen Jahren leben sie in einem Autowrack in der Brisbaner Moon Street, zusammen mit anderen Getriebenen, wie das Mädchen sie nennt, alle obdachlos, haben sie hier eine kleine Familie gebildet.
Eines Tages passiert ein Unglück, und das Leben des Mädchens stellt sich auf den Kopf.
Vor ein paar Jahren las ich „Der Junge, der das Universum verschlang“, war total begeistert und wollte natürlich mehr von Trent Dalton lesen. Auch in „Lola im Spiegel“ wird aus der Ich-Perspektive erzählt, dieses Mal von einem namenlosen Mädchen, wieder sind die Verhältnisse, in denen die Hauptfigur lebt, schwierig, aber nicht ohne Menschen, denen sie sich anvertrauen kann. Einer davon ist ein junger, ebenfalls obdachloser Alkoholiker, den die Protagonistin als ihren besten Freund ansieht. Aber es gibt auch andere, in der Regel wie sie obdachlos oder besser wohnungslos, denn alle haben ein gewisses Obdach, ein Auto, eine Höhle, auf jeden Fall einen Ort, an den sie sich zurückziehen können. Neben den obdachlosen Nachbar:innen gibt es noch Lola, die das Mädchen hin und wieder in einem alten Spiegel entdeckt, eine junge Frau im roten Kleid, die zu einer Vertrauten wird.
Bei der Gelegenheit kommt der Autor auch auf die sehr große Wohnungsnot in der australischen Stadt Brisbane zu sprechen, Wohnungen sind rar, es gibt sehr viel weniger als benötigt werden. Das ist ziemlich erschreckend. Und in so einer Situation ist es auch nicht einfach, für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu können, zumal, wenn man wie das Mädchen und ihre Mutter namenlos auf der Flucht ist. Und so verzahnen sie sich mit einem anderen Submilieu Brisbanes, dem des Verbrechens. Die Mutter, und später auch die Tochter, arbeiten für ein Frau, die nicht nur einen Meeresfrüchte-, sondern auch einen Drogenhandel betreibt. Hoffen darf man trotzdem, und so hat auch das Mädchen seine Träume, sie ist künstlerisch sehr begabt, zeichnet, was sie erlebt,und wird daher im Roman auch immer wieder die Künstlerin genannt.
Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, einige davon recht skurril, aber die meisten haben auch ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen. Wir betrachten sie aus Sicht der Künstlerin, diese hat aber auch als Künstlerin eine gute Beobachtungsgabe.
Erzählt wird der Roman auf besondere Art. jedes Kapitel wird durch eine Zeichnung der Künstlerin eingeleitet, der Titel des Kapites ist sogleich der Titel der Zeichnung. Diese sehr ausdrucksstarken Zeichnungen hat Paul Heppell beigesteuert.
Fängt der Roman zunächst relativ gemächlich an, steigert sich nach und nach die Spannung, die letzten circa 100 Seiten habe ich regelrecht atemlos gelesen. Ich denke, der Roman wird aus mehreren Gründen noch länger in mir nachhallen.
Trent Dalton konnte mich wieder absolut überzeugen, eine spannende Protagonistin, mit der man mitfühlen kann, weitere interessante Charaktere, eine fesselnde Geschichte und ein guter Schuss Gesellschaftskritik ergeben einen sehr lesenswerten Roman, der sicher noch länger nachhallen wird.
Rezensionen von Streiflicht:
Ein Highlight
Das kalte Moor von Liza Marklund
Schon jetzt kann ich sagen, dass dieses Buch ein Highlight im Jahr 2026 sein wird. Klar, wir haben noch nicht mal den vierten Monat beendet, aber das Buch hat mich wirklich berührt und begeistert. Wiking Stormberg mochte ich schon im Vorgängerbuch "Der Polarkreis", dem Auftakt der Polarkreis-Trilogie, sehr.
Hier geht es größtenteils um ihn und seine Geschichte, seine Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft.
Wieder habe ich die düstere Atmosphäre dort oben im Hohen Norden sehr genossen. Ich mag Krimis und Thriller sehr, besonders liebe ich Nordic Noir. Schon seit Teeniezeiten, als ich den ersten Wallander-Roman gelesen habe, und mit jedem Buch der skandinavischen Autoren mehr. Schweden von seiner düsteren Seite, das passte perfekt zu langen Winter- und Vorfrühlingsabenden.
Nie hätte ich gedacht, was für eine verrückte und doch irgendwie plausible Geschichte hinter den Vorkommnissen damals im Moor und heute auf dem Raketenstützpunkt steckt. So war ich bis zum Ende voller Spannung und dann voller Begeisterung über die gelungene Wende. Mehr kann ich leider nicht sagen, weil ich hier definitiv Angst habe, was zu verraten. Nur so viel: Unbedingt lesen! Am besten zuerst Band 1, aber auch solo geht "Das kalte Moor" perfekt! Ich kann es gar nicht erwarten, Teil 3 zu lesen!
Rezensionen von cosmea:
Wem kann man noch vertrauen?
Das letzte Buch von Marceau Miller von Marceau Miller
Der Roman von Marceau Miller ist ein ungewöhnliches Konstrukt, denn der fiktive Autor ist zugleich der Protagonist des Romans, dessen Handlung jedoch zum Teil nach seinem Tod spielt. Marceau Miller ist ein überaus erfolgreicher Autor. Nach der Feier mit seinem Verleger zum Erscheinen seines neuen Romans verschwindet er spurlos.
Er liebt das Risiko, fliegt sein Privatflugzeug Savage Bobber und hat lange Zeit riskante Klettertouren ohne jede Absicherung gemacht. Seine Frau Sarah vermutet, dass er sein Versprechen, auf letztere zu verzichten, gebrochen hat und sucht ihn in seinem bevorzugten Klettergebiet. Sie findet seine Leiche unterhalb eines steilen Felsens. Sarah glaubt nicht an einen Unfall und beginnt ihre eigenen Ermittlungen zusammen mit dem pensionierten Polizisten Yves Reynaud und unterstützt von den engsten Freunden Alexis und Rollin Uldry und seiner Frau Karen, mit der sie einen Bootsverleih betreibt. Ein Brief von einer Bank informiert sie über eine große Summe Geld und das Manuskript von Marceaus letztem Buch in einem Tresor. Das rätselhafte Manuskript, das angeblich die Wahrheit über alle rätselhaften Ereignisse der Vergangenheit enthält, bleibt jedoch lange unauffindbar.
Der Leser begleitet die zutiefst verstörte und trauernde Sarah bei ihren Nachforschungen. Was sie herausfindet, lässt sie daran zweifeln, dass sie irgendjemand noch trauen kann. Sie hat das Gefühl, ihren Mann überhaupt nicht gekannt zu haben, und auch ihre Freunde haben sie betrogen und verraten. Fast jeder hat in dieser Geschichte etwas zu verbergen, und nichts hat sich so abgespielt, wie es schien. Obwohl Sarah sich verfolgt und beobachtet fühlt und sogar in Lebensgefahr gerät, obwohl die Medien allen Beteiligten das Leben schwermachen, gibt Sarah nicht auf, bis sie die Wahrheit kennt.
Ich habe den spannenden Roman sehr schnell gelesen und nicht nur die Handlungen mit unzähligen Wendungen, sondern auch Beschreibung der wunderschönen Landschaft am Genfer See auf der französischen und der Schweizer Seite genossen. Allerdings wirkt der Plot schon insgesamt etwas konstruiert und wenig realistisch. Eine dennoch empfehlenswerte unterhaltsame Lektüre.
Rezensionen von Streiflicht:
Düsteres Nordland
Kalt wie die Luft von Orjan N. Karlsson
Jakob Webers erster Fall ist zugleich der Auftakt der Nordland-Reihe. Das Buch spielt in Bodo und auf der abgelegenen Insel Rost, die zu den Lofoten gehört. Das Setting hat mir total gut gefallen, gerne hätte ich noch etwas mehr über die Region, die Natur und die Traditionen dort erfahren. Das düstere Flair der rauen Landschaft passt perfekt zu diesem Norwegen-Krimi, der eine tragische und ebenfalls düstere Geschichte erzählt.
Oder ist es ein Thriller? Beides steht auf dem Cover, da musste ich ein bisschen schmunzeln.
So oder so hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich habe das Buch gerne gelesen. Ich mag es, wenn in Romanen die Vergangenheit und die Gegenwart miteinander verschmelzen, sich wie zwei Stränge immer weiter umeinander drehen, bis sie eine stimmige Story ergeben. Genauso ist es hier mit dem Cold Case, der gruslige Parallelen zum aktuellen Geschehen zeigt.
Leider war für mich die Auflösung nicht ganz rund und es blieb ein offenes Ende, was ich auch nicht so gerne mag. Dennoch bin ich voller Erwartung auf den zweiten Teil der Serie und freue mich jetzt schon, mehr von Jakob Weber und seiner Partnerin Noora Yun Sande, die mir sehr gut gefallen hat, zu lesen.
Rezensionen von Dorsay:
Mauer des Schweigens
Wellengrab von Stefan Ahnhem
Ein plötzlicher Stromausfall an der Küste Schwedens hüllt alles in undurchdringbare Dunkelheit. Fabian Risk ist zu diesem Zeitpunkt mit seiner Tochter Matilda auf seinem Segelboot. Mysteriöse Fälle reihen sich ineinander, die möglicherweise mit dem Stromausfall zusammenhängen. Kinder werden entführt und ein Mantel des Schweigens schwebt über allem.
Fabian Risk und seine Kollegen stehen vor ihrem kompliziertesten Fall.
Ein kompakter, vielschichtiger Krimi, voller Wendungen, packend bis zum Schluss. Gewalttätige, grausame Protagonisten, die einem das Fürchten lehren. Brutalität, der einem den Atem nimmt. Über 600 Seiten starkes Spannungserlebnis, das zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt, lange Lesenächte inbegriffen. Klarer packender Schreibstil fesselt ungemein und man kann kaum mit dem Lesen aufhören.











