Kunden em pfehlungen
Rezensionen von liesmal:
Wahnsinns-Spannung!
Das Haus der Mädchen von Andreas Winkelmann
Leni, eine junge, schüchterne und zurückhaltende Frau vom Lande, bekommt einen Praktikumsplatz in einem Hamburger Verlagshaus. Sie hat ein Zimmer in einer WG gemietet und lernt dort eine Mitbewohnerin kennen – Vivian, in ihrer Art ganz das Gegenteil von Leni, ist flippig, lebenslustig und liebt Partys.
Die beiden freunden sich rasch an, doch schon bald ist Vivian ganz plötzlich verschwunden. Warum hat sie sich nicht verabschiedet? Leni ist ängstlich und gibt eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf.
Freddy ist obdachlos, abgerutscht durch eigene Schuld. Er beobachtet, wie ein Mann in seinem Auto erschossen wird, und macht sich auf die Suche nach dem Mörder, um nicht selbst zum Opfer zu werden.
Schon nach wenigen Abschnitten ist der Leser mitten im Geschehen dieses spannenden Thrillers. Kommissar Jens Kerner nimmt die Ermittlungen auf. Dabei ist ihm Rebecca mit ihrer guten Kombinationsgabe eine große Hilfe.
Die Charaktere werden kurz und eindrucksvoll beschrieben, sodass man sich schnell ein gutes Bild machen kann.
Das Buch ist unterteilt in mehrere Kapitel mit kurzen Abschnitten. Durch den ständigen Szenenwechsel hat man das Gefühl, alles mitzubekommen, aber dennoch werden immer wieder Fragen aufgeworfen und die Spannung ist immer da und wird an keiner Stelle unterbrochen, sondern steigt beständig. Immer wieder geschieht Unvorhersehbares.
Ein Wahnsinns-Thriller, den ich nicht aus der Hand legen konnte – mein erster Winkelmann-Roman, aber sicher nicht mein letzter!
Rezensionen von dorli:
Die Frauenburg
Die Frauenburg von Marita Spang
In ihrem historischen Roman „Die Frauenburg“ nimmt Marita Spang den Leser mit in das 14. Jahrhundert und erzählt die spannende Lebensgeschichte der Gräfin Loretta von Starkenburg-Sponheim.
Marita Spang hat die historischen Ereignisse der 1310er und 1320er Jahre mit einer fiktiven Geschichte verknüpft und ein facettenreiches und vor allen Dingen sehr glaubwürdiges Bild der damaligen Zeit gezeichnet.
Schon nach wenigen Seiten ist man mittendrin im Geschehen und damit in einer Welt aus Machtgier, Intrigen und Fehden, aber auch aus Liebe und Leidenschaft.
Im Alter von 16 Jahren heiratet Loretta von Salm den ältesten Sohn des Grafen Johann II. von Starkenburg-Sponheim. Als ihr Ehemann nach wenigen Jahren schwer erkrankt, nimmt dieser Loretta an seinem Sterbebett das Versprechen ab, bei ihrem Schwiegervater durchzusetzen, dass sie bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes Johannes als Regentin eingesetzt wird und nicht ihr Schwager Pantaleon. Graf Johann zögert, dem Wunsch seines Sohnes zu folgen, lässt sich aber schließlich von Loretta überzeugen – eine Entscheidung, die sich als gut und richtig erweisen soll, denn Loretta verwaltet die Grafschaft mit viel Geschick.
Gräfin Loretta war eine außergewöhnliche Frau des Spätmittelalters. Sie war klug und weitsichtig und hatte in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit großen Einfluss auf das politische Geschehen. Sie war tatkräftig, agierte mutig und mit ungewöhnlichen Maßnahmen in einer von Männern beherrschten Welt und zeigte keinerlei Scheu, sich mit den Mächtigen des Landes anzulegen, um ihre Interessen zu wahren. Sie findet sogar entgegen aller Widrigkeiten Mittel und Wege, eine eigene Burg zu bauen – die Frauenburg.
Marita Spang hat ihre Protagonistin zudem mit einer besonderen Gabe ausgestattet, die sich in der weiblichen Line ihrer Familie weitervererbt. Loretta ist in der Lage, drohendes Unheil zu erahnen und Menschen aus ihrem Umfeld zu warnen bzw. sie aus einer bedrohlichen Situation zu retten.
Auch die Darstellung der anderen Akteure hat mir sehr gut gefallen. Sowohl fiktive Figuren wie auch die zahlreichen historischen Persönlichkeiten bekommen schnell ein Gesicht. Alle werden lebendig und ausdrucksvoll präsentiert und wirken in ihrem Tun überzeugend. Es war äußerst spannend, ihre Wege zu verfolgen und ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.
„Die Frauenburg“ hat mich rundum begeistert – es war sehr interessant, diese außergewöhnliche Frau kennenzulernen und es hat großen Spaß gemacht, sie durch die Höhen und Tiefen ihres bewegten Lebens zu begleiten.
Rezensionen von Caroline :
Es soll nicht belasten, sondern bestärken
Jahrhundertzeugen von Pröse Tim
18 Zeitzeugen erinnern sich an eine dunkle Zeit in ihrem Leben.
Tim Pröse hat in langer Recherchearbeit unzählige Fakten zusammengetragen. Er suchte und fand Menschen, die sich offen und im Geheimen gegen den totalitären Staat stellten. Sie überlebten oder wurden zu Opfern eines monströsen Machtapparats.
Dem Vorwurf, dass wir schon genug über diese Zeit, über die Gräueltaten gehört hätten, möchte ich entgegnen, dass die Welt gerade heute wieder positive Vorbilder braucht. In diesem Fall Menschen, die sich ihren Werten und ihren Moralvorstellungen verpflichtet fühlten, ungeachtet aller Konsequenzen.
Wie zum Beispiel Hans und Sophie Scholl, deren christlicher Glaube bis zu ihrem Tod unerschütterlich blieb. „Die Weise Rose“ lebt heute noch und erinnert an die Geschwister. Der Autor begibt sich in München und Bayern auf Spurensuche.
Widerstand in den deutschen Reihen regte sich häufiger als allgemein bekannt. Graf von Staufenberg ist einer der berühmtesten. Mit ihm wurden Klaus von Dohnany, Baron von Boeselager und andere in einem furchtbaren Schauprozess schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Georg Elser dagegen erfuhr erst sehr späte Genugtuung. Ein einfacher Schreiner, der schon bald erkannte, dass dieses Regime gestürzt werden muss. Erst knapp vor Ende des 2. Weltkriegs am 9. April 1945 wurde er exekutiert. Seine zeitlose Botschaft Seite 195 „Ich bin ein freier Mensch gewesen … Man muss machen, was richtig ist. Wenn der Mensch nicht frei ist, stirbt alles ab.“
Tim Pröse vergisst nicht auf die „kleinen“ Helden. Mit Kurt Keller kehrt er zurück an den Omaha Beach und zum 6. Juni 1944. Ein Massaker, der ganz anderen Art. Hans Erdmann-Schönbeck erzählt von der Hölle von Stalingrad.
Ich denke, jeder der sich jemals mit diesem Thema auseinander gesetzt hat, kennt Oscar Schindler. Ein Lebemann, Frauenheld, Alkoholiker und Kriegsgewinnler. Aber auch sein Gewissen meldete sich und mit seiner Frau Emilie rettet er 1200 Juden. Steven Spielbergs Film ging in die Geschichte ein.
Eine ähnliche Überlebensgeschichte erzählt Jurek Rotenberg. Sein Retter hieß Berthold Beitz. 1500 jüdische Arbeiter versorgte und versteckte er mit seiner Frau. Nach über sieben Jahrzehnten treffen die beiden sich wieder.
Viele Einzelschicksale beleuchtet der Autor hier. In einem so unglaublich komplexen, widerwärtigen Krieg gab es Lichtblicke der Menschlichkeit. Diese konnten jedoch fatale Folgen haben, die allen Beteiligen gegenwärtig waren. Dennoch riskierten sie alles, nicht nur ihr eigenes Leben sondern oft auch das ihrer Familien. Sippenhaft war dem SS Regime nicht unbekannt.
Ich möchte Tim Pröses Worte auf Seite 19 entlehnen:
„Die Sehnsucht nach solchen Vorbildern und ihren Idealen ist heute wieder groß, da viele Ohnmacht und Angst verspüren, weil morgen schon nicht mehr gilt, was gestern noch gewiss war. Das Vertrauen in die Politik schwindet immer mehr, Verfolgte fliehen nach Deutschland, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keimen wieder einmal auf, der Terrorismus breitet sich aus, und neue Kalte Kriege drohen. In solchen Zeiten haben die „Jahrhundertzeugen“ eine Botschaft, ein Vermächtnis weiterzugeben. Es soll nicht belasten, sondern bestärken.“
www.mariessalondulivre.at
Rezensionen von BarbaraM:
Eine außergewöhnliche Geschichte über Schmerz, Ausbeutung, Versöhnung, Vergebung, Glaube, Liebe
Jahrhundertzeugen von Pröse Tim
„Ins Herz gebrannt“ von Kim Phuc Phan Thi ist 2018 im Verlag Gerth Medien erschienen. Es umfasst 381 Seiten und ist mit einigen Fotos ergänzt.
Nur wenige Menschen kennen nicht das Foto von dem nackten Mädchen, das eine Straße nach dem Napalm-Angriff vom 8. Juni 1972 schreiend entlangläuft.
Die meisten kennen diese Mädchen unter dem Namen das „Napalm-Mädchen“, aber nicht ihren wahren Namen. Viele Geschichten wurden über Kim Phuc Phan Thi geschrieben, aber nun ist die Neuerscheinung „Ins Herz gebrannt“ herausgekommen, in der sie selbst ihre Geschichte von dem Weg des grauenvollen Krieges bis hin zu ihrem gefundenen Glauben erzählt, von Versöhnung, Frieden und Liebe.
Kim nimmt den Leser in ihrem Buch mit auf viele Stationen in ihrem Leben:
der unbeschwerten Zeit bis zum Krieg,
dem Napalm-Angriff,
dem Aufenthalt im ersten Krankenhaus, in dem Kim drei Tage totgeglaubt auf einer Bahre im Leichenhaus lag und hoffte, sie würde endlich von ihren Eltern gerettet werden,
den Weg durch unglaubliche Verbrennungsqualen,
der Erschütterung ihres CaoDai-Glaubens bis hin zum unerschütterlichen Glauben an Jesus Christus,
ihrer Ausbeutung durch das kommunistische Regime in Vietnam und Kuba,
ihrer festen Liebe zu Toan und Gründung ihrer Familie in Kanada,
ihrem Weg zur Unesco-Botschafterin des Friedens
uns so vielem mehr.
„Ins Herz gebrannt“ ist für mich eines der eindrücklichsten und kraftvollsten Bücher, die ich gelesen habe. Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen. Kim Phuc Phan Thi ist eine unglaubliche und bewundernswerte Frau! Hut ab!
Ein sehr inspirierendes Buch zum Thema gelebter Glaube, Versöhnung und Liebe.
Rezensionen von Buechertraeumerin:
Toller Ferienroman für Mädchen
Sternschnuppengeflüster von Cramer Sofie
Leni, Paula und Amelie sind drei Mädchen, die alle einen großen Wunsch haben, dessen Erfüllung aber in weiter Ferne liegt.
Leni möchte unbedingt, dass ihr Schwarm Nick sie endlich mehr beachtet, Amelie, die verzweifelt die Trennung ihrer Eltern verhindern möchte und Paula, die gerne auf eine Schauspielschule gehen würde, wenn ihre Eltern sich nicht einfach quer stellen würden.
Jede meldet sich bei der App Sternschnuppengeflüster an, denn die macht ein unglaubliches Versprechen: Bis zum Ende der Sommerferien wird dein größter Wunsch in Erfüllung gehen...
Der Schreibstil von Sofie Cramer liest sich richtig gut und durch die etwas größere Schrift fliegt man nur so durch die Seiten.
Die Geschichte wird in kurzen Sequenzen immer aus der Sicht eines der Mädchen erzählt. So lernt man jedes Mädchen in ihrer verzwickten Situation kennen und erlebt die heimischen Hintergründe. Etwa in der Mitte des Buches laufen dann alle drei Erzählstränge zusammen.
Die Mädchen waren mir sehr sympathisch und wirkten wie echte Teenager mit Problemen, die jeder kennt. Das macht die Geschichte besonders authentisch und Mädchen in der Zielgruppe 11-14 Jahren werden sich gut mit ihnen identifizieren können.
"Sternschnuppengeflüster" ist meiner meinung nach aber eher als Kinderbuch einzuordnen, da manches Handeln der Mädchen sehr naiv wirkte.
Fast jedes Kind, dass man sich nicht einfach mit Fremden aus dem Internet treffen sollte. Doch genau das wurde hier getan, sogar ohne, dass die Eltern Bescheid wussten. Das hat mich ein wenig gestört und wirkte etwas unwirklich, da die Mädchen auch keine weiteren Konsequenzen durch Eltern, für ihr Handeln zu erwarten brauchten.
Die Botschaft die durch die Geschichte vermittelt wurde hat mir jedoch gut gefallen. Die Mädchen lernen, dass nicht nur äußere Werte zähelen und dass Reden in vielen Situationen hilft.
Fazit: Ein schöner Sommer-, Ferienroman für Mädchen. Toller Schreibstil und trotz Kritikpunkt durchaus lesenswert.
4,5 von 5 Sternen!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine pointierte Rückschau eines Unbequemen
Kein Blatt vor dem Mund von Josef Cap
Josef Cap ist in meinem Gedächtnis „schon immer da“ – ich bin quasi mit ihm aufgewachsen. Sei es, dass wir in den 1970ern im Unterricht über den „frechen Jungsozi“ diskutiert haben oder ihn später als „Berufsjugendlichen“ ein wenig belächelt haben.
34 lange Jahre hat er in der österreichischen Innenpolitik mitgewirkt.
Er ist einer der längst dienenden Parteisoldaten. Kaum einer hat ähnlich viele Partei-Vorsitzende erlebt wie er, nämlich 7 an der Zahl. (Bruno Kreisky, Fred Sinowatz, Franz Vranitzky, Viktor Klima, Alfred Gusenbauer, Werner Faymann und Christian Kern).
Wer ist er nun dieser Josef „Pepi“ Cap, der sich mehrmals mit den Mächtigen im Staat und in der eigenen Partei angelegt hat?
Geboren in Wien, geht er als Teil einer katholischen Familie brav in die Kirche und ist Ministrant. Die übliche Karriere eines bürgerlichen Sohnes – dann, im Piaristen-Gymnasium, schlägt die Stunde des Revoluzzers: er wird Herausgeber der Schülerzeitung. Es ist die Zeit der (erz)konservativen Regierung von ÖVP-Bundeskanzler Josef Klaus. Vielen Menschen ist diese Partei, die nach wie vor an den drei Ks (Kinder, Kirche, Küche) festhält, zu konservativ, zu spießig, zu verzopft und einfach viel zu langweilig. Dem vorlauten Josef bietet sich in Bruno Kreisky, der 1970 die Sozialistische Partei übernommen hat, eine Alternative. Kreisky gelingt es, durch viele, bis heute nachwirkende Staatsaufträge (Budgetdefizit!) Österreich zu modernisieren. Aufgrund seiner Analysen eckt der brillante Denker und Stratege Josef Cap auch bei Kreisky an. Er umreißt das Verhältnis mit folgenden Worten: "...Er [Kreisky] war fast enttäuscht, wenn ich mich im Parteivorstand nicht zwecks meiner eigenen Hinrichtung zu Wort meldete..."
Obwohl Sesselsägen und „Hack‘l schmeißen“ eher eine Domäne der ÖVP ist, bleibt auch der unbequeme Josef Cap nicht davor verschont.
Vor allem, die am 18.10.1982 gestellten „3 Fragen an den Theodor Kery“ machen ihn beinahe zum Paria. Cap ist Vorsitzender der Sozialistischen Jugend und fragt den umstrittenen burgenländischen Landeshauptmann Kery folgendes:
1. „Stimmt es, dass du mehr verdienst als der Bundeskanzler?
2. „Stimmt es, dass du als Aufsichtsratsvorsitzender verbilligten Strom der BEWAG [Burgenländische Elektrizitätswerke AG, Anm.] beziehst?“
3. „Ist es wahr, dass du in deiner Freizeit mit Maschinenpistolen schießt?“
Diese Rede führt unmittelbar danach zur Abwahl Caps aus dem Parteivorstand, während Kery, der wenige Tage später die Fragen positiv beantworten muss (Nur das Schießen mit Maschinenpistolen bestreitet er. Er hätte nur einen Schießstand für Kleinkalibergewehre im Keller.). Kery scheidet erst nach dem Verlust der absoluten Mehrheit 1987 aus der Politik aus.
Bei der darauffolgenden Nationalratswahl steht Cap de facto auf unwählbarer Stelle auf der Kandidatenliste. Um dennoch als Abgeordneter ins Parlament zu kommen, führt er – gegen den Willen der Partei - einen Vorzugsstimmenwahlkampf und gewinnt. Er zieht als erster, direkt vom Volk gewählter Abgeordneter in den Nationalrat ein. Dies ist besonders bemerkenswert, da er Unterstützung aus allen Lagern der Republik erhält. Meine Stimme ist auch dabei, weil mir seine lausbubenhafte Frechheit imponiert hat.
Josef Cap, der „der beste Redner im Parlament“ genannt wird, lässt in seinem Buch 50 Jahre österreichische Zeitgeschichte Revue passieren. Er erzählt kurz und prägnant wie es zum Niedergang der Sozialdemokraten (nicht nur in Österreich) kommen konnte und versucht eine Alternative zu den aktuellen (rechts)konservativen Parteien aufzuzeigen.
Er ortet drei grobe Fehler der Sozialdemokraten:
1. Die Unterschätzung der Grün-Bewegung
2. Den Wirtschaftskurs von Viktor Klima, der die Strategien von Tony Blair und Gerhard Schröder nachahmen wollte
3. Das Flüchtlingsthema spätestens ab 2015
Noch gibt Josef Cap die Sozialdemokratie und ihre Grundwerte (Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität) nicht gänzlich verloren. Allerdings muss sich die Partei schleunigst auf einen neuen Kurs einigen, um den aktuellen Strömungen der Regierung Paroli bieten zu können. Mit der Bewahrer-Mentalität und dem Pochen auf „wohlerworbenen Rechten“ wie es so mancher Gewerkschafter fordert, ist derzeit wenig zu gewinnen.
Nun 2017 ist die Karriere des Josef Cap als Abgeordneter, endgültig Geschichte. Er erhält bei der Nationalsratswahl (wieder) keinen sicheren Listenplatz und diesmal scheitert auch der Vorzugsstimmenwahlkampf.
Meine Meinung:
Ein sehr interessantes Buch, das Einblick in die Mechanismen der Macht gibt. Vielleicht ein bisschen eine Abrechnung mit den Genossen? Denn, wie sagt man in Österreich so treffend? „Freund – Feind – Parteifreund“. Mit mehr als 60 Jahren ist er, wie einst Curd Jürgens sang „kein bisschen weise“ und hält sich an Udo Jürgens „.. mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. Josef Cap ist 1952 geboren – da passt dieser Song perfekt.
Hier im Rückblick geht er mit seinen liebsten Feinden Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Ex-Finanzminister Karl Heinz Grasser überraschend milde ins Gericht. Doch ein wenig gütig geworden auf „seine alten Tag“?
Fazit:
Eine pointierte Rückschau auf knapp 50 Jahre österreichische Innenpolitik – präzise und bestens analysiert. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Linz am Vorabend des Zweiten Weltkriegs
Donaudämmerung von Thomas Buchner
Seit dem „Fall Schinagl“ hat sich einiges in der politischen Landschaft verändert und Österreich hat zu existieren aufgehört. Es ist als „Ostmark“ Teil des Deutschen Reiches. Der Linzer Bezirksinspektor Josef Steininger hat nur mehr wenige Jahre bis zu seinem wohlverdienten Ruhestand, die er eher gemächlich zu verbringen gedenkt.
Doch die Ermordung der Ernestine Bremstaller im August 1939 bringt Unruhe in die Abteilung II a.
Es geistert nämlich das Gerücht herum, die Tote sei eine Tante von Hermann Göring und hätte erst vor kurzem eine große Erbschaft gemacht. Die angebliche Verwandtschaft mit dem Reichsmarschall ruft die Gestapo auf den Plan, die sich selbstredend in die Ermittlungen einmischt. Sedlak und Wögerer schießen sich schnell auf einen bestimmten Hausbewohner aus dem Wohnhaus der Ermordeten ein, obwohl mehrere der Hausparteien ein Motiv hätten.
Ist der Mord politisch motiviert oder eine Beziehungstat oder geht es wieder einmal „nur“ um den schnöden Mammon?
Meine Meinung:
Neben Bezirksinspektor Steininger, der in seiner geistigen und körperlichen Behäbigkeit wohl den trägen österreichischen Beamten darstellt, gibt es wieder eine Menge Nebendarsteller, die ihm Paroli bieten oder ihn zur Weißglut bringen. Da ist zum einen der schwerhörige Heumader, der in seiner Unsicherheit einige Fehler macht und der ehemalige Kollege Sedlak, der nun bei der Gestapo ist und ein wachsames Auge auf Steininger hat. Doch es scheint, dass er sich in der Gesellschaft (noch) nicht ganz wohl fühlt. Manches Vorgehen, wie die Entscheidung sich auf Kommerzialrat Berger als Täter festzulegen, kommt ihm als Kriminalpolizisten ein wenig vorschnell vor. Und der plötzliche Abgang von Wögerer, der für seine effizienten Verhörmethoden bekannt ist, lässt Sedlak ein wenig nachdenken.
Eine neue Figur ist Anna Rabitsch, die Kriminalassistentin aus Wien, die Steininger dienstzugeteilt ist. An Steiningers Verhalten ihr gegenüber, sieht man deutlich, dass er von Neuerungen wenig hält. Ihm ist ein geordneter Tagesablauf, der eine Vormittagsjause enthält wichtiger, als eine systematische Mordermittlung.
Anna Rabitsch geht die Ergebnisse der Befragungen analytisch durch und kommt dadurch dem wahren Täter auf die Spur, an dem aber niemand Interesse zu haben scheint.
Doch nicht nur die handelnden Personen oder die Mordermittlung stehen hier im Mittelpunkt: Nein, es dieses Klima der Verunsicherung, der Propaganda („Die Polen wollen uns Danzig wegnehmen.“) und, wenige Tage vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, die immer stärker werdende Feindseligkeit den Juden gegenüber. Sehr subtil beschreibt Autor und Historiker Thomas Buchner, wie besorgte Mütter ihren Söhnen den Zugang zum Futtertrog (in dem Fall zur SS) ebnen und auch vor Erpressung und Anstiftung zur Urkundenfälschung nicht zurückschrecken.
Sehr gut finde ich den Hinweis auf Mauthausen oder Dachau, denn vor allem bei den Behörden im Umland wird der Zweck der Lager, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, bekannt gewesen sein. Sich später darauf auszureden, nichts davon gewusst zu haben, ist eher unglaubwürdig.
Mit diesem zweiten Fall für Josef Steininger hat der Autor einen fesselnden Krimi geschrieben, indem der österreichische Schlendrian dem neuen Zeitgeist gegenübergestellt wird. Die Spannung ist hoch und das Ende doch ein wenig überraschend.
Der Ausspruch Steiningers (S. 87) „ .. wir da von der Polizei haben mit der Gerechtigkeit gar nix am Hut.“ Klingt sehr prophetisch, denn er weist darauf hin, was auf die Menschen noch zukommen wird.
Fazit:
Ein historischer Krimi, der einen in eine Zeit versetzt, in der Recht und Gerechtigkeit nicht immer im Einklang stehen. Gerne gebe ich wieder 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von begine:
Gus
Gus - Für immer mit dir von Kim Holden
Kim Holdens Roman Gus ist die Fortsetzung von Bright Side. Der erste Teil war schon interessant und dieser steht ihm in nichts nach. Die Autorin hat diesen Roman wieder toll geschrieben. So lässt sie Gus Empfindungen ungeschminkt und in einem Erzählstil an uns weitergeben..
Bright Side ist gestorben und Gus ist total durch den Wind.
Ich kann ihn ja verstehen, aber seine Sauforgien gefallen mir überhaupt nicht. Bloß gut, das er sich wieder einkriegt.
Sein Freund und Kollege muss ihn manchmal anstoßen.
Dann lernt er Scout kennen, sie hat auch eine dramatische Entwicklung genommen. Sie ist eien verschlossene junge Frau. Auch sie erzählt in diesem Roman ihreEindrücke.
Der Roman ist Emotionsgeladen. Mit nachvollziehbaren Aktionen. Om nächsten Teil ist Franco der Protagonist.
Eine nette Unterhaltungslektüre.
Rezensionen von Petra Sch.:
Spannung von Anfang bis zum Ende
Der Flüstermann von Catherine Shepherd
Kurz zum Inhalt:
Im Netz taucht ein furchtbares Video auf, in dem eine junge Frau zweimal an einem Bettler vorbeigeht. Daraufhin sieht man sie brennen. Zuvor hat ihr der Mörder noch etwas ins Ohr geflüstert.
Die Ermittlerin Laura Kern, ihr Partner Max Hartung und der neue Computerspezialist Simon Fischer vom LKA sowie Lauras Freund Taylor Field, ein ehemaliger FBI-Agent, ermitteln auf Hochtouren.
Doch kurz darauf taucht ein weiteres Video im Netz auf, wo eine weitere junge Frau zwei Chancen erhält, diese nicht nutzt und daraufhin bestialisch ermordet wird.
Können Laura, Max und Taylor den Täter fassen? Und wie hängen die Opfer zusammen? Wird es noch weitere Opfer geben, oder kann der Mörder rechtzeitig gestoppt werden?
Meine Meinung:
"Der Flüstermann" ist der 3. Band einer Reihe um die Ermittlerin Laura Kern, der aber in sich abgeschlossen ist und unabhängig gelesen werden kann.
Der Schreibstil von Catherine Shepherd ist gewohnt flüssig und schnell zu lesen. Ich persönlich mag auch sehr die kurzen Kapitel.
Es geht gleich im Prolog heftig los, der aus der Sicht eines Opfers geschrieben ist. Und die Autorin schafft es wunderbar, den Spannungsbogen von Anfang bis Ende aufrecht zu halten und die meisten Kapitel mit einem fiesen Cliffhanger enden zu lassen.
Auch wenn eigentlich schon recht früh klar ist, wer der Täter ist, ist es trotzdem spannend und man ist immer am miträtseln, zittern und hibbeln und verfolgt mit den Ermittlern die falschen Spuren.
Die Charaktere und Orte sind anschaulich beschrieben, man bekommt sofort einen Bezug zu den Personen, und die Ermittlungsarbeit von Laura, Taylor, Max und Simon ist authentisch beschrieben.
Ich war total begeistert und darf mich bei Catherine Shepherd für das tolle Lesevergnügen bedanken und ich freue mich auf eine Fortsetzung mit Laura und Taylor.
Das Cover passt zwar nicht wirklich zum Inhalt, ist aber ansprechend und sieht toll aus und lässt sofort auf einen Thriller schließen.
Fazit:
Mitreißend, fesselnd, packend und super spannend. 5 Sterne und volle Leseempfehlung!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Gelungene Mischung!
Lost Souls von Finn Thomas
Wir alle kennen die Geschichte vom Rattenfänger in Hameln, der die Stadt von den Ratten befreite, von den Bürgern dann um seinen Lohn betrogen wurde und mit den Kindern der Stadt davongezogen ist. Die Kinder wurden nie wieder gesehen. Das ist schon lange her und eigentlich ist es ja nicht mehr als eine Geschichte, ein Märchen.
Oder?
Die Archäologin Jessika und ihre Ziehtochter Leonie sind gerade erst nach Hameln gezogen, als es zu mehreren seltsamen Vorfällen kommt: eine unterirdische Gruft wird gefunden, ein Arbeiter wird dort von zahllosen Ratten getötet und das Verhalten der Ratten ist verstörend zielgerichtet.
Im Laufe der Geschichte muss Jessika erkennen, dass unheimliche Mächte walten und Ratten beeinflussen, dass das Ith-Gebirge ein verzauberter Ort voller düsterer Geheimnisse ist und dass die Geschichte des Rattenfängers und der verschwundenen Kinder auch heute noch auf gespenstische Weise allgegenwärtig ist. Nur ist es für Jessika kein Märchen der Gebrüder Grimm mehr, sondern ein schrecklicher Albtraum.
Ich gestehe, dass ich mit Horrorgeschichten eigentlich rein gar nix am Hut habe. Hier bin ich aber wegen der historischen Zusammenhänge neugierig geworden und ich wurde nicht enttäuscht! Thomas Finn hat zahlreiche historische Fakten mit seiner gruseligen Phantasie und Mystery-Elementen zu einer spannenden Geschichte verwoben, die mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten haben. Die einzelnen Personen sind detailreich gezeichnet, nichts und niemand in diesem Buch ist ein überflüssiger Seitenfüller – alles hat Sinn! Manchmal agieren die Protagonisten zwar nicht ganz logisch, aber auch das ist durchaus passend, denn… welcher Mensch ist schon immer und überall logisch?
Der Stil des Autors ist bis in die grausigen Details klar und ohne Schnörkel, er versteht es, mit Worten die Phantasie des Lesers anzuregen und das rasante Tempo der Geschichte hält die Spannung hoch bis zu einem überraschenden (zumindest für mich), aber durchaus logischen Ende.
In einem Nachwort erklärt der Autor noch genauer, was Fakt und was Fiktion ist – aber mir hat es wirklich Spaß gemacht, dies bereits zwischendurch zu recherchieren!
Fazit: Dieses Buch hat es immerhin auf die Phantastik-Bestenliste des Monats Juli geschafft. Gratulation! Wer also noch keine Rattenphobie hat, sollte es unbedingt lesen: spannende und informative Unterhaltung ist garantiert!










