Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lulu24:
Mitten aus dem Leben!
Känguru Knickohr - Huhu, Känguru! Was hörst denn du? von Britta Sabbag
„Schlecht hören kann er gut!“ war immer der Lieblingsspruch meines Opas, wenn wir nicht hören wollten, was eigentlich von uns erwartet wurde. Daran musste ich beim Lesen dieses süßen Kinderbuches immer wieder denken: Känguru Knickohr versteht (natürlich rein zufällig) immer das, worauf es selbst gerade Lust hat…
Das liebevoll gezeichnete Buch begleitet den kleinen Schelm durch den Tag: vom Aufstehen und Zähne-Putzen über den Känguru-Garten mit dem Hüpfkreis und das nachmittägliche Picknick mit Mama und Freunden bis zum abendlichen Kuscheln und ins Bett gehen.
So kann sich jedes Kind im gewohnten Tagesablauf wiederfinden und sich mit dem supersüßen und ein wenig eigensinnigen Protagonisten identifizieren. Besonders gut gefallen uns die kleinen Reime, die meiner kleinen Mitleserin viel Spaß bereiten und die Aufmerksamkeit für den Klang der Sprache schulen. Weil die Texte so groß gedruckt sind und die Reimwörter immer besonders betont werden, können auch schon größere Geschwister die kleine Verse gut und richtig betont vorlesen.
Mir gefällt auch die Botschaft des Buches: Knickohr darf seine kleinen Freiheiten genießen, und ist dann doch wieder ‚ganz Ohr‘, wenn Mama alle zum Picknick ruft! Und abends versteht sie ihn ein klein wenig falsch, aber natürlich völlig richtig, und los geht`s mit dem Kuscheln und Wuscheln!
Die Altersangabe (ab 4 Jahren) finde ich nicht ganz passend: Durch die tollen Zeichnungen und die kurzen einfachen Texte haben schon 2-Jährige viel Freude an dem Buch. Auch die vollständige Konzentration auf Knickohr und das Ausblenden seiner Spielkameraden entspricht eher der Erfahrungswelt kleinerer Kinder. Für Vierjährige dürfte die Geschichte schon etwas komplexer sein.
Rezensionen von Lulu24:
Städtischer Lebensmittelpunkt Kathedrale
Die Gerüche der Kathedrale von Wendy Wauters
Wendy Wauters vermittelt uns in ihrem Buch einen Eindruck von der Liebfrauen-Kathedrale als städtischem Lebensmittelpunkt des mittelalterlichen Antwerpens. Nach ersten Ausführungen zur politischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt beschreibt sie ausführlich und sehr anschaulich das alltägliche Treiben in der Kathedrale.
Im Unterschied zu heute spielte sich das städtische Leben zu großen Teilen im Kirchenraum ab. Dort wollten Zünfte, Gilden und Bruderschaften ihre Bedeutung dokumentieren und bemühten sich um eigene prächtige Nebenaltäre, an denen eigens angestellte Kapläne tägliche Messen hielten und die musikalische Untermalung durch Sänger an Feiertagen für besonderes Ansehen sorgte. Auch die Gläubigen verbrachten viel Zeit in der Kirche und versuchten durch ihre Präsenz, das Hören besonders verehrter Prediger und durch den gelegentlichen Blick auf das Allerheiligste ihr Seelenheil zu befördern. Dabei spielten sinnliche Wahrnehmungen eine viel größere Rolle als das Verständnis der Vorgänge. Auch die Machtkämpfe zwischen verschiedenen religiösen Bewegungen schildert Wendy Wauters anschaulich bis in die grausamen Details des Durchbohrens der Zunge oder des Ertränkens in der Schelde.
Bei der Lektüre dieses Buches erhält er Leser einen guten Einblick in die spezielle Gemengelage der Vermischung religiöser, politischer und wirtschaftlicher Vorgänge im mittelalterlichen Antwerpen. Wendy Wauters' profundes Wissen als Kunsthistorikerin ermöglicht ihr dabei auch die Auswahl der geeigneten Gemälde zur Veranschaulichung der ausgewerteten Schriftquellen. Ihre vorausgegangene Dissertation lässt sie aus dem Vollen schöpfen, manches hätte für mich als interessierten Laien allerdings nicht ganz so detailliert und ausführlich sein müssen. Die Lektüre der knapp 300 Seiten setzt doch ein beträchtliches Interesse am Thema voraus.
Rezensionen von Lilli33:
Ein absolut passender Titel
Wut und Liebe von Martin Suter
Ein absolut passender Titel
Inhalt:
Camilla ist von ihrem Leben enttäuscht. Sie hasst ihren Job, liebt aber ihren Freund Noah. Dummerweise ist er ein unbekannter und mittelloser Künstler und die beiden sind auf Camillas Gehalt angewiesen. Doch dann beschließt Camilla, Noah zu verlassen und ein neues Leben im Luxus zu beginnen.
Noah kämpft verzweifelt um seine Liebe und schreckt dabei auch vor dem dubiosen Angebot einer wütenden älteren Dame, Betty, nicht zurück.
Meine Meinung:
Die Einzelbände von Martin Suter sind alle etwas Besonderes, seine Storys außergewöhnlich. Bei ihm ist es mir noch nie so vorgekommen, als hätte ich etwas Ähnliches schon einmal gelesen. Auch in „Wut und Liebe“ steckt viel Kreativität.
Von Anfang an konnte mich die Handlung fesseln, die Hauptpersonen waren für mich leicht zugänglich, obwohl sie Verhaltensweisen an den Tag legen, die mir gänzlich fremd sind. Doch Suter versteht es prächtig, Verständnis dafür zu wecken. Sein Schreibstil ist klar und durchdacht. Wechselnde Perspektiven zeigen die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten auf und ergeben zusammen ein rundes Bild. Zuweilen musste ich über einzelne Szenen schmunzeln, dann wieder brachte der Autor mich zum Nachdenken. Wie weit würde ich für die Liebe gehen? Diese und ähnliche Fragen gingen mir beim Lesen durch den Kopf.
Was anfangs noch wie eine geradlinige Story wirkt, erweist sich bald schon als mäandernde Geschichte. Die Protagonisten kommen ihren Zielen einen Schritt näher, nur um kurz darauf wieder zurückgeworfen zu werden. Geheimnisse kommen ans Tageslicht, die ich nie erwartet hätte. Besonders der Schluss hat es in sich und lässt mich mit einem Grinsen im Gesicht das Buch weglegen.
Rezensionen von Alo:
Unterhaltsam und überraschend tiefgründig
Only Margo von Rufi Thorpe
„Only Margo“ war für mich eine echte Überraschung. Der Roman ist nicht nur unterhaltsam und humorvoll, sondern auch klug erzählt und erstaunlich tiefgründig.
Im Mittelpunkt steht Margo, 19 Jahre alt, als sie von ihrem verheirateten Professor schwanger wird. Er lehnt jede Verantwortung ab, doch Margo entscheidet sich, das Kind zu bekommen.
Ohne Unterstützung und mit großen finanziellen Sorgen sieht sie keinen anderen Ausweg, als sich bei OnlyFans anzumelden. Eine Entscheidung, die ihr Umfeld nicht nur gut aufnimmt.
Margo ist eine starke und glaubwürdige Protagonistin. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte enorm weiter, lernt, für sich und ihr Kind einzustehen, und wächst über sich hinaus. Besonders berührt hat mich dabei die Beziehung zu ihrem Vater Jinx, einem liebenswerten Ex-Wrestler. Er war für mich eine der stärksten Figuren im Buch – herzlich, schräg und voller Wärme.
Der Roman überzeugt nicht nur durch seine emotionale Tiefe, sondern auch durch seinen Witz. Immer wieder musste ich laut lachen, und je weiter ich las, desto schwerer fiel es mir, das Buch aus der Hand zu legen, weil ich einem Happy End entgegengefiebert habe.
Only Margo ist eine Geschichte über weibliche Selbstbestimmung, Sexarbeit und das Erwachsenwerden – unterhaltsam und bewegend. Ein Wohlfühlbuch.
Rezensionen von REM444:
Ein großes Fressen und gefressen werden
True Crime in Nature von Farina Graßmann
Der Titel dieses Buch hat sofort mein Interesse auf sich gezogen und das zu Recht. Man wird nicht enttäuscht.
Dass die Natur aus einer Nahrungskette besteht ist längst bekannt. Die Kleinsten müssen sich vor den Großen verstecken und auch die Großen haben wiederum Feinde, vor denen sie sich in acht nehmen müssen.
Nur so funktioniert der Kreislauf der Natur. Dies Buch geht aber viel mehr ins Detail und beschreibt mit einem interessanten Schreibstil auf welche Weise dies geschieht, sprich mit welchen Mitteln und Tücken die Tiere an ihr Ziel kommen.
Wenn man von Kosmos Wissenszuwachs erwartet, wird man wie immer nicht enttäuscht.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist sehr flüssig und spannend, fast wie ein Krimi. Es ist mir jedenfalls schwer gefallen das Buch zur Seite zu legen.
Das Deckblatt sieht sehr interessant aus und veranschaulicht sehr gelungen, worum es in dem Buch geht.
Rezensionen von PeLi:
kein gewöhnlicher Urlaub
Der Duft des Wals von Paul Ruban
In "Der Duft des Wals" beschreibt Paul Ruban Gäste eines 5-Sterne-Resorts und lässt uns auch mal hinter die Fassade des luxuriösen Lebens dort blicken.
Da ist zunächst einmal das Ehepaar Judith und Hugo . Die beiden haben große Eheprobleme und hoffen nun, durch einen Urlaub wieder zueinander zu finden .
Also fliegen sie, zusammen mit ihrer 10-jährigen Tochter Ava nach Mexico in ein luxuriöses 5-Sterne All-Inclusive-Resort. Anfangs ist auch alles ganz toll, glitzerndes Meer, schönes Wetter, Cocktails , eben der pure Luxus und genau das, was sie sich erhofft hatten. Doch dann wird ein Wal an den Strand gespült , verwest dort vor sich hin und ab da legt sich ein unfassbar übler Geruch über das gesamte Resort. Das Hotelpersonal tut alles mögliche , um den Gestank zu beseitigen, aber egal was sie tun, der schreckliche Geruch bleibt.
Das trübt natürlich schon mal die Urlaubsstimmung, doch das ist nicht das einzige Problem, das die Hotelgäste haben. Die Eheprobleme von Judith und Hugo lösen sich eben auch durch einen Urlaub nicht in Luft auf, egal, ob mit oder ohne toten Wal, der die Luft verpestet. Die meiste Zeit schweigen sie sich an, streiten, oder wenn sie sich dann doch mal amüsieren, dann eher getrennt voneinander. Ihre Tochter Ava ist sowieso die ganze Zeit mit ihrem Etch A Sketch beschäftigt oder streift alleine durch die Gegend.
Aber es gibt noch andere Personen in der Geschichte, die so ihre Probleme haben. Da wäre zum Beispiel die Stewardess Céleste, die ebenfalls ein paar Tage Urlaub in diesem Resort verbringt. Sie hat vor kurzem ein Trauma erlitten und fühlt sich nun schuldig und denkt, sie muss sich dafür auf ziemlich seltsame Art bestrafen. Dann gibt es noch den Pagen Waldemar, der total besessen ist von dem narkoleptischen Zimmermädchen Belén. Um sie zu erobern, lässt er sich so einiges einfallen.
Auf der Umschlagseite wird das Buch beschrieben als "absurd komischer Roman über den Duft des Verfalls", dieser Beschreibung kann ich mich nicht ganz anschließen, denn komisch fand ich die Geschichte nicht. Vielleicht habe ich einfach eine andere Art von Humor, aber für mich war das Buch nicht humorvoll. Absurd schon und mit einigen wirklich skurrilen Protagonisten, aber witzig fand ich es an keiner Stelle.
Mir gefällt der Schreibstil von Paul Ruban jedoch sehr gut und besonders gefallen hat mir, dass die kurzen Kapitel immer abwechselnd aus Sicht der beteiligten Personen erzählt wurden, also Hugo, Judith, Ava, Waldemar , Céleste und auch Belén kommen zu Wort. Bei Ava fand ich es allerdings störend, dass sie nicht wie ein 10-jähriges Kind wirkte. Ich habe irgendwann gedacht, ich hätte mich vielleicht anfangs verlesen und sie wäre gar nicht erst zehn Jahre alt, sondern schon im Jugendalter, denn das hätte für ihre "erwachsenen" Gedanken viel besser gepasst.
Das war aber auch das einzige, das mich etwas störte, ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Etwas verrückt mit einigen seltsamen Personen, aber das mag ich eigentlich auch ganz gerne. Mal was anderes und auf jeden Fall kein 08/15 Buch.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Gut konstruiert
Grünes Gold von Luca Ventura
Lange konnte der Mann den Ausblick über den Monte Solaro nicht geniessen, denn auf dem Weg nach oben wird er auf dem Sessellift erschossen. War es ein Wilderer, der einen Querschläger fabrizierte oder ein hinterhältiger Mord? Wer wusste, dass Alessandro Nadi regelmässig um diese Zeit auf den Monte Solaro fährt?
Es gibt also wieder Arbeit für Enrico Rizzi und Antonia Cirillo.
Dabei wären beide privat genug mit ihren Gedanken beschäftigt. Rizzi überlegt sich, vielleicht doch zu heiraten oder erst mal nur umzuziehen. Cirillo fragt sich, was ihr Sohn Oscar auf Capri eigentlich macht, denn er gibt nicht viel preis und kommt oft spätnachts erst nach Hause. Rizzi weiss bald mehr, denn er trifft Oscar schon bald bei seinen Fall-Erkundigungen an.
Es folgen die üblichen Geplänkel mit Neapel - ich würde mir wünschen, dass die beiden auf Capri endlich offiziellen Kompetenzen erhalten, um ebenbürtig zu ermitteln. Sie haben es eh besser drauf, das haben sie in allen sechs bisherigen Bänden bewiesen. Cirillo denkt gerne um die Ecke und hat damit schon öfters die Ermittlungen zielführend geprägt. Rizzi kennt seine Pappenheimer (und die meisten ihn), was auf der Insel absolut von Vorteil ist.
Das "grüne Gold", um das es hier geht, kommt leider erst am Ende auf den Tisch. Da es titelgebend ist und im Klappentext ausgelobt wird, hätte ich allerdings mehr zum Thema der seltenen Olivensorte erwartet. Es erinnerte mich auch zu sehr an den Vorgängerband "Der blaue Salamander", der ja ebenso speziell sein soll wie hier das grüne Gold.
Ansonsten ist es wieder ein solider Kriminalfall aus der Feder von Luca Ventura, bei dem Rätselfreunde auf ihre Kosten kommen. Die Ermittler finden und folgen immer wieder neuen Spuren und lösen Verwicklungen auf. Sehr gut gefallen hat mir, dass für einmal auch die gute Seele des Polizeipostens, Teresa, eine bedeutendere Rolle bekommen hat.
Fazit: Ein gut konstruierter Krimi und wie schon alle Vorgängerbände gut unterhaltend.
4 Sterne.
Rezensionen von PMelittaM:
Brisant, hochaktuell und spannend
Von Schafen und Wölfen von Achim Zons
Die Redaktion einer deutschen Zeitung erhält eine äußerst brisante Information über den erst kürzlich nicht erneut gewählten usamerikanischen Präsidenten. Doch soll man diese wirklich veröffentlichen? Immerhin steht man kurz vor einer Fusion mit einem usamerikanischen Konzern, die vielleicht daran scheitern könnte.
Dies ist bereits der dritte Roman um den Journalisten David Jakubowicz, für mich allerdings der erste, mir war vor dem Lesen gar nicht klar, dass es sich um eine Reihe handelt. Man kann diesen Roman gut ohne Vorkenntnisse lesen, doch die vereinzelten Erinnerungen an frühere Ereignisse machen mich neugierig auf die Vorgängerbände.
David gefällt mir gut, er ist sympathisch, und lässt sich nicht gerne manipulieren. Von den Ereignissen, die hier geschehen, ist er auch stark persönlich betroffen. Zunächst ist man bei der Redaktionskonferenz dabei, bei der die bereits erwähnte Entscheidung getroffen werden soll, dann erfährt man nach und nach, wie es überhaupt so weit kam. Im Laufe der Erzählung gibt es ein paar Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen, anderes konnte ich dagegen ahnen.
Von der Vielzahl der Charaktere war ich zunächst ein bisschen erschlagen, doch nach und nach klärt sich das. Es gibt neben David ein paar andere wichtige Charaktere, teilweise wird aus deren Perspektiven erzählt wird. Nicht jede:r von ihnen ist mir sympathisch, aber interessant sind die meisten. Insgesamt verlangt der Roman schon eine gewisse Aufmerksamkeit, auch wegen der nach und nach aufgedeckten Erkenntnisse.
Das Thema des Romans ist hochaktuell und für sich schon sehr brisant. Tatsächlich stattgefundene Ereignisse spielen hier zudem eine wichtige Rolle, allen voran der Sturm auf das Kapitol am 06.01.2021. Ich finde die Verknüpfung der realen Ereignisse mit dem fiktiven Geschehen sehr interessant und spannend. Spannend ist auch der gesamte Roman, der für mich schnell zum Pageturner wurde. Hin und wieder gibt es für mich kleine Irritationen, am Ende habe ich ihn aber zufrieden zugeklappt.
Spannend, aktuell, brisant, der Roman war für mich ein Pageturner, der aber auch Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert.
Rezensionen von Anndlich:
Magisches Paris
Birds of Paris - Der verborgene Turm von Kathrin Tordasi
Léa hat sich in Paris ziemlich schnell eingelebt und mit Alex, Ari, Coralie und Roux endlich Freunde gefunden. Außerdem hat sie entdeckt, dass sie über einen Schimmersinn verfügt und damit das magische Feuerpendel gefunden. Doch schnell könnte ihr Glück wieder verfliegen, denn ihre Mutter stellt sie vor eine schwierige Herausforderung und Léa muss entscheiden, ob sie ihrer Mutter oder ihren neuen Freunden ihre Loyalität erweist.
Der verborgene Turm von Kathrin Tordasi ist der zweite Band der magischen Birds of Paris-Reihe. Gemeinsam mit Léa, Alex, Ari, Coralie und Roux entdecken wir in dieser Reihe alle Seiten Paris’ und vor allem den magischen Blick auf die Welte. Tordasi schafft es, eine tolle Welt aufzubauen und von der ersten Seite an eine spannende Geschichte zu erzählen, deren Spannung sich mit jeder Seite steigert. Ein Buch, das man kaum aus den Händen legen möchte.
Obwohl der zweite Band direkt an den Ersten anknüpft, benötigt man nicht zwangsläufig das Vorwissen aus dem ersten Teil. Dennoch lässt sich mit dem Vorwissen alles etwas besser einordnen und vor allem, ist der erste Teil es absolut wert, gelesen zu werden. Besonders beeindruckend fand ich den Einstieg in diesen Band, der trotz direkter Weiterführung der Geschichte, bereits auf den ersten Seiten eine große Überraschung parat hielt und der gesamten Geschichte einen ganz anderen Blickwinkel mitgab, was die Spannung auf Anhieb aufkommen ließ.
Léa und die vier Straßenkinder weisen alle unterschiedliche Charaktere auf und trotzdem kann man sich mit allen identifizieren und eine Sympathie zu ihnen aufbauen. Dies gelingt durch Perspektivwechsel - auch wenn wir die meiste Zeit Léas Perspektive einnehmen - in diesem Teil noch stärker als im Ersten. Denn durch die verschiedenen Perspektiven, kommt Tordasis grandiose Stärke für die Umschreibung von Gefühlen der Kinder besonders zur Geltung!
Tordasi beschreibt nicht nur eine magische Welt, sondern auch das Band einer magischen Freundschaft. Selten konnte mich eine Gruppe an Freunden emotional so stark berühren. Die vier Straßenkinder und Léa zeigen, was Freundschaft ausmacht, welche Gefühle sie auslösen und dass man in einer Freundschaft nicht funktionieren muss, sondern Rücksichtnahme und Verständnis ein wichtiger Faktor einer guten Freundschaft sind.
Die Handlung der Geschichte weist viel Spannung und einige Höhepunkte vor, besonders gefallen hat uns der neuste Charakter der Geschichte - Emile - und wir sind schon ganz gespannt darauf, mehr von ihm zu erfahren. Denn darauf hoffen wir für den nächsten Band auf jeden Fall. Die Geschichte ist wie ihr Vorgänger in sich abgeschlossen und konnte in allen Punkten mit dem ersten Teil mithalten. Ein Buch, das einfach Freude macht und das wieder mit einigen Fragen endet, auf deren Beantwortung wir voller Vorfreude auf den nächsten Teil warten.
Die kleinen Zeichnungen des Illustrators Heiko Hentschel am Anfang eines Kapitels waren auch sehr geschickt eingebaut, denn sie haben die Vorfreude auf das nächste Kapitel geweckt. Eine tolle Idee, doch besonders herausheben muss ich das Cover, das kaum besser zur Geschichte passen könnte. Die Schimmeroptik des Covers ist wieder einmal wunderschön anzusehen.
Rezensionen von illa:
Die Geschichte des Radios in Tirol
Das Mikrofon im Dorf von Benedikt Kapferer
Das Werk beschreibt fast jede Minute der Entwicklung des Radiowesens sowohl mit seiner personellen Entwicklung als auch seiner redaktionellen Ausrichtung. Lokale Interessen der Programmgestaltung bis hin zum Landesstudio Tirol des ORF werden spannend dargestellt.
Der Buchtitel ist fast zu kurz gegriffen, denn es zeigt auch vieles der Radiogeschichte in Österreich vom Beginn mit Detektorapparaten bis hin zu modernen Technologien wie Internet und Smartphone.
Spannend wird beschrieben, wie die Politik die Macht des Radios erkennt, sich seiner bemächtigt und seinen Einfluss schützt. Nicht ausgenommen wird die propagandistische Nutzung im 3. Reich mit seiner Gleichschaltung.
Besonders interessant ist die Symbiose von Radio Tirol mit dem Österreichischen Rundfunk, was sich mit vielen prominenten Namen des ORF zeigt, deren Personen den Beginn ihrer Karriere bei Radio Tirol hatten.
Das Buch ist nicht auf Tirol beschränkt sondern zeigt viel Radiogeschichte in Österreich. Viele Bildbeiträge machen das Lesen interessant und greifbar.











