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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Harakiri:

Pageturner

39 Grad von Quentin Peck

Eigentlich denkt man bei dem Buchtitel eher an einen Umweltthriller. Doch weit gefehlt. Was Quentin Beck hier abliefert ist Krimi vom Feinsten.
Ein irrer Killer tötet scheinbar wahllos Frauen. Kommissar Lukas Johannsen und Profilerin Berit Pernstein folgen seiner Spur. Doch der Mörder ist ihnen immer einen Schritt voraus.

Den entscheidenden Schritt. Am heißesten Tag des Jahres dann, kommt es zum Showdown.
Da man beim Morden hautnah dabei sein darf, sorgt das Buch für den einen oder anderen Schockmoment. Aber auch für schöne Momente, z.B. als Berit sich Timo annähert. Insgesamt ist das Buch wirklich spannend geschrieben. Von der ersten Seite an klebt man an den Zeilen und kann das Buch kaum weglegen.
Durch Rückblenden erfährt man als Leser etwas mehr aus der Vergangenheit und auch die hat es in sich.
Aber das Ende nehme ich dem Autor persönlich übel, wenn es auch realistischer ist, als wenn er es anders gelöst hätte.
Fazit der letzte Fall für Lukas Johannsen, aber ich bin gespannt, mit was uns der Autor als nächstes überrascht.

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Rezensionen von Kwinsu:

Fahr um dein Leben!

Grüne Welle von Esther Schüttpelz

Es gibt Bücher, die begeistern mich. Weil sie eingänglich geschrieben sind, einen besonderen Schreibstil vorweisen, eine berührende und / oder mitreißende Geschichte erzählen, die nachhallen. Und dann gibt es Bücher wie "Grüne Welle", die ich so feiere, dass ich am liebsten jede/r ein Exemplar in die Hand drücken und sagen möchte: Du musst das lesen!

Im Mittelpunkt steht eine Frau, später wird sie sich Amy nennen, die im Auto fährt.

Und fährt. Und fährt. Und sich denkt: wenn die nächste Ampel auf rot schaltet, kehre ich um. Doch es kommt keine rote Ampel, dafür aber immer mehr die Gedanken an ihr Leben, das so wie es ist, nicht gut ist. Ihr Mann ist herrisch, bestimmt über sie, schränkt sie ein, ja, eigentlich sperrt er sie ein. Nur einmal im Monat darf sie mit ihrer Freundin ins Kino gehen, muss aber gleich danach wieder heim kommen. Die Frau ist nur mehr ein Schatten ihrer selbst, nein, eigentlich ist sie gar nicht mehr sie, ihre Träume, ihre Pläne, alles vergessen, der Mann hat sie fest im Griff. Warum also nicht einmal planlos durch die Nacht düsen, die Gedanken schweifen lassen? Das Reh vor ihrem Auto wollte es anders und bringt eine Begegnung mit zwei Tramperinnen mit sich. Im Gespräch mit ihnen erinnert sich die Frau wieder an sich selbst, an ihre Kunst, an das selbstbestimmte Leben, dass sie einmal hatte.

Wie genial Ester Schüttpelz sich an das Thema häusliche Gewalt annähert, ohne belehrend, zu offensichtlich oder zu plakativ zu sein, zeigt sich vor allem an der Wahnsinnssprache. Sie setzt unterschiedliche Stilmittel ein um die Universalität des Themas häusliche Gewalt aufzuzeigen: die Frau bleibt lange nur die Frau; nur kurz, als sie die vertiefenden Gespräche mit den Tramperinnen führt und für einen Augenblick zu sich selbst zurück findet, wird sie wieder Amy - eine eigenständige Person, ein Mensch mit Talenten, Träumen und Hoffnungen. Im Schutze der Anonymität ist sie das unsichtbare Opfer, Gefangen in einem Käfig, der beherrscht wird von dem Mann, der sie als Besitz ansieht. Außerdem nutzt die Autorin Symbolik als starkes Element der übertragenen Situationsbeobachtung. Der plötzliche Stopp, den sie durch das Reh einlegen muss, steht der rasanten, unaufhaltsamen Autofahrt, die eigentlich eine Flucht ist, diametral entgegen, bringt sie jedoch in weiterer Folge für einen kurzen Moment zur Rückbesinnung auf sich selbst. Das Reh ist tot, wie sie selbst, doch sie will es noch nicht ganz gehen lassen.

Die Gewalt, die die Frau in allen Facetten erleben muss, wird nie so wirklich direkt beschrieben, aber feine Andeutungen lassen eine/n beim Lesen wissen, wie der Hase läuft. Ihre - mittlerweile einzige - Freundin, weiß nichts, vermutet aber viel, hat das richtige Gespür und droht Gefahr sich vom Mann täuschen zu lassen. Und die Frau selbst - bis zum Schluss wissen wir nicht, ob sie die Kraft aufwenden wird können, um sich zu befreien.

"Grüne Welle" betört mit einer Tiefgründigkeit, einer distanzierten Sprache und der Intensität der gefühlten Berührung, die sich oft in Form von Beklemmung und Atemlosigkeit Luft schafft. Für mich ist der Roman definitiv ein Jahreshighlight, mit dem ich mich noch des Öfteren beschäftigen werde.

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Rezensionen von Kwinsu:

Erstaunliches aus 1908

Das Tränenhaus. Roman von Gabriele Reuter

Cornelie ist schwanger, doch da sie nicht verheiratet ist, bedeutet das für sie: Schande. Auch ihr gebildeter Hintergrund unterscheidet sie nicht vor den gesellschaftlichen Werten, die tief im Patriarchat verwurzelt sind. Und so zieht sie in das "Tränenhaus", eine Einrichtung, geführt von einer strengen Regentin, in der unverheiratete Frauen ihr Kind im Geheimen zur Welt bringen.

Erst ist Cornelie zurückhaltend, will ihre Ruhe, ist sich ihrem Stand gewiss, doch bald schon sieht sie die Gleichheit und die tiefe Solidarität, die sie mit den anderen Frauen verbindet, wird zu einem starkem Band des Zusammenhalts.

"Das Tränenhaus" ist ein erstaunlich feministischer Roman aus dem Jahr 1908, der viele fortschrittliche Gedanken aufzeigt, die man so nicht unbedingt erwarten würde. Die Autorin Gabriele Reuter war ihrer Zeit weit voraus und versuchte selbst, ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu führen. All das verarbeitete sie in diesem von Reclam neu herausgegebenen Buch. Die Protagonistin äußerst Gedankenwelten, die einem für diese Zeit nicht nur fortschrittlich, sondern teilweise auch gefährlich erscheinen. Sie will sich nicht unterordnen, will sich an keinen Mann binden, ist überzeugt davon, es auch alleine zu schaffen. Cornelie philosophiert über ihre Selbstermächtigung, steht den anderen Frauen bei, ist stark und emotional zugleich, wirkt in ihrer Rolle als bildungsbürgerliche Frau authentisch und doch so anders als erwartet.

Ein weiterer erstaunlicher Aspekt ist die Charakterschärfe, die die Autorin all den fiktiven Figuren zukommen lässt. Keine ist wie die andere, die eine naiv, die andere verzagt, doch die gemeinsame Ausgrenzung schweißt sie zusammen. Die Charaktere wirken so authentisch und andererseits bildhaft gestochen scharf, dass man stellenweise glaubt, man sehe eine Dokumentation über diese Frauen. Ein besonderes Stilelement ist der schwäbische Dialekt, der einigen der Figuren in den Mund gelegt wird - spielt das Geschehen doch in der schwäbischen Provinz. Dementsprechend weist das Buch auch etliche humoristische Tendenzen auf, die das Leseerlebnis umso erfrischender machen. Verschwiegen darf allerdings nicht werden, dass die Sprache der Autorin ziemlich schwülstig und deshalb oft schwer verständlich ist, für mich zumindest.

Es ist nicht verwunderlich, dass Macht, Klassismus, Ausbeutung, Missbrauch, Gier und Frauenverachtung eine zentrale Rollen spielen, das Buch ist wie ein Spiegel der Zeit um die Jahrhundertwende. Das Patriarchat ist eine Bürde, das sowohl die Autorin, als auch ihre Protagonistin Cornelie nicht so einfach hinnehmen wollen. So fließt viel fortschrittliches und feministisches Denken in den Roman, auch wenn dieses beinahe ausschließlich der bildungsbürgerlichen Hauptperson zugeschrieben wird. Außerdem ist Cornelie eine sehr erfolgreiche Schriftstellerin, die europaweite Erfolge mit ihren Schriften über die Psyche der Frauen feiert. Bezeichnend, dass auch die Schriftstellerin Gabriele Reuter zu ihrer Zeit höchst populär war und im Zuge der männlich fokussierten historischen Literaturwissenschaften aus dem kollektiven Gedächtnis gedrängt wurde. Die Männerwelt bekommt zurecht ihr Fett weg, allerdings gibt es auch positive und ebenso fortschrittliche Männermodelle. Diese Differenziertheit im Gesamten überrascht, lässt eine aber auch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, denn wie dieser Roman zeigt: Utopien zu träumen, kann auch durchaus realistisch sein. Auch wenn es seine oder ihre Zeit dauert.

Mein Fazit: Das Tränenhaus ist ein erstaunlich fortschrittlicher Roman aus dem Jahr 1908, der Augen öffnen, in so vieler Hinsicht. Es ist ein Hohelied auf die weibliche Solidarität und den unbeirrbaren Glauben daran, dass sich eine Gesellschaft zum Positiven, zur Gleichheit hin entwickeln kann. Wir müssen nur daran festhalten.

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Rezensionen von Kwinsu:

Das große Schweigen

Ich möchte zurückgehen in der Zeit von Judith Hermann

Judith Hermann begibt sich auf eine Reise. Diese Reise ist eine Spurensuche mit undeutlicher Spur, ein Vorantasten an Vergangenes, an Ungesagtes, an Nichtkommunikation, an dem, was verschwiegen wird. Erst geht es nach Polen, genauer in den Ort Radom, wo einst Hermanns Großvater als SS-Funktionär stationiert war.

Die Gräueltaten, die er verrichtet hat, können nur erahnt werden, es gibt keine eindeutigen Beweise seiner Täterschaft, nur das Unausgesprochene. Hermann versucht in Radom nach Anhaltspunkten, die eine vergangene Existenz des Großvaters aufzeigen, findet dort aber mehr zu sich selbst, spürt die Wirkung der Stadt und die Begegnung mit den dortigen Menschen. Zwischendurch gibt es Telefonate mit der Mutter, die partout keine Fragen über ihren Vater beantworten will, sie weiß nichts mehr, will vermutlich nichts wissen. Hermann drängt und wird doch nicht schlauer.

Schließlich fährt sie zu ihrer Schwester nach Süditalien. Die beiden sind, wenn wir der Autorin glauben, wie Tag und Nacht, ihr Kontakt grundsätzlich kaum vorhanden, eine ständige Genervtheit umgibt sie in der gegenseitigen Kommunikation. Vor allem aber haben sie das Schweigen gemein, das sich scheinbar durch die Familiengeschichte zieht. Über dunkle Dinge, sei es die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft spricht man nicht, schon gar nicht vor den Kindern. Diese Scheuklappen sind symbolisch für den Umgang mit Unangenehmen, erkennt Hermann. Auch wenn sie diesen Schweigenskreislauf durchbrechen will, kommt sie nicht dagegen an. Dafür steht ein Karpfen, gefangen in einem kleinen Becken, der nur im Kreis schwimmen kann, sinnbildlich - ein Bild, eigentlich das einzige Bild, dass sich langfristig von diesem Buch in meinem Kopf festgesetzt hat.

Zum Abschluss folgt das große Finale des Schweigens, nämlich eine kurze Geschichte der Schwiegereltern, die auf Reisen gehen, bei ihrer Sollunterkunft aber nie ankommen. Die Sorge ist groß, man findet Spuren in Polen und plötzlich sind sie wieder da. Und genau: auch darüber wird nie gesprochen.

Ich hatte mir nach dem Lesen des Beschreibungstextes eine andere Geschichte erwartet: eine Spurensuche nach der Wahrheit, der bitteren Vergangenheit des Großvaters und seiner Mittäterschaft. Daweil steht das Schweigen im Mittelpunkt, gerahmt von Gedanken, Beobachtungen und Erinnerungen der Autorin oder der Figur - es ist unklar, was wahr ist und was fiktional. Ich konnte davon nicht alles nachvollziehen und das Buch hinterließ mich ob der differenten Erwartungen enttäuscht, auch wenn man der Autorin ein hervorragendes und einnehmendes Sprachgefühl attestieren muss. Für viele, die dieses Hintreiben der Sprache, das Philosophieren über die Welt und die scharfen Beobachtungen zur Kommunikation, oder vielmehr der Nichtkommunikation, genießen können, ist "Ich wollte zurückgehen in der Zeit" bestimmt ein ansprechender Lesegenuss. Mich hinterlässt das Buch jedoch recht unbeeindruckt.

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Rezensionen von Kwinsu:

The inner circle of politics

Die Stockholm-Protokolle von Moa Berglöf; Joakim Zander

Julia wurde als Politikjournalistin abgesetzt, nachdem sie durch eine Aufdeckung eine Ministerin zum Rücktritt zwang. Dass sie dem Politikzirkus näher bleibt, als ihr lieb ist, verdankt sie ihrem Partner Alfred, der unerwartet zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten berufen wird. Doch Julia kann es nicht lassen und jagt nach einem brisanten Hinweis der Aufdeckung eines Politikskandals hinterher, der die gesamte Regierung zum Platzen bringen könnte.

Und auch Alfred erkennt, dass die Politikwelt nicht nur mit lauteren Mitteln arbeitet. Es beginnt eine rasante Spurensuchen nach Wahrheiten, die das Leben ihrer gesamten Familie bedrohen.

Die Stockholm-Protokolle der beiden Autoren Moa Berglöf und Joakim Zander zeichnen ein erschreckend realistisches Bild der Politikwelt, welche gezeichnet ist von aufstrebenden und egozentrierten Persönlichkeiten, die durch ihr scheinbares Charisma von ihren eigentlichen Zielen ablenken: dem absoluten Machtstreben. Nicht überraschend sind diese männlich. Im ersten Drittel des Romans erfolgt eine Einführung der verschiedenen Figuren, die in Anbetracht der aktuellen Weltlage und ob der erschreckenden Nachvollziehbarkeit für mich nicht immer leicht verkraftbar waren. Außerdem habe ich diesen Teil stellenweise auch als langatmig empfunden. Im zweiten Drittel nimmt die Geschichte dann Fahrt auf und mir fiel es zunehmend schwerer, das Buch wegzulegen. Immer mehr schmutzige Details und Vermutungen kommen zutage. Im dritten Drittel wird es dann echt rasant und spannend, die Ereignisse überschlagen sich, ich war gefesselt und habe mich zunehmend gefragt, wie diese Geschichte in den immer weniger werdenden Seiten noch aufgelöst werden kann. Die Ernüchterung erfolgte am Ende: es gibt sie nicht, die Auflösung. Alles endet mit einem Cliffhanger, der uns die Fortsetzung des Buches ankündigt. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, trotzdem war ich enttäuscht, als die immer steiler werdende Spannungskurve wirklich senkrecht abfiel. Ein rundes Ende, das durchaus mit einem offenen und fortsetzungsverdächtigen Schlussakkord daherkommt - dagegen ist nichts einzuwenden. Trotzdem ist das für mich bei den "Stockholm-Protokollen" alles andere als rund. Es liest sich, als wäre die Geschichte komplett abrupt mitten unter der Erzählung abgebrochen worden sein. Und ohne Recherche war es für mich nicht klar und verständlich, dass es eine Fortsetzung geben wird. Das Ende hinterlässt mich frustriert ob der jähen Unterbrechung und diese Frustration überwiegt beinahe den Willen und die Lust, die Fortsetzung lesen zu wollen.

Was positiv hervorgehoben werden kann, ist, dass die Geschichte und die meisten Charaktere tatsächlich sehr realistisch anmuten. Politik ist kein Kinderspiel, es geht um Macht, Einfluss und die Hervorhebung der einzelnen Interessen. Auch die beiden Protagonist*innen Julia und Alfred sind glaubwürdig gezeichnet und die Dynamik zwischen der erfahrenen Politikjournalistin und dem naiven Newbie in der Politik ist authentisch und nachvollziehbar herausgearbeitet. Ab dem zweiten Drittel jedoch habe ich über einige sehr naive und unerfahren Wirkende Aktionen der Handelnden gestaunt, die dadurch etwas an ihrer Glaubwürdigkeit einbüßen. Teilweise sind sie so hanebüchen, dass ich mich gewundert habe, weshalb dies dem Lektorat nicht aufgefallen ist.

Trotz aller Kritikpunkte: ich habe das Buch, je weiter es fortgeschritten ist, wirklich gern gelesen. Die Art wie Skandinavier*innen Krimis und Thriller schreiben, beeindruckt mich ob der Realitätsnähe immer wieder. Und ich muss definitiv wissen, wie es mit Julia, Alfred und der aufgedeckten, dreckigen aber vertuschten Skandale weitergeht.

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Rezensionen von Petra:

Zwischen den Zeilen

Sepia 3: Sepia und der Fluch des Tintendrachen von Theresa Bell

Flohall wird von einem undurchdringlichen Nebel bedroht.. Selbst das Licht und Feuer haben keine Chance. Sepia, Nikki und Sancio wollen die Stadt retten. Sie haben eine Vorstellung wo sie hin müssen um das Herz von Flohall zu retten. Sie sind unzertrennlich obwohl das Abenteuer das gefährlichste sein wird das sie bestehen müssen.

Sie wechseln die Welten und kommen hinter das Geheimnis der Gründungsgeschichte.
Es waren alle drei Bände spannend und jeder für sich ein Erlebnis. Aber dieser hier ist wirklich der krönende Abschluss dieser Trilogie.
Sepia steht zwar durch die Tintenmagie an erster Stelle aber ihre beiden Freunde stehen ihr in Mut, Tatkraft, Überzeugungskraft und Intelligenz in nichts nach.
Diese Freundschaft überzeugt beim Lesen, die Abenteuer die die drei bestehen müssen sind voller Phantasie und stellen auch die Frage wie hat es so weit kommen können.
Der Tipp von anderen es steht auch noch etwas zwischen den Zeilen, ist für Buchdrucker und Buchbinder eigenartig. Aber er ist letztendlich der Richtige. Wie Sepia und ihre Freunde dahinter kommen und welche Konsequenzen sie daraus ziehen, ist detaillreich und verständnisvoll beschrieben. Am Ende siegt das Herz.

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Rezensionen von bookloving:

Die Vermessung der Sprache - Ein origineller, aber herausfordernder Roman

Schleifen von Elias Hirschl

Elias Hirschls neuer Roman "Schleifen" ist ein hochkomplexes, intellektuell höchst herausforderndes Werk von seltener Eigenwilligkeit, das geschickt zwischen Sprachtheorie, Gesellschaftssatire und absurdem Witz changiert.
Es quillt über vor originellen Einfällen, groteske Sprachspielereien, bissiger Ironie und subversiver Gesellschaftskritik.

Nach seinem viel beachteten Roman Content widmet sich Hirschl nun der Sprache selbst als Grundlage von Erkenntnis Verständigung und Macht, als Instrument der Kontrolle aber auch der Rebellion. Der Roman fordert uns durch seine sprachliche Virtuosität, die labyrinthischen Gedankenschleifen und philosophischen Exkurse heraus, belohnt uns aber auch mit einer Fülle an Ideen, schwarzem Humor und gedanklicher Schärfe.

Im Mittelpunkt steht zunächst die 1936 in Wien geborene Franziska Denk, eine passionierte Sprachforscherin mit einer merkwürdigen Krankheit. Sie entwickelt die Krankheitssymptome von historischen Seuchen und Leiden bis hin zu imaginären Gebrechen, sobald sie von ihnen liest oder hört. Ihre Begegnung mit dem lernt die den Mathematiker und Logikexperten Otto Mandl im Umfeld des Wiener Kreises bildet den Ausgangspunkt für ein für ein Gedankenspiel über Zeichen, Logik und die Grenzen der Verständigung. Gemeinsam suchen sie nach einer vollkommenen, „heilenden“ Sprache, die als Kommunikationsform ohne Mehrdeutigkeit und Ansteckung durch Irrtum oder Emotion dienen soll. Was zunächst mit der allmählichen Abschaffung der Schriftsprache als ein absurdes Gedankenspiel beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem überzeichneten, dystopischen Zukunftsszenario. Diese Welt kennt keine Worte mehr, Medikamente löschen Gedanken und Emotionen und stumme Extremisten übernehmen die Macht.
Mit spürbarer Freude an gedanklicher Übertreibung entfaltet Hirschl eine bitterböse Parabel auf den Zustand moderner Gesellschaften. So führt er uns die gesellschaftliche Verflachung und den Verlust kollektiver Vernunft in einer Welt vor Augen, in der Kommunikation zwar ständig stattfindet, aber absolut bedeutungslos ist
Vom esoterischen Ministaat „Wodot“ über totalitäre Pseudoreligionen bis zu einem Regime sprachloser Fanatiker spannt sich eine Satire, die in ihrer Überzeichnung erschreckend gegenwärtig wirkt. Hirschl seziert den Kult um Selbstoptimierung, die Ersatzreligion der Kommunikation und die naive Sehnsucht nach Eindeutigkeit in einer Welt aus Rauschen. Gekonnt zeigt er mit seiner satirischen Verdichtung auf, wie moderne Sinnsuche ins Sinnlose kippt. Gleichzeitig entlarvt er die Sprache der Wissenschaft und Kunst als ein hochkomplexes System, das sich als ein intellektuelles Perpetuum mobile der Selbstbezüglichkeit.im Kreis dreht. Geschickt demonstriert der Autor in der köstlich überdrehten Kafka-Episode, wie die irrationale Lust am Überinterpretieren jede Grenze zwischen Fakt und Fiktion verwischt und Analysewut selbst zur Krankheit werden kann.
Voller sprachlicher Finessen, überbordender Kreativität und humorvoller Ideen führt Hirschl uns durch ein beeindruckendes Kaleidoskop aus überschäumenden, provokanten Gedankenexperimenten. Fiktive Quellenangaben, anagrammatische Spiegelungen, mathematisch-linguistische Rätsel, ausufernde Fußnoten sowie die wiederkehrende, den Titel widerspiegelnde Schleifen-Metapher bilden ein dichtes Netz aus subtilen Anspielungen. Die Geschichte windet sich in Schleifen, reflektiert sich selbst, widerspricht sich und schafft gerade dadurch eine faszinierende Dynamik. Trotz aller der inhaltlichen Dichte bleibt dieser anspruchsvolle Roman erstaunlich unterhaltsam, getragen von pointierter Sprache, feinem Humor und einer fast spielerischen Intelligenz, und regt darüber hinaus sehr zum Innehalten und Nachdenken an.

FAZIT
Ein brillantes, überbordendes und zugleich beunruhigendes Sprachkunstwerk über Sinn, Wahn und die Macht des Wortes – ein Roman, der fordert, manchmal überfordert, aber all jene reich belohnt, die sich auf dieses vielschichtige Leseerlebnis einlassen und bereit sind, in seine endlosen Schleifen einzutauchen.

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Rezensionen von gerlisch:

Toxische Beziehung

This Story Might Save Your Life von Tiffany Crum

Joy und Benny sind beste Freund und betreiben gemeinsam einen erfolgreichen Podcast. Als Joy und ihr Ehemann plötzlich verschwinden, gerät Benny ins Visier der Polizei. Doch er lässt sich nicht unterkriegen und beginnt auf eigene Faust nach Antworten zu suchen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Joys und Bennys Sicht erzählt und durch Rückblicke in ihre gemeinsame Vergangenheit kommen immer mehr Geheimnisse ans Tageslicht.

Schon früh stellt sich die Frage: Was ist Lüge, was ist Wahrheit und wie gut kennen sich zwei Menschen wirklich?
Der Schreibstil ist fesselnd und Tiffany Crum lässt die Leserinnen und Leser tief in die Gedankenwelt ihrer Charaktere eintauchen, was Tiefe und Nähe zu den Figuren erzeugt.
Trotz der spannenden Grundidee fehlte mir stellenweise das typische Thriller-Feeling. Einige Szenen wirkten nicht ganz ausgereift und hinterließen Fragezeichen, für meinen Geschmack hätten sie besser ausgearbeitet sein können.
Dennoch hat mich das Buch als tiefgründige, emotionale Story über Freundschaft, Liebe, Macht, Geheimnisse und eine toxische Beziehung gut unterhalten.

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Rezensionen von Miro:

Wie der Vater, so der Sohn

John of John von Douglas Stuart

Im Zentrum des Romans steht John-Calum, genannt Cal, der auf den äußeren Hebriden aufgewachsen ist, als Sohn von John, großgezogen von seiner Großmutter Ella. Cal hat die Inseln zum Studieren verlassen, aber eine Arbeit findet er nicht. Als Ellas Gesundheitszustand nachlässt, wird er nach Hause gerufen.

Er kehrt zurück zu einem kargen Leben voll harter Arbeit. Schafzucht und Weberei prägen die Tage der Männer. Das Geld reicht vorn und hinten nicht und Cal hat einen Berg Schulden angehäuft während seiner Zeit in Glasgow.

Außerdem prägt die Kirche die kleine Inselgemeinschaft. Sie spendet Trost und Zusammenhalt, kontrolliert die Mitglieder allerdings auch genau. In presbyterianischer Strenge wird darauf geachtet, dass niemand aus der Reihe tanzt. Für Individualität und Freiheitsdrang, wie ihn Cal verspürt, ist hier kein Platz. Doch auch John hütet ein großes Geheimnis, das der Kirche nicht gefallen würde. Dadurch lebt er ein Doppelleben, dass ihn fast zerreißt.

Und auch Cal sollte zu einem Doppelleben gezwungen werden, denn seine Homosexualität kann er auf der Insel nicht ausleben. Vielmehr soll er seine Kindheitsfreundin heiraten, denn die hat sich in andere Umstände gebracht. Loyalität wird über das persönliche Glück gestellt und der Schein muss zwingend gewahrt werden.

Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist von Strenge und Härte geprägt. Sie lieben sich, reden aber kaum miteinander und wenn der Sohn nicht spurt, rutscht dem Vater schon mal die Hand aus. Schön ist das nicht! Doch wenn es drauf ankommt, sind die beiden doch füreinander da.

Diese Buch ist nicht ganz so hart wie Shuggie Bain oder Young Mungo, aber das karge Leben auf den äußeren Hebriden ist auch kein Zuckerschlecken. Diese Heimkehr ist für Cal eine Belastungsprobe nachdem er die Freiheit gekostet hat. In die Enge der Religion will er nicht zurückkehren, aber er ist bereit sich wieder in die Inselgemeinschaft einzugliedern. Er steht unter großem Druck und versucht trotzdem ein Stück weit seinen eigenen Weg zu gehen. Dafür mag ich Cal.

Und selbst John, mit seiner bigotten Strenge ist mir am Ende ans Herz gewachsen, denn auch er kann einfach nicht aus seiner Haut. Er hängt fest in seinen Traditionen und althergebrachten Strukturen. Das macht den Roman schließlich authentisch, denn so sind wir Menschen meistens.

John of John hat mir wieder gut gefallen, obwohl auch dies ein Buch ist, das nicht unbedingt gefallen will. Es ist schonungslos, manchmal kaltherzig und brutal und doch findet sich immer wieder ein Funken Hoffnung. Da ich es nicht so eindringlich wie die beiden Vorgänger empfunden habe, habe ich mich für 4 Sterne entschieden. Vielleicht ist das auch zu streng bewertet, aber es fühlt sich für mich richtig an. Empfehlen kann ich das Buch dennoch ohne Einschränkungen!

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Rezensionen von Daggy:

Niedliche Illustrationen und ein fantsastisches Bilderbuch

Frau Honig: Das ist Frau Honig von Sabine Bohlmann

Nach den Kinderbüchern von Frau Honig, wird uns hier die nette Kinderfrau in einem Bilderbuch vorgestellt. Mach dem sie auf dem Cover mit einigen ihrer Utensilien zu sehen ist, wird sie uns im Buch vorgestellt, neben ihrer Kleidung sind ihr Bienenkorb und der „Koffer mit Koffern“ zu sehen.
Und schon sausen Olli und Samy mit dem „fliegenden Teppich“ in Bad.

Die traurige Zoya badet in schönen Worten und im Dunkeln gibt es Schattenspiele mit der Taschenlampe. Socken-Memory ist ein Spiel, dass den Kindern einen Riesenspaß macht und ein Sockenmonster ist sicher nicht zum Fürchten. Wenn Frau Honig vorliest, werden die Figuren aus der Geschichte lebendig. Wer die Autorin Sabine Bohlmann bei einer Lesung erlebt hat, weiß, dass sie das auch beherrscht.
Ein wunderschönes Bilderbuch, dass durch die niedlichen Illustrationen schon kleinen Kindern eine fast klassische Bilderbuchfigur näherbringt. Das wird sicher ein Vorlesespaß!
Meine Enkelin, das Kinderbuch kennt, ist begeistert.

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