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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gilasbuecherstube :

Eine Dystopie, die unter die Haut geht

Der Schicksalspreis von Ava Cooper

Stell dir vor, jede Entscheidung in deinem Leben – dein Beruf, deine Beziehungen, sogar dein Tod – wird von einer künstlichen Intelligenz getroffen.
Lina, 17, glaubt fest an dieses System, das allen Menschen ein perfektes Leben verspricht. Doch ihr Vertrauen zerbricht, als sie mitansehen muss, wie ihre beste Freundin brutal ermordet wird.

Die Behörden sprechen von einem „notwendigen Schicksalspreis“.
Lina beginnt zu zweifeln und ermittelt auf eigene Faust. Es dauert nicht lange, bis sie zwischen die Fronten gerät. Plötzlich ist sie eine Gejagte: von der Regierung, skrupellosen Verbrechern und ihrem eigenen Vater, einem der führenden Köpfe hinter dem System.

Diese Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt.
Ava Coopers Schreibstil ist flüssig, lebendig und atmosphärisch, mit einer Prise Romantik, ohne kitschig zu werden.
Die von ihr geschaffene Welt wirkt erschreckend real.
Die Handlung ist rasant, mit starken Plottwists und einer Protagonistin, die mit sofort sympathisch war.
Lina ist keine makellose Heldin und gerade das macht sie so authentisch. Ihre Entwicklung ist zu jeder Zeit nachvollziehbar und tiefgründig. Auch die Nebenfiguren sind facettenreich und glaubwürdig gezeichnet.

Besonders beeindruckt hat mich, dass Ava Cooper in ihrem Roman nicht nur auf Spannung und Technik setzt, sondern grundlegende Fragen in den Mittelpunkt rückt:
Wie frei sind wir wirklich? Wer entscheidet, was "das Beste" für uns ist?
Diese Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und haben mich immer wieder zum Nachdenken angeregt.

Fazit:
Ein fesselnder, emotionaler Roman, der unter die Haut geht.
Geeignet für Leser*innen ab ca. 14 Jahren – aber auch für Erwachsene absolut lesenswert.
Für alle, die Dystopien lieben, mitfühlen, mitdenken und mitfiebern möchten: eine klare Leseempfehlung!
Ich freue mich schon jetzt auf Band 2.

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Rezensionen von ReiShimura:

Widersprüchlich und doch stimmig

The Serpent and the Wolf von Rebecca Robinson

Rebecca Robinson und ich hatten einen etwas holprigen Start. Mit großer Freude und Begeisterung habe ich mich auf das Buch gestürzt um es nach einigen wenigen Seiten frustriert zur Seite zu legen. Der Funke sprang überhaupt nicht über und ich habe mich mehr durch die Seiten gequält als ich das Lesen genossen habe.

Daher wurden zuerst einmal andere Bücher vom SUB (Stapel der ungelesenen Bücher) gelesen. So ganz losgelassen hat mich das Buch dann aber doch nicht, worauf ich ihm schlussendlich noch eine Chance gegeben habe. Im Nachhinein bin ich darüber mehr als nur froh.
Denn der Funke kam dann doch und aus dem Funken ist mit der Zeit eine Flamme geworden. Eine sehr wechselhafte zwar, die auch immer wieder größer und kleiner wurde, aber ich brannte dann doch für die Geschichte rund um Vaasa und Reid. Wechselhaft war meine Begeisterung vor allem deswegen, weil ich manchmal das Gefühl hatte, dass die Autorin manche Dinge nicht bis zum Ende durchgedacht hatte.
Die Idee mit den verschiedenen Arten der Magie und den daraus resultierenden rivalisierenden Hexenzyklen hat mir gut gefallen. Allerdings waren die unterschiedlichen Magiesysteme für mich bis zum Schluss nicht wirklich greifbar. Dies liegt einerseits daran, dass die Autorin bewusst einige Dinge verschleiert und nicht genau erläutert. Andererseits werden auch Dinge, die sie preisgibt, nur unzureichend beschrieben. Dadurch wirkt das Magie Gesamtkonzept zwar mystischer, aber auch ein wenig unverständlich.
Gerade im Mittelteil des Buches rückt dann aber die Magie ein wenig in den Hintergrund und Politik ist eher das vorherrschende Thema. An diesen Stellen hat die Autorin mich dann auch öfters mal verloren, da ich nicht komplett durchgeblickt habe. Wobei sich einige Knoten, die ich in meinem Kopf hatte gegen Ende hin gelöst haben.
Handelnde Personen gibt es so einige in diesem Buch, wie in den meisten Büchern des Fantasy Genre. Die wichtigsten sind natürlich Vaasa und Reid, die beiden Hauptpersonen. Mit beiden konnte ich mich recht gut anfreunden und besonders gut hat mir gefallen, dass beides sehr widersprüchliche Charaktere sind. Auf den ersten Blick könnte man auch hier sagen, dass die Autorin sich ein wenig verloren hat, aber gerade hier denke ich, dass diese Widersprüche bewusst gewählt und eingesetzt wurden. Reid ist auf der einen Seite ein starker und brutaler Kämpfer, auf der anderen Seite aber auch ein sehr sensibler Mann. Ähnliches gilt für Vaasa, die sich nach außen tough gibt, innerlich aber zerrissen und von Ängsten zerfressen ist. Viele ihre Handlungsweisen im Laufe des Buches waren für mich nicht immer ganz nachvollziehbar, bis die Autorin am Ende einige der Fragen gelöst hat.
Der Schreibstil der Autorin hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen, wenn ich auch das Gefühl hatte, dass sie gewisse Wörter und Phrasen sehr häufig wiederholt. An manchen Stellen hätte ich mir, wie bereits erwähnt detailliertere Beschreibungen und mehr Informationen erhofft. Möglichweise liefert Rebecca Robinson diese aber dann im zweiten Teil. Eine Spannungskurve war vorhanden, aber nicht immer spürbar. Wobei sich gegen Ende hin, man merkt eventuell, dass mich das Ende sehr beschäftigt, die Ereignisse überschlagen und fast zu viel auf einmal passiert. Da es sich bei dem Buch um eine Dilogie handelt, bleiben am Ende einige Handlungsstränge offen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch einige Schwächen aufweist und ich bereits besser konstruierte Bücher gelesen habe. Trotzdem konnte ich die Autorin für ihre Geschichte begeistern und am liebsten würde ich sofort mit dem zweiten Teil beginnen.

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Rezensionen von DoraLupin:

Das Leid der Verschickungskinder

Am Meer ist es schön von Barbara Leciejewski

Ich habe bereits einige Bücher der Autorin gelesen, die mir sehr gut gefallen haben, darunter auch "Fritz und Emma" und "Für immer und noch ein bisschen länger". Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, wollte ich auch dieses Buch unbedingt lesen. Ich habe schonmal etwas von den schrecklichen Kuren der Verschickungskinder gehört und wollte mit diesem Buch gerne noch mehr darüber erfahren.

Die Geschichte macht einen auf jeden Fall nachdenklich und wird noch eine Weile nachhallen.

Die Geschichte handelt von der damals 8-jährigen Susi, die sechs Wochen Kuraufenthalt an der Nordsee verordnet bekommt. Schnell jedoch stellt Susi fest, dass diese Wochen zu den schlimmsten ihres Lebens werden! Wer den Teller nicht leer isst, die Regeln bricht oder sich anderweitig aufsässig zeigt, wird von den Erzieherinnen hart bestraft. Kein Hilferuf dringt zu den Eltern durch, denn die Briefe der Kinder werden kontrolliert. Doch immer wieder schlagen Susanne und ihre Freunde den »Tanten« ein Schnippchen. Dann kommt es zu einem Vorfall, der Susanne noch Jahrzehnte später in ihren Alpträumen verfolgt, bis sie beschließt, sich endlich dem Trauma ihrer Kindheit zu stellen.

Ich weiss nicht genau ob es am Thema lag, aber diesmal empfand ich den Schreibstil der Autorin nicht so einnehmend und berührend wie in ihren anderen Büchern. Sehr schnörkellos wird vom Aufenthalt im Haus Morgentau berichtet und sehr erschütternd wird über das Leben der Kinder dort erzählt, aber die Geschichte konnte mich nicht ganz so sehr berühren wie ich das zunächst gedacht hatte. Das Buch wechselt kapitelweise zwischen der Gegenwart und 1969, die Zeit in der Kinderkur, der Strang in der Vergangenheit hat mir dabei besser gefallen als die Gegenwart. In dieser geht es um Susannes Mutter, die in einem Pflegeheim ihre letzten Tage verbringt. Die Schwestern und das Leben im Heim wurden hier etwas klischeehaft beschrieben wie ich finde und teilweise ist mir dieser Erzählstrang auch zu zäh gewesen. Mit der kleinen Susi dagegen konnte ich wirklich mitfühlen und es war wirklich schockierend was die Kinder damals alles erleben mussten und es war teilweise wirklich hart weiterzulesen.

Das Thema des Buches macht auf jeden Fall nachdenklich und ich finde auch sehr wichtig, dass über das Leid der Verschickungskinder berichtet wird und diese Schicksale nicht in Vergessenheit geraten. Das Ende des Buches ist mir fast etwas zu euphorisch gehalten und die anderen Bücher der Autorin fand ich vom Schreibstil her noch berührender als dieses, aber insgesamt auf jeden Fall ein Buch, dass ich alleine schon vom Thema empfehlen kann.

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Rezensionen von Bücherwurm78:

Berührender Roman

Am Meer ist es schön von Barbara Leciejewski

Wenn man nur Titel und Buchcover liest und betrachtet könnte man meinen es handelt sich um eine schöne Urlaubsgeschichte. Aber dem ist nicht so, es geht um ein ernstes Thema, um sogenannte Verschickungskinder. Das sind Kinder die in den 1950er bis 1990er Jahren in der BRD auf kinderärztliche Empfehlung auf Kur geschickt wurden.

Dort gab es aber nicht Erholung, sondern vor allem psychische Gewalt und vieles mehr.
Dieser Roman hat mir richtig gut gefallen und auch tief berührt. Die Autorin hat es mit der fiktiven Geschichte um Susanne sehr gut geschafft, das Thema aufzugreifen und den Lesern näher zu bringen. Dass die Geschichte von Susi bzw. Susanne in zwei Zeiträumen nämlich im Jahr 2018 und im Damals im Jahr 1969 als sie zur Kur musste, erzählt wird, hat mir sehr gut gefallen. Die Story war gut durchdacht und umgesetzt. Den Schreibstil fand ich auch sehr gut, es war flüssig geschrieben. Es blieb für mich immer spannend und ich bin bis zum Schluss neugierig geblieben wie es ausgehen wird, sowohl bei der Kur als auch im Heute.
Fazit: Sehr berührender Roman, sehr lesens- und empfehlenswertes Buch.

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Rezensionen von Lili-Marie:

Unterhaltsame Sports-Romance

Body Check von Elle Kennedy

„Body Check“ war mein erstes Buch von Elle Kennedy. Ich war lange neugierig auf ihre Bücher, da sie immer wieder auf Social Media gelobt werden. Die Sports-Romance hat mich dann dazu gebracht endlich ein Buch von ihr zu lesen.

In dem Buch geht es um Hayden und Brody. Beide haben eine Verbindung zum Eishockey.

Während Brody ein Eishockeyspieler ist, hat Hayden genug von dem Sport und möchte einfach nur etwas Spaß und das auch nur für eine Nacht. Doch als sie diese Nacht ausgerechnet mit Brody verbringt, bleibt der Spaß nicht nur bei einer Nacht.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und bildhaft geschrieben. Die Geschichte ist in der Erzähler-Perspektive geschrieben. Damit kam ich sehr gut zurecht auch wenn ich die Ich-Perspektive viel lieber lese. Hier hatte ich weniger das Gefühl die Charaktere richtig kennenzulernen und die Gefühle und Handlungen nachzuempfinden und zu verstehen. Besonders, da die Kennlernphase der beiden sehr kurz bzw. nicht wirklich vorhanden war.

Die Handlung an sich hat mir gut gefallen und das Buch konnte mich gut unterhalten. Die Charaktere sind sympathisch und auch die expliziten Szenen waren gut geschrieben.

In Anbetracht dessen, dass das Buch schon einige Jahre alt ist und soweit ich weiß der Debüt Roman der Autorin ist, fand ich das Buch sehr gelungen und auch passend in den heutigen Sports-Romance Trend. Da die Off-Campus-Reihe immer wieder genannt wird, werde ich mich wohl auch mal an dies Reihe wagen.

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Rezensionen von carola1475:

Spannungsroman mit überraschenden Wendungen

Die unsichtbare Hand von Julie Clark

Die Ghostwriterin Olivia braucht aus finanziellen Gründen dringend einen neuen Auftrag und so nimmt sie trotz großer Bedenken an, als der erfolgreiche Autor Vincent Taylor sie anfragt, denn es handelt sich um ihren Vater, zu dem sie seit fast 20 Jahren keinen Kontakt mehr hat.
Als sich herausstellt, dass es sich nicht um ein Romanprojekt, sondern die Memoiren des kranken Schriftstellers handelt, hofft Olivia herausfinden zu können, was vor fast 50 Jahren passiert ist, als die beiden Geschwister des Vaters ermordet wurden und Vincent kurzzeitig unter Tatverdacht geriet.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt – 1975 und heute – und aus verschiedenen Ich-Perspektiven, so dass ich die Gedanken und Gefühle der Protagonisten unmittelbar teile. Das Lebensgefühl Jugendlicher und die Atmosphäre der 70er Jahre fängt Julie Clark gut ein. Und sie zeigt sehr deutlich, wie die Vergangenheit die Gegenwart prägt und auch die Entwicklung der Persönlichkeit bei den damals Beteiligten. Der flüssige Schreibstil ist einfühlsam und ruhig, der Handlung angepasst. Die Figurenzeichnung ist gelungen, die Charaktere sind komplex und glaubwürdig.
Sich steigernde Spannung entsteht nicht nur durch die ungeklärten Ereignisse in der Mordnacht, wobei ich als Leser bis zum Ende miträtseln kann, sondern auch auf psychologischer Ebene, hier vor allem, aber nicht nur, bei Olivia.

Ich habe das berührende Familiendrama gern gelesen, es hat mich gut unterhalten. Interessant und mir neu war die Beschreibung der Arbeitsweise und -bedingungen einer Ghostwriterin und die damit verbundenen Risiken für ihr berufliches Ansehen.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Kinderwunschbehandlung in Südkorea

Hello Baby von Kim Eui-kyung

Südkorea ist das Land mit der niedrigsten Geburtenrate weltweit, 2022 lag sie bei nur 0,78 Kindern pro Frau. In diesem Roman einer Südkoreanerin, die selbst von dem Thema betroffen ist, Erfahrung mit Kinderwunschkliniken hat und der es leider nicht gelungen ist, Mutter zu werden, bekommen wir einige Einblicke in mögliche Gründe dafür und in die südkoreanische Gesellschaft insgesamt.

Es wird eine Gesellschaft geschildert, die einerseits sehr leistungsorientiert ist und den arbeitenden Menschen enorm viel Einsatz und ein hohes Ausmaß an Arbeitsstunden abverlangt, andererseits aber gerade im familiären Bereich noch sehr traditionell ist. Das zeigt sich zum Beispiel daran, welche enorme Bedeutung bei einem Paar die Schwiegereltern der Frau - also die Eltern des Mannes - und deren Wünsche und Erwartungen zu haben scheinen.

Manches junge Paar lebt sogar gemeinsam mit den Schwiegereltern, was, wie eine der fiktiven Romanfiguren sagt, bedeuten kann, mehr Zeit mit der Schwiegermutter zu verbringen als mit dem eigenen Mann, der viel arbeitet und auch beruflich oft auf längeren Reisen ist. Diese Schwiegereltern scheinen es oft auch zu sein, die unglaublichen Druck auf das Paar und insbesondere auf die junge Frau ausüben, Nachkommen - und zwar möglichst schnell zumindest auch einen männlichen - zu produzieren, und die oft davon ausgehen, dass es auf jeden Fall an der Schwiegertochter und nicht an dem eigenen geliebten Sohn liegen müsse, wenn es nicht gleich klappt.

Auf der anderen Seite ist Südkorea eben auch hochentwickelt und modern, viele junge Menschen haben die Universität absolviert und es gibt hochmoderne Kinderwunschkliniken. Die Tragik fast aller in diesem Buch vorkommenden Paare ist, dass diese Kinderwunschklinik erst relativ spät besucht wird: meistens erst Mitte/Ende 30 oder gar erst Anfang 40, wenn die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft auch mit dieser Unterstützung altersbedingt leider schon recht niedrig sind.

Warum das so ist, wird einem auch klar, wenn man das Buch liest: zwar haben die meisten Paare sich durchaus schon einigermaßen jung und auf der Universität kennen gelernt und sind schon seit langer Zeit zusammen. Aber die südkoreanische Gesellschaft an sich scheint sehr kinderfeindlich zu sein, und das gilt noch einmal mehr für den Bereich der hochqualifizierten Frauen, so scheint mir. Es scheint normal zu sein, jahrzehntelang in einer Beziehung zu sein, aber überhaupt keine Kinder zu wollen, oder erst sehr spät.

Wenn eine Frau mal schwanger wird, kann sie nicht mit dem Wohlwollen von Seiten der Firma rechnen: es wird erwartet, dass sie bis kurz vor der Geburt beruflich die volle Leistung erbringt, sich nichts anmerken lässt, danach nur kürzestmöglich in Mutterschutz geht und auf keinen Fall das volle Ausmaß an erlaubter Elternzeit ausnützt. Aber selbst dann wird sie schief angesehen dafür. Die Entscheidung einer hochqualifizierten jungen Frau in Südkorea, Mutter zu werden, scheint also noch einmal schwieriger zu sein als bei uns in Europa. Zusätzlich besteht die enorme Gefahr, danach komplett aufs berufliche Abstellgleis geschoben und in eine sehr traditionelle Mutterrolle, im Extremfall im Haushalt der eigenen Schwiegereltern, gedrängt zu werden.

All diese ausführlich von mir geschilderten Hürden stellen den Hintergrund dar, warum eben die Mehrzahl der sechs im Buch vorkommenden Frauen sich erst so spät mit dem Thema beschäftigt und die Unterstützung der Kinderwunschklinik braucht - und selbst diese in den meisten Fällen nichts mehr bringt. Wir lernen sechs Frauen kennen, die alle zwischen Mitte 30 und etwa Mitte 40 sind und sich im Kontext der Kinderwunschbehandlung kennen gelernt haben. Es sind überwiegend sehr gut qualifizierte, beruflich erfolgreiche Frauen, etwa eine Anwältin und eine Tierärztin mit eigener Praxis.

Die Frauen gründen eine Gruppe auf KakaoTalk, einem Instant-Messaging-Dienst, der vermutlich WhatsApp ähnelt, und tauschen sich dort über ihre Kinderwunschbehandlungen aus. Bis überraschend eine von ihnen - mit 46 Jahren ausgerechnet die älteste und jene, die vor einem Jahr beschlossen hatte, die Kinderwunschbehandlung aufzugeben - postet, vor kurzem Mama geworden zu sein und alle anderen zur Babyparty einlädt... während gleichzeitig in einer Geburtenstation in der Nähe der Kinderwunschklinik ein Neugeborenes verschwunden ist und verzweifelt gesucht wird.

Sehr emotional ist das Buch nicht geschrieben. Die Geschichten der Frauen werden eine nach der anderen abgehandelt, wir erfahren etwas über ihr Leben und die Hintergründe, die sie in die Kinderwunschklinik geführt haben. Bei fünf der sechs Frauen ist es tatsächlich der akute unerfüllte Kinderwunsch, die sechste möchte mit Social Freezing vorsorgen, um eben später nicht in diese Lage zu geraten, ist aber mittlerweile auch schon Mitte 30. Ihre langjährige Beziehung ist gerade in die Brüche gegangen.

Wer sich für die medizinischen Hintergründe einer Kinderwunschbehandlung interessiert und bisher nicht viel darüber weiß, kann aus diesem Buch einiges lernen. Es wird sehr detailliert geschildert, welche verschiedenen Ursachen es sowohl auf Seiten der Frau (z.B. PCO-Syndrom) als auch auf Seiten des Mannes (z.B. Azoospermie) für den unerfüllten Kinderwunsch geben kann, welche Behandlungsmöglichkeiten (Insemination, ICSI, IVF,...) es gibt und wie diese bis ins Detail medizinisch ablaufen. Auch Ovulationstests, das Spekulieren über mögliche Einnistungsblutungen, Fehlgeburten usw. spielen eine Rolle. Es geht also wirklich um das ganze Spektrum der Kinderwunschzeit mit medizinischer Unterstützung.

Nebenbei lernt man so einiges über die südkoreanische Gesellschaft, hier eine Textstelle, die beides zeigt: ""Was ist denn ein Abortivei?" fragte Munjeong. "Es kommt zwar zu einer Einnistung in der Gebärmutter, aber das Embryo entwickelt sich nicht weiter. Ich war in der Klinik, um das Herz des Babys zu hören. Es gab eine Fruchtblase, aber ohne Dottersack und Embryo. Es war wie ein leeres Haus. Ein leeres Haus, das zumindest ziemlich geräumig gebaut war. Vielleicht hat das Baby geahnt, dass seine Eltern kein eigenes Haus besitzen, und wollte sich selbst ein ordentliches bauen..." (S. 44)"

Ich persönlich habe das Buch gerne gelesen und interessant gefunden. Die porträtierten Frauen sind mir allerdings alle emotional nicht sonderlich nahe gegangen. Das mag an der eher distanzierten Schilderung liegen, die möglicherweise mit der südkoreanischen Kultur zu tun hat (das kann ich nicht beurteilen, weil ich diese kaum kenne). Und ein bisschen vielleicht auch an den für mich sehr fremdartigen Namen (Hyekyoung, Munjeong, Jeonghyo...), bei denen ich immer wieder mal kurz überlegen musste, von welcher Frau jetzt die Rede ist. Beides kann ich dem Buch nicht vorwerfen, es handelt sich nun mal um ein übersetztes Werk aus einer Kultur, die sich von der europäischen sicher in vielem stark unterscheidet.

Wem würde ich das Buch empfehlen? Tatsächlich all jenen, die sich sowohl für Südkorea als auch für das Thema Kinderwunschbehandlung interessieren, ohne persönlich zu betroffen zu sein. Aus persönlicher Distanz und wenn man mit der eigenen Familiensituation einigermaßen zufrieden ist, ist es ein interessant zu lesendes Buch. Doch wenn jemand persönlich von bisher unerfülltem Kinderwunsch und erfolglosen Kinderwunschbehandlungen betroffen wäre, könnte es schon ein recht deprimierendes Buch sein: kaum eine der porträtierten Frauen erreicht mit der Behandlung ihr gewünschtes Ziel: ein Baby. Wer in Bezug auf dieses Thema also sensibel ist, entscheide sorgfältig, ob es gerade der richtige Zeitpunkt ist, sich so detailliert mit dem Thema in diesem Buch zu konfrontieren.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Unheimlich spannend

Seven Ways to Tell a Lie von Colin Hadler

Ein Video geht viral in der Stadt Wayne in den USA: ein Schulbus stürzt in eine Schlucht und geht in Flammen auf. Niemand überlebt.

Jonah ist fassungslos, denn er sitzt lt. Video in dem Bus. Nur ist dem nicht so, es handelt sich um Deepfake. Und bald wird klar, dass es nicht bei dem einen Video bleibt.

Immer mehr von Jonas Highschool-Freunden werden Opfer davon, denn in den Videos werden schlimme Geheimnisse publik.

Ich habe - als Erwachsene - das Buch durchgesuchtet, es ist so dermaßen spannend gewesen, dass ich es kaum weglegen konnte.
Eigentlich ist es ja ein Jugendthriller. Die Themenwahl mit Deepfake und Co passt perfekt, allerdings ist das Buch in meinem Augen sehr brutal. Deshalb würde ich die Altersempfehlung von 13 Jahren so nicht bestätigen, es sind Szenen mit Gewalt und gegen Ende hin wird es schon sehr heftig, das vermutet man anfangs nicht.

Die Fünfzehnjährige im Haus fand es hingegen zwar auch heftig, aber „schon noch ok“, deshalb wäre meine Empfehlung erst ab 15 Jahre.

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Rezensionen von Anjulia :

Der große Wunsch nach einem eigenen Baby

Hello Baby von Kim Eui-kyung

Die Frauen der WhatsApp Gruppe "Hello Baby" sind zwischen Ende Dreißig und Mitte Vierzig und Patientinnen in der Baby-Angel-Fruchtbarkeitsklinik in Seoul. Der größter Wunsch jeder der sechs Frauen ist es Mutter zu werden. Trotz aufwendiger Behandlungen stellt sich kein Erfolg ein. Um so größer ist die Verwunderung, als die 46 jährige Jeonghyo, ein Jahr nach Abbruch ihrer Behandlung, Baby-News verkündet.

Hello Baby von Kim Eui-kyung widmet sich dem Thema Kinderwunsch und künstliche Befruchtung. Anhand der sechs unterschiedlichen Protagonistin, wird der mentalen und auch körperlichen Leidensdruck, den die ungewollte Kinderlosigkeit mit sich bringt, dargestellt. Die knapp 250 Seiten sind zum Teil sehr fokussiert auf die medizinische Behandlung. Da ich mich bislang nicht mit dem Thema auseinandergesetzt habe, war mir der genaue Ablauf dieser Behandlung doch neu. Auch kann man schnell feststellen, dass in Südkorea die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch schlechter als in Deutschland möglich ist. Die Arbeitsbelastung scheint hoch und Mutterschaftspausen wohl schwierig/ nicht gerne gesehen. Auch ein Grund, neben den hohen Kosten, für die auffällig niedrige Geburtenrate des Landes. Gleichzeitig belastet viele der Frauen auch das Anspruchsdenken der Eltern und Schwiegereltern, die sich ein Enkelkind wünschen. Die Schreibweise der Autorin ist gut zu lesen, insgesamt für das emotionale Thema, das natürlich auch gescheiterte Übertragungen und Fehlgeburten beinhaltet, sehr sachlich. Die einzelnen Charaktere fand ich etwas austauschbar, vielleicht auch weil sich ihre Hintergrundgeschichten ähneln. Schön fand ich, dass man gerade zum Ende hin, die emotionale Verbindung der Frauen zueinander spüren kann. Hello Baby ist auf jeden Fall ein Buch, das einen interessanten Blick auf die Thematik der ungewollten Kinderlosigkeit und Anstrengungen der Kinderwunschbehandlung wirft und dabei gleichzeitig durchaus gesellschaftskritsch ist.

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Rezensionen von Cxicken:

Die Perlenkette des Lebens

Perlen von Siân Hughes

Der Roman „Perlen“ von Siân Hughes behandelt die Geschichte einer Frau, wessen Leben stark von dem frühen Tod ihrer Mutter geprägt ist. Es handelt sich um ein mythisches Buch, bei dem der wahre Grund für das Verschwinden der Mutter erst am Ende geklärt wird.
Doch zunächst zu der Gestaltung: Der Roman verfügt über keinen Umschlag, jedoch ist der Buchdeckel in einer schönen, fast grellen grünen Farbe gehalten.

Es ist aber keine einheitliche Farbe, da kleine Kreise, auch mit einer anderen glatten Textur, ein Schwarz-Weiß-Bild aus dem Hintergrund zum Vorschein bringen. Diese Kreise wirken wie Perlen – wie der Name des Romans.
Am Anfang jedes Kapitels ist Ausschnitt eines Reimes abgebildet. Im Laufe des Romanes wird der Grund für dieses Stilmittel klar. Anfangs war ich etwas von dem direkten Einstieg verwirrt und brauchte erst einmal meine Zeit um mich hereinzulesen. Jedoch wurden die Charaktere mit der Zeit immer authentischer und liebevoller, sodass ich das Buch zum Schluss nicht mehr weglegen wollte. Es werden durchaus sehr harte und tabuisierte Themen angesprochen, wie Suizidgedanken, Depressionen, Kindesverlust oder Armut. Diese Themen wurden jedoch so in die Geschichte eingebunden, dass sie verständlich und authentisch sind.
Zu dem Schreibstil kann ich nicht viel mehr sagen, außer dass er angenehm ist. Mir ist er nicht als störend oder sehr positiv aufgefallen.
Obwohl ich die Entscheidungen der Protagonistin teilweise nicht nachvollziehen konnte, kann ich mir vorstellen, dass andere mit ihr resonieren können. Meine Lebenssituation ist so weit weg von ihrer, weswegen damit einfach immer ein Abstand zwischen uns blieb. Daher hat der Roman auch nicht sonderlich viele Emotionen bei mir hervorgerufen.
Diesen Roman empfehle ich insbesondere Menschen, die mit solch schweren Themen erst einmal klarkommen. Sonst kann ich dem Buch keine Zielaltersgruppe zuordnen, da ganz viele verschiedene Lebenssituationen der Protagonistin dargestellt werden.

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