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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Nessaja:

Überraschend tiefgründig

Nächstes Mal für immer von Lucien Marant


Nächstes Mal für immer

Mona war als junge Frau für ein halbes Jahr in Paris und kehrt zwanzig Jahre später wieder an ihren Sehnsuchtsort zurück. Dieses Mal um zu bleiben?
Geschrieben wurde das Buch von Lucien Marant, einem Lektor und Redakteur. Dies ist sein Debütroman.
Erschienen ist das Buch bei dtv.

Es umfasst 317 Seiten und ist eingeteilt in 15 Kapitel. Abwechselnd wird die Geschichte von Monas erstem Parisaufenthalt 1999 und Monas zweitem Aufenthalt 2019 erzählt. Manchmal haben mich die schnellen Wechsel ein wenig irritiert und ich musste nochmal nachschauen, in welcher Zeit wir gerade sind.
Die Art, wie Lucien Marant seine Geschichte erzählt, ist außergewöhnlich. Ich war schon nach wenigen Seiten drin im Geschehen und bis zum Schluss gebannt. Die Charaktere, nicht nur Mona, sondern zum Beispiel auch Thibauld und Lou, haben absoluten Liebhabecharakter. Der Autor hat die Sicht von Mona so überzeugend rübergebracht, dass ich lange einfach fälschlicher Weise davon ausgegangen bin, dass eine Frau schreibt. Paris als Setting war beeindruckend. Manche Wegbeschreibung mag etwas arg ausführlich gewesen sein, aber das französische „Savoir vivre“ kam perfekt rüber. Manch eine Szene fand ich etwas arg konstruiert, aber es gab immer wieder Twists, die ich so nicht habe kommen sehen und das Buch hatte plötzlich wesentlich mehr Tiefgang, als ich vom Cover und vom Klappentext her vermutet habe.
Fazit: Trotz ein paar kleinen Schwächen ein Buch, das mich total überrascht und gefesselt hat!

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Harte Kost, aber absolut empfehlenswert

Ein unerhörter Wunsch von Ann Packer


Ein unerhörter Wunsch

Claire ist an Krebs erkrankt und nach Jahren des Hoffens und Kämpfens ist klar, dass sie diesen Kampf verlieren wird. Sie wünscht sich, die letzten Wochen mit ihren beiden Freundinnen zu verbringen. Aber steht ihr das zu oder muss sie nicht auch ihrem Mann und ihren beiden Kinder die Möglichkeit geben, sie zu begleiten?
Geschrieben wurde das Buch von Ann Packer, einer amerikanischen Bestsellerautorin.

Von ihr stammt unter anderem das Buch „Weil du zu mir gehörst“. „Ein unerhörter Wunsch“ ist allerdings das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe.
Es ist bei Hanser Berlin erschienen, umfasst 300 Seiten und ist eingeteilt in 26 Kapitel mit sehr angenehmer Länge.
Der Erzählstil von Ann Packer gefällt mir sehr. Das Buch ist angenehm und unanstrengend zu lesen. Thematisch ist es natürlich harte Kost. Die Lektüre erfordert schon Mut und ist mit Sicherheit nicht in jeder Lebensphase geeignet. Mich hat das Buch gefesselt, auch wenn ich die reduzierte Handlung und die beklemmende Stimmung, die daraus hervor geht, schwer ertragen konnte. Die Charaktere sind wirklich feinfühlig gestaltet und ich konnte mich problemlos in die Not aller hineinversetzen. Ich habe förmlich gespürt, was die Situation auch mit den Kindern und den Freundinnen gemacht hat. Mein absoluter Lieblingscharakter war aber Eliot, Claires Mann.
Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch für alle, die sich diesem Thema jetzt gerade stellen wollen.

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Sich finden

Au revoir und tschüss von Gudrun Lochte


Au revoir und Tschüss
Caro war immer die Seele ihrer Familie. Die, die den Laden zusammen hält, ihrem Mann den Rücken frei hält und ihren beiden Söhnen eine liebevolle Mutter ist. Jetzt sind die beiden Söhne groß, das Verhältnis zu ihrem Mann stark abgekühlt und Caro sucht sich selbst. Sie wagt einen Schritt raus aus ihrer Komfortzone und entscheidet sich, für vier Wochen auf eine Sprachreise nach Frankreich zu gehen.

Wird sie dort wieder zu sich finden?
Geschrieben wurde das Buch von Gudrun Lochte, einer in Niedersachsen lebenden Autorin, die erst seit dem sie über 60 Jahre alt ist Bücher schreibt.
Das Buch ist im VANI Verlag erschienen. Es umfasst 319 Seiten und ist eingeteilt in 43 kurze Kapitel. Rein optisch gefällt mir das Buch sehr gut. Das Cover ist hübsch, das Format interessant, der Farbschnitt stimmig und auch das eingefügte Zierblatt gefällt mir sehr. Insgesamt ist es haptisch sehr hochwertig, aber auch nicht preiswert.
Die Geschichte hat mich von daher schon angefixt, weil ich nächstes Jahr auch nach Südfrankreich auf Sprachferien gehen werde. Aber doch befinde ich mich (zum Glück) in einer anderen Situation als Caro, auch wenn mir viele ihrer Gedanken nicht fremd sind. Mich hat das Buch schon getouched, auch wenn es zwischendurch ein wenig schwächer wurde. Dennoch wußte ich bis zum Schluss nicht, wie die (Liebes) Geschichte nun ausgeht. Der Erzählstil ist super angenehm, sehr bildlich und überhaupt nicht anstrengend. Ich habe das Buch gerne gelesen!

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Und weiter geht es – willkommen zurück in Paris

Les Bouttiers – Wir sind alles von Antonia Wesseling

Les Bouttiers – Wir sind alles

Nach der großen Enthüllung am Ende des ersten Bandes geht es nun weiter in der glamourösen Pariser Modeszene. Welches Geheimnis liegt da noch wie ein Schatten über der Famile Bouttier? Und wie geht Elodie mit ihren wirren Gefühlen für die beiden durchaus attraktiven netten, aber nicht ganz unbelasteten Herren um?
Das Buch ist Teil 2 einer Dilogie.

Auch wenn die Handlung des ersten Bandes „Wir sind jetzt“ am Anfang kurz zusammengefasst ist, würde ich auf jeden Fall raten erst den ersten Band zu lesen. Man lernt die Figuren dann doch um einiges besser kennen.
Geschrieben wurde das Buch von Antonia Wesseling. Die beiden „Les Bouttiers“ Bände sind die ersten Bücher, die ich von ihr gelesen habe, aber definitiv nicht die letzten. Die „Dark Venice“ Dilogie und die „Light in the Dark“ Serie warten schon in meinem Bücherregal.
Erschienen ist das Buch bei Forever im Ullstein Verlag. Es umfasst 400 Seiten und ist eingeteilt in nicht nummerierte überschriebene Kapitel. Abwechselnd wird aus Sicht der Hauptcharaktere erzählt.
Rein optisch finde ich das Buch, gerade in Kombi mit Band 1, sehr gelungen. Mir gefallen die Zeichnungen und die Farben des Covers, der Buchschnitt und auch die hochwerige Haptik, die Karten als Beigabe. Wunderschön!
Der Erzählstil macht es leicht, in die Geschichte abzutauchen und sich mühelos durch führen zu lassen. Den einen oder anderen Twist habe ich nicht kommen sehen. Paris und die Modeszene als Setting haben mich sehr gereizt und die Charaktere haben absoluten Liebhabecharakter. Einziger kleiner Wehmutstropfen für mich war, dass sich dir Geschichte schon sehr auf dieses Love Triangle konzentriert hat. Da gab es noch Nebencharaktere, die absolut dazu angelegt waren, weiter ausgestaltet zu werden. Aber wer weiß, vielleicht erlaubt sich ja Antonia Wesseling den Spaß mal wieder und nimmt den einen oder anderen mit in ihr nächstes Buch.

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Einen Ausflug in die Welt des Balletts

Maja & Natascha von Elyse Durham


Maja und Natascha
Die Mutter der Zwillinge Maja und Natascha war eine russischr Primaballerina, die sich kurz nach der Geburt der Mädchen als in Leningrad 1941 die Deutschen einmarschierten voller Hoffnungslosigkeit das Leben nahm. Die Mädchen haben beide das große Talent ihrer Mutter (und des unbekannten Vaters?) geerbt, aber es ist nur für eine der beiden Platz an der Spitze der russischen Elite.

Wie weit ist man bereit für das Erreichen der persönlichen Ziele zu gehen und wo beginnen die Skrupel, gerade wenn die größte Konkurentin die eigene Zwillingsschwester ist?
Geschrieben wurde das Buch von Elyse Durham, einer in den Staaten lebenden Schriftstellerin. Dies ist ihr Debütroman.
Das Buch ist bei HarperCollins erschienen. Es umfasst 428 Seiten und ist eingeteilt in 25 Kapitel. Es wird teilweise aus Majas und teilweise aus Nataschas Sicht erzählt. Manchmal wird auch etwas vorgegriffen und erst im Nachgang die Geschichte dorthin erzählt. Ich würde den Aufbau schon als eher anspruchsvoll beschreiben, wobei der Schreibstil aber so angenehm ist, dass die Lektüre dennoch nicht übermäßig anstrengend war.
Das Setting in der Welt des Balletts gefiel mir sehr. Besonders die Tatsache, dass nichts verklärt geschildert wurde, sondern ich mir sehr gut vorstellen konnte, dass das gut so gewesen sein kann. Auch die Einbindung in den geschichtlichen Kontext gefiel mir sehr. Mit Maja und Natascha hat Elyse Durham zwei echte Charaktere geschaffen, mit denen ich gut mitfühlen konnte, die aber auch voller Abgründe und Schwächen waren, echte Charaktere eben, keine rosarote Heldinnen. Das gefiel mir sehr.
Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, nicht nur für Liebhaberinnen des Balletts.

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Harte Kost

Lori von Anousch Mueller

Lori
Leni wächst mit vielen Geschwistern rund um die Zeit der Wiedervereinigung auf einem ehemaligen Bahnhof in Thüringen auf. Sie ist die Älteste der Geschwisterbande. Aber warum hat sie dieses unbestimmte Gefühl, dass das garnicht stimmt?
Geschrieben wurde das Buch von Anousch Mueller, einer 1979 in Erfurt geborenen Journalistin.

Es erschien im C.H.Beck Verlag und umfasst 205 Seiten. Es ist also ein schmales Büchlein. Da es auch sehr durchbrochen geschrieben ist, war ich relativ schnell durch. Es ist in fünf Teile gegliedert. Kapitel hat es keine, aber Jahresangaben als Überschriften. Es wird von den 70 er Jahren bis in die 2010er Jahre gesprungen und auch immerwieder zurück. Oft wird erst etwas angedeutet, was dann später erklärt wird. Das fand ich schon ziemlich herausfordernd. Durch das ganze Buch zieht sich eine Stimmung, dass man das Ganze nicht wirklich kapiert, irgendwie nur Puzzlestücke in der Hand hat und das große Ganze nicht erfasst wird. Auch jetzt nach Ende der Lektüre frage ich mich, ob ich alles verstanden habe. Vom Thema ist das schon harte Kost. Es ist viel DDR Zeitgeschichte mit eingearbeitet.
Ich bin mir nicht sicher, ob mir das Buch wirklich gefällt. Die Charaktere haben mich nicht hundert prozentig erreicht. Vorallem Leni nicht, da waren mir die Eltern sogar näher. Aber das Buch beschäftigt mich, macht mich nachdenklich. Und vielleicht soll es genau das und soll garnicht gefallen.

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Unbequem und eindrücklich, ein Buch, das nachwirkt

Über vier Leben von Pauline Hatscher

Über vier Leben

Vier Frauen einer Familie in vier verschiedenen Zeiten, alle haben kein einfaches Leben, kämpfen mit Schicksalen und Krankheiten, führen belastende oder garkeine Beziehungen. Aber wie weit beeinflusst das Schicksal der Mutter das eigene Leben?
Geschrieben wurde das Buch von Pauline Hatscher, einer Kultur- und Bildungswissenschaftlerin.

Dies ist ihr Debütroman.
Das Buch ist bei eichborn erschienen. Es umfasst 350 Seiten und ist eingeteilt in sieben unterschiedlich lange Kapitel. Abwechselnd wird die Geschichte von Mirabell (in den 2020er Jahren), Sabine (1990er Jahre), Lisa (späte 1960er Jahre) und Hannchen (1930er Jahre) erzählt. Die schnellen Wechsel haben mich am Anfang sehr gefordert. Nach und nach konnte ich die Frauen aber immer besser zuordnen und das Lesen wurde einfacher. Beeindruckt hat mich, wie eindrücklich der jeweilige Zeitgeist erfahrbar war. Wellness Lektüre ist das Buch aber nicht. Ich war während des Lesens oft beklemmt, traurig oder sauer und hätte gerne die eine Dame mal geschüttelt. Auch nach Abschluss der Lektüre wirkt das Buch noch in mir nach. Aber ich denke, genau das wollte Pauline Hatscher erreichen. Ich finde, sie hat ein sehr gelungenes Erstlingswerk verfasst.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich bereit für „härtere Kost“ fühlt.

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