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Rezensionen von Bisco:

Vielschichtiger, spannungsgeladener Psychodrama mit einer schrecklichen Wahrheit hinter der Kamera

Most Hated Girl von Kirsty Lockwood

„Most hated girl“ ist für mich einer der besten Psychologischen Romane des Jahres.

Eine junge Frau und ein 80-Jähriger werden über Nacht bei Social Media berühmt und die Leute wollen immer mehr. Sie liefern und präsentieren sich als die besten generationsübergreifenden Freunde. Doch was ist hinter der Kamera passiert, dass im laufenden Stream Amos tot zu sehen sein wird?

Ich versuche so wenig wie möglich zu spoilern und erkläre eher den Rahmen der Geschichte als den Inhalt.

Odette ist nach dem Tod ihrer Mutter tot. Keine Familie, keine Verwandtschaft, keine Freunde. Nur wenige Menschen bezeichnet sie als „Freunde“ wie ihre Sozialarbeiterin beim Arbeitsamt. Als ihr die Obdachlosigkeit bevorsteht, ist es ihr „Glück“ das Amos, den sie vor kurzem erst kennen gelernt hat, ihr anbietet bei ihm zu wohnen.

Amos hilft ihr im Alltag, steht ihr finanziell zur Seite, und bietet an ihr auch auf emotionaler Ebene zu helfen. Der 80-Jährige ist pensionierter Psychologe und sieht schnell, dass Odette kein einfaches Leben hatte.

Doch was ist im Haus von Amos vorgefallen, dass sie nun auf der Polizeiwache sitzt und des Mordes an ihm angeklagt ist?

Wir lesen in der Gegenwart und in der Vergangenheit wie es zu diesem Stream gekommen ist. Wir erleben Odette am Anfang des Buches auf der Beerdigung ihrer Mutter und ihrer verzweifelten Suche nach Anschluss. Nach Bodenständigkeit. Sie ist intelligent, wissbegierig und absolut neugierig auf neuen Informationen. Aber auch sehr respektvoll und versucht niemanden Leid und Schaden zuzufügen, geschweige im Weg zu sein. Wir erfahren wie es von ihrem ersten Treffen mit Amos, bis zu der Aufnahme seines Todes kommt.

In der „Jetzt“ -Zeit, erleben wir wie Odette zur Polizeiwache kommt und lesen aus verschiedenen Sichtweisen, wie die Öffentlichkeit zum Video steht und wie sehr die Polizei versucht sie zum Reden zu bekommen.

Das Buch lies mich die ganze Zeit über mit einer schweren Decke auf sich lesen. Das ist nicht negativ gemeint, sondern ich litt mit Odette mit wie sie da so überfordert, alleine steht, zwingend jeden freundlichen Menschen schon fast als Freund bezeichnet. Dann kommt die Geschichte mit Amos hinzu und die Decke wurde immens schwer. Schnell war mir ersichtlich, worauf es hinauslaufen wird, und dennoch war ich schockiert über den Werdegang.

Für mich ist die Geschichte wahrlich perfekt geschrieben. Die Kapitel aus Odettes Sicht in der Vergangenheit waren nie wiederholend oder langweilig. Sie ging immer weiter mit einem Tempo, welches nicht zu schnell und nicht zu langsam war. Die auf dem Polizeirevier teilweise nur drei bis vier Seiten lang und zeigen wunderbar, wie verzweifelt die Polizei nach Antworten sucht.

Ich habe das Buch mit knapp 100 Seiten an zwei Tagen so schnell weggelesen, weil der Spannungsbogen so hoch gehalten war, dass man nicht aufhören konnte.

Für mich zeigt die Geschichte, wie sehr die Menschen sich von einem netten Lächeln überzeugen lassen, ohne mehr über die Person zu wissen. Das betrifft das wahre Leben natürlich genauso wie die Videos auf Social Media. Für mich ein umwerfend gutes Debüt und ich werde der Autorin auf jeden Fall weiter folgen.

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Rezensionen von Tara:

Ein Roman, der entschleunigt und berührt

Der Briefladen, in dem ich dich fand von Baek Seungyeon

"Der Briefladen, in dem ich dich fand" ist nach „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ der zweite Band aus der Reihe „Der Briefladen in Seoul“ der in Seoul lebenden koreanischen Autorin Baek Seungyeon. Obwohl ich mich sehr darüber gefreut habe, wieder auf altbekannte Charaktere zu treffen, sind Vorkenntnisse nicht zwingend notwendig.

Auch in diesem Band geht es wieder um das Briefeschreiben und damit um Menschen, die ihre Hoffnungen, Ängste und Träume niederschreiben. Die 30-jährige Woo Hyoyeong arbeitet nun schon seit vier Jahren im Briefladen. Dort hat sie auch Cha Yeonggwang kennengelernt. Inzwischen sind die beiden wieder getrennt. Als er wieder im Briefladen auftaucht, purzeln Woo Hyoyeongs Gefühle ordentlich durcheinander.

Während im vorherigen Band das Briefeschreiben im Vordergrund stand, geht es dieses Mal mehr um die Gefühle unserer Protagonistin. Das ändert aber nichts daran, dass es um Emotionen, zwischenmenschliche Beziehungen und darum, die Gefühle anderer nicht zu verletzen, geht.

Sowohl die Protagonisten als auch die Nebencharaktere werden authentisch dargestellt. Es sind sympathische Menschen, von denen jeder seine eigene Geschichte hat, die zum Innehalten einladen.

Ich mag den ruhigen und einfühlsamen Schreibstil der Autorin, der einfach perfekt zur Thematik passt.
Auch optisch ist das Buch durch kleine Illustrationen und einen ganz besonderen Buchschnitt ein richtiges Highlight. Sehr schön fand ich auch, wie die Personen direkt zu Beginn kurz vorgestellt werden.

Dieses Buch hat man nicht mal eben schnell gelesen. Es ist eines, das zum Nachdenken und Innehalten einlädt, das entschleunigt und deutlich macht, wie magisch Worte sein können.

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Rezensionen von PMelittaM:

Hätte wirklich gut sein können

Weil sie lügt von Caroline Seibt

Seit über einem Jahr ist Juliane Brunner spurlos verschwunden, die Polizei hat schließlich ihren Vater in Untersuchungshaft genommen, ohne aber wirklich etwas gegen ihn in der Hand zu haben. Jetzt meldet sich ein Mithäftling und behauptet, Stefan Brunner hätte ihm gegenüber die Tat gestanden.

Anna Brunner, Julianes jüngere Schwester, hat nie geglaubt, dass ihr Vater etwas mit Julianes Verschwinden zu tun hat, sie stellt selbst Theorien auf und ermittelt auf eigene Faust.

Ohne den Vater ist die Familie in finanzielle Schwierigkeiten geraten, die psychisch kranke Mutter wird zunehmend instabiler, Leon, das Nesthäkchen der Familie leidet und Anna versucht so gut es geht alles zusammenzuhalten.

Erzählt wird der Thriller aus zwei Perspektiven in Ich-Form. Eine davon ist Anna Brunner, die andere Katharina Engels, die die Ermittlungen leitet. Sie fühlt sich dabei nicht ganz wohl, denn zunächst war ihr Kollege Mark Faber der Ermittlungsleiter, der nun in ihrem Team ist. Über Katharina erfährt man mehr über die Ermittlungen und deren Ergebnisse, während man Anna im familiären Bereich begleitet, aber auch an ihren Überlegungen und Handlungen teilhat, die dem Auffinden ihrer Schwester und des Schuldigen an ihrem Verschwinden dienen sollen. Der Polizei gegenüber ist sie stark misstrauisch.

Nach und nach erfährt man was vorher passiert ist, dabei gibt es auch Überraschungen. Aber auch die aktuellen Ermittlungen enthüllen Unerwartetes. Die Auflösung kommt für mich dann doch etwas zu abrupt und wirkt auf mich ein wenig zu sehr wie aus dem Hut gezaubert. Das hätte ich mir anders gewünscht, aber auch schon vorher fand ich nicht alles eindeutig und gänzlich nachvollziehbar. Das hat mir am Ende den bis dahin als sehr spannend empfundenen Roman doch noch ein Stück weit verleidet.

Katharina und Anna waren für mich beide keine wirklichen Sympathieträger. Natürlich konnte ich mir Anna mitfühlen, sie hat es wahrlich nicht leicht. Ihr Leben war schon vor dem Verschwinden der Schwester schwierig durch die Mutter mit ihren „Gewittern“ im Kopf, wie es hier beschrieben wird. Wie sich das auswirken kann, erfährt man in einer Szene mit dem kleinen Bruder. Da Anna aber schon länger kein Kind mehr ist, habe ich mich schon gefragt, warum sie, oder in früheren Zeiten ihr Vater oder ihre Schwester, keine zweckmäßigen Maßnahmen dagegen in die Weg leiteten.

„Weil sie lügt“ ist in weiten Teilen ein spannender Thriller, der stellenweise fast Pageturnerqualität hat. Leider konnte mich vor allem die Auflösung nicht überzeugen, was mir den Roman dann doch ein Stück weit verleidet hat. Gerade in diesem Genre ist ein überzeugendes Ende wichtig, so dass ich nicht mehr als 3 Sterne vergeben möchte.

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Rezensionen von Odina:

Küstenatmosphäre

Hummerjahre von Beatrix Gerstberger

„Hummerjahre“ von Beatrix Gerstberger ist der zweite Band der Hummerfrauen-Reihe und erzählt von Mina, Julie und Judith, die auf Eagle Island mit Liebe, Verlust, Schuld und Vergebung konfrontiert werden. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, sollte man Band 1 gelesen haben. Mina begegnet ihrer vergangenen großen Liebe, Julie sucht nach einem Neuanfang im Alter und Judith muss sich den Erinnerungen an einen tragischen Sommer stellen.

Alle drei fragen sich, ob Glück und Vergebung noch möglich sind. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Die Kapitel wechseln zwischen den Perspektiven der Protagonistinnen, zwischendurch gibt es Rückblicke in die Vergangenheit der verstorbenen Ann. Die Spannung bleibt eher mittelmäßig, große Überraschungen gibt es kaum. Dennoch bleiben die Figuren und ihre Beziehungen interessant. Besonders Julie fand ich diesmal am spannendsten. Insgesamt ist das Buch ein guter Roman mit schöner Küstenatmosphäre, klar gezeichneten Charakteren und einigen kleineren Schwächen.

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Rezensionen von Odina:

Fesselndes Verwirrspiel

Was sie nicht weiß von Shari Lapena

„Was sie nicht weiß“ von Shari Lapena handelt von Bryden und Sam, einem scheinbar glücklichen Ehepaar mit kleiner Tochter. Als Bryden eines Tages spurlos verschwindet, obwohl ihre persönlichen Sachen noch zu Hause liegen, beginnt ein rätselhaftes und spannendes Verwirrspiel. Schon das mysteriös gestaltete Cover macht neugierig und passt sehr gut zur Geschichte.

Auch der Schreibstil von Shari Lapena konnte mich sofort überzeugen: Er ist sehr flüssig, fesselnd und sorgt dafür, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Die angenehm kurzen Kapitel verstärken diesen Lesefluss zusätzlich und machen es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung bleibt durchgehend hoch, sodass es großen Spaß macht mitzufiebern und eigene Vermutungen anzustellen. Besonders gelungen ist, wie die Autorin immer wieder falsche Fährten legt. Man weiß nie genau, wem man vertrauen kann oder wer tatsächlich die Wahrheit sagt. Auch die Protagonisten sind klar und übersichtlich dargestellt. Sie wirken authentisch und man kann gut mit ihnen mitfühlen. Gleichzeitig sticht niemand zu deutlich hervor, was die Geschichte noch spannender macht, da bis zum Schluss vieles offenbleibt. Insgesamt ist das Buch für mich ein echtes Lesehighlight! Hervorragende Umsetzung!

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Rezensionen von Danshi:

Drei Frauen, ein Café und jede Menge alte Geheimnisse

Die Honigfrauen - Eine neue Heimat von Mirjam Müntefering

Nach dem ersten Band war ich neugierig, wie es mit Irma, Auguste und Harriet weitergeht. Der Einstieg hat mir dabei besonders gut gefallen, weil die wichtigsten Erinnerungen geschickt in die Handlung einfließen. Ich war schnell wieder mittendrin, ohne erst lange überlegen zu müssen, was zuvor passiert war.

Das Landcafé steht diesmal vor einigen Problemen, doch gerade daraus entwickelt sich eine Geschichte, in der ständig etwas in Bewegung ist. Geschäftliche Sorgen treffen auf familiäre Konflikte, alte Geheimnisse und so manche schwierige Herzensangelegenheit. Obwohl mehrere Handlungsstränge nebeneinanderlaufen, empfand ich die Geschichte nie als überladen. Im Gegenteil: Gerade dieses Zusammenspiel hat dafür gesorgt, dass ich immer wissen wollte, wie es weitergeht.
Am meisten mochte ich erneut die Figuren. Irma kann wunderbar entschlossen und diplomatisch sein und mich im nächsten Moment mit manchen Entscheidungen fast zur Verzweiflung bringen. Auguste habe ich im Laufe der Geschichte noch einmal von einer anderen Seite kennengelernt, während mir Harriets Entwicklung besonders gut gefallen hat. Auch einige Nebenfiguren sind mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen.
Der Schreibstil liest sich flüssig und schafft eine schöne Atmosphäre rund um das Café und das Bergische Land. Gleichzeitig wird deutlich, welchen gesellschaftlichen Grenzen Frauen zu dieser Zeit begegneten und wie viel Mut es brauchte, eigene Entscheidungen zu treffen.
Für mich eine sehr gelungene Fortsetzung, die Familiengeschichte, historische Atmosphäre und zwischenmenschliche Verwicklungen schön miteinander verbindet. Das Ende hat mich zufrieden zurückgelassen, auch wenn ich mich nur ungern von den Honigfrauen verabschiedet habe.

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Rezensionen von Danshi:

Zum Wohlfühlen

Kiss me in Orange von Alix Bente

Manchmal braucht es gar keine große oder aufregende Handlung, damit ich mich in einer Geschichte wohlfühle. Genau so ging es mir hier, denn Goldried und seine Gemeinschaft haben für mich einen großen Teil des Charmes ausgemacht. Emma kommt zurück in ihre Heimatstadt, weil sie ihrer schwangeren Schwester im Café helfen und gleichzeitig ihr gebrochenes Herz heilen möchte.

Von Niclas, ihrem früheren besten Freund, will sie dabei möglichst nichts hören und sehen. Nach ihrem Kuss herrschte schließlich drei Monate Funkstille zwischen ihnen. Umso schwieriger wird es für Emma, als Niclas plötzlich vor ihrer Tür steht.
Ich mochte es, die beiden wieder miteinander zu erleben und zu sehen, wie viel Ungesagtes zwischen ihnen steht. Gleichzeitig hätte ich mir gerade deshalb hin und wieder gewünscht, dass sie offener miteinander sprechen. Dieses Hin und Her war mir an manchen Stellen etwas zu viel. Trotzdem habe ich Emma und Niclas gerne begleitet und war neugierig auf ihre Geschichte.
Fast noch lieber mochte ich das Leben in Goldried. Die Gemeinschaft der Bewohner spielt eine schöne Rolle und vermittelt eine Wärme, die sehr gut zur herbstlichen Stimmung passt. Dazu kommt das Café, das ebenfalls Teil von Emmas Aufenthalt in ihrer Heimat ist. So entstand beim Lesen eine gemütliche Atmosphäre, in der ich mich gerne aufgehalten habe.
Der leichte, gefühlvolle und humorvolle Schreibstil passt sehr schön dazu und lässt sich angenehm lesen. Auch das Cover gefällt mir mit seinen warmen Herbstfarben und stimmt schon auf die Jahreszeit ein. Mir ist nach dem Lesen vor allem dieses behagliche Gefühl geblieben. Ich habe meine Zeit in Goldried sehr genossen und würde mich jederzeit wieder dorthin zurücklesen.

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Rezensionen von Jule:

Es wird wild

If Books Could Kill von Kate Eberle

"If books could kill" von Kate Eberle hält eine Geschichte bereit, die man nicht hervorsehen kann. Wir begleiten Roxie dabei, wie sie in dem neuen Buch ihrer Lieblingsautorin landet. Sie denkt, es wäre wieder eine Liebesgeschichte, doch falsch! Die Handlung entpuppt sich schnell als Thriller und zusammen mit Grant ist sie auf der Flucht vor Mördern.

Der Schreibstil von Kate Eberle ist leicht und flüssig und durch die einfache Wortwahl fliegt man nur so durch die Seiten. Die Dialoge fließen dahin, können aber auch mal etwas holprig sein. Dafür ist die Geschichte nicht überladen mit Beschreibungen, denn diese werden nur an passenden Stellen eingesetzt.

Die Handlung dagegen ist überladen mit wilden Wendungen und unvorhersehbaren Geschehnissen, sodass man sich so fühlt wie Roxie, die eben auch die wildesten Sachen erlebt. Für mich ist es etwas too much und auch wenn es erst unterhaltsam ist, so wird es doch mit der Zeit ein wenig anstrengend.
Charaktertiefe sucht man zum großen Teil leider auch vergeblich. Über die zwei Hauptcharaktere Roxie und Grant erfährt man oft nur Dinge, die man bereits kennt. So bleiben beide leider etwas blass.

Für meinen Geschmack wurde an manchen Stellen einfach etwas zu viel gewollt und weniger wäre hier mehr gewesen. Dennoch ist es ganz nett für zwischendurch, aber bei weitem leider kein Highlight.

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Rezensionen von Nessaja:

Harte Kost, aber absolut empfehlenswert

Ein unerhörter Wunsch von Ann Packer


Ein unerhörter Wunsch

Claire ist an Krebs erkrankt und nach Jahren des Hoffens und Kämpfens ist klar, dass sie diesen Kampf verlieren wird. Sie wünscht sich, die letzten Wochen mit ihren beiden Freundinnen zu verbringen. Aber steht ihr das zu oder muss sie nicht auch ihrem Mann und ihren beiden Kinder die Möglichkeit geben, sie zu begleiten?
Geschrieben wurde das Buch von Ann Packer, einer amerikanischen Bestsellerautorin.

Von ihr stammt unter anderem das Buch „Weil du zu mir gehörst“. „Ein unerhörter Wunsch“ ist allerdings das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe.
Es ist bei Hanser Berlin erschienen, umfasst 300 Seiten und ist eingeteilt in 26 Kapitel mit sehr angenehmer Länge.
Der Erzählstil von Ann Packer gefällt mir sehr. Das Buch ist angenehm und unanstrengend zu lesen. Thematisch ist es natürlich harte Kost. Die Lektüre erfordert schon Mut und ist mit Sicherheit nicht in jeder Lebensphase geeignet. Mich hat das Buch gefesselt, auch wenn ich die reduzierte Handlung und die beklemmende Stimmung, die daraus hervor geht, schwer ertragen konnte. Die Charaktere sind wirklich feinfühlig gestaltet und ich konnte mich problemlos in die Not aller hineinversetzen. Ich habe förmlich gespürt, was die Situation auch mit den Kindern und den Freundinnen gemacht hat. Mein absoluter Lieblingscharakter war aber Eliot, Claires Mann.
Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch für alle, die sich diesem Thema jetzt gerade stellen wollen.

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Rezensionen von Danshi:

Schön erzählt

Schascha und der Buchspazierer von Carsten Sebastian Henn

Ich war vor allem neugierig darauf, wie eine Geschichte, die ursprünglich für Erwachsene erzählt wurde, für jüngere Leser umgesetzt wird. Sprachlich finde ich diese neue Fassung sehr zugänglich. Der Schreibstil ist leicht verständlich und die Kapitel sind eher kurz gehalten. Im Mittelpunkt steht die neunjährige Schascha, die den Buchhändler Carl auf seinen täglichen Wegen begleitet.

Ihre offene und lebendige Art steht in einem schönen Gegensatz zu dem stilleren Carl. Durch ihre gemeinsamen Wege lernen wir unterschiedliche Menschen kennen, für die Bücher eine besondere Bedeutung haben. Die Geschichte beschäftigt sich dabei mit Freundschaft, Zusammenhalt und der verbindenden Kraft von Büchern. Sie bleibt allerdings nicht ausschließlich leicht. Mehrere ernstere Themen wie Trauer, Einsamkeit und Gewalt werden ebenfalls angesprochen. Genau deshalb sehe ich die angegebene Altersempfehlung ab neun Jahren etwas kritisch. Mehrere Situationen könnten für empfindsame Kinder recht schwer sein, sodass ich gemeinsames Lesen sinnvoll fände. Die Geschichte selbst verliert dadurch für mich aber nicht ihren warmen Grundton. Optisch gefällt mir das Buch ebenfalls gut. Das Cover greift mit Schascha, Carl und den vielen Büchern das zentrale Thema direkt auf, und die farbigen Illustrationen begleiten die Handlung sehr schön. Ich habe das Buch gern gelesen, würde bei jüngeren Kindern aber genauer schauen, ob die ernsteren Inhalte schon passen.

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