Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von CanYouSeeMe:

flammengeboren

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren von Hazel McBride

Die Grundprämisse des Buches hat mich sofort begeistern können: eine fantastische Story mit Drachen, die in einer matriarchalisch geprägten Welt stattfindet. Die Welt ist relativ komplex, das World-Building als solches hat mir jedoch sehr gut gefallen und war nachvollziehbar. Ich fand es richtig schön in eine so komplexe und reich gestaltete Welt einzutauchen.

Protagonistin Aemyra war mir von Beginn an sympathisch, sie ist facettenreich und nicht zu flach charakterisiert. Teils war sie mir jedoch nicht weitsichtig genug und etwas zu naiv in ihren Vorstellungen, etwas Entwicklung habe ich in diesem ersten Teil jedoch schon sehen können. Auch die sich entwickelnde Beziehung zu Prinz Fiorean war in glaubhaftem Tempo dargestellt. Fiorean als Charakter fand ich dagegen weniger intensiv dargestellt, ich hätte mich über Kapitel aus seiner Perspektive gefreut, um seine Intentionen besser zu verstehen - vielleicht kommt das ja im folgenden Band. Auf jeden Fall ist er, und auch weitere Nebencharaktere weniger vielschichtig und intensiv dargestellt.
Gut fand ich auch die sich durchziehende Kritik an patriarchalen Gesellschaftsstrukturen und auch der Aufdrängung von Glauben ggü. anderen Religionsformen. In diesem Buch findet sich viel gut skizzierte Kritik, die zum Nachdenken anregt und sich tatsächlich auch gut auf unsere Welt außerhalb dieses Buches übertragen lässt.
Der Spannungsaufbau war meiner Meinung nach durchweg gelungen. Ich hatte zu keinem Moment den Eindruck, dass es in der Handlung Längen gab. Die Handlung war etwas vorhersehbar, das stört mich aber nicht, da ich den Ablauf in sich stimmig fand. Dank des spannenden Cliffhangers ist auch klar, dass der abschließende Teil der Dilogie auch unbedingt gelesen werden muss!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

Rezensionen von Nele33:

von allem zuviel

Auris. Puls der Angst von Vincent Kliesch

Mit "Auris. Puls der Angst" ist der Abschlussband der Reihe um den Phonetiker Matthais Hegel und die True Crime Podcasterin Jula Ansorge erschienen.

Nichts ist für Jula mehr wie es bisher schien, als sie am Krankenbett ihres Vaters Benno steht. Was ihre Mutter und Hegel da offenbaren, zieht ihr den Boden unter den Füßen weg.

Ihre Mutter ist wie ein Wunder von ihrer Demenz genesen, Terrorismus spielt eine große Rolle und die Vergangenheit ihrer Mutter bedroht die gesamte Familie.

Nach dem Lesen muss ich sagen, gut, dass die Reihe nun abgeschlossen ist. Leider hat die Phonetik in diesem Band nur eine Mini-Rolle am Rande gespielt, und genau dies war für mich immer das Highlight in den letzten Bänden. Spannung wird durch die kurzen Kapitel aufgebaut und der Schreibstil lässt sich gewohnt schnell und flüssig lesen.
Mir war von allem etwas zu viel vorhanden, die Dialoge manchmal sehr oberflächlich und bin insgesamt doch etwas enttäuscht über den nicht würdigen Abschluss der Reihe.

Lesenwert aufgrund der Vorgängerbände.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Aschetod von Linda Castillo

Der 16. Fall für Chief Kate Burkholder wird recht schnell persönlich, als ihre Kollegen Mona Kurtz und Chuck Skidmore bei einem heimlichen Stelldichein, einen brennenden Scheiterhaufen entdecken, in dem ein Mann hilflos verbrennt, weil er an einen Pfahl gefesselt ist. Der Tote ist Milan Swanz, ein Amischer, der auf Grund zahlreicher Gewalttaten und anderer Verstöße gegen die amischen Vorschriften exkommuniziert worden ist.

Recht schnell gerät Kates Bruder Jacob in den Fokus der Ermittler, denn ein Zeuge berichtet von einem Streit der beiden, den er angeblich beobachtet haben will, was Jacob aber heftig bestreitet.

So wird muss Kate den Fall abgeben, da man ihr Vertuschung vorwirft. Das hält sie aber nicht ab, auf eigene Faust zu ermitteln. Als sie entdeckt, dass es in der Vergangenheit ähnliche Fälle von Morden an Amischen gegeben hat, scheint das Gerücht um eine abtrünnigen Gruppe von Amischen, die sich als Rächer sieht, neue Nahrung zu bekommen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann John Tomasetti verfolgt sie die Spur dieser Gruppe und weiß nicht, welches Risiko sie damit eingeht.


Meine Meinung:

Dieser 16. Fall für Kate Burkholder hat es in sich. Sie ist als Amische geboren, hat sich aber dann von der Gemeinschaft losgesagt. Sie kennt die Bräuche sowie die Glaubenssätze der verschworenen Gemeinde, die, obwohl Pazifisten, schon auch die eine oder ander Auseinandersetzung untereinander haben. Diese lösen sie aber intern und rufen nie, niemals die „englische“ Polizei zu Hilfe. Sie weiß, dass Milan Swanz massiv gegen die Regeln verstoßen hat, nur das ganze Ausmaß ist ihr zunächst nicht bekannt.

Kate ist toughe Chefin, die sich um ihr Team kümmert, weshalb man ihr auch während ihrer kurzen Auszeit die nötigen Informationen zum Fall Swanz zuspielt.

Völlig unaufgeregt erklärt Linda Castillo die Lebensgewohnheiten der Amischen. Die Autorin macht das recht geschickt, in dem sie Kate Burkholder ihren Chefs bzw. den Kollegen darüber berichten lässt. Das finde ich sehr interessant, denn über das Leben der Amischen weiß ich relativ wenig. Nachdem ich in dieser Reihe erst mit dem 15. Fall eingestiegen bin, muss ich mich langsam an den Beginn vortasten, denn mich interessiert, warum sie sich von den Amischen losgesagt hat.

Der Schreibstil ist fesselnd und dieser 16. Fall wird nach dem 15. nicht mein letzter Thriller sein, den ich von Linda Castillo, die mit einigen Amischen befreundet ist und daher weiß, worüber sie schreibt, lesen werde.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem fesselnden Thriller 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis

Rezensionen von brauneye29:

Sehr ruhig

Der Krabbenfischer von Benjamin Wood

Zum Inhalt:
Thomas ist Krabbenfischer und wohnt mit seiner Mutter zusammen in eher ärmlichen Verhältnissen. Seinen Vater kennt er nicht, die Schule hat er abgebrochen, aber das Handwerk des Krabbenfischens von seinem Großvater gelernt. Er kennt das Meer und die Gezeiten wie kein anderer. Heimlich lernt er Gitarre spielen und träumt von der Schwester seines Freundes.

Aber für Träume ist hier keine Zeit. Als der amerikanische Regisseur Edgar auftaucht bekommt er eine Ahnung von einer anderen Welt.
Meine Meinung:
Das ganze Buch ist irgendwie düster. Man hat irgendwie das Gefühl, dass für Thomas alles grau in grau ist. Keine Zeit für Träume, eine schon etwas nervige Mutter und dann kommt Edgar, der den Duft der weiten Welt mit im Gepäck hat und Thomas hat dann noch mal so ein Gefühl von " es geht noch mehr". Insgesamt habe ich das Buch als sehr ruhig, fast poetisch empfunden. Es liest sich recht fix weg und hat mir recht gut gefallen.
Fazit:
Sehr ruhig

im Shop ansehen weitere Rezensionen von brauneye29

Rezensionen von brauneye29:

Sehr spannend

Gerächt sein sollst du Die Morde von Kristinestad von Kaisu Tuokko

Zum Inhalt:
Im Küstenort Kristinestad wir eine Leiche gefunden. Es ist der erst siebzehnjährige Jonas und schnell ist klar, dass dieser ermordet wurde. Die Bewohner des Ortes sind zutiefst erschüttert. Die Journalistin Eevi beginnt zu recherchieren und trifft dabei auch den Kriminalkommissar Mats, den sie noch aus der Jugend kennt.

Weil beide entschlossen sind, den Mörder zu finden, beschließen sie gemeinsam zu ermitteln.
Meine Meinung:
Der Titel lässt ja schon gleich Vermutungen aufkommen, aber in welcher Art und Weise, das kann man nun wirklich nicht ermessen und mitunter ist es ja auch anders als es zunächst scheint. Ich fand die Story sehr spannend und fesselnd erzählt. Immer mal wieder führte der Autor einen auch in die Irre. Der Schreibstil scheint gut zu sein. Da ich das Hörbuch hatte, kann ich natürlich das Hörbuch besser beurteilen und fand es gut gelesen. Wer spannende Unterhaltung mag, ist hier richtig.
Fazit:
Sehr spannend

im Shop ansehen weitere Rezensionen von brauneye29

Rezensionen von brauneye29:

Unterhaltsam

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe Die Cornwall-Reihe von Katharina Herzog

Zum Inhalt:
Sophie ist eine sehr erfolgreiche Restaurantkritikerin. Aufgrund einer persönlichen Krise verreißt sie das gerade eröffnete Restaurant des Topmodels Annabelle. Es bricht ein Shitstorm aus und Sophies Chef verordnet ihr eine Auszeit. Schlimmer noch, er nagelt sie auf eine öffentliche Behauptung fest, dass sie überall ein Sterne- Restaurant erfolgreich eröffnen.

Meine Meinung:
Ich fand die Geschichte recht unterhaltsam. Ich hatte ein wenig befürchtet, dass es eine Geschichte alla Pilcher werden würde, aber das war es dann zum Glück nicht. Ich fand, dass das Buch gerade ab dem Zeitpunkt der Gaststättenübernahme richtig gut wurde. Die rauen Dorfbewohner fand ich klasse aber auch, wie Sophie sich nach und nach änderte und dadurch auch sympathischer. Sophies Mutter fand ich absolut witzig. Fliegt aus ihrem Heim, weil sie Haschkekse verteilt, köstlich.
Fazit:
Unterhaltsam

im Shop ansehen weitere Rezensionen von brauneye29

Rezensionen von clematis:

Reise durch Schweden

Im Lande der Mitternachtssonne von Hans Christian Andersen

Der bekannte dänische Schriftsteller und Dichter Hans Christian Andersen (1805 – 1875) bereist gerne ferne Länder, neben Deutschland, Schweiz, England oder Italien auch mehrmals das benachbarte Schweden. Was er dort erlebt, wird in diesem schmucken Büchlein bildhaft dargestellt.

Abwechslungsreich und informativ geht es zu markanten Schauplätzen.

Wir lassen uns vom Frühlingswind antreiben und steigen in ein Dampfschiff, reisen alsdann mit einer Pferdekutsche weiter und gehen streckenweise auch einmal zu Fuß. Birkenwälder und weite Felder erfreuen unser Auge, Diskussionen über vergangene schwedisch-dänische Kämpfe und darauffolgenden Waffenstillstand, Geschichten über Trolle und Berggeister dringen an unser Ohr, zukunftsträchtige Technologien wecken Andersens Neugierde, lassen ihn Hammerschmieden und Bergwerke ebenso besichtigen wie eine schwindelerregende Fahrt mit einem Korb an einer eisernen Kette ausprobieren. Die Gastfreundschaft in Schweden ist herausragend, fast überall stößt man auf auskunftsfreudige Menschen und so lernt der Reisende viel Historisches und Sagenhaftes kennen, das später verwoben werden kann zu eigenen Texten und Märchen.

Mit poesiebehafteten Eindrücken und beschwingten Formulierungen wird der Leser mitgenommen auf ein spannendes Abenteuer im 19. Jahrhundert und lernt auf diese Weise nicht nur Schweden sondern auch den bekanntesten Dichter Dänemarks näher kennen. Ein schöner Blickwinkel auf fremde Gegenden und entsprechende Kulturen. Lesenswert.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von clematis

Rezensionen von Petra Sch.:

Die Senioren aus Haus Sonnenuntergang quizzen im Fernsehen

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen von Sybille Bullatschek

4,5 Sterne

Sybille Bullatschek arbeitet als Pflägekraft (ja mit Ä, denn sie ist Schwäbin und erzählt uns die Geschichte in ich-Form mit kleinen schwäbischen Einwürfen) im Seniorenheim "Haus Sonnenuntergang", und man kann sich durch die flotte und lebendige Schreibweise wunderbar in alles hineinversetzen und hat das Ambiente mit den manchmal schwierigen Senioren (und deren Angehörigen) direkt vor Augen.

Und jetzt ist was ganz Aufregendes möglich! Es gibt eine neue Fernsehshow, bei der nur Senioren und Seniorinnen, die älter als 80 sind und in einem Pflegeheim wohnen, mitspielen! Jeweils drei Personen plus ein/e Pfleger/in. Klar, dass Sybille "ihre" Senioren/innen da anmeldet (natürlich heimlich, denn der Chef hätte das nicht genehmigt). Es gibt nämlich Geld zu gewinnen, und das kann man im Haus Sonnenuntergang gut gebrauchen.
Das Toupet aus dem Titel hat natürlich auch einen wichtigen Auftritt! ;)

Es ist witzig, aufregend und turbulent zu verfolgen, wie sich die alten Leute selbst übertrumpfen wollen, denn natürlich gibt es einige, die unbedingt mitfahren wollen!
Und Sybille tritt wieder in einige Fettnäpfchen und verursacht Chaos, das sie aber auf ihre charmante Art lösen kann.
Ich verrate natürlich nicht, wie die Ü-80-Show für die Bewohner von Haus Sonnenuntergang ausgeht! ;)
Es ist einfach sehr lustig zu lesen, auch wenn einiges dann doch etwas überzogen rüberkommt. Manchmal könnte man Sybille einfach nur schütteln bzw. kann ihr Handeln nicht immer nachvollziehen.

Die Geschichte betont, wie wichtig der Pflegeberuf ist und dass es viel zu wenige gibt, die diesen nicht gerade leichten, manchmal auch undankbaren und unterbezahlten Job ausüben. Doch Sybille und ihre Kolleginnen zeigen, dass Menschlichkeit am Wichtigsten ist. Die Senioren und Senioras (so eine süße Bezeichnung für die weiblichen Seniorinnen) sind eigenständige Persönlichkeiten, und auch jene, die nicht mehr mobil sind, müssen wertgeschätzt werden.


Fazit:
Humorvolle, manchmal etwas überzogene Unterhaltung aus dem Seniorenheim mit einer crazy Protagonistin und einem spannenden Fernsehquiz für die Senioren und Senioras! (und der eindrücklichen Message, wie wichtig der Pflegeberuf ist!)

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Rezensionen von nessabo:

Gut lesbar, reizvolle Ausgangslage und interessante Figuren - aber zu wenig auserzählt

Ungebetene Gäste von Ayelet Gundar-Goshen

Zum Hörbuch:
Milena Karas ist eine tolle Sprecherin, die hier die verschiedenen Figuren wirklich sehr greifbar umgesetzt hat. Sie hat den einzelnen Charaktere richtig Leben eingehaucht, weshalb ich ein gutes und verständliches Hörerlebnis hatte. Das Werk ist mit seinen vielen Figuren sowie den rasch wechselnden Perspektiven auf der komplexeren Seite.

Und doch hatte ich keine Probleme, der Sprecherin zu folgen.

Zum Buch selbst:
Während mir „Löwen wecken“, das ich erst kurz vor diesem Roman gelesen habe, noch zu lang war, schien mir „Ungebetene Gäste“ fast zu kurz zu sein. Obwohl ich die Länge grundsätzlich ausreichend fand, hat die Autorin für mich zu viele Handlungsstränge nicht zu Ende geführt und thematisch vielleicht ein wenig zu viel gewollt.

Wie bei all ihren Büchern, spielt Ayelet Gundar-Goshen auch hier wieder mit der vermeintlichen Klarheit, was unser menschliches Urteilsvermögen angeht. Die Figurenzeichnung gefiel mir deutlich besser als in ihrem früheren Roman. Sie sind mir zwar wieder überwiegend unsympathisch und wiederholt fand ich ihre Handlungen einfach nur erschütternd, aber zumindest waren sie nicht so platt ekelhaft geschrieben. Besonders im Mittelteil, der mich zu Beginn allerdings auch erstmal verwirrte, bekommen wir ein deutlich vielschichtigeres Bild der Haupt- sowie einiger Nebenfiguren.

Gleichzeitig verschwinden andere Nebenfiguren aus dem ersten Teil völlig von der Bildfläche und werden im kurzen dritten Teil noch einmal aufgewärmt. Neue Figuren tauchen zwischendrin auf, während sich mir am Ende nicht immer ganz erschloss, warum sie wichtig waren. Auch das ein oder andere Klischee wird bedient, die Kommunikation zwischen den Figuren ist meist katastrophal.

Trotzdem hat mir gefallen, wie fein die Autorin mit unserer Sympathie und Empathie spielt - dafür hat sie schon wirklich ein ausgesprochenes Talent. Die Figuren sind zwischendrin so unangenehm, dass ich kaum weiterlesen wollte, und doch bringe ich einige Kapitel weiter Mitgefühl für sie auf. Auch das Thema Schuld/Schuldgefühle sowie der Rassismus weißer Israelis werden wieder behandelt. So einige Sätze waren für mich richtige Banger - etwa dazu, wie gut Persönlichkeitsrechte verschiedener Gruppen beim Veröffentlichen von Fotos geachtet werden.

Doch auch, wenn mir dieser Roman in Bezug auf Lesefluss und Figurenzeichnung gut gefallen hat, gehe ich ernüchtert aus dem Buch. Das Ende ist super offen, so viel bleibt auch einfach ungesagt oder wird kurz vor Schluss noch einmal angeschnitten. Ich habe außerdem meine Schwierigkeiten damit, wenn so gar keine Figur nahbar und mir sympathisch ist, auch wenn ich moralisch graue Figuren durchaus schätze.

Definitiv eine spannende Autorin mit einem guten Repertoire an Überraschungsmomenten im Kleinen. Doch ich muss auch hier wieder sagen, dass mir einiges zu konstruiert war, die moralische Ebene an einigen Stellen zu forciert. Ich habe mir vom Klappentext wieder so viel erhofft und bin nun nicht vollends zufrieden. Es ist dennoch alles andere als ein schlechtes Buch und Fans der Autorin kommen hier ganz sicher auf ihre Kosten. Bei 1-2 weiteren Werken bin auch ich neugierig, werde mir aber erstmal ein bisschen Abstand gönnen, da zwischen den Büchern schon eine gewisse Ähnlichkeit besteht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nessabo

Rezensionen von nessabo:

Gut lesbar, reizvolle Ausgangslage und interessante Figuren - aber zu wenig auserzählt

Ungebetene Gäste von Ayelet Gundar-Goshen

Während mir „Löwen wecken“, das ich erst kurz vor diesem Roman gelesen habe, noch zu lang war, schien mir „Ungebetene Gäste“ fast zu kurz zu sein. Obwohl ich die Länge grundsätzlich ausreichend fand, hat die Autorin für mich zu viele Handlungsstränge nicht zu Ende geführt und thematisch vielleicht ein wenig zu viel gewollt.

Wie bei all ihren Büchern, spielt Ayelet Gundar-Goshen auch hier wieder mit der vermeintlichen Klarheit, was unser menschliches Urteilsvermögen angeht. Die Figurenzeichnung gefiel mir deutlich besser als in ihrem früheren Roman. Sie sind mir zwar wieder überwiegend unsympathisch und wiederholt fand ich ihre Handlungen einfach nur erschütternd, aber zumindest waren sie nicht so platt ekelhaft geschrieben. Besonders im Mittelteil, der mich zu Beginn allerdings auch erstmal verwirrte, bekommen wir ein deutlich vielschichtigeres Bild der Haupt- sowie einiger Nebenfiguren.

Gleichzeitig verschwinden andere Nebenfiguren aus dem ersten Teil völlig von der Bildfläche und werden im kurzen dritten Teil noch einmal aufgewärmt. Neue Figuren tauchen zwischendrin auf, während sich mir am Ende nicht immer ganz erschloss, warum sie wichtig waren. Auch das ein oder andere Klischee wird bedient, die Kommunikation zwischen den Figuren ist meist katastrophal.

Trotzdem hat mir gefallen, wie fein die Autorin mit unserer Sympathie und Empathie spielt - dafür hat sie schon wirklich ein ausgesprochenes Talent. Die Figuren sind zwischendrin so unangenehm, dass ich kaum weiterlesen wollte, und doch bringe ich einige Kapitel weiter Mitgefühl für sie auf. Auch das Thema Schuld/Schuldgefühle sowie der Rassismus weißer Israelis werden wieder behandelt. So einige Sätze waren für mich richtige Banger - etwa dazu, wie gut Persönlichkeitsrechte verschiedener Gruppen beim Veröffentlichen von Fotos geachtet werden.

Doch auch, wenn mir dieser Roman in Bezug auf Lesefluss und Figurenzeichnung gut gefallen hat, gehe ich ernüchtert aus dem Buch. Das Ende ist super offen, so viel bleibt auch einfach ungesagt oder wird kurz vor Schluss noch einmal angeschnitten. Ich habe außerdem meine Schwierigkeiten damit, wenn so gar keine Figur nahbar und mir sympathisch ist, auch wenn ich moralisch graue Figuren durchaus schätze.

Definitiv eine spannende Autorin mit einem guten Repertoire an Überraschungsmomenten im Kleinen. Doch ich muss auch hier wieder sagen, dass mir einiges zu konstruiert war, die moralische Ebene an einigen Stellen zu forciert. Ich habe mir vom Klappentext wieder so viel erhofft und bin nun nicht vollends zufrieden. Es ist dennoch alles andere als ein schlechtes Buch und Fans der Autorin kommen hier ganz sicher auf ihre Kosten. Bei 1-2 weiteren Werken bin auch ich neugierig, werde mir aber erstmal ein bisschen Abstand gönnen, da zwischen den Büchern schon eine gewisse Ähnlichkeit besteht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nessabo