Kunden em pfehlungen
Rezensionen von shrimpdumpling:
Eine Reise durch Trauer, Magie & Rache
And The River Drags Her Down von Jihyun Yun
Was für ein intensives, schönes und gleichzeitig schmerzhaftes Buch! And the River Drags Her Down hat mich emotional richtig mitgenommen. Jihyun Yun hat einen wunderschönen, fast schon poetischen Schreibstil, der eine unglaublich dichte, düstere Atmosphäre kreiert. Das Setting in der kleinen Küstenstadt in Kombination mit den fast schon leichten Horror-Elementen macht das Buch absolut perfekt für verregnete Herbsttage.
Besonders fasziniert hat mich das einzigartige Magiesystem. Diese Mischung aus Knochenmagie, Totenbeschwörung und spirituellen Elementen wirkt unverbraucht und spannend. Im Kern geht es in der Geschichte aber vor allem um Trauer, Schuldgefühle und die Frage, wie weit man gehen würde, um geliebte Menschen nicht loslassen zu müssen. Die Dynamik zwischen den Schwestern Soojin und Mirae ist dabei das emotionale Herzstück.
Man sollte allerdings wissen, dass die Story eher langsam anläuft. Die erste Hälfte lässt sich viel Zeit fürs Worldbuilding und die Stimmung, bevor die Handlung und die Geheimnisse rund um die Vergangenheit so richtig an Fahrt aufnehmen. Aber ab der Mitte konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Soojin als Hauptfigur macht es einem zu Beginn nicht unbedingt leicht. Sie wirkt manchmal recht stur oder kindlich in ihren Entscheiden. Aber genau das macht ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte so glaubwürdig. Und Figuren wie Mirae schließt man einfach sofort ins Herz!
Mein Fazit: Ein schwermütiges, emotionales und unheimlich atmosphärisches Buch für alle, die Geschichten über tiefe Familienbande, magische Geheimnisse und ein bisschen düsteren Grusel mögen. Definitiv eine große Leseempfehlung!
Rezensionen von div:
wunderbares Buch
Heulen bringt dich auch nicht weiter! von Caroline Philipp
wunderbares Buch
Das Buch hat mich schon mit seinem Titel neugierig gemacht, denn manchmal braucht es einfach genau diese direkte Ansage. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass viele der angesprochenen Situationen und Pannen ziemlich nah am echten Leben sind - also das ein oder andere kommt mir sehr bekannt aus meinem Alltag vor.
Mir hat besonders gefallen, dass die Gedanken und Impulse verständlich und angenehm zu lesen sind. Der Schreibstil ist so persönlich, liebevoll und einfach auf einer Augenhöhe - das hat die Autorin wirklich toll hinbekommen. Caro, die Autorin, ist mir von Beginn des Buches an sehr sympathisch gewesen. Ich als Mama fühle mich durchaus verstanden und finde das Buch wunderbar, kann es aber auch für alle anderen Menschen empfehlen.
Toll fand ich hier auch das Nachwort von ihrem Mann - somit entsteht ein rundes Bild, und man hat das Gefühl einen ehrlichen Einblick zu haben.
Rezensionen von div:
Zwischen Grenzen
Territorium von Sabrina Janesch
Zwischen Grenzen
Die Autorin erzählt in ihrem Roman die Annexion Hawaiis durch die USA in den 1890er Jahren. Der Schreibstil ist blumig und bildhaft und ich fand ihn anfangs passend für das exotische Setting. Aber auf Dauer wurde er anstrengend und umständlich, auch die nicht weiter erklärten hawaiischen Einschübe waren störend.
Es gibt einige Perspektivwechsel und auch Zeitsprünge, die nicht konsequent eingeordnet werden und daher verwirren. Es gibt einige Passagen, die ich der Königin zuordne, da sie im Pluralis Majestatis verfasst sind. Diese sind besonders schwer zu lesen. Die träge Kolonialgesellschaft in Zeiten des Umbruchs wird gut getroffen, die Charaktere bleiben aber unnahbar und oberflächlich. Ich hätte mir gewünscht, dass nicht nur die Elite, sondern auch die Einheimischen zu Wort kommen. Man erfährt aber auch einiges über Hawaii, so waren für mich die preußischen Einflüsse überraschend. Die Autorin hat offensichtlich intensiv recherchiert, aber das Material hätte besser strukturiert werden können, die Handlungsstränge sind nicht immer klar zu erkennen. Die Geschichte finde ich grundsätzlich interessant und lesenswert, die Umsetzung war leider nicht mein Fall, daher vergebe ich drei Sterne.
Rezensionen von shrimpdumpling:
Ein düsterer Pakt, den man nicht so leicht vergisst
Reap & Sow von Charlotte B. Plumb
Ich war von der ersten Minute an super neugierig auf das Konzept hinter Reap & Sow, und Charlotte B. Plumb hat das echt stark umgesetzt. Die Grundidee mit den Dämonen, die deine Wünsche erfüllen, aber im Gegenzug deine Lebenszeit rauben, und die man nur stoppen kann, indem man sie tötet, ist unglaublich spannend.
Besonders cool fand ich, wie die Story nach und nach Schlupflöcher und Klauseln in diesen Deals aufdeckt.
Die Atmosphäre ist wirklich 10/10: düstere Antiquitätenläden, unheimliche Dämonen und dieses ständige Gefühl, dass gleich irgendwas Schlimmes um die Ecke kommt. Der Einstieg hat sich für mich zwar auf den ersten paar Kapiteln ein kleines Bisschen holprig angefühlt, aber sobald das Worldbuilding einmal gegriffen hat, war ich komplett gefesselt und konnte das Buch abends kaum noch weglegen.
Eda als Hauptprotagonistin habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist stur, extrem entschlossen und tut wirklich alles für die Menschen, die sie liebt. Natürlich trifft sie dabei manchmal Entscheidungen, bei denen man als Leser am liebsten durchs Buch greifen und sie schütteln würde, aber genau das macht sie so menschlich. Ihre Entwicklung von eher naiv zu absolut furchtlos war fantastisch mitzuerleben. Auch die Found-Family-Dynamik, besonders die chaotisch-süße Geschwisterbeziehung mit ihren Brüdern, hat dem Buch überraschend viel Gefühl gegeben.
Kit’rath hat mir auch mega gut gefallen! Er versprüht von Sekunde eins an diese gefährliche, aber faszinierende Ausstrahlung. Weil die eigentliche Handlung so vollgepackt ist, kam die Lovestory für meinen Geschmack zwar ein wenig kurz, aber die Chemie zwischen den beiden hat definitiv Lust auf mehr gemacht. Das offene Ende schreit jedenfalls förmlich nach einer Fortsetzung!
Wer auf Gothic Fantasy, düstere Welten, schattige Deals und vielschichtige Charaktere steht, sollte sich das Buch unbedingt anschauen. Perfekt für lange Leseabende!
Rezensionen von Annaja:
Ein Hund zieht bei uns ein
Ups, wir bekommen einen Hund von Katharina Spangler
Die Autorin Katharina Spangler hat ein Buch für Kinder im Vorschulalter verfasst, dass sich mit dem Thema Umgang und Verantwortung mit Tieren im eigenen Haushalt, befasst. Es ist zugleich ein Ratgeber, aber auch ein Vorlesebuch und es gibt Absätze mit Fragen und Antworten für eine Diskussionsrunde mit den Kleinen.
Frieda ist 6 Jahre alt, bereits ein Schulkind und die Eltern haben mit ihr besprochen, dass sie einen Hundwelpen, namens Rudi aus dem Tierheim zu sich nach Hause nehmen. Die Vorfreude ist riesengroß, bei der ganzen Familie. Schon im Vorfeld wurde mit dem Kind besprochen, welche Arbeiten anfallen und welche Aufgaben rund um das neue Haustier jeder übernehmen wird. Die kleine Frieda erfährt so viel Neues und sie weiß, dass sie sich einbringen muss und auch selbst mit anpacken kann, es gibt nicht nur Spielzeiten mit den jungen Hund, sondern jeder hat dabei eben auch Verpflichtungen. Rasch lernt nicht nur der Hund, sondern auch sie die Alltagssituationen kennen. Zwischen der Geschichte rund um Rudi gibt es immer wieder Gespräche und sehr kluge Fragen mit dem Kind, also Frieda wird mit eingebunden.
Es ist alles wunderbar in Kapiteln unterteilt, es gibt entzückende Illustrationen und die Frage-Antwort Möglichkeiten sind bei jedem Kapitel hervorgehoben. Wichtige Aussagen und tolle, sehr hilfreiche Tipps runden das Ganze nochmals auf.
Ich finde, dieses Buch ist perfekt geeignet, einem Kind die neue Lebenssituation mit dem neuen Lebewesen näher zu bringen.
Meine persönliche Lese-Empfehlung gibt es hier!
Rezensionen von Pusteblümchen:
Interessante Einblicke
Ein ganz normales Wunder von Woody Brown
Walter ist nichtsprechender Autist. Seine Eltern wollen sich nicht einfach damit abfinden und sorgen dafür, dass er sich über eine Buchstabiertafel ausdrücken kann. Nach dem frühen Tod seines Vaters bleibt Walter mit seiner Mutter alleine. Sie kümmert sich wirklich aufopferungsvoll um ihn, muss aber auch arbeiten und deswegen kommt Walter nach „Upward Bound“ einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung.
Hier berichtet er nun über seine Beobachtungen, erzählt aus dem Leben der „Insassen“ und den Pflegern.
Dabei gibt er ganz unterschiedliche Einblicke in das Tagesgeschehen mit Momenten, die berühren, die schockieren oder auch einfach nur verwundern. Diese Sorgen für einen ganz neuen Blickwinkel auf die Bewohner der Tagesstätte, sorgen für Verständnis und zeigen die Fehlbarkeiten des Systems bzw. unserer Gesellschaft auf.
Ich hoffe, dass das Buch ein breites Publikum erreicht, da die fehlende Kommunikation der betroffenen leider auch schnell zur Unsichtbarkeit in der Gesellschaft führt und dadurch auch die entsprechenden Mittel zur Unterstützung fehlen.
Rezensionen von div:
ruhige Geschichte
Nach der Sonne schauen von Martina Hefter
ruhige Geschichte
„Nach der Sonne schauen“ ist kein Buch, das man einfach nebenbei liest - es ist ruhig, aber durch die vielen Beobachtungen hat es einen besonderen Tiefgang und hallt nach. Besonders die Stimmung rund um Iona und die ungewöhnliche Landschaft finde ich gelungen.
Das Buch einige interessante Fragen auf: Wie wollen wir eigentlich leben? Wie viel Nähe brauchen wir und wann wird uns die Welt um uns herum zu viel?
Iona ist eine interessante Hauptfigur.
Sie lebt sehr zurückgezogen und hat sich auf ihre ganz eigene Art eingerichtet. Durch Bella und Nova wird dieses Leben zunehmend durcheinandergebracht. Besonders die Beziehungen zwischen den drei Frauen fand ich interessant, weil sie nicht einfach nur harmonisch dargestellt werden.
Der Schreibstil ist stellenweise etwas eigenwillig und hat bei mir ein wenig gebraucht, bis ich richtig hineingefunden habe. Danach konnte ich mich aber immer besser darauf einlassen. Insgesamt ein leiser, atmosphärischer Roman, der eher zum Nachdenken anregt, als mit einer großen Handlung zu überraschen.
Von mir gibt es eine Empfehlung.
Rezensionen von PucKker:
Eher etwas für Küchenneulinge
Koch! Mich! Jetzt! von Leon Schreiber
In diesem Kochbuch finden sich 83 Rezepte für die schnelle Küche. Denn wer kennt es nicht: Erschöpft hängt man auf dem Sofa und hat Hunger, aber eben keine Energie mehr zum Kochen. Dafür ist dieses Buch eigentlich genau gedacht. Besonders gespannt bin ich noch auf Rezepte wie Apfel-Zimt-Quesadillas, panierten Käse oder Pfannen-Bananenbrot.
Ein paar herzhafte und süße Rezepte habe ich ausprobiert und wirklich unzufrieden war ich mit keinem davon. Begeistert war ich allerdings auch nie. Es sind sehr einfache Gerichte, die in einem durchschnittlichen Haushalt problemlos auf den Tisch kommen.
Da ich keine Kochanfängerin bin, vermag mich das Buch deshalb nicht wirklich abzuholen. Außerdem fehlen mir Nährwertangaben und Informationen zu Ernährungsformen. Oft sind mir die Rezepte zu kohlenhydratlastig oder zu süß und gleichzeitig zu gemüse- bzw. obstarm. Das lässt sich zwar leicht ändern, ist aber trotzdem etwas unpraktisch. So musste ich eigentlich jedes Rezept nachwürzen oder mit zusätzlichen Zutaten aufpeppen, damit es für mich spannender wird.
Insofern bietet das Buch vor allem simple Alltagsküche für unerfahrene Köchinnen und Köche. Für Küchenneulinge vermutlich deutlich interessanter als für mich.
Rezensionen von Emmmbeee:
Selbstständig oder Sicherheit?
Die zweitgrößte Liebe von Ruth-Maria Thomas
Sicherheit in der Unsicherheit oder eher Unsicherheit in einer dauerhaften, haltbaren und liebevollen Beziehung, das ist es, was die junge Protagonistin in ihrem Dasein sieht. Denn Michelle traut dem Burgfrieden ihrer Beziehung nicht, je länger diese andauert. Sie fühlt sich zwar wohl bei Henry, der sie zweifellos treu und beständig liebt, ihr ein Leben frei von Existenzängsten bietet, sie heiraten, ihr ermöglichen will, sich ganz ihrer Gold- und Silberschmiedekunst zu widmen.
Doch da funkt ihr immer wieder ein Ur-Misstrauen dazwischen, denn sie ist im Osten Deutschland und in sehr kleinen Verhältnissen aufgewachsen, während Henry im Westen vieles in den Schoß gefallen ist und er sich bisher um nichts Sorgen machen musste.
Dass die beiden Welten wohl nie ganz kompatibel sind, zeigt Michelle schon dadurch, dass sie zwar von ihrer Familie erzählt, Henry aber nie mit ihrem Bruder Maurice zusammenbringen will. Auch scheut sie sofort zurück, als Henry ihr den Verlobungsring überreichen will. Ihr Freund wiederum möchte lange nicht deutlich machen, dass er selbst nicht jeden Cent dreimal umdrehen muss, auch er spürt das Stören seines bisherigen Lebensstandards, des Klassenunterschieds.
Ich kann Michelle gut verstehen, denn auch ich war nie mit Gütern gesegnet und gleichwohl mehrere Jahre meines Lebens mit einem Multimillionär zusammen. Dennoch hätte ich ihr wahrscheinlich dazu geraten, die Sicherheit vorzuziehen, denn das Schicksal bringt noch genug schlimme Überraschungen. Doch ich kann auch ihre Entscheidung gut nachvollziehen, in der Selbständigkeit die Unsicherheit in Kauf zu nehmen.
Es ist bereits der zweite Roman von Ruth-Maria Thomas, und ich mag ihren Schreibstil sehr. Mir gefällt an ihrer Sprache, dass sie mit wenigen Worten Bilder zaubern, eine Atmosphäre schaffen, mehrschichtige Problemsituationen aufzeigen kann. Die beiden Figuren Michelle und Henry waren mir bis zum Schluss sympathisch, auch Henrys Familie und Michelles Bruder. Dennoch blieb beim Lesen immer ein gewisses Bauchweh, ein unbestimmtes negatives Gesamtgefühl. Das kann ich leider nicht besser ausdrücken. Es hat die Spannung erhöht, aber die Lesefreude etwas getrübt. Denn ich wünschte mir so sehr, dass diese Liebesbeziehung hält.
Rezensionen von Chris:
Gefühlvoll und eindringlich
Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank
Ein absolut berührender Roman, der mich lange nicht losgelassen hat. Man beginnt unwillkürlich, über die eigene Familie nachzudenken – und über sich selbst. Wie haben die eigenen Großeltern den Krieg erlebt? Wo haben sie vielleicht weggeschaut? Und vor allem: Wie würde ich mich in einer solchen Situation verhalten?
Ute Mank schreibt unglaublich gefühlvoll und sensibel.
Es ist zutiefst bewegend, Dora auf ihrem Weg in die Vergangenheit zu begleiten. Als sie nach vielen Jahrzehnten in ihren Heimatort Hausen zurückkehrt und vor dem ehemaligen Haus ihrer besten Freundin Fanny Stolpersteine entdeckt, wird ihr schmerzlich bewusst, dass einer fehlt – der für Fanny. Was damals mit ihr geschehen ist, wird nach und nach enthüllt, und es ist absolut verständlich, dass Dora sich dafür schämt.
Die Dorfgemeinschaft in Zeiten der Judenverfolgung wird hier auf eine neue, eindringliche Weise beleuchtet. Emotional, glänzend recherchiert und mitreißend erzählt – ein wunderbares Buch, das im Kopf und im Herzen bleibt.











