Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein gelungener Reihen-Auftakt
Nur die Wühlmaus war Zeuge von Martina Pahr
Valentina hat sich ihren Lebenstraum (fast) erfüllt: Sie erhält einen Schrebergartenparzelle zugeteilt. Nur der Teich fehlt noch zu ihrem Glück. Sie beginnt mit dem Ausgraben und stößt auf die Leiche ihres Vorgängers Wiggerl Wetzstein. Wer hat ihn erschlagen und eingebuddelt?
Die Tätersuche erweist sich als mühsam, denn der Tote war nicht unbedingt beliebt, weshalb so ziemlich jede und jeder verdächtig ist.
Die Polizei lässt die eingeschworene Gemeinschaft der Schrebergartler auch lieber außen vor, hat doch jeder Bewohner sein kleines oder größeres Geheimnis, wie Althippie Jo, der Gras nicht nur als Rasen anbaut. Federführend bei den Ermittlungen ist die betagte Friedl, die mit einem Rollator, in dem sich allerlei Lebenswichtiges wie Gin etc. befindet, Verdächtige befragt und den Überblick zu bewahren scheint. Sie ähnelt der berühmten Miss Marple. Dass es letztendlich noch einen zweiten Toten gibt, ist unerwartet.
Meine Meinung:
Das Sub-Genre Cosy-Crime, das in einer Schrebergarten-Kolinie spielt, ist in den letzten Jahren mehrfach aufgegriffen worden und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass skurrile Laien völlig unbedarft Verdächtige befragen. Wenn dann manchmal der oder die Eine in Gefahr gerät, ist unter Kollateralschaden zu verbuchen.
Ich kenne eine Schrebergarten-Krimi-Reihe, die in Berlin spielt und ähnlich skurrile Charaktere aufweist. Allerdings ermitteln dort ein ehemaliger Kriminalkommissar und eine Laubenbesitzerin.
Hier in diesem, kommt die Polizei nur in kleinen, fast homöpathischen Dosen vor. Doch einer der Ermittler gewinnt das Herz von Barbara.
Schrebergärten sind ein Mikrokosmos, dem sich viel Freude aber auch einige Abgründe verbergen.
Natürlich liegt der Fokus eher auf der vermeintlichen Schrebergartenidylle, die zahlreiche schräge Typen und einige Rätsel für uns Leser bereit hält, als auf authentischer polizeilicher Ermittlungsarbeit. Wer solche lieber hat, muss zu einem anderen Krimi greifen.
Der Schreibstil ist flüssig und wird durch das in schwäbischem Dialekt sprechende Ehepaar aufgelockert.
Für das Cover hat sich der Emons-Verlag etwas ganz besonderes einfallen lassen: Das abgebildete Gras fühlt sich wie ein Grasteppich an. Ein haptisches Highlight!
Fazit:
Auftakt einer neuen Cosy-Krimi-Reihe, der mir durch seine skurrilen Protagonisten ein vergnügliches Leseerlebnis beschert hat. Ich vergebe hier 4 Sterne.
Rezensionen von Marw76:
Selbstbestimmtes Sterben
Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben von Lou Bihl
Cover: Das Cover ist sehr schön gewählt worden, es zeigt durch die Blume in der Bildmitte ein Stück Vergänglichkeit und im Hintergrund ist der unendliche Sternenhimmel zu sehen. Diese Schlichtheit und dennoch Schönheit des Covers haben mich angezogen und der Titel des Buches hat mich sofort neugierig gemacht.
Inhalt: Für die Ärztin und Palliativmedizinerin Helena werden selbstbestimmtes Sterben und assistierter Suizid unverhofft zum persönlichen Thema, als ihre beste Freundin Marlene auch ihre Patientin wird. Sie leidet unter einer besonders bösartigen Form von Brustkrebs, kurz nach der Erstbehandlung lassen Metastasen die Hoffnung auf Heilung schwinden.
Die lebenslustige Marlene ist entschlossen, ihr Dasein und die Liebe noch einmal bis zur Neige auszukosten. Doch sie bittet Helena, ihr als letzten Freundschaftsdienst einen assistierten Suizid zu Hause zu ermöglichen, falls der Krebs ihre Lebensqualität in unerträglichem Maße mindern sollte. Sie hatte dies schmerzlich bei ihrer Zwillingsschwester erlebt, die wegen einer unheilbaren Nervenerkrankung Sterbehilfe in der Schweiz suchte, da eine Suizid-Assistenz in Deutschland nach
217 StGB strafbar ist. Diese Rechtslage stellt auch Helena vor ein Dilemma. Doch dann setzt das Bundesverfassungsgericht den Paragrafen außer Kraft.
Meine Meinung: Als ich auf dieses Buch aufmerksam wurde und mir den Klappentext dazu durchgelesen habe, war ich gleich sehr gespannt darauf. Und nachdem ich das Buch nun beendet habe, muss ich sagen, dass es noch eine Weile in mir nachhallen wird, da es die verschiedensten Themen rund um selbstbestimmtes Sterben aufgegriffen hat. Der Schreibstil war die ersten paar Seiten fordernd, da mit komplexen Worten gefüllt aber das hat sich schnell gegeben und als ich richtig im Buch drinnen war, sind die Seiten nur so dahin geflogen. Trotz des traurigen Themas hatte die Handlung eine gewisse Leichtigkeit, sodass die ernsten Themen gut auszuhalten waren. Im Buch wird sehr vieles rund um das Thema Sterbehilfe und selbstbestimmtes Sterben angesprochen, es geht um die zuständigen Paragraphen und verschiedene Arten von Sterbehilfen und darum was in Deutschland und was in Nachbarländern (für Ärzte und Patienten) überhaupt möglich ist. Die Geschichte ist aber auch emotional geschrieben, aus Sicht einer krebskranken Frau und der behandelnden Ärztin, die zugleich die Freundin ist. Der Autorin ist es unglaublich gut gelungen die verschiedenen Emotionen einzufangen wenn man weiss, das Leben geht zu Ende und die Personen haben sehr authentisch gehandelt. Die Themen sind wunderbar recherchiert worden und da die Autorin selbst auch Ärztin ist weiss sie wirklich wovon sie schreibt. Es handelt sich hier um ein sehr interessantes und wichtiges Buch, das zum Nachdenken anregt. So schnell wird mich die Geschichte nicht loslassen. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen und natürlich eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Wer die Kohlmeise stört von Martina Pahr
Es herbstelt in der Schrebergartensiedlung in München. Das merkt man nicht nur an den Horden von Touristen. die zum Oktoberfest auf die Theresienwiese strömen, sondern auch daran dass sich Bienen und Wespen, die um die letzten Blüten herum schwirren und sich ohne Erlaubnis auf den Zwetschkendatschis niederlassen.
Valentina und ihre Gartenfreundinnen haben Zuzug durch Jüngere erhalten. So ist eine Jungfamilie eingezogen und statt Xaver Walter werkeln nun seine Tochter Marie und ihr Verlobter Sebastian im Garten. Sebastian ist ein Beau und Gesundheitsfanatiker, der, was niemand weiß, auf allerlei Getier allergisch reagiert. Ein lebensrettender EpiPen ist immer am Mann, oder doch nicht?
Daher ist die Gartengemeinschaft ziemlich überrascht als er tot im Garten liegt. Valentina und Friedl beginnen zu schnüffeln und entdecken, dass der EpiPen durch ein Übungsgerät ausgetauscht worden ist, was aber der eitle, aber stark kurzsichtige Sebastian nicht erkennen konnte. Wer hat hier nachgeholfen?
Statt die Münchener Polizei mit ihrem Verdacht zu belästigen, beginnen Valentina und jene, die man aus dem ersten Teil der Reihe kennt, zu spekulieren und nachzuforschen. Recht schnell findet man ein mögliches Motiv: Der schöne Bas, wie Sebastian auch genannt worden ist, war ein Egomane, den nur Geld, Sex und Bewunderung seiner jeweiligen Freundin interessiert hat. Dass eine seiner abgelegten Freundinnen im Kleingartenidyll gesehen worden ist, lässt Leni sofort in den Fokus von Friedl, der garteneigenen Miss Marple rücken. Und was hat Willow, die Influencerin und Tochter von im ersten Fall ermordeten Wiggerl Wetzstein, mit seinem Tod zu tun?
Meine Meinung:
Uns Leser erwartet auch diesmal wieder ein humorvoller und turbulenter Kriminalroman, der die Eigenheiten der Schrebergartenbewohner ziemlich gut beschreibt. Man ist eine eingeschworene Gemeinschaft, in der Fremde nichts verloren haben.
Die Figuren sind allesamt mit recht eigenwilligen Charakterzügen ausgestattet. Da ist zum eine Friedl, eine betagte Dame, die auf einen Rollator angewiesen ist, aber deren schräger Humor und kriminelle Energie ungebrochen ist. Oder das schwäbische Ehepaar, das mit seinem Dialekt für den einen oder anderen Grinser sorgt. Oder Valentina, die Ich-Erzählerin, die an Prokrastination, also Aufschieberitis, leidet und ihre Illustrationen zu spät an den Verlag weiterleitet. Valentinas Freundin Barbara, die man nur die Lerche nennt, spielt diesmal eine eher untergeordnete Rolle. Auch Barbaras Freund, der Kommissar, tritt erst ganz zum Schluss auf, als Friedl das Endergebnis und den Täter präsentiert.
Man (also eigentlich frau) schwelgt in Erinnerungen, was einen Mann zum echten Mann macht. Ein Zopferl zählt nicht dazu.
„Die Vorstellung davon, was ein echter Mann ist, muss unsere Generation revidieren. Wir wurden von Syvester Stallone, Han Solo und Michael Douglas geprägt. Nicht unbedingt die gesündesten Vorbilder für die Männlichkeit. Frisur hin oder her.“ (S. 39)
Zudem herrscht auch darüber Einigkeit, dass Basti ein ziemlicher Blender war. (Warum kommt mir dieser Satz als Österreicherin so bekannt vor?)
Eine stringente Handlung, mit polizeilichen Ermittlungen, die zur Überführung des Täters führen, darf man sich hier nicht erwarten. Es wird Kaffee, Tee und manchmal ein Likörchen oder Härteres getrunken und dabei allerlei Spekulationen gewälzt bis letzten Endes die Puzzleteile an die richtige Stelle fallen.
Fazit:
Wer in seinem eigenen (Schreber)Garten einen vergnüglichen Krimi mit einer mehr oder weniger begabten Laientruppe lesen will, ist hier richtig. Alle jene, die lieber authentische Polizeiarbeit mögen, müssen zu einem anderen Krimi aus dem Emons-Verlag greifen. Von mir gibt’s 4 Sterne.
Rezensionen von Kwinsu:
Vom Schwinden der Identität
Das Echo der Sommer von Elin Anna Labba
Rávdná, ihre Schwester Ánne und ihre Tochter Ingá sind Sami, sie folgen dem Lauf der Jahreszeiten. Im Winter leben sie in einer Baracke im Osten, im Sommer ziehen sie gen Westen an den See, um dort der Fischerei nachzugehen. Immer wieder wird durch ein großes Elektrizitätsunternehmen ihr Territorium verkleinert, indem es den See, der ihre Lebensgrundlage darstellt, mehr und mehr aufstaut.
Jedes Mal verlieren sie ein Mehr an dem ohnehin schon geringen Eigentum. Die Samen werden als minderwertiges Volk angesehen, nahezu ohne Rechte. Doch ihr Widerstand wird im Laufe der Jahrzehnte immer mehr...
Elin Anna Labba thematisiert in "Das Echo der Sommer" die kontinuierliche Vertreibung der Sami auf eindrucksvolle Weise. Die indigene Bevölkerung Skandinaviens wurde lange Zeit als minderwertig angesehen, als Menschen betrachtet, die es selbst nicht zustande bringen, in "geordneten" Verhältnisse zu leben. Ohne groß zu fragen, werden sie peu à peu ihres Lebensraumes beraubt, ohne eine Mitsprache an ihrer Zukunft zu haben. Labba erzählt anschaulich die Naturverbundenheit der Sami - und wie diese von der schwedischen Obrigkeit gekonnt ignoriert wurde. Die drei Frauen stecken sich lange zurück, bis sie nicht mehr mitmachen wollen. Dabei gehen sie äußerst unterschiedlich mit der schleichenden Vertreibung um. Ánne, selbst vom Schicksal stark mitgenommen, resigniert, während ihre Schwester Rávdná immer mehr Widerstand leistet. Rávdnás Tochter Inga will bloß leben, interessiert sich nicht wirklich für Politik, sondern bemüht sich um ein erträgliches Überleben. Sie leben im Einklang mit der Natur, doch im Laufe der Zeit scheint das immer mehr ein Hindernis zu sein.
Die Erzählung der Autorin hat eine besondere Atmosphäre, die Leser:innen spüren förmlich die Verbundenheit der Figuren mit der Natur und die zerstörerische Kraft der hegemonialen Herrscherbevölkerung. Die Sprache ist kühl, beinahe unemotional und hinterlässt doch den Eindruck der puren Unterdrückung der indigenen Bevölkerung. Wir begleiten die Protagonistinnen über einen Zeitraum von mehr als fünfzig Jahren (1920er bis in die 1970er Jahre) und fühlen, wie unterschiedlich deren Umgang mit der Unterdrückung doch ist. Von purer Resignation, über widerständischen Handeln zu Ignoranz ist alles vorhanden. Die Charaktere sind äußerst unterschiedlich, ihnen gemein ist aber, dass sie nie wirklich zugänglich sind. Trotzdem sind all ihre Handlungen nachvollziehbar, auch wenn es schwer erträglich ist, in welchem Ausmaß die Unterdrückung stattfindet.
Das Buch ist für alle geeignet, die sich mit der Geschichte und dem Umgang mit dieser europäischen indigenen Bevölkerung auseinander setzen wollen. Die Landschaftsbeschreibungen und die kulturellen und religiösen Aspekte der samischen Bevölkerung werden glaubhaft vermittelt. Die Autorin schafft es gekonnt, Bilder zu erzeugen, die die Handlung, die Figuren und die landschaftliche Atmosphäre authentisch widerspiegeln.
In den letzten Jahren hat es einige Literatur gegeben, die sich mit der samischen Kultur und deren Unterdrückung beschäftigt haben. Elin Anna Labba schafft es in "Das Echo der Sommer" glaubhaft, deren Unterdrückung und eigenen Widersprüche darzustellen. Was aber, wie bei einigen anderen Werken ebenfalls, vernachlässigt wurde, ist, dass den Leser:innen die Möglichkeit geboten wird, die sprachliche Kultur verständlich zu machen. Auch in "Das Echo der Sommer" wird in der samischen Sprache gesprochen, doch leider wird es verabsäumt, wesentliche Ausdrücke in einem Glossar dem nichtwissenden Leser:innenpublikum näherzubringen. Zwar hat mich das wesentlich weniger gestört, wie in anderen Romanen, die das Schicksal der Sami thematisieren, weil die Bedeutung oft in Nachfolgesätzen gekonnt weiterverfolgt wurden. Trotzdem wäre es dem interessierten Lesepublikum durchaus zuzumuten, durch Fußnoten oder einem Glossar immer wieder auftauchende Begriffe wie "Giisá" oder "Eanni" zu erklären, einfach auch um mehr Verständnis den Protagonistinnen gegenüber zu erzeugen. Diese Auslassung im Sinne der Leser:innen begründe ich auch meine Entscheidung, eine Stern für dieses ansonsten wunderbar authentische Bild der Sami in Romanform abzuziehen.
Rezensionen von Ruth:
„ Der See stand in ihrem Zuhause“
Das Echo der Sommer von Elin Anna Labba
Die schwedisch-samische Journalistin Elin Anna Labba hat für ihr Sachbuch über die Zwangsumsiedlung der Sami den wichtigsten schwedischen Buchpreis erhalten. Nun legt sie mit „ Das Echo der Sommer“ ihren ersten Roman vor. Auch hier geht es um ein leidvolles Kapitel in der Geschichte ihres Volkes.
Schon seit Jahrzehnten werden samische Dörfer für die Energieversorgung des Landes geflutet.
Der Roman setzt ein im Jahr 1942. Die dreizehnjährige Ingá macht sich wie jedes Jahr gemeinsam mit ihrer Mutter Rávdná und ihrer Tante Ánne von ihrem Winterquartier auf in ihr „ Sommerland“, ein Dorf an einem See in Nordschweden. Doch ihr Dorf ist schon beinahe ganz im See versunken.Die Regierung hat den Staudamm erhöht, weil die Städte im Süden des Landes mehr Strom brauchen. Auch ihre Torfkote steht schon zur Hälfte unter Wasser. Sie versuchen mit dem Boot noch einige Dinge aus ihrem einstigen Zuhause zu retten. Aber das Wasser steigt schnell. Auch das Grab ihres Vaters, das auf einer erhöhten Insel liegt, versinkt in den Fluten.
Es ist nicht das erste Mal, dass Rávdná und Ánne eine neue Kote bauen müssen. Schon früher hat sie der Staudamm gezwungen, weiterzuziehen, weiter oben am Fjäll zu siedeln.
Rávdná ist zornig. Als Witwe hat sie keine Rentierherde, mit der sie umherziehen muss. Sie lebt vom Fischfang und sie will endlich ein festes Zuhause. Doch der schwedische Staat möchte nicht, dass die Samen sesshaft werden. „ Der Staat hält es für das Beste, wenn sie ihr ursprüngliches Leben beibehalten und weiter mit ihren Rentierherden umherziehen. …Die natürlichen Eigenschaften der Lappen sind für die Sesshaftigkeit nicht gemacht.“
Aber Rávdná gibt nicht auf. Trotz fehlender Genehmigung baut sie sich ein kleines Häuschen und als Jahrzehnte später, wir sind dann Ende der 1960er Jahre, die Staumauer wieder erhöht werden soll, schließt sie sich mit anderen zusammen zum gemeinsamen Protest. Aber aller Widerstand nützt nichts. Erneut wird ihr Zuhause von den Fluten verschlungen.
Die Autorin zeigt uns hier drei starke Frauen aus zwei Generationen, die völlig unterschiedlich mit den Schwierigkeiten ihres Lebens umgehen. Während Rávdná sich gegen das Unrecht zur Wehr setzt, verschließt sich ihre Schwester immer mehr, wird immer stiller, bis sie schließlich stirbt, und Inga arrangiert sich notgedrungen mit den neuen Gegebenheiten.
Wir erfahren in diesem Roman sehr viel über die alte Kultur der Samen, ein Leben in und mit der Natur. Allerdings auch darüber, wie viel sich verändert hat. Dorfgemeinschaften werden auseinandergerissen, ihre Lebensgrundlage immer mehr zerstört. Gleichzeitig wird ihr Volk diskriminiert und ausgegrenzt. Das Winterquartier z.B. ist eine erbärmliche Barackensiedlung ohne Strom am Rande der Stadt. Der indigenen Bevölkerung wird, wie überall, ihre Heimat, ihr Lebensraum weggenommen, ohne ihre Einwilligung und ohne Entschädigung.
Auch hier zeigt sich eindrucksvoll, dass für die Gier der Industrienationen nach Wohlstand andere, Ärmere, bezahlen müssen.
Dabei ist der Roman unglaublich poetisch. Gerade die Passagen, in denen der See selbst zu Wort kommt, wirken wie Gedichte. Die vielen eingestreuten samischen Ausdrücke, die sich meist aus dem Kontext erschließen, stören keineswegs, sondern lassen die Geschichte noch authentischer wirken.
„ Das Echo der Sommer“ ist ein Roman, der Einblick bietet in eine faszinierende Kultur, gleichzeitig ein aufrüttelndes und schmerzhaftes Buch.
Rezensionen von NT:
Zwischen Schlafmangel und Familienwahnsinn
Peace, Moms von Evelyn Weigert
Wer Evelyn Weigert aus den Medien kennt, weiß, was einen erwartet: eine ordentliche Portion Schnauze, Humor, Denglisch und keine Angst vor Tabus. Genau das liefert auch ihr Buch Peace, Moms. In locker erzählten, kurzweiligen Kapiteln spricht sie über ihr Leben als Mutter von zwei kleinen Kindern. Ehrlich, ungefiltert und mit jeder Menge Alltagschaos.
Es fühlt sich an, als würde sie direkt mit uns Lesenden sprechen. Zwischen lustigen Anekdoten, peinlichen Situationen und ekligen Kinder-Momenten (Stichwort: angekaute Apfelspalten unter den Socken) bleibt sie immer authentisch. Manchmal fragt man sich zwar, wie viel Selbstironie noch cool ist (leere Kondomverpackung zwischen den Unterlagen beim Steuerberater?), aber genau das macht auch ihren Stil aus: Sie macht sich verletzlich, zeigt Fehler, reflektiert offen und schafft dadurch Nähe.
Auch wenn ich selbst keine Mom bin, fand ich den Einblick in dieses moderne Familienleben ohne permanente Großeltern-Unterstützung spannend, unterhaltsam und stellenweise berührend. Peace, Moms ist kein Ratgeber, kein Hochglanz-Mutterbild, sondern eine laute, ehrliche Einladung, sich selbst und andere Eltern etwas weniger zu verurteilen. Ein Buch, das sagt: Es ist okay, wenn’s chaotisch ist. Hauptsache, man hält zusammen.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Ein faszinierender Blick ins All und in die Zukunft
Astro-Tims Sternstunden von Tim Ruster
Tim Ruster war mir bisher unbekannt, erst mit der Lektüre seines Buches habe ich mir auch die Videos des YouTube-Moderators angeschaut.
In diesen erklärt er ebenso wie in seinem Buch das Universum.
In einem leicht verständlichem Schreibstil gibt er einen Aus- und Einblick in das All in 50, 100, 200, 400, 800 und 1000 Jahren.
Bevor es in die Zukunft geht, schaut er noch die entsprechenden Jahre zurück.
Das Buch bietet einen interessanten Einblick auf die kommenden Entwicklungen in der Raumfahrt. Die Sprache von Tim Ruster ist einfach und die Kombination aus Text und Bild passt, so wird das Ganze anschaulich.
Die hier dargelegten astronomischen Grundlagen bieten eine gute Basis für Einsteiger bzw. Leser ohne Vorwissen.
Dabei spürt man auf jeder Seite die Begeisterung des Autors für die Astronomie, so dass das Lesen einfach Spaß macht.
Rezensionen von MariasBooks:
So ein wichtiges Thema!
When the Rain Burns - Based on Sina's True Story von Justine Pust
Basierend auf Sinas wahren Geschichte behandelt dieses Buch mit emotionalen Worten die Themen Trauma, toxische Beziehungen und die Befreiung aus genau jener.
Zum Buch
When the Rain burns ist ein New Adult Standalone aus der Feder von Justine Pust. Das Buch ist im Heartlines Verlag erschienen, der zu Penguin gehört.
Design
Das Buchcover ist sehr dunkele Farben gehalten und spiegelt so die düsteren Themen wieder, die im Buch behandelt werden. Kornblumen zieren das Cover, die immer wieder im Buch erwähnt werden.
Die Kapitelüberschriften sind schön gestaltet, aber es kam im Lesefluss ein paar Mal vor, dass ich den POV nicht sofort mitbekommen habe.
Persönlich bin ich nicht der größte Fan von diesem Cover, da mir die Farbkombination aus fast-schwarz, blau, gelb nicht so zusagt.
Aber man soll Bücher ja nicht nur nach dem Äußeren beurteilen.
Deswegen gehts gehts jetzt gleich weiter zu den Dingen, die mir besonders gut gefallen haben:
Justines einfühlsamer und emotionaler Schreibstil passt perfekt zu dieser Art von Buch.
Die Kapitelanfänge und -enden sind sehr poetisch und erzählend geschrieben.
Zudem sind durch die kurzen Kapitel und durch die 2fache POV Sicht die Gefühle und Geschehnisse für die Leserschaft sehr nahegehend.
Das hat bei mir dazu gefüht, dass ich bei manchen der Szenen das Buch kurz zur Seite legen musste, um alles etwas zu verarbeiten.
Des das Buch hitted mit seiner direkten Beschreibung sehr hart.
Dieses Buch hat mich in jeder Hinsicht sehr viel fühlen lassen und schafft es auch sehr gut für das Thema zu sensibilisieren.
Was mir weniger gut gefallen hat, war die unnötige Spice Szene, die am Ende noch in das Buch reingequetscht wurde. Die hat von der Stimmung und Ernsthaftigkeit der Stimmung nicht wirklich hingepasst. Zudem muss man wohl nicht extra sagen, dass lovemaking bei Gewittert in der Natur nicht das klügste ist.
Das Buch wird als New Adult Romance eingeordnet,aber die Lovestory ist nur eine Nebenhandlung. Hier geht es wirklich auch sehr detailliert, emotional und bildhaft um toxische Beziehungen und die Folgen eines Amoklaufs.
Hier also wirklich vorher die Triggerwarnings beachten.
Fazit:
Justine Puts hat hier ein sehr wichtiges Buch geschrieben.
Dieses Buch hat eine so starke Message und sollte von viel mehr Menschen gelesen werden.
Not all men, but all women.
Rezensionen von xdeano:
Tropenflair trifft dunkle Geheimnisse
The Island - Auf der Flucht von Nicola Martin
Ein vermeintliches Paradies mit tödlichen Geheimnissen – The Island entführt die Leser:innen auf eine luxuriöse Insel, hinter deren glänzender Fassade dunkle Wahrheiten lauern. Nach ihrer Flucht aus Hongkong sucht Lola auf Keeper Island Unterschlupf. Doch kurz nach ihrer Ankunft wird jemand tot aufgefunden.
Für Lola steht schnell fest: Das war kein Unfall.
Das Buch ist recht gut. Er hat unterschwellige Spannung, ein atmosphärisches Setting und zahlreiche Rückblenden und Wendungen. Phasenweise verliert der Mittelteil etwas an Tempo, aber das ist es wert.
Lola ist eine Figur, die uns nicht immer ganz klarmacht, was sie eigentlich will. Sie ist mutig, aber manchmal auch ein bisschen seltsam. Manche Nebencharaktere sind auch etwas blass - für mich gab es außerdem zu viele von ihnen. Auch mit dem Schreibstil hatte ich zeitweise meine Probleme, dennoch schafft es die Autorin, auch etwas Humor mit einfließen zu lassen. Trotzdem schafft es das Buch, eine misstrauische und geheimnisvolle Stimmung zu erzeugen.
"The Island" ist - für mich - kein klassischer Thriller, sondern ein psychologisch geprägter Spannungsroman mit tropischem Flair. Wer kleinere Logiklücken, schwankende Spannungskurven und etwas Verwirrtheit verzeihen kann, bekommt eine ungewöhnliche, aber unterhaltsame Geschichte voller Überraschungen.
Fazit:
Ein spannender Roman mit düsteren Untertönen – nicht perfekt, aber eignet sich als etwas andere Urlaubslektüre.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Breakups and Butterflies von Kyra Groh
In Breakups and Butterflies begleitet man Mara durch ihr Arbeits- und Lebenschaos. Sie ist persönliche Assistentin einer mir sehr unsympathischen Frau, deren Handeln an einigen Punkten meiner Meinung nach ziemlich vorhersehbar war. Als diese mehrere Tage auf Businesstripp fährt, macht auch gleichzeitig Maras älterer Freund Schluss.
Mara beschließt daraufhin, im Büro zu schlafen (obwohl sie eine Woche noch in der Wohnung bleiben könnte?) und lernt über das Büro Marius kennen, der jünger ist als sie und sich gut mit Videos und co. auskennt und in dem Co-working-Büro öfters Silas unterstützt. Während Mara einen Zwergspitz hütet und ihr bisheriges Leben in Frage stellt, eine neue Beziehung zu ihrem Bruder aufbauen will und die Freunschaft ihrer Highschoolzeit wiederbelebt, stürzt sich auch Maras berufliches Leben ins absolute Chaos (was meiner Meinung nach ziemlich vorhersehbar war) und auch bezüglich Marius entsteht ein wenig Chaos.
Mir hat der Schreibstil von Kyra Groh wieder gut gefallen, Fakedates and Firedworks gefiel mir aber definitiv besser. Mir war die Geschichte nicht immer logisch, teils ziemlich vorhersehbar und ich muss gestehen, ich verstand Maras Handeln und Gedanken auch nicht immer bzw. war erstaunt, was sie sich mit ihren 29 Jahren so gefallen ließ. Die Nebenstory mit ihrem Bruder und der Familie haben mir richtig gut gefallen, auch die Story um Anne. Einzig die eigentliche Lovestory rund um Marius und Mara überzeugte mich nicht so ganz. Dennoch war das Buch eine nette Lektüre zwischendurch1










