Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Carolin:
Tolle Inspiration
Sunny Baking Time von Theresa Haubs
Das Buch hat bei mir große Freude geweckt, mich hinter die Rührschüssel zu stellen und einfach loszubacken! Das Buch bietet vielfältige und sehr ansprechend aufbereitete Rezepte. Die Bilder und Rezepte sind liebevoll aufbereitet mit zur Zielgruppe passender Sprache. Dies ist zwar nicht ganz meins, hat mich aber auch nicht gestört.
Die Aufmachung des Buches ist ein echter Hingucker, sehr detailreich verziert. Insbesondere gefallen mir die Playlist des Buches und die Tipps zu Beginn. Die Playlist ermöglicht es, sich beim Backen in eine sommerliche Stimmung zu versetzen und bringt zusätzlich Spaß. Die Hinweise am Anfang finde ich sehr hilfreich. Hier gibt es Tipps und Tricks, was zu tun ist, wenn mal der Kuchen anbrennt oder etwas zerbricht. Genauso findet man hier Möglichkeiten, die Rezepte vegan oder laktosefrei entsprechend den individuellen Wünschen umzugestalten. Insgesamt sehr zu empfehlen!
Rezensionen von Herwig Oberlerchner:
Kafka in Japan
Die Fabrik von Hiroko Oyamada
Die Fabrik
Wenn einem mitteleuropäische Bücher (Familien- und Beziehungsgeschichten, Krimis lese ich nicht, Biographien …) zu monoton werden, dann lohnt sich der suchende Blick nach Asien, nicht umsonst war die Südkoreanerin Han Kang 2024 Nobelpreisträgerin und fasziniert mich Haruki Murakami nach wie vor.
Hiroko Oyamada legt mit ihrem Buch „Die Fabrik“ ein besonderes Buch vor. In einer ominösen Riesenfabrik an einem Fluss mit rätselhafter Fauna bestehend aus schwarzen Vögeln, Eidechsen und Nutrias werden drei junge Menschen neu eingestellt. Ihr wenig sinnvoller Tätigkeitsbereich, die Atmosphäre am Arbeitsplatz und die Einsamkeit dieser Menschen machen beklommen, erinnern an Kafka. Die Handlungs- und Zeitsprünge verschärfen die düstere und unheimliche Stimmung, die sich gegen Ende zuspitzt, als das Buch ins Surreale kippt.
Das Buch imponiert zuletzt unfertig, aus Textteilen zusammengefügt, bruchstückhaft. Absicht?
Rezensionen von LeserinLu :
Unspektakulär
Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher
Der Roman „Der Sommer, der uns blieb“ verbindet eine klassische Coming-of-Age-Geschichte mit einem zweiten Erzählstrang, in dem die Figuren als Erwachsene auf ihre gemeinsame Vergangenheit zurückblicken. Im Mittelpunkt stehen Britta, Pia und Martin, deren Freundschaft in ihrer Jugend endet und die sich Jahre später erneut mit den Folgen dieses Sommers auseinandersetzen.
Die Ausgangsidee hat mir grundsätzlich gut gefallen, auch die 90er-Jahre-Nostalgie in den Rückblicken mochte ich. Vor allem die Sprache und insbesondere die Dialoge wirkten auf mich aber oft zu hölzern. Häufig hatte ich das Gefühl, dass Gedanken und Gefühle eher erklärt als erzählerisch entwickelt werden, das klassische „Show, don’t tell“ wird hier aus meiner Sicht zu selten eingelöst. Hinzu kommen Passagen, in denen die Figuren sehr pathetische Lebensweisheiten formulieren, die eher aufgesetzt als authentisch wirken. Das hat mich beim Lesen immer wieder aus der Geschichte herausgebracht. Wer genau diesen Ton mag, könnte mit dem Roman aber durchaus mehr anfangen. Ein bisschen hat es mich an „Matilde und Marie“ erinnert.
Insgesamt bringt „Der Sommer, der uns blieb“ gute Ansätze mit, bleibt für mich aber hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wichtig noch zu wissen: Der Roman behandelt auch das Thema Krebs, was im Klappentext nicht deutlich wird. Hier hätte ich mir mehr Transparenz gewünscht.
Rezensionen von brauneye29:
Hat mir gefallen
Mirabellentage,1 Audio-CD, 1 MP3 von Martina Bogdahn
Zum Inhalt:
Der Pfarrer ist gestorben und damit gerät die Welt dessen Haushälterin Anna aus dem Gleichgewicht, was soll jetzt aus ihr werden? Doch erstmal muss die Beerdigung organisiert werden und auch der neue Priester empfangen werden. Und die Asche des verstorbenen Pfarrers soll auch noch ans Meer gebracht werden.
Dafür nimmt Anna dann Fahrstunden und dabei kommen immer mehr alte Erinnerungen hoch.
Meine Meinung:
Wir erfahren in dem Buch sehr viel aus dem Leben der Anna, die zu dem verstorbenen Pfarrer schon seit Kindertagen eine Freundschaft verband, erfahren viel wie das Leben im Dorf lief und wie schön das Landleben eigentlich war. Sie selbst hatte nie viel darüber nachgedacht, was für ein Leben sie sich eigentlich wünscht, sondern sie hat einfach gemacht und dabei auch sehr viel für den Pfarrer gemacht. Dann der Wunsch des Pfarrers dass seine Asche ans Meer gebracht werden soll, bringt schließlich eine Veränderung in Annas Leben. Eigentlich hatte ich erwartet, dass gerade die Fahrt ans Meer mehr Raum einnimmt, das war aber leider nicht so. Dennoch fand ich das Buch in seiner Gesamtheit ein schönes Buch, dass ich auch gut von der Autorin gelesen fand.
Fazit:
Hat mir gefallen
Rezensionen von JennifersBooks:
Cozy Fantasy und sympathische Charaktere
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Schon das Cover von “The House Witch” hat mich sofort angesprochen. Diese warme, detailreiche Küchenszene mit dem schlafenden Kater, den Kräutern, dem Feuer und all den kleinen Dingen, die man erst beim zweiten Hinsehen entdeckt, vermittelt sofort eine besondere Atmosphäre. Es wirkt einladend, magisch und gleichzeitig bodenständig – eine Atmosphäre, die mich sofort neugierig gemacht hat und perfekt zu dem passt, was ich mir von diesem Buch erhofft habe.
Das Cover verspricht eine Welt, in der Alltagsmagie und lebendige Figuren zusammenkommen, und genau das hält das Buch dann auch ein.
“The House Witch” hat mich von der ersten Seite an überrascht - im besten Sinne. Es ist Fantasy mit einem herrlich cozy Vibe, der sofort Nähe schafft, und gleichzeitig steckt so viel Handlung und Lebendigkeit darin, dass man immer wieder völlig im Geschehen versinkt. Besonders die Küche als zentraler Ort der Geschichte hat mich begeistert. Genau wie im echten Leben, wo sich bei jeder Party irgendwann alle in der Küche versammeln, wird sie hier zum Herzstück der Handlung: ein Raum voller Begegnungen, Humor, Spannung und Magie. Gleichzeitig gibt es im gesamten Buch so viele gut platzierte witzige Szenen, dass ich mich mehr als einmal wirklich abkugeln musste.
Die poetische Schreibweise trägt enorm dazu bei, dass ich tief in die Welt von Daxaria eintauchen konnte. Das Schloss, der Garten, die Küche, die alltäglichen Stimmungen der Menschen - alles entsteht so klar vor dem inneren Auge, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, mich tatsächlich durch diese Räume zu bewegen. Die Beschreibungen des Essens sind ein eigenes Highlight: sinnlich, atmosphärisch, köstlich. Ich hatte ständig Hunger und konnte mir jede Szene in der Küche lebhaft vorstellen.
Der Schreibstil ist von Anfang an zugänglich, lebendig und angenehm modern, mit einem feinen Humor, der die Szenen auflockert, ohne an Atmosphäre zu verlieren. Die Dialoge wirken natürlich und dynamisch und lassen die Figuren für mich noch nahbarer erscheinen. Die Mischung aus Alltagsmagie und warmem Erzählton schafft eine besondere Stimmung, die mir das Lesen unglaublich angenehm macht und dabei jederzeit fesselnd bleibt.
Auch der Figurenaufbau hat mich absolut überzeugt. Es gibt kein Schwarz‑Weiß, keine künstlichen Sympathien oder Antipathien. Beziehungen entwickeln sich langsam, Abneigungen und Freundschaften entstehen nachvollziehbar, und die Charaktere sind so unterschiedlich, dass man ständig neue Facetten entdeckt. Manche mochte ich sofort, andere hätte ich am liebsten geschüttelt, und wieder andere - wie die Königin - haben mich richtig mitfiebern lassen. Besonders Fins Vergangenheit hat mich tief getroffen. Zu lesen, was er durch seinen Vater ertragen musste, war bestürzend und macht seine Entwicklung umso beeindruckender.
Am stärksten hat mich jedoch die Beziehung zwischen Lady Annika und Fin berührt. Sie beginnt nicht mit einem schnellen Funkenflug, sondern mit Vorsicht, Misstrauen und kleinen Reibereien. Genau das macht sie so glaubwürdig. Ich konnte richtig spüren, wie sich etwas zwischen ihnen verändert, wie sie einander langsam näherkommen und sich ihre Beziehung Schritt für Schritt aufbaut. Am Ende fügt sich alles so stimmig zusammen, dass es sich wirklich verdient anfühlt.
Fazit: “The House Witch” ist für mich ein rundum gelungenes Wohlfühl‑Fantasybuch mit Tiefe, Humor, Action und einer Welt, die man nicht so schnell vergisst. Es hat genau die Art von Atmosphäre und Figuren, die mich beim Lesen wirklich begeistert haben. Für mich ein Buch, das seine fünf Sterne absolut verdient, und jetzt warte ich schon sehnsüchtig auf den nächsten Band der Reihe.
Rezensionen von JennifersBooks:
Leichter Frühlingsroman für Teenager
Picking Daisies on Sundays von Liana Cincotti
„Picking Daisies on Sundays“ ist für mich eine warmherzige, frühlingsleichte Romanze, die viele süße Momente hat und mich immer wieder zum Lächeln gebracht hat. Der Ton erinnert stark an Lynn Painter – humorvoll, sanft, unaufgeregt romantisch – und das rosa Cover mit Herzen und Blumen passt perfekt zur Stimmung des Buches.
Es geht um erste Liebe, ums Verliebtsein durch die rosarote Brille und um all die Unsicherheiten, die damit einhergehen. Genau deshalb halte ich die Geschichte für ideal für Teenager zwischen 12 und 15 Jahren, die sich gerade mit Themen wie erstem Schwarm, ersten Gefühlen oder erstem Liebeskummer auseinandersetzen.
Dani (von Levi Daisy genannt) ist eine Protagonistin, die viel mit sich selbst kämpft. Ihr Traum, Designerin zu werden, begleitet sie seit ihrer Kindheit, doch sie designt nie etwas für sich selbst, weil sie sich nicht schön genug fühlt. Ihr geringes Selbstbewusstsein, ihre Naivität und die ständigen negativen Gedankenspiralen ziehen sich durch das ganze Buch und waren für mich oft ermüdend. Gleichzeitig fand ich es schön zu sehen, wie sie langsam mutiger wird, sich mehr zutraut und beginnt, ihren Platz in der Designwelt einzunehmen. Diese Entwicklung ist leise, aber spürbar.
Levi dagegen wirkt auf den ersten Blick wie der perfekte Love Interest: freundlich, hilfsbereit, gutaussehend, französisch sprechend, liebevoll im Umgang mit seiner Familie. Erst nach und nach zeigt sich, dass er mehr Tiefe hat, als man zunächst denkt. Die gemeinsame Vergangenheit der beiden – verbunden durch den Verlust ihrer Väter – macht ihre Freundschaft glaubwürdig und emotional. Umso unnatürlicher wirkte für mich ihr Wiedersehen nach vier Jahren Funkstille. Es fühlte sich an, als wäre nie etwas passiert, niemand stellt Fragen, niemand wundert sich über die plötzliche Nähe. Auch Daisys spontane Zustimmung zum Fake‑Dating wirkte für mich nicht ganz nachvollziehbar, gerade weil sie Levi gedanklich immer noch Dinge von vor vier Jahren vorhält.
Ein Punkt, der mich besonders irritiert hat, war die Darstellung der Nebenfiguren. Fast alle Frauen im Buch scheinen Single zu sein und Levi anzuschmachten, was ihn noch stärker in diese perfekte‑Traumtyp‑Rolle drängt. Bella, seine Exfreundin, bleibt trotz ihrer Bedeutung für die Handlung erstaunlich blass. Gerade hier hätte die Geschichte viel Potenzial für Drama und Spannung gehabt, das leider kaum genutzt wurde. Der Mittelteil zieht sich dadurch etwas, weil sich Daisys Gedanken ständig wiederholen und der große Konflikt aus der Vergangenheit einfach nicht angesprochen wird.
Sehr positiv hervorzuheben ist dagegen Daisys Freundeskreis. Der Club, in dem jede Woche der „Promi‑Style der Woche“ gesucht wird, die kleinen Streitereien, die dort bleiben, die Frühstücksrotation der Designgruppe und die Art, wie Jia, Daisy und Gabe sich auf Dates gegenseitig im Blick behalten und aus unangenehmen Situationen retten – all das hat dem Buch viel Charme und Wärme gegeben. Diese Freundschaften wirken authentisch, unterstützend und zeigen, wie wichtig ein stabiles Umfeld gerade in jungen Jahren sein kann. Auch Levis französische Gedichte, die unauffällig in das Buch eingewoben sind, haben mir sehr gefallen und der Geschichte eine leise, intime Tiefe verliehen. Ich habe tatsächlich zurückgeblättert, um die Stellen noch einmal zu lesen.
Das Ende hat für mich vieles wieder ausgeglichen. Die Szenen zwischen Levi und Daisy sind süß, warm und versöhnlich, und obwohl ich mir zwischendurch mehr Tiefe und etwas mehr Mut zu Konflikten gewünscht hätte, hat mich der Abschluss mit einem guten Gefühl zurückgelassen.
Fazit: Eine süße, frühlingshafte Friends‑to‑Lovers‑Romance, die besonders für jüngere Leser:innen zwischen 12 und 15 gut geeignet ist. Trotz einiger Längen, Wiederholungen und unausgeschöpftem Potenzial überzeugt das Buch mit warmen Momenten, einem tollen Freundeskreis und einem liebenswerten Love Interest.
Rezensionen von JennifersBooks:
REM – Ein Horrortrip mit Sogwirkung
REM von Annika Strauss
„REM“ war für mich ein echtes Blind Date, weil ich weder Annika Strauss noch Sebastian Fitzek zuvor gelesen hatte. Vielleicht war genau das der Vorteil: Ich konnte völlig unvoreingenommen in die Geschichte eintauchen. Schon das Cover hat mich sofort gepackt – dieses schwarze Auge mit der gesprungenen Linse jagt mir jedes Mal eine Gänsehaut über den Rücken, sobald ich das Buch in die Hand nehme.
Die Handlung zieht einen ohne Umwege hinein. Die Rückblende in Alysees Vergangenheit wirft sofort Fragen auf, die einen durch das ganze Buch begleiten: Was haben ihr Vater und sein Freund erforscht, und warum verfolgt Alysee diese Angst bis heute so hartnäckig? Der Schreibstil ist leicht und flüssig, und ehe ich mich versah, war ich schon tief in der Geschichte. Die Sogwirkung ist enorm – man liest weiter und weiter, weil man unbedingt wissen möchte, was hinter all dem steckt.
Die Figuren bleiben insgesamt eher oberflächlich, was mich aber nicht gestört hat. Über Alysee und Nico erfährt man am meisten, während die anderen Charaktere zwar kurzzeitig wichtig sind, aber nicht wirklich Tiefe bekommen. Alysee wirkt auf mich wie eine starke Protagonistin, die trotz ihres Kindheitstraumas versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen und Pläne für eine bessere Zukunft schmiedet. Nico dagegen war mir von Anfang an unsympathisch. Es wirkt, als würde er Alysees Gutmütigkeit ausnutzen, gerade weil ihre Gefühle für ihn kompliziert sind. Die Entwicklung ihrer Beziehung fand ich etwas merkwürdig und emotional eher flach – aber es ist ein Horrorbuch und keine Romanze, daher ist das wohl eher mein persönliches Empfinden.
Besonders intensiv wird die Atmosphäre, als Alysee und Nico das alte „Hotel“ betreten, das Alysee geerbt hat. Der Verfall, die düstere Stimmung – all das bildet die perfekte Kulisse für das, was noch kommt. Die Nebencharaktere Amir, Dani und Mike verfolgen ihre eigenen finsteren Pläne, was zusätzliche Spannung erzeugt. Einige Szenen haben einen deutlichen Ekelmoment, etwa Amirs Erinnerung an die Straßenkinder oder Danis traumatische Vergangenheit. Das ist nichts für schwache Nerven, aber sehr wirkungsvoll eingesetzt.
Ab etwa 80 Prozent verliert die Geschichte für mich etwas an Kraft. Der Plot Twist kam zwar überraschend, fühlte sich aber ein wenig konstruiert an und nahm der zuvor aufgebauten Spannung den Druck. Bis dahin war das Buch für mich klar auf Fünf‑Sterne‑Kurs. Trotzdem bleibt „REM“ ein starkes, atmosphärisches und sehr gut lesbares Buch mit einem offenen Ende, das Raum für eine Fortsetzung lässt – und die würde ich definitiv lesen.
Besonders hervorheben möchte ich die Illustrationen von Jörn Stollmann. Sie sind düster, atmosphärisch und unglaublich ausdrucksstark. Die Zeichnungen zwischen Kapitel 35 und 36 haben mich besonders überrascht – dunkel, detailreich und unheilvoll, als würden sie die kommende Handlung vorwegnehmen.
Fazit: Ein düsterer, flüssig erzählter Horror‑Thriller mit beeindruckenden Illustrationen und einer Handlung, die einen packt und nicht mehr loslässt. Auch wenn der späte Twist nicht ganz mithalten kann, bleibt das Buch absolut lesenswert – und ich wäre einer Fortsetzung von Alysees Geschichte definitiv nicht abgeneigt.
Rezensionen von JennifersBooks:
Ein Buch, das mich persönlich sehr berührt hat
Pina fällt aus von Vera Zischke
Die fünf Sterne stehen für ein Buch, das mich auf eine Weise berührt hat, die selten vorkommt. “Pina fällt aus” beginnt mit einem Cover, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat: der müde, direkte Blick der Frau, der gleichzeitig herausfordert und einlädt, genauer hinzusehen. Die kühle blaue Farbgebung erinnert an Krankenhauslicht und an jene Momente, in denen man erschöpft ist und trotzdem wachsam bleiben muss.
Noch bevor ich den Klappentext gelesen hatte, fühlte ich mich in dieser Frau wieder – in ihrer Müdigkeit, ihrer Anspannung und ihrer ständigen Bereitschaft, alles zusammenzuhalten.
Im Roman setzt sich diese Intensität fort. Man ist sofort mitten in Pinas Alltag, in den vielen kleinen Handgriffen, den Ritualen und der ständigen Planung, die notwendig sind, damit der Tag mit Leo nicht aus dem Ruder läuft. Die Darstellung von Leos Gedankenwelt, besonders der Vergleich mit dem Automaten, hat mich tief berührt, weil er so treffend beschreibt, wie man manchmal den richtigen Mechanismus finden muss, damit etwas wieder funktioniert. Viele Szenen haben mich an meinen eigenen Alltag mit meiner Tochter erinnert – an die Supermarkt‑Momente, die fehlende Spontanität, die kostbaren Stunden Allein‑Zeit und die ständige Sorge, was passiert, wenn man selbst einmal ausfällt.
Gerade dieser Gedanke wird im Buch zu einem zentralen Thema, denn Pina fällt tatsächlich aus. Der Moment, in dem sie sich im Krankenhaus wiederfindet, ist ein Wendepunkt. Sie kämpft dort nicht nur körperlich, sondern auch innerlich. Es fällt ihr schwer, nicht ununterbrochen an Leo zu denken. Selbst während der Genesung kreisen ihre Gedanken darum, ob er zurechtkommt, ob er sicher ist, ob jemand seine Bedürfnisse wirklich versteht. Wie sehr sie selbst im Krankenhaus gedanklich bei ihm bleibt, ist so eindringlich geschildert, dass es mich beim Lesen tief berührt hat. Gleichzeitig wird deutlich, wie tief Pina in ihrer Verantwortung verwurzelt ist – selbst in Momenten, in denen sie längst an ihre Grenzen stößt.
Gerade deshalb ist ihre Entwicklung so bewegend. Pina muss lernen, sich auf andere zu verlassen. Sie muss akzeptieren, dass sie nicht alles allein schaffen kann, dass es Menschen gibt, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, und dass Leo nicht nur ihr Kind ist, sondern ein Mensch, der auch in anderen Herzen Platz findet. Der Moment, in dem sie sich eingesteht, künftig auf Leos „drei Vögel“ bauen zu müssen, ist einer der stärksten des Buches. Er zeigt, wie viel Mut es braucht, Hilfe anzunehmen – und wie befreiend es sein kann.
Zola ist dabei eine der Figuren, die mich am meisten überrascht haben. Unter ihrer Wut liegt eine enorme Einfühlsamkeit, die sich vor allem im Umgang mit Leo zeigt. Sie beobachtet, versteht intuitiv, reagiert richtig – und das, obwohl sie selbst kaum Halt bekommt. Ihre Entwicklung ist einer der emotionalsten Fäden des Buches, weil sie zeigt, wie viel Potenzial in einem Menschen steckt, dem niemand etwas zutraut. Gleichzeitig schmerzt es, wie wenig Anerkennung sie von ihrem Vater erhält, der weder zuhört noch versteht, was sie eigentlich braucht.
Inge ist eine Figur, die sich leise, aber kraftvoll ins Herz schleicht. Sie begegnet Zola ohne Vorurteile, hört zu, nimmt sie ernst und schafft damit einen Raum, in dem Zola sich öffnen kann. Ihre ruhige, klare Art und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, machen sie zu einem emotionalen Ankerpunkt der Geschichte. Gleichzeitig zeigt der Ärger um den Lebensnachweis, wie absurd bürokratische Hürden sein können und wie sehr sie Menschen belasten, die ohnehin schon viel tragen.
Wojtek hat mich ebenfalls berührt. Sein Verhalten wirkt an manchen Stellen so, als würde er selbst irgendwo auf dem Spektrum liegen, ohne dass es benannt wird. Es ist schön zu sehen, wie er durch Leo aufblüht und in der Nachbarschaft eine neue Rolle findet.
Der Roman macht sehr deutlich, wie verschieden Menschen mit Verantwortung umgehen. Manche wachsen daran, andere ziehen sich zurück oder blenden alles aus. Besonders schmerzhaft ist die Distanz mancher Figuren, die Pinas unsichtbare Arbeit nicht sehen wollen oder können. Gleichzeitig wirken die warmen Momente – gemeinsames Essen, kleine Rituale, gegenseitige Unterstützung – dadurch umso intensiver. Die Nachbarschaft mit ihren Geschichten, Problemen und kleinen Geheimnissen verleiht dem Buch zusätzlich Lebendigkeit und zeigt, wie sehr Leo die Menschen um sich herum verbindet.
Am Ende bleibt ein Gefühl von Aufbruch. Die Figuren stehen an einem Punkt, an dem neue Wege möglich werden, ohne dass alles auserzählt wird. Für Pina bedeutet das vor allem, dass sie sich selbst wiederfindet – nicht als jemand, der alles allein tragen muss, sondern als Teil eines Netzes, das sie hält. Dieses offene Ende fühlt sich ehrlich an, wie ein Moment des Durchatmens nach einer langen, schweren Zeit, in dem man spürt, dass Veränderung möglich ist.
Fazit: Ein zutiefst berührender Roman, der mit großer Sensibilität erzählt, wie sich Verantwortung, Erschöpfung, Liebe und Hoffnung im Alltag mit einem behinderten Kind anfühlen. Die Figuren sind vielschichtig, die Emotionen authentisch, und viele Szenen hallen lange nach. Für mich ein starkes, wichtiges Buch, das zeigt, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind – und wie viel Kraft in echter Verbundenheit steckt.
Rezensionen von Phija:
Perfekt, um seine Erkrankung kennenzulernen!
Dein Endometriose-Alltagshelfer von Lena Düsterhus
Nach einem zum Glück vergleichsweise kurzen Leidensweg habe ich vor ca. einem halben Jahr meine Diagnose Endometriose bekommen. Also bin ich noch ziemlich frisch dabei, mich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. Da gerade die Aufklärung meiner Ärztin etwas knapp ausfiel, hat mir der "Endometriose Alltagshelfer" doch nun einiges an Wissen sowie an Tipps mit an die Hand gegeben.
Der Ratgeber ist wirklich leicht verständlich und sehr ermutigend verfasst. Der Aufbau der Seiten ist sehr übersichtlich, ruhig, aber auch ästhetisch gehalten. Inhaltlich deckt er ein breites Spektrum ab, verbleibt hinsichtlich der einzelnen Themen jedoch etwas oberflächlich, was, um einen ersten Einblick in die Erkrankung zu erlangen, aber völlig in Ordnung ist. Dadurch hatte ich den Eindruck, dass der Ratgeber sich sehr gut dazu eignet, eine erste Richtung zu finden, welche einem Erleichterung verschaffen kann.
Ein großes Plus ist, dass immer wieder Expertinnen sowie Betroffene zu Wort kommen. Gerade diese Seiten spenden einiges an Hoffnung! Dadurch, dass diese "Info-Seiten" eher etwas verstreut im Buch sind, wird man davon auch nicht erschlagen.
"Dein Endometriose Alltagshelfer" ist ein wirklich guter Einsteiger-Ratgeber in dieses Thema, sowohl für Betroffene als auch für PartnerInnen!
Rezensionen von Cxicken:
Dem Teufelskreis entkommen
Schlaf von Honor Jones
Der Roman „Schlaf“ von Honor Jones ist eine großartig tiefe Geschichte über die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Die Erzählung streckt sich von der Kindheit der Protagonistin Margaret bis hin zum Tod ihrer Mutter, zu jenem Zeitraum sie auch schon selber Kinder hat.
Die Gestaltung spricht mich sehr an.
Das Cover zeigt wahrscheinlich das Haus Margarets Kindheit, in welchem sie einige Traumata erlebt hat und daher viel Geschichte mit sich bringt. Generell spielt das Haus eine sehr relevante Rolle in dem Roman. Insbesondere das Spiel mit Licht und Schatten als Stilmittel ist mir aufgefallen. Auch der Brombeerstrauch, der direkt im ersten Kapitel beschrieben ist, ist abgebildet.
Die Umsetzung des Themas betrachte ich als äußerst gelungen. Die behandelten Themen sind wirklich sehr tabuisiert und schwer zu besprechen. Es geht um Kindesmissbrauch, die Mutterrolle, Freundschaften und generell Geschlechterrollen. Auch durch die Wahl des zeitlichen Sprungs werden die Themen ausreichend behandelt. So kann man sehr gut eine Weiterentwicklung der Verhaltensweisen und das Aufbrechen von toxischen Erziehungsmitteln betrachtet werden.
Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht an irgendwelche Besonderheiten erinnern, was jedoch dafürspricht, dass es mich sehr abgeholt hat.
Margaret als Protagonistin ist sehr authentisch. Man kann sehr gut mit ihr mitfühlen und empfindet sie als sehr sympathisch. Fehler, die sie macht, habe ich ihr sehr schnell verziehen. Auch die anderen Charaktere sind authentisch.
Das Buch war sehr interessant für mich, da ich bisher noch nicht viele Geschichten über Kindesmissbrauch und die Perspektiven der Opfer gelesen habe. Ich denke, dass es sehr wichtig ist über solche Themen zu sprechen und sich dort hingehend zu sensibilisieren, damit man auch im eigenen Umfeld bei etwaigen ähnlichen Situationen schnell reagieren kann.











