Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lena:

Ein Buch wie eine schnurrende Kuscheleinheit

Die Magnolienkatzen von Noriko Morishita

Noriko und ihre Mutter leben seit der Vater gestorben ist gemeinsam unter einem Dach. Als sie eines Morgens in den Garten schauen hat eine Straßenkatze auf dem Stumpf einer Magnolie fünf kleine Kätzchen zur Welt gebracht. Beide Frauen sind keine großen Katzenfreunde und versuchen mit großen Bemühungen die Katzenfamilie wieder loszuwerden.

Nach und nach wachsen Katzenmama Mimi, der kleine Tarō und seine vier Geschwister Noriko jedoch ans Herz. Auch ihre Mutter kann sich schnell kein Leben mehr ohne die kleine schnurrende Katzenfamilie mehr vorstellen und so dürfen die fünf Fellnasen in das Haus einziehen. Und mit ihnen zieht das Glück in ihr Haus ein.

Noriko Morishita hat mit diesem Buch eine Hommage an ihre schnurrenden Fellfreunde verfasst und ich habe mich beim Lesen jede Sekunde richtig behaglich gefühlt. Es hat mir großen Spaß gemacht zu lesen wie sich das Leben von Noriko ab dem Zeitpunkt des Einzugs von Mimi und ihren Katzenkindern so positiv verändert hat und auch ihre Einstellung zum Leben ist eine ganz andere geworden. Ich bin selbst Katzenmama und konnte mich mit jeder einzelnen Seite identifizieren und habe mir bei manchen Passagen gewünscht, auch mal das flauschige Fell von Mimi streicheln zu dürfen oder den ängstlichen Tarō hinter den Ohren zu kraulen. Außerdem finde ich es richtig toll, dass ich tatsächlich noch das ein oder andere über Katzen lernen durfte. Der Schlusssatz: „Das Glück liegt nicht in weiter Ferne, sondern im Hier und Jetzt.“ hat mich nachhaltig zum Nachdenken und Reflektieren gebracht. Ein Buch wie eine dicke, schnurrende Umarmung! Für jeden Katzenliebhaber zu empfehlen, aber natürlich auch für alle anderen. Jeder braucht eine Mimi oder einen Tarō in seinem Leben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lena

Rezensionen von Carolin:

Enemies to lovers mit leichten Schwächen

The Serpent and the Wolf von Rebecca Robinson

Das Cover des Buches hat mich sofort neugierig gemacht. Die Geschichte startet spannend, da man direkt in das Geschehen geworfen wird. Das Buch kann die Spannung weitestgehend das gesamte Buch aufrechterhalten, jedoch gab es für mich einige leichtere Schwächen.
Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptprotagonisten hat sich für meinen Geschmack zu langsam entwickelt.

Hier hätte ich mir eine etwas schnellere Entwicklung gewünscht. Wenn man allerdings Slow Burn Geschichten mag, dann ist man mit diesem Buch genau richtig. Die Beschreibungen des männlichen Charakters passten für mich nicht immer zu seinem Verhalten. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, um die Handlungen besser nachvollziehen zu können.
Das Reihe hat auf jeden Fall Potential und ich hoffe, Band zwei kann meine Erwartungen erfüllen. Ich freue mich auf den Nachfolger!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Carolin

Rezensionen von brauneye29:

Kurzweilige Unterhaltung

In einem Zug von Daniel Glattauer

Zum Inhalt:
Eduard ist mit seiner Frau schon lange glücklich verheiratet. Er ist erfolgreicher Autor von Liebesromanen, hat aber die Lust verloren von seiner Liebe etwas preiszugeben und ist deshalb unterwegs zu einem unangenehmen Termin. Eine Zufallsbekanntschaft im Zug stellt im ungeniert die indiskretesten Fragen, lässt kein gutes Haar an langen Beziehungen, will aber alles darüber wissen.

Meine Meinung:
Diese unerwartete Begegnung im Zug bringt es mit sich, dass sie zeitlich begrenzt ist, wobei ich zunächst den Bestsellerautoren schon recht überheblich gefunden habe und auch arg von sich überzeugt, aber die Dame lockt ihn immer mehr aus der Reserve, so dass die Gespräche auch sehr viel interessanter wurden. Irgendwann hatte man dann das Gefühl, jetzt kann nicht mehr wirklich viel kommen und der Autor Glattauer versteht es, doch noch eine Wendung zu finden. Ich hatte die Hörbuchversion und Herr Berkel liest mal wieder sehr gut.
Fazit:
Kurzweilige Unterhaltung

im Shop ansehen weitere Rezensionen von brauneye29

Rezensionen von fantasia:

zäh und ermüdend

Heimweh im Paradies von Martin Mittelmeier

Wer sich für die Zeit des Nationalsozialismus interessiert und insbesondere für die Literatur jener Epoche, wird hier sicherlich fündig. Gerade für Liebhaber von Thomas Mann und anderen Exilautoren ist dieses Werk eine spannende Entdeckung. So dachte ich anfänglich.
Allerdings fiel es mir extrem schwer, mich an diesen Schreibstil zu gewöhnen, in die Historie hineinzufinden.

Ein Beispiel: „Mit Schmerzen notiert er die Versuche einer solchen Idee auf der Ebene, auf der es am Ende auch ankommt: der Regierungen.“(S.149)
Die Thematik ist nach wie vor spannend. In den dargestellten bewegten Zeiten leben viele Schriftsteller im Exil, fernab ihrer Heimat, entwurzelt und wie hier einige in einer paradiesischen Umgebung. Viele Autoren werden genannt, ihr Miteinander und dann wieder Gegeneinander, ihre Rangeleien, Eifersüchteleien, Eitelkeiten etc. Der Autor zeigt die vielschichtige Persönlichkeit von Mann.Der preisgekrönte Schriftsteller wird einem dabei nicht unbedingt sympathisch: „Er nimmt, was er für das Seine hält, wo immer er es findet.“- so sein Bezug zu seiner Tochter Erika.“ (S.156)
Aktuell sind solche Aussagen wie – Demokratie kann nur siegen, wenn sie auch siegen will. Laut Mann nicht mit den gemäßigten Mitteln des Abwägens, Entgegenkommens, Verhandelns (nach S.6).

im Shop ansehen weitere Rezensionen von fantasia

Rezensionen von thomas_kig:

Honesty Band 2 – Was die Lüge uns kostet

Honesty. Was die Lüge uns kostet von Franzi Kopka

Bei Fortsetzungen bin ich grundsätzlich skeptisch, doch Honesty 2 hat mich keineswegs enttäuscht. Das Buch ist eine grandiose Weiterführung des ersten Bandes, voller neuer Verwicklungen, spannender Enthüllungen über die Geschichte der Sestibys und unerwarteter Wendungen. Die Handlung bleibt durchweg fesselnd, ohne Längen oder Langeweile.

Besonders das Ende – ohne zu viel zu verraten – knüpft perfekt an den ersten Band an und lässt auf einen vielversprechenden dritten Teil hoffen. Eine klare Empfehlung für alle Fans der Reihe!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von thomas_kig

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Nichts für Zartbesaitete

Ein Krieg wie kein anderer von Jochen Hellbeck

Jochen Hellbeck, deutsch-amerikanischer Historiker, schildert in diesem Buch einen Krieg, der wahrlich wie kein anderen zuvor war. Den Weg in den Krieg gegen die Sowjetunion hat die Propaganda schon längst vorgezeichnet. Sie nimmt den latent vorhandenen Antisemitismus sowie die Angst vor dem Kommunismus und verquickt beides zu monströsen Feindbild, die es zu vernichten gilt.

Dabei ist völlig unwichtig, ob die Feindbilder real oder nur in der Paranoia von Einigen vorhanden ist. Durch stete Präsenz und Wiederholungen wird den Menschen eine falsche Wahrheit suggeriert, um nicht zu sagen eingebläut. Das Ergebnis ist die verzerrte Wahrnehmung, dass Kommunisten immer auch Juden sind, was die Rechtfertigung für Hitler ist, den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zu beginnen.

Hellbeck beschreibt an Hand von bislang unbekannten Dokumenten die Gräueltaten der Deutschen während des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion. Dabei kommen die Bevölkerung aus Russland, der Ukraine, des Baltikums und Weißrusslands, Juden wie Nichtjuden, sowie deutsche Soldaten zu Wort.

Das Buch ist ein Zeugnis darüber, welche archaischen Relikte in jedem Menschen wohnen, wenn sie von entsprechender Propaganda entfesselt werden. Deshalb blicke ich ein wenig mit Sorge in die Zukunft, wenn Politiker im Westen wie im Osten mit Urängsten der Bevölkerung, um ihrer persönlichen Eitelkeit und ihres Machtstrebens wegen, spielen. Ebenso unerklärlich ist es, wieso Millionen Wähler Parteien nachlaufen, die es weder mit der eigenen noch mit der fremden Wahrheit genau nehmen.

Aber Achtung, das Buch ist nichts für Zartbesaitete. Es ist nicht leicht zu lesen, da es die Gräuel des NS-Unrechtsregimes detailliert beschreibt. Einzelne davon sind auch mit eindringlichen Fotos belegt, die passend zum jeweiligen Text eingestreut sind.

Fazit:

Gerne gebe ich Jochen Hellbecks Sachbuch über einen Krieg, der so vorher noch nie da gewesen war, 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis

Rezensionen von Bibibabby:

Großartiges Zeitreise-Fantasy Buch

Timelock, Band 1 - Zeitrebellen von Michael Peinkofer

"Timelock - Zeitrebellen" ist der erste Band einer Trilogie für Jugendliche. Die Geschichte ist spannend und hat mich gefesselt, auch wenn es sich einige Klischees im Buch befinden. Grob beschrieben ist es eine "Teenager entdeckt Superkräfte"-Geschichte. Jason, 14 Jahre alt, kann durch die Zeit reisen.

Seine Eltern waren mächtige, bekannte Zeithüter und wurden wohl von Nimrod getötet. Letzterer will die Welt beherrschen und hat seine Seele in sechs verteilt und in "Timelocks" eingeschlossen. Um die Welt zu retten, muss Jason diese Timelocks zerstören.
Die Geschichte ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. Im ersten Strang geht es um Jason und Namira in der Metropole und im zweiten, um Hana und Otaku in Japan. Der Autor erzählt beide Geschichten so, dass für die Leser die Stränge sich gut ergänzen und sie die Handlungen gut folgen können. Dass ein Junge und ein Mädchen sich in jedem Handlungsstrang befinden, scheint ein Versuch der Geschlechterparität zu sein, was für mich nur halb gelungen ist. In beiden Geschichten ist der Junge die Hauptfigur, auch wenn Namira eine bessere Kämpferin ist und mehr über das Zeitreisen als Jason weiß und Hana die Superkräfte besitzt. 
Trotzdem finde ich die Geschichte interessant und unterhaltsam zu lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bibibabby

Rezensionen von Meli:

Für mich das bisher schwächste Buch der Autorin

Deep End - Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe von Ali Hazelwood

Scarlett kämpft sich nach einer schweren Verletzung beim Wasserspringen zurück zu ihrer alten Form, aber das will ihr nicht so recht gelingen. Dafür konzentriert sie sich auf ihr Studium, denn sie hofft, zum Medizinstudium zugelassen zu werden. Eigentlich hat sie genug um die Ohren, da braucht sie nicht noch ihre beste Freundin Pen, die ihr vorschlägt, mit ihrem Exfreund Lukas zu schlafen, schließlich hätten sie ähnliche Vorlieben und würden daher gut zusammenpassen.

Für mich ist es das bisher schwächste Buch von Ali Hazelwood, was wohl ironisch ist, da die Autorin im Vorwort des Buches schreibt, es sei womöglich der absolute Liebling unter ihren bisherigen Werken. Ich wurde einfach nicht so richtig warm damit und das lag zu einem großen Teil an der Beziehung zwischen den Protagonisten.

Natürlich gibt es eine starke Anziehung zwischen den Protagonisten, aber Lukas war mir etwas zu kühl und zu oft abwesend, und ich konnte höchstens verstehen, dass Scarlett beeindruckt davon ist, wie gut er sich scheinbar unter Kontrolle hat, aber viel mehr auch nicht.

Die beiden werden quasi verkuppelt, was kein Problem ist, aber ich mochte auch das Tempo ihrer Liebesgeschichte nicht. Durch Wettbewerbe ist besonders Lukas viel unterwegs und es gibt immer wieder kleine Zeitsprünge. Ich mochte auch den Schreibstil besonders, denn sonst fand ich Bücher der Autorin auch unterhaltsam, was mir hier auch ein bisschen gefehlt hat. Außerdem hat sich sowohl die Liebesgeschichte im Kreis gedreht als auch alle anderen Probleme der Protagonisten, sei es im Sport oder bei ihren Freundschaften.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Meli

Rezensionen von René R. Wenzel:

Ein ziemliches durcheinander, ohne wirklichen Sinn

Wackelkontakt von Wolf Haas

Ich habe das Buch letztlich von der ersten Seite bis zur letzten Seite gelesen. Die Idee ist prinzipiell ganz toll. Mehrere Geschichten gehen parallel. Das ganze, während jeweils eine Person das Buch der anderen Geschichte liest. Allerdings geht es immer mehr drunter und drüber und die Geschichten selber sind eigentlich sehr banal und unspannend.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von René R. Wenzel

Rezensionen von Ruth:

Ein wenig bekanntes Thema

Die erste halbe Stunde im Paradies von Janine Adomeit



Janine Adomeit greift in ihrem zweiten Roman ein Thema auf, das kaum in der öffentlichen Wahrnehmung ist. Wir reden und lesen zwar viel über die Pflegebedürftigkeit von älteren Menschen. In unserer alternden Gesellschaft wird das ein immer größeres Problem. Dass es aber beinahe 480.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland gibt, die Verantwortung tragen für pflegebedürftige Familienmitglieder, dürfte wenig bekannt sein.

Die Ich- Erzählerin Anne, eine Frau Anfang Dreißig, arbeitet als Pharmareferentin und sie ist sehr erfolgreich in ihrem Beruf. Ihr Schwerpunkt ist die Schmerztherapie und mit einem Vortrag über die Vorzüge von Fentanylpflastern in der Palliativmedizin hofft sie auf einen Karrieresprung. Da erhält sie bei einer Tagung ihres Unternehmens einen Anruf von ihrem Bruder Kai. Er bittet sie darum, ihn aus einer Suchtklinik abzuholen. Seit Jahren hatten die Geschwister keinen Kontakt zueinander; trotzdem macht sich Anne, widerwillig zwar, auf den Weg. Dieses Zusammentreffen löst bei ihr schmerzhafte Erinnerungen an ihre Kindheit aus.
Sie waren lange Zeit eine eingeschworene Gemeinschaft: die achtjährige Anne, der sechs Jahre ältere Bruder und ihre Mutter, eine begabte Sängerin. Bis eines Tages bei der Mutter MS diagnostiziert wird. Anfangs versucht sie noch mit Optimismus der Krankheit entgegenzutreten. Mit ein bisschen Unterstützung der Kinder werden sie es gemeinsam schaffen. „ Wir kriegen das hin. Das Wichtigste ist, dass wir zusammenhalten.“
Und es funktioniert tatsächlich eine ganze Weile gut. Die Kinder kümmern sich, besorgen Rezepte, stehen Wache vor dem Badezimmer, falls die Mutter das Gleichgewicht verliert, übernehmen die Hausarbeit und vieles mehr. Doch der Zustand der Mutter verschlechtert sich und die Heranwachsenden sind zunehmend von der Aufgabe überfordert.
Bis eines Tages bei dem 17jährigen Sohn die eigenen Bedürfnisse Priorität haben und er die Schwester im Stich lässt. Es kommt zum Bruch zwischen den Geschwistern; die ganze Familie wird auseinandergerissen.
Die Autorin entwickelt ihren Roman auf zwei Erzählebenen, die sie kunstvoll miteinander verzahnt. Die eine ist in der Gegenwart angesiedelt, die zweite spielt in der Kindheit von Anne.
Gerade die Rückblicke in die Vergangenheit berühren stark. Janine Adomeit schildert den Krankheitsverlauf der Mutter in eindringlichen Szenen. Sind es zu Beginn nur motorische Einschränkungen, so wird es später für die Mutter immer peinlicher, ihre Kinder um Hilfe zu bitten. Scham und Schuldgefühle belasten sie. Trotzdem weigert sie sich , professionelle Hilfe anzufordern. Zu groß ist ihre Angst, dass ihr das jüngste Kind weggenommen wird, wenn Ärzte oder Behörden über die tatsächliche Situation Bescheid wüssten. Deshalb sollten auch die Kinder alles tun, um Normalität vorzutäuschen.
Die stecken in einem Loyalitätskonflikt, den sie sich selbst nicht eingestehen dürfen. Natürlich möchten sie alles tun für ihre kranke Mutter. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Liebe tragen über vieles hinweg. Und es macht sie auch stolz, was sie gemeinsam schaffen.
Doch ein unbeschwertes Leben gibt es für sie nicht. Das Geld ist knapp, die Familie lebt sehr isoliert und die Aussichtslosigkeit dieser Krankheit lastet auf allen. Außerdem bleiben ihre eigenen Bedürfnisse auf der Strecke. „ Meine Gefühle waren angesichts ihrer Krankheit und ihrer Einschränkungen klein und unwichtig.“
Das Kind Anne lernt früh, Gefühle zu unterdrücken und die erwachsene Anne beherrscht das noch immer. Sie ist eine Frau, die kein Privatleben kennt, sich jegliche Beziehung vom Leibe hält. Sie hat sich einen Panzer zugelegt, der sie vor Schmerz bewahren soll.
Der Titel des Romans bezieht sich auf Annes Vorstellung von Glück: „ Aber die erste halbe Stunde im Paradies -die Zeitspanne, in der niemand etwas von einem will oder braucht und man selbst auch von niemandem etwas will oder braucht und daher nichts wehtun kann- , diese erste halbe Stunde stelle ich mir vor wie Glück.“ Doch ein Leben ohne Beziehungen und damit ohne Schmerz, gibt es nicht.
Aber nicht nur Anne trägt schwer an ihrer Vergangenheit. Auch bei Kai hat sie gravierende Spuren hinterlassen. Aus ihm ist nicht der erfolgreiche Musiker geworden, obwohl er so talentiert war. Stattdessen ist er abgedriftet in die Sucht. Erst hat er sich mit Alkohol betäubt, später kamen andere Drogen ins Spiel, mittlerweile ist er von Schmerzmitteln abhängig.
Das Ende lässt hoffen auf eine Aussöhnung. Beide konnten erstmals über ihre Sicht der Dinge reden, Missverständnisse ausräumen und Verständnis füreinander aufbringen.
Der Roman liest sich leicht, trotz des ernsten Themas. Janine Adomeit schreibt nüchtern und klar und trotzdem eindringlich. Obwohl wir die Geschichte nur aus Annes Perspektive kennen, so kommen einem auch die anderen Figuren nahe. Dabei hat man nicht immer Verständnis für deren Handeln.
„ Die erste halbe Stunde im Paradies“ ist ein lesenswerter Roman, der glaubhaft und einfühlsam ein wichtiges Thema behandelt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ruth