Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ameland:
Herzerwärmender Sommerroman
Sommerhimmel über dem Möwenhof von Frida Jacobsen
Als der alleinerziehenden Maren in München die Wohnung gekündigt wird, zieht sie mit ihren drei Kindern an die Nordseeküste zu ihrer Mutter und deren Schwester, die auf dem Möwenhof eine Pension betreiben. Der Neuanfang stand unter keinem guten Stern, denn es folgt eine Hiobsbotschaft nach der nächsten und auch in der Liebe scheint Maren das Glück nicht hold.
Ich habe Maren und ihre Familie von Beginn an in mein Herz geschlossen. Die Frauen gehen sowohl unter einander als auch mit den Kindern sehr liebevoll um. Probleme werden optimistisch angegangen, denn aufgeben kommt für die Frauen vom Möwenhof nicht in Frage. Apropos Möwenhof. Da möchte ich meinen nächsten Urlaub verbringen und zwar am liebsten sofort. Frida Jacobsen beschreibt dieses schöne Fleckchen Erde incl. der Ferienwohnungen so detailreich und atmosphärisch schön, dass es mir wie das Paradies auf Erden vorkam.
Beim Lesen merkt man mit wieviel Herzblut Frida Jacobsen dieses Buch geschrieben hat. Trotz einiger Unstimmigkeiten zwischen den Protagonisten strahlt die Geschichte Warmherzigkeit und Liebe aus. Mein Leseglück war perfekt, weil die Autorin ebenfalls Urlaubsstimmung und Nordsee-Flair zu mir transportieren konnte. Einen Haken hat dieser Roman allerdings: meine Sehnsucht nach Nordsee ist noch größer geworden – ich leide an Meerweh.
Meine Erwartungen an diesen Sommerroman wurden mehr als erfüllt und ich werde meine Augen nach weiteren Romanen der Autorin offenhalten.
Rezensionen von peppi:
Anita Berber
Der ewige Tanz von Steffen Schroeder
In seiner Romanbiografie "Der ewige Tanz" schreibt der Autor Steffen Schroeder über die Tänzerin und Schauspielerin Anita Berber.
Ihr war nur ein kurzes, aber sehr intensives, Leben vergönnt.
Der Roman spielt im Jahr 1928 . Anita Berber liegt im Bethanien-Krankenhaus in Berlin-Kreuzberg und schaut auf ihr bewegtes Leben zurück.
Obwohl sie erst 29 Jahre alt ist, ist ihr klar, dass dies ihre letzte Station sein wird. Sie hat ihrem Körper alles abverlangt. Es gab immer wieder Alkohol-, Drogen- und Gewaltexzesse, sowie wechselnde Liebschaften mit Männern ebenso wie mit Frauen . Sie war dreimal verheiratet. Aber ihre Skandale lockten das neugierige Publikum in Scharen an.
Dieser Roman bietet einen Einblick in die schillernde und auch tragische Welt von Anita Berber, die in den 1920er Jahren eine der bekanntesten Tänzerin war.
Leseempfehlung!
Rezensionen von Petra Gruber:
Vom Filmset in den Plattenbau und zurück
Achtzehnter Stock von Sara Gmuer
Ihr Leben hatte sich Wanda ganz anders vorgestellt. Sie lebt in einem Berliner Plattenbau und ist Alleinerziehend. Geträumt hatte sie von einer Karriere im Film-Business, sie hatte sich auf Premieren, am Set und auf Partys gesehen. Im Hof trifft sie die anderen Frauen, der etwas heruntergekommen Platte.
Aylins Mama zum Beispiel, die sich auch um Karlie, Wandas fünfjährige Tochter, kümmert, wenn Wanda jemanden braucht oder Ming mit den Zwillingen und dem Partner, der sie alles andere als gut behandelt.
Ihr letzter Dreh ist zwei Jahre her, und das war nur Werbung und trotzdem blickt sie auf die anderen herab, fühlt sich als etwas Besseres, weil sie zu stolz ist, um Bürgergeld zu beantragen und noch an ihre Ziele glaubt.
Als sich ihr eine Chance bietet, wieder einen Film zu drehen und sie noch dazu beginnt, den Co-Star zu daten, scheinen die Träume greifbar nahe.
Der Roman war sehr schlüssig erzählt, ich mochte, wie die Charaktere gezeichnet waren, die Lebensrealitäten geschildert wurden. Sowohl das Leben der Frauen in prekären Situationen als auch die Filmwelt wirkten sehr realistisch.
Wanda ist eine Kämpferin, gleichzeitig ist sie auch unglaublich stur. Wenn es dabei nur um sie selbst gehen würde, könnte ich das nachvollziehen. Aber ich fand auch, dass sie zum Wohle ihrer Tochter an einigen Punkten anders entscheiden hätte können. Ich muss ehrlich gesagt sagen, dass sie mich im Laufe der Geschichte teilweise auch genervt hat in ihrer Arroganz den anderen Bewohnerinnen des Plattenbaus gegenüber, Tey gegenüber (ihr Liebhaber, der ihr aber für eine „richtige“ Beziehung ebenfalls nicht genug war und auch in ihrer Sturheit, Hilfe anzunehmen, sich einen anderen Job zu suchen und dabei Karlie in Situationen zu bringen, die ziemlich traumatisch waren. Das wurde aber so gar nicht thematisiert.
Interessanter Roman, der aufzeigt, wie schwer es ist für Frauen und noch mehr für Mütter, wie nahe die Armut immer ist. Ganz warm geworden bin ich aber nicht mit den Beweggründen der Protagonistin.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Testleserin LENA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Schwaz)
Die Traumgänger - Aufbruch nach Deseo von Markus Heitz
Testleserin LENA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Schwaz)
In diesem Buch geht es um Finn, der durch einen Unfall leider im Rollstuhl sitzt.
Außerdem hat Finn eine besondere Gabe: Er kann seine Träume beinflussen. Aber als eines Nachts in Finns Traum die geheimnisvolle Sanja auftaucht, weiß er nicht mehr, was Wirklichkeit ist und was ein Traum.
Durch Traumkugeln, die Sanjas Großvater in seinem Labor hat, gelangen sie in die Traumwelt Deseo mit der Mission, Sanjas Eltern zu finden. Sie finden sich in einer Fabrik wieder und müssen die Materialien, die hier hergestellt werden, im Kampf gegen Wachen verwenden. Und dann? Auf nach Dunkelion!
Das Cover hat mich sehr angesprochen. Leider dauerte das Abenteuer nicht sehr lange, da es ein dünnes Buch war.
Ich empfehle es jedem weiter, der nicht so lange Geschichten mag, aber trotzdem einen Nervenkitzel will.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Testleserin LENA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Schwaz)
Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente von Ali Standish
Testleserin LENA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Schwaz)
In diesem Buch geht es um Arthur Conan Doyle, der mit seiner Mom, seinem Dad und seinen 5 Schwestern in einem kleinen Häuschen lebt. Als eines Tages ein Brief von dem geheimnisvollem Internat Baskerville Hall ankommt, wird Arthurs komplettes Leben auf den Kopf gestellt.
Von einem Luftschiff abgeholt, kommt der aufgeregte Arthur in Baskerville Hall an.
Dort lernt er seine Freunde Irene, Jimmie, Pocket und Grover kennen, die ihn von nun an begleiten werden. Aber es gibt noch das Kleeblatt, in das Arthur, Jimmie und Irene aufgenommen werden sollten, dabei müssen sie jemand anderen beschützen. Nämlich Sprotte, den kleinen Flugsaurier, den Arthur von Dr. Fernandez „geliehen“ hat. Doch noch jemand hat es auf Sprotte abgesehen. Die böse Lehrerin Frau Grey will Sprotte vernichten und sich in einer Maschine jünger machen. Wird es Arthur und seinen Freunden gelingen Grey zu stoppen?
Das Cover hat mich nicht so angesprochen, aber als ich es dann gelesen habe, war es doch ziemlich span-nend. Am besten hat mir persönlich das Ende gefallen. Ich empfehle es jedem weiter, der Action mag und auch etwas lernen möchte.
Rezensionen von Jule:
Starke zweite Hälfte
Achtzehnter Stock von Sara Gmuer
3,5 von 5
"Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer ist ein Buch, das mich erst ab der zweiten Hälfte so einigermaßen in seinen Bann gezogen hat. Das lag zum Teil auch an den Protagonisten, die wir begleiten. Aus der Sicht von Wanda erfahren wir, wie das Leben im Achtzehnten Stock eines Plattenbaus abläuft und wo sich das Glück finden lässt.
Für mich war es schwierig sich in der Geschichte zurechtzufinden. Dis lag vielleicht auch daran, dass alles aus der Sicht von Wanda geschildert wird und ich sie besonders zu Beginn super unsympathisch fand. Dazu ging es zwar oft um ihre Tochter Karlie, diese ist aber nie wirklich zu Wort gekommen und ihre Gefühle haben erst gegen Ende des Buches wirklich eine Rolle gespielt.
So blieb ich die gesamte Zeit etwas auf Distanz. Der Schreibstil ist dagegen rau, ehrlich, nah am Geschehen und nimmt zudem immer mehr an Fahrt auf, je länger die Geschichte dauert. So macht es auch von Zeit zu Zeit mehr Spaß, der Geschichte zu folgen.
Dennoch fehlte mir an gewissen Stellen die Tiefe. Alles ist sehr schnelllebig und zwischendurch bekam ich das Gefühl, dass Ideen nicht zu Ende gebracht wurden. Genug gute Ansätze sind vorhanden und wenn man zwischen den Zeilen liest, dann nimmt die Geschichte einen doch mehr mit als man denkt. Die Geschichte ist keinesfalls leicht, sondern hart. Ein Protagonist, der mir sympathisch gewesen wäre, hätte das Lesen angenehmer gemacht. So war, wie gesagt, besonders die erste Hälfte der Geschichte eine Herausforderung für mich.
Alles in allem hat Sara Gmuer es aber geschafft eine Geschichte zu schreiben, die im Kopf hängen bleibt und zum Nachdenken anregt. Es ist eine Empfehlung für alle, die sich mal in eine etwas andere Geschichte wagen und das Glück im Achtzehnten Stock finden wollen.
Rezensionen von ReiShimura:
Gute Ansätze aber für mich ein wenig zu idealisiert
Zehn wirklich wichtige Gespräche, die Kinder und Eltern wachsen lassen von Nicola Schmidt
Nicola Schmidt und ihr "artgerecht" Projekt sind mir natürlich ein Begriff. Bis jetzt habe ich aber um ihre Bücher einen großen Bogen gemacht. Die negativen Stimmen zu ihrem artgerecht Baby-Buch, vor allem jene, dass sie sehr dogmatisch ist und sich sehr negativ über Themen wie zum Beispiel das Nicht-Stillen (können) und Kaiserschnitt äußert haben mich abgeschreckt.
Wobei eines ihrer Kinderbücher, nämlich jedes zum Thema Streiten, habe ich gelesen. War ganz nett, aber konnte mich nicht wirklich überzeugen.
Trotz all meiner Bedenken habe ich mich dazu entschieden, dem vorliegenden Buch und seiner Autorin eine Chance zu geben. Aus dem einfachen Grund, dass mich das Thema interessiert und ich früher oder später in die Situation kommen werde, dass ich "solche" Gespräche mit meinem Sohn führen werde dürfen.
Jedes Kapitel des Buches widmet sich einem anderen Gesprächsthema und zusätzlich gibt es in den einzelnen Kapiteln noch eine Unterscheidung je nach Alter des Kindes. Denn logischerweise bespricht man die Themen mit einem Kleinkind anders als mit einem Schulkind oder einem Teenager. Die Auswahl der Themen fand ich sehr gut und ansprechend. Auch die Hinweise in welchem Alter die Kinder wie aufnahmefähig sind, zum Beispiel wie lang ein "ernstes" Gespräch mit einem vierjährigen dauern darf, haben mir gut gefallen.
Die grundlegenden Gedanken und Hinweise zu den einzelnen Themen waren für mich auch nachvollziehbar und verständlich. Zusätzlich dazu gibt die Autoren auch Praxisbeispiele an, wie so ein artgerechtes Gespräch ablaufen könnte oder in ihrem Fall eher sollte. Mit diesen Beispielen habe ich teilweise ein wenig zu kämpfen gehabt. Ich bin mir nicht sicher, ob es an mir als Person liegt oder daran, dass mein Sohn noch zu jung ist für die meisten Gespräche. Aber ich kann mir nur ganz schwer vorstellen, dass die Gespräche wirklich so ablaufen werden. Also bitte nicht falsch verstehen, nicht das ich mir das nicht wünschen würde. Natürlich ist das die ideale Wunschvorstellung, dass man als Elternteil mit seinen Kindern offen über alles reden kann und auch die Kinder offen demgegenüber sind. Denke ich allerdings an meine eigene Kindheit und Jugend zurück, habe ich da ganz andere Erinnerungen. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass meine Eltern nach Auffassung der Autorin nicht artgerecht mit mir gesprochen haben.
Ich habe durch das Buch auf jeden Fall einige gute Impulse und Denkanstöße bekommen und hoffe, dass ich diese auch in den Alltag mit meinem Sohn umsetzen kann. Ich vermute auch, dass ich zu gegebener Zeit das eine oder andere Kapitel noch einmal lesen werde, nämlich genau dann, wenn ich es in der Praxis wirklich brauchen werde. Ich bezweifle aber, dass ich es so entspannt und locker schaffen werde, wie es Nicola Schmid in ihrem Buch suggeriert.
Dies ist für mich auch der größte Kritikpunkt an dem Buch. Für meinen Geschmack ist alles ein wenig zu idealisiert und zu einfach dargestellt. Beim Lesen habe ich teilweise ein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich einige Dinge anders mache als die Autorin und u.a. meinem Kind keine Babyzeichensprache beigebracht habe. Für mich schwang beim Lesen immer ein wenig mit, dass der Weg der Autorin der einzig richtige ist, der Einzige, der eben artgerecht ist.
Trotz meiner Vorbehalte der Autorin gegenüber und meiner Kritikpunkte dieses Buch betreffend, würde ich es weiterempfehlen. Allerdings mit der kleinen Einschränkung, dass man sich hier gute Gedankenanstöße und Impulse holen kann, wie man "schwierige" Gespräche mit seinen Kindern führt, sich aber nicht schlecht fühlen soll, wenn die Realität von der idealen Welt, welche im Buch beschrieben wird, abweicht.
Rezensionen von Anndlich:
Fake Verlobung und ihre Folgen
Degrees of Engagement von Jennifer Hennessy
Bianca Dimitriou hat an unzähligen Feierlichkeiten ihrer Freunde und Familie teilgenommen, von Geburten bis zu Hochzeiten. Doch ausgerechnet als Bianca ihren größten Erfolg feiert, ihren Doktortitel, kommt niemand, um diesen Tag mit ihr zu feiern.
Voller Enttäuschung und wütend beschließt Bianca ihre eigene Verlobung zu Faken und das ausgerechnet mit ihrem grüblerischen Kommilitonen Xavier Byrne.
Doch sind da wirklich nur Scheingefühle im Spiel?
Degrees of Engagement von Jennifer Hennessy klang nach einem lustigen Roman, der an Autorinnen wie Emily Henry und Ali Hazelwood erinnert. Leider konnte mich jedoch bereits der Schreibstil nicht sonderlich umhauen, trotz seinem einfachen Aufbau fand ich ihn phasenweise sehr anstrengend, weswegen das Lesegefühl gemindert wurde.
Aber auch inhaltlich kam das Buch leider nicht wirklich bei mir an. Die Grundidee des Buches fand ich durchaus spannend, auch die Kombination STEM und Fake-Dating hatte seinen Charme, leider war für mich aber zu wenig aus dem STEM-Bereich wirklich wahrnehmbar und das Gefühl des ‚Fakes‘ ging auch sehr schnell abhanden.
Perspektivwechsel finde ich in vielen Genres hervorragend, in Romance Büchern nehmen sie mir häufig etwas besonderes weg. So auch hier und Xaviers Perspektive wirkte auf mich weniger authentisch. Trotz beider Perspektiven, bleiben die Charaktere auch eher oberflächlich, dafür gibt es eine Menge und deutlich zu viel spice.
Degrees of Engagement konnte mich leider nicht von sich überzeugen.
Rezensionen von Marie aus E.:
Irland und Frauenleid
Coast Road von Alan Murrin
Das Buch ist schon optisch eine Augenweide. Der Schutzumschlag mit der aufgerissenen Tapete und den typischen irischen Cottages, so schön. Und dann die Überraschung: auch unter dem Schutzumschlag geht das Motiv weiter. Ob ich schon im Januar das schönste Cover des Jahres gefunden habe?
Aber nun zum Inhalt.
Da hört die Idylle nämlich sofort auf. Es geht um Colette Crowley, die Mann und Kinder und ein idyllisches Küstenstädtchen in Irland für ihren Geliebten verlassen hat. Das ging schief und nun ist sie zurück - und das Getratsche im Städtchen kennt keine Grenzen.
Ihr Mann verweigert den Kontakt und auch ihre Kinder kann sie nicht sehen.
Als Schriftstellerin gibt sie Schreibkurse und zwischen einer Teilnehmerin und ihr entsteht eine Bekanntschaft, Freunschaft wäre vielleicht etwas zu viel. Bis sich die Ereignisse überschlagen.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, die Handlung spielt vor 200 Jahren. Mir war nicht klar, dass es in Irland noch nicht mal 30 Jahre her ist, dass die Möglichkeit einer Scheidung eingeführt wurde.
Die Frauen in der Geschichte sind alle eher passiv, ertragen ihr Elend. Und dann wieder sehr, sehr wütend.
Die Männer hingegen sind bis auf den Pfarrer durchgehend selbstherrliche und wahrlich unsympathische Zeitgenossen.
Das Buch ist keine einfache Kost. Es liest sich zwar leicht, ist aber heftig in seiner Aussagekraft.
Die Moral von der Geschichte der Frauen ist…Nein, das kann ich nicht verraten, das wäre gespoilert.
Jedenfalls kam mir die Handlung nach Beendigung des Buches gar nicht mehr wie aus einer längst vergangenen Zeit vor, sondern sehr aktuell.
Für fünf Sterne hat es nicht ganz gereicht, weil es sich für meinen Geschmack gegen Ende hin etwas gezogen hat. Trotz der rasanten Entwicklung.
Aber auf jeden Fall ein aufwühlendes und sehr lesenswertes Buch mit stark gezeichneten Charakteren.
Rezensionen von BarbaraM:
Von lauten Treppenhäusern und ehrlichen Entschuldigungen
Entschuldigung! von Madlen Ottenschläger
"Entschuldigung" von Madlen Ottenschläger, mit Illustrationen von Mareike Ammersken, ist ein wunderschönes Bilderbuch aus dem Carlsen Verlag, das sich mit einer wichtigen Frage beschäftigt: Wie entschuldigt man sich richtig?
Theo und Sibel wohnen in einem Mehrparteienhaus und rennen mit ihrem Ball lautstark die Treppe nach oben.
Dabei passieren allerlei Missgeschicke – und natürlich ist es mit dem Ball viel zu laut! Schließlich wird Nachbarin Antje aus ihrem Schlaf gerissen. In der Fantasie der Kinder verwandelt sie sich vor Wut in einen fauchenden, gelben Drachen!
Doch am Ende zeigt sich: Nicht nur Kinder machen Fehler – auch Erwachsene. Antje merkt, dass sie vielleicht etwas zu laut geschimpft hat, und entschuldigt sich schließlich selbst bei Theo und Sibel. So vermittelt die Geschichte auf spielerische Weise, dass eine echte Entschuldigung von Herzen kommen muss – egal, ob von Groß oder Klein.
Besonders gelungen ist, dass die kleinen Leser aktiv in die Geschichte einbezogen werden. Durch gezielte Fragen im Buch werden sie angeregt, selbst über das Entschuldigen nachzudenken.
Uns hat auch das schönes Detail am Ende der Geschichte gefallen: Theo und Sibel ersetzen die zerbrochene Flasche Hafermilch vor Familie Levy Haustür durch eine neue. Das zeigt, dass eine Entschuldigung nicht nur aus Worten, sondern auch aus einer netten Geste bestehen kann.
Auch die Gestaltung ist ein echtes Highlight: Jede Etage des Hauses hat ihre eigene Farbe, sodass Kinder beim Lesen genau sehen können, wo Theo und Sibel sich gerade befinden. Die liebevollen und detailreichen Illustrationen von Mareike Ammersken bringen die Geschichte zum Leben und laden zum Entdecken ein.
Fazit: Ein warmherziges, humorvolles und lehrreiches Bilderbuch über das Entschuldigen – mit einer tollen Geschichte, Mitmach-Fragen und einem brüllenden Drachen! Absolut empfehlenswert!










