Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Easy Feierabendküche
Fast & Tasty von Achim Oecal
Mit seinen alltagstauglichen Rezepten begeistert Achim Oecal unter dem Namen "Kitchenachim", ein breites Publikum. Fast 2.000.000 Menschen folgen ihm bereits auf Social Media, weshalb es daher Zeit für ein neues Kochbuch wurde.
Seine Fans kennen das Konzept schon: Es geht um schnelle, schmackhafte Gerichte, für die man nicht stundenlang in der Küche stehen muss und dennoch selbst gekocht sind.
Nach einer kurzen Vorstellung und einer Einleitung geht es auch schon los mit den Rezepten.
Aufgeteilt sind die Gerichte in sechs praktische Kapitel. Es gibt Fingerfood, Salate, vegetarische Hauptgerichte und welche mit Fleisch oder Fisch, Nudelgerichte und Desserts.
Achim Oecals Küche ist modern und bunt. Es wird besonders viel wert auf frisches Gemüse gelegt. Schwere Fleischgerichte sucht man hier vergebens, und selbst bei einigen der Fleischgerichte würde es kaum auffallen, wenn man einfach das Fleisch weglassen würde.
Obst, frische Kräuter, Käse und Nüsse kommen ebenfalls gerne zum Einsatz.
Kleine Küchenhelfer wie fertigen Blätterteig, Bohnen oder Mais aus der Dose oder auch Brühe werden nicht verschmäht. Warum auch, sind sie doch in der schnellen Küche sehr praktisch.
Die Rezepte selbst sind kinderleicht nachzukochen, Anfänger werden gut zurechtkommen.
Die Anleitungen sind sehr kurz gehalten, aber leicht verständlich.
Auf den Zutatenlisten stehen keine exotischen Dinge drauf. Jedenfalls habe ich noch nichts gesehen, was man nicht auch ganz leicht in jeden gut sortierten Supermarkt finden könnte.
Was kann der Leser hier für Gerichte erwarten? Es gibt Minipizzen mit Honigtomaten, Linsensalat mit Feta und Mango, Süßkartoffel-Frittata, Zucchini-Lasagne, Kartoffeltarte, ...
Ganz besonders lecker fand ich bisher das Ofengemüse mit Burrata, die Knödelwaffeln mit Brokkoli und Schinken und das das griechische Zitronenhähnchen.
Die ganze Woche koche ich schon die Rezepte nach und es wird nicht langweilig.
Auch die Zeiten die angegeben sind, stimmen meist überein. Die Vorbereitungen dauern fast nie länger als 15 Minuten, der Rest erledigt der Herd oder der Ofen. Kochmuffel kommen also auch auf ihre Kosten.
Trotzdem vergebe ich nur vier von fünf Punkten, denn bei all der Schnelligkeit kommen Dinge wie Röstaromen zu kurz, die nur entstehen, wenn man sich beim Kochen Zeit lässt. Aber die fehlen am Ende manchmal im Geschmack, aber das ist ja nur meine persönliche Meinung.
In jedem Fall steht am Ende ein tolles, selbst gekochtes und schnelles Essen auf dem Tisch, das alle genießen werden.
Rezensionen von nessabo:
Porträt einer Frau zwischen Glamour und Abhängigkeit
Teddy von Emily Dunlay
Zum Hörbuch: Cathleen Gawlich fand ich als Sprecherin wirklich hervorragend gewählt. Ihre Stimme verkörperte für mich sehr gut, wie ich mir Teddy vorstelle: Eine Frau, die unterschätzt wird, aber eigentlich genau weiß, was sie will. Außerdem ist es ihr eindrucksvoll gelungen, anderen Figuren eigene Stimmen zu verleihen.
Zusätzlich mochte ich die leichte Sassyness, mit der gesprochen wurde - das passte gut zum scheinbar Glamourösen der Handlung. Die Kapitel sind dank der Datumsangaben und auch der Einordnung des Jetzt sehr gut voneinander trennbar. Ein tolles Hörerlebnis!
Zum Buch selbst: Ich bin in meiner Einschätzung zur Protagonistin und zur Handlung selbst wirklich unentschlossen. Ich fand, dass der Handlungsaufbau schlau konstruiert ist - und zwar insofern, dass Teddy sehr lang die Spannung aufgebaut lässt und uns trotzdem am Anfang gleich klar wird, dass irgendetwas passiert ist. Dazu muss ich aber auch sagen, dass mir die Handlung zumindest im letzten Drittel doch etwas zu lang war, was mich im Hörbuch nicht großartig gestört hat, aber im Buch wahrscheinlich schon.
Mir fällt mein Urteil deshalb so schwer, weil Teddy keine einfache Figur ist. Sie wirkt, und das gilt auch fürs Hörbuch, interessanterweise gleichzeitig total naiv und kindlich, aber auch ziemlich abgebrüht. Sie scheint einerseits ein glamouröses Leben zu wollen und beneidet berühmte Persönlichkeiten um ihren Status, ihre Kleidung, ihr Make-Up und ihr Leben im Allgemeinen. Andererseits möchte sie vielleicht auch einfach ein gutes Leben führen und ist gar nicht so scharf auf den Ruhm?
Die Handlung spielt ja vor allem in den 60er-Jahren. Es geht viel um Politik, Diplomatie, Spionage sowie die Beziehung zwischen den USA und Russland. Und vor allem geht es um Männer. Teddy fällt da als Protagonistin ziemlich raus, wobei sie doch durchaus auch einige Attribute hat, die ich verglichen mit anderen Figuren als männlich beschreiben würde. Dazu möchte ich gar nicht so viel im Detail sagen, da lohnt sich auf jeden Fall die Lektüre selbst. Da es eine Männerwelt ist, erfahren wir beim Lesen auch Einiges an sexistischen Kommentaren, Einschränkung der körperlichen Selbstbestimmung von Frauen und allerlei andere „Nettigkeiten“ dieser Zeit. Das hat mich phasenweise ganz schön wütend gemacht, doch dadurch, dass Teddy sich an alldem nicht wirklich zu stören scheint, war ich emotional einfach deutlich weniger involviert als ich es hätte sein können.
Ich denke, das Buch ist vor allem etwas für Menschen, die sehr gern Bücher mit starkem Charakterfokus lesen und sich auch an einer glamourösen und intrigenreichen Welt erfreuen. Die ganzen politischen Verstrickungen fand ich im Hörbuch manchmal etwas schwer zu erfassen, finde sie aber grundlegend sehr spannend. Manche Enthüllungen am Ende kamen mir irgendwie zu unspektakulär daher, vor allem verglichen mit ihrem vorherigen Spannungsaufbau. Ich kann abschließend weder sagen, dass ich total von den Socken noch dass ich enttäuscht bin. Für mich ein sehr solides Buch mit äußerst spannenden Elementen, welches ich gerne gehört habe und durchaus auch empfehle, das mich aber zumindest auf emotionaler Ebene zu wenig gecatcht hat, als dass es mich noch länger beschäftigen würde.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Liebesbriefe zwischen den Kontinenten
Mit dir steht die Welt nicht still von Melissa Müller
In "Mit dir steht die Welt nicht still" erzählt Melissa Müller die reale Lebens- und Liebesgeschichte von Nannette Blitz und John Konig. Die Autorin konnte das Ehepaar persönlich befragen und steht in Kontakt mit den Kindern des Paares. Sie hatte Einsicht in die Briefe des Paares, die sie sich zwischen Brasilien und England hin- und hergeschickt haben.
"Slow Burn" würde man diese Liebesgeschichte in neudeutsch heute nennen: John ist kurz davor, nach Brasilien auszuwandern, als er Anfang der 1950er-Jahre in London Nanne begegnet. Diese wenigen Treffen reichten aus, dass er sich verliebte. Bereits auf der Reise nach Brasilien schrieb er ihr die ersten Brief. Und auch Nanne liess sich auf den Briefkontakt ein. Sie wurden zu Vertrauten und so wuchs bald der Plan heran, sich gegenseitig zu besuchen. Dies dauerte aber seine Zeit und bis dahin stand bereits fest, dass sie heiraten wollen - ausser das Wiedersehen verlaufe nicht so gut. Sie hätten keine Angst haben müssen, sie heirateten und bald schon folgte Nanne ihrem John nach Sao Paulo und gründete mit ihm eine Familie.
John wuchs in Ungarn auf und konnte im 2. Weltkrieg nach England fliehen. Er war mir mega sympathisch, mit seiner Lebensfreude und Offenheit, und der Fähigkeit immer das Positive zu sehen. Nanne hingegen war eher nüchtern, eine "practical woman" wie es John nannte. Sie wuchs in Amsterdam auf, und ist eine Überlebende des Konzentrationslager Bergen-Belsen. Die Jahre in Bergen-Belsen konnte Nanne nicht vergessen und da es damals keine Trauma-Therapie gab, holten sie immer wieder dunkle Erinnerungen ein. Und genau deshalb ist diese Geschichte eben nicht nur eine Liebes-, sondern viel mehr eine eindrücklich erzählte Lebensgeschichte.
Eigentlich wäre es ein Buch, das fünf Sterne verdient hätte. Inhaltlich auf jeden Fall. Für meinen Geschmack waren es aber viel zu viele Zeitsprünge: beispielsweise von 1952 zehn Jahre zurück ins Jahr 1942. Das geht ja noch, aber als Nächstes eine Reise vorwärts ins Jahr 1978, von da zurück nach 1943 und gleich hoch ins Jahr 1997, dann fünfzig Jahre runter, und immer wieder: munter rauf und runter. Diese Sprünge machten es sehr schwer konzentriert zu bleiben.
Super spannend hingegen empfand ich, dass wir mit "Mit dir steht die Welt nicht still" nicht nur eine tolle, reale Liebesgeschichte mit Happy End zu lesen bekommen, sondern auch einen Einblick, wie Kinder aus einer Schulklasse ganz andere Schicksale erlebten. Die meisten von uns kennen Anne Franks Geschichte, vielleicht auch noch ein wenig jene von Jaqueline van Maasen. Nun wird hier Nanne Blitz Leben geschildert (und bald möchte ich noch Hanna Goslar-Picks Geschichte lesen, die wiederum ganz anders verlaufen ist). So traurig und dramatisch ihre Lebensgeschichten durch die Shoa verlaufen sind, sind die Bücher über diese Schulfreundinnen dennoch Zeitzeugen dieser schrecklichen Jahre.
In der Printausgabe befindet sich in der Mitte eine grosse Fotostrecke, die den Familien von Nanne und John ein Gesicht geben. Leider fehlt dieser Bildteil im eBook.
Fazit: Ein tolles Buch mit vielen Einblicken in die Geschichte zweier jüdischer Familien und in die Nachkriegszeit.
4 Sterne.
Rezensionen von Miro:
Ein echter Pageturner
Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall
Frank steht vor Gericht und muss sich wegen eines Mordes verantworten. Doch wer ist tot? Und wie ist es dazu gekommen. In Rückblicken lesen wir, wie Frank und Beth ein Paar wurden, obwohl Beth eigentlich einen anderen geliebt hat. Als plötzlich der andere wieder in ihr Leben tritt, beginnt alles aus dem Ruder zu laufen.
Beth fragt sich, ob man zwei Männer gleichzeitig lieben kann und welche Gefühle dringlicher sind. Die stürmische Liebe aus der Jugendzeit, die voller Nostalgie wieder über sie hereinbricht, oder die ruhige und tragende Liebe zu Frank, der Tag für Tag an ihrer Seite ist und alles für sie tun würde.
Beth und Frank mussten einige Schicksalsschläge einstecken, die Risse nicht nur in ihre Ehe brachten, sondern auch in ihre Herzen. Dieser weitere Schicksalsschlag könnte nun alles zerstören, oder alles wieder kitten. Es ist beeindruckend, wie die Autorin hier mit den Lücken spielt, um die Spannung zu erhöhen. Fast atemlos habe ich mich durch die Seiten gelesen, weil ich wissen musste, was hier passiert ist und wie alles so kommen konnte, wie es gekommen ist.
Besonders beeindruckend ist auch die emotionale Tiefe der Figuren. Ihre Zerrissenheit, ihre Sehnsucht und ihre inneren Konflikte sind so eindringlich beschrieben, dass man bis zur letzten Minute mitfiebert. Die Spannung bleibt bis zum Schluss hoch, und die Auflösung überrascht – und bewegt.
Ein emotionales und intensives Drama und zugleich ein packender Thriller. Voller Wendungen, voller Herz, und mit der Frage, was Wahrheit und Gerechtigkeit wirklich bedeuten. Ein echter Pageturner, der mich hervorragend unterhalten hat! Gerne empfehle ich diesen Roman mit 5 Sternen.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Ein so wundervolles Buch !!!
Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben von Lou Bihl
Ein schweres Thema, das Lou Bihl erzählt und trotzdem schafft es die Autorin mit ihrem flüssigen, authentischen Schreibstil, diesem Buch und dem Thema eine Leichtigkeit zu verschaffen.
Die Figuren des Romans sind so toll ausgeführt, dass ich sie als authentisch erlebt habe und emotional eine große Beziehung zu ihnen aufbauen konnte.
Die Freundschaft, die die beiden Hauptfiguren Helena und Marlene führen, geht über viele Jahre deren beider Leben, mit vielen Höhen und Tiefen. So unterschiedlich die Beiden auch sind, sie brauchen sich gegenseitig und sind so eng verbunden, dass es für Marlene nur eine Person gibt, die ihr bei ihrer schweren Krankheit und dem Wunsch ihr Sterben selbstbestimmt zu wählen, in Frage kommt : ihre Freundin Helena, die auch Ärztin ist.
Den inneren Konflikt von Helena beschreibt die Autorin sehr gut und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen und habe eine Nachtschicht beim Lesen eingelegt.
Für mich ist dieses Buch absolut wundervoll geschrieben, total lesenswert und ein absolutes Highlight !!!
Ich kannte bis dato noch kein Buch von Lou Bihl, aber das wird sich nun ganz sicherlich ändern !
Rezensionen von Rinoa:
Spannender zweiter Fall für Carla Seidel
Der Wolf im dunklen Wald von Sia Piontek
„Der Wolf im dunklen Wald“ ist der zweite Fall für Carla Seidel, den man allerdings auch ohne Kenntnis des ersten lesen könnte. Gerade zu Beginn erhält man diesbezüglich eigentlich alle wichtigen Informationen und die Personen werden noch einmal vorgestellt.
Und dann ist man auch schon mittendrin im Wendland und im Alltag von Carla und ihrer Tochter Lana.
Wie so oft bei Krimis mit Ermittlern gibt es auch hier allerlei private Verstrickungen und Nebenschauplätze, das Verhältnis war hier für meinen Geschmack allerdings gut ausgewogen, der Fall des Getöteten sowie die Polizeiarbeit stehen ganz klar im Vordergrund.
Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Carla Seidel, ich finde sie manchmal doch recht anstrengend und habe mich auch mehr als einmal gefragt, ob sie wirklich ganz und gar für den Polizeidienst geeignet ist, muss ihr aber schon auch Respekt zollen, denn sie hat ein gutes Gespür und ist trotz allem eine sehr gute Ermittlerin.
Den eigentlichen Fall fand ich wirklich spannend und ich mochte es, wie langsam immer mehr ans Tageslicht kommt, immer neue Hinweise auftauchen und sich so ein immer größeres Gesamtbild ergibt. Am Ende wurde mir zwar ein wenig zu viel plötzlich aus dem Hut gezaubert (ein Umstand, den Carla Seidel witzigerweise sogar selbst bemängelt, dass es so nämlich nicht unbedingt läuft), das tat dem positiven Gesamtgefüge aber zumindest keinen großen Abbruch.
Im Gegenteil, „Der Wolf im dunklen Wald“ hat mir sogar besser gefallen als sein Vorgänger (was selten genug vorkommt), es war wirklich sehr spannend, toll geschrieben und kurzweilig. Ich freue mich bereits auf den nächsten Fall.
Rezensionen von Anno:
Ist der Tod vorbestimmt?
Gestern waren wir unendlich Death Duet von Dominik Gaida
Hörbuchrezension:
Angezogen vom wunderschönen Cover MUSSTE ich diese tragisch- schöne Liebesgeschichte von Henry und Louis einfach hören. Dazu klang die Beschreibung auch noch sehr gut und ungewöhnlich. Etwas nach ‚und Täglich grüßt das Murmeltier‘.
Gesprochen wurde dieses Audio Book von mehreren Stimmen, wobei die der Jungs sehr ähnlich klangen, was ich etwas schade fand, weil es mir etwas Mühe bereitete die Charaktere auseinanderzuhalten.
Größtenteils wurde die Handlung jedoch aus Louis Sicht erzählt, der als Überlebender eines Unfalls in eine Art Zeitschleife gerät und den Tag des Unglücks und Todes seines Liebsten wieder und wieder erleben muss. Dazwischen gibt es aber auch noch Rückblicke aus dem Leben der Jungs, die wohl Nähe zum Hörer aufbauen und ihnen die besondere Liebe der Beiden verdeutlichen sollen. Doch so wirklich hat dies bei mir nicht geklappt. Ja, es gab ganz wunderbar berührende Szenen, aber was genau diese beiden jungen Menschen so außergewöhnlich macht, verstand ich letztendlich nicht, wodurch das gesamte Buch zum Ende hin einiges an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat. Schade
Rezensionen von pageturner:
Scharfsinnige Satire
Geht so von Beatriz Serrano
Marisa steckt mitten im täglichen Überlebenskampf: ein Job in einer Werbeagentur, den sie nur durch Zufall bekommen hat und der sie mit jeder Minute mehr langweilt. Ihr Leben dreht sich im Kreis, und sie betäubt sich mit YouTube-Videos und Beruhigungsmitteln, um dem Wahnsinn zu entkommen. Doch als ein Teambuilding-Wochenende ansteht, droht ihre Angststörung alles zu entgleisen.
Die Fassade beginnt zu bröckeln, und die Idee, Drogen mitzubringen, ist weder der Weg aus der Krise noch eine clevere Lösung.
Was ich an diesem Buch wirklich mochte, ist die Perspektive, die es auf das Arbeitsleben wirft: die Frage, wie sinnvoll der 40-Stunden-Job überhaupt noch ist. Als jemand, der selbst im Marketing arbeitet, fand ich mich in Marisas Gedanken über den Sinn ihres Jobs und dem ständigen Gefühl des Hamsterrads oft wieder. Wie viele von uns stellen sich diese Fragen und sind dennoch gefangen in einem System, das uns zu wenig Raum für Sinnfindung lässt?
Das Buch ist provokant, überspitzt und schwarz-humorig bis zur letzten Seite. Es ist weniger ein klassischer Roman als vielmehr eine scharfe Gesellschaftskritik am Arbeitsalltag. Viele mögen das Fehlen einer durchgehenden Story kritisieren, aber genau das macht für mich den Reiz aus. Hier wird auf humorvolle, aber durchaus tiefgründige Weise das System hinterfragt, das uns alle in diesen täglichen Trott zwingt.
Fazit: Ein Buch für alle, die sich im Hamsterrad wiederfinden, einen klaren Blick auf die Sinnhaftigkeit der Arbeit werfen wollen und auch mal über die Absurditäten des Arbeitslebens lachen können. Wer schwarzen Humor und eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.
Rezensionen von pageturner:
Idee gut, Umsetzung eher naja
Das Zeitalter des magischen Zerdenkens. Notizen zur modernen Irrationalität von Amanda Montell
Wenn mein Post weniger Likes bekommt als der einer Freundin, fühle ich mich weniger wert. Dieser Gedanke ist ein Beispiel für die Nullsummenverzerrung. Wir glauben oft, dass der Erfolg anderer uns etwas wegnimmt als ob es nur begrenzt Platz für Aufmerksamkeit gibt. Dabei ist das ein Trugschluss! Der Erfolg anderer bedeutet nicht, dass weniger für uns bleibt.
Diese kognitive Verzerrung und viele weitere behandelt Amanda Montell in ihrem Buch Das Zeitalter des magischen Zerdenkens (Ü: Florian Kranz, Andrea Schmittmann). Sie beleuchtet die mentalen Fallstricke, die unser Gehirn uns stellt, und die Denkfallen, in die wir immer wieder tappen ohne es wirklich zu merken.
Als kleine Overthinkerin hat mich das Thema direkt angesprochen, aber leider hat mich die Umsetzung nicht ganz überzeugt. Es gibt viele spannende Kapitel, die mir gut gefallen haben (z. B. Survivorship-Bias oder Bestätigungs-Verzerrung). Montell erklärt die einzelnen Begriffe mit einer Mischung aus persönlichen Anekdoten und wissenschaftlichen Fakten. Für mein Empfinden haben diese Anekdoten, die zwar unterhaltsam waren, jedoch deutlich mehr Raum eingenommen als die wissenschaftlichen Erklärungen, die mir viel besser gefallen haben. Das hat dem Buch manchmal die nötige Tiefe genommen.
In einigen Kapiteln hätte ich mir eine kurze Einführung zum Thema gewünscht vor allem im Kapitel über Taylor Swift, in dem viel Hintergrundwissen vorausgesetzt wird, das nicht jede*r Lesende mitbringt. Der Schreibstil ist ansonsten angenehm und gut verständlich, aber an manchen Stellen fand ich die Übersetzung etwas sperrig und musste die Passagen mehrmals lesen. Zudem fehlt eine differenzierte Perspektive, da viele der zitierten Studien aus den USA stammen aber nun gut, das ist vielleicht auch eine Verzerrung: Amanda Montell ist selbst Amerikanerin und Studien aus dem eigenen Land nimmt man wohl eher wahr.
Trotz dieser Kritikpunkte regt das Buch definitiv zum Nachdenken an. Aber im Vergleich zu anderen Sachbüchern wird es mir wohl weniger nachhaltig in Erinnerung bleiben.
Rezensionen von pageturner:
Beeindruckendes Debüt
Unter Grund von Annegret Liepold
Das Debüt "Unter Grund" von Annegret Liepold ist ein Buch, das vor allem im Moment aktueller denn je ist. Franka fühlte sich in ihrer Familie schon immer verloren. Als sie mit Ende Zwanzig in die fränkische Provinz zurückkehrt, erinnert sie sich an das Aufwachsen in dem kargen Dorf: An die Zeit in den Nullerjahren, als Deutschland Weltmeister im eigenen Land werden wollte.
Als ihr Vater starb und sie in Patrick und Janna Gleichgesinnte fand, die ihre Unsicherheit mit Krawall und Frustration mit Faustschlägen überdeckten. Als sie immer weiter in die rechte Szene abrutschte.
Annegret Liepold zeigt sehr deutlich, wie schnell man in die rechte Szene geraten kann. Die Entwicklung von Franka ist sehr glaubwürdig dargestellt. Zuerst verbringt sie einfach nur Zeit mit Patrick und Janna und versteht auch nicht wirklich, was um sie herum geschieht. Doch im Laufe der Zeit driftet sie immer weiter ab, übernimmt Gedanken und Gerede der beiden. Am Ende wird Franka sogar zu einer Person, die selbst Aktionen plant und andere anstiftet, mitzumachen. Besonders gefiel mir, wie Liepold Frankas ambivalente Gefühle geschildert hat. Bis zu ihrer Rückkehr im Heimatdorf hat sich Franka nicht mit ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt. Zu groß ist die Scham darüber, was damals passiert ist. Erst heute in der Gegenwart erkennt sie, dass sie damals rechtsradikal war.
Der Roman hat mich von Anfang an gefesselt. Das Erzähltempo ist eher langsam, die Atmosphäre durchgehend melancholisch und düster, passend zu Frankas Heimatdorf. Er beginnt mit den NSU-Prozessen, an denen Franka als Lehrerin zusammen mit ihrer Klasse teilnimmt. Es sind die Prozesse rund um Beate Zschäpe. Ich fand es sehr gelungen, diese Prozesse als Einstieg und auch als Abschluss zu wählen, da der Lebensweg von Zschäpe beinahe auch der von Franka gewesen wäre. Das hätte Frankas Zukunft sein können, hätte sie nicht noch die Kurve gekriegt.
Ein großes Lob auch für das Glossar am Ende des Buches, das z. B. Nazi-Begriffe und Liedzeilen, die im Text vorkommen, erklärt. Das war sehr hilfreich und hat das Verständnis erheblich gefördert. Empfehlung, gerade in Zeiten wie diesen!











