Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Carolin:
Wichtige Informationen, jedoch nicht für jeden etwas
Die Longevity-Strategie für Frauen von Viyan Dr. med. Sido
Das Buch liefert einen guten Gesamtüberblick darüber, was man selbst alles tun kann, um gesund älter zu werden. Bewegung, Ernährung, Darmgesundheit, Stressreduktion, Soziale Beziehungen, Schlaf und oxidative Entgiftung sind große Themen, welche hier behandelt werden. Für mich persönlich, die sich bereits länger mit der Gesundheit befasst, war leider nicht viel Neues dabei.
Doch hier und da konnte auch ich etwas Neues lernen. Dennoch richtet sich das Buch meiner Ansicht nach eher an Personen, die noch am Beginn der Reise stehen, sich mit ihrer Gesundheit und den Möglichkeiten zur Verbesserung zu befassen. Stellenweise ist das Buch sehr biochemisch aufbereitet. Wer sich hier außerhalb seiner Komfortzone befindet, könnte an diesen Stellen zu knabbern haben. Hier wäre eine bessere Verständlichkeit durch leichtere Erklärungen vermutlich sinnvoll gewesen. Alles in allem trotzdem ein gutes Buch, welches wichtige Bereiche behandelt, nur nicht für jeden gleich geeignet ist.
Rezensionen von Ele:
Für immer Paris
Nächstes Mal für immer von Lucien Marant
Nächstes Mal für immer, Roman von Lucien Marant, 316 Seiten, erschienen bei dtv.
Eine Liebesgeschichte der besonderen Art.
Paris 1999
Mona ist zu einem Auslandssemester nach Paris gekommen, dort schließt die Freundschaften fürs Leben und lernt auch Thibauld kennen. Sie verlieben sich doch als das halbe Jahr vorbei ist, fährt Mona ohne Aussicht auf eine weitere Verbindung enttäuscht nach Hamburg zurück.
Paris 2019
Nach 20 Jahren kehrt Mona in die Stadt ihrer Träume zurück, dieses Mal ist sie gekommen um für immer zu bleiben, bald begegnet sie Thibauld. Sie verstehen sich noch immer so gut wie damals, haben die beiden eine zweite Chance?
Das Buch ist voller unerwarteter Wendungen und Verstrickungen, erst ganz am Ende wurde alles zu meiner Zufriedenheit und nachvollziehbar aufgeklärt. Das was ich hier erwartet habe wurde bei weitem übertroffen. Es handelt sich nicht um eine Second-Chance- Romanze, sondern um eine tiefgründige und faszinierende Liebesgeschichte, mit Urlaubssetting. Als mir bewusstwurde, dass ein Autor das Buch geschrieben hat war ich sehr überrascht, so voller Emotionen und tiefer Gefühle, da hätte ich eine Autorin erwartet. Der Schreibstil ist poetisch, sehr bildhaft und immer wieder gab es Stellen bei denen ich gelacht oder geweint habe. Das Buch besteht aus 15 Kapiteln, Pro- und Epilog erscheinen kursiv, es sind viele Eigennamen, bzw französische Phrasen eingestreut, die nicht übersetzt werden. Der Schreibstil ist auktorial aus der Sicht der Protagonistin, der ständige Zeitenwechsel zwischen 1999 und 2019 ist markiert, trotzdem ist es mir immer wieder passiert, dass ich nicht wusste in welcher Zeit ich gerade versunken bin. Ich war gefesselt und konnte das Buch erst aus der Hand legen als der letzte Satz gelesen war. Eine Playlist mit passenden Liedern gibt es zusätzlich.
Ich fand die Personen auch wunderbar herausgearbeitet, meine Lieblingsfigur war Lou, die Irin immer ein flotter Spruch auf den Lippen, sie sprüht vor Fröhlichkeit und macht gute Laune. Mona die Protagonistin, ist ernsthafter ihr Handeln ist so authentisch, sie wirkt so echt, die Beschreibung wie sie als Kind und Jugendliche gefühlt hat, sie ist mir so ähnlich, da habe ich mich ihr ganz nah gefühlt. Auch Thibauld ist gut charakterisiert, jede der Figuren meint man schon lange zu kennen.
Die Begründungen und Lösungen verschiedener Umstände sind ab und zu sehr weit hergeholt. Die Zeitenwechsel waren immer wiedermal zu abrupt
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich habe die Stimmung und das Setting genossen, viele Orte in Paris sind mir wieder in Erinnerung gekommen. Dieses Buch ist viel mehr als nur eine seichte Urlaubslektüre.
Meine Empfehlung und 4 Sterne
Rezensionen von rewareni:
Zwischen Lüge und Wahrheit
Eine winzige Lüge von Astrid Korten
Martina Wagner kann es nicht glauben, als ihre Tochter Julia behauptet, als Kind von ihrem Stiefvater Alex missbraucht worden zu sein. Martina weiß, dass ihre Tochter schon immer eine lebhafte Fantasie hatte und so klingt diese Anschuldigung für sie nicht wirklich glaubhaft. Als Alex damit konfrontiert wird ist er erschüttert und beteuert Martina, dass er so eine furchtbare Tat nie begangen hätte.
Völlig verunsichert versucht nun Martina heraus zu finden, wer von den beiden die Wahrheit sagt. Dabei gerät sie immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Geheimnissen und dem Gefühl, dass sie selbst nicht ganz unschuldig daran ist, dass nun die scheinbar heile Familienwelt zusammen bricht. Als dann noch ein Mord passiert und sich Julia immer seltsamer benimmt ist Martina am Boden zerstört. Ist ihre geliebte Tochter nicht nur eine Lügnerin, sondern auch eine Mörderin?
Was einem bei dem Roman zuerst ins Auge sticht, ist das besonders kunstvoll gestaltete Cover, das von der Autorin Astrid Korten selber stammt und im Laufe der Geschichte den Bezug dazu liefert.
Der Roman ,,Eine winzige Lüge“ zeigt, wie aus einer Aussage eine Lawine losgetreten wird, die so weit reichende Folgen hat, wo viele Menschen daran zerbrechen und Geheimnisse ans Tageslicht kommen die erschütternd sind und betroffen machen.
Es ist eine teilweise recht verwirrende Geschichte, wo ich manchmal meine Probleme damit hatte mich mit der Protagonistin Martina verbunden zu fühlen. Sie zeigt immer wieder einen sehr widersprüchlichen Charakter wo sie selbst oft nicht mehr weiß, wem sie glauben soll oder nicht.
Angenehm sind dabei die kurzen Kapiteln, wo man schnell wieder in die nächste Handlung eintauchen kann. Keine wirkliche Freude hat mir hingegen die durchgehende kursive Schrift bereitet, wo das Lesen mit der Zeit für die Augen doch anstrengend wurde.
Die Thematik in dem Roman ist eine wichtige die zeigt, wie Opfer selbst noch viele Jahre später darunter leiden können und wie in dieser Geschichte Menschen manipuliert werden und dadurch eine unheilvolle Kettenreaktion ausgelöst wird.
An manchen Stellen finden sich kleine Ungereimtheiten oder Logikfehler, wo man ein wenig drüber stolpert.
Interessant sind die eingefügten Gedankengänge des Opfers, wo man so viel an Hass, Verzweiflung und auch Hilflosigkeit spürt und der Plan sich zu rächen sich immer mehr verfestigt, wo die Medien und das Internet dazu benützt werden Lügen in kleinen Häppchen in die Welt zu setzen und dabei das Leben eines anderen zu ruinieren.
Manche Fragen sind dabei nicht immer wirklich beantwortet worden, wo es doch interessant gewesen wäre, weil so manche Handlungen der Protagonisten nicht immer greifbar waren. Es ist ein berührendes und unerwartetes Ende, das offen bleibt und somit für mich nicht richtig abgeschlossen wirkt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Trudy Ederle - Die Königin der Wellen
Trudy Ederle von Kai Bliesener
Am 6. August 1926, also vor 100 Jahren, durchschwimmt die 21-jährige Gertrude »Trudy« Ederle (1905-2023) als erste Frau den Ärmelkanal und bleibt trotz wellenbedingtem Umweg mehr als zwei Stunden unter der Zeit des aktuellen Streckenrekords eines Mannes. Bei ihrer Rückkehr aus Europa wird sie in New York als »Königin der Wellen« von zwei Millionen Menschen bejubelt.
Wer ist die junge Frau, die beim zweiten Versuch im etwas mehr als 14 Stunden den Ärmelkanal bewältigt? Eine Frau, die schneller schwimmt als die Männer, die Grenzen verschiebt und Hoffnung wie Stolz verkörpert?
Gertrude »Trudy« Ederle ist das dritte von sechs Kinder des deutschen Auswandererehepaar Ederle, die Ende des 19. Jahrhunderts den Weg über den großen Teich gefunden haben. Der Vater, ein Metzger gründet eine Metzgerei, die bald ordentlich Gewinn abwirft, so dass die Familie kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs einen Besuch in der alten Heimat machen kann. Dort lernt Trudy, der Familienchronik nach, im Dorfteich schwimmen. Die Faszination des Elementes Wasser wird sie nie mehr loslassen, auch wenn sie schon in jungen Jahren nach einer Maserinfektion ertaubt.
Zurück in den USA schwimmt Trudy mit zwölf Jahren ihren ersten Weltrekord, immer scheel angesehen von der damaligen Gesellschaft, vorrangig von den Männern, die bestimmen, was sich für Mädchen und Frauen schickt oder eben nicht. Sich sportlich zu betätigen, abseits von Tennis, ist ein no-go.
„Eine Frau, die zu stark ist, gilt als unpassend.“ schreibt Charlotte Perkins Gilman, US-amerikanische Sozialreformerin, im Jahr 1911. (S. 48)
Doch niemand hat mit der Sturheit und Zielstrebigkeit von Trudy gerechnet. Obwohl sie von Schwimmtrainern und Vereinen mehr behindert als gefördert wird, ist ihr großes Ziel, dem sie alles unterordnet die Durchquerung des Ärmelkanals.
Dabei muss sie sich nicht nur gegen die Unbillen der Natur, sondern vor allem gegen die Widerstände der Gesellschaft stellen. Die Badebekleidung ist ein aus Wolle gefertigter Einteiler mit Ärmeln und Beinen, der sich voll mit Wasser saugt und kaum die richtigen Bewegungsabläufe zulässt. Gemeinsam mit Schwester Margarethe entwickelt Trudy einen Zweiteiler, der mehr Bewegungsfreiheit bietet.
Der Ruhm, dem sie mit ihrem erfolgreichen Durchschwimmen des Kanals, erntet, ist nur von kurzer Dauer. Sie wird von jenen, die sie zuvor belächelt haben, vereinnahmt. Sie gilt als feministische Ikone, obwohl sie nichts anderes wollte, als schwimmen. Dieser Berufung bleibt sie bis ins hohe Alter treu, betreut Schwimmkurse für Kinder, darunter zahlreiche Gehörlose.
Während Trudy Ederle, sie wird nie heiraten, in den USA bald vergessen ist, gedenkt man ihr in Bissingen an der Teck, dem Heimatort ihres Vaters noch heute.
Am 30.November 2023 stirbt Gertrude „Trudy“ Ederle mit 98 Jahren in einem Pflegeheim in New Jersey, weit weg von tosenden Wellen des Atlantiks. Während ihre Rekordleistung im August 1926 die Massen bewegt hat, ist die Nachricht über ihren Tod zunächst nur eine winzige Randnotiz.
Meine Meinung:
Kai Bliesener nennt sein Buch über meine Namensvetterin Gertrude „Trudy“ Ederle eine biografische Skizze. Ich habe zwar mit Leistungsport und Schwimmen nichts am Hut, doch über Frauen, die sich gegen das Establishment stellen, lese ich gerne.
Das Thema finde ich großartig! An manchen Stellen nerven mich die häufige Wiederholungen, wenn es gilt, das unzulängliche Material für die Badebekleidung zu erwähnen. Ja, dicke Baumwolle und Schafwolle sind als Material für Badeanzügen unbrauchbar. Aber muss das so oft wiederholt werden? Wir LeserInnen können uns das merken.
Kai Bliesener hat die Herkunftsgeschichte der Familie Ederle penibel recherchiert und mit einigen Fotos ergänzt. Selbst ein Foto des Blissener See vom Jahr 2026 ist abgebildet.
Geschickt flicht der Autor die Geschichte des weiblichen Schwimmsports, der 1912 erstmals olympisch wird, ein. Zudem stellt er die Möglichkeiten im Schwimmsport von damals jenen von heute gegenüber. Was für eine Entwicklung!
Fazit:
Gerne gebe ich dieser biografischen Skizze einer beeindruckenden Frau 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Herrlich skurril!
Frau Morgenstern und die Entführung von Marcel Huwyler
In diesem, nunmehr 8. Fall, steht die pensionierte Lehrerin Violetta Morgenstern, im Mittelpunkt. Aber nicht als staatlich befugte Auftragsmörderin, sondern als Kollateralschaden bei der Entführung einer jungen Frau.
Wie es dazu gekommen ist?
Violetta Morgenstern sorgt sich, nach einem erledigten Auftrag um ihre Karma-Bilanz, die ihrer Meinung ein wenig in Schieflage geraten ist.
Um ein wenig Abstand von der Arbeit zu bekommen, beschließt sie ihren alten Freund Maurice mit einem Besuch zu überraschen. Allerdings kommt sie dort nicht an. Sie springt nämlich, als sie Zeugin einer Entführung wird, ohne viel nachzudenken zu dem Opfer in den Lieferwagen, um zu helfen. Dass manchmal gut gemeint das Gegenteil von gut ist, muss Violetta Morgenstern bald feststellen.
Während Violetta und Lotta von einem Versteck ins andere gebracht werden, setzt Kollege Michael Schlunegger eine private Rettungstruppe in Marsch. Seine Zwillinge sollen doch ihren geliebten „Omistern“ wohlbehalten zurückbekommen.
Gemeinsam mit der entführten Lotta wagt Violetta einen Ausbruch. Ob er gelingt und was die Entführung mit dem Weltwirtschaftsforum in Davos zu tun hat, müsst ihr schon selbst lesen.
Meine Meinung:
Ich mag diese schräge Reihe rund um die pensionierte Lehrerin und den ehemaligen Scharfschützen Michael Schlunegger, die im staatlichen Auftrag missliebige Personen jeglichen Geschlechts äußerst kreativ vom Leben zum Tode befördern. Schmunzeln muss ich natürlich auch über die ungewöhnlichen Erziehungsmethoden Schluneggers, der seinen Töchtern an diverser Chemiebaukästen einschlägiges Handwerk beibringt. Das ist allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen.
Die jährlichen Treffen der rund 1.000 Mitglieder des Weltwirtschaftsforums ist seit Jahren nicht ganz unumstritten, werden doch in den Augen der Gegner des Forums, wichtige Themen gar nicht oder nur rudimentär behandelt. Welche Themen vorrangig zu behandeln wären, ist regelmäßig Anlass für Proteste und Lobbying.
Wie wir es von Marcel Huwyler gewöhnt sind, lässt der Autor sowohl „Omistern“ Violetta als auch Michael Schlunegger recht kreativ werden, wenn es darum geht, dem anderen aus der Patsche zu helfen.
Das Cover passt perfekt zu anderen Teilen der Reihe und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.
Fazit:
Ich kann euch diese Reihe, die durch Wortwitz und schwarzen Humor punktet, nur dringend als Lektüre empfehlen. Beginnt aber beim ersten Band („Frau Morgenstern und das Böse“). Dieser Krimi erhält jedenfalls 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine klare Leseempfehlung!
Dirty Rome von Michael Sommer
Da ich im Moment eine „Römische Phase“ habe, komme ich nach „Die Kaiser von Rom“ (Mary Beard) und „Fulvia“ (Jane Draycott) an diesem hier, das die schmutzige Seite der Antike zum Thema hat, nicht vorbei.
Historiker Michael Sommer, von dem ich schon „Mordsache Caesar“ gelesen habe, hat mich auch mit diesem Buch gefesselt.
Natürlich ist mir bekannt, dass die reichen und schönen Römer (absichtlich die männliche Form, da Römerinnen mit wenigen Ausnahmen nichts zu sagen haben) nur eine kleine elitäre Schicht gewesen sind, deren Reichtum nicht vom Himmel gefallen ist, sondern häufig durch schmutzige Tricks erworben.
Mit detaillierter und penibler Recherche, geht Sommer dem antiken Rom abseits von Glamour, Marmor, Purpur und Gold nach. Er entführt uns in suburba, wo die insulae, jene mehrstöckigen, wackeligen Wohnhäuser, die, weil teilweise aus Holz errichtet, häufig einem Brand zu Opfer fallen und dabei gleich ganze Bezirke einäschern. Hier stellt sich die Frage, ob Immobilienspekulanten dem Vorschub geleistet haben? Statt baufälliger Mietshäuser lassen sich prachtvolle Villen inklusive Gärten sehr viel besser verkaufen.
Doch es sind nicht nur die prekären Wohnverhältnisse, die ganze Familien ausgerottet haben, weil sie dicht an dicht gewohnt haben und sich gegenseitig mit tödlichen Krankheiten angesteckt haben. Auch der Tiber, in den alle Abfälle, von menschlichen Exkrementen über Tierkadavern bis hin zu menschlichen Leichen, geworfen werden, verbreiten übelste Gerüchte und Krankheiten wie Cholera und Typhus, weil aus ihm Trinkwasser entnommen und die Wäsche darin gewaschen wird. Man mag sich den Gestank gar nicht vorstellen!
Doch das ist nicht das einzige, das Rom den zweifelhaften Ruf der „Dirty City“ einbringt: Es sind vor allem die Mächtigen, die Frauen, Sklaven und jene Menschen am Rande der Gesellschaft wie den sprichwörtlich letzten Dreck behandelt. Und wer Macht hat, missbraucht sie. Korruption, Vetternwirtschaft und Wahlmanipulation grassieren - alles keine Erfindungen der Neuzeit. Der größte Teil der Menschen sind Analphabeten und daher auf Hörensagen angewiesen, was sie stets höchst mangelhaft informiert, ständig Gerüchten und Fake News ausgesetzt sein lässt.
Nur ganz wenigen gelingt es, aus der suburba und den insulae zu entkommen - Gaius Iulius Caesar ist einer davon. Umgekehrt ist es ein Leichtes, vom wohlhabenden Bürger Roms ins Elend abzurutschen.
Wie häufig, zahlt die Mehrheit der Bevölkerung den Wohlstand einer Minderheit, mit dem eigenem Elend. Wer allerdings glaubt, solche Verhältnisse gäbe es nur in Rom, wird hier eines besseren belehrt. Da der Autor das Buch "Wirtschaftsgeschichte der Antike" geschrieben hat, kann er für dieses hier aus dem Vollen schöpfen.
Ich mag den Schreibstil des Autors, der niemals belehrend ist. Beinahe (aber nur beinahe) im Plauderton erzählt er über das dreckige Rom, das immer im Schatten des weißglänzenden Marmors steht. Wer sich mit dem Rom der Thermen und Triumphbögen auseinandersetzt, darf auf den zur Kloake verkommenen Tiber nicht vergessen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Buch, das ein etwas anderes Rom zeigt, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine klare Leseempfehlung!
Die Kaiser von Rom von Mary Beard
Nach ihrem opulenten Bestseller „SPQR“ (senatus populusque romanus) ) in dem die Altphilologin Mary Beard über den Senat und das Volks von Rom schreibt, nimmt sie in ihrem neuen Buch „Die Kaiser von Rom“ die Lebensweise derselben unter die Lupe. Allerdings nicht als chronologisch geordnete (Kurz)Biografien sondern Blitzlichter, die auch eher unbekannte Kaiser ans Tageslicht bringen.
Oder wer kennt schon Elagabal, dessen Namen einen Knoten in der Zunge verursacht? Dem werden wir im Laufe des Buches mehrmals begegnen.
Prolog: Ein Gastmahl mit Elagabal
Kap. 1: Ein-Mann-Herrschaft: Die Grundlagen
Kap. 2: Wer ist der Nächste? Die Kunst der Nachfolge
Kap. 3: Herrschaftliches Speisen
Kap. 4: Im Inneren des Palastes
Kap. 5: Menschen im Palast: Der Kaiser und sein Hof
Kap. 6: Bei der Arbeit
Kap. 7: Auszeit?
Kap. 8: Kaiser im Ausland
Kap. 9: Von Angesicht zu Angesicht
Kap.10: „Ich glaube, ich werde ein Gott“
Epilog: Das Ende einer Ära
Die Zeitspanne in der wir uns mit Hilfe von Mary Beard (und eventuell unserer Lateinlehrkräften) bewegen, sind die rund 300 Jahre von Caesar bis Alexander Severus (ermordet 235 n.Chr.).
Mary Beard gibt uns Einblick in den Alltag der Kaiser, ihre gesellschaftliche Stellung, ihre Neigungen sowie ihren Lebenswandel. Auch Essgewohnheiten und so manche grausame Belustigung werden genauso dargestellt wie die ersten PR-Maßnahmen. Augustus zählt hier zu den Meistern seines Fachs. Er hat tausende Statuten mit seinem Konterfei, auf dem er niemals gealtert ist, aufstellen lassen und sein Porträt auf die römischen Münzen geprägt worden. Allerdings, so räumt die Historikerin ein, kann man sich nicht zu 100% sicher sein, dass es sich wirklich um Augustus‘ reales Antlitz handelt.
Zudem sind zahlreiche Schriftstücke über die diversen Kaiser erst Jahrzehnte NACH ihrem Tod erschienen. Man darf hier durchaus den historischen Wert des einen oder anderen Text anzweifeln. Zumal zeitgenössische Schriftstücke den persönlichen Interessen des Schreiber dienen sollten.
Das Interesse am antiken Rom hat im 18. Jahrhundert begonnen. Zahlreiche Reiseberichte bzw. wissenschaftliche Texte, die in dieser Zeit entstanden sind, haben naturgemäß einen anderen Fokus als heute. Trotzdem wirkt das kaiserliche Rom bis heute nach, sei es in der Wissenschaft, in der Rechtssprechung (audiatur altera pars/man möge auch die andere Seite hören), Latein als Grundlage für zahlreiche Sprachen, die Architektur oder zahlreiche als „Römerstraßen“ bekannte Transitrouten.
Wer sich vom Leben in der Antike ein umfangreiches und detailliertes Bild machen möchte, wird um dieses Buch sowie um den Vorgänger „SPQR“ nur schwer herumkommen. Das Buch enthält einen umfangreichen Abbildungsteil sowie Informationen zu weiterführender Literatur.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem interessanten und durchaus humorvoll geschriebenen Sachbuch 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von KersG:
Interessant, mit vielen Impulsen
Love, Peace & wir von Carsten Müller
Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Das Cover ist schlicht und passt sehr gut zum Buch. Durch die Farben springt es einem direkt ins Auge.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und locker. Ohne unverständliche Fachbegriffe. Und wenn Fachbegriffe verwendet werden, werden diese ausreichend und verständlich erklärt.
Durch die vielen Fallbeispiele bekommt man einen sehr guten Einblick in die Thematik. Gleichzeitig bekommt man möglich Lösungswege aufgezeigt. Die Paare in den Beispielen sind sehr unterschiedlich. Genauso die Themen um die es geht. Das macht das Ganze sehr umfassend und es ist somit für jeden etwas dabei.
Es gibt aber auch theoretische Teile aus denen ich für mich viel Neues mitnehmen konnte.
Immer wieder zeigt sich, wie wichtig die Kommunikation in Beziehungen ist. Wie oft man aneinander vorbei redet. Dinge, die mit einem Gespräch leicht aus der Welt geschaffen werden könnten, sorgen dann für Unmut und schlechte Stimmung zwischen den Partnern.
Ein toller Ratgeber mit vielen Impulsen für das eigene Leben.
Rezensionen von Katzenmicha:
Ein sehr spannender historischer Roman
Die Bluthochzeit von Wolf Hector
Magdeburg 1630,es der 30 jährige Krieg und die Stadt steht kurz vor iher Belagerung durch kaiserliche Truppen.Es herrscht Uneinigkeit zwischen den Bürgern der Stadt.Die eigensinnigen Bürger, wollen sich nicht ergeben, weil sie auf Hilfe des König Gustav Adolf II. von Schweden warten. Doch die rettenden schwedischen Truppen lassen auf sich warten.
So gelingt es dem geharnischten Mönch, Graf Johann von Tilly, Magdeburg zu stürmen.In dieser Zeit lebt die Jugendliebe von der jungen Witwe Teresa Werdenhagen und dem Bildhauer Caspar Ludolf Steinmann wieder auf.Und man begegnet der siebenjährigen Edita, ein greisenhaftes Kind mit hellseherischen Fähigkeiten. Der heilige Moritz spricht zu ihr, sagt ihr was geschehen wird und was zu tun ist…
Der Autor Wolf Hector alias Thomas Ziebula hat einen fließenden und bildhaften Schreibstil.Spannend und super recherchiert nimmt der Autor einen mit in eine längst vergangene Zeit.Er läßt die Geschehnisse zum Leben erwachen und es mich als Leser miterleben.Leider kann ich nur 5 Sterne geben,eigendlich ist es mir viele Sterne mehr wert.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine Leseempfehlung
Hinaus in den Wind von Trude Teige
„Hinaus in den Wind“ ist der zweite Band rund um Kristiane und ihre Familie an der norwegischen Küste. Obwohl Kristiane in manchen Belangen sehr fortschrittlich denkt und handelt, ist sie doch den Traditionen verhaftet. So soll ihr Sohn Anders, der ein begnadeter Pianist ist, der Familientradition folgen und Lotse werden, während die kleine Tochter das Meer liebt und durchaus das Zeug zur Lotsin hätte.
Allerdings ist es Frauen zu jener Zeit verboten, als Lotse zu arbeiten. Zu diesem innerfamliären Konflikt gesellt sich ein gesellschaftlicher, denn Kristiane findet die Leiche eines Babys und muss den Behörden bei der Suche nach der Mutter helfen, was sie in weitere Schwierigkeiten bringt. Doch damit nicht genug, gesteht ihr Ehemann Lars einen Fehltritt und erwartet ihre Vergebung, so wie er ihr in den langen Jahren ihrer Ehe (beinahe) verziehen hat.
Meine Meinung:
Trude Teige hat mit diesem Roman, die Geschichte einer starken Frau, die einerseits ihr Leben selbst in die Hand nimmt (und damit gegen die damalige gesellschaftliche Ordnung verstößt) und andererseits aber die Traditionen sehr wichtig nimmt, fortgesetzt. Um die Lotsenmarke, also die (erbliche) Berechtigung Lotsendienste anzubieten, weiter in der Familie zu behalten, hat sie ihr eigenes Glück geopfert und macht dasselbe mit ihrem Sohn. Dabei lässt sie ihre Tochter links liegen. Gelegentlich erkennt sie, dass sie ihrer Tochter Unrecht tut, kann aber aus ihrer Haut nicht heraus.
Die starren gesellschaftlichen Normen, die harten Lebensbedingungen zu denen sich nun schwedische Fischer, die in den norwegischen Gewässern ihre Netze ausbreiten und die karge Landschaft machen Kristiane zu der Frau, die sie ist.
Dieser zweite Teil endet für mich ein wenig abrupt, so dass ich einen halben Stern abziehe, aber fix mit einer Fortsetzung rechne.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser atmosphärischen und emotionalen Geschichte 4,5 Sterne, die ich auf 5 Sterne aufrunde .











