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Rezensionen von LesenIstLeben:

authentisch, kraftvoller Debütroman

Achtzehnter Stock von Sara Gmuer

„Glück findet von Zeit zu Zeit sogar in den Achtzehnten Stock“
Sara Gmuer hat mit ihrem Debütroman "Achtzehnter Stock" eine wunderbare Geschichte mit authentischen Protagonisten und einem aus dem Leben gegriffen Setting geschaffen. Wie im Rausch liest man sich durch die 220 Seiten. Man fühlt nah an den Menschen, spürt ihre Ängste und Gedanken, fühlt mit ihnen, ist ihnen ganz nah.

Das Lesen des Romans fühlt sich besonders an.

Wanda, alleinerziehende Mutter und arbeitslose Schauspielerin, lebt mit ihrer Tochter Karlie im Hochhausplattenbau in Berlin. Neben den Aufgaben einer Mutter und dem Leben in der Platte, träumt Wanda von den großen Rollen, der Unabhängigkeit, der Freiheit. In jeder Lebenssituation gibt sie alles, bis zur völligen Selbstaufgabe mit voller Hingabe, ob bei der Pflege ihrer kranken Tochter oder bei den Vorbereitungen für ihre neue Rolle. Alles steht auf dem Spiel und doch verliert Wanda nie die Hoffnung und ihre Träume aus den Augen.

Sara Gmuer ist ein außergewöhnlicher Roman gelungen. Das Lesen aus Wandas Perspektive ist sehr berührend und persönlich. Die detailreichen Beschreibungen der Personen, die sanfte Betrachtung, aber auch die harten, schonungslosen Worte, die kurzen, dynamischen Sätze sowie die tiefen Einblicke erzeugen eine Art Sogwirkung, die uns tief in die Geschichte hineinziehen. Ich konnte das Buch schwer weglegen.

Das Cover zum Buch hat mich sehr angesprochen. Die leuchtenden Blautöne und die passende gelbe Schrift sowie die Gestaltung der Innseiten hat mir wirklich gut gefallen. Das Buchcover ist ein echter Hingucker.

"Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer ist ein wortgewaltiger, berauschenden Debütroman und nicht nur eine absolute Kaufempfehlung, sondern auch ein Lesehighlight am Anfang des Lesejahrs 2025.

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brandaktueller, hochspannender Thriller aus Norwegen

Echokammer von Ingar Johnsrud

„Echokammer – Ein Fall für Benjamin & Tong“ von Ingar Johnsrud ist ein brandaktueller Thriller aus Norwegen.
Der erste Teil der Thrillertriologie umfasst zwei sehr aktuelle Themen. Zum einen steigen wir in den Wahlkampf einer großen norwegischen Partei mit all ihren Verstrickungen, Plänen und Machtspielen ein.

Zum anderen wird uns die reale Bedrohung durch eine rechtsextreme Terrororganisation, deren Vorgehensweise und Motive aufgezeigt. Beide Erzählstränge werden gekonnt mit dem außergewöhnlichen Ermittler – Duo Liselott Benjamin und Martin Tong miteinander verwoben.
Der Thriller ist in drei Teile mit überschaubaren Kapiteln eingeteilt. Die kurzen Kapitel lassen uns immer näher an die Geschichte und die handelnden Personen kommen. Die zwei großen Themen des Buches stehen im Vordergrund. Die handelnden Personen nehmen nicht zu viel Raum ein, werden aber anschaulich und tiefgründig gezeichnet. Man möchte stets mehr über die Menschen und ihre Geschichte erfahren. Durch die fesselnde, spannende Erzählweise und die klare, direkte Sprache wird der Spannungsbogen durch die gesamte Geschichte geschickt aufgebaut. Die Übersetzung von Daniela Stilzebach ist sehr gelungen.
Das Buchcover ist sehr ansprechend. Die gewählten Farben gelb und schwarz, sowie der gelbe Farbschnitt macht das Cover zu einem echten Hingucker. Auch die Gestaltung der Innenseiten mit ausgewählten Zitaten aus der Literaturwelt ist sehr passend gestaltet.
„Echokammer – Ein Fall für Benjamin & Tong“ von Ingar Johnsrud ist ein richtig gutes Buch und eine klare Kaufempfehlung, nicht nur für Fans von nordischen Thrillern.
Ich freu mich auf weitere spannende Geschichten von Ingar Johnsrud und dem Ermittlerteam Benjamin & Tong.

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spannender Justiz-Krimi

Der zweite Verdächtige von Florian Schwiecker; Michael Tsokos

„Der 2. Verdächtige“ von Schwiecker und Tsokos ist der fünfte und vorerst letzte Fall, einer spannenden Justiz – Krimi – Reihe um den Strafverteidiger Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Jamer.
In einem Berliner Nachtclub wird ein junger Mann mit Liquid Ecstasy vergiftet. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln viel zu schnell den jungen Mann Jan Staiger als Verdächtigen, der in der Tatnacht ebenfalls im besagten Nachtclub war, das Opfer kannte und Streit mit ihm hatte.

Strafverteidiger Rocco Eberhardt übernimmt den Fall und steht vor einem Rätsel. Wie lassen sich die stichhalten Beweise am Tatort erklären? Warum sagt Staiger nicht die volle Wahrheit? Kann er seinen Mandaten wirklich trauen? Was steckt hinter diesem außergewöhnlichen Fall?
Die kurzweiligen Kapitel und die spannende, klare Sprache lassen uns nah an die handelnden Personen und ihre ganz persönlichen Geschichten kommen. Durch den Wechsel der Perspektiven wird der Spannungsbogen durch die gesamte Geschichte geschickt aufgebaut. Ich kann gar nicht glauben, dass es wirklich der letzte gemeinsame Fall sein soll.
Das Buchcover im gewohnten Stil mit dem Hintergrund in schwarz - weiß und den roten, farblichen Akzenten ist sehr ansprechend gestaltet. Auch die Gestaltung der Innenseiten mit den vorrangegangenen Büchern ist sehr passend gestaltet.
„Der 2. Verdächtige“ von Schwiecker und Tsokos ist ein richtig spannendes Buch und eine klare Kaufempfehlung, nicht nur für Fans von Justiz – Krimis.

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Vergangenheit und Zukunft

Die Summe unserer Teile von Paola Lopez

Der Debütroman „Die Summe unserer Teile“ von Paola Lopez verbindet die Lebensgeschichten dreier Frauen, deren Leben eng miteinander verwoben sind.
Lucy begibt sich auf einer Reise in die eigene Vergangenheit, um dem Leben ihrer Großmutter Lyudmila in Polen näher zu sein und ihrer Mutter besser zu verstehen.

Die Lebensereignisse der Frauen verbinden sich miteinander und spielen doch ihre eigene Melodie in ihren Lebensliedern.
Paola Lopez schafft es mit ihrer Sprache, lebhafte, detaillierte Bilder zu zeichnen, die uns tief in die gemeinsame Geschichte einsteigen lassen. Die Charaktere werden anschaulich und tiefgründig gezeichnet, jede Frauengeneration hat ihre eigenen Besonderheiten. Die einzelnen Kapitel aus der jeweiligen Zeit und die individuelle Sicht der Protagonistinnen geben uns einen tiefen, zum Teil sehr emotionalen Einblick in ihre Lebens- und Gefühlswelt. Ihre Lebensgeschichten mit all den emotionalen Belastungen, ihre Herkunft und Zukunft scheint von einer zur nächsten Generation weitergetragen und ertragen, nie gelöst. Es wird eine Art Distanz aufgebaut und weitergegeben. Diese emotionale Kühle und Distanz der Frauen wird in jeder Geschichte spürbar und hat mir das Lesen erschwert. Es fiel mir nicht leicht, den einzelnen Protagonistinnen zu folgen. Auch das Ende des Romans hat mich fragend, offen zurückgelassen.
Das Cover zum Buch hat mich sehr angesprochen. Die grobe Zeichnung einer Frau im Profil und die leuchtenden Farben, die passende Schrift sowie die Gestaltung der Innseiten hat mir wirklich gut gefallen. Das Buchcover ist ein echter Hingucker.

„Die Summe unserer Teile“ von Paola Lopez ist ein besonderer Debütroman über das Erbe unserer Mütter, die Bewältigung unserer Vergangenheit und die eigene Zukunft.

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Der Zauber des Schreibens

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen von Ito Ogawa

„HATOKOs wunderbarer Schreibwarenladen“ von Ito Ogawa ist ein ist ein einzigartiger Roman über die Kunst und die Besonderheiten des öffentlichen Schreibens.
Hatoko kehrt nach einem langen Auslandsaufenthalt wieder in ihre Heimatstadt Kamaruka in Japan zurück und übernimmt den kleinen, besonderen Schreibwarenladen ihrer Großmutter.

Mit jeder Seite des außergewöhnlichen Romans tauchen wir in die Welt des Schreibens, der Kalligrafie ein und lernen die Besonderheiten dieser traditionellen Leidenschaft kennen. Als öffentliche Schreiberin übernimmt Hatoko verschiedene Aufträge, schreibt Trennungsbriefe und Liebesbotschaften, verfasst Absagen und Neujahrsgrüße und wird immer mehr zu einem besonderen Ort in ihrer Stadt Kamakura.
Ito Ogawa ist ein bezaubernder Roman gelungen, der uns die besondere Welt des japanischen Lebens genauso grandios erzählt wie die speziellen Vorbereitungen für jede Schreibaufgabe und deren Geschichte. Die Autorin schafft es mit ihrer Sprache, lebhafte, detaillierte Bilder zu zeichnen, die uns tief in die Geschichte einsteigen lassen. Die Charaktere werden anschaulich und tiefgründig gezeichnet, es bleibt aber stets genug Raum, seinen eigenen Gedanken freien Raum zu lassen.
Die Briefe in japanischen Schriftzeichen mit der jeweiligen Übersetzung machen dieses Buch zu einem besonderen Buch.
Das Buchcover in unterschiedlichen Blautönen mit gelben, leuchtenden Akzenten ist wunderschön und sehr ansprechend. Die detaillierte Zeichnung des Schreibwarenladens direkt auf dem Hardcover des Buches ist originell und ganz zauberhaft.

„HATOKOs wunderbarer Schreibwarenladen“ von Ito Ogawa ist ein wirklich wunderbarer, außergewöhnlicher Roman und eine absolute Kaufempfehlung, nicht nur für Fans japanischer Literatur.

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Geheime Liebe

Cinema Love von Jiaming Tang

Der Debütroman „Cinema Love“ von Jiaming Tang erzählt die ergreifende Lebensgeschichte zweier Männer von China bis New York, in der ihre Liebe zueinander ein Geheimnis bleiben muss.
Old Second und Shun-Er, ihre gleichgeschlechtliche Liebe und ihre Ehefrauen stehen im Zentrum des Romans. In ihrem Heimatland China ist die Liebe der beiden Männer verboten.

Die heimlichen Treffen finden immer in einem alten Kino, im Schutz des Verborgenen, im Schutz der Dunkelheit statt. Nur dort können Old Second und Shun-Er sie selbst sein, sich ohne Angst und Scham lieben und füreinander da sein. Eine verhängnisvolle Entscheidung verändert das Leben der beiden Männer und ihrer Ehefrauen tiefgreifend.
Der Roman spielt sowohl in China als auch in New York, dazu kommen noch die zeitlichen Sprünge im Leben der Protagonisten. Diese Erzählweise und die Übersetzung, erschwert das flüssige Lesen, das Nahekommen der Personen, den Aufbau der Geschichte im Gesamten. Die Sprache scheint teilweise holprig, abgehackt, wenig im Fluss. Es fiel mir sehr schwer, mich voll in die Geschichte reinzulesen.
Das farbenfrohe Cover hat mich sehr angesprochen. Sowohl die Fotografie eines Kinoeingangs bei Nacht auf dem Buchcover als auch die Gestaltung der Innenseiten hat mir gut gefallen.
Der Debütroman „Cinema Love“ von Jiaming Tang erzählt eine spannende, durchaus aktuelle Geschichte, die mich aber nicht vollends überzeugen kann

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Rezensionen von LesenIstLeben:

berührende Geschichte zweier Familien

Beeren pflücken von Amanda Peters

Amanda Peters hat mit ihrem Debütroman "Beeren pflücken" eine emotionale, sehr bewegende Geschichte zweier Familien geschaffen, die unzertrennlich miteinander verbunden sind.
Wie im Rausch liest man sich durch die 320 Seiten. Man fühlt nah an den Menschen, spürt ihre Ängste und Gedanken, fühlt mit ihnen, ist ihnen ganz nah.

Das Lesen und besonders auch das Hören des Romans fühlt sich besonders an.

Joe und Norma, die Hauptpersonen des Romans, erzählen in abwechselnder Sicht ihre Lebensgeschichte mit Blick in die Vergangenheit und Bezug zum Hier und Jetzt.
Auf der einen Seite ist Joe, Sohn einer Mi'kmaq-Familie aus Nova Scotia. Sein Leben ist geprägt von Verlusten und Wut, aber auch von viel Liebe, Verbundenheit und Familienzusammenhalt.
Dem gegenüber steht Norma, deren Leben scheinbar erst mit dem 5 Lebensjahr begann und voller Geheimnisse ist. Sie lebt eingeengt und besessen beschützt von ihrer Mutter und ihrem eher distanzierten Vater in einer überbehüteten Kindheit und Jugend. Bereits sehr früh bemerkt Norma, dass in ihrer Vergangenheit viele Geheimnisse liegen.

Die Autorin Amanda Peters schafft es mit ihrer sanften und emotionalen Sprache, lebhafte, detaillierte Bilder zu zeichnen, die uns tief in die Geschichte einsteigen lassen. Alle Personen werden anschaulich und tiefgründig gezeichnet. Es bleibt aber stets genug Raum, seinen eigenen Gedanken freien Raum zu lassen.
Das Cover zum Buch hat mich sehr angesprochen. Die Beeren in leuchtenden Blau- und Grüntönen sind einfach wunderschön. Die passend ausgewählte Schrift sowie die Gestaltung der Innenseiten hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Das Buchcover ist ein echter Hingucker.

Der kanadische Bestseller „Beeren pflücken“ von Amanda Peters ist ein wirklich wunderbarer, außergewöhnlicher Roman und eine absolute Kaufempfehlung.

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Rezensionen von ReiShimura:

Holprige Reime

Der Vergessenstag von Madlen Ottenschläger

Bis vor einigen Monaten hat mir der Name Madlen Ottenschläger absolut nichts gesagt. Mittlerweile ist sie bzw. ihre Bücher aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Denn in den letzten Monaten durften einige ihrer Bücher bei uns zuhause einziehen. Dabei gefällt mir besonders gut, dass sich nicht nur der Inhalt der Bücher voneinander stark unterscheidet, sondern, dass sie auch immer wieder mit anderen Illustratorinnen zusammenarbeitet.

Daher ist auch die Optik der Bücher immer wieder völlig anders.
Und bleiben wir auch gleich mal bei der Optik. Diese gefällt mir und natürlich auch dem kleinen Leser ausgesprochen gut. Die Illustrationen sind wunderbar bunt und kindgerecht gestaltet. Hierbei wurde viel Liebe zum Detail aufgewendet und die Bilder strotzen nur so vor kleiner Details. Trotzdem wirken die Bilder nicht überladen, sondern laden eher dazu ein, alles genau zu erkunden.
Schön wäre gewesen, wenn bei den Reimen, denn der Text des Buches ist eigentlich in Reimform verfasst, genauso viel Liebe zum Detail hineingesteckt worden wäre. Leider ist die Qualität der Reime von Seite zu Seite stark unterschiedlich. Manche der Reime sind einfach nur holprig und wie man bei uns in Österreich sagen würde "patschert" verfasst. Mir ist bewusst, dass es nicht immer einfach ist, einen guten Reim zu finden. Allerdings vertrete ich die Meinung, wenn man es nicht vernünftig kann, dann sollte man es ganz lassen. So wirkt das ganze ein wenig wie gewollt und nicht gekonnt. Was äußerst schade ist, denn eigentlich gefällt mir das Buch wirklich gut.
An zwei Stellen gibt es auch kleine Mitmachaufgaben für die Kinder, bei denen dann Sachen gesucht werden sollen. Dies finde ich eine schöne Ergänzung und es lockert das Vorlesen dann auch noch zusätzlich ein wenig auf. Denn mit der Zeit wird es fast ein wenig langweilig, dass schon wieder etwas vergessen wurde. Ich fand die Anregung der Mitmachaufgaben wirklich sehr hilfreich und natürlich hätte man dies noch an weiteren Stellen vorsehen können. Meiner Meinung nach wäre es dann aber ein wenig zu viel gewesen. Hier ist dann einfach die Kreativität des Vorlesenden gefragt. So lese ich die Aufgaben nicht jedes Mal vor, sondern animiere das Kind immer wieder mal auf einer Seite etwas zu suchen.
Den Status des Lieblingsbuches wird es bei uns leider nicht erreichen können und ich merke auch dass der kleine Leser deutlich seltener zu dem Buch greift wie zu anderen. Trotzdem wird es immer wieder mal bewusst ausgewählt und muss dann im Normalfall auch gleich mehrmals hintereinander vorgelesen werden.
Alles in allem eine sehr schöne und humorvolle Geschichte, die zeigt, dass Vergessen menschlich ist und wir alle mal solche Tage haben. Leider kann ich das Buch trotzdem nur mittelmäßig bewerten. Ich hoffe sehr, dass mich das nächste Buch der Autorin wieder mehr überzeugen kann.

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Rezensionen von Arambol:

farblos triste Fortsetzung

Was am Ufer lauert von Lenz Koppelstätter


"Verdammt, warum konnte das Leben nicht immer so sein. Wer hatte sich nur dieses Erwachsensein ausgedacht."

Im neuen Roman „Was am Ufer lauert“ von Lenz Koppelstätter, der Fortsetzung von „Was der See birgt“, wird die Polizeireporterin Gianna Pitti erneut in einen rätselhaften Fall am Gardasee verwickelt.

Wenige Wochen nach den Ereignissen des ersten Bandes (den man zum Verständnis unbedingt kennen sollte) kehrt ihr verschollener Vater Arnaldo unerwartet zurück und bittet sie um ihre Hilfe. Als es dann zu einem Treffen mit einer unbekannten Informantin kommen soll, entdeckt Gianna stattdessen die Leiche einer Frau. Gianna, ihr Vater Arnaldo, ihr exzentrischer Onkel Francesco und die Chefredakteurin Elvira stoßen bei ihren Nachforschungen auf Spuren, die tief in die Vergangenheit der Familie Pitti und in die Geschichte des Gardasees führen.

Nach dem recht unterhaltsamen Serien-Auftakt hatte ich mich auf die Rückkehr an den Gardasee gefreut – leider konnte mich die Fortsetzung nicht überzeugen.
Der weit ausschweifende Schreibstil und unzählige unnötige Längen nehmen der Geschichte viel von ihrer Spannung. Auch die ungemein sperrige Sprache erschwert das Eintauchen in die eigentliche Handlung. Diese wirkt zudem auch noch sehr konstruiert und wenig glaubhaft; der Kriminalfall verschwindet dabei fast vollständig hinter einem familiären Drama.

Die Figuren, die Protagonisten, die im ersten Band noch lebendig und vielschichtig waren, erscheinen diesmal klischeehaft und überzeichnet – eine echte Bindung zu ihnen wollte sich bei mir nicht einstellen.

Auch die Atmosphäre und der Zauber des Gardasees, die im Serienauftakt so überzeugend eingefangen wurde, bleibt diesmal unbefriedigend blass.

Letztendlich konnte mich die Auflösung des eigentlichen Kriminalfalls nicht wirklich mitreißen und auch inhaltlich gar nicht überzeugen.

Schade, eine schwache Fortsetzung. Für mich, im direkten Vergleich zum ersten Band, eine Enttäuschung. Zu viel Familiendrama, zu wenig Kriminalroman.

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Rezensionen von ReiShimura:

Ein romantisches Abenteuer mit kleinen Schwächen

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1 von Kristen Ciccarelli

Meine Erfahrungen mit gehypten Büchern waren in der letzten Zeit eher durchwachsen. Einige waren eine komplette Enttäuschung und ich musste das Buch sogar abbrechen, andere konnten mich doch sehr begeistern. Dementsprechend waren meine Erwartungen an dieses Buch eher mittelmäßig, aber da der Klappentext so unglaublich interessant und spannend klang, konnte ich einfach nicht widerstehen.

Zuerst aber einmal ein paar Fakten: "Heartless Hunter" ist der erste Teil der Dilogie Der rote Nachfalter. Der zweite Teil wird am 01. November 2025 erscheinen, man muss sich also noch ein wenig in Geduld üben, um zu erfahren wie die Geschichte rund um Rune und Gideon ausgehen wird.
Wie es leider oft bei Einzelbüchern oder Dilogien der Fall ist, wird nur wenig Kraft und Energie auf eine ausführliche Beschreibung der Welt aufgewendet. Man bekommt zwar einige Informationen über die ehemaligen Herrscherinnen und das derzeitige Regime, aber ansonsten bleibt die Welt, in der die Geschichte spielt, eher ein wenig blass und dünn. Auch wenn ich das bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, finde ich das immer sehr schade, denn meiner Meinung nach, steht und fällt die Qualität eines Fantasyromans mit ihrer Welt, sowohl der physischen als auch der der Magie. Die Beschreibungen der Magie, vornehmlich Blutmagie, war da schon ein wenig detaillierter und ich konnte mir dies gut vorstellen.
Auch die Charaktere hätten meiner Meinung nach ein wenig intensiver ausgearbeitet werden können. An manchen Stellen merkt man die fehlende Tiefe von Rune und Gideon doch sehr und viele der Nebencharaktere sind einfach komplett austauschbar. Trotz einiger Schwächen muss ich aber sagen, dass mir vor allem Rune sehr sympathisch war und ich ihre innere Zerrissenheit seht gut nachvollziehen konnte. Auf der einen Seite ist sie der toughe Nachtfalter, der Hexen aus den Fängen der Blutwache befreit. Auf der anderen Seite ist sie nur ein Mädchen, das nach Anerkennung und Liebe sucht und den Verlust der geliebten Großmutter noch nicht verarbeitet hat.
Ein absolutes Highlight waren für mich Runes Gespräche mit sich selbst, die ihrer Figur etwas mehr Tiefe gegeben haben und ihre Zerrissenheit noch einmal verdeutlicht haben. Vor allem aber waren diese Gedanken oft äußerst amüsant. Und das ist etwas, dass mir in Fantasyromanen eher selten begegnet. Wobei es sich bei dem Buch eher um eine Romantasy, also einen romantischen Roman mit Fantasy Elementen handelt. Denn der romantische Anteil überwiegt hier deutlich, zu meiner großen Freude, kommt das Buch aber mit einem eher geringen Spice Anteil aus.
Das Hörbuch wird von Henriette Schreurs und Moritz Frinberg gesprochen. Die beiden Sprecher kannte ich bis jetzt noch nicht und war daher auf die Umsetzung sehr gespannt. Sprachmelodie und Betonung der beiden haben mich von Anfang an überzeugt. Besonders gut gefallen hat mir, dass beide die jeweiligen Emotionen hervorragend transportieren konnten. Dies ist leider nicht bei allen Sprechern der Fall. Der Verlag hat, meiner Meinung nach, mit der Auswahl der Sprecher eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Das Zusammenspiel der Stimmen, auch wenn sie natürlich immer nur abwechseln, kapitelweise lesen, war einfach stimmig. Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder in den Genuss der Stimmen der beiden Sprecher kommen kann.
"Heartless Hunter" wird sicher nicht mein Lesehighlight des Jahres werden, da gibt es deutlich stärkere Bücher. Ich finde die Geschichte aber interessant und spannend, wenn auch an manchen Stellen ein klein wenig vorhersehbar. Alles in allem habe ich mich durch das Buch sehr gut unterhalten gefühlt und ich möchte unbedingt den zweiten Teil lesen bzw. hören.

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