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Rezensionen von manda:

Unterhaltsam und informativ

Im Land der begrenzten Möglichkeiten von Oliver Weiß

Der Autor beschreibt seine lebenslange Sehnsucht nach einem Leben in den Vereinigten Staaten nach seinem Jahresaufenthalt in Kalifornien als Teenager, und später speziell nach New York. Mit einer Green Card ausgestattet, wagt der Illustrator irgendwann voller Erwartungen den Sprung über den großen Teich.

Nur um bald herb enttäuscht zu werden, weil mit der Zeit mehr oder weniger alle seine Erwartungen samt und sonders zu Bruch gehen.

Lakonisch schildert Oliver Weiss die sprichwörtliche Oberflächlichkeit der Amerikaner, die ja jeder irgendwie kennt, der schon mal in den USA gewesen ist; weniger bekannt, speziell in der angeblich so großartigen Stadt NYC, sind für mich die eindrücklichen Schilderungen der prekären Wohnverhältnisse mit Tag und Nacht die Musik laut aufdrehenden Nachbarn - und das für Mieten, die ein Vielfaches solcher Kosten in Berlin betragen. Aber auch die Großkotzigkeit seiner amerikansichen Künstlerkollegen beginnt an seinen Nerven zu zerren, ebenso wie ihr Beharren darauf, dass man sich im Land der angeblich "unbegrenzten Möglichkeiten" als Zeichner nicht etwa frei entfalten dürfe, sondenr sich im Gegenteil aus Gründen des "Brandings" einschränken müsse – was sich jedem künstlerisch Aktiven (wie mir selbst) doch eigentlich als unzumutbar gelten soltle. Doch seine Kollegen haben sich damit arrangiert.

In der Sache hart, im Stil jedoch äußerst unterhaltsam, schildert der Autor seinen Weg in die Abgründe der Stadt und des neuen Heimatlandes - und spürt bald, dass er hier nicht reinpasst. Erinnert im Stil an die Leichtfüßigkeit von Max Goldt oder Maxim Biller, aber auch Florian Illies fällt mir hier ein (besonders mit seinem hervorragenden, kaum bekannten Buch "Ortsgespräch").

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