Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Herausfordernder Schreibstil
Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1) von Anja Fislage
Zugegeben, an den Schreibstil musste ich mich erst etwas gewöhnen. Dieser ist in einer Art erzählerischen Tagebuch-Stil verfasst, bewusst etwas wissenschaftlich nüchtern und wird von zahlreichen Fußnoten und Infokästen unterbrochen. Trotzdem spricht der Autor durch seine Protagonistin Smeralda den Leser direkt an und baut auch immer wieder recht humorvolle Situationen in die Handlung mit ein.
Das Buch wird seitens des Verlags ab 11 Jahren empfohlen. In Bezug auf die Handlung stimme ich dieser Empfehlung zu, der Stil des Buches erfordert aber zugleich auch etwas Konzentration, wodurch ich es eher etwas älteren Kindern und/oder guten Lesern empfehle.
Mich selbst haben Smeraldas Erlebnisse und die vielen darin vorkommenden Wesen aber enorm fasziniert. Jedoch muss man zu Anfang auch akzeptieren können, dass man vieles aus der Handlung noch nicht einordnen kann. Dazu bin ich irgendwann dazu übergegangen die Anmerkungen separat zu lesen um nicht aus meinem Lesefluss gerissen zu werden.
In wieweit die hier im Buch vorkommenden Krypowesen aus bereits bestehenden Mythologien übernommen wurden, kann ich leider nicht genau bestimmen. Viele waren mir vom Hörensagen bereits bekannt, aber nicht alle. Ich sehe dieses Buch aber eh mehr als fantasievolles, magisches Lesevergnügen und weniger als mythologisches Lehrwerk.
Die Aufmachung des Buchs, beginnend beim Cover, aber auch dank des Design des Vorsatzpapiers und ganz besonders auch dem Druck samt den farbigen Portraits zeugt von einem durchdachten und recht hochwertigen Konzepts, das hier zumindest voll ins Schwarze traf.
Fazit: wenn dich ein quirliger und erfrischend andersartiger Schreibstil fasziniert, du Mystik, Rätsel und Abenteuer toll findest und dich auch von vielen Charakteren und wissenschaftlichen ‚Erklärungen‘ abschrecken lässt, ist dieses Buch wahrscheinlich genau das Richtige für dich!
Rezensionen von fantasia:
Zwischen Marmeladengläsern und Lebensweisheiten
Mathilde und Marie von Torsten Woywod
Mit einem Bild in warmen Farbtönen auf dem Cover und einem ansprechenden Klappentext lädt der Roman dazu ein, sich auf seine gut 300 Seiten einzulassen.
Der Plot: Traurige, überarbeitete, gestresste, verschuldete Pariser Studentin findet in einem 390 Seelendorf zu sich und hilft einer älteren Nachbarin aus ihrer Trauer und Einsamkeit.
Der Weg dorthin ist schnell erzählt: In Paris steigt sie spontan in einen Zug ins Nirgendwo und folgt der Einladung einer älteren Dame, mit ihr aufs Land zu kommen und dort zu wohnen.
Ab und zu bringt der nette Bäcker Brot vorbei, sie wird bekocht - keine Rede mehr von ihren erdrückenden Schulden, ihren Existenzängsten - sie findet sich im Einklang mit der Natur und erwacht - genau wie das Dorf am Morgen: „In den Häusern Redus glomm hinter einigen Fenstern bereits warmes Licht, und aus zahlreichen Schornsteinen stieg Rauch empor. Er kräuselte sich über den dunklen Schindeldächern, nahm dann die Form schmaler Fäden an und verschwand schließlich ganz. Die gesamte Szenerie mutete wie ein zaghaftes Erwachen des Dorfes an, in dessen Rahmen die ersten verstreuten Regungen des morgendlichen Lebens in den Tag hineinwuchsen.“ (S.316) Dieser Stil prägt den Roman, man erfährt etwas über die Vogelwelt, wie man Marmelade kocht, wie Papier geschöpft wird… gepaart mit Alltagsphilosphie.
Für mich definitiv zu viel des Guten, fast kitschig sowohl vom Inhalt als auch vom Stil.
Rezensionen von Julia:
Ein Stück Nostalgie
Die Auferstehung von Andreas Eschbach
Ich habe als Kind die Bücher der Drei ??? total gerne gelesen und wollte dieses Buch daher unbedingt lesen. Denn fragen wir uns nicht alle einmal, was aus unseren Kindheitshelden geworden ist?
Schon die ersten Seiten haben mir sehr gut gefallen, da man Einblicke in das Leben der erwachsenen Detektive erhält.
Schnell wird außerdem klar, dass zwischen den dreien etwas vorgefallen ist. Was genau passiert ist, erfährt man Stück für Stück im Laufe der Geschichte.
Parallel dazu arbeiten alle drei zeitgleich, diesmal jedoch unabhängig voneinander, am selben Fall. Was steckt hinter dem plötzlichen Auftauchen der verschollenen Tracy? Und warum ist ihre Tante so fest davon überzeugt, dass es sich nicht um die echte Tracy handelt?
Der Schreibstil ist sehr locker und angenehm zu lesen. Die Entwicklung der Geschichte verläuft ruhig, bleibt dabei aber durchgehend spannend. Auch wenn sich das Gesamtbild im Laufe der Handlung immer mehr zusammensetzt, wird es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Es erinnert stark an die alten Fälle der Drei ???. Etwas Unerklärbares wird am Ende logisch erklärbar und selbst alte Ermittlungstechniken werden wieder ausgepackt, auch wenn einige Aspekte der Ermittlungsarbeiten sich durchaus auch weiterentwickelt und an das neue digitale Zeitalter angepasst haben.
Ein wirklich gelungener Krimi, der einen Hauch Nostalgie mit sich bringt. Ich habe ihn sehr gerne gelesen und würde durchaus auch weitere Fälle der mittlerweile erwachsen gewordenen Detektive lesen.
Rezensionen von Shilo:
Wo Zeit keine Rolle spielt
Mathilde und Marie von Torsten Woywod
In Redu, einem kleinen Dorf, umgeben von Wäldern und Flüssen, geht alles langsamer. Die Menschen leben ruhig und wirken ein wenig aus der Zeit gefallen. Technik gibt es kaum, Ablenkung selten. Die Menschen haben ihre festen Gewohnheiten.
Marie kommt aus Paris und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich.
Nicht wegen eines großen Dramas, sondern weil sie merkt, dass ihr Leben so nicht weitergeht. Ohne genaues Ziel beginnt sie ihre Reise. Im Zug trifft sie Jónína, eine Isländerin, die schnell erkennt, wie es ihr geht. Jónína bringt sie nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung führt.
Marie findet nach und nach ihren Platz im Dorf. Sie beobachtet, hört zu und wird ein Teil des Alltags. Das Leben in Redu ist nicht perfekt, aber ehrlich. Die Menschen sind eigenwillig, manchmal verschroben, aber auf ihre Weise herzlich. Die Gemeinschaft zeigt sich still und selbstverständlich.
Mathilde fällt sofort auf. Sie wirkt abweisend und streng, fast unnahbar. Doch nach und nach zeigen sich Risse in ihrer harten Schale. Ihre Entwicklung geschieht langsam und wirkt echt. Kleine Veränderungen sagen viel über sie aus. Und genau das macht sie menschlich.
Die Geschichte erzählt ruhig. Große Höhepunkte gibt es nicht, dafür viele kleine Momente: Gespräche, Blicke, gemeinsame Tage. Gefühle werden nicht erklärt, sondern entstehen beim Lesen von selbst. Das sorgt für Nähe und lässt sich gut lesen.
Das Buch zeigt, wie wichtig Freundschaft, Vertrauen und Zeit sind. Es ist keine Geschichte, die drängt, sondern eine, die ruhig begleitet.
Für Leserinnen und Leser, die sich gern Zeit nehmen und die kleinen Dinge des Lebens genießen, ist dieses Buch eine schöne Wahl. 4 Sterne.
Rezensionen von Ryria:
Gnadenlose Welt
Vesselless - Mein verräterisches Herz von Cortney L. Winn
Nizzara ist eine Prinzessin, doch statt aus Tanzstunden oder gemütlichen Nachmittagstees besteht ihr Tag aus erbarmungslosem Kampftraining, Rettungsaktionen der unterdrückten Untertanen und Gesprächen mit Geistern.
Einer dieser Geister ist der ermordete frühere König, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt und Nizzara gefährlich werden könnte - oder doch sie ihm?
Die Gestaltung der deutschen Ausgabe wartet mit einer nützlichen Landkarte sowie Stammbäumen der Königsfamilien auf, was doch sehr hilfreich war.
Eher nutzlos war hingegen das Glossar, hier fehlte wirklich so einiges an Infos (um Spoiler zu vermeiden?).
Allgemein gab es nämlich wirklich viel, das man ins Glossar hätte schreiben können: Die Geschichte entführt den Leser in eine komplett neue Welt mit mehreren Königreichen, Dimensionen, Spezies, Magiesystemen, Geistern...
Gerade am Anfang ist dies teilweise doch sehr verwirrend und auch später gibt es immer noch Momente, in denen man nicht alles perfekt versteht, auch wenn es hier dann eher daran liegt, dass man die Geheimnisse der Welt so entdeckt.
Generell mochte ich die verschiedenen (Magie-)Systeme und Kulturen sehr, die Idee wirkte auf mich erfrischend und gut durchdacht.
Auch der Mix der verschiedenen Themen bot viel Abwechslung: Es gab Action und Turnierkämpfe, romantische Szenen, Freundschaften, Politik und familiäre Beziehungen.
Dabei ist der Großteil doch sehr düster und auch vor viel Gewalt und heiklen Beschreibungen wird nicht zurückgeschreckt - macht die Erzählung irgendwie authentisch, ist aber auch nichts für zarte Gemüter.
Die Erzählperspektive wechselt zwischen Nizzara und Dagen, sodass man beide Charaktere gut kennenlernen und verstehen kann. Auch ermöglicht dies mehrere Handlungsstränge und -orte, besonders wenn beide getrennt voneinander agieren. Nizzaras Perspektive fand ich etwas gelungener, jedoch ließ sich beides gut lesen - auch wenn nicht "viel" passiert ist, wollte ich doch immer weiterlesen und mehr über diese Welt erfahren.
Manche Nebencharaktere sind vielleicht ein wenig zu kurz gekommen, aber hier bin ich einfach mal auf die Fortsetzung gespannt.
Rezensionen von gletscherwoelfchen:
Cozy Romance für die kalte Jahreszeit
Two steps away - London Hearts 2 von Valentina Fast; Lorena Schäfer
Eigentlich hat Pippa ihr Leben streng durchgetaktet. Planer, Check- und To-Do-Listen bestimmen ihren Alltag. Und sie ist mehr als nur erfolgreich damit! Bis eines Tages Pippas eigentlich sicherer Praktikumsplatz bei einem Modelabel in der britischen Hauptstadt gar nicht mehr so sicher ist. Während sie darum kämpft, ihr Praktikum bei Pink Flow Fashion absolvieren zu dürfen, trifft sie ausgerechnet auf Ben - ihren ehemaligen besten Freund, der einst ausgerechnet dann aus Pippas Leben verschwand, als sie ihn am dringendsten benötigte.
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"Two steps away" ist der zweite Band der London Hearts-Reihe rund um eine heimelige Mädels-WG in London. Ich kannte den ersten Band "One song apart" noch nicht und bin direkt mit Pippa in die Reihe gestartet, was allerdings überhaupt kein Problem war. Das Buch ist so konstruiert, dass Leser, welche die gesamte Reihe verfolgen, sich immer wieder über ein spannendes Wiedersehen mit alten Bekannten freuen können, während Leser, die hier nur einzelne Bände lesen möchten, keinerlei Verständnisprobleme haben sollten.
Dazu trägt sicherlich auch der angenehme Schreibstil der beiden Autorinnen bei, der ab und zu leider von Tipp- oder Rechtschreibfehlern geprägt ist. Valentina Fast und Lorena Schäfer schreiben gewitzt und locker aus zwei unterschiedlichen Erzählperspektiven, ohne dass es jemals an Authentizität mangelt. Ich persönlich mag es nicht allzu gerne, wenn Humor in Büchern erzwungen wirkt. Hier jedoch ergeben sich lustige, charmante Passagen praktisch ganz von alleine.
Und auch die Mädels aus der WG haben es mir leicht gemacht. Obwohl sich dieser Band hauptsächlich um die ambitionierte Pippa dreht, erhält man auch einen umfassenden Einblick in die Charaktere der anderen jungen Mitbewohnerinnen. Diese wirken wunderbar natürlich und echt, haben alle ihre Eigenheiten und erzeugen während des Lesens ein tolles, heimeliges Gefühl, das vor ehrlicher, ungezwungener Girlpower nur so strotzt. Trotz dessen wird hier keine völlig heile Welt präsentiert. "Two steps away" tastet sich auch vorsichtig an die Themen "Leistungsdruck" und "Erwartungshaltungen anderer" heran und ermöglicht tiefe Einblicke in Pippas Hintergründe.
Als nicht ganz so realistisch empfand ich leider den leichten Spice in diesem Buch. Einige Bücher kommen hervorragend ohne aus - und dieses Buch würde ich dazu zählen. Denn auch charismatische Begegnungen und spannende Schlagabtausche können für Schmetterlinge sorgen. Obwohl hier sehr zurückhaltend mit diesem Thema gearbeitet wurde, so hätte ich darauf gänzlich verzichten können. Einen wirklichen Mehrwert brachte es mir nicht.
Nichtsdestotrotz empfinde ich diese Lektüre als absolut empfehlenswert. Wer Lust auf einen kleinen Ausflug in das winterliche London sowie eine zarte Romance hat, welche nicht ausschließlich den Fokus auf die Lovestory legt, sondern abseits davon auch einfach gut unterhält, sollte sich diesen Band unbedingt näher ansehen.
4,5/5 Sterne
Rezensionen von ReiShimura:
Steampunk, Spannung und skurrile Weisheiten
Two steps away - London Hearts 2 von Valentina Fast; Lorena Schäfer
Zu Beginn möchte ich feststellen, dass es sich hierbei um eine Rezension aus einer erwachsenen Sicht handelt und ich keinen sinnvollen Beitrag leisten kann, wie dieses Buch bei der eigentlichen Zielgruppe ankommen würde. Denn auch wenn es für manche vielleicht komisch oder kindisch ist, lese ich als Erwachsene manchmal trotzdem gerne Kinderbücher.
In diesem Fall hat mich der Klappentext angesprochen und insbesondere die Ankündigung, dass es sich bei diesem Buch um eine Kriminalgeschichte im Stile von Enola Holmes handelt.
Der Schreibstil war wie nicht anders bei einem Kinderbuch eher einfach gehalten und lies sich für mich als Erwachsene natürlich sehr leicht lesen. Die Geschichte nimmt nach einer kurzen Einführung in die Umgebung und die Charaktere auch relativ schnell Fahrt auf und es bleibt dann eigentlich auch durchgehend interessant und spannend. Das Tempo des Buches würde ich als eher hoch bezeichnen. Dies tut der Spannung des Buches natürlich sehr gut, gefühlsmäßig leidet die Charakterentwicklung aber ein klein wenig darunter. Damit meine ich, dass die Charaktere zwar äußerlich sehr gut beschrieben werden, aber trotzdem bis zum Ende oft zweidimensional und flach bleiben. Mich persönlich hat es jetzt weniger gestört, ich könnte mir aber vorstellen, dass die eigentliche Zielgruppe Probleme damit haben könnte, da es schwerer ist sich mit einer der Personen zu identifizieren.
Die Stadt, in der die Geschichte spielt, wird nicht namentlich genannt und es scheint sich auch um keine reale Stadt zu handeln. Lustigerweise musste ich trotzdem die ganze Zeit an London denken, warum kann ich auch nicht genau sagen. Das ganze Setting des Buches ist eine Mischung aus Realität und Fiktion, es gibt neben Fantasieelementen auch ein klein wenig Übernatürliches und auch ein bisserl Steampunk. Eine interessante Mischung, wobei es am Ende vielleicht ein wenig viel war, dies ist aber möglicherweise auch wieder nur eine Erwachsenenmeinung. Der Steampunk Anteil hat mir sehr gut gefallen und dieser hätte meiner Meinung nach gerne größer sein können.
Sehr überraschend fand ich, dass sehr viele Illustrationen in dem Buch vorhanden sind. Diese haben mir optisch sehr gut gefallen und sie haben sich auch harmonisch in das Gesamtbild eingefügt. Erwartet hatte ich diese Bilder aber bei einem Buch mit einer Altersempfehlung ab 10 Jahren aber eigentlich nicht mehr.
Als kleinen Bonus gibt es in dem Buch auch noch "Nützliche Dinge, die jedes Mädchen wissen sollte". Hierbei handelt es sich um Auszüge aus einem Buch, dass die Schulleiterin von Midwatch geschrieben hat. Einige der Tipps sind sehr skurril und lustig, z.B. wie man sich aus Treibsand befreit, andere wiederum auch im echten Leben wirklich nützlich, z.B. die Anleitungen für verschiedene Knoten.
Abschließend kann ich sagen, dass mir dieses Buch auch als Erwachsene sehr gut gefallen hat und ich denke auch, dass Kinder, ja meiner Meinung nach auch Jungs, im passenden Alter viel Freude mit dem Buch haben können. Wer gerne Kriminalgeschichten mit einem gewissen Touch liest und kein Problem mit Übernatürlichem und fantasiereichen Elementen hat, wird mit diesem Buch sicher viel Spaß haben.
Rezensionen von Lesemama:
Aufregung im Einkaufscenter
Kiss me, it's Christmas von Tamara Molina
Zum Buch:
Lola kommt aus Spanien und ist als Au-pair bei einer Familie in Minnesota. Als sie mit ihren drei Gastkindern im größten Einkaufscenter von Amerika Bilder mit Santa Claus machen lassen soll, passiert das schlimmste, die achtjährigen Zwillinge sind plötzlich weg. Zusammen mit dem Elf des Weihnachtsmannes, den sie an diesem Tag kennnenlernt, beginnt eine aufregende Suche durch die Mall.
Meine Meinung:
Cover und Klappentext sprachen mich total an, außerdem lese ich RomCom und Weihnachtsbücher sehr gerne.
Mit diesem hab ich mich aber schwer getan, vor allem die ersten fünzig, sechzig Seiten, bis ich mich an die Erzählart gewöhnt hatte. Denn die Story wird aus Sicht von Amor erzählt, so habe ich es jedenfalls interpretiert.
Erzählt wird abwechselnd aus Lolas und aus Elfs Seite, aber nicht in Ich-Perspektive, dann gibt es immer wieder Abweichungen, wer von Amors Pfeil getroffen wurde.
Es ist schon humorvoll, aber für ein Jugendbuch fand ich es ganz schön spicy, es gab immer wieder ausbrüche. Aber im großen und ganzen war es ganz unterhaltsam, aber es dauerte halt und war schon teilweise auch seltsam. War jetzt kein Weihnachtshighlight.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Eindrücklich
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén
Das Buch erzählt die ergreifende Geschichte vom Älterwerden. Davon, wie einem alles zu entgleiten scheint, man jegliche Autonomie und Selbstbestimmung verliert und schlimmer noch, die Menschen, die man liebt.
Die Geschichte switcht zwischen den Alltagsmomenten, denen sich Bo stellen muss, den großen und kleinen Sorgen, die seine Gegenwart bestimmen und seinen Erinnerungen an seine eigene Jugend, sein Vater-Sein und seine Ehe.
Dazwischen gibt es kleine Notizen, von seinem Sohn und dem Pflegepersonal, die einen sehr ehrlichen Einblick in Bos eher trostlosen Alltag bieten.
Das erste Mal Tränen in den Augen hatte ich schon nach wenigen Seiten. Die Grundstimmung ist schon eher melancholisch, Bos Hilflosigkeit und Einsamkeit werden auf direkte Art thematisiert. Generell ist es zwar eine feinfühlige Erzählung, beschönt aber auch nicht, dass uns das Leben am Ende einholt.
Es ist mir leicht gefallen, mit Bo mitzufühlen und mich in seine Lage hereinzuversetzen. Die Sprache ist leicht, der Erzählstil nahbar. Ein Buch, das bewegt und nachhallt
Rezensionen von verhei:
schlagfertiger, britischer Politkrimi
Bad Actors von Mick Herron
Das aktuelle Regierungskabinett in London ist anders als bisherige – ein Berater des Regierungschefs, der alles anders macht als Bisherige – er holt eine Superforcasterin ins Team. Doch eines Tages verschwindet diese. Über Umwege wird der ehemalige MI5 Chef Claude Wheelan mit der Untersuchung beauftragt.
Er nimmt die Untersuchung bei seiner Nachfolgerin Diana Taverner auf, derzeitige Chefin des MI5 – auch weil der Verdacht laut wird, dass der Geheimdienst mit einem illegalen Programm am Verschwinden beteiligt sein soll. Die Spur schließlich zum legendären bzw. berüchtigten Jason Lamb – Chef der Slow Horses. Einer Abteilung des MI5 bei dem in Ungnade gefallene Agenten landen.
Man findet sich rasch in einem Strudel aus Irrungen und Wirrungen, Intrigen und Überraschungen. Die Handlung ist komplex, verstrickt und gut konstruiert. Geschickt sind aktuelle Ereignisse – gemessen am ursprünglichen Erscheinungstermin- eingeknüpft- der Brexit, die Nachwirkungen der Covid-Pandemie, ein Premierminister mit spannenden Post-Brexit-Visionen. Sollte man sich etwas mit der britischen Politik beschäftigt haben, hat man auch rasch ein entsprechendes Bild im Kopf.
Die Charaktere sind sehr speziell- scharf gezeichnet und unterhaltsam – auch wenn man sie nicht unbedingt alle ins Herz schließt. Vor allem ihre weniger liebenswürdigen Charakterzüge werden gut dargestellt. Man hat eine eher intrigante Chefin des MI5. Jason Lamb, einen Spion, der nicht sehr umgänglich mit den meisten Personen ist, speziellen Charm besitzt und messerscharf kombiniert. Slow Horses die koksabhängig sind, weltfremde Nerds sind und noch so einige spannende Macken haben.
Wichtig ist es der Geschichte aufmerksam zu folgen, da es rasche Szenenwechsel bzw. Blickwinkelwechsel gibt. Eine Einteilung in ordentliche Kapitel gibt es nicht. Auch wird nicht linear erzählt – die Zeitebenen wechseln, richtig klar wird dem Leser das aber erst später.
Das vorliegende Buch – Bad Actors – ist mittlerweile der achte Band einer Serie um Agent Jason Lamb und seinem Team von Agenten – den Slow Horses. Für mich war es der erste Band der Serie den ich gelesen habe, jedoch kannte ich das Thema von der entsprechenden Serie. Grundsätzlich lässt sich die Geschichte auch so verstehen, jedoch profitiert man denke ich, wenn man die Bände entsprechend der Reihenfolge liest und Zusammenhänge und Hintergründe besser zu verstehen.
Ich werde mich definitiv in die Vorgängerbände stürzen, denn es war für mich ein gelungener Politkrimi. Mit schlagfertigem, bösen ja britischen Humor.










