Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Einfache erste Erklärungen zu unserer Welt
Hallo Erdling von Fedja Burmeister
„Zuerst einmal: Du lebst auf der Erde.“ Mit dieser Information beginnt das Buch und wir werden noch einem ganze Menge lernen über diese Erde. Zunächst geht es darum, dass sie keine Scheibe, sondern eine Kugel ist und dass es auf ihr viel Wasser gibt. Dann geht es um die Zeit und wie sei durch die Bewegung unserer Erde festgelegt wird.
Es folgen die Jahreszeiten und dann geht es weiter mit den Kontinenten. Nach den Tiere und den Pflanzen folgt der Mensch. „Denn Menschen mögen andere Menschen. So entstehen Freundschaften und Freundschaften machen die Welt zu einem besseren Ort.“ Lautet ein wundervoller Satz am Ende des Buches.
Die Illustrationen sind einfach gehalten, sie bilden aber sehr genau die Informationen ab. So sind auf der Seite, wo es um die Zeit geht viele Uhren zu sehen, aber auch eine Hand, die ein kleine Erdkugel zwischen Daumen und Zeigefinder hält. Wissbegierige Kita-Kinder werden viel lernen beim Vorlesen und Anschauen dieses Buches. Ich weiß, dass mein ältester Enkel es mit 3 Jahren geliebt hätte.
Rezensionen von Daggy:
Auschnitt aus Pu der Bär
I-Ah hat Geburtstag von A. A. Milne
Das kleine hellblaue Büchlein enthält einen Auszug der Originalgeschichte von Winnie-der-Pu. Es geht darum, dass der Esel I-Ah Geburtstag hat und „der alte graue Esel am Bach stand und sich im Wasser betrachtet.“ Was er sieht, bezeichnet er als „ein Bild des Jammers“ und deshalb versucht er sein Glück auf der anderen Bachseite mit demselben Ergebnis.
Als Pu ihn fröhlich begrüßt, lässt I-Ah seinen Frust an ihm aus. Auch das Lied, das Pu im vorsingt, kann die Laune des Esels nicht verbessern. Denn er erwartet einen Geburtstagskuchen und Geschenke. Pu vergewissert sich noch einmal, ob der Esel wirklich Geburtstag habe und gratuliert ihm dann. Danach macht er sich auf den Weg um „irgendein Geschenk“ zu suchen.
Die Geschichten aus dem Hundertsechzig-Morgen-Wald haben ja immer etwas Philosophisches und deshalb finde ich sie für Vorschulkinder etwas schwer zu verstehen. Es gibt zwar einige Bilder in den Buch, aber Kita-Kinder benötigen schon noch einige Informationen. So taucht zu Ende der Geschichte Christopher Robin auf, für den die Geschichten geschrieben wurden, aber für Neulinge ist nicht ganz klar, wer er ist.
Ein wundervolles Buch für Erwachsene, die noch einmal in den Hundertsechzig-Morgen-Wald abtauchen wollen und natürlich zur Ergänzung der vielen Bilderbücher, die nicht die Originalgeschichte, die so schön von Harry Rowohlt übersetzt wurde, abdrucken.
Rezensionen von Daggy:
Schöne Biilder, liebevolle Poesie
Lieselotte Hafenfähre von Lena Raubaum
Ich gehöre noch zu den Menschen, die in ihrer Kindheit im Kinderfernsehen auf James Krüss gewartet haben. Dort hat er mit seiner ruhigen Stimme vorgelesen und ich habe besonders seine Reime gemocht. Jetzt wäre er 100 Jahre alt geworden und Lena Raumbaum hat das zum Anlass genommen eines seiner bekanntesten Werke „Henriette Bimmelbahn“ mit ihrer „Lieselotte Hafenfähre“ ein Denkmal zu setzen.
Auf dem Cover winken alle an der Haltestelle dem Schiff zu. „Lieselotte heißt die flotte, alte kleine Hafenfähre“ so beginnt der Text und mit qualmenden Kamin kommt die Fähre in den Hafen. Dort wartet sie geduldig auf die Kinder, die noch in der Schule sind. Lieselotte schafft es sogar an Land zu fahren und die Kinder zu Hause abzusetzen. Doch einer ist zurückgeblieben, das ist James, der ein Gedicht in sein Büchlein geschrieben hat.
Neben den etwas altmodisch wirkenden Illustrationen, was ich sehr passend finde, macht das Lesen der Reime ungeheuren Spaß. Sie gehen mir nur so über die Zunge und meine Enkel wollten das Buch gerne immer wieder lesen.
Rezensionen von Dragon:
Herbstzauber trifft auf Herzklopfen
Kiss me in Orange von Alix Bente
Manchmal sind es genau die Bücher, bei denen man sich schon nach wenigen Seiten einfach wohlfühlt, die man am liebsten in eine Decke eingekuschelt und mit einer Tasse Tee in der Hand liest. „Kiss me in Orange“ von Alix Bente ist für mich genau so ein Buch.
Im Mittelpunkt stehen Emma und Niclas, die in Berlin leben und seit Jahren beste Freunde sind.
Eigentlich könnte alles so schön und unkompliziert sein, bis zu diesem einen verhängnisvollen Kuss. Plötzlich ist nichts mehr wie vorher und beide wissen nicht so recht, wohin mit ihren Gefühlen. Nach einigen Reaktionen, die die Situation nicht gerade einfacher machen, flüchtet Emma kurzerhand in ihre Heimatstadt Goldried. Dort möchte sie ihre schwangere Schwester in einem kleinen Café unterstützen und gleichzeitig versuchen, etwas Abstand zu gewinnen. Doch natürlich kommt es anders. Denn eines Tages steht plötzlich Niclas vor ihr. Und damit sind auch die ganzen verdrängten Gefühle wieder da.
Die Geschichte lebt für mich ganz besonders von ihrem wunderschönen Herbst-Setting. Bunte Blätter, Kürbisse, eine gemütliche Kleinstadt und liebenswerte Bewohner: Goldried hat einfach eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre. Ich hatte beim Lesen tatsächlich das Gefühl, selbst ein kleiner Teil dieser Stadt zu sein. Besonders die Szenen, in denen bei Gemeindeversammlungen alle zusammenkommen und irgendwie jeder jeden kennt, haben mir richtig gut gefallen. Genau diese Kleinstadt-Vibes haben für mich den besonderen Charme der Geschichte ausgemacht.
Emma und Niclas sind dabei ein Paar, bei dem man zwischendurch schon mal denkt: „Jetzt redet doch einfach miteinander!“ Sie können nicht miteinander, aber genauso wenig ohneeinander und schleichen umeinander herum wie die Katze um den heißen Brei. Niclas hat Mist gebaut und Emma hat große Angst davor, ihm zu verzeihen. Und obwohl man natürlich irgendwann einfach möchte, dass die beiden ihre Probleme endlich aus der Welt schaffen, konnte ich ihre Unsicherheit und ihr Verhalten gut nachvollziehen. Gerade weil man durch die wechselnden Perspektiven immer wieder mitbekommt, was in beiden vorgeht, wird deutlich, dass hinter ihrem Verhalten viel mehr steckt als bloße Sturheit oder ein klassisches „Können sie oder können sie nicht?“. Denn die Geschichte geht tatsächlich noch etwas tiefer und bleibt nicht bei einem seichten Hin und Her zwischen Emma und Niclas. In den angenehm kurzen Kapiteln, die abwechselnd aus Emmas und Niclas’ Sicht erzählt werden, erfährt man nach und nach, warum beide so verunsichert sind und weshalb es ihnen so schwerfällt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Die Gründe dafür liegen in ihrer Kindheit, die für beide alles andere als einfach war. Besonders dieser Teil hat mir sehr gefallen, weil man Emma und Niclas dadurch noch einmal von einer anderen Seite kennenlernt und ihre Gedanken, Ängste und Reaktionen besser verstehen kann.
„Kiss me in Orange“ ist für mich deshalb vor allem ein richtiges Wohlfühlbuch, das eine süße Liebesgeschichte mit emotionaleren Themen verbindet, ohne dabei seine Leichtigkeit zu verlieren. Die Geschichte von Emma und Niclas hat mich zum Schmunzeln gebracht, manchmal ein bisschen die Augen verdrehen lassen und gleichzeitig dafür gesorgt, dass ich beide immer besser verstehen konnte. Wer also Lust auf eine romantische Geschichte mit Herbstfeeling, Kleinstadtromantik, Freundschaft, Gefühlschaos und einer großen Portion Cozy-Vibes hat, sollte Emma und Niclas unbedingt nach Goldried begleiten. Für mich ist es ein Buch, das sich perfekt für gemütliche Lesestunden eignet und bei dem man sich einfach wohlfühlen kann.
Rezensionen von Norbi_liest:
Zwischen Bernstein, Meer und eigenen Wegen
Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin
Manchmal sind es gerade die ruhigeren Geschichten, die einen besonders erreichen. Hier stehen zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen im Mittelpunkt, deren Wege durch einen besonderen Bernstein miteinander verbunden werden. Julika forscht über Bernstein und kümmert sich gleichzeitig gemeinsam mit ihrem Vater um ihre kranke Mutter.
Ihr eigenes Leben kommt dabei häufig zu kurz. Ebba wiederum hat eine ganz eigene Verbindung zum Bernstein und zum Meer.
Mir hat besonders gefallen, wie die beiden Geschichten aufgebaut sind und sich nach und nach miteinander verbinden. Beide haben ihren eigenen Reiz und ich wollte gleichermaßen wissen, wie es mit Julika und Ebba weitergeht. Die Einblicke in die Bernsteinforschung und das Bernsteinfischen fand ich ebenfalls interessant. Sie sind gut in die Handlung eingebunden und wirken nicht wie trockenes Hintergrundwissen.
Sehr schön fand ich außerdem die Atmosphäre an der Ostsee. Das Meer und die Natur spielen immer wieder eine wichtige Rolle und die Umgebung lässt sich beim Lesen gut vorstellen. Gleichzeitig geht es um familiäre Verantwortung und die Frage, wie viel Raum im Leben für die eigenen Wünsche bleibt.
Der ruhige und angenehme Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte entwickelt sich nach und nach und gerade das Zusammenspiel der beiden Lebenswege fand ich interessant. Auch die gefühlvollen Momente sind zurückhaltend erzählt und wirken dadurch umso mehr.
Für mich ist es eine berührende Geschichte über zwei unterschiedliche Lebenswege, über Verantwortung, Freiheit und darüber, dass das Leben manchmal eine ganz andere Richtung einschlägt als geplant.
Rezensionen von Sheilo:
Eine besondere Rückkehr auf den Möwenhof
Herbstleuchten über dem Möwenhof von Frida Jacobsen
Ole weiß nicht mehr weiter. Seine kompletten Ersparnisse hat er in sein Restaurant, die Strandkrabbe gesteckt, aber die Gäste bleiben aus und es sieht finanziell schwierig aus. Seine Freunde wollen helfen und so melden die Kinder vom Möwenhof Ole für ein Casting an, allerdings soll er dort mit seinen Kindern kochen, die er nicht hat.
Doch Nico, Nele, Noah und Johannes unterstützen ihn und bilden mit Merle eine humorvolle Fakefamilie. Nur wird das alles wirklich so problemlos klappen?
"Herbstleuchten über dem Möwenhof" ist der zweite Band der Möwenhof-Reihe von Frieda Jacobsen und wieder ein schöner Wohlfühl-Roman, der uns an die Küste in St. Peter-Ording enführt, einem wunderschönen Setting mit einer Dorfgemeinschaft, zu der wohl jeder gerne dazu gehören würde. Der Schreibstil ist sehr angenehm und man trifft auf geliebte Charakter des ersten Bandes und auch Levke mit ihrem norddeutschen Dialekt ist wieder mit dabei.
Ole ist ein wirklich liebevoller, umsichtiger Mann, der aktuell so einige Schwierigkeiten zu meistern hat. Er bleibt dabei positiv und versucht, das Beste aus seiner Situation zu machen, was ihn für mich sehr sympathisch macht. Man merkt schnell, dass er sich zu Allegra, der Assistentin einer erfolgreichen Köchin, hingezogen fühlt, doch um die Scharade rund um seine "Familie" aufrecht zu erhalten, muss er sich von ihr fernhalten.
Allegra ist ebenfalls eine sehr sympathische Protagonistin, die sich liebevoll um die Kinder ihrer Schwester kümmert und gleichzeitig sehr erfolgreich in ihrer Arbeit als Assistenz ist. Auch sie spürt eine stake Anziehung durch Ole, doch sie schämt sich für ihre Gedanken, da Ole für sie ein vierfacher Vater und Ehemann ist.
Die Geschichte zeigt für mich, dass man wundervolle Liebesgeschichten auch ganz ohne spicy Szenen schreiben kann. Der liebevolle und humorvolle Umgang der Charakter miteinander gefallen mir sehr gut und ich liebe das Wiedersehen mit Henning und Maren aus dem ersten Band. Ich selbst mag diese herbstliche Romance sehr und hier und da hat mich die erwähnte Kochshow im Buch ein bisschen an "Kitchen Impossible" mit Tim Melzer erinnert.
Ich kann "Herbstleuchten über dem Möwenhof" und auch den ersten Band der Reihe sehr empfehlen und würde mich sehr freuen, falls es eine erneute Rückkehr zum Möwenhof gibt.
Rezensionen von April1985:
Drachen, Hexenjagd-Vibes und eine Welt, in der Angst zur Waffe wird
Dragon Cursed - Zeig keine Gnade (Deluxe-Ausgabe) von Elise Kova
Worum geht es?
Vingard ist eine der letzten Bastionen der Menschheit. Drachen gelten als tödliche Bedrohung, denn der Drachenfluch verwandelt Menschen in willenlose Bestien. Mit 18 müssen sich deshalb alle Einwohner einem Tribunal stellen. Durch verschiedene Prüfungen soll herausgefunden werden, ob jemand den Fluch in sich trägt – und wer betroffen ist, wird eliminiert.
Isola hat bereits als Kind einen Drachenangriff überlebt. Seitdem gilt sie als Reinkarnation von Valor, dem großen Retter und Drachentöter. Doch während alle in ihr die Erlöserin sehen, fürchtet Isola selbst, genau das zu sein, was die Kirche vernichten will.
Während des Tribunals wird ausgerechnet Lucan, der Sohn des Vikars, zu einem wichtigen Verbündeten. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen?
Meine Gedanken:
Die Welt war für mich ganz klar eine der größten Stärken von Dragon Cursed. Vingard ist grausam, streng und von Angst geprägt. Gesetze und Glaubenssätze bestimmen den Alltag und schon kleine Abweichungen können tödliche Folgen haben. Dazu kommen Drachen, der geheimnisvolle Drachenfluch und eine spannende Sigillenmagie, die aus Ätherlicht geschöpft wird.
Besonders stark fand ich die Rolle der Kirche. Gnadenritter, Inquisitoren und das Tribunal erzeugen eine beklemmende Stimmung. Immer wieder musste ich dabei an historische Hexenjagden denken: Das vermeintlich Böse muss gefunden und ausgelöscht werden, damit die eigene Seite weiterhin als die Gute dastehen kann.
Die letzte Bastion der Menschheit:
Vingard wirkt mittelalterlich angehaucht und gleichzeitig wie eine dystopische Gesellschaft. Es gibt klare Regeln darüber, was geglaubt werden darf, was erlaubt ist und wer darüber entscheidet, was Wahrheit ist.
Wissenschaft und Forschung haben in diesem System kaum Platz. Das bekommt auch Isolas Mutter zu spüren, die Drachen erforscht und dafür einen hohen Preis zahlt.
Und genau hier beginnt die Geschichte Fragen aufzuwerfen, die ich besonders spannend fand:
Warum darf Isola ihre Mutter nicht mehr sehen? Was versucht das Tribunal zu verbergen? Und was steckt wirklich hinter dem Drachenfluch?
Intrigen, Machtspielchen, Lügen und Täuschungen sind in dieser Welt allgegenwärtig.
Die Prophezeiung:
Für alle anderen scheint Isolas Rolle längst festzustehen. Sie ist die Retterin. Die Erlöserin Vingards. Die Reinkarnation Valors.
Zumindest ist das die Geschichte, die die Kirche aus ihr gemacht hat.
Für mich fühlte sich Isola deshalb häufig wie eine Marionette des Vikars an. Nach außen ist sie mutig und stark, innerlich dagegen vollkommen zerrissen.
Was, wenn sie gar keine Erlöserin ist? Was, wenn sie selbst verflucht ist?
Dieser Gedanke könnte ihr zum Verhängnis werden. Gleichzeitig spürt man, dass etwas in ihr schlummert, das sie selbst noch nicht vollständig versteht. Gerade diese Unsicherheit hat sie für mich zu einer spannenden Protagonistin gemacht.
Lucan:
Lucan ist der Sohn des Vikars und zunächst schwer einzuschätzen. Man weiß nicht genau, warum er Isola beobachtet, was er wirklich weiß und auf welcher Seite er steht.
Während des Tribunals wird er jedoch zu einem wichtigen Verbündeten. Und schnell wird deutlich, dass hinter ihm mehr steckt, als man anfangs vermutet.
Gerade dieses Misstrauen zwischen den beiden funktioniert gut, weil man auch als Leser nie ganz sicher sein kann, wem in Vingard überhaupt zu trauen ist.
Slow-Burn-Romance:
Die Romance zwischen Isola und Lucan entwickelt sich sehr langsam und nimmt im Vergleich zur Fantasyhandlung nur wenig Raum ein. Für Young Adult fand ich das absolut passend.
Ich mochte, dass sich die Beziehung vorsichtig entwickelt und die eigentliche Handlung nicht überlagert. Gleichzeitig hätte ich mir zwischen den beiden etwas mehr Funkensprühen gewünscht.
Die Romance war für mich stimmig – aber das große Knistern hat noch gefehlt.
Handlungsverlauf & Ende:
Die Handlung ist geprägt von Intrigen, Machtspielchen, Lügen und Täuschungen. Allerdings braucht die Geschichte für meinen Geschmack etwas, bis sie wirklich Fahrt aufnimmt.
Gerade der Einstieg ist ruhiger. Sobald die Deadly Trials beginnen, zieht das Tempo aber deutlich an. Die Prüfungen nehmen einen großen Raum ein und sorgen für einige der spannendsten und nervenaufreibendsten Momente des Buches.
Auch an Twists mangelt es nicht. Einige haben für mich gut funktioniert, andere konnte man als aufmerksamer Leser schon relativ früh erahnen. Deshalb hat mich das Ende nicht völlig überrascht.
Es kam ungefähr so, wie ich es erwartet hatte – natürlich inklusive Cliffhanger.
Wie klang die Geschichte?
Ich habe Dragon Cursed als Hörbuch gehört.
Die Sprecherin hat grundsätzlich eine angenehme Stimmfarbe und ich konnte ihr gut folgen. Gerade für längere Hörsessions war das sehr angenehm.
Ganz überzeugen konnte mich die Interpretation trotzdem nicht. Mir war sie stellenweise etwas zu eintönig.
Gerade weil Vingard so bedrohlich ist und das Tribunal mit so viel Angst, Gefahr und Misstrauen verbunden ist, hätte ich mir mehr Dynamik und stärkere Unterschiede in der Sprechweise gewünscht.
Die düstere Atmosphäre kam dadurch für mich nicht immer so intensiv an, wie sie hätte wirken können.
Angenehm zu hören – aber emotional hätte da für mich noch mehr drinstecken dürfen.
Was bleibt?
Dragon Cursed hat mich vor allem mit seiner Welt bekommen.
Eine letzte Bastion der Menschheit. Drachen als tödliche Bedrohung. Ein Fluch. Eine Kirche, die über Wahrheit und Leben entscheidet. Tribunale, die an Hexenjagden erinnern. Und eine junge Frau, die als Retterin verehrt wird, während sie selbst fürchtet, genau das zu sein, was alle vernichten wollen.
Die Geschichte braucht etwas, bis sie richtig Fahrt aufnimmt, aber spätestens mit den Deadly Trials wird es deutlich spannender. Intrigen, Machtspiele und einige Twists halten die Handlung in Bewegung, auch wenn manche Enthüllungen für mich etwas vorhersehbar waren.
Die Slow-Burn-Romance fügt sich angenehm ein und nimmt nicht zu viel Raum ein. Für Young Adult fand ich das sehr passend, auch wenn ich mir etwas mehr Funken gewünscht hätte.
Diese Mischung aus Fantasy, Dystopie, Religion, Macht und Angst hat für mich richtig gut funktioniert.
???????????????? / 5
Atmosphäre: ???????????????? / 5
Chemie: ✨✨✨ / 5
Sprecherleistung: ????️????️????️ / 5
Vier Eulen für eine düstere Drachenfantasy mit Hexenjagd-Vibes, spannenden Trials und einer Welt, in der die größte Gefahr vielleicht nicht nur von den Drachen ausgeht.
Rezensionen von April1985 :
Drachen, Hexenjagd-Vibes und eine Welt, in der Angst zur Waffe wird
Dragon Cursed - Zeig keine Gnade (Deluxe-Ausgabe) von Elise Kova
Worum geht es?
Vingard ist eine der letzten Bastionen der Menschheit. Drachen gelten als tödliche Bedrohung, denn der Drachenfluch verwandelt Menschen in willenlose Bestien. Mit 18 müssen sich deshalb alle Einwohner einem Tribunal stellen. Durch verschiedene Prüfungen soll herausgefunden werden, ob jemand den Fluch in sich trägt – und wer betroffen ist, wird eliminiert.
Isola hat bereits als Kind einen Drachenangriff überlebt. Seitdem gilt sie als Reinkarnation von Valor, dem großen Retter und Drachentöter. Doch während alle in ihr die Erlöserin sehen, fürchtet Isola selbst, genau das zu sein, was die Kirche vernichten will.
Während des Tribunals wird ausgerechnet Lucan, der Sohn des Vikars, zu einem wichtigen Verbündeten. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen?
Meine Gedanken:
Die Welt war für mich ganz klar eine der größten Stärken von Dragon Cursed. Vingard ist grausam, streng und von Angst geprägt. Gesetze und Glaubenssätze bestimmen den Alltag und schon kleine Abweichungen können tödliche Folgen haben. Dazu kommen Drachen, der geheimnisvolle Drachenfluch und eine spannende Sigillenmagie, die aus Ätherlicht geschöpft wird.
Besonders stark fand ich die Rolle der Kirche. Gnadenritter, Inquisitoren und das Tribunal erzeugen eine beklemmende Stimmung. Immer wieder musste ich dabei an historische Hexenjagden denken: Das vermeintlich Böse muss gefunden und ausgelöscht werden, damit die eigene Seite weiterhin als die Gute dastehen kann.
Die letzte Bastion der Menschheit:
Vingard wirkt mittelalterlich angehaucht und gleichzeitig wie eine dystopische Gesellschaft. Es gibt klare Regeln darüber, was geglaubt werden darf, was erlaubt ist und wer darüber entscheidet, was Wahrheit ist.
Wissenschaft und Forschung haben in diesem System kaum Platz. Das bekommt auch Isolas Mutter zu spüren, die Drachen erforscht und dafür einen hohen Preis zahlt.
Und genau hier beginnt die Geschichte Fragen aufzuwerfen, die ich besonders spannend fand:
Warum darf Isola ihre Mutter nicht mehr sehen? Was versucht das Tribunal zu verbergen? Und was steckt wirklich hinter dem Drachenfluch?
Intrigen, Machtspielchen, Lügen und Täuschungen sind in dieser Welt allgegenwärtig.
Die Prophezeiung:
Für alle anderen scheint Isolas Rolle längst festzustehen. Sie ist die Retterin. Die Erlöserin Vingards. Die Reinkarnation Valors.
Zumindest ist das die Geschichte, die die Kirche aus ihr gemacht hat.
Für mich fühlte sich Isola deshalb häufig wie eine Marionette des Vikars an. Nach außen ist sie mutig und stark, innerlich dagegen vollkommen zerrissen.
Was, wenn sie gar keine Erlöserin ist? Was, wenn sie selbst verflucht ist?
Dieser Gedanke könnte ihr zum Verhängnis werden. Gleichzeitig spürt man, dass etwas in ihr schlummert, das sie selbst noch nicht vollständig versteht. Gerade diese Unsicherheit hat sie für mich zu einer spannenden Protagonistin gemacht.
Lucan:
Lucan ist der Sohn des Vikars und zunächst schwer einzuschätzen. Man weiß nicht genau, warum er Isola beobachtet, was er wirklich weiß und auf welcher Seite er steht.
Während des Tribunals wird er jedoch zu einem wichtigen Verbündeten. Und schnell wird deutlich, dass hinter ihm mehr steckt, als man anfangs vermutet.
Gerade dieses Misstrauen zwischen den beiden funktioniert gut, weil man auch als Leser nie ganz sicher sein kann, wem in Vingard überhaupt zu trauen ist.
Slow-Burn-Romance:
Die Romance zwischen Isola und Lucan entwickelt sich sehr langsam und nimmt im Vergleich zur Fantasyhandlung nur wenig Raum ein. Für Young Adult fand ich das absolut passend.
Ich mochte, dass sich die Beziehung vorsichtig entwickelt und die eigentliche Handlung nicht überlagert. Gleichzeitig hätte ich mir zwischen den beiden etwas mehr Funkensprühen gewünscht.
Die Romance war für mich stimmig – aber das große Knistern hat noch gefehlt.
Handlungsverlauf & Ende:
Die Handlung ist geprägt von Intrigen, Machtspielchen, Lügen und Täuschungen. Allerdings braucht die Geschichte für meinen Geschmack etwas, bis sie wirklich Fahrt aufnimmt.
Gerade der Einstieg ist ruhiger. Sobald die Deadly Trials beginnen, zieht das Tempo aber deutlich an. Die Prüfungen nehmen einen großen Raum ein und sorgen für einige der spannendsten und nervenaufreibendsten Momente des Buches.
Auch an Twists mangelt es nicht. Einige haben für mich gut funktioniert, andere konnte man als aufmerksamer Leser schon relativ früh erahnen. Deshalb hat mich das Ende nicht völlig überrascht.
Es kam ungefähr so, wie ich es erwartet hatte – natürlich inklusive Cliffhanger.
Wie klang die Geschichte?
Ich habe Dragon Cursed als Hörbuch gehört.
Die Sprecherin hat grundsätzlich eine angenehme Stimmfarbe und ich konnte ihr gut folgen. Gerade für längere Hörsessions war das sehr angenehm.
Ganz überzeugen konnte mich die Interpretation trotzdem nicht. Mir war sie stellenweise etwas zu eintönig.
Gerade weil Vingard so bedrohlich ist und das Tribunal mit so viel Angst, Gefahr und Misstrauen verbunden ist, hätte ich mir mehr Dynamik und stärkere Unterschiede in der Sprechweise gewünscht.
Die düstere Atmosphäre kam dadurch für mich nicht immer so intensiv an, wie sie hätte wirken können.
Angenehm zu hören – aber emotional hätte da für mich noch mehr drinstecken dürfen.
Was bleibt?
Dragon Cursed hat mich vor allem mit seiner Welt bekommen.
Eine letzte Bastion der Menschheit. Drachen als tödliche Bedrohung. Ein Fluch. Eine Kirche, die über Wahrheit und Leben entscheidet. Tribunale, die an Hexenjagden erinnern. Und eine junge Frau, die als Retterin verehrt wird, während sie selbst fürchtet, genau das zu sein, was alle vernichten wollen.
Die Geschichte braucht etwas, bis sie richtig Fahrt aufnimmt, aber spätestens mit den Deadly Trials wird es deutlich spannender. Intrigen, Machtspiele und einige Twists halten die Handlung in Bewegung, auch wenn manche Enthüllungen für mich etwas vorhersehbar waren.
Die Slow-Burn-Romance fügt sich angenehm ein und nimmt nicht zu viel Raum ein. Für Young Adult fand ich das sehr passend, auch wenn ich mir etwas mehr Funken gewünscht hätte.
Diese Mischung aus Fantasy, Dystopie, Religion, Macht und Angst hat für mich richtig gut funktioniert.
???????????????? / 5
Atmosphäre: ???????????????? / 5
Chemie: ✨✨✨ / 5
Sprecherleistung: ????️????️????️ / 5
Vier Eulen für eine düstere Drachenfantasy mit Hexenjagd-Vibes, spannenden Trials und einer Welt, in der die größte Gefahr vielleicht nicht nur von den Drachen ausgeht.
Rezensionen von Zwerg:
Schaurig gut
Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Geisterspuk von Mascha Matysiak
Dieses Buch ist nun schon das dritte was wir aus dieses Reihe gelesen haben.
Das Cover passt sich super der Reihe an und ist passend zum Thema des Buchs, aber passt auch zu denen davor.
Auch hier konnten wir wieder selbst entscheiden, wie die Geschichte verlaufen soll.
Ein Geistermädchen wird vermisst und an Halloween im Freizeitpark müssen wir nach ihr Ausschau halten.
Meine Tochter hat sich beim ersten Mal lesen für eine recht schnelle Version entschieden und wir waren mit dem Buch fix durch. Aber es war trotzdem spannend und sie möchte es unbedingt nochmal lesen und wissen, wie es noch enden könnte.
Was mir noch aufgefallen ist. Auf dem Buchrücken scheint bei uns unserem Exemplar ein Druckfehler . In einem Kästchen steht sonst immer „das Fundbüro der verlorenen Schätze“ und dann daneben Geisterspuck, oder bei den anderen war es u. B. Poseidons Dreizack. Dieses Kästchen ist bei uns leer.
Rezensionen von nil_liest:
Liebesromane sind längst mehr als Herzklopfen und Happy Ends
Love and Rent von Jo Cheetham
Kaum ein Genre ist so vielseitig wie der Liebesroman. Mal ist er leicht und romantisch, mal gesellschaftskritisch, mal humorvoll und manchmal stellt er die Liebe sogar komplett infrage. *Love and Rent* von Jo Cheetham gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Zwar spielt eine Beziehung eine zentrale Rolle, doch eigentlich geht es um viel mehr: finanzielle Unsicherheit, weibliche Selbstbestimmung, Freundschaft und die Frage, wie viel von sich selbst man aufgibt, wenn Sicherheit plötzlich verlockender erscheint als Überzeugungen.
Hannah mochte romantische Komödien noch nie, in denen ein Mann das Leben einer Frau rettet – und findet sich ausgerechnet selbst in einer Situation wieder, die diesem Klischee erschreckend nahekommt. Als der wohlhabende Oscar in ihr Leben tritt, entscheidet sie sich weniger aus Liebe als aus pragmatischen Gründen für ihn. Eine warme Wohnung, finanzielle Stabilität und keine Existenzängste mehr – wer würde darüber nicht zumindest nachdenken? Gerade dieser Zwiespalt macht Hannah zu einer glaubwürdigen Figur. Man versteht viele ihrer Entscheidungen, auch wenn man sie nicht immer gutheißt.
Besonders gefallen hat mir, dass der Roman deutlich tiefgründiger ist, als das Cover oder der Titel zunächst vermuten lassen. Hinter den humorvollen Dialogen und den oft ironischen Beobachtungen verbergen sich ernste Themen: Klassenunterschiede, prekäre Lebensverhältnisse, schwierige Mutter-Tochter-Beziehungen und die Unsicherheit einer Generation, die trotz Vollzeitjob oft kaum über die Runden kommt. Dabei gelingt Jo Cheetham ein schöner Spagat zwischen Leichtigkeit und Nachdenklichkeit.
Ein echtes Highlight sind für mich die Freundschaften. Die Dynamik zwischen Hannah, Kiera und Bex wirkt ehrlich, liebevoll und manchmal auch schmerzhaft. Gerade weil Hannah sich immer weiter von ihrem bisherigen Leben entfernt, wird deutlich, wie wichtig diese Beziehungen eigentlich sind. Für mich sind sie das emotionale Herzstück des Romans.
Auch der Schreibstil trägt viel zum Lesegenuss bei. Locker, witzig und angenehm unaufgeregt erzählt die Autorin von alltäglichen Situationen, ohne dabei oberflächlich zu werden. Die Geschichte liest sich schnell weg, regt aber gleichzeitig immer wieder zum Nachdenken an.
Ganz überzeugt hat mich allerdings nicht alles. Einige Figuren – insbesondere Oscar – bleiben etwas klischeehaft, und stellenweise hätte ich mir mehr Zwischentöne gewünscht. Auch Hannahs Entwicklung verläuft über weite Strecken eher zurückhaltend, sodass ich mir an manchen Stellen gewünscht hätte, sie würde früher konsequenter für sich selbst einstehen.
Das Ende hat für mich jedoch vieles aufgefangen. Es zeigt auf eine moderne und glaubwürdige Weise, dass persönliches Glück nicht davon abhängt, einen Partner zu haben, sondern den eigenen Weg zu finden und sich selbst dabei nicht aus den Augen zu verlieren.
Fazit: *Love and Rent* ist kein klassischer Liebesroman, sondern eine kluge, zeitgemäße Geschichte über Geld, Unabhängigkeit, Freundschaft und die kleinen Kompromisse, die wir manchmal eingehen. Unterhaltsam, ehrlich und mit mehr Tiefgang, als ich erwartet hatte.










