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Rezensionen von niknak:

Eine verbotene Liebe

Inhalt:
Emma träumt davon Schauspielerin zu werden und dieser Traum hilft ihr ihren schweren Schicksalsschlag zu verkraften und nie den Mut zu verlieren. Außerdem träumt sie von einer Zukunft mit Julian, ihrem heimlichen Schwarm. Doch dieser Liebe darf nicht sein, da Julian ihr Lehrer ist und eine Liebe somit tabu ist.

Auch Julian hatte Träume und nachdem es mit seiner Karriere als Theaterregisseur nichts wurde, ist er Lehrer geworden. Er ist sehr realistisch und hat in seinem Leben keinen Platz für unerfüllte Träume, bis er auf die lebenslustige Emma trifft, die in ihm etwas berührt, das er eigentlich nicht mehr zulassen wollte.
Als dann plötzlich etwas Unerwartetes passiert, werden ihre Gefühle auf eine harte Probe gestellt. Haben sie dennoch eine Chance für die Liebe oder müssen sie sich der Realität stellen, dass es keinen Ausweg gibt?

Mein Kommentar:
Dies ist der zweite Teil der “Keiner - Reihe” der Autorin Jana von Bergner, die insgesamt drei Teile beinhaltet. Obwohl ich den ersten Teil nicht kannte, gab es keine Verständnisprobleme für mich. Nur zu Beginn habe ich mich noch ein wenig schwer getan, da ziemlich viele Namen vorkamen. Ich musste erst herausfiltern, wer wichtig war und wer nicht. Da wäre sicher eine kurze Namensaufstellung hilfreich gewesen, um die Schüler und Familienmitglieder zu unterscheiden. Aber ab dem zweiten Kapitel war ich voll in der Geschichte drinnen und konnte auch alle richtig zuordnen.
Von den Vorkenntnissen her, habe ich keinerlei Probleme, da wichtige Details im Buch erwähnt werden und man so ungefähr weiß, was sich vorher ereignet hat.

Die Autorin hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil und die Perspektive wechselt zwischen Emma und Julian. So erfährt man die Geschichte aus beiden Sichtweisen und kann sich ein gutes Bild von beiden machen.

Die Schauplätze sind gut gewählt und auch schön beschrieben. Durch die genaue Beschreibung kann man sich alles bildlich vorstellen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die beiden Hauptprotagonisten sehr detailliert und genau beschrieben wurden und auch genug Tiefe hatten. So etwas kommt in einem Jugendbuch leider oft zu kurz.
Emma zum Beispiel wirkt sehr reif für ihr Alter und weiß auch ganz genau was sie will. Sie ist eine starke Persönlichkeit, trotz ihrer 16 Jahre und hat den Mut ihren Willen durchzusetzen. Sie stellt sich ihren Problemen und versucht ihre Träume zu verwirklichen. Dabei macht sie sich nicht nur Gedanken darüber, was sie erreichen will, und den Weg dorthin, sondern achtet auch sehr genau auf ihre Umwelt, damit dabei keiner zu Schaden kommt.
So hat es zum Beispiel einige Stellen gegeben, in denen die Beziehung zwischen ihr und Julian aufzuführen die und immer hätte sie die rettende Idee, um es weiter geheim zu halten. Normalerweise würde man das eher von Julian, dem Erwachsenen, erwarten, doch der ist im Buch eher der zurückhaltende. Er lässt sich gerne von Emma führen und ich oft unschlüssig in seinen Entscheidungen. Dennoch kann man bei beiden eine tolle Entwicklung mitverfolgen, wie sie durch ihre Erfahrungen mit der Zeit wachsen und stärker werden.
So viel Tiefe gibt es nicht in jedem Jugendbuch und deshalb ist es mir hier besonders positiv aufgefallen.

Aber auch Themen, die Jugendliche oft in der Schule betreffen, wurden im Buch aufgegriffen und behandelt. So wird das Thema Mobbing, aber auch eine Teenager - Schwangerschaft erläutert und die Folgen davon behandelt. So werden sicher viele auch zum Nachdenken angeregt, was ich sehr toll finde und auch wichtig. Dadurch dass diese Themen so gekonnt in die Geschichte eingebaut waren, bekommt sie jeder mit, und kann so vom Buch etwas mitnehmen. Dadurch regt es denn Leser auch zum Nachdenken an.

Mein Fazit:
Ein tolles Jugendbuch über eine ungewöhnliche Liebe, die versucht zu bestehen trotz aller Probleme. Dabei wird der Leser auch über wichtige Themen zum Nachdenken angeregt, ohne dass dabei die Unterhaltung zu kurz kommt.
Ein Buch, das ich jedem nur empfehlen kann.

Ganz liebe Grüße,
Niknak

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Rezensionen von BarbaraM:

Eine ehrliche, sehr berührende und offene Geschichte

„Nur zu Zweit“ von Monika Kramer ist 2017 im Verlag Braumüller erschienen. Es umfasst 270 Seiten.

Lindas Beziehung zu Rolf geht in die Brüche, da die Alkoholprobleme ihres Mannes nicht nur die Ehe kaputt macht, sondern auch die Vater-Sohn-Beziehung. Linda verlässt ihren Ehemann und beginnt mit ihrem Sohn nochmals neu.

Doch sie merkt bald, wie schwierig es für sie ist, eine echte, langfristige Beziehung aufzubauen, da die Schwierigkeit, ihren autistischen Sohn zu akzeptieren für viele Männer zu groß ist. Lindas Beziehung zu ihrem Sohn ist felsenfest und sie kämpft für ihn, für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft und bessere Lebensbedingungen. Eines Tages tritt Martin in ihr Leben. Er interessiert sich auch für Rudi und Linda schöpft wieder Hoffnung, doch noch eine gemeinsame Zukunft mit einem Partner und ihrem autistischen Kind zu haben.

„Nur zu zweit“ ist für mich ein sehr eindrückliches und ehrliches Buch. Monika Karner beschreibt hier die Geschichte von Linda ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich musste das Buch oftmals zur Seite legen, um über einzelne Passagen nochmals genau zu reflektieren: die geschilderte Situation ihres autistischen Sohnes Rudi im Heim mit nur unzulänglicher Betreuung und auch die schwierige Beziehung zu ihrem alkoholsüchtigen Mann. All dies hat mich sehr berührt. Letztendlich schließt das Buch mit einem hoffnungsvollen Ausblick und dies freut mich ungemein.
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Irmgard Mandl-Mair:

Vertrauen

Der Abgrund in dir von Lehane Dennis

E

ine turbulente Reise durch das Psychogramm einer jungen, scheinbar selbstbewussten und erfolgreichen jungen Frau, ihren Rückzug in die innere Emigration und letztendlich ihre Rückkehr ins Leben. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben, ein Lesevergnügen für den Sommer oder lange Nachmittage- Spannend bis zum Ende!

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Rezensionen von dorli:

Ein dänisches Verbrechen

Ein dänisches Verbrechen von Frida Gronover

Die 34-jährige Gitte Madsen hat nach dem Tod ihrer Mutter und der Trennung von ihrem Freund das Münsterland verlassen und sich auf den Weg in ihre alte Heimat Dänemark gemacht. Sie will künftig in dem kleinen Ort Marielyst auf der Insel Falster leben. Hier hat sie ein kleines Häuschen gemietet und einen Job beim örtlichen Bestatter gefunden.

Gitte freut sich auf ihren neuen Lebensabschnitt und hofft außerdem, dass sie Licht in das Dunkel um das spurlose Verschwinden ihres Vaters vor 20 Jahren bringen kann. Kaum angekommen, muss Gitte feststellen, dass die Idylle in ihrem neuen Domizil trügerisch ist, denn auf ihrer Terrasse liegt eine Leiche…

Frida Gronover hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil - schnell war ich mittendrin im Geschehen und hatte schon nach kurzer Zeit das Gefühl, mit Gitte und den Menschen um sie herum gut vertraut zu sein.

Die Autorin lässt ihre Protagonistin sehr gelassen und ohne Hektik ermitteln. Genauso beschaulich wie es in Marielyst zugeht, sind auch Gittes Ermittlungen – sie hört sich um und fragt sich durch und kommt der Lösung des Falls so Stück für Stück näher. Dieses Vorgehen hat mir einerseits gefallen, weil es sehr gut zu dem ganzen Drumherum passt, andererseits hat mir aber auch ein wenig Schwung gefehlt. Am Ende bleiben dann ein paar Fragen offen, so dass mich der Kriminalfall trotz einer nachvollziehbaren Auflösung insgesamt nicht überzeugt hat.

Ganz anders sieht das mit dem Lokalkolorit aus – hier kann Frida Gronover mit ganz wunderbaren Beschreibungen und Schilderungen punkten. Die Darstellung von Dänemark und den Dänen ist der Autorin hervorragend gelungen, so dass ich mir sowohl die Schauplätze wie auch die Akteure sehr gut vorstellen konnte. Die Besonderheiten des Landes werden hervorgehoben und auch lokale Begebenheiten und die Eigenarten der Einheimischen, die kulinarischen Spezialitäten und Vorlieben sowie die Sitten und Bräuche fließen in die Handlung ein.

„Ein dänisches Verbrechen“ ist ein ruhiger Krimi, der mit sympathischen Akteuren daherkommt und zudem eine große Portion Urlaubsgefühl im Gepäck hat (3,5/5).

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Rezensionen von Maeddsche:

Gute Ermittlungsarbeit, schwache Auflösung

Ein dänisches Verbrechen von Frida Gronover

Nichts ist verziehen von Ninni Schulman ist der dritte Teil der Värmland-Reihe, den ich ohne Vorkenntnisse gelesen habe und damit auch keinerlei Verstädnisprobleme hatte. Hier und da gab es Anspielungen auf die Vorgänger, die aber für das Verständnis des Falls keine Rolle spielen und somit einfach ignoriert werden können.

Der Krimi beginnt mit einem Prolog der Schlimmes erahnen lässt und so ist das Spannungslevel von Beginn an sehr hoch. Leider kann dieses im Laufe des Buches aber nicht gehalten werden.
Zunächst einmal liefert die Story sehr viele verschiedene Ansätze, denn bei dem im Klappentext erwähnten Klassentreffen sind natürlich einige Personen anwesend und diese bekommen vor allem am Anfang alle ihren Raum. Als Leser fällt es einem hier zunächst etwas schwer den Überblick zu behalten, die Autorin hat dies aber meiner Meinung nach gut gelöst, indem sie die Einführung sehr ausführlich gestaltet hat. So werden alle anwesenden Personen vorgestellt und es wird ausführlich beschrieben wer in der Klasse damals welche Rolle hatte, wie er jetzt lebt und was er sich vom Klassentreffen erhofft. Vieles bleibt dabei noch unklar oder wird nur angedeutet, sodass viel Platz zum Rätseln bleibt, was davon eventuell wie mit dem späteren Mord in Verbindung stehen könnte.
Natürlich bleibt durch diese ausführliche Personenbeschreibung die Spannung erst einmal ein wenig auf der Strecke. Für das spätere Verständnis und flüssige Lesen war sie aber durchaus nötig.
Generell erleben wir die Story natürlich hauptsächlich durch die Protagonistin Magdalena und die Ermittler der Reihe, Petra und Christer. Die anderen Namen spielen aber durchaus auch immer wieder eine Rolle und wir erleben bestimmte Szenen durch die Augen von Nebencharakteren.
Dieser Krimi lebt vor allem von der Ermittlungsarbeit. Teammeetings in der Zentrale und Verhöre werden sehr detailliert geschildert, sodass man fast schon das Gefühl einer Echtzeit-Ermittlung bekommt. Dies habe ich an dem Buch sehr geschätzt, denn allzu oft haben die Ermittler in Büchern plötzlich DIE heiße Spur und alles löst sich auf. Hier kommen sie der Auflösung aber sehr realistisch und Stück für Stück näher.
Leider nehmen aber auch die privaten Angelegenheiten sehr viel Raum ein. Klar, es handelt sich um den Teil einer Reihe, da gehört das dazu. Hier wurde dem aber fast schon mehr Beachtung geschenkt als dem eigentlichen Fall. Hinzu kommt, dass wirklich jeder der Protagonisten irgendwelche privaten Probleme hatte, die breit und ausführlich thematisiert wurden – für mich war das zu viel des Guten, auch für einen Reihenteil.
Über diesen Aspekt hätte ich noch hinwegsehen können, da ich die Passagen einfach gelesen und für mich ausgeblendet habe. Was das Buch letztendlich für mich „kaputt“ gemacht hat, war der Schluss. Leider kann ich nicht allzu sehr darauf eingehen, ohne zu viel zu verraten. Die eingebrachte Action war mir einfach zu gewollt und der präsentierte Täter eher unbefriedigend.
Die ganze Handlung hatte so viele gute Ansätze um ein spannendes Ende zu liefern. Leider war die Auflösung dann eher lieblos, fast so als würde der Autorin nicht einfallen wie sie alles zu einem guten Schluss verbinden soll.
Insgesamt war es ein guter Krimi, bei dem mich vor allem die Ermittlungsarbeit überzeugen konnte, jedoch ist es kein Buch von dem ich sagen könnte man muss es gelesen haben. Insgesamt war es nicht stark genug, als dass ich nun Lust darauf habe auch die restlichen Teile zu lesen und die Reihe weiter zu verfolgen.

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Rezensionen von Tyrolia-Testleser:

Marie, 9 Jahre aus Innsbruck,

Petronella Apfelmus (Sonderausgabe) von Städing Sabine

Familie Kuchenbrand – Eltern und die Zwillinge Lea und Luis - zieht in ein Müllerhaus. Zuerst gefällt es ihnen dort nicht. Doch dann treffen sie auf Petronella Apfelmus, die eine Apfelhexe ist. Sie wohnt auf einem Baum in einem Apfel im Garten des Müllerhauses.
Petronella besitzt eine magische Strickleiter, mit der man größer und kleiner werden kann.

Sie kann Familie Kuchenbrand erst gar nicht leiden, denn sie hat Sorgen, dass sie auch der Natur schaden wollen, so wie die Vorbesitzer.

Spannend ist, als Lea und Luis mit einem Kuchen nach Petronellas Rezept zum Kuchenwettbewerb gehen. Petronella fliegt auf einem Hirschkäfer auch dorthin und einiges geht schief.

Lustig sind die Namen, die in dem Buch vorkommen: Tarantula, Rosenrot, Spargelzahn, Gurkenhut, uvm.

Das Buch hat eine mittelgroße Schrift, ist schon für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Es ist sehr lustig und schnell zu lesen.

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Rezensionen von LEXI:

Möwenherz – ein Herz aus Gold und Ambra, das Zeichen einer großen Liebe

Möwenherz von Karen Bojsen

Jona Bennett avancierte durch seinen Fleiß, sein außergewöhnliches Talent und sein einzigartiges Gehör vom Wunderkind aus problematischen Familienverhältnissen zum besten Geiger seiner Generation. Seine größte Leidenschaft gilt seiner Stradivari namens „Francesca“, die er niemals aus den Augen lässt.

Der schlaksige Mann mit den schönen schlanken Händen ist permanentem Druck ausgesetzt, er ist stets gefordert, Höchstleistungen zu bringen. Unterwegs zu einem Konzert in New York erleidet er eine Panikattacke und steht am Rande eines Zusammenbruchs.

Ebba Koenig ist nicht nur Jonas persönliche Assistentin, sondern zugleich auch seine Freundin und Vertraute. Sie reist mit Jona von Konzert zu Konzert, koordiniert die Termine und managt das gesamte Leben des sensiblen Künstlers. Die Nachricht vom Tod ihrer geliebten Großmutter Gesa bringt Ebbas straff organisierte Welt zum Einsturz. Sie bricht unverzüglich auf nach Emilienkoog, einem Dorf an der nordfriesischen Küste, wo sie einst viele wunderschöne Tage und Wochen bei ihren Großeltern verbringen durfte. Ebba war acht, als sie den zwei Jahre älteren Finn in Emilienkoog kennenlernte, ihr bester Freund aus Kindheitstagen und ihre spätere große Liebe. Ein Unglück in ihrer Kindheit überschattete jedoch das gesamte weitere Leben der beiden.

Finn Grothe ist ein erfolgreicher Kardiologe und arbeitet im Herzzentrum von Arthur Feldhusen in München. Unterwegs in den Urlaub verspürt der gebürtige Nordfriese nach der Nachricht über den Tod eines gestrandeten Wals in Emilienkoog plötzlich den unerklärlich starken Drang, seinen Heimatort aufzusuchen und sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen.

Karen Bojsen wählt als Rahmenhandlung die Geschichte des Walfangs und ermöglicht ihren Lesern Einblicke in das harte Leben jener Männer, die zur See fuhren und sich großen Gefahren aussetzten. Sie berichtet von Walen, die aus ungeklärten Gründen während ihrer Wanderung vom Kurs abkommen und im Wattenmeer stranden, wo sie letztendlich verenden. Sie erwähnt die Gräuel des industriellen Walfangs – ein sinnloses Schlachten und daraus resultierend tausende tote Tiere. Die Autorin regt zum Nachdenken an und ruft zu einem achtsamen Umgang mit den endlichen Ressourcen der Ozeane auf.

Karen Bojsens wunderschöner Schreibstil und ihre bildhafte Sprache tragen dazu bei, die beeindruckende Landschaft Nordfrieslands und den beinahe dreihundert Jahre alten, von blühenden Staudengärten umgebenen Hof von Ebbas Großeltern während der Lektüre vor den Augen des Lesers erscheinen zu lassen. Sie beschreibt die Schönheit des Wattenmeers, den Gesang der Vögel und die raue Herzlichkeit der Bewohner an der nordfriesischen Küste.

Die handelnden Figuren dieses Buches sind ebenfalls sehr gut ausgearbeitet und ihre Gedanken und Emotionen authentisch wiedergegeben. Das Hauptaugenmerk liegt auf den drei Protagonisten Ebba Koenig, Jona Bennett und Finn Grothe. Durch Rückblicke in die Vergangenheit erfährt man nach und nach immer mehr über die Jugendjahre von Ebba und Finn. Die Autorin liefert auch nähere Details zu Jonas Umfeld und Werdegang. Was mir an diesem Roman ganz besonders gut gefallen hat war die Charakterisierung der herzlichen Bewohner der nordfriesischen Küstenlandschaft. Sie werden trotz kleiner Macken allesamt überaus liebenswert dargestellt. Jörgen Pausen, der Kapitän der Frisia mit dem verwitterten Cowboygesicht, der starker Raucher ist, seinen Kaffeekonsum jedoch zugunsten des Grüntees aufgab, wuchs mir ebenso ans Herz wie der wortkarge und ernste Friedrich Grothe, der im Alter von sechsundsiebzig Jahren immer noch seine Landhauspraxis in Husum führt. Meine ganz persönliche Favoritin war Finns Tante Anneke, die dem Jungen nach dem frühen Tod der Mutter ihre ganze Liebe schenkte und ihn aufzog, während sein Vater in seinem Kummer zu versinken drohte. Annekes unaufgeregte und praktische Art und ihre Sensibilität für die wesentlichen Dinge im Leben machten sie zu meiner liebsten Nebenfigur in dieser Handlung. Natürlich wurden in vielen Rückblenden auch auf das Leben von Ebbas Großeltern Gesa und Henri Koenig näher eingegangen, die mir ebenfalls beide auf Anhieb sehr sympathisch waren.

Ich habe nach der Lektüre dieses wunderschönen Sommerromans das Haus und die malerische Landschaft Nordfrieslands regelrecht vor meinem inneren Auge und genoss diese ruhige und gefühlvolle Geschichte in vollen Zügen. Karen Bojsen brachte eine große Themenvielfalt in dieses Buch ein und befasste sich zudem auch mit den Schatten der Vergangenheit, mit denen ihre handelnden Figuren zu kämpfen hatten. Sie thematisierte unausgesprochene Vorwürfe, Schuldgefühle und Kindheitstraumata. Mit diesem Roman erzählt sie eine berührende Geschichte mit inhaltlicher Tiefe, die mir sofort Lust darauf machte, mehr von dieser Autorin zu lesen. „Möwenherz“ war eine bereichernde Leseerfahrung, die ich sehr gerne weiterempfehle!

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Rezensionen von Stinsome:

Gefühlvoll und lustig, mit kleinen Schwächen. Eine gute Einstimmung auf die Reihe!

Winston Brothers von Penny Reid

Worum geht es?

Schon seit ihrer Kindheit ist Jessica James in Beau Winston verliebt. Warum? Weil er der charmanteste, netteste und liebenswürdigste Kerl auf dem Planeten ist, der Held, der ihre Katze von einem Baum gerettet hat. Nur in Sachen Aussehen muss er sich den ersten Platz mit jemandem teilen: Mit seinem Zwillingsbruder Duane, der sich charakterlich nicht stärker von Beau abheben könnte.

Er ist frech, schonungslos direkt, nervtötend und hatte in ihrer Kindheit nichts Besseres zu tun, als ihr bei jeder sich bietenden Gelegenheit einen Streich zu spielen. Als Jessica in ihre Heimatstadt zurückkehrt, um Praxiserfahrungen als Lehrerin zu sammeln und die Schulden für ihr Studium abzubezahlen, bevor es sie wegen ihres Fernwehs wieder in die Welt hinaus zieht, dauert es nicht lange, bis sie auf Beau trifft. Obwohl sie ihn fünf Jahre nicht gesehen hat, weiß sie sofort, dass er es ist, denn sie bekommt vor Verlegenheit und Ehrfurcht keinen einzigen Ton heraus. Dass das nicht das zuverlässigste Indiz ist, muss sie auf die harte Tour lernen …

Meine Meinung

Ich gestehe: Mich hatte das Cover wegen des Models zunächst etwas abgeschreckt, sodass es mich allein wohl nicht zum Lesen des Klappentextes bewegt hätte. Der Name der Autorin und das offensichtliche Angehören zum New Adult Genre haben mir den nötigen Schubser gegeben, mich mit dem Klappentext und der Leseprobe auseinanderzusetzen und ich kann nur sagen: Gott sei Dank, denn beides macht unglaublich viel Lust auf das Buch, sodass ich es kaum erwarten konnte, mir Jessica und Duanes Geschichte vorzuknöpfen.

Meine starke Begeisterung, die durch Klappentext und Leseprobe geweckt wurde, konnte sich zwar leider nicht bis zum Ende halten, aber das lag größtenteils daran, dass sich ein Handlungsstrang in den Plot verirrte, den ich persönlich nicht gebraucht hätte und der meinen persönlichen Lesegeschmack nicht getroffen hat. Wer gerne Bücher mit Motorradclubs und deren kriminellen Machenschaften liest, der hat dann vielleicht etwas mehr Spaß an diesem Aspekt der Geschichte als ich.

Überzeugend war der Schreibstil, der mich sofort auf den ersten Seiten abholte. Die Autorin schreibt humorvoll und locker und auch die expliziten Szenen, von denen es hier gar nicht mal so viele gibt, sind ansprechend und niveauvoll geschrieben. Dass die Liebesszenen nicht in so hoher Zahl auftauchten und die eigentliche Handlung nicht in den Hintergrund drängten, hat mir gut gefallen, denn dadurch lag der Fokus vor allem auf der Gefühlsebene der sich anbahnenden Beziehung zwischen den Protagonisten, was ihre Liebesgeschichte glaubwürdig machte und ihr Tiefe verlieh.

Durch ihre Vorgeschichte, das Necken und Streichespielen in ihrer Kindheit, bekam ihre Liebesgeschichte außerdem einen süßen Beigeschmack. Die Gefühle waren automatisch glaubhafter und nachvollziehbarer, sodass man mit Jessica und Duane mitfiebern konnte. Dazu trug ebenso bei, dass von der Autorin kein künstliches Drama herbeigeführt und keine unnötigen Missverständnisse in die Geschichte eingebaut wurden. Ganz im Gegenteil sogar: Die Protagonisten spielen keine Spielchen, es gibt kein nerviges Herumeiern und sowohl Jess als auch Duane sind ehrlich und aufrichtig und scheinen über den nötigen gesunden Menschenverstand zu verfügen, gewisse Personen als falsch zu entlarven und sich von diesen nicht beeinflussen zu lassen. Das fand ich wirklich sehr erfrischend!

Insgesamt waren Jessica und Duane zwei sehr sympathische und interessante Charaktere. Jessica ist trotz ihrer gelegentlichen Sprachunfähigkeit in der Nähe von Beau eine junge, selbstbewusste Frau, die weiß, was sie will, und dazu auch steht. Dazu gehört auch ihre Lust zu reisen, die vor allem von ihrer Familie nicht verstanden und nicht ernst genommen wird, für die sie aber immer wieder einsteht und die auch in der Beziehung mit Duane eine nicht unwichtige Rolle spielt. Duane ist allein schon aufgrund ihrer Vorgeschichte ein spannender Gegenpart, der sich von seinem charismatischen, immer freundlichen Zwilling Beau wirklich stark abhebt: Er ist schonungslos ehrlich, nicht zu Unaufrichtigkeit fähig, selbst wenn diese angebracht wäre, und geht mit seinem Lächeln und seiner Zuneigung sparsam um. Vor allem aber ist er ein von Grund auf guter Kerl, den ich sofort sympathisch fand und hinter dessen Fassade mehr steckt, als Jessica bisher immer geglaubt hat.

Ein weiterer Pluspunkt der Geschichte waren die wunderbaren Nebencharaktere, mit denen das Buch aufwartet. Nicht nur Jess‘ liebe Freundin Claire, auch sämtliche Winston Brüder haben mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert oder mir ein breites Grinsen entlockt, weil sie alle auf ihre ganz eigene Art Charme versprühen. Ich bin froh, dass wir auch noch in den Genuss ihrer Geschichten kommen werden.

Einen kleinen Kritikpunkt sehe ich in der Oberflächlichkeit, mit der die Hintergründe der verschiedenen Figuren gestraft sind. Jessica und Duane haben beide einen interessanten Hintergrund, der ein tieferer, emotionalerer Blick wert gewesen wäre. Stattdessen werden diese Aspekte recht unspektakulär und wie nebenbei behandelt, sodass es schwerfiel, mit den Figuren hinsichtlich dessen mitzufühlen und sich auf gewisse Dinge einzulassen. Auch eine doch sehr wichtige und überraschende Wendung wurde dem Leser auf sehr unspektakuläre, nüchterne Weise eröffnet, aus der sehr viel mehr Emotionen hätten herausgeholt werden können, als es hier geschehen ist. Da hat die Autorin in meinen Augen Potential verschenkt, um den Leser zu berühren und tiefer in die Geschichte zu saugen.

Trotz alledem wartet die Geschichte mit einem passenden Happy End auf, das zwar nicht überraschend kommt und erahnt werden kann, den Leser aber mit einem zufriedenen und guten Gefühl zurücklässt, sodass die Autorin doch schon einiges richtig gemacht hat.

Fazit

Insgesamt ist dieser Auftakt eine klasse Einstimmung auf die Winston Brothers – Reihe und eine unterhaltsame, lustige und gefühlvolle Lektüre für zwischendurch, die viel Spaß macht. Ich kann das Buch trotz kleinerer Schwächen empfehlen und vergebe 3,5 Sterne.

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Rezensionen von skiaddict7:

Interessante Überlegungen, jedoch langatmig mit vielen Wiederholungen

Der emotionale Rucksack von Vivian Dittmar

All unsere bisherigen Erlebnisse, die wir nicht oder nur wenig verarbeitet haben, tragen wir wie in einem Rucksack mit uns herum: der „emotionale Rucksack“. Erstmal ein anschaulicher Gedanke, der irgendwie einleuchtet. Darum geht es in Vivian Dittmars Buch. Der Gedanke an sich ist nicht neu. Wie heißt es doch so schön, „jeder hat sein Päckchen zu tragen“.

Dittmar selbst ist „anerkannte Querdenkerin zum Thema emotionale Kompetenz“. Sie scheint eine Art Psychologin zu sein, wobei sie jedoch keine universitäre Ausbildung zu haben scheint, da sie früh erkannt hat, dass sie das, was sie lernen will, nicht an Universitäten reicher Industrienationen lernen kann (gemäß Dittmars eigener Homepage).

Das Buch besteht aus drei Teilen. Der erste Teil erklärt die Grundlagen: was füllt unseren Rucksack, wie funktioniert emotionale Aktivierung? Hier gibt es einige seltsam anmutende Erklärungen, zum Beispiel definiert Dittmar hier scheinbar willkürlich Emotion als nicht gefühltes Gefühl aus der Vergangenheit („emotionale Altlast“), im Gegensatz zu einem Gefühl. Manche Aussagen leuchten auch ein.

Teil zwei erklärt bzw. lehrt einen bewussten Umgang mit unseren Altlasten und unserem Rucksack. Hier wird erklärt, wie die emotionale Aktivierung als Chance genutzt werden kann, die Altlasten abzubauen und somit den Rucksack zu erleichtern. Es werden verschiedene Übungen erklärt, um eine „bewusste Entladung“ zu praktizieren bzw. emotionale Aktivierungen, die im Alltag auftreten, zu nutzen um diese Gefühle zu verarbeiten. Das mag vielleicht verrückt klingen, wenn man sich mit dem Thema nicht beschäftigt hat, scheint aber nach dem Lesen des Buches tatsächlich einleuchtend.

Im dritten und letzten Teil wird die emotionale Hygiene erklärt. Das Ziel wäre nämlich, den Rucksack regelmäßig über bewusste Entladungen zu „leeren“ und leicht zu halten, so wie wir uns auch regelmäßig um unsere Körperhygiene kümmern. Auch hier bin ich wieder über zum Teil fragwürdige Aussagen gestolpert. Meint Dittmar doch (S.180): „(…) sind die vielen Infektionen, die sich ausbreiten, weil unser Immunsystem durch mangelnde emotionale Hygiene geschwächt ist.“ Für einen Mediziner eine unglückliche Aussage, welche ohne zugehörige Referenz im Buch zu finden ist. Dennoch war dieser Teil bei weitem der hilfreichste. In „Gefühle als Kraft“ wird erklärt, wie man Gefühle auch positiv nutzen kann. Diesen Teil fand ich sehr anschaulich und hilfreich. Auch zum Umgang mit anderen Menschen in „aktiviertem Zuständen“ konnte ich viel für den Alltag lernen.

Insgesamt fand ich den Ansatz interessant. Das Buch war für mich jedoch sehr schwer zu lesen, es gab viele Wiederholungen und insgesamt fehlte mir der rote Faden ein bisschen, obwohl es immer wieder „Merkkästen“ am Seitenrand gibt. Diese erleichtern zwar das Lesen, jedoch war es trotzdem oft schwierig sich zu orientieren. Nichtsdestotrotz würde ich sagen, dass sich das Lesen gelohnt hat. Insgesamt gibt es von mir leider nur drei Sterne.

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Rezensionen von Gluecksklee:

So viel mehr als nur ein Unterhaltungsroman

Miss Gladys und ihr Astronaut,2 Audio-CD, 2 MP3 von David M. Barnett

Nach dem Klappentext und aufgrund des Covers waren meine Erwartungen an „Miss Gladys und ihr Astronaut“ eher auf dem Niveau eines leichten Unterhaltungsromans. Allerdings hat mich das Buch dermaßen positiv überrascht, weil so viel mehr ist als „nur“ ein Unterhaltungsroman. Die Geschichte rund um Gladys und Thomas Major, eher unfreiwillig von vielen Major Tom genannt, ist definitiv unterhaltsam.

Und fesselnd. Und rührend. Und traurig. Und unglaublich lustig.
David M. Barnett versteht es, die Balance aus Humor, Drama und Spannung zu halten. Es gab immer wieder Momente, bei denen ich wirklich lachen musste, sei es wegen der Wutausbrüche von Major Tom, den lustigen Gesangseinlagen von Gladys oder einfach, weil die Dialoge zwischen den einzelnen Figuren zum Schreien sind. Mir hat das Buch einfach wahnsinnig gut gefallen, Gladys und Thomas und James... sie alle sind mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen.
Ein Autor, der ein solches Talent für das Geschichtenerzählen hat, landet bei mir definitiv auf der Liste der Autoren, nach deren Neuerscheinungen ich künftig Ausschau halten werde.

„Miss Gladys und ihr Astronaut“ habe ich in Hörbuchform genossen und muss sagen, dass Simon Jäger ebenfalls mit seiner angenehmen Stimme und dem Talent, wirklich jeder Figur eine eigene Stimme zu geben, sehr dazu beigetragen hat, dass ich die Geschichte so genossen habe. Er hat nicht nur ein angenehmes Sprechtempo, sondern auch eine tolle Art und Weise, das Gelesene zu betonen, sodass die Emotionen, die in den Beschreibungen und den durch die Figuren gesagten Abschnitten wirklich beim Hörer ankommen.

Von mir erhält „Miss Gladys und ihr Astronaut“ fünf von fünf möglichen Sternen und eine definitive Hör- bzw. Leseempfehlung.

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