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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von ReiShimura:

Holprige Reime

Der Vergessenstag von Madlen Ottenschläger

Bis vor einigen Monaten hat mir der Name Madlen Ottenschläger absolut nichts gesagt. Mittlerweile ist sie bzw. ihre Bücher aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Denn in den letzten Monaten durften einige ihrer Bücher bei uns zuhause einziehen. Dabei gefällt mir besonders gut, dass sich nicht nur der Inhalt der Bücher voneinander stark unterscheidet, sondern, dass sie auch immer wieder mit anderen Illustratorinnen zusammenarbeitet.

Daher ist auch die Optik der Bücher immer wieder völlig anders.
Und bleiben wir auch gleich mal bei der Optik. Diese gefällt mir und natürlich auch dem kleinen Leser ausgesprochen gut. Die Illustrationen sind wunderbar bunt und kindgerecht gestaltet. Hierbei wurde viel Liebe zum Detail aufgewendet und die Bilder strotzen nur so vor kleiner Details. Trotzdem wirken die Bilder nicht überladen, sondern laden eher dazu ein, alles genau zu erkunden.
Schön wäre gewesen, wenn bei den Reimen, denn der Text des Buches ist eigentlich in Reimform verfasst, genauso viel Liebe zum Detail hineingesteckt worden wäre. Leider ist die Qualität der Reime von Seite zu Seite stark unterschiedlich. Manche der Reime sind einfach nur holprig und wie man bei uns in Österreich sagen würde "patschert" verfasst. Mir ist bewusst, dass es nicht immer einfach ist, einen guten Reim zu finden. Allerdings vertrete ich die Meinung, wenn man es nicht vernünftig kann, dann sollte man es ganz lassen. So wirkt das ganze ein wenig wie gewollt und nicht gekonnt. Was äußerst schade ist, denn eigentlich gefällt mir das Buch wirklich gut.
An zwei Stellen gibt es auch kleine Mitmachaufgaben für die Kinder, bei denen dann Sachen gesucht werden sollen. Dies finde ich eine schöne Ergänzung und es lockert das Vorlesen dann auch noch zusätzlich ein wenig auf. Denn mit der Zeit wird es fast ein wenig langweilig, dass schon wieder etwas vergessen wurde. Ich fand die Anregung der Mitmachaufgaben wirklich sehr hilfreich und natürlich hätte man dies noch an weiteren Stellen vorsehen können. Meiner Meinung nach wäre es dann aber ein wenig zu viel gewesen. Hier ist dann einfach die Kreativität des Vorlesenden gefragt. So lese ich die Aufgaben nicht jedes Mal vor, sondern animiere das Kind immer wieder mal auf einer Seite etwas zu suchen.
Den Status des Lieblingsbuches wird es bei uns leider nicht erreichen können und ich merke auch dass der kleine Leser deutlich seltener zu dem Buch greift wie zu anderen. Trotzdem wird es immer wieder mal bewusst ausgewählt und muss dann im Normalfall auch gleich mehrmals hintereinander vorgelesen werden.
Alles in allem eine sehr schöne und humorvolle Geschichte, die zeigt, dass Vergessen menschlich ist und wir alle mal solche Tage haben. Leider kann ich das Buch trotzdem nur mittelmäßig bewerten. Ich hoffe sehr, dass mich das nächste Buch der Autorin wieder mehr überzeugen kann.

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Rezensionen von Arambol:

farblos triste Fortsetzung

Was am Ufer lauert von Lenz Koppelstätter


"Verdammt, warum konnte das Leben nicht immer so sein. Wer hatte sich nur dieses Erwachsensein ausgedacht."

Im neuen Roman „Was am Ufer lauert“ von Lenz Koppelstätter, der Fortsetzung von „Was der See birgt“, wird die Polizeireporterin Gianna Pitti erneut in einen rätselhaften Fall am Gardasee verwickelt.

Wenige Wochen nach den Ereignissen des ersten Bandes (den man zum Verständnis unbedingt kennen sollte) kehrt ihr verschollener Vater Arnaldo unerwartet zurück und bittet sie um ihre Hilfe. Als es dann zu einem Treffen mit einer unbekannten Informantin kommen soll, entdeckt Gianna stattdessen die Leiche einer Frau. Gianna, ihr Vater Arnaldo, ihr exzentrischer Onkel Francesco und die Chefredakteurin Elvira stoßen bei ihren Nachforschungen auf Spuren, die tief in die Vergangenheit der Familie Pitti und in die Geschichte des Gardasees führen.

Nach dem recht unterhaltsamen Serien-Auftakt hatte ich mich auf die Rückkehr an den Gardasee gefreut – leider konnte mich die Fortsetzung nicht überzeugen.
Der weit ausschweifende Schreibstil und unzählige unnötige Längen nehmen der Geschichte viel von ihrer Spannung. Auch die ungemein sperrige Sprache erschwert das Eintauchen in die eigentliche Handlung. Diese wirkt zudem auch noch sehr konstruiert und wenig glaubhaft; der Kriminalfall verschwindet dabei fast vollständig hinter einem familiären Drama.

Die Figuren, die Protagonisten, die im ersten Band noch lebendig und vielschichtig waren, erscheinen diesmal klischeehaft und überzeichnet – eine echte Bindung zu ihnen wollte sich bei mir nicht einstellen.

Auch die Atmosphäre und der Zauber des Gardasees, die im Serienauftakt so überzeugend eingefangen wurde, bleibt diesmal unbefriedigend blass.

Letztendlich konnte mich die Auflösung des eigentlichen Kriminalfalls nicht wirklich mitreißen und auch inhaltlich gar nicht überzeugen.

Schade, eine schwache Fortsetzung. Für mich, im direkten Vergleich zum ersten Band, eine Enttäuschung. Zu viel Familiendrama, zu wenig Kriminalroman.

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Rezensionen von ReiShimura:

Ein romantisches Abenteuer mit kleinen Schwächen

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1 von Kristen Ciccarelli

Meine Erfahrungen mit gehypten Büchern waren in der letzten Zeit eher durchwachsen. Einige waren eine komplette Enttäuschung und ich musste das Buch sogar abbrechen, andere konnten mich doch sehr begeistern. Dementsprechend waren meine Erwartungen an dieses Buch eher mittelmäßig, aber da der Klappentext so unglaublich interessant und spannend klang, konnte ich einfach nicht widerstehen.

Zuerst aber einmal ein paar Fakten: "Heartless Hunter" ist der erste Teil der Dilogie Der rote Nachfalter. Der zweite Teil wird am 01. November 2025 erscheinen, man muss sich also noch ein wenig in Geduld üben, um zu erfahren wie die Geschichte rund um Rune und Gideon ausgehen wird.
Wie es leider oft bei Einzelbüchern oder Dilogien der Fall ist, wird nur wenig Kraft und Energie auf eine ausführliche Beschreibung der Welt aufgewendet. Man bekommt zwar einige Informationen über die ehemaligen Herrscherinnen und das derzeitige Regime, aber ansonsten bleibt die Welt, in der die Geschichte spielt, eher ein wenig blass und dünn. Auch wenn ich das bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, finde ich das immer sehr schade, denn meiner Meinung nach, steht und fällt die Qualität eines Fantasyromans mit ihrer Welt, sowohl der physischen als auch der der Magie. Die Beschreibungen der Magie, vornehmlich Blutmagie, war da schon ein wenig detaillierter und ich konnte mir dies gut vorstellen.
Auch die Charaktere hätten meiner Meinung nach ein wenig intensiver ausgearbeitet werden können. An manchen Stellen merkt man die fehlende Tiefe von Rune und Gideon doch sehr und viele der Nebencharaktere sind einfach komplett austauschbar. Trotz einiger Schwächen muss ich aber sagen, dass mir vor allem Rune sehr sympathisch war und ich ihre innere Zerrissenheit seht gut nachvollziehen konnte. Auf der einen Seite ist sie der toughe Nachtfalter, der Hexen aus den Fängen der Blutwache befreit. Auf der anderen Seite ist sie nur ein Mädchen, das nach Anerkennung und Liebe sucht und den Verlust der geliebten Großmutter noch nicht verarbeitet hat.
Ein absolutes Highlight waren für mich Runes Gespräche mit sich selbst, die ihrer Figur etwas mehr Tiefe gegeben haben und ihre Zerrissenheit noch einmal verdeutlicht haben. Vor allem aber waren diese Gedanken oft äußerst amüsant. Und das ist etwas, dass mir in Fantasyromanen eher selten begegnet. Wobei es sich bei dem Buch eher um eine Romantasy, also einen romantischen Roman mit Fantasy Elementen handelt. Denn der romantische Anteil überwiegt hier deutlich, zu meiner großen Freude, kommt das Buch aber mit einem eher geringen Spice Anteil aus.
Das Hörbuch wird von Henriette Schreurs und Moritz Frinberg gesprochen. Die beiden Sprecher kannte ich bis jetzt noch nicht und war daher auf die Umsetzung sehr gespannt. Sprachmelodie und Betonung der beiden haben mich von Anfang an überzeugt. Besonders gut gefallen hat mir, dass beide die jeweiligen Emotionen hervorragend transportieren konnten. Dies ist leider nicht bei allen Sprechern der Fall. Der Verlag hat, meiner Meinung nach, mit der Auswahl der Sprecher eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Das Zusammenspiel der Stimmen, auch wenn sie natürlich immer nur abwechseln, kapitelweise lesen, war einfach stimmig. Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder in den Genuss der Stimmen der beiden Sprecher kommen kann.
"Heartless Hunter" wird sicher nicht mein Lesehighlight des Jahres werden, da gibt es deutlich stärkere Bücher. Ich finde die Geschichte aber interessant und spannend, wenn auch an manchen Stellen ein klein wenig vorhersehbar. Alles in allem habe ich mich durch das Buch sehr gut unterhalten gefühlt und ich möchte unbedingt den zweiten Teil lesen bzw. hören.

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Rezensionen von beigeandberries :

Ein tierisches Abendteuer

Helden der Weide - Möge das Horn mit dir sein von Rosa Marin

Meine Nichte und ich sind total begeistert von dem Buch - Helden der Weide: Möge das Horn mit dir sein. Die Geschichte ist spannend, fantasievoll und kindgerecht geschrieben. Die Illustrationen sind sehr witzig (Muuuuh) und liebevoll gestaltet. Auf der ersten Seite werden bereits alle Tiere mit Namen vorgestellt - die Rinder (Pablo, Shaggy und Ünni), die Mäuse (Müller-Fellheimer), die Ziegen (Donald und Hermine).

Bereits bei den Zeichnungen und den lustigen Namen mussten wir lachen.

In der Geschichte geht es um Shaggy, ein junges Rind, das auf einen neuen Hof zieht. Dort lernt er die anderen Tiere kennen. Als ein Kräuterdieb sein Unwesen treibt, beschließen die Tiere, ihn zu fassen. Besonders gut gefallen mir die vielen unterschiedlichen Tiere, die in die Geschichte eingebunden sind – wie die Mäuse und Ziegen.

Von mir gibt es eine klare Weiterempfehlung, und wir freuen uns schon auf die Fortsetzung!

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Rezensionen von Nicole Koppandi:

Munch Biografie als Grafic Novel - herrlich

Munch von Steffen Kverneland

Die Biografie von Edvard Munch (1863-1944) als Graphic Novel - einfach großartig.

Ein zu Lebzeiten skandalöser Maler, der im damaligen Christiania, dem heutigem Oslo, geboren wurde. Seine Mutter starb als er fünf Jahre alt war; und das wirkte prägend auf ihn aus. Als Kind war er oftmals so krank, dass der Vater dachte, dass er sterben wird.

Er verbrachte einige Zeit in Deutschland und Paris, lebte als Boheme, trank und liebte die Frauen. Verheiratet war Munch nie, diese hätten ihn vom Malen abgehalten.

Munchs Krisen und Emotionen, seine Lebensstationen, sind wahnsinnig toll aufs Papier gebracht, auch seine nicht ganz einfache Freundschaft mit Strindberg. Und Strindberg selbst wird richtig gut dargestellt, besonders gegen Ende des Buches. Man*frau erfährt viel über die Entstehung bzw den Hintergrund seiner Bilder, die alle einen Bezug zu seiner jeweiligen Lebenssituation hatten.

Ich habe viel Neues gelernt, es mit großem Genuss gelesen und über die genialen Zeichnungen konnte ich wirklich schmunzeln. Absolute Empfehlung, großartiges Werk der beiden Autoren.

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Rezensionen von Ruth:

Hinter den Türen

Das Haus der Türen von Tan Twan Eng

Der malaysische Autor Tan Twan Eng, dessen drei Romane allesamt für den Booker Prize nominiert waren, hat mich schon mit seinem zweiten Roman „ Der Garten der Abendnebel“ überzeugt.
Und William Somerset Maughams Erzählungen und Romane habe ich vor vielen Jahren verschlungen. Zwei Gründe, die mich zu diesem Buch greifen ließen.

Der britische Schriftsteller William Somerset Maugham zählt mit seinen Theaterstücken, Erzählungen und Romanen zu den berühmtesten und erfolgreichsten Schriftsteller seiner Zeit. In diesem Roman wird er nun selbst zum Protagonisten.
Als er im Jahr 1921 mit seinem Sekretär und Geliebten Gerald Haxton auf der malaiischen Insel Penang ankommt, befindet er sich in einer tiefen Krise. Eine Fehlinvestition hat ihn sein ganzes Vermögen gekostet und seine Frau in London droht mit Scheidung. Diese Probleme wirken sich auf seine Kreativität aus. Er hofft auf ein paar entspannte Tage im Hause seiner Gastgeber, den Hamlyns. Robert ist ein alter Freund aus Londoner Tagen, der hier als Anwalt arbeitet und mit der wesentlich jüngeren Lesley verheiratet ist. Die ist anfangs wenig angetan von dem homosexuellen Paar, bedauert Maughams Ehefrau, die sie in einer Scheinehe gefangen wähnt. Und der Schriftsteller sieht in ihr nur eine „ von vielen unglücklich verheirateten Frauen in den Tropen“, die unzufrieden ist von ihrem oberflächlichen und gelangweilten Alltag. Doch langsam vergessen beide ihre Vorurteile und Lesley findet in Willie, wie ihn seine Freunde nennen, einen aufmerksamen Zuhörer. Wohl mit dem Hintergedanken, Stoff für sein Schreiben zu finden. Viele Abende sitzen sie gemeinsam auf der Terrasse und Lesley geht in ihren Erzählungen zurück in das für sie bedeutsame Jahr 1910, in jenes Jahr, als Dr. Sun Yat-Sen in Penang für seine politische Bewegung Geld und Unterstützer sucht und ihre Freundin Ethel Proudlock wegen Mordes vor Gericht steht.
Lesley ist nicht nur fasziniert von dem chinesischen Revolutionär, der den Kaiser stürzen und aus China eine Republik machen will. Sie arbeitet mit in dieser Bewegung, ungewöhnlich für eine weiße Frau aus ihrer Klasse. Dabei lernt sie einen Mitstreiter Sun Yat-Sens kennen und lieben. Beide treffen sich heimlich in jenem titelgebenden „ Haus der Türen“, hier fühlt sie sich lebendig und begehrenswert, anders als in ihrer unglücklichen Ehe.
Zur gleichen Zeit verfolgt sie den Prozess gegen ihre Freundin, der vorgeworfen wird, einen zudringlichen Vergewaltiger erschossen zu haben.
Dieser Mordfall ist historisch verbürgt und Maugham wird ihn in seiner Erzählung „ Der Brief“ literarisch verewigen.
Tan Twan Eng greift also in seinem Roman auf historische Figuren und Fakten zurück und verknüpft diese gekonnt mit einer fiktiven Geschichte. Dabei wechseln die Erzählstimmen, einmal ist es Lesley, die zu Wort kommt, dann wieder„ Willie“.
Zu den beiden Zeitebenen kommt mit der Rahmenhandlung, die im Jahr 1947 angesiedelt ist, eine dritte hinzu. Dass der Leser dabei trotzdem nicht den Überblick verliert, ist der Erzählkunst des Autors zu verdanken. Souverän verknüpft er die verschiedenen Zeit - und Handlungsebenen.
Es sind im Grunde drei Geschichten, die er uns hier erzählt. Zum einen die des Schriftstellers in einer Schaffenskrise, dann die Lebens- und Liebesgeschichte einer Frau und dazu ein packendes Gerichtsdrama. Das alles vor dem gesellschaftlichen und politischen Hintergrund Malaysias.
Bildgewaltig und ungeheuer lebendig erzählt der Autor von der kolonialen Vergangenheit seiner Heimat, von den Spannungen zwischen den Kulturen. Hier die weiße Oberschicht mit ihrem gesellschaftlichen Leben, mit ihren Regeln und Gesetzen, ihren Privilegien und ihrer Doppelmoral. Daneben die einheimische Bevölkerung, die sich wiederum aus verschiedenen Ethnien und Klassen zusammensetzt. Landschaft und Vegetation werden in stimmungsvollen Bildern heraufbeschworen .
Der Erzählton ist ruhig und melancholisch, das Tempo langsam. Es geht dem Autor weniger um Effekte, als um die subtile Beschreibung von Menschen und ihren Motiven. Jeder hat hier seine Geheimnisse, die es zu verbergen gilt. Spannung kommt erst im letzten Drittel auf, was ich aber keineswegs als Manko empfunden habe. Dafür ist die Sprache zu schön und die Geschichten und das Setting zu faszinierend. William Somerset Maugham hätte seine Freude an dem Roman gehabt.
Ich empfehle nach der Lektüre zu Maughams Erzählung „ Der Brief“ zu greifen.

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Rezensionen von Alais:

Ein zauberhaftes Buch - weise, empathisch und unterhaltsam

Die geheime Sehnsucht der Bücher von Nina George

Dieses Buch bringt viele Zutaten mit sich, die mich beim Lesen glücklich machen: die immer wieder magische Kulisse von Paris, eine mitreißende Begeisterung für ungewöhnliche Wörter und Literatur, eine bunte Palette ausgeprägter Charaktere, ganz viel Liebe zu den Menschen und natürlich, wenn auch hier nur ganz am Rande, die eine oder andere Katze.

Ich war auf sehr viel Kitsch gefasst, fand aber stattdessen authentische Emotionen und eine wendungsreiche Erzählung, die mich so packte und aufwühlte, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Ich fühlte mit ihnen allen mit, ganz besonders mit der jungen Françoise und ihrer selbstmordgefährdeten Mutter, die dem Leben und seinen Anforderungen so hilflos gegenübersteht, als ob alle anderen das Drehbuch des Lebens kennen würden, nur sie nicht. Der Autorin gelang es, mir innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Charakteren unterschiedlicher Generationen nahezubringen, so dass sich sehr schnell ein Gefühl von Vertrautheit mit dieser Romanwelt einstellte. Vorwissen aus den beiden bereits erschienenen Büchern rund um den Buchhändler Monsieur Perdu ist für diesen Roman meiner Meinung nach nicht erforderlich.
Manchmal wirken die Geschehnisse etwas märchenhaft, das empfand ich aber als einerseits sehr angenehm und andererseits wirkte die Geschichte dennoch überzeugend, da sich die wundersamen Wendungen hier vor allem durch den Mut und die Zivilcourage der Handlungsfiguren ergeben.
Der Schreibstil ist angenehm locker-flockig und leicht zu lesen, auch wenn insbesondere Françoise gerne das eine oder andere komplizierte und irgendwie nicht immer ganz passende, aber mit großem Genuss verwendete Wort beisteuert - und dann gibt es noch so gelungene Beschreibungen wie Papierwesen für Bücher, Macaronaugen oder Angststeine im Bauch.
Ein Buch, das mir große Freude bereitet hat und für mich so vieles war - spannend und unterhaltsam, versöhnlich, ermutigend und inspirierend.

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Rezensionen von peedee:

Schön – einfach schön.

Dieser Sommer gehört uns von Sarah Morgan

Cecilias siebzigster Geburtstag muss gross gefeiert werden – meint ihre Tochter Kristen. Zudem soll es eine Hommage an Kristens Vater Cameron, der vor einem Jahr verstorbene Künstler, sein. Cecilia will ganz bestimmt nicht an ihren untreuen Gatten und an ihr Geheimnis denken und flieht kurzerhand ans Meer in ihr seit Jahren leerstehendes Cottage.

Lily hat ihr Medizinstudium abgebrochen, da sie einfach keine Ärztin sein möchte, sondern Künstlerin. Sie hat ihre Eltern enttäuscht. Bis sie weiss, wie es für sie weitergehen soll, jobbt sie als Reinigungskraft und schläft im vermeintlich verlassenen Cottage. Als Cecilia ihren unverhofften Hausgast kennenlernt, ahnt sie, dass es für beide ein interessanter Sommer werden könnte…

Erster Eindruck: Ein farbenfrohes Cover eines Küstenstädtchens – gefällt mir sehr gut.

Die Geschichte wird aus den Blickwinkeln von drei Frauen erzählt, was einerseits lebendig wirkt und andererseits die Leser:innen mehr wissen lässt als die Einzelperson.

Kristen war immer Daddys Girl – sie hat nicht nur für ihn gearbeitet, sondern er war auch ihr erster Ansprechpartner. Ihre Mutter Cecilia hatte da das Nachsehen. Sie ist es gewohnt, Job und Familie zu managen, daher meint sie, auch Cecilias Leben managen zu müssen. Cecilia hat ihrer Tochter mehrfach gesagt, dass sie keine Riesenfeier haben möchte. Doch Kristen hat nicht zugehört. So flieht sie von der eigenen Party, ohne der Familie zu sagen, wohin sie fährt. Das Cottage hat sie seit Jahrzehnten nicht mehr betreten und es fühlt sich merkwürdig an. Lily hat das Gefühl, versagt zu haben. Sie hat das Medizinstudium, das sie ihren Eltern zuliebe begonnen hatte, abgebrochen. Sie will etwas Künstlerisches machen, was jedoch aus Sicht der Eltern eine brotlose Tätigkeit ist.

„Lieber ein paar Jahre verschwenden als ein ganzes Leben.“

Alle drei Frauen eint eines: Sie sind an einem Punkt in ihrem Leben angekommen, wo es vermeintlich nicht weitergehen kann. Doch dann merken sie, wo sie ein bisschen an der „Reiseroute“ feilen müssen, um ihr Leben neu auszurichten. Mir haben die Protagonisten sehr gut gefallen und ich fand es sehr schön, sie einen Moment lang begleiten zu können. Das Buch war im Nu ausgelesen und ich vergebe wohlverdiente 5 Sterne.

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Rezensionen von froschman:

Tödliche Jagd

Der Wolf im dunklen Wald von Sia Piontek

Carla Seidel hat sich aus privaten und auch dienstlichen Gründen ins Wendland versetzen lassen. Jetzt wird sie mit der Ermittlung zu einem Mord im Dragahner Forst betraut. Während einer Gesellschaftsjagd von Heiko von Boenning wurde ein Teilnehmer vermisst, später wurde dieser in einem Waldstück brutal erstochen aufgefunden.

Obwohl bereits der erste Stich tödlich war, wurde noch sechsmal auf ihn eingestochen.
Carlas Tochter Lana schwärmt von Fabian von Boenning und hat die entsprechende Nacht mit ihm auf einem Hochsitz in der Nähe des Tatortes verbracht. Damit wird wieder einmal dienstliches mit privatem verbunden. Als ein weiterer Mord geschieht, ist für Carla klar, dass sie sich bei den Ermittlungen beeilen muss, denn es könnte jederzeit ein weiteres Opfer geben.
Gefühlt drehte es sich eher um eine kaputte Mutter/Tochter-Beziehung als um einen Krimi. Wie gewohnt hat Sia Piontek jedoch gut verständlich, fesselnd und flüssig geschrieben. Sie konnte einen Spannungsbogen aufbauen und bis zum Ende halten. Auch die kleinen Wendungen überzeugten. Bis zum Schluss konnte man nicht erahnen, um wen es sich beim Täter handeln könnte.

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Rezensionen von PMelittaM:

Sehr empfehlenswert

Hilfen für Menschen mit Behinderung von Otto N. Bretzinger

Von Behinderung betroffen zu sein, macht das Leben schwerer, und so ist es gut, wenn man die Möglichkeit hat, sich schnell und kompakt über Hilfen, die man bekommen kann, zu informieren.

Genau das bietet dieser Ratgeber. Schon wenn man sich das Inhaltsverzeichnis anschaut, kann man erkennen, wie umfassend man hier informiert wird.

Sei es im Privaten, im Beruflichen oder im Finanziellen, sei es zum Thema Steuern, Mobilität oder Hilfsmittel, und vieles mehr, jedes mögliche Thema wird berührt.

Durch das ausführliche Inhaltsverzeichnis hat man die Möglichkeit, schnell zu dem Punkt zu gelangen, der einen gerade interessiert, man kann aber auch das Buch von vorne nach hinten durchblättern, und schauen, was man vertiefen möchte, woran man vielleicht noch gar nicht gedacht hat, oder wo das eigene Wissen vielleicht Auffrischung benötigt.

Zunächst erhält man eine Einführung, was überhaupt Behinderung und Schwerbehinderung ist, und wie man das feststellen lassen kann. Das ist wichtig, um die jeweiligen Hilfen in Anspruch nehmen zu können. Gut finde ich auch, dass man zu den einzelnen Themen zunächst einen Überblick erhält, und danach die einzelnen Unterpunkte ausführlich dargestellt werden.

Im Anhang findet man noch eine Übersicht, welcher Nachteilsausgleich bei welchem Grad der Behinderung und bei einem eventuellen Merkzeichen möglich ist, außerdem wichtige Adressen.

Dieser Ratgeber gibt ausführlich und umfänglich Tipps und Hilfestellung über Hilfen für Menschen mit Behinderung, ich kann ihn sehr empfehlen.

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