Kunden em pfehlungen
Rezensionen von minúscula:
"Im Innergebirg war es normal, verrückt zu sein"
Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher
Das Cover, flirrendes Licht unter Bäumen, zusammengesetzt aus unzähligen Punkten, ist herausragend und passt zum Thema und Stil von Birgit Birnbachers Roman "Sie wollen uns erzählen".
Ozzy, seine Mutter Annegret (genannt Ann), seine Großmutter Zäzilia, verbindet der Eigensinn und die aus heutiger Sicht neurodivergente Denk- und Wahrnehmungsweise, medizinisch beim Kind als ADHS klassifiziert.
Der assoziative, prägnante Stil und der spannende Auftakt haben mich anfangs gepackt, leider war die Geschichte später weniger einfallsreich und recht vorhersehbar.
Protagonistin Ann, getrennt lebende Sozialwissenschaftlerin, projiziert äußerst unsympathisch ihren Selbsthass in alle anderen - die Bildungsberaterin zu neurotypisch, ihre Schwester zu dopaminsüchtig (und auch tatsächlich klischeehaft dargestellt) - und bewertet deren Kleidung und Aussehen, einschließlich der vermeintlich fehlenden Hautpflege. Überkontrollierend und ängstlich, benachteiligt durch systemische Misogynie, repräsentiert sie leider eine nicht untypische Ausprägung von ADHS bei intelligenten Müttern.
Ozzy, der neunjährige Sohn mit ADHS, soll unbedingt aufs Gymnasium - und die Großmutter wird alt und vergesslich. Ein Sturm zieht auch noch auf. Aber eigentlich passiert nicht viel, auch wenn die Beziehung zwischen Ann und Ozzy, der sich als Held erweisen darf, ein bisschen weiterentwickelt.
Vielleicht empfehlenswert für Menschen, die noch keinerlei Vorstellung vom Familienleben mit ADHS haben und einen literarischen Zugang suchen.
Vielen Dank an vorablesen.de und den Zsolnay-Verlag für den Buchgewinn (welcher mit der Verpflichtung zur Rezension verbunden ist). Einen Extrastern vergebe ich für das Cover und einen weiteren für das Motto "The wilderness is gathering / all its children back again" (Leonard Cohen).
Rezensionen von Claudia R.:
fesselnd, vielschichtig
Oceanburn | Im Schatten der See | Ein mitreißender Fantasyroman über Selbstbestimmung, Verlust und verhängnisvolle Allianzen von M.L. Rennau
Klappentext / Inhalt:
+++ Aufwendig gestaltete Ausgabe mit limitiertem Farbschnitt +++
»Ich werde dir nicht helfen, dich umzubringen.«
Das erste Mal in seinem Leben genießt Cliff echte Freiheit. Keine Grenzen, keine Regeln, nur er und Yvna im weiten Ozean.
Risse im Paradies
Doch kaum hat er sich in seinem neuen Zuhause eingelebt, bekommt seine heile Welt Risse: Eine uralte Prophezeiung dringt ans Licht und plötzlich sieht Cliff sich mit einer Rolle konfrontiert, um die er nie gebeten hatte.
Doch nicht nur das: Seine Existenz wird die Welt verändern … auf die eine oder andere Weise.
Zwischen Überleben und Untergang
Cliff ist klar: Wenn er das Überleben seiner Art garantieren möchte, braucht er gefährliche Verbündete. Doch was, wenn niemand mit ihm kämpfen möchte?
Wie verzeiht man jemandem, der einem alles genommen hat?
Jamaikanische Gelassenheit trifft gefährliche Kreaturen – actionreiche Fantasy über Selbstbestimmung, Verpflichtungen und eine uralte Macht, die geeignet ist, die Zukunft neu zu schreiben.
Cover:
Auch hier sieht man wieder ein Auge und in diesem spiegelt sich die See und eine Schiff im Sturm. Optisch ist das Ganze wundervoll umgesetzt und auch diese Glanzoptik macht hier wieder eine ganz besondere Atmosphäre aus. Während der Hintergrund bzw. die Farbwahl des ersten Bandes eher ins Lila verlief, ist es diesmal in einem wundervollen grün gestaltet. Das ganze ist wundervoll und ansprechend umgesetzt und auch der Wiedererkennungseffekt zum ersten Band ist hier vorhanden.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den zweiten Band der Reihe und dieser knüpft direkt an die Geschehnisse des ersten Bandes an und nimmt diese auf, weswegen ich ein lesen des ersten Bandes im voraus als zwingende Voraussetzung ansehen. Da man ohne Vorkenntnisse vermutlich nur schwer hineinfinden wird und auch die Zusammenhänge vermutlich nicht ganz einsehen und verstehen wird.
Mir war der erste Band bekannt und ich hatte den zweiten Band schon sehnlichst erwartet und erhofft. Schnell kam ich in Charaktere und Ereignisse hinein. Eine wundervolle Reihe über Boxen, Vampire, Menschen und noch so einiges Meer. Cliff hat seine Rolle als Nix angenommen und auch seine Beziehung zu Yvna scheint sehr einzigartig.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und bildlich und man findet sich schnell in Situationen und Charaktere hinein. Auch hier wird wieder aus den unterschiedlichen Perspektiven der Charaktere in der Ich-Perspektive erzählt. Die Sichtweisen von Teresa und Cliff wechseln sich dabei ständig ab. Dadurch wird zusätzlich Spannung und auch Tempo hineingebracht.
Die Kapitelanfänge sind sehr gut erkennbar und auch die kleinen Schiffssymbole an den Anfängen sind sehr schön und passend gewählt. Die Überschriften sind passend gewählt, ohne zu viel zu verraten.
Der Spannungsbogen wird gut aufgebaut und auch die Entwicklungen sind sehr stark umgesetzt. Die Beschreibungen werden emotionsreich und bildlich umgesetzt. Die Beschreibungen wirken sinnlich und zur Situation passend und auch die jeweilige Stimmung und Atmosphäre wird sehr gut herübergebracht. Man merkt besonders die Nähe zwischen Yvna und Cliff,. aber auch ihre sehr besondere Bindung, die sie durch die Wandlung Cliffs erfahren haben. Seine Veränderung als Nix wird sehr deutlich und auch seine Ansichten haben sich verändert und so auch manche Beziehungen. Man spürt die Emotionen und Gedanken sehr nah und ist auch in den Geschehnissen sehr tief mit drin.
Schnell wird man wieder an die Geschichte und Ereignisse gefesselt und kann das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf den weiteren Verlauf und hoffe, dass man nicht allzu lan g auf den nächsten Band hoffen muss.
Fazit:
Fesselnde, vielschichtige und facettenreiche Storyline mit Spannung, aber auch Tiefe.
Rezensionen von 19cici95:
Pretty mid
Bachelorette Party von Camilla Sten
Eine einsame Insel in den rauen Gewässern der Nordsee. Eine Gruppe Freundinnen, von denen jede etwas zu verbergen hat. Eine Podcasterin, die denkt, schlauer als alle Ermittler zu sein.
Die Prämisse ist so generisch wie griffig. Podcasterin mit schwieriger Vergangenheit bekommt endlich die Chance einen Cold Case aufzuklären, um ihre Reputation wiederherzustellen.
Das Hotel auf der einsamen Insel ist natürlich voller Luxus und Schnickschnack (nicht falsch verstehen, ich liebe Hotel-Settings – allein das hat das Buch für mich gerettet) und der einzige Mann auf der Insel wird wohl der Mörder sein.
Wem das unwahrscheinlich vorkommt, der hat vermutlich schon mehr als einen Thriller gelesen und wird von der Auflösung wenig überrascht sein. Aufmerksamen Lesenden fallen die Hinweise schon direkt zu Beginn ins Auge.
Die Figuren haben mich zwischendrin alle genervt. Sowohl in der vergangenen als auch der aktuellen Zeitlinie werden wir mit Figuren und Namen überhäuft, die teilweise nur sehr schwer auseinanderzuhalten sind. Die Protagonistin versinkt im Selbstmitleid und geht nicht nur den anderen Urlauberinnen auf den Keks, sondern auch mir. Die große Überraschung, was sie in ihrer Vergangenheit alles Schlimmes gemacht hat, war mir am Ende einfach nur noch egal.
Der Schreibstil ist leicht verständlich und gut zu lesen. Die Geschichte an sich war unterhaltsam, doch wenn man sie nicht liest, hat man auch nichts verpasst. Unglücklich fand ich auch, dass einst aufgemachte Plotstränge einfach nicht mehr weitergeführt werden, z.B. Carolines Halskette, die zwei mal erwähnt wird, am Ende aber keinerlei Bedeutung hat. Ein zu sehr gewolltes erotisches Knistern wird ein Mal erwähnt und dann einfach wieder ignoriert, als hätte man es bei der Überarbeitung vergessen.
Das Buch ist nett für zwischendurch, mehr aber auch nicht.
Rezensionen von Papierherz:
Absolute Suchtgefahr ab der ersten Seite
Perfect Little Monsters von Cindy R. X. He
„Perfect Little Monsters“ hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Eigentlich wollte ich nur kurz hineinlesen, aber daraus wurde schnell eine Lesesession bis spät in die Nacht, weil ich einfach wissen musste, wie alles zusammenhängt.
Besonders gefallen hat mir die düstere Highschool Atmosphäre.
Hinter der perfekten Fassade verbergen sich Neid, Intrigen, Machtspiele und jede Menge Geheimnisse. Dabei geht es nicht nur um einen spannenden Kriminalfall, sondern auch um ernste Themen wie Mobbing, Ausgrenzung und die Folgen von Grausamkeit. Das hat die Geschichte emotional und gleichzeitig unglaublich fesselnd gemacht.
Dawn war für mich eine interessante Protagonistin. Sie kommt neu an die Schule und versucht ihren Platz zu finden, doch man merkt schnell, dass auch sie ihre eigenen Geheimnisse mit sich herumträgt. Dadurch blieb sie für mich bis zum Ende unberechenbar. Gleichzeitig habe ich mit ihr mitgefiebert, gelitten und gehofft, dass sie die Wahrheit herausfindet.
Die wechselnden Perspektiven haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen und immer wieder ergeben sich neue Verdächtige. Genau wenn ich dachte, ich hätte die Lösung gefunden, wurde ich wieder auf eine völlig andere Spur geschickt. Die Autorin spielt geschickt mit den Erwartungen ihrer Leser und sorgt dafür, dass die Spannung nie nachlässt.
Neben dem Thrilleranteil konnte mich auch die emotionale Seite der Geschichte überzeugen. Einige Szenen gingen wirklich unter die Haut und haben gezeigt, welche Auswirkungen Mobbing und Ausgrenzung auf Menschen haben können. Dadurch wirkte die Geschichte deutlich tiefgründiger als viele andere Jugendthriller.
Das Finale hat mich dann komplett überrascht. Mit dieser Auflösung hatte ich nicht gerechnet und genau solche Enden liebe ich. Spannend, emotional und voller Wendungen bis zur letzten Seite.
Für mich ist „Perfect Little Monsters“ ein absoluter Pageturner und eines der stärksten Jugendthriller Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Wer spannende Highschool Geschichten mit dunklen Geheimnissen, starken Emotionen und unerwarteten Twists liebt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Rezensionen von Papierherz:
Ein Date, das ich nie vergessen werde
Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West) von Kasie West
Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß mit einer RomCom! Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an abgeholt und bis zum Schluss einfach nicht mehr losgelassen. Es war genau die Art von Geschichte, bei der man ständig denkt: "Nur noch ein Kapitel" und plötzlich sind wieder hundert Seiten vorbei.
Margot war für mich eine unglaublich liebenswerte Protagonistin. Ich habe ihre Leidenschaft für Bücher und Geschichten sofort gefühlt und besonders geliebt, wie sehr sie an die große Liebe glaubt. Ihre Gedanken waren oft herrlich chaotisch, witzig und einfach unglaublich nachvollziehbar. Gerade dadurch wirkte sie so echt.
Und dann ist da noch Oliver. Was soll ich sagen? Ich war sofort begeistert. Charmant, aufmerksam, humorvoll und einfach zum Verlieben. Für mich definitiv ein neuer Bookboyfriend. Die Dynamik zwischen ihm und Margot hat einfach perfekt funktioniert. Das Knistern war von Anfang an da und jede Begegnung der beiden hat mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert.
Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte zwar romantisch und süß ist, sich aber trotzdem frisch angefühlt hat. Die Dating App Thematik bringt etwas Modernes in die Handlung und sorgt für viele unterhaltsame Momente. Natürlich kann man einige Entwicklungen vorhersehen, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil. Genau dieses Wohlfühlgefühl macht für mich eine gelungene RomCom aus.
Außerdem fand ich die Einblicke in die Buchbranche richtig spannend. Als Leseratte liebe ich Geschichten über Menschen, die selbst Bücher lieben, und dieser Aspekt hat das Ganze für mich noch besonderer gemacht.
Kasie West schafft es mit ihrem lockeren und humorvollen Schreibstil, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ich habe gelacht, mitgefiebert, geschwärmt und am Ende das Buch mit einem riesigen Lächeln zugeklappt.
Für mich ist "Worst Date Ever" die perfekte Sommerlektüre. Romantisch, charmant, humorvoll und voller liebenswerter Figuren. Wer eine süße Liebesgeschichte mit Wohlfühlgarantie sucht, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
⭐⭐⭐⭐⭐ 5 von 5 Sternen und eine absolute Herzensempfehlung!
Rezensionen von Papierherz:
Hinter der Fassade lauert die Wahrheit
Eine zu viel von Samantha Hayes
Mit diesem Buch hat mich Samantha Hayes wirklich überrascht. Schon nach den ersten Kapiteln war ich komplett in der Geschichte angekommen und wollte unbedingt wissen, welche Geheimnisse sich hinter dieser Familie verbergen. Die abgelegene Lodge in den schottischen Highlands bietet dafür die perfekte Kulisse.
Die Atmosphäre ist von Anfang an geheimnisvoll und man spürt schnell, dass unter der Oberfläche einiges verborgen liegt.
Besonders gefallen hat mir, wie geschickt die Autorin die verschiedenen Familienmitglieder zeichnet. Jeder bringt seine eigenen Sorgen, Konflikte und Geheimnisse mit, sodass man nie das Gefühl hat, die Figuren seien austauschbar. Gerade diese komplexen Beziehungen haben die Geschichte für mich so spannend gemacht. Man merkt schnell, dass in dieser Familie vieles unausgesprochen geblieben ist und dass die gemeinsame Zeit in der Lodge alte Wunden wieder aufreißt.
Was mich besonders gefesselt hat, waren die vielen überraschenden Wendungen. Immer wieder war ich überzeugt, die Zusammenhänge verstanden zu haben, nur um kurz darauf eines Besseren belehrt zu werden. Die Autorin versteht es hervorragend, Hinweise zu streuen und gleichzeitig immer wieder neue Fragen aufzuwerfen. Dadurch wollte ich ständig weiterlesen.
Auch die Rückblicke in die Vergangenheit fand ich gelungen, da sie nach und nach ein klareres Bild der Familie entstehen lassen. Viele Verhaltensweisen und Konflikte wurden dadurch nachvollziehbarer und haben der Geschichte zusätzliche Tiefe verliehen.
Vor allem im letzten Drittel nimmt die Spannung noch einmal deutlich zu. Dort überschlagen sich die Ereignisse und einige Enthüllungen haben mich wirklich überrascht. Das Ende hat für mich vieles schlüssig zusammengeführt und sorgte dafür, dass ich das Buch mit einem sehr guten Gefühl zuklappen konnte.
Für mich war dies eine packende Mischung aus Familiengeheimnissen, emotionalen Konflikten und psychologischer Spannung. Wer Thriller mag, die nicht nur auf Action setzen, sondern auch von ihren Figuren und deren Beziehungen leben, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben. Nach dieser Lektüre habe ich auf jeden Fall Lust bekommen, weitere Bücher von Samantha Hayes zu lesen.
Rezensionen von Anjulia :
Mars explosiv
Red Star Rebels von Amie Kaufman
Der Mars im Jahre 2067: Als die UN- Marsstation Pax evakuiert wird, bleiben Cleo, eine illegale Einwanderin, und Hunter Graves, Sprössling des Milliarden-Mega-Konzerns, der für die Besiedelung des Mars verantwortlich ist, alleine zurück. Schnell zeigt sich, dass die Evakuierung nur eine Ablenkung war.
Eine kleine Gruppe von Terroristen stürmt die Station, mit dabei eine Bombe, die innerhalb von weniger Stunden detonieren wird. Cleo und Hunter müssen zusammenarbeiten, um zu überleben und zwischen beiden sprühen dabei nur so die Funken.
Red Star Rebels von Amie Kaufman ist ein leichtes Science-Fiction-Abenteuer, das mir in der Kombination aus Spannung, Action, Humor und Lovestory sehr gut gefallen hat. Die Geschichte spielt in einem relativ kurzen Zeitraum von knapp 8 Stunden, was den Spannungsbogen sehr hoch hält und wenig Zeit für Verschnaufpausen lässt. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus der Sichtweise von Cleo und Hunter erzählt, die ich beide sehr mochte und die letztendlich mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermutet. Ich fand die Fast Burn Romance zwischen beiden sehr schön. Klar nach den wenigen Stunden keine vollständige Liebesgeschichte, aber immerhin ein süßer Anfang davon. Gerade die Situationen, in denen die zwei versuchen, ihre Gegner auszuschalten (ohne sie umzubringen) sind humorvoll. Dazu gibt es noch Weltraum-Feeling.Technische Details bleiben glücklicherweise eher im Hintergrund, außerdem gibt es etwas Gesellschaftskritik. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig lesbar. Hier könnte ich mir sogar eine Verfilmung vorstellen. Insgesamt hat mich dieses Buch begeistert, fünf Sterne von mir!
Rezensionen von Odina:
Schwierig
Die Toten von morgen - Thriller (Berliner Schattenwelt 2) von Kim Koplin
„Die Toten von morgen“ von Kim Koplin handelt von Kommissarin Nihal Khigarian, die nach Berlin zurückkehrt und sofort in einen Mordfall verwickelt wird. Gleichzeitig holen sie ihre Vergangenheit und ihre Familie ein. Als Saad mit der kleinen Leila wieder auftaucht, gerät Nihal außerdem in einen gefährlichen Bandenkrieg.
Das düstere Cover passt gut zur Atmosphäre der Geschichte. Der Schreibstil war leider gar nicht meins, weshalb ich mich eher durch die Handlung gequält habe. Positiv fand ich die angenehm kurzen Kapitel. Die Spannung war für mich durchwachsen und konnte mich nicht richtig fesseln. Da ich den Vorgänger nicht kenne, fehlte mir wichtiges Hintergrundwissen, wodurch viele Zusammenhänge für mich schwer verständlich waren. Auch mit den Protagonisten wurde ich deshalb nicht warm, sie blieben für mich eher oberflächlich. Insgesamt hatte ich mir mehr erhofft. Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen.
Rezensionen von clematis:
Teuflischer Veilchendienstag
Der Bonbon-Mord zu Köln von Eva-Maria Silber; Kirsten Wilczek
Teuflische, weil vergiftete Bonbons, sind in Köln im Umlauf, die Manhardt´sche Konditorei & Süßwarenladen gerät ins Visier der Ermittler, nachdem am Veilchendienstag ein Kind zu Tode gekommen ist. Alsbald schwören sich Zeugen auf eine elegante Dame ein, sich verdächtig gemacht zu haben, weshalb sich ebendiese Person nun vor Gericht befindet.
Mangels eines klaren Motivs tut sich Generalprocurator Grandjean mit seiner Anklage genauso schwer wie der gewiefte Rechtsanwalt Dr. Venedey und sein erst kürzlich zum Advokaten ernannte Kollege Bas Sello mit ihrer Verteidigung, da einfach vieles auf die Schuldhaftigkeit ihrer Mandantin hindeutet.
Großartige Recherche und etliche historisch verbürgte Personen als Vorbilder für die Figuren im Roman lassen auch diesen zweiten Band der vorliegenden Krimireihe zu einem wahren Lesevergnügen werden. Die Zeit der 1848er-Revolution in Köln wird so lebendig dargestellt, dass man nicht anders kann, als sich von Sog mitreißen zu lassen, die Charaktere tun ihr Übriges, um den Leser in Atem zu halten, egal, ob es sich um deren beruflichen Alltag als Ermittler oder Verteidiger handelt oder um ihre privaten Angelegenheiten. Als besondere Dreingabe basiert auch dieser Fall auf einem True Crime, welchen die beiden Autorinnen, ihres Zeichens Anwältinnen, bestens in Szene gesetzt haben. Besonders die authentische Darstellung der Verhandlung, aber auch die Vorgeschichte, ist fesselnd in eloquente Worte gefasst, das breite Kölsch, welches natürlich häufig gesprochen wird, wird weitgehend im Handlungsverlauf ins Hochdeutsche übersetzt, sodass man auch als ortsfremder Leser recht gut zurechtkommt und dennoch die vorherrschende Atmosphäre durch und durch spüren kann. Wie die Geschworenen über die kecke Inculpatin (Angeklagte) Christine Edmund wohl urteilen werden?
Vor dem politischen Hintergrund mit Demonstrationen für Freiheit, Wahlrecht und soziale Absicherung, der detaillierten Betrachtung der apothekerlichen Arbeit mit winzigen Maßeinheiten wie Gran und Lot und der anschaulichen Darstellung eines damaligen Gerichtsprozesses lässt auch Band zwei dieser meisterlichen Krimiserie keine Wünsche offen – außer vielleicht, dass es in Bälde eine Fortsetzung geben wird.
Rezensionen von DoraLupin:
Gelungene Fortsetzung der Reihe
Die Welt in Meran - Schattenflamme von Angela Marina Reinhardt
Ich kenne bereits den ersten Teil von "Die Welt in Meran" und dieser hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt wissen wollte wie es mit den Personen weitergeht. Auch dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen und hat mir das Leben in Meran Ende des 19.Jahrhunderts lebendig gemacht.
Diesmal geht es für den Leser nach Meran ins Jahr 1874: Während sich die Stadt vom Wiener Börsenkrach erholt und für die nächste Kursaison rüstet, kreuzen sich erneut die Schicksalswege dreier Menschen: Den Korsen Jean führt die Sorge um das Wohl seiner kleinen Tochter zurück in die Passerstadt.
Dort trifft er auf seinen einstigen Freund und Rivalen Max. Und auf die Frau, die beide Männer lieben: Helen, die mit ihrem Bruder, einem preußischen Kriegshelden, angereist ist. Auf dem prächtigsten Ball der Saison kommt es zur schicksalhaften Konfrontation, und es droht die Enthüllung einer Glut, die für immer verborgen bleiben sollte. Doch auch für andere birgt das Leben unverhoffte Entwicklungen: Sigmund Hirsch hat geheiratet und zweifelt bald an seiner Wahl. Und bei den Hallers gibt es ein Wiedersehen mit jemandem, den sie längst verloren glaubten.
Der Schreibstil war wieder, wie auch schon beim ersten Band genau mein Fall, es liest sich alles locker-leicht und auch schön bildlich und es hat sich dadurch ein sehr schöner Lesefluss ergeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Somit hatte ich das Buch in nur zwei Tagen regelrecht verschlungen. Die Stadt Meran wird sehr anschaulich und lebendig beschrieben und man bekommt als Leser richtig Lust selbst einmal dorthin zu reisen und an der Promenade entlang zu spazieren. Aber auch das Leben der Menschen wird eindrücklich beschrieben und besonders die Geschichte von Jean und Helen rückt in diesem Teil in den Vordergrund, aber auch Johann Haller, der von einer Polarexpedition zurückkehrt wird Raum in diesem Buch gegeben. Wen ich diesmal ein wenig vermisst habe ist das Mädchen Rosa, sie findet nur sehr kurz Erwähnung im Buch, das soll sich allerdings im dritten Teil der Reihe wieder ändern.
Die Handlung ist wieder sehr abwechslungsreich und ich habe die Geschichten sehr gerne gelesen, sowohl von altbekannten Personen, aber auch neue Nebencharaktere wie Clementine Kerr, eine schottische Alpinistin machen Spaß. Besonders berührend und eindrücklich habe ich am Ende des Romans den Brand des Wiener Ringtheaters empfunden, der tatsächlich auch historisch passiert ist.
Fazit: Eine gelungene Fortsetzung des ersten Teils und ich freue mich schon besonders auf den dritten Teil der Reihe, in der Rosa wieder eine größere Rolle spielt und man gespannt sein kann was die Charaktere noch erleben und wie es mit Helen, Jean und den anderen weitergeht. Gerne empfehle ich das Buch weiter, besonders natürlich Lesern, denen der erste Band gefallen hat. Man könnte das Buch auch eigenständig lesen, aber in der richtigen Reihenfolge ist es noch viel schöner.











