Kunden em pfehlungen
Rezensionen von C. P.:
Neues Jahr, neuer Feind
Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall von Theresa Bell
Das erste Lehrjahr ist fast um und Sepia erwartet ihre erste Lehrlingsprüfung. Ebenso steht in Flohall das große Stadtfest mit Maskenball vor der Tür, bei welchem das magische Buch der einstigen Drachenbesiegerin Flo gezeigt werden soll. Doch plötzlich spielen Buchstaben und Texte in Sepias Gegenwart verrückt, Alchefakte werden gestohlen und die Stadt wird von mehreren Beben erschüttert.
Etwas Mächtiges geht vor in der Stadt, und Sepia und ihre Freunde sind entschlossen, die Stadt erneut zu retten.
Die Rückkehr nach Flohall war die reinste Freude für mich. Sepia ist nun deutlich selbstsicherer als im ersten Band, wie auch auf dem Cover zu erkennen. Die Aufregung wegen der Prüfungen sowie des Maskenballs ist regelrecht ansteckend und für Sepia gibt es noch so viel Neues in der Stadt zu entdecken. Diesmal scheint die Bedrohung aus den eigenen Reihen zu kommen, irgendwer Mächtiges scheint ein falsches Spiel zu spielen. Das macht es für die Kinder umso gefährlicher, der Sache auf den Grund zu gehen, ohne ins Visier des Stadtrates zu gelangen. Doch irgendwann nehmen die Intrigen Überhand und den Kindern bleibt gar nichts anderes mehr übrig, als aufs Ganze zu gehen und Regeln zu brechen.
Das Abenteuer ist spannend und abwechslungsreich und es sind auch wieder einige Tintenwesen beim Abenteuer dabei. Lange bleibt unklar, wer hinter den Intrigen wirklich steckt, hier bietet es sich an, beim Lesen mitzurätseln. Und zudem können die Kinder sich wieder beweisen, was wahre Freundschaft ausmacht. Durch die Suche nach den Drahtziehern wirkt ein Großteil des Buches diesmal eher wie ein Krimi mit fantastischen Details, erst zum Schluss hin wird es sprungartig magischer, wobei ich es stellenweise schon als etwas zuviel empfand, um noch harmonisch zum ersten Band zu passen. Das Ende ist mir persönlich in einigen Punkten zu überzogen, auch wenn es einige Überraschungen bietet und vorbereitend auf Band 3 ist.
Rezensionen von Petra Sch.:
tödliches Surferparadies
The Surf House von Lucy Clarke
Model Bea hat einen Job in Marokko, doch nach einem Burnout möchte sie eine Auszeit nehmen.
Jedoch wird sie in Marrakesch noch vor ihrer Abreise überfallen, wo ihr der Rucksack samt Reisepass gestohlen wird. Sie wird von Marnie gerettet und hilft ihr fortan in deren kleinen Surfer-Unterkunft "The Surf House", die sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Ped betreibt.
Bea fühlt sich wie im Paradies, bis sie von einer vom Surf House verschwundenen Surferin erfährt und eines Tages die Leiche eines Gastes an Strand gespült wird.
Mir gefällt das Setting in Marokko, die Autorin hat alles sehr anschaulich beschrieben und man bekommt Lust, dorthin auf Urlaub zu fahren!
Die Charaktere sind alle lebendig und authentisch ausgearbeitet. Bea ist eine anfangs unsichere Person, die jedoch immer taffer wird und mit der man einfach mitfiebern muss!
Mit dem "Traum"Job Modeln hat die Autorin abgerechnet und das Surfen ist ein wichtiges und interessantes Thema, auch für nicht-Surfer, auch wenn mir die vielen Infos zum Thema Surfen manchmal etwas zu detailliert sind.
Auch das Klischee (- ist es ein Klischee?) der korrupten Polizei in Marokko wird angesprochen, was auch ein zentrales Thema von Beas Geschichte ausmacht, denn sie muss unbedingt an Geld kommen.
Dann ist da noch die vor einem Jahr verschwundene Savannah, deren Geschichte ihrer Abreise immer größere Risse zeigt: wo ist Savannah wirklich? Und warum wird sie erst nach einem Jahr gesucht?
Auch die Romantik kommt nicht zu kurz, denn das Surfhostel nebenan wird von Aiden betrieben, in den sich Bea sofort verguckt.
Die Autorin hat es jedenfalls wunderbar geschafft, dass man nicht nur Aiden als Täter ins Visier nimmt, denn mit jedem Puzzlestückchen, das sich aufdeckt, und mit jeder Info, die man über Savannah erfährt, ergeben sich mehr und mehr Verdächtige, denn nichts war so, wie es scheint.
Das Ende bzw. die Auflösung hat mich dann nochmal so richtig überrascht. Ich kenne das zwar schon aus "One of the Girls", dass es eine wirklich überraschende Wendung gibt, jedoch nicht in dieser doch sehr komplexen Art.
Auch wenn es dann doch weniger Thrill war, eher mehr so unterschwellig psychologischer, mit einigen Längen im Mittelteil, hat mir das Buch insgesamt, mit dieser Auflösung, dann wirklich gut gefallen!
Fazit:
Ein wunderschönes Setting, viel Surfen und ein Kriminalfall, der sich langsam aufbaut.
Rezensionen von C. P.:
Eine gefährliche Welt tief unter der unsrigen
Verlorene Städte (Die Lichter unter London 1) - Düstere Urban-Fantasy-Dilogie für Fans von Marie Graßhoff und Ben Aaronovitch mit gestaltetem Farbschnitt von Anne Herzel
Tief unter London liegen die Katakomben, eine über sieben Ebenen reichende Unterwelt mit ihrer eigenen Flora und Fauna. Durch Zufall vor einigen Jahren entdeckt, ziehen nun Tiefenschürfer, sogenannte Mudlarks, durch die obersten Ebenen auf der Suche nach den dortigen Bodenschätzen. Doch die Unterwelt ist gnadenlos, wer sich dort verirrt, findet meist nicht mehr zurück an die Oberfläche.
Wegen einer Wette gerät auch die Studentin Maeve O’Sullivan bei einer Touristenführung viel tiefer in die Katakomben als geplant und muss lernen, dass diese Welt ganz anders ist, als wie ihr an der Uni beigebracht wurde.
Die Autorin hält sich nicht lange mit irgendwelchen unnötigen Einleitungen auf sondern schickt Maeve von Anfang an in die Katakomben. Von da an nimmt das ungeplante Abenteuer seinen Lauf, auch wenn mich die Erklärung, warum sie die Wette unbedingt einlösen wollte, stark verwunderte. Einfach, weil sie den Gegenpart nicht mag. Nun gut, ist ein anderes Thema. Das Abenteuer schreitet recht zügig voran, ebenso schnell erfährt man von ersten Pflanzen und anderen Bewohnern der Tiefen wie wandernde Steine oder bluttrinkende Pflanzen. Hier fand ich den Einfallsreichtum überzeugend, was Flora und Fauna betrifft. Ebenso, wie Nahrung und Energiesystem dort unten funktionieren. Dass der Mensch der dort alles zerstörende Feind ist wird Maeve nach und nach bewusst. Ebenso spannend fand ich zu erfahren, von wem sie dort unten letztendlich Hilfe bekommt und dass das dortige Volk, welches unabhängig von der Oberwelt lebt, nicht automatisch das Gesellschaftssystem der Menschen lebt sondern sich ein eigenes System aufgebaut hat.
Etwas schade fand ich, dass den Hauptcharakteren eine gewisse Komplexität fehlte, ich nicht so wirklich mit ihnen auf die Art emotional mitfiebern konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Da ist mir das Buch zu distanziert und oberflächlich, es bleibt beim Lesen statt Erleben.
Ein Kritikpunkt, welchen ich erwähnen möchte, ist die Verwendung des nonbinären Personalpronomens dey, das wie eine Denglisch-Version von they klingt. Das hat mich jedesmal unnötig aus dem Lesefluss gerissen, eben weil es wie Denglisch mitten im deutschen Text wirkt. Hier hätte ich die Nutzung der gängigen sier-Version harmonischer gefunden, vielleicht mal als Anreiz für das nächste Buchprojekt. Liest sich deutlich angenehmer.
Rezensionen von Daggy:
Dramatisch und berührend
Der Duft von Grün von Pamela Sharon
Das Cover ist schwarz und hat oben einige lila und unten einige grüne Punkte, die in Brailleschrift „Duft“ und „Grün“ bedeuten. Raven ist blind und sie trägt zum Ärger ihrer Freundin May-Lin gerne grün, während sie lila bevorzugt.
Raaf, wie Raven meist genannt wird, erzählt uns ganz genau, wie die Farbe, nachdem sie Lin kennenlernte und sie Freundinnen wurden, in ihr Leben kam.
Deshalb hat jedes Kapitel eine Farbe, die die Stimmung von Raaf darstellt.
Nachdem Raaf auf der Förderschule sehr gut war, kommt sie in eine Schule, in der sie das einzige blinde Mädchen ist. Die Reaktionen der anderen haben eine Bandbreite von Neugier, guten Ratschlägen bis zu Mobbing. Doch Raaf hat Lin an ihrer Seite, die sie begleitet, führt und beschützt. Das sie damit aber auch Raaf einengt und ihr ihre Meinung aufdrängt, bemerkt Raaf nicht. Sie ist ihrer Freundin dankbar und kann sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Ihre Eltern leben getrennt und ihr älterer Brüder wohnt beim Vater, während Raaf auch aus praktischen Erwägungen bei ihrer übervorsichtigen Mutter blieb. Der gefällt Ravens Freundschaft zu May-Lin nicht, denn die schwänzt immer wieder mit Raaf Schulstunden. Doch dann passiert ein schreckliches Unglück und Raven muss sich neu orientieren. Aber es taucht auch Roan, ein künstlerisch begabter jungen Studienabbrecher auf, der ihr eine neue Welt voller Liebe eröffnet.
Raaf sieht sich, das stellt sie selbst immer wieder fest, als Opfer, oft nimmt das Selbstmitleid überhand. Ich glaube, dass man für diese Lebenseinstellung nicht unbedingt blind sein muss, hier hat das Verhalten allerdings einen handfesten Grund. Lin sieht in ihr das Mädchen, und behandelt sie so, allerdings empfind ich ihr Verhalten auch als toxisch. Es ist schön Raafs Liebe zu Roan mitzuerleben und sie beim Selbstständig werden zu begleiten.
Rezensionen von Petra Sch.:
spannender Jugendthriller mit einigen Schwächen
Seven Ways to Tell a Lie von Colin Hadler
3,5 Sterne
Ein Jahr nach der Entführung von Enya findet sich ihr restlicher Freundeskreis, dessen Personen sich seitdem auseinander gelebt hatten, wieder zusammen - und zwar weil Deepfake Videos auftauchen. Beginnend mit einem Video, wo die restlichen sechs Freunde in einem Bus in eine Schlucht stürzen.
Danach folgen Videos, wo jeder einzelne seine Sünden gesteht. Dinge, von denen niemand wusste, und worüber diejenigen bisher gelogen hatten.
Hier fand ich teilweise unglaubwürdig, was 17-jährige Jugendliche für extreme Dinge tun und somit schon jede Menge "Dreck am Stecken" haben.
Man liest abwechselnd aus Sicht der Freunde, dadurch ist es spannend und peitscht einen durch die Geschichte.
Ich finde, das immer noch aktuelle Thema Deepfake (bzw. aufgrund "KI für jedermann" aktueller denn je) ist gut umgesetzt.
Doch Einiges konnte mich nicht überzeugen: das seltsame Verhalten, zB als eine Freundin verschwunden ist, und keiner deren Eltern gefragt hat, was passiert ist. Oder einige Dinge, die nicht so ganz logisch waren; keine Präsenz von Eltern und Polizei.
Der Showdown mit den Toten war mir dann etwas ZU viel. Und der Täter hat mich zwar überrascht, aber die Auflösung ist ein bisschen unglaubwürdig und das Motiv bzw. die Begründung des Täters kommt mir etwas gar an den Haaren herbeigezogen vor.
Fazit:
Fesselnder Jugendthriller mit einem aktuellen Thema, jedoch mit einigen Schwächen in der Umsetzung. Aber es ist spannend und man will immer wissen, wie es weiter- bzw. ausgeht.
Rezensionen von Allesleser:
Die Wunder von Tigliobianco
Erdbeersommer mit Aussicht von Anna Bonacina
Hinter diesem Buchcover verbirgt sich eine wunderschöne Geschichte voller Zauber, Magie und jeder Menge Überraschungen.
Manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl in einem Märchen zu stecken. Die Autorin hat mich mit ihrem Debütroman völlig überrascht!
Sie entführt uns in ein kleines idyllisches italienisches Dorf, präsentiert uns verschiedene, liebenswerte, eigensinnige, ganz besondere Charaktere und lässt den Dingen ihren Lauf.
Die Beziehungen und Verbindungen unter den Bewohnern sind geprägt von Freundschaft, Verletzlichkeit, Hilfsbereitschaft, kleinen Intrigen, aber auch von großem Zusammenhalt. Ihre Schwächen und Stärken wirken sehr authentisch und prägen diese Geschichte.
Mit jeder Seite, mit jedem Kapitel entfaltet sich mehr und mehr der Zauber, der dieser Geschichte innewohnt.Ich habe jede Seite geliebt und mitgefiebert.
Wer auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Geschichte ist, der ist hier genau richtig!
Rezensionen von Tara:
Der alltägliche Wahnsinn
Peace, Moms von Evelyn Weigert
„Peace, Moms“ ist ein ehrliches und offenes Buch der Autorin und Zweifachmutter Evelyn Weigert.
Wer Kinder hat, kennt den täglichen Wahnsinn, den das Leben mit sich bringen kann. Nichts läuft so wie es soll, man ist mit den Nerven am Ende, aber am Ende des Tages bleibt einem nichts anderes übrig als alles mehr oder weniger unter Kontrolle zu bekommen.
Irgendwie gelingt das auch immer. Aber wie machen das eigentlich die anderen Mütter und Väter?
Bereits mit ihrem Vorwort hat mich die Autorin direkt abgeholt. Inzwischen sind meine Kinder schon ein wenig älter, aber was sie beschreibt, kam mir mehr als bekannt vor und ich finde es ausgesprochen schade, dass ich das Buch nicht schon vor einigen Jahren gelesen habe. Das Wissen, dass es anderen Müttern genauso geht wie mir und dass das Chaos und der zeitweise Kontrollverlust, den Kinder so manches Mal mit sich bringen, nichts Ungewöhnliches ist, tut einfach gut.
In 15 Kapiteln beschreibt Evelyn Weigert die unterschiedlichsten Alltagssituationen, in denen sich – darauf würde ich wetten – jedes Elternteil wiederfinden kann. Ihr Schreibstil ist locker und amüsant, teilweise ein wenig derb, aber durchgehend sehr offen und ehrlich. Zurückhaltung kennt die Autorin nicht und das macht sie ausgesprochen sympathisch.
Kinder sind einfach toll, aber sie können auch so anstrengend sein und das Wissen, dass es damit allen Eltern gleich geht - ich muss es einfach noch einmal sagen - tut einfach gut.
Liest man dieses Buch bevor man Kinder hat, wird man sicherlich einiges kaum glauben können. Dennoch lohnt es sich zu erfahren, was auf einen zukommen könnte. Sind die Kinder im entsprechenden Alter, wird es wahrscheinlich schwierig die Zeit dafür zu finden, aber vielleicht gelingt es ja irgendwie… lohnen würde es sich und wenn sie ein wenig älter sind, kann man sich damit wunderbar zurückerinnern und amüsieren.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Heftig
Locked in von Henri Faber
Henri Faber schreibt unglaublich packende Thriller und hier war allein das übergeordnete Thema schon super interessant und schafft ein beängstigendes Rahmenszenario. Das Buch ist von Beginn an bereits sehr spannend und legt ein ordentliches Tempo und ein konstantes Spannungslevel vor. Mit all den Twists und Wendungen habe ich absolut nicht gerechnet und bin immer noch ein bisschen baff.
Das Buch beinhaltet nicht nur einen Fall, sondern eigentlich drei und zwischendrin wurde es kurz mal ein bisschen unübersichtlich, wer jetzt hier eigentlich der Schurke des Szenarios ist. Bin ehrlich, da wars ein bisschen drüber und irgendwie unglaubwürdig. Aber der Unterhaltungswert des ganzen war natürlich enorm- Clankriminalität, verrückter-Professor-Vibes, Entführungen und eine dramatische Familiengeschichte. Hier wird so einiges geboten.
Es wird viel mit den Erzählperspektiven gespielt, was eine ordentliche Überraschung bereithielt. Nicht schlecht, sogar eigentlich ziemlich grandios. Ich glaube der Erzählstil war für mich hier das, was so catchy war, weil man versucht hinter die Geheimnisse zu kommen.
Maertens ist ein schwieriger Protagonist aber irgendwie auch so ein Antiheld. Mochte den am Ende doch ganz gern, auch wenns ein steiniger Weg bis dahin war. So ziemlich alle Figuren handeln anders als man erwarten würde, wodurch es wunderbar verwirrend, aber auch fesselnd ist. Faber schafft es dieses Verwirrspiel trotzdem sehr logisch aufzubauen, sodass man den Faden nicht verliert und immer nur eine große Enthüllung im Fokus steht. Mir hats gut gefallen.
Rezensionen von Pearl:
Präsente Vergangenheit
Zypressensommer von Teresa Simon
Julias Opa stammt aus einem kleinen Dorf in der Toskana. Nach seinem Tod hinterlässt er seiner Enkelin Julia einen Zettel mit ein paar kurzen Sätzen. Um das aufzuklären fährt Julia nach Italien und kommt so nach und nach auf die geheimnisvolle Lebensgeschichte ihres Nonnos, der als Kriegsgefangener nach Deutschland kommt.
Der Rest der Familie lebt nach wie vor in den kleinen toskanischen Dorf. Dort hatte die Familie im Zweiten Weltkrieg im Widerstand gearbeitet. Eines Tages schlagen die Nazis dort und in den umliegenden Dörfern unbarmherzig zu. Löschen ganze Dörfer aus, durch Brände und Morde. Dem alles und noch viel mehr kommt Julia auf die Spur.
Fazit:
Der Roman hat dramatische Passagen erzählt aber auch von Liebe, Verzeihen und Zusammenhalt. Punktabzug, da hier viele italienische Sätze,leider nicht übersetzt werden.
Rezensionen von MarcoL:
Was tun, wenn der Vater eine Brauerei besitzt? Nette Unterhaltung.
Der unsterbliche Zando von Martin Rost
Der dreiundzwanzigjährige Fritz Fello hat so seine Pläne und Vorstellungen vom Leben. Glaubt er zumindest. In Wahrheit hangelt er sich von einer Nacht zur anderen – als Nachtwärter, um den restlichen Tag mehr oder weniger zu verschlafen. Da kann auch Toni nicht viel daran ändern, die, von Australien zurückgekehrt, einfach in sein Minikellerappartement einzieht und das nächtlich leerstehende Bett benützt.
Bezeichnend ist die Aussicht aus dem kleinen Fenster auf vorbeitrippelnde Beine, meist Kinderfüße.
Dabei hätte es auch anders laufen können. Aber man muss Fritz verstehen. Er könnte die Brauerei seines Vaters übernehmen. Ein Vater, der ihn geduldig bei sich wohnen ließ (welch erhabene Leistung), nachdem seine Mutter auf und davon ist.
Die Geschichte geht in der Chronologie mal zurück, mal spielt sie in die Gegenwart. Fritz arbeitete in der Brauerei, hatte so etwas wie einen Hilfsjob, und sollte wohl irgendwann das Geschäft übernehmen, welches vor mehr als 50 Jahren von seinem Großvater gegründet und aufgebaut wurde. Insgesamt scheint sein Großvater die eigentliche Vaterfigur zu sein, während sein Vater nur ein Firmenboss und selbstdarstellender wohlwollender Gönner ist. Er meint, es sei für Fritz nun Zeit, etwas aus seinem Leben zu machen und BWL oder etwas in der Art zu studieren. Und wirft ihn quasi, Fritz dabei nicht ganz unverschuldet, raus.
Es taucht Maik Zando auf. Eine kryptische Gestalt, dem Geld hinterherrennend wie der Teufel den Seelen. Er habe da was – ganz was tolles, dazu müssen sie aber beide nach Australien fliegen. Nicht ganz greifbar, aber Fritz willigt ein, denn vielleicht kann er ja dann, Maik deutet da was an, seinem Vater eins auswischen. Und dann noch diese mysteriöse Mappe, die Maik immer herumträgt, aus der das Geld bündelweise herauslugt.
Die Geschichte geht hin und her, vermischt sich mit nebulösen Traumsequenzen und lässt Wirklichkeit und Gespinste miteinander vermischen. Einige Bekannte von Fritz und seinem Vater tauchen auf, und stiften nur noch mehr Verwirrung. Und die Brauerei läuft anscheinend auch nicht mehr so dolle …
Wie dann alles ausgeht, oder miteinander zusammenhängt, oder nicht gar ein Plan dahinter steckt, muss jeder für sich selber rausfinden.
Sprachlich ist der Roman sehr locker aus der Ich-Perspektive von Fritz geschrieben, die Dialoge dem Alter der Protagonist*innen gut angepasst. Ein Spannungsbogen, von dem man nicht weiß, wohin er führen wird, zieht sich durch das Buch und lässt die Geschichte Seite für Seite dahinschmelzen. Bis zum Ende – das ich für mich persönlich mit einem großen Fragezeichen abgeschlossen habe. Und dennoch bietet der Roman ein Karussell über existenzielle Fragen wie dem Zurechtfinden in einer vorgezeichneten Gesellschaft, gerade für junge Menschen.











