Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nele33:
tlle Fortsetzung
Tannengrab von Ines Buck
"Tannengrab" ist der zweite Band um die resolute Ermittlerin Karla Sommerfeld der Autorin Ines Buck. Eingelesen wurde das Hörbuch von der Sprecherin Claudia Schwartz.
Was wie eine normale Geburtstagsfeier für Karlas Mutter beginnt, endet in ziemlich verworrenen Ermittlungen in dem kleinen Ort Birkenweiler.
Mathilda, das kleine Nachbarskind, zeigt Karla stolz ihren vermeintlichen "Wildschweinknochen", den sie in ihrem Waldkindergarten gefunden hat. Die Kinder finden dort des Öfteren Knochen, doch Karla sieht auf den ersten Blick, dass es sich hier anscheinend um ein menschliches Schlüsselbein handelt. Nach der kriminaltechnischen Untersuchung steht fest, dass Karla richtig lag. Die Vermissten-Kartei gibt mehrere Fälle preis, doch schnell stellt sich heraus, dass es sich um die vor 5 Jahren verschwundene Marie handelt.
Die Ermittlungen führen in Abgründe und gestalten sich aufgrund der Verschlossenheit und Abwehr der Familien schwierig und zäh. Karla und Henning können wieder einmal zeigen, dass sie trotz ihrer Unterschiedlichkeit sehr gut als Team funktionieren.
Das Hörbuch habe genossen, der Aufbau der Geschichte beginnt schon mit einem spannenden Prolog und die Spannung wird über das gesamte Buch gehalten. Das Privatleben von Karla hält sich mit den Ermittlungen die Waage und nimmt genau den richtigen Raum ein. Der Waldkindergarten als Ausgangspunkt und der dadurch erreichte Kontrast ist fantastisch gewählt.
Claudia Schwartz als Sprecherin hat genau die richtige Intonation, um die Geschichte zu unterstützen, dafür ein großes Lob von mir.
Tannengrab ist kein schneller, sondern ein in jeder Hinsicht gut durchdachter Kriminalfall mit der ein oder anderen Überraschung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Interessanter Roman
Armenische Reise von Wassili Grossman
Wassili Grossmann (1905-1964) war lange Jahre Reporter der Armeezeitung Roter Stern und linientreuer Schriftsteller der Sowjetunion, der das umfassende Werk „Stalingrad“ hervorgebracht hat. Allerdings hat der Stalin-Terror, der Zweite Weltkrieg und die Vernichtung der Juden, die ihn als Juden mit der Ermordung seiner Mutter, auch persönlich betroffen hat sowie die vielen Schicksalen, denen er als Journalist begegnet ist, sein Leben verändert.
Er wird zum Chronisten der Stalin-Zeit und der Jahre danach und beugt sich nicht den Vorschriften der Zensur. Das hat dann zur Folge, dass 1961 die Fortsetzung von „Stalingrad“, der Roman „Leben und Schicksal“ beschlagnahmt, verboten und sowohl Druckplatten als auch Manuskript vernichtet wird. Dass das Werk dennoch, allerdings erst 16 Jahre nach Grossmanns Tod, im 1980 in der Schweiz veröffentlicht werden kann, ist dem Umstand zu verdanken, dass es Fotos von den Manuskriptseiten gibt, die von Grossmanns Freunden unter Lebensgefahr außer Landes geschmuggelt worden sind.
Unter diesen Aspekten muss man das vorliegende Buch „Armenische Reise“ betrachten.
Wassili Grossmann wird nach Armenien geschickt, um die Werke eines bekannten armenischen Schriftsteller zu übersetzen. Er, Grossmann, kann aber nicht armenisch. Wie soll das funktionieren? Zumal niemand von seiner Ankunft in Jerewan informiert worden ist. So schlägt sich der Fremde Tag um Tag durch. Man spricht buchstäblich mit Händen und Füßen. Für ihn sieht alles grau in grau aus, nur manchmal unterbrochen von Frauen, die ihre Festtagstrachten, die mit bunten, vornehmlich roten Bändern verziert sind, anlegen. Die am häufigsten gebrauchten Wörter dieses Roman sind Steine, grau und arm.
Dieses letzte Werk des sowjetischen Schriftstellers, das er über seine Reise nach Armenien verfasst hat. ist nicht nur durch den Schreibstil interessant, sondern auch wegen der Vorbehalte, die Grossmann der Bevölkerung Armeniens gegenüber hat. Erst der Toast, den ein Armenier ihm, Grossmann ausspricht, in dem er die Shoah der Juden mit dem Völkermord an den Armeniern gleichsetzt, öffnet ihm die Augen.
Im Nachwort erfahren wir noch einiges über Grossmann und die Entstehung dieses Romans.
Fazit:
Ein interessantes Buch, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Trotz 1.152 Seiten eine Leseempfehlung
Zeit der Mutigen von Dimitré Dinev
Dieser Roman von Dimitré Dinev hat den Österreichischen Buchpreis 2025 erhalten. Zunächst war ich so gar nicht von diesem 1.152 Seiten Schmöker angetan, weil ich einen anderen Favoriten für den Buchpreis im Auge hatte. Doch nach den ersten Seiten hat mich das Werk dann doch gepackt.
Dimitré Dinev spannt in seinem Roman, der mit Eva, die am Vorabend des Ersten Weltkrieges in der Donau Selbstmord begehen will, beginnt, einen Bogen, der rund hundert Jahren umfasst, und wieder mit einer Eva endet, auf.
Dazwischen liegen zwei Haupthandlungsstränge, einer in einem kleinen Ort in Österreich, der an der Donau liegt, die eine wichtige Rolle spielt, und ein anderer in Bulgarien. Daneben gibt es weitere Erzählstränge, die die Hauptstränge wie die Knoten in einem Fischernetz, an manchen Stellen treffen.
Der Erzählstrang, der in Österreich spielt, lässt sich leicht nachvollziehen: Armut, Ende der Monarchie, Ständestaat, Nazi-Diktatur, Zweiter Weltkrieg, Besatzung und deren Ende 1955 mit dem Staatsvertrag, Aufschwung, Demokratie, Ungarnaufstand 1956, Prager Frühling 1968 und den Fall des Eisernen Vorhangs 1989.
Das Schicksal der Menschen, die nach dem Zerfall der Donaumonarchie und vor allem nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in die Hemisphäre des Kommunismus geraten sind, ist außer politischer Willkür, Gulag, Mangel an allem und jedem, Profiteure in den Politkadern sowie Spitzelwesen, wenig bekannt. Wie der Staat, hier Bulgarien, mit seinem Volk umgeht, wird hier an Hand von einzelnen Schicksalen stellvertretend für viele, erzählt.
Bindeglied zwischen den beiden Welten ist Meto, ein Österreicher, der von den Sowjets hingerichtet werden sollte, aber mit einer Kugel im Kopf, überlebt. Er wird von einer bulgarischen Schafhirtin gefunden und gesund gepflegt. Die im Schädel steckende Kugel ist inoperabel und hat ihm sein Gedächtnis geraubt. Mit einem halb verbrannten Ausweis auf den Namen Helmut Nagorny tritt er die Reise ins besetzte Österreich an, ohne zu wissen wer er eigentlich ist. Nur manchmal, manchmal scheint er einzelne Worte im Tiroler Dialekt zu sprechen.
Meine Meinung:
Nach der Lektüre dieses Romans bin ich mit der Entscheidung der Jury, den Österreichischen Buchpreis 2025 an dieses Buch zu vergeben, einverstanden.
In jedem Kapitel, in jedem der Handlungsstränge sind es vor allem die Frauen, sich mutig den Herausforderungen des Lebens stellen. Dabei finden sie sich selbst gar nicht mutig. Was getan werden muss, wird einfach getan. Oft wird ihnen die Entscheidung ohnehin abgenommen.
Eine bewusste und mutige Entscheidung ist, den Mann mit der Kugel im Kopf, der Meto genannt werden will, als Helmut Nagorny anzunehmen, obwohl doch der eine oder andere Zweifel an seiner Identität besteht.
Die Charaktere sind außergewöhnlich lebendig. Wir dürfen mit ihnen nicht nur an der großen Weltgeschichte teilnehmen, sondern erleben auch ihre inneren Konflikte, wenn es um persönlichen Freiraum oder um das Wohl der Gemeinschaft wie z. B. des Roma-Clans geht.
Das eine oder andere aus der Geschichte Bulgariens habe ich nachgelesen, weil es mir nicht so bekannt war.
Das blaue Band, das sich auf dem weißen Cover dahin schlängelt, habe ich als Donau interpretiert, die in diesem Buch in beiden Hemisphären eine Rolle spielt.
Eine kleine Anmerkung habe ich für den Verlag für eine Neuauflage: Man möge doch die starke Beugung der Verben verwenden. Wenn ich melkte statt molk, oder flechtete statt flocht, lese, stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Wenig später treffe ich dann allerdings auf buk, das mir meine Volksschullehrerin schon 1966 als antiquiert in backte korrigiert hat.
Fazit:
„Die Zeit der Mutigen“ ist ein Roman, der lange nachhallt und den ich bestimmt wieder lesen werden. Von mit gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine klare Leseempfehlung!
Zurück unter Mördern von Michael Jensen
Michael Jensen, dessen historischen Kriminalromane rund um die Brüder Sass sowie jene um Jens Druwe, der auch hier, im aktuellen Krimi eine Rolle spielt, ich gelesen habe, nimmt mich mit in das Nachkriegsdeutschland.
Oswald und Hertha Lassaly gehören zu den wenigen, von den Nazis Vertriebenen, die nach Hamburg zurückkehren.
Er hat mit der Hansestadt und Deutschland noch eine Rechnung offen: Er will einerseits das geraubte Eigentum der Familie zurück und andererseits den angeblichen Selbstmord seines Vaters Eduard aufgeklärt wissen.
Doch der befreundete Anwalt, der schon seinen Vater betreut hat, macht ihm wenig Hoffnung, denn die Firma, ein Kaffeeimport und die Familienbank, sind „verkauft“ worden, was durch Dokumente belegbar ist. Dass der Kaufpreis durch Drohungen auf einen Bruchteil des Wertes gedrückt worden ist, interessiert niemanden. Um Beweise dafür zu finden, dass einerseits der Kauf Betrug und der Selbstmord seines Vaters Mord war, wird der Kriegsheimkehrer und Privatermittler Hans Mahler beauftragt, Dokumente und Zeugen aufzutreiben. Mahler scheint dafür sehr gut geeignet, hat er doch vor dem Zweiten Weltkrieg Jura studiert, aber nicht abgeschlossen und als Gegner der Nazis selbst im Gefängnis. Allerdings wird Mahler von seinen eigenen Dämonen geplagt wird, ist doch seine Frau seit dem, als „Operation Gomorrha“ bekannten, Bombardement Hamburgs verschollen.
Je tiefer Hans Mahler in die Familiengeschichte der Lassallys eintaucht, desto mehr wird ihm bewusst, dass die Täter von damals durchwegs wieder in ihren alten Positionen arbeiten. Oswald und Hertha Lassaly sind zurück unter Mördern.
Meine Meinung:
Der Krimi beruht auf der wahren Familiengeschichte der jüdischen Familie Lassally aus Hamburg, die, wie Hunderttausende andere auch, systematisch gedemütigt, ausgeplündert, ihres Eigentums beraubt, teilweise in den Selbstmord getrieben und als sie nichts mehr hatten, was Nazi-Deutschland nützlich sein konnte, in den diversen Vernichtungslagern ermordet worden sind. Nur wenigen Mitglieder dieser jüdischen Familien ist es, wie Oswald Lassally, gelungen, das Land zu verlassen und noch viel weniger kehren in das Land der Mörder zurück.
Hans Mahler muss erkennen, dass die alten Parolen vom Durchhalten und der Volksgemeinschaft sind noch fest in den Köpfen der Menschen verankert ist. Zudem haben sie neue wie „nach vorne schauen“, „Wir haben auch gelitten.“ und „Wir haben nichts gewusst!“ gebildet haben und in einer Art Dauerschleife wiederholt werden. Schrecklich zu lesen ist das Selbstverständnis mit der Täter/Opferumkehr betrieben wird. Die Mehrzahl der Deutschen sieht sich als Opfer der Alliierten und der jüdischen Weltverschwörung. Unrechtsbewusstsein in kaum vorhanden, weshalb es kaum möglich ist, geraubte Gegenstände und Wohnungen den ursprünglichen Eigentümern zurückzugeben.
Michael Jensen hat mit diesem historischen Krimi die düstere und beklemmende Stimmung im Nachkriegsdeutschland sehr gut eingefangen. Die wahre Geschichte von Eduard Lassally und seiner Familie ist penibel recherchiert. Wie schon in den historischen Krimis rund um die Brüder Sass und um Kriminalkommissar Jens Druwe lässt sich dieser hier ebenso sehr gut lesen, auch wenn er keine leichte Kost ist. Zartbesaiteten Lesern könnte die eine oder andere Grausamkeit vielleicht Probleme bereiten.
Die Figur des Hans Mahler bietet sich gemeinsam mit dem Thema förmlich an, als Reihe weiter entwickelt zu werden. Denn leider ist die Familie Lassally kein Einzelfall.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Krimi aus dem Nachkriegsdeutschland 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mir nicht gefallen
Gamsalp von Christian Gauer
Dieser Krimi ist der dritte einer Reihe rund um Elwood, einem Organisten und Privatermittler. Für mich ist es der erste Krimi vom Schweizer Autor Christian Gauer und ich befürchte, es wird wohl der einzige bleiben. Warum?
Elwood, mit bürgerlichen Namen Tobias Gottwald, trauert um seine tote Hündin Viva, die er sichtlich lieber mochte als seine Frau Ivy und die Menschen im Allgemeinen, und hat eine entsprechende Sinnkrise.
Die versucht er mit einer ausgedehnten Wanderung in der Umgebung zu bewältigen. Doch gleichzeitig spukt ihm die Meldung eines tödlichen Bergunfalls im Kopf herum. Als er bei seiner Wanderung auf eine Gruppe Motorradfahrer trifft, verquicken sich Wanderung, Trauer, Bergunfall und ein Alptraum zu einer eigenartigen Mischung, bei der nicht ganz klar ist, was Traum oder Wirklichkeit ist.
Meine Meinung:
Mir haben hier weder die Charaktere noch der Schreibstil zugesagt. Die Protagonisten, allen voran Elwood, wirken auf mich wenig einnehmend. Die Ermittlungen zu dem tödlichen Bergunfall kommen meiner Ansicht nach zu kurz. Es geht hauptsächlich um die Emotionen/Träume/Rückkopplungen von Elwood, bei dem ich nicht weiß, ob er bekifft durchs Leben stolpert. Und dann noch der eigenartige Schreibstil, der für mich ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Zahlreiche Sätze sind stakkatoartig hingeworfen und bei einigen ist die Satzstellung recht eigenwillig.
Gut gefällt mir, dass Schweizer Ausdrücke verwendet werden. Die tragen, gemeinsam mit dem Cover als auch mit der bildhaften Beschreibung der Natur dazu bei, diesen Regio-Krimi nicht zur Gänze als Flop zu bezeichnen.
Fazit:
Dieser Krimi von Christian Gauer, der mich tief in die Schweiz, nach Toggenburg im Kanton St. Gallen geführt hat, wird wohl eine Eintagsfliege bleiben, die ich mit 2 Sternen bewerte.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich nicht überzeugt
Miez Marple und die Tatze der Verdammnis von Fabian Navarro
„Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ von Fabian Navarro ist 2025 im Haymon-Verlag erschienen. Der Krimi ist bereits der dritte Band der Cosy-Krimi-Reihe mit der Katzendetektivin Miez Marple. Für mich ist das die erste Begegnung mit dem Autor und seiner tierischen Detektivin.
Weil ihre Dosenöffnerin Agathe Christenson einen Wanderurlaub antreten möchte, wird Miez Marple kurzerhand in das Luxus-Tier-Ressort Bellagio verfrachtet.
Zunächst ist Miez Marple not amused, zumal sie das Zimmer mit dem alternden Schlagerkater Florian Silberschweif teilen muss, mit dem sie noch eine alte Rechnung offen hat.
Doch als am Tag nach der Ankunft eine der urlaubenden Showstar-Katzen tot aufgefunden wird, beginnt Miez Marple zu ermitteln, was nicht jedem Hotelgast in den Kram passt. Zudem ist ihr die Welt des Showbusiness nicht ganz so vertraut, weshalb sie über ihren Schatten springt und letztlich Silberschweif als ihren Assistenten akzeptiert. Doch der hat, wie so viele andere Hotelgäste, auch ein Geheimnis, das nicht enthüllt werden soll ....
Meine Meinung:
Meine Meinung zu diesem Krimi ist ziemlich zwiegespalten. Die Wortgewandtheit des Autors finde ich toll. So musste ich laut lachen, als ich von Gabriel zu Grundel, der Stockente gelesen habe, die am Finanzmarkt tätig ist, den Dachs beobachtet und mit Bitcorns handelt. Das muss einem erst einmal einfallen. Oder die Achtsamkeitsübung „Mensch barfuß auf Kies“, die Florian Silberschweif gerade übt. Welche menschliche Entsprechung gemeint ist, ist wohl klar.
„...Wie unhöflich von mir! Runter vom Sofa. Hasso runter vom Sofa ist mein Name. Ich bin hocherfreut, Sie zu treffen, ich bin ein großer Fan…“
Diese Vorstellung des Reisegefährten Labradoodle klingt stark nach „Bond, James Bond“ und ist wohl beabsichtigt. In ähnlicher Diktion geht es weiter.
Geschickt flicht Fabian Navarro auch Vorurteile und Befindlichkeiten, wie jene, die Miez Marple dem Schlagerkater Silberschweif gegenüber hat, ein.
Als Zeichentrickfilm ist der Plot sicherlich eine gute Grundlage, aber als Krimi hat mich die Handlung nicht wirklich überzeugt. Aber, vielleicht bin ich schon zu alt dafür oder zu realistisch. Ich mag ja auch das Genre Fantasy oder S/F nicht.
Fazit:
Es gibt, wenn ich die 5-Sterne-Rezensionen so ansehe, eine große Fan-Gemeinde von Miez Marple. Ich zähle mich nicht dazu und vergebe 3 Sterne.
Rezensionen von verhei:
aufwühlende Suche nach den eigenen Wurzeln
Die Magnolientochter von Tessa Collins
Magnolia, die in London lebt und sich privat und beruflich sehr für den Umweltschutz engagiert, kehrt wieder einmal zum Haus ihrer Großeltern zurück um dort Zeit mit ihrer weitern Familie zu verbringen. Man findet in den Unterlagen der Großmutter eine alte Rechnung und ein Flugticket – beides mit Bezug zu Neuseeland – der Heimat von Magnolias Mutter.
Getrieben durch diese Funde und der Tatsache, dass es Magnolias Mutter neuerlich sehr schlecht geht, macht sie sich auf den Weg nach Neuseeland. Ihr Ziel dort, ist neben der Suche nach den Geheimnissen um ihre Familie, auch mehr über den Umweltschutz in Neuseeland zu erfahren, wobei sie sehr engagierte und sympathische Mitstreiter findet.
Die Geschichte wird abwechselnd in zwei Zeitebenen erzählt – der Ebene von Magnolia in der jetzt Zeit, die den Hinweisen folgt und Neuseeland entdeckt. Die zweite Ebene folgt ein junger Maori mit den Namen Amiri in den 1960er Jahren, die auf einer Farm arbeitet. Wie man natürlich von Beginn an erahnen kann, hängen beide Geschichten zusammen, jedoch rätselt man natürlich wie.
Speziell der Erzählstrang von Magnolia, ist natürlich der Suche nach Hinweisen gewidmet. Es ist allerdings auch viel mehr – man merkt auch an Magnolia eine Entwicklung, die sie in diesem Land vollzieht – sie wird zugänglicher und legt ihre doch eher dogmatischen Ansichten immer mehr ab. Die Entfernung zur Heimat, das neue Land und die Bekanntschaften verändern eben den Blick auf so manches. Wie nebenbei entwickelt sich auch eine Liebesgeschichte.
Die Geschichte um die Suche nach Hinweisen ist realistisch, wie ich meinen würde – immer wieder durch Rückschläge und Zufälle gekennzeichnet. Man jagt durchs ganze Land und lernt dadurch – nebenbei- die schöne Landschaft Neuseelands und einige Sitten der Maori kennen. Generell ist es eine sehr berührende Geschichte, die wenn auch fiktiv, sicher auch so passieren hätte können. Auch gibt die Geschichte Hoffnung – dass man Traumata überwinden kann. Man kann sein Glück finden, auch wenn es unwahrscheinlich scheint.
Auch wenn dies bereits der vierte Band um die Kinder bzw. Enkelinnen der Familie Carter ist, lässt sich der Roman auch ohne Probleme allein lesen. Bei der Übersicht hilft der Stammbaum zu Beginn durch die ersten Szenen.
Für mich war es definitiv ein Ansporn auch weiter Bände der Serie zu lesen, da es ein kurzweiliger und schön gestalteter Roman war.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Authentisch und packend
Amokalarm von Uli Black
Der Schreibstil des Autors lässt den Einstieg in das Buch sehr leicht gelingen : flüssig und authentisch beschreibt Uli Black eine Geschichte, der man anmerkt, dass der Autor sich mit Jugendlichen sehr gut auskennt.
Man merkt eindeutig, wie viel Verständnis und Empathie Uli Black für die Heranwachsenden mitbringt und ich muss sagen, als Mutter hat mich vieles davon sehr berührt.
Die Geschichte handelt von einem Teenager, der sich dem Druck der Gesellschaft und wachsender Verzweiflung dem Erwachsenwerden gegenüber sieht, und der sich völlig allein gelassen fühlt. Die Situation spitzt sich immer mehr zu und da möchte ich die ganz besonderen Erzählperspektiven erwähnen : zu Beginn wird aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur erzählt und dann kommen nach und nach auch andere Figuren aus dem Umfeld zu Wort - das hat mir hier wirklich sehr gefallen, denn so ist das Buch lebendig, authentisch und spannend und hat für mich sehr viel Tiefe.
Authentisch hat Uli Black hier für mich einen sehr emotionalen Roman geschrieben, der auch im Nachgang noch im Kopf bleibt : man setzt sich gedanklich sehr mit der Welt der Jugendlichen auseinander und hinterfragt auch die Welt, in der die Menschen heute erwachsen werden.
Sehr aktuell und authentisch, packend und bis zum Ende hin absolut spannend -Ich möchte hier eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung abgeben !
Rezensionen von clematis:
Bei Tag und bei Nacht
He Sees You When You´re Sleeping von Alta Hensley
Bei Tag ist Chloe die zuverlässige Influencerin und Markenbotschafterin für hochwertigen Schmuck, bei Nacht jedoch verwandelt sie sich in eine leidenschaftliche Femme fatale auf ihrem Account von Dark Secrets. Sie hat alles im Griff und hält diese beiden Welten strikt auseinander, was sie aber nicht weiß: jemand kennt dieses dunkle Geheimnis und beobachtet Chloe schon lange.
Vor dem Weihnachtsfest tritt dieser Jemand aus seinem Schatten.
Eine weihnachtlich passende Rahmenhandlung umgibt die Geschichte vom süßen Mädchen von nebenan und von Jack, dem freundlichen Feuerwehrmann. Die düsteren Seiten der beiden kommen aber immer mehr zum Vorschein. Stimmungsvolles Lichterfunkeln versteckt sich immer wieder hinter geheimnisvollen Szenen abgründiger Leidenschaft, wobei die erotischen Momente stets lebendig, aber nie geschmacklos werden. Gut gelungen sind neben den typischen Darstellungen eines Dark Romance – Romans auch die beiden Hauptfiguren mit ihren zwei Seelen in der Brust, da die reizende Schmuckfluencerin, dort die ruchlose Verführerin, da der hilfsbereite Nachbar in Uniform, dort der besessene Stalker. Alta Hensley schreibt fesselnd im wahrsten Sinne des Wortes und bringt die (nicht immer ganz logische) Geschichte zu einem runden Abschluss.
Aufregende Lebenswelten sorgen für abwechslungsreiche Unterhaltung – Triggerwarnung und Alterslimit beachten!
Rezensionen von Immenhof:
Früher-heute
MEGA von Jules Howard
Das Buch "Mega" fällt bereits durch sein äusseres Erscheinungsbild auf. Es ist gross und hat eine quadratische Form. Da ich das Buch in einem Bücherwagen lagere, weiss ich nicht, ob dies in einem Bücherregal Auswirkungen hat. Im Bücherwagen fällt es als Eyacatcher positiv auf.
Gelungen ist auch die klare Struktur.
Es folgen zuerst, nach Kategorien sortiert, Tiere von früher und danach von heute. Hierbei gibt es viele klassische Kategorien, wie z.B. Katzen, aber auch exotischere Tiere wie Beuteltiere. Zusätzlich gibt es auch viele spannende Fakten.
Die Zeichnungen sind alle graphisch schön gestaltet, jedoch hätten sie für mich noch etwas "echter" wirken dürfen.
Ein tolles Buch mit vielen spannenden Fakten, welches ich gerade für das Thema "Urzeit" sehr empfehle. Es wird sehr gerne angeschaut und regelmässig gelesen.











