Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Über Kunst, Natur und Einsamkeit
Nach der Sonne schauen von Martina Hefter
„Nach der Sonne schauen“ ist ein ungewöhnlicher Roman der in Leipzig lebenden Autorin Martina Hefter.
Im Mittelpunkt der Handlung steht die Künstlerin Iona Bartschok. Nachdem ein Künstlerkollege ihre Diplomarbeit - ein begehbares Baumhaus – in aller Öffentlichkeit mit dem Wort „Bullshit“ besprüht hat, zieht sie sich verletzt in eine Industriehalle im Leipziger Umland zurück, um zu sich zurückzufinden.
Viel mehr muss ich zu der Handlung gar nicht sagen, der Roman lebt weniger von seiner Handlung, sondern vielmehr von Ionas Gedanken. Diesen zu folgen fiel mir allerdings nicht leicht. Sie sind sprunghaft voller Details und setzen an so unterschiedlichen Punkten an, dass es mir schwer fiel, einen roten Faden in der Handlung zu entdecken. Iona kam mir unglaublich verkopft vor und ich konnte keinen Zugang zu ihr finden. Mit den Nebencharakteren ging es mir ähnlich, da diese immer nur kurz auftauchten und recht blass blieben.
Auch wenn ich das Buch in großen Anteilen recht anstrengend fand und es eine Menge Konzentration gefordert hat, gab es auch viele Stellen, die mich nachdenklich gemacht und mir gut gefallen haben.
So gelingt es Martina Hefter, die Natur auf eine ganz einzigartige Weise zu beschreiben. Ich hatte sie nicht nur bildlich vor Augen, sondern konnte sie auch hören, riechen und schmecken. Die Autorin hat die Natur für mich mehr als nur verbildlicht, sie hat sie direkt lebendig gemacht. Auch Ionas Erinnerungen an ihre Vergangenheit, an ihr Leben auf der Alm haben mir gut gefallen und hatten spannende sowie interessante Aspekte.
Mir fällt es schwer das Gelesene einzuordnen. Es gab Stellen, die mich berührt haben und welche, die mich geschockt haben. Eines ist sicher, mir wird das Buch noch lange im Gedächtnis bleiben und es wird in mir arbeiten.
Rezensionen von askyfullofpages:
Wenn plötzlich alles fremd erscheint
Mondblau von Fatma Mittler-Solak
Wow, das war ein richtig starkes Debüt!
Mit „Mondblau“ ist Fatma Mittler-Solak ein unglaublich berührender Roman gelungen, der sich wahnsinnig gut liest. Sie erzählt von Herkunft, Mutterschaft und Freundschaft und von dem Druck, allen Erwartungen gerecht werden zu wollen.
Die Geschichte handelt von Ayla.
Ihre beste Freundin Victoria spielt eine große Rolle in ihrem Leben, doch die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Ayla wächst in einem strengen türkischen Elternhaus auf und möchte mit einem Einser-Abitur und einem Jurastudium glänzen. Sie will allen beweisen, dass Kinder, Karriere und ein perfektes Leben zusammenpassen.
Ayla bekommt mit 42 ihr viertes Kind und rutscht danach in eine postpartale Depression. Die drei Großen kommen ganz nach dem Papa, nur das Baby sieht aus wie sie. Ayla kann keine Bindung zu ihm aufbauen und ist sich sicher, dass es gar nicht ihr Kind ist.
Genau in dieser schweren Zeit merkt sie, wie weit sie und Victoria sich voneinander entfernt haben. Sie weiß kaum noch, was im Leben ihrer Freundin los ist, und wird das Gefühl nicht los, dass Victoria ihr etwas verheimlicht.
Ayla hat mich beim Lesen sehr beschäftigt. Schon als Kind fühlt sie sich neben Victoria minderwertig und dieses Gefühl begleitet sie ihr ganzes Leben. Aus Bewunderung wird mit der Zeit Neid. Victorias Leben verfolgt sie fast nur noch über Instagram und was sie dort sieht, macht sie eifersüchtig. Immer mehr steigert sie sich in ihre Gedanken und Fantasien hinein.
Der Druck, unter dem Ayla steht, hat auch viel mit ihrer Herkunft zu tun. Ihre Eltern sind mit vielen Träumen und Wünschen für ein besseres Leben nach Deutschland gekommen und Ayla will ihnen beweisen, dass sich das gelohnt hat. Doch beruflich verläuft ihr Leben ganz anders, als sie es sich einmal vorgestellt hat.
Ganz viele Frauen erleben nach der Geburt einen Babyblues, doch bei manchen wird daraus mehr. Die Autorin beschreibt sehr eindringlich, wie die postpartale Depression Ayla immer mehr im Griff hat. Sie schafft es kaum noch aus dem Bett und kann sich weder um die größeren Kinder noch um das Baby kümmern.
Mit der Zeit gerät sie in eine richtige Ausnahmesituation, die sich für mich immer mehr in Richtung einer postpartalen Psychose entwickelt hat. Das war wirklich gut beschrieben und hat mich sehr bewegt.
Auch die Beziehung zu ihrem Mann ist nicht einfach. Er übernimmt die Basics, kümmert sich um die Kinder und das Baby und bringt sie zu seiner Mutter. Gleichzeitig macht er Ayla ständig ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht funktioniert, und zeigt kaum Verständnis für ihre Situation. Liebevoll wirkt die Ehe auf mich nicht und die große Liebe scheint es für beide nicht zu sein.
Er wollte kein viertes Kind, Ayla aber schon. Gerade diese Situation hat mir sehr zu denken gegeben. Ich finde, wenn er kein Kind mehr möchte, muss er auch selbst Verantwortung dafür übernehmen, dass er keines mehr bekommt. Schließlich hat er diese Entscheidung für sich und sein Leben getroffen. Das kann man natürlich auch anders sehen, aber ich bin für mich zu diesem Schluss gekommen.
„Mondblau“ zeigt, wie man sich selbst verlieren kann, wenn man versucht, es allen recht zu machen. Oft ist es gar nicht nur der Druck von außen, sondern vor allem der, den man sich selbst macht. Ayla jagt einem perfekten, idealisierten Bild von sich hinterher, das sie nie erreichen kann.
Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die sich gerne mit Themen wie Mutterschaft, Herkunft, Freundschaft und postpartaler Depression auseinandersetzen.
Ein herzliches Dankeschön an die Frankfurter Verlagsanstalt für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.
Rezensionen von Petra:
Überzeugung
Die Akte Alma von Sabine Welk
Nele hilft ihrer Oma beim Umzug, zurück nach Rügen. Dabei findet sie die Stasi Akte und hat auf einmal dutzende Fragen. Langsam taut Alma auf und erzählt wie es zu dieser Akte kam. Die Erzählungen sind aus den letzten Jahren der DDR, wir wissen heute das Regime war da schon am Ende. aber der Umgang mit den Bürgern blieb bis zur Wende brutal und menschenverachtend.
Nele hat sich für die Vergangenheit nie interessiert. Als Medizinstudentin ist das auch nicht wichtig. Oma und Vater haben nie erzählt, kurze Erwähnung das sie aus der DDR ausgereist sind aber mehr nicht.
Dieser Roman beruht auf wahren Begebenheiten, die Erlebnisse von Alma die als Ärztin sich nicht mit dem Regime gemein machen wollte. Nele ist fiktiv, Sie steht für die meisten Menschen die sich nicht betroffen fühlen. Es ist lange her, nach vorne schauen, ähnliche Argumente gab es schon einmal. Das sie ihre Meinung ändert, liegt an der Nähe zu einem Opfer des Systems. Durch die Nachforschungen kommen Tatsache zutage die nicht in der Akte standen. Emotional wird es dadurch noch einmal alles aufgerührt und vor allem entstehen neue Sichtweisen.
Genau so müssen wir die damaligen Zustände betrachten. Denn wenn wir nicht endlich Lehren aus diesem Wissen ziehen, wie Menschen manipuliert und drangsaliert werden, kann es immer wieder geschehen.
Die Autorin schafft es Wissen und gleichzeitig Respekt für Menschen die zu ihrer Überzeugung stehen zu vermitteln. Auch entsteht für uns Leser ein Bild wie sich Einstellungen und Überzeugungen ändern können.
Rezensionen von Petra:
Bücher, Biber, Bäume
Im Dorf der Biber und Bücher von Emma Hamberg
In diesem Buch verschwinden, Bücher oder tauchen in rauen Mengen auf. Es verschwinden Männer und einer taucht auf. Es verschwindet ein Baum und das ist das seltsame an der Geschichte. Er ist mit Wurzelballen und allen drum und dran weg., nicht gefällt oder durch einen Sturm zerstört. Die Menschen haben Verluste erlitten.
Sie sind emotional verletzt. Sie haben sich in ihr Schneckenhaus zurück gezogen.
Mit vielen Beschreibungen und Zitaten versucht die Autorin uns die Menschen näher zu bringen.
In einem Ort in dem mehr Biber als Menschen leben, die auch ein ähnlich soziales Leben führen, gibt es wenig Gesprächsstoff oder Aufregungen. Ein neues Gesicht ist ein Highlight.
Diese Atmosphäre überträgt sich beim Lesen. Das vorsichtige Öffnen einem Fremden gegenüber erleben wir live mit. Nicht nur die Alleinerziehende lernt wieder zu vertrauen, auch die Frau die sich von den Menschen komplett verabschiedet hat, taut auf.
Eine seltsame Geschichte die berührt und am Ende auch überzeugt.
Rezensionen von jori1020:
Ein bewegendes Stück Geschichte, wunderbar erzählt
Deutsches Kind von Melanie Levensohn
Manche Geschichten berühren nicht nur, sondern lassen einen auch nach dem Hören noch eine Weile nicht los. 'Deutsches Kind' von Melanie Levensohn ist für mich ein solches Hörbuch. Es erzählt von einer kaum bekannten Seite der deutsch-französischen Nachkriegsgeschichte und verbindet sie mit einer bewegenden Familiengeschichte, die mich von Anfang an gefesselt hat.
Im Mittelpunkt steht Liese, die sich nach dem Krieg in den französischen Besatzungssoldaten Michel verliebt und einen Sohn von ihm bekommt. Doch als Johannes gerade einmal zwei Jahre alt ist, wird er seiner Mutter entrissen und nach Frankreich gebracht, wo er unter dem Namen André aufwächst. Jahrzehnte später begibt sich seine Enkelin Maya auf die Suche nach seinen Wurzeln und seiner leiblichen Mutter. Ich habe unglaublich gerne gelauscht und wollte unbedingt wissen, ob Mutter und Sohn nach all den Jahren wieder zueinanderfinden werden.
Besonders bewegt hat mich das Schicksal der Frauen und Kinder, die von diesem dunklen Kapitel der Nachkriegsgeschichte betroffen waren. Sich vorzustellen, dass Mütter ihre Kinder verlieren und diese unter einer neuen Identität aufwachsen mussten, ist erschütternd. Von den Schicksalen der französischen Besatzungskinder hatte ich zuvor nur wenig gewusst. Umso interessanter fand ich es, mehr darüber zu erfahren. Obwohl die Geschichte fiktiv ist, merkt man, wie viel Recherche in ihr steckt. Die historischen Hintergründe sind spannend in die Handlung eingebunden, und auch das Thema Weinbau, das eine wichtige Rolle spielt, hat mir zusätzliche Einblicke eröffnet. Die wechselnden Zeitebenen haben mir ebenfalls sehr gut gefallen, weil sich die Familiengeschichte nach und nach erschließt und deutlich wird, wie weit die Vergangenheit in das Leben späterer Generationen hineinreicht.
Ein ganz besonderes Lob verdient für mich die Hörbuchproduktion. Mit Melanie Levensohn, Nora Schulte, Johanna Zehendner, Timo Weisschnur und Timmo Niesner ist ein tolles Sprecherensemble versammelt. Die unterschiedlichen Stimmen machen die Geschichte lebendig und haben es mir leicht gemacht, in die verschiedenen Perspektiven einzutauchen. Ich fand es ausgesprochen gelungen, dass gleich fünf Sprecher mitwirken. Das gibt der Erzählung eine zusätzliche Lebendigkeit und hat mein Hörerlebnis noch einmal bereichert.
'Deutsches Kind' hat mich emotional mitgenommen, mir ein wenig bekanntes Kapitel der Geschichte nähergebracht und mich zugleich zum Nachdenken angeregt. Die berührende Handlung und das großartige Sprecherensemble haben mich vollkommen mitgerissen. Für mich ist es ein rundum gelungenes Hörbuch, das ich allen empfehlen kann, die bewegende Familiengeschichten mit historischem Hintergrund mögen.
Rezensionen von C. P.:
Nicht ernstgemeinte, amüsante Anleitung zur Verteidigung
BuHonDo von Markus Heitz
Da heutzutage kaum noch jemand mit Steintafeln rumläuft, sondern zum gedruckten Buch greift (oder einer digitalen Variante), musste sich auch die Kunst der Verteidigung entsprechend anpassen. Als Sensei (Meister) des BuHonDo, der Kunst der Selbstverteidigung mit Büchern, weiht uns Markus Heitz mit diesem Buch in die Geheimnisse dieser Verteidigungskunst ein.
Das nicht ganz ernstgemeinte Lehrbuch gibt Tipps zur richtigen Buchauswahl und Fingerhaltung, zur Wahl der Buch-Extras wie Lesebändchen und besonderen Buchcovern sowie Ausweichmöglichkeiten bei Nutzung von e-Readern. Als Geheimtipp sei der berüchtigte Papercut zu nennen, welcher einer vorherigen Übung bedarf.
Beispielhafte Illustrationen ergänzen dieses kurzweilige Lehrbuch.
Keine Erfolgsgarantie, für Schäden haftet der jeweilige Anwender selbst.
Rezensionen von haberlei:
Ein beeindruckender Debutroman
Kotzbrocken von Gerold Rudle
„Kotzbrocken“ ist Gerold Rudles erster Roman, ein Roman, der mich berührt hat, der mich überrascht hat, der mich überzeugt hat. Ein Buch, das einen packt, das man nicht mehr aus der Hand legen will.
Wenn man den Autor aus zahlreichen Kabarettprogrammen nur so von der Bühne her kennt, erwartet man zwangsläufig etwas Humoristisches, eine Geschichte zum Schmunzeln und Lachen.
Irgendwie irritierte mich daher auch der Titel „Kotzbrocken“. Diese Diskrepanz machte mich neugierig.
Ein bisschen Bühnenflair spürt man, aber ansonsten findet man (soweit ich das beurteilen kann) nichts Biografisches in diesem Roman. Sondern man wird mit einem mitreißenden, einfühlsamen Schreibstil in das Leben eines Mannes hinein gesogen, dessen Leben sich gerade auf Abwärtsspirale befindet.
Stefan Steiner, so heißt er, feierte viele Jahre große Erfolge als Kabarettist, wurde als Star hofiert und lebte seine Allüren aus. Ichbezogen verfügt er über keinerlei Gespür für seine Umwelt, dafür, dass er durch seine Art die Menschen an seiner Seite ständig verletzt, nicht absichtlich, nicht bewusst, sondern durch Unachtsamkeit. Alles hat sich um ihn zu drehen, jegliche Zuwendung nimmt er als selbstverständlich, interessiert sich jedoch nie dafür, was seine Familie, Frau und Tochter, bewegt, wie es ihnen geht. Glaubt, alles ist gut.
Plötzlich trifft ihn ein Schicksalsschlag. Aus heiterem Himmel. Zuvor schon gesundheitlich angeschlagen, folgt sein Zusammenbruch und ein berufliches Aus.
Das Faszinierende an dem Roman war für mich, dass hier ein Mensch im Mittelpunkt steht, für den man eigentlich wenig Sympathie aufbringen kann, so wie er sich gebärdet. Doch dem Autor gelang es, ihm nicht nur Leben einzuhauchen, sondern zu bewirken, dass man mit Stefan mitfühlt, seine Trauer, seine Hilflosigkeit, seine anfängliche Unfähigkeit, auf Menschen zuzugehen, sich auf sie einzulassen, nicht immer nur sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Es ist ein für ihn schwieriger, schmerzhafter Weg, sich zu ändern – einen neuen Anfang als empathischerer Mensch zu finden.
„Kotzbrocken“ ist ein exzellent gelungener Debutroman, dem hoffentlich noch weitere folgen werden. Eine unbedingte Leseempfehlung meinerseits mit 5 Sternen.
Rezensionen von jori1020:
Spannender Blick hinter die Kulissen mit blassen Figuren
Hollywood, Ending von John Green
John Green hat mich mit seinen Jugendbüchern schon das ein oder andere Mal begeistert. Entsprechend neugierig war ich auf 'Hollywood, Ending', seinen ersten Roman für ein erwachsenes Publikum. Darin entführt er uns in eine Welt, in der Ruhm und Erfolg ihren Preis haben: Juniper, ein ehemaliger Kinderstar, versucht, im Filmgeschäft wieder Fuß zu fassen, während Kai als Schauspielneuling noch ziemlich unbedarft in diese Welt stolpert.
Bei den Dreharbeiten zu einem Film über Andy Warhol begegnen sich die beiden und schnell zeigt sich, dass es in Hollywood um weit mehr geht als um Kunst und Karriere.
Besonders gut gefallen hat mir der Blick hinter die Kulissen der Filmindustrie. Green zeigt detailliert, wie hart das Geschäft ist, wie sehr öffentliche Wahrnehmung, Vermarktung und soziale Medien das Leben der Schauspieler*innen bestimmen und wie wenig Privatsphäre bleibt, wenn das eigene Leben zur öffentlichen Angelegenheit wird. In dieser Ausführlichkeit habe ich über Hollywood bisher selten gelesen. Auch die Informationen zu Andy Warhol fügen sich spannend in die Handlung ein und machen deutlich, wie gut Green sich mit seinen Themen auseinandergesetzt hat.
Leider konnten mich die Figuren nicht gleichermaßen überzeugen. Obwohl ihre Vergangenheit und ihre persönlichen Verletzungen immer wieder zur Sprache kommen, blieben Juniper und Kai für mich erstaunlich blass. Vieles wird erklärt und wiederholt, statt sich aus ihrem Verhalten heraus zu erschließen. Auch die Liebesgeschichte wollte für mich nicht so recht funktionieren. Die Verbindung zwischen den beiden blieb lange schwer greifbar und emotional konnte ich ihre Entwicklung nur bedingt nachvollziehen. Da hat John Green schon ungewöhnlichere Figuren mit mehr Tiefe erschaffen.
Auch die Handlung braucht eine Weile, um in Schwung zu kommen, wobei manche Szenen sich für meinen Geschmack zu oft im Kreis drehen. Im späteren Verlauf nimmt die Geschichte allerdings an Fahrt auf und das Ende hat mir wieder besser gefallen.
'Hollywood, Ending' ist für mich deshalb ein Roman mit zwei sehr unterschiedlichen Seiten: Der Blick auf das knallharte Filmbusiness ist aufschlussreich und faszinierend, die Figuren bleiben dagegen hinter ihren Möglichkeiten zurück. Wer sich für Hollywood, die Mechanismen des Ruhms und die Schattenseiten des öffentlichen Lebens interessiert, dürfte hier einiges entdecken. Mich hat das Buch inhaltlich stärker überzeugt als emotional.
Rezensionen von haberlei:
Mordalarm am Filmset - Hugh in Gefahr
Mord in Notting Hill von May Wellington
Es war das auffällige Cover von „Mord in Notting Hill“ und die Leseprobe, die mich animierten, diesen Kriminalroman von May Wellington zu lesen.
Das 2026 erschienene Buch liest sich leicht und flott, ich habe die rund 200 Seiten fast in einem Zug gelesen. Die Handlung spielt im Jahr 1999 während der Dreharbeiten zu dem Film „Notting Hill“ mit den Hauptdarstellern Hugh Grant und Julia Roberts.
Und genau diese beiden sind die Protagonisten in diesem Krimi. Ich fand diese Idee originell. Die Umsetzung hat mich aber nicht überzeugt.
Recht anschaulich sind die Beschreibungen des Treibens am Filmset. Im Speziellen ist es auch reizvoll, dass gewisse Schlüsselszenen des Films in Erinnerung gerufen werden. Erzählt wird primär aus Sicht von Hugh, der mit viel Glück diversen Anschlägen auf sein Leben entgeht. Er kann sich nicht erklären, wer ihm und aus welchem Grund nach dem Leben trachtet, nimmt das anfangs auch gar nicht ernst. Im Gegensatz zum Produzenten. Denn die unweigerlich notwendig gewordenen Sicherheitsmaßnahmen verzögern und stören nicht nur den Drehablauf, sondern stellen einen zusätzlichen Kostenfaktor dar.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Hugh und Julia. Die gemeinsamen Filmszenen, dazwischen private Dialoge. Die polizeilichen Ermittlungen, wie Befragungen von Verdächtigen, Alibiüberprüfungen, u.dgl. spielen sich irgendwo im Hintergrund ab, sind primär durch verstärktes Security-Personal präsent. Spannungsmomente gab es, doch der Funke sprang nicht auf mich über. Ich spürte die Emotionen zu wenig. Auch nicht Hughs Ängste oder seine Betroffenheit. Immerhin gibt es auch tragische Ereignisse. Es prickelte nicht. Die Perspektivenwechsel, u.a. zur Täterseite, belebten zwar die Handlung, trotzdem wurde ich nicht mitgerissen, es fesselte mich die Handlung nicht. Die Lösung, Motiv und Täter, hat mich überrascht, empfand ich etwas an den Haaren herbeigezogen.
Für zwischenmenschliche Tiefe und Charakterisierungen mit Ecken und Kanten war auch zu wenig Raum bei 200 Seiten.
Fazit: Für mich war es eine Erinnerung an einen entzückenden Film mit Lieblingsdarstellern. Ein netter Cosy-Krimi für entspannende Stunden.
Rezensionen von C. P.:
Historische Dark Academia Romance
Society of Death. Von Rache verführt von Regina Meissner
Die Studentenvervindung Skull&Bones der Universität Yale bietet sich aufgrund der vielen Theorien und Geheimnisse, welche um sie ranken, ausreichend Potential für Dark Academia. Passenderweise hat die Autorin sich dazu entschieden, die Handlung vor rund 150 Jahren zu platzieren. Entsprechend fand ich Emerys naive Faszination, als er zu den Auserwählten zählt, äusserst glaubhaft beschrieben.
Wer will nicht einer Gruppe von Best Buddies angehören, die einem Tür und Tor öffnet? Dass sich die kleinen Mutproben und Gefälligkeiten, welche hierfür notwendig sind, auch mal als Mord an einem unbequemen Politiker herausstellen können, kann ja niemand ahnen. Vor allem nicht, dass das anvisierte Opfer ausgerechnet Victorias Bruder ist.
Während die Autorin mit Emery den ahnungslosen Mitläufer perfekt darstellt, konnte mich Victoria allein schon durch ihren Charakter überzeugen. Sie ist eine der Frauen, deren wißbegieriges Potential zur damaligen Zeit leider unnötig kleinzuhalten versucht wurde. Dass Emery in sie verliebt ist verdeutlicht nur sein Dilemma: Die hilfreichen Buddies auf der einen Seite, die Liebe seines Lebens auf der anderen.
Die Zeit ist gut gewählt und ich empfand die (fiktiven) Details als wirklich gut beschrieben. Ebenso mochte ich Victorias Szenen sehr, während mir bei Emery manches Mal der charakterliche Biss fehlte. Das Tempo verbleibt im Schnitt eher gemächlich.











