Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sheilo:
Herzklopfen garantiert
Downhill Dreams von Nadine Schojer
Josie liebt das Biken und unterstützt auch ihren Vater in dessen Bikeshop. Und genau dort trifft sie das erste Mal auf Levi, einen berühmten und erfolgreichen Mountainbiker. Durch eine Challenge lernen sich die beiden näher kennen, verlieren sich dann jedoch wieder aus den Augen. Josie, die selbst den Traum hat, erfolgreich an Rennen teilzunehmen, erhält ein Stipendium für ein Sportcollege in den USA.
Und ausgerechnet Levi, der immer noch ihr Herz höher schlagen lässt, trifft sie ausgerechnet dort wieder...
"Downhill Dreams" von Nadine Schojer ist eine tiefgründige und emotionale Sports Romance, bei der ich beim Lesen den Nervenkitzel der Protagonisten gespürt habe, den sie bei ihren sportlichen Herausforderungen erleben. Mich hat die Geschichte von Levi und Josie gefesselt und ich liebe die Achterbahnfahrt der Gefühle, welche man mit den beiden durchlebt.
Die Optik des Buches ist für mich eine klare 10/10, alleine das Cover ist ein wahrer Blickfang und mir gefällt es sehr, dass beide Protagonisten darauf Schutzausrüstung tragen und das auf diese immer wieder im Buch hingewiesen wird, sodass eine tolle Vorbildwirkung entsteht.
Durch die Abkehr ihrer Mutter von der Familie, leidet Josie an Bindungsangst. Ihr fällt es daher schwer, sich auf Levi einzulassen, doch sie lässt ihre Mauern fallen und damit Levi in ihr Herz. Doch in ihrem Hinterkopf sind immer noch große Zweifel, ob Levi ihre Gefühle erwidert.
Levi ist für alle der glänzende Star, aber er verbirgt Dinge vor der Öffentlichkeit. Seine äußere Schale ist hart, aber nur wenigen Menschen zeigt er seinen weichen Kern. Levi ist begeistert von Josie, da sie ehrlich zu ihm ist und nicht nur versucht, ihn zu begeistern., sondern ganz sie selbst ist.
Beide Protagonisten wurden von der Autorin sehr authentisch gestaltet und ich liebe die Tiefgründigkeit des Romanes wirklich sehr, die durch einen fantastischen, lockeren Schreibstil ergänzt wird und somit ein tolles Gesamtwerk entsteht. Die Auf und Abs der Handlung mischen sich mit emotionalen und amüsanten Szenen auf eine sehr angenehme Art und es bleibt jederzeit spannend.
Insgesamt ist das Buch für mich wirklich ein Highlight, es herrscht eine wundervolle Dynamik zwischen den Charaktern vor, deren lebendige Schlagabtäusche mich besonders begeistern.
Wer Sports Romance liebt und gerne einen Einblick in die Vielfältigkeit des Bikens erhalten möchte, dem kann ich "Downhill Dreams" sehr ans Herz legen.
Rezensionen von Hennie :
Keiner muss perfekt sein!
Menschenhausen von Rusanna Danielian
In Menschenhausen dürfen die Einwohner alle irgendwie sein. Jeder darf so sein, wie er ist. Die Andersartigkeit eines Menschen steht im Vordergrund. Die Botschaft, die mit der Geschichte vermittelt werden soll: Keiner muss perfekt sein. Das funktioniert in Menschenhausen ganz gut, bis eines Tages im Ort die wunderschöne Miss Betty auftaucht.
Plötzlich fangen alle an, ihre bis dahin nie thematisierten Makel zu verstecken. Sie schämen sich sogar dafür. Bei den eigentlich zufriedenen Bewohnern treten mit dem Auftauchen der makellosen jungen Frau die negativen Charaktereigenschaften zutage. Sie empfinden Neid, Mißgunst, Scham. Doch auch die attraktive Betty hat ein gut gehütetes Geheimnis. Ihr Fehler ist gut versteckt.
Das Buch wird für das Lesealter ab acht Jahren empfohlen und ist ansprechend und kindgerecht in schöner Farbigkeit gestaltet. Ich denke, dass es gemeinsam mit den Kindern gelesen werden sollte. Das Thema ist nicht so einfach. Damit sollte man die jungen Leser nicht allein lassen.
Es regt zum Nachdenken, Diskutieren und fairen Umgang miteinander an.
Rezensionen von C. P.:
Die Spionin war nur eine Marionette
A Dance of Lies von Brittney Arena
Nach zwei Jahren im Kerker ist die einstmalige Tänzerin Vasalie ein körperliches Wrack. Nun schlägt ihr König Illian, für den sie damals alles getan hätte, einen Deal vor: entweder arbeitet sie beim nächsten Treffen der Königreiche als tanzende Spionin für ihn, oder der Kerker ist weiterhin für sie gebucht.
Vasalie geht auf die Erpressung ein und trainiert trotz ihrer Schmerzen hart, um als Künstlerin bei dem Event zugelassen zu werden.
Tanzende Spionin und königliche Intrigen, das klang für mich vielversprechend und zunächst ist es auch ganz spannend mitzuverfolgen, wie Vasalie mit ihren körperlichen Einschränkungen zu kämpfen hat und diese trickreich zu kaschieren versucht. Auch waren ihre Tanzaufführungen zunächst eine willkommene Abwechslung, allerdings wünschte ich mir schon bald, die Autorin hätte mit dem Rest des Romans ebenso überzeugen können.
Vasalie hält sich für eine starke Frau, und zunächst wirkt sie tatsächlich auch so, wenn man bedenkt, wie sie anfangs zu kämpfen hat. Leider entpuppt sie sich jedoch als eine Frau, die das macht, was ein Mann ihr sagt. Spionin? Von wegen, eine Marionette ist sie, die brav die Aufgaben ausführt, welche der König ihr zukommen lässt. Skrupel redet sie sich zwar ein, Widerstand konnte ich keinen erkennen. Ebensowenig kommt nicht einmal die Idee bei ihr, zu fliehen oder sich Verbündete zu suchen. Sie glaubt weiterhin an die leeren Versprecher, pardon, Versprechungen ihres Königs. Dem Mann, durch dessen Lügen sie überhaupt erst im Kerker landete! Jeder Mensch würde doch daraufhin dessen anderen Äusserungen ebenfalls mal infrage stellen. Vasalie nicht. Zu König Illian kann ich übrigens sagen, als Antagonist war er angenehm perfide, seine Pläne gut durchdacht.
Auch in anderen Punkten hakte für mich die Story schnell. Allem voran diese wochenlange Veranstaltung, bei der sich die Herrschenden der Nachbarländer samt Hofstaat und Soldaten an einem Ort versammeln, ihr Land führungslos zurücklassen. Und wofür? Für Dauervergnügungen? Gerade wenn ein Land sich steter Bedrohung durch Nachbarländer ausgesetzt sieht, wie es bei einem teilnehmenden Land der Fall ist, sehe ich ein derartiges Vorgehen als höchst fahrlässig. Stattdessen wirkt das Spektakel wie eine entspannte Sommerfrische, auf der König Illian seine intriganten Pläne verfolgen kann.
Am meisten ging mir recht schnell Vasalie selbst auf den Keks, sie ist naiv wie ein Teenager, lässt sich von Männern herumschubsen, verwechselt Aufmerksamkeit mit Liebe und wirft sich dem erstbesten an den Hals, unnötige Eifersuchtsgedanken inklusive. Wobei der Typ ihr mit seiner besitzergreifenden Eifersucht in nichts nachsteht. Als sie mit einem weiteren der drei Königsbrüder anbandelt, drei Narzissten mit unterschiedlich hohem Gewaltpotential übrigens, wirft sie ihm wie eine Schallplatte mit Sprung vor, er hätte sich einen Pseudoharem zusammengeraubt, weil dessen Bruder Illian das so behauptet. Was wieder der Punkt wäre, dass sie nichts hinterfragt. Auch gewisse Erinnerungen an ihre Stiefmutter werden bis zum Erbrechen wiedergekaut.
Mit der Zeit funktioniert die geplante Handlung hauptsächlich, weil gewisse Leute sich selten dämlich verhalten. Und am Schluss wird man, nach einer fantasyfreien Story, mit einem Fantasypart überfallen, der stilistisch nicht so recht zum Rest passt.
Wobei zum Thema Stil anzumerken ist, dass mir so manche Ausdrücke zu modern sind im Roman. Getoppt hat das die wiederholte Aussage, sie würden Champagner trinken. Ich bezweifle doch sehr, dass es in dieser Welt eine namensgebende, französische Champagne gibt.
Leider konnte sich Vasalie mit dieser Erzählung nicht vollständig in mein Herz tanzen, dazu war sie mir zu naiv und zu sehr Marionette. Ebenso weist der Roman hier und da einige Längen auf, wenn der Fokus sich detailreich auf Tänze und Kostüme verschiebt. Die Darstellung ihrer körperlichen Probleme war hingegen sehr gut dargestellt. Romantik oder das versprochene Liebesdreieck konnten mich überhaupt nicht abholen, dafür war sie zu sehr Mäuschen, dass sich von Kerlen dirgieren lässt. Die Gestaltung des Buch ist übrigens wunderschön passend an die Glaskunst angelegt, welche im Roman eine gewisse Rolle spielt.
Rezensionen von Mabla59 :
Tag im Leben einer Farmerin
Die Frau des Farmers von Helen Rebanks
"Die Frau des Farmers" erzählt die Geschichte von Helen Rebanks, die auch die Autorin des Buches ist.
Helen will alles andere, nur keine Bäuerin sein, wie ihre Großmutter und Mutter.
Künstlerin, das ist es, was sie anstrebt.
Wie es dazu kommt, dass sie letztendlich doch die Frau eines Farmers und Mutter von vier Kindern wird, erzählt uns Helen in Rückblenden, während sie den Lesenden einen Einblick in ihren Tagesablauf gibt.
Auch von ihrer Großmutter und Mutter erzählt sie in Rückblenden.
Zu fast jedem Kapitel gibt es wunderschönes Rezept, von denen ich mit Sicherheit einige nachkochen, bzw. nachbacken werde.
Das schöne pastellfarbene Cover vermittelt einen Eindruck vom ländlichen England.
Eingestreute Illustrationen lockern das Ganze auf und machen das Buch zu einem echten Wohlfühlbuch .
Das ist so ein Buch, das seinen Stammplatz in. meinem Bücherregal hat
Rezensionen von Mabla59 :
Donkerbloem erster Teil
Der Trailer von Linus Geschke
Von Linus Geschke habe ich schon mehrfach Bücher gelesen. Da war es keine Frage, daß es auch sein neuestes Buch sein musste.
Der Trailer " ist der Anfang einer Trilogie. Der "Donkerbloem" Serie
Donkerbloem ist ein Campingplatz in den belgischen Ardennen.
Hier verschwand vor 15 Jahren Lisa.
Durch einen True -Crime-Podcast kommt wieder Bewegung in den alten Fall
Die suspendierte Kommissarin Frieda Stahnke kannte Lisa und möchte nun weitere Ermittlungen durchführen.
Dabei trifft sie auch auf Wout Meertens, der damals auch auf dem Campingplatz war, als Lisa verschwand.
Der würde zwar auch gerne wissen,was damals passierte, aber auf keinen Fall mit der Polizei reden.
Doch die neuen Ermittlungen und der Podcast lassen das Morden wieder beginnen
Und plötzlich müssen Frieda und Wout zusammenarbeiten.
Auch der Auftakt zu dieser Trilogie hat mir spannende Lesestunden bereitet, auch wenn manche Szene für zart besaitete Menschen schwierig zu ertragen sind.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung
Rezensionen von dorli:
Auf der Suche nach Julie
Himmelerdenblau von Romy Hausmann
Am 07. September 2003 verschwindet die 16-jährige Julie Novak spurlos aus der Villa ihrer Eltern. Man vermutet eine Entführung, denn es gibt eine Lösegeldforderung, doch das Geld wird nie eingefordert. Alle Ermittlungen verlaufen im Sande, Julie bleibt trotz intensiver Suche unauffindbar. Als sich der Tag ihres Verschwindens zum zwanzigsten Mal jährt, beschäftigen sich Liv Keller und Philipp Hendricks in ihrem True Crime Podcast mit dem Fall, nicht ahnend, was sie mit ihrer Recherche und ihren eindringlichen Fragen ins Rollen bringen…
In „Himmelerdenblau“ geht es um das rätselhafte Verschwinden eines Kindes.
Viel mehr noch geht es allerdings darum, was dieser Verlust mit den Menschen aus dem Umfeld der Vermissten macht. Auch zig Jahre später noch macht. Romy Hausmann geht der Frage nach, wie sich die ständige Ungewissheit, die immer wiederkehrenden Zweifel und vor allen Dingen die wilden Theorien von Außenstehenden auf das Leben der Angehörigen auswirken.
Mittelpunkt der Geschichte ist Julies Vater Theo. Der 74-Jährige war früher ein angesehener Chirurg an der Berliner Charité, ist mittlerweile Witwer, lebt verarmt in einer kleinen Wohnung und ist an Demenz erkrankt. Seine Krankheit und damit die Erkenntnis, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, die Wahrheit über das Verschwinden seiner Tochter ans Licht zu bringen, machen ihn sehr empfänglich für Livs Nachforschungen. Die Podcasterin hat leichtes Spiel, sie entfacht den kleinen Funken Hoffnung, der Theo geblieben ist, schnell zu einem lodernden Feuer.
Neben Theo und Liv spielt auch der Altenpfleger Daniel Wagner eine wichtige Rolle. Er ist der Ex-Freund von Julie und wurde damals beschuldigt, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun gehabt zu haben. Dafür hat es nie Beweise gegeben, dennoch hat Daniel bis heute mit den Auswirkungen der Anschuldigungen zu kämpfen.
Der Schreibstil von Romy Hausmann begeistert mich immer wieder aufs Neue. Sie hat ein ausgesprochen gutes Händchen für psychologisch ausgefeilte Thriller und versteht es ganz ausgezeichnet, das Leben und den Alltag ihrer Figuren authentisch und mitreißend darzustellen.
Schon nach wenigen Seiten steigt die Spannung auf ein hohes Level - die Autorin katapultiert mich in einen Strudel aus Vorverurteilungen, Ungereimtheiten und Lügen. Aktuelles Geschehen, eingebettete Rückblenden, wechselnde Perspektiven sowie facettenreiche Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Akteure heizen meine Spekulationen über die Hintergründe zu Julies Verschwinden an. Ähnlich wie bei einem Kaleidoskop bekomme ich nach jedem Kapitel ein neues Bild präsentiert, habe mal den einen, mal den anderen als Täter im Visier und werde am Ende doch von den tatsächlichen Geschehnissen überrascht.
Besonders gut gelungen ist es der Autorin, mir Theos Kampf gegen das Vergessen näherzubringen. Ich konnte mit ihm mitfühlen, seine Angst, seine Wut, seinen Frust und natürlich auch seine Hoffnung spüren. Sehr deutlich wird auch, was Liv und Phil antreibt - diese Gier nach immer mehr Klicks und monatlichen Abrufzahlen lässt besonders Phil fast skrupellos agieren und dabei vergessen, welchen Schaden er im Leben anderer Menschen anrichtet.
„Himmelerdenblau“ hat mir sehr gut gefallen - ein vielschichtig angelegter Thriller, der mit unerwarteten Wendungen und einer aufwühlenden Thematik schnell einen Sog entwickelt, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.
Rezensionen von Kapitel60:
Franky macht Spaß
Franky 1: Meine schräge Zombie-Familie, Schrumpfdrachen und andere Katastrophen von Nicola Anker
Worum geht’s?
Franky ist kein gewöhnlicher Junge – er zu ¾ ein Zombie. Er lebt mit seiner schrägen Familie in Sarghofen, bis er eines Tages zu Oma Elvira in die Stadt der Lebenden ziehen muss. Frankys großer Traum ist einmal ein berühmter Gruseltier-Fotograf zu werden.
Cover, Schreibstil, Illustrationen:
Hierbei handelt es sich um ein kunterbuntes Comic, perfekt für Kinder ab 8 Jahren.
Man kann der Geschichte sehr leicht folgen und die Illustrationen sind ein echter Hingucker und kunterbunt. Der Comic wirkt nicht überladen, sodass es Spaß macht die Sprechblasen zu lesen. Die Schriftart gefällt mir persönlich nicht so gut und ich könnte mir vorstellen, dass manche Kinder damit Probleme haben könnten. Mein Enkelsohn ist ein sehr guter Leser und ist gut damit zurecht gekommen.
Fazit:
Mein 8-jähriger Enkelsohn konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Er hat es in einem Rutsch durchgelesen und blättert immer wieder gerne darin. Er liebt Comics und gruselige Gestalten. Perfekter kann es also gar nicht sein. Besonders angetan ist er von BOB, dem dreiköpfigen Hund. Der einzige Kritikpunkt ist, dass wir auf den Band 2 noch sooo lange warten müssen.
Rezensionen von annaja:
Ein Konstrukt namens Familie
Die Probe von Katie Kitamura
In dem Roman von Katie Kitamura geht es um eine verheiratete, nicht mehr ganz junge Schauspielerin, die sich bemüht, ihre Rollen perfekt zu spielen, doch beim aktuellen Fall zweifelt sie, ist in den Proben sehr unzufrieden mit sich. Dann tritt ein junger Mann namens Xavier in ihr Leben, er bewirbt sich am Theater, bekommt später auch einen Job als Regieassistent und er behauptet schlicht, ihr Sohn zu sein, was sie entschieden zurückweist, sie hat doch nie ein Kind geboren.
Doch nun nimmt die Geschichte eine seltsame Wandlung, der junge Xavier zieht mit Erlaubnis der Protagonisten plötzlich in das Appartement des Ehepaares und sie finden, dass diese neue, alltägliche Gemeinschaft allen Beteiligten guttut. Tomas, der Ehemann blüht regelrecht auf und sie lassen sich auf das Spiel mit einer fiktiven Elternschaft ein, genießen diese geradezu. Dann stößt auch noch die Freundin Xaviers dazu, wodurch es turbulent im Haushalt wird.
Man hat während des Lesens den Eindruck, im ersten Teil etwas überlesen zu haben, es fühlt sich auf einmal unwirklich an, weil sich alle so gut aufeinander einlassen.
Eine außergewöhnliche Geschichte, bei der Realität nicht unbedingt notwendig erscheint. Die Atmosphäre, die Erzählung, alles fließt dahin wie ein Rollenspiel, eine Inszenierung auf der Bühne und die Zuseher sind hier die Leser, die den Ausgang des Stücks selbst mitbestimmen dürfen.
Rezensionen von Annaja:
Ein Konstrukt namens Familie
Die Probe von Katie Kitamura
In dem Roman von Katie Kitamura geht es um eine verheiratete, nicht mehr ganz junge Schauspielerin, die sich bemüht, ihre Rollen perfekt zu spielen, doch beim aktuellen Fall zweifelt sie, ist in den Proben sehr unzufrieden mit sich. Dann tritt ein junger Mann namens Xavier in ihr Leben, er bewirbt sich am Theater, bekommt später auch einen Job als Regieassistent und er behauptet schlicht, ihr Sohn zu sein, was sie entschieden zurückweist, sie hat doch nie ein Kind geboren.
Doch nun nimmt die Geschichte eine seltsame Wandlung, der junge Xavier zieht mit Erlaubnis der Protagonisten plötzlich in das Appartement des Ehepaares und sie finden, dass diese neue, alltägliche Gemeinschaft allen Beteiligten guttut. Tomas, der Ehemann blüht regelrecht auf und sie lassen sich auf das Spiel mit einer fiktiven Elternschaft ein, genießen diese geradezu. Dann stößt auch noch die Freundin Xaviers dazu, wodurch es turbulent im Haushalt wird.
Man hat während des Lesens den Eindruck, im ersten Teil etwas überlesen zu haben, es fühlt sich auf einmal unwirklich an, weil sich alle so gut aufeinander einlassen.
Eine außergewöhnliche Geschichte, bei der Realität nicht unbedingt notwendig erscheint. Die Atmosphäre, die Erzählung, alles fließt dahin wie ein Rollenspiel, eine Inszenierung auf der Bühne und die Zuseher sind hier die Leser, die den Ausgang des Stücks selbst mitbestimmen dürfen.
Rezensionen von Lesebienchen36:
Sophie und das Smuggler`s Inn
A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe von Katharina Herzog
Sophie Wilde ist Londons erfolgreichste Restaurantkritikerin. Als ihre Kritik zu dem neueröffneten Restaurant des Topmodells Annabelle Scott negativ ausfällt, bricht ein wahrer Shitstorm über sie herein. Nach einem Zusammenbruch muss Annabelle in eine Klinik und Sophie wird erst einmal vom Dienst „suspendiert“.
Ihre Auszeit führt sie nach Port Haven, an die Küste von Cornwall, wo sie ein Restaurant übernehmen soll. Als ob dies nicht schon Strafe genug sei, soll sie aus dem Smuggler`s Inn, das seine besten Jahre bereits hinter sich hat, ein 5 Sterne Restaurant zaubern. Ihre neuen Ideen und Kochkreationen stoßen nicht nur bei dem Personal auf Gegenwehr, sondern auch bei den Bewohnern von Port Haven beißt sie regelrecht auf Granit. Ob der Plan aufgehen wird, denn von ihm hängt Sophies Zukunft ab? Nicht nur beruflich muss sie neu anfangen, auch privat gibt es einige Hürden zu nehmen, gerade was ihre Teenagertochter Riley betrifft, kommt einiges auf sie zu.
Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. die Romanreihen „Das schottische Bücherdorf“ oder „Farben des Sommers“) hat Katharina Herzog nun ihr neustes Werk „A Taste of Cornwall“, dass im Juli 2025 im Rowohlt Verlag erschienen ist, vorgelegt. Hierbei handelt es sich erneut um eine Buchreihe, die unter dem Titel „Die Cornwall – Reihe“ läuft. Seit Jahren mag ich die Romane von der Autorin und so erfreute ich mich an der Nachricht, dass ein neues Buch von ihr geben wird. Sowohl das Cover als auch der dazugehörige Klapptext haben meine Neugierde mehr als nur geweckt und so fuhr ich (buchtechnisch) nach London bzw. Cornwall.
Wer schon das eine oder andere Buch von Katharina Herzog gelesen hat, weiß den leichten und bildhaften Schreibstil zu schätzen. Bereits ab der ersten Seite tauchte ich in die Geschichte um Sophie Wilde ein und ab. Was mir absolut nicht schwer fiel, denn die facettenreichen Charaktere trugen einiges dazu bei. Besonders Sophies Mutter Tanya, die durch ihre eigenwillige, aber dennoch herzlichen Art und Weise mein Herz schnell erobern konnte. Zu den Figuren, darf sich auch die brillant eingefangene und wiedergespiegelte Kulissenbeschreibung gesellen. Dank der Autorin hat man Port Haven genaustens vor Augen.
Die Handlung dreht sich (fast) oder sogar ausschließlich um das Restaurant „Smuggler`s Inn“ und Sophies Neuanfang, der wahrlich kein leichter ist. Trotz aller Widrigkeiten gibt sie nicht auf und kämpft sich durch. Obwohl es mir an einigen Stellen ein wenig zu glatt oder schnell ging, gefiel mir die Story sehr gut und hat mich bestens unterhalten. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen in Port Haven.
Eine leichte Lektüre, die für ein paar Stunden den Alltag vergessen lässt.










