Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:

Lesenswerter Überblick über Aufstieg und Fall der Niederländischen Ostindien-Companie (VOC)

Die Jagd nach der Muskatnuss von Christian Schüle

Das Buch von Christian Schülle erzählt vom Beginn des modernen Kapitalismus, der Erfindung der Aktie, vom Monopol auf den Handel mit dem Gewürz Muskatnuss und den Exzessen des Kolonialismus in Asien. Er zeigt welche Bedeutung der Asienhandel und die Gewürzinseln für die Niederlande hatten.
1602 schlug die Geburtsstunde der ersten Aktiengesellschaft der Welt.

In Amsterdam entstand die legendäre Vereinigte Ostindische Compagnie, kurz VOC, als Aktiengesellschaft und ein privat organisiertes Unternehmen. Dieses stieg im Auftrag der niederländischen Republik in den Gewürzhandel mit Asien ein, baute in Ostindien ein weitreichendes Handelsnetz auf und entwickelte sich zu einer Kolonialmacht.
Die VOC sicherte sich Handelsmonopole, siedelte Niederländer an, zwang die einheimische Bevölkerung zur Unterwerfung und richtete Massaker an. Die aus Asien eingeführten Waren wie Pfeffer, Muskat und Gewürznelken waren in Europa zeitweise kostbarer als Gold.
Dieses Regime lief von 1602 bis 1798 sehr gut. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts sorgten allerdings Korruption und Dekadenz, sowie die erstarkende Seemacht England für den Niedergang der VOC.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker

Rezensionen von lesende_zitrone:

Gänseblümchen und ein Betrachter

Picking Daisies on Sundays von Liana Cincotti

Ein romantisches Jugendbuch mit einer liebevollen Friends-to-Lovers-Story!
Wir begleiten Daisy und Levi, wie sie sich nach vier Jahren zufällig wieder treffen, und von da an Fake-Daten. Daisys Herz schlägt schon seit ihrer Jugendzeit für ihn und ist sich erst nicht sicher, ob das für ihre Gefühle eine gute Entscheidung ist.

Nach und nach erlebt man mehr von ihrer engen Beziehung und was es heißt, einen geliebten Menschen zu verlieren.
Daisy ist absolut unsicher in ihrem Können und Aussehen. Für ihre liebsten Menschen hat sie jedoch ein großes Herz und bereitet ihnen gerne Freude. Obwohl sie sehr unsicher ist, möchte sie trotzdem mit ihrem eigenen Können auftreten und berühmt werden als Modedesignerin. Levi hat früh die Rolle des Erwachsenen eingenommen und kümmert sich um seine Familie mit vollem Herzen. Er würde alles für sie liegen lassen, um sich sicher zu sein, dass es ihnen gut geht. Obwohl er ein bisschen unsicher ist, hat Levi trotzdem Vertrauen in sich und zeigt Daisy die Welt durch seine Augen. Daisys Freunde und Levis Familie waren sehr lustige Charaktere und haben dem Buch viele lustige Szenen verholfen.
Das Cover sowie die Kapitelgestaltung sind absolut bezaubernd und haben mir eine tolle Lesezeit gegeben. Die Geschichte ist sehr schön und voller Gedichte geschrieben. Ich finde die Idee, vor jedem Kapitel ein kleines Gedicht zu haben, sehr gedankenvoll und toll überlegt! Es sind immer wieder kleine Details im Laufe der Geschichte aufgetaucht, was dem Leser zeigt, dass dieses Buch mit Herz geschrieben wurde. Teilweise fand ich es etwas stockend und ich hätte beide gerne mal durchgeschüttelt, damit die beiden endlich einen reinen Tisch machen. Trotzdem hatte ich eine tolle Zeit beim Lesen und mitgefiebert.
Picking Daisies on Sundays: ein schönes Jugendbuch mit wichtigen Themen und einer bezaubernden Story.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von lesende_zitrone

Rezensionen von Franzl :

eBook – Stand 2026 auf meiner Leseliste

Trugbild der Schatten von Helmut Aigner

Das Buch "Trugbild der Schatten" habe ich schon vor einer ganzen Weile gekauft. Es dümpelte ehrlich gesagt recht weit unten auf meiner Reader-Leseliste herum – und im Nachhinein bereue ich es fast ein bisschen, so lange damit gewartet zu haben.

Ein absoluter Geheimtipp für alle Fantasy-Fans! Überraschenderweise ist der Roman von der ersten bis zur letzten Seite extrem spannend geschrieben.

Man bekommt hier definitiv viel mehr geboten, als der erste Blick auf das Cover vermuten lässt: Das Charakterdesign ist keineswegs platt oder klischeehaft. Es geht halt nicht einfach nur um die typische hübsche Blondine, die sich von einem Abenteuer zum nächsten hangelt.

Die Geschichte besitzt eine tolle Atmosphäre, hat hier und da echt düstere Spitzen und weiß vor allem durch die tiefgründigen Grautöne ihrer Protagonisten zu überzeugen. Hier gibt es kein einfaches Schwarz-Weiß-Denken! Auch das Worldbuilding hat mich komplett überzeugt: Die Prämisse, dass Magie eben keine praktische Wundertüte ist, sondern als eine Art unberechenbarer Fluch völlig aus dem Nichts kommt, ist eine erfrischende Idee und hebt das Buch vom Einheitsbrei ab.

Fazit: Eine klare Leseempfehlung und ein echter Page-Turner für zwischendurch! Wer Lust auf eine vielschichtige Fantasy-Geschichte mit düsterem Einschlag hat, macht hier absolut nichts falsch.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Franzl

Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

Es geht wieder nach Zons !

Böse Stunde: Thriller von Shepherd Catherine

Die Bücher von Catherine Shepherd sind immer ein Garant für Spannung und die Zons Reihe liebe ich sehr – ich war also mega gespannt auf „Böse Stunde“ :
Der Einstieg geling – wie immer bei Catherine Shephard – leicht. Schon der Prolog packt den Leser/die Leserin und ist ein kleiner Vorgeschmack, wie spannend es gleich wird.

Dass die gesamte Reihe auf Geschichten in der Vergangenheit und der Gegenwart basiert, macht das ganze nur noch fesselnder – was haben beide Geschichten gemeinsam ? Können beide Fälle aufgelöst werden ?
Ich möchte hier nicht auf die Geschichte des Thrillers eingehe ( den Klappentext packe ich euch in die Kommentare ), weil ich nicht Spoilern will, aber ich möchte erzählen, wie unglaublich spannend dieses Buch war. Die Autorin hat so eine tolle Gabe die Leser*innen auf falsche Fährten zu führen, dass ich jedes Mal bis zum Ende des Buches rätsle, wer denn der Täter ist. Achtung Spoiler : Bis jetzt hatte ich tatsächlich nur einmal den richtigen Riecher.
Die Bücher der Zons Reihe von Catherine Shephard lassen sich alle einzeln lesen, allerding macht für mich auch ein großer Teil der Bücher die Entwicklung der Figuren aus, die man aus den vorherigen Bänden kennt.
Wer fesselnde Thriller sucht und mit-rätseln möchte, ist bei Catherine Shephard absolut richtig und mit „Böser Stunde „ hat die Autorin einmal mehr bewiesen, dass sie Thriller auf höchstem Niveau schreibt.
Eine absolute Empfehlung für alle Thriller Fans !

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig

Rezensionen von Buchseelensammlerin:

Atmosphärisch

Septembermord von Chris Chibnall

Das Cover von Septembermord, dem Debütkrimi von Chris Chibnall, wirkt sehr atmosphärisch und passt gut zu einem englischen Kriminalroman.

Das Buch liest sich leicht und flüssig und ich war durch den detailreichen sowie spannenden Schreibstil gleich in der Geschichte drin.

Das ungleiche Ermittlerduo, Detective Nicola Bridge und DC Harry Ward, wird authentisch dargestellt und ihre Charakteren wirken gut ausgearbeitet.

Hierdurch konnte ich ihre Beweggründe und Entscheidungen während des lesens gut nachvollziehen.
Bis zum Schluss gibt es einige spannende Wendungen, die für manchen Leser vielleicht überraschend kommen. 

Wer die Serie Broadchurch kennt und mochte, wird in Septembermord einen spannenden und atmosphärischen Krimi finden, der für ein kurzweiliges Lesevergnügen sorgt. Perfekt für den Urlaub oder ein Wochenende.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Buchseelensammlerin

Rezensionen von ekiam:

Mehr als nur Romance: Ein gelungener Reihenauftakt mit großem Familiengeheimnis

We Break And Heal von Natalie Erlach

Spring Mountain Sisters – We Break and Heal ist für mich ein rundum gelungener Auftakt einer neuen Reihe. Zwar spielt die Liebesgeschichte zwischen Cleo und Dax eine wichtige Rolle, doch mindestens genauso viel Raum nehmen die Beziehung der drei Schwestern sowie die Geheimnisse ihrer Familie ein. Genau diese Mischung hat für mich den besonderen Reiz des Buches ausgemacht.

Die Romance selbst konnte mich überzeugen. Romance-Leser*innen dürften kaum überrascht sein, in welche Richtung sich die Beziehung zwischen Cleo und Dax entwickelt. Umso schöner fand ich, dass die Geschichte ihren Fokus nicht auf unnötig in die Länge gezogene Missverständnisse legt. Cleo gelingt es erstaunlich schnell, über ihre Wut hinauszublicken und sich gemeinsam mit Dax der Vergangenheit zu stellen. Dax braucht etwas länger, bis er sich vollständig öffnet, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass er Cleo etwas mehr Zutrauen schenkt.

Besonders gespannt gemacht hat mich die Dynamik zwischen den drei Schwestern. Schnell wird deutlich, dass viele Konflikte und alte Rollenbilder aus ihrer Jugend noch immer bestehen. Gerade weil jeder Band einer anderen Schwester gewidmet ist, freue ich mich schon darauf, diese Beziehungen bald aus den Perspektiven von Sage und Juliet zu erleben. Ich bin neugierig, wie sich ihr Blick auf die gemeinsame Vergangenheit von Cleos Wahrnehmung unterscheiden wird.

Auch Dax bringt seine eigenen familiären Konflikte mit. Dieser Handlungsstrang hatte durchaus Potenzial, wurde für meinen Geschmack jedoch recht früh abgeschlossen. Hier hätte ich mir etwas mehr Raum gewünscht, sodass sich dieser Teil der Geschichte noch etwas runder angefühlt hätte.

Ein echtes Highlight war für mich dagegen das Familiengeheimnis rund um das Testament. Die Suche nach den Hinweisen zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und sorgt dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Gerade dieser Erzählstrang hebt das Buch für mich von vielen anderen Romance-Geschichten ab.

Und dann dieses Ende! Mit dem Cliffhanger hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Er hat meine Neugier auf die Fortsetzung sofort geweckt und dafür gesorgt, dass ich die nächsten Bände am liebsten direkt weiterlesen würde.

Wer eine Romance sucht, die weit mehr bietet als eine Liebesgeschichte, ist hier genau richtig. Spring Mountain Sisters – We Break and Heal verbindet Familiengeheimnisse, komplexe Beziehungen und emotionale Entwicklungen zu einem gelungenen Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Ich hatte eine wunderbare Lesezeit und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von ekiam

Rezensionen von Astrid:

Der Preis der Sehnsucht nach dem schnellen Glück (Geld) ...

Die Villa von Markus Heitz

Doreen und ihre Tochter Marina sind ein unglückliches Duo, das nicht gut miteinander auskommt. Der Einzug in die sanierungsbedürftige Villa lenkt von ihren Basisproblemen ab, schafft aber neue. Durch die Ersteigerung wird das mit einer Vorgeschichte heftig belastete Haus zu einem Spiegel ihrer Wünsche und Ängste und weckt aber auch eine Macht, die die beiden Frauen nicht kontrollieren können.

Spannend! Denn wer entscheidet hier wirklich über ihre Leben – sie oder die Macht der Glückssträhne, die sie ergriffen hat? Die Verheißung von Erfolg, Anerkennung und Sicherheit entpuppt sich jedenfalls rasch als Trugbild, was die Beziehung der beiden zu zerreißen droht und jede Menge Menschenleben kostet.

Als also Doreen begreift, auf welchen Pakt sie und ihr Kind sich eingelassen haben, ist schon ziemlich viel Blut geflossen, wurden Beine gebrochen und Menschen zerfetzt. Auch fremde Menschen kommen zu Schaden, die eigentlich nichts mit der Villa zu tun haben, sondern einfach zu 'Kollateralschäden' werden.

Die Geschichte bleibt nahe an den beiden Protagonistinnen, schafft für mich jedoch keine Verbindung, die Charaktere bleiben mir zu flach. Dafür fesselt sie mit der Verlockung des schnellen Glücks, auch wenn dafür ein blutiger Preis zu zahlen ist.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Astrid

Rezensionen von JennifersBooks:

Katerchaos in Tagebuchformat

Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! von Franziska Höllbacher

"Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack!" ist ein wunderbar humorvolles Kinderbuch, das komplett in Tagebuchform aus der Sicht des Katers Knutbert erzählt wird. Seine "Katerstrophenberichte" sind nicht nur witzig formuliert, sondern werden durch viele Comicelemente ergänzt, die die kurzen Kapitel auflockern und den Lesefluss spürbar erleichtern.

Immer wieder taucht darin auch die Kategorie "Kratzer am Rande" auf - kleine Infokästen, in denen Knutbert zum Beispiel erklärt, welche Kategorien von Menschen es aus Katzensicht gibt oder warum Katzen selbstverständlich Superhelden sind. Gerade Kinder, die nicht gerne oder lange lesen, können der Handlung dadurch gut folgen und bleiben motiviert.

Die Figuren sind liebevoll und mit einem deutlichen Augenzwinkern dargestellt. Im Mittelpunkt steht natürlich Knutbert, der den Spruch "Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal" sehr ernst nimmt. Er hat keine Besitzer, sondern Angestellte, die er großzügig bei sich wohnen lässt: Alma, die Katzen nicht mag, Carlo, der ständig mit dem Staubsauger nervt, Lena, die immerhin oft etwas Essbares für ihn bereithält, und Franz, der für Knutbert den höchsten Rang der Tauglichen erreicht, weil er gerne krault und ihn regelmäßig als Superhelden zeichnet.

Knutberts Alltag besteht aus Schlafen und Fressen, doch die Ruhe wird immer wieder von der Nachbarin Frau Merlinger gestört, die ständig klingelt und sich über ein Biest beschwert, das angeblich in der Nachbarschaft sein Unwesen treibt. Umgekippte Mülltonnen, Kratzer am Auto - natürlich wird Knutbert verdächtigt und sogar mit dem Tierheim bedroht. Also macht er sich auf, in seinem Revier nach Informationen über dieses Biest zu suchen.

Dabei helfen ihm seine tierischen Nachbarn: Ingrid, die Schildkröte von Frau Merlinger; Ralf, das Rotkehlchen, dessen lautes Gezwitscher ihn nervt und das er eines Tages definitiv fressen wird; Hektor, der alte Nachbarskater; und Paula, die Blindschleiche, die einfach wie ein Stock herumliegt. Jede Begegnung ist mit viel Witz und Humor beschrieben und bleibt für Kinder gut verständlich. Für Kinder ab neun Jahren ist das Buch ideal - meine Tochter hatte viel Spaß daran. Mein zwölfjähriger Sohn dagegen fand es schon zu kindlich und hat schnell das Interesse verloren.

Besonders schön ist der Abschluss des Buches, denn dort gibt es einen witzigen Selbsttest, mit dem man herausfinden kann, zu welcher Mensch-Kategorie man aus Katzensicht gehört. Das sorgt für ein zusätzliches Schmunzeln und rundet die Geschichte sehr passend ab.

Fazit: "Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack!" überzeugt mit einer charmanten Mischung aus Humor, liebevoll gezeichneten Figuren und einer Erzählweise, die besonders für jüngere Leser leicht zugänglich ist. Die Tagebuchform, die Comicelemente und die "Kratzer am Rande" halten die Geschichte lebendig und sorgen dafür, dass Kinder ab neun Jahren gut abgeholt werden. Durch den Untertitel am Cover ist die Handlung etwas vorhersehbar, was einen halben Stern Abzug gibt, dennoch bleibt es ein rundes, witziges Leseerlebnis.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von JennifersBooks

Rezensionen von brauneye29:

Tolles Buch

Ein unerhörter Wunsch von Ann Packer

Zum Inhalt:
Claires Erkrankung geht in die letzte Phase und plötzlich hat sie den Wunsch die Zeit nicht mit ihrem Mann zu verbringen, sondern mit ihren Freundinnen, was ihren Mann völlig aus der Mann wirft, sich aber zunächst fügt, weil es ja der Wunsch seiner sterbenden Frau ist. Aber ist das wirklich richtige Weg für die beiden?
Meine Meinung:
Zunächst ist ja die Vorstellung schon schwer, dass der geliebte Mensch gehen muss, dann aber auch noch vom letzten Weg, der letzten zeit ausgeschlossen zu werden, muss sich schon sehr schlecht anfühlen.

Genau diese Gefühlwelt lässt uns das Buch mit erleben, aber auch die Seite von Claire, die diesen Wunsch geäußert hat. Trotz des tragischen Themas hat das Buch auch irgendwie eine gewisse Leichtigkeit, zu mindestens habe ich das so empfunden. Ich konnte beide Seiten, aber auch die der Freundinnen irgendwie nachvollziehen. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und kann es uneingeschränkt empfehlen.
Fazit:
Tolles Buch

im Shop ansehen weitere Rezensionen von brauneye29

Rezensionen von leopol:

melancholische Gesellschaftsbetrachtung mit etwas Kriminalfall

Die Auster von Yael Inokai

Leonora Bloch, Reinigungskraft, bei Dr. Bronstett dem Geschäftsführer eines bekannten Kaufhauses. Eines morgens findet sie ihn ermordet und mit zwei fehlenden Händen auf. In ihrem Schock putzt sie die Spuren weg und verständigt erst dann die Polizei. Leonora wird an ihre eigene Vergangenheit und ihre eigenen Verluste erinnert und es treiben sie wieder Geldsorgen um.

Die Ermittlungen der Polizei führen in das legendäre Kaufhaus und so ist auch Leonora mit alten bekannten dort konfrontiert.

Dieser Roman ist schwer einzuordnen, verbindet er doch im Wesentlichen zwei Geschichten, die irgendwie verwoben sind. Einerseits die Lebensgeschichte von Leonora Bloch, die zuletzt als Putzfrau bei Dr. Bronstett gearbeitet hat. Andererseits allerdings den Mordfall Dr. Bronstett, der die Polizei und begeisterte Krimiseherin Leonora zu Ermittlungen bringt.

Doch neben diesen zwei Erzählungen kommen so einige gesellschaftsrelevante Botschaften nebenbei durch. Es wird das Luxuriöse Kaufhaus und das luxuriöse Heim von Dr. Bronstett beschrieben, etwas das Leonora Bloch fremd ist, kämpft sie doch Zeit ihres Lebens um ihr Auslangen. Nach dem Tod von Dr. Bronstett steht sie wieder vor der Altersarmut und muss mit über siebzig schauen, dass sie wieder im Kaufhaus angestellt wird. Doch auch Einsamkeit ist ein wichtiges Thema, da Leonora Bloch ihren Sohn schon länger verloren hat und andere Menschen doch gerne auf Abstand hält. Leonora kämpft mit der Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen speziell zwischen Erwachsenen und auch mit Veränderungen im Gesamten.

Die Erzählung entwickelt sich ruhig und detailliert in der Sprache, jedoch ist man immer wieder mit Zeitsprüngen konfrontiert die erst Einordnung bedürfen. Erst langsam beginnt man die Personen zu verstehen, oft durch Rückblenden. Für die Auflösung des Kriminalfalls hätte ich gerne mehr Zeit gehabt, es erschien etwas gehetzt, wenn auch logisch.

Eine interessante Mischung aus verschiedenen Genres mit einem angenehm ruhigen Schreibstil. Auf Grund der Beobachtungen der Kaufhausangestellten kam ich mir etwas vor wie in Alltagsgeschichten von E.T.Spira, die früher im österreichischen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Auch die melancholische Stimmung war ähnlich.

Für mich eine etwas skurrile Geschichte, die man gar nicht so leicht erklären und empfehlen kann, man muss es selbst lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von leopol