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Rezensionen von dorli:

Das Meisterwerk

Das Meisterwerk von Francine Rivers

Grace Moore sucht händeringend einen Job, um sich für sich und ihren kleinen Sohn eine eigene Wohnung leisten zu können. Eine Zeitarbeitsagentur vermittelt ihr eine Stelle bei dem exzentrischen Künstler Roman Velasco. Roman braucht dringend jemanden, der sich um die alltäglichen Dinge in seinem Leben kümmert, damit er sich ganz auf seine Kunst konzentrieren kann.

Dennoch hat er in den letzten Wochen bereits vier Assistentinnen vergrault und auch mit Grace ist der Start ziemlich holperig…

Francine Rivers lässt hier zwei Welten aufeinanderprallen – Grace und Roman haben auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam. Roman schwimmt im Geld, kann sich alles leisten, was er möchte, während Grace jeden Cent zweimal umdrehen muss. Er lebt in den Tag hinein und hat weder Verantwortung noch Ziele; sie muss sich um ihren Sohn kümmern und hat einen genauen Plan, wie sie ihr Leben gestalten möchte und arbeitet Schritt für Schritt daran, ihre Träume zu verwirklichen.

Trotz dieser gravierenden Unterschiede offenbaren sich im Verlauf der Handlung einige Parallelen. Die Autorin hat mehrere Rückblenden in das aktuelle Geschehen eingefügt - hier erfährt man etwas über die traumatischen Erlebnisse, die Grace und Roman während ihrer Kindheit durchmachen mussten und über die Stolpersteine, die ihnen das Leben bisher in den Weg gelegt hat.

Während Grace dem Unbill des Lebens mit ihrem tiefen Glauben an Gott begegnet und so immer wieder Kraft schöpft und Trost erfährt, hat Roman seine Ängste in sich hineingefressen und versucht seine Wut und seinen Frust durch das illegale Sprühen von Graffitis zu bändigen.

Obwohl die beiden sich zueinander hingezogen fühlen, scheint eine gemeinsame Zukunft undenkbar, zu verschieden sind ihre Entwicklung, ihre Erfahrungen und ihre Denkweise. Roman muss erst durch die Hölle gehen, um in der Lage zu sein, seine Vergangenheit aufzuarbeiten, seinem Leben eine neue Richtung zu geben und so den Weg zu ebnen für ein gemeinsames Glück mit Grace.

Francine Rivers versteht es ganz ausgezeichnet, dem Leser die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonisten zu vermitteln. Man wird schier mitgerissen von den vielfältigen Emotionen und lebt und leidet Seite um Seite mit Grace und Roman mit. Die nach und nach ans Licht kommenden Hintergründe sorgen dafür, dass die Geschichte immer wieder neuen Schwung bekommt und die Sogwirkung bis zur letzten Seite nicht abreißt.

„Das Meisterwerk“ hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich nicht nur bestens unterhalten gefühlt, sondern habe es als sehr bereichernd empfunden, Grace und Roman durch die für sie sehr aufwühlende Zeit zu begleiten und die schönen Augenblicke genauso wie die schwierigen Momente mit ihnen zu teilen.

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Rezensionen von BÜCHERWURM85:

Neue Entdeckungen im genussvollen Südtirol

Das neue Südtirol von Otto Geisel

Das Buch zeigt Südtirol besser, als jeder Reiseführer es versucht. Wer die Region kennen lernen will und was diese auszeichnet, wie diese schmeckt - dem sei dieser Genussführer wärmstens ans Herzen gelegt.

Besonders hat mir dabei die persönliche Art der Art der Beschreibungen und der Bilder gefallen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Ein leiser Thriller mit Hochspannung

In deinem Namen von Coben Harlan

Was damals im Wald geschah

In Westbridge, New Jersey, USA kommt es zu einer Schießerei, bei der ein Mann ums Leben kommt. Einige Tage später erscheinen zwei Detectives bei Napoleon "Nap" Dumas, der vor Jahren die DNA-Daten seiner Freundin Maura Wells als vermisst in die Vermisstendatei eingetragen hat.

Nun hat man Mauras Fingerabdrücke in dem Wagen gefunden, der bei der Schießerei eine Rolle gespielt zu haben scheint.
Nap, der vor 15 Jahren in einer verhängnisvollen Nacht nicht nur seine Freundin Maura verloren hat, sondern auch seinen Zwillingsbruder Leo und dessen Freundin Diana Styles, beginnt die Vorkommnisse der damaligen Nacht wieder neu aufzurollen und stößt auf Fakten, die er eigentich so nie haben wollte. Mittendrin die Nike-Raketenbasis, die drei Monate nachdem Leo und Diana auf den Schienen tot aufgefunden wurden, geschlossen wurde. War es wirklich Selbstmord oder steckt da etwas ganz anderes dahinter?

Nap Dumas ist mir anfangs als Mensch nicht sonderlich sympathisch, was sich beim Lesen aber langsam und stetig geändert hat. Als Ermittler mochte ich ihn gleich sehr. Auch wenn er das Gesetz manchmal in die eigenen Hände nimmt, was ich eigentlich nicht gutheiße. Er hat ein großes Herz, einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, und zwei Freunde, die ihm geblieben sind: seine Freundin Elli, die ein Frauenhaus führt und sein vätericher Freund und Mentor Augie Styles, der Vater von Diana.
Nap erzählt die Geschichte in der Ich-Form und unterhält sich in Gedanken oft mit seinem toten Bruder Leo. Dadurch fühle ich regelrecht, wie sehr er ihn vermisst, bzw. wie nah er ihm auch im Tod noch ist. Ich selbst fühle mich noch näher an ihm dran und noch mehr in die Mitte der Geschichte hineingezogen.
Mit seiner Suche nach Maura, nach vielen Gesprächen und dem Versuch, die Geschehnissen in der damaligem verhängnisvollen Nacht aufzuklären, stößt Nap auf immer mehr Informationen. Scheibchenweise setzt Nap das Puzzle zusammen, stößt dabei immer wieder auf den Conspiracy Club, der aus Leo und Diana, Maura, Rex Canton, der bei der Schießerei ums Leben kam, Hank Stroud und Beth Fletcher geb. Lashley bestand. 3 der 6 Mitglieder leben nicht mehr. Und auch die Base im Wald kommt immer wieder zur Sprache. Und er muss erkennen, dass seine beiden Freunde ihre Geheimnisse vor ihm gehabt haben oder immer noch haben.

Gerade anfangs ist es eine sehr leise, ruhige und langsame Geschichte, die aber nie langatmig oder gar langweilig wird. Es hat eine ganz eigene Spannung, Nap bei seinen Versuchen alles ans Licht zu bringen, zuzusehen. Je näher er der Aufklärung des Geheimnisses um die Base und den Tod von Leo und Diana kommt, desto spannender wird die Geschichte. Mit dem, was Nap schlussendlich alles heraus findet, hatte ich absolut nicht gerechnet. Das ein oder andere hat mich schockiert und wird mich noch eine Zeit lang beschäftigen.

Eine fesselnde Geschichte, interessante Protagonisten, eine Spannung, die stetig ansteigt - ich habe lange kein relativ unblutiges Buch mehr gelesen, das mich so in Atem gehalten, so gefesselt hat.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Witzig, humorvoll und spannend

In deinem Namen von Coben Harlan

Elli Vogel, eine Kellnerin mit schriftstellerischen Ambitionen

Eleonore "Elli" Vogel, 31, gibt ihren schlecht bezahlten Job auf, nimmt einen Teilzeitjob als Kellnerin im Marlowe in Aurich an und hat nun die Zeit sich schriftstellerisch zu betätigen. Männertechnisch läuft auch alles bestens.

Mit Sebastian Beck und Phil Winter hat sie zwei Männer, die um ihre Gunst buhlen. Doch dann verschwindet ihre Arbeitskollegin Lisa und ihr Freund der Penner Karl ist auch plötzlich weg. Elli wittert ein Verbrechen und macht sich auf Spurensuche...

Elli, mit ihrer Angst vor Ratten und Clowns oder vor´m lebendig begraben sein, hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Ein bisserl chaotisch, ein bisserl zuviel Drama für ihr Alter, das Herz am rechten Fleck handelt sie oft sehr spontan, kann ihr Mundwerk nicht zügeln und begibt sich damit selbst in unangenehme Situationen und in allerhöchste Gefahr.
Ihre Cousine Alexa, die sich in einer Begegnungsstätte für Ex-Knackis einsetzt und ihre Freundin Diana, die einen Frisiersalon leitet, halten immer zu ihr und stehen ihr zur Seite, wenn´s mal brenzlig wird. Sie sind so ganz anders wie ihre gemeinsame Freundin, aber auch sehr sympathisch – jede auf ihre Art. So wie man sich gute Freundinnen halt vorstellt.
Alle anderen Protagonisten sind farbig und mit viel Liebe zum Detail mit manchmal unverwechselbaren Merkmalen gezeichnet und sie waren für mich schnell und gut vorstellbar.
Mein erklärter Star und Liebling in der Geschichte ist Kater O´Malley, der bei Elli einzieht, als Karl verschwunden ist. Wenn ich so an ihn denke, meine ich ihn um meine Beine streifen zu spüren. Ein tolles Katzenmännchen, dass ich sofort lieb gewonnen habe.
Durch die Beschreibungen von Aurich und Greetsiel, Orte ich ich beide kenne, kommt der Lokalkolorit von Friesland und der Nordseeküste sehr gut rüber. Es macht richtig Spaß mit Elli und Alexa am Hafen an den Fischkuttern lang zu spazieren, sich die salzige Luft um die Nase wehen zu lassen und drei Tassen Ostfriesentee zu trinken.

Die Spannung setzt in dieser Geschichte ganz langsam und schleichend ein. Zuerst fühle ich mich in Aurich auf Urlaub, bin auf einer Lesung zu Gast, gerate dann immer weiter in den Sog von Ellis Handeln und bin plötzlich mittendrin in einer kriminellen Geschichte. Gerade zum Schluss hin wird es richtig spannend und ich habe mit Elli gelitten und mit gefiebert. Aber wie es sich für eine taffe "Ermittlerin" gehört, geht ja alles noch mal gut aus. Nochmal zum Ende der Geschichte: das hatte ich so ganz bestimmt nicht erwartet.

Es gibt hier und da eine Stelle, wo der Humor, den ich richtig genossen habe, in Klamauk umschwenkt. Das ist, auch wenn es um Cosy Crime geht, nicht so mein Fall. Ein kleines bisserl ernster hätte mir schon besser gefallen.

Trotz dieses kleinen Kritikpunktes hat mir die Geschichte mit ihrem Witz, ihrem Humor, mit ihrer spannenden Seite sehr gut gefallen. Ich konnte mit rätseln und mitfiebern, verschiedene Wendungen mitmachen, lachen, grinsen, dass sich meine Mundwinkel bis zu den Ohren hoch gezogen haben. Und ich hoffe sehr, dass ich Elli bald mal wieder auf einem ihrer Recherchegänge begleiten darf.

Für ihre erste Geschichte um Elli Vogel bekommt Martina Aden von mir 4,5 von 5 Sternen.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Auftakt zu einer fesselnden Thriller-Reihe

Bachpassion von Ernst Schmid

Dies ist der erste Fall für Gruppeninspektorin Frieda Bach, die ein Faible für die Musik ihres Namensvetters Johann Sebastian hat.

Frieda ist, nachdem ihr bei einem Kriminalfall ein tödlicher Fehler unterlaufen ist, nach einer Suspendierung zwar wieder in den Dienst gestellt worden, fristet aber seit drei Jahren ihr berufliches Leben in einer Abstellkammer ohne rechte Aufgabe.

Nun aber wendet sich das Blatt, es wird die Abteilung „Cold Cases“ ins Leben gerufen und Frieda soll selbige leiten. Der Haken daran: Erstens wird ihr der ewige Besserwisser und „Wanderpokal“ Ronald Wendt als einziger Mitarbeiter zugeteilt, zweitens hat sie keine Befugnisse und drittens ist diese Abteilung ihrem Widersacher Gruppeninspektor Gruber unterstellt. Gruber ist jener Kollege, der Friedas Fehler bei der Internen Revision angezeigt hat und anschließend ihren Posten geerbt hat.

Die Voraussetzungen sind denkbar schlecht, den ihnen aktuell zugeteilten Fall eines Ritualmordes aufzulösen. Doch relativ bald sind Frieda und Ronald einer Meinung, dass dies, aufgrund der präzisen Inszenierung des Toten, nicht das erste
Opfer sein muss. Und siehe da, es gibt einen weiteren Fall, der eine ähnlich schaurige Darstellung aufweist: Szenen aus Hieronymus Boschs „Weltgerichts-Triptychon“.

Bach und Wendt entdecken eine vorerst lose scheinenden Verbindung zwischen den beiden Toten: Beide waren Erzieher im Stift Wolterskirchen, einem geistlichen Heim für schwererziehbare Jungen, das gemeinhin als „Folterskirchen“ bekannt ist.

Ob sich hier ein ehemaliger Zögling gerächt hat? Aber warum so spät? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn es wird schon die nächste Leiche gefunden.

Meine Meinung:

Ein Thriller, der nichts für schwache Nerven ist! Im ersten Handlungsstrang sehen wir nämlich dem Täter, ohne ihn zu kennen, über die Schulter, wenn er seine Opfer quält und sie gemäß dem Triptychon drapiert.

Der zweite Handlungsstrang ist derjenige um Frieda Bach und die komplexen Machtverhältnisse in der Linzer Polizei. Denn es ist nicht Liebermann, der nominelle Chef, der die Fäden zieht, sondern Gruppeninspektor Gruber, dem man einen guten Draht ins Innenministerium nachsagt. Damit ist er allerdings nicht alleine, sonders Ronald Wendts Vater ist dort ein hohes Tier und aus Rücksicht (oder Angst) vor seinen Möglichkeiten reicht die Dienststelle in Linz den ungeliebten Mitarbeiter von einer Abteilung zur nächsten. Klar ist, dass ihn Frieda auch nicht haben will.

Die beiden Außenseiter in der Besenkammer sind ein kongeniales Duo. Nur wissen sie es noch nicht. Noch gehen sie einander höllisch auf die Nerven.

Ein weiterer Handlungsstrang betrifft die private Frieda. Während wir über Ronalds Privateben so gut wie nichts erfahren, erhalten wir einen guten Einblick in Friedas einsames Leben. Denn nicht nur ihre Degradierung und die soziale Ächtung in der Dienststelle hat Spuren bei ihr hinterlassen, auch der Tod ihres Mannes Emmanuel just zur Zeit des beruflichen Schlamassels. Frieda trinkt mehr als ihr gut tut, lässt sich gehen, ist ungepflegt und hat nur wenige Kontakte zu anderen Menschen. Einer davon ist Freundin und Nachbarin Ruth, die mit Geisterwesen spricht.

Der Schreibstil ist sehr fesselnd. Die Episoden aus Sicht des Täters sind ebenso kursiv gedruckt, wie die Rückblenden in seine dramatische Kindheit, die mit einer Jahreszahl versehen ist. So kann der Leser sich zeitlich bestens orientieren.

Der ominöse Fehler, der Frieda ins Ausgedinge befördert hat, wird immer nur angedeutet. Da würde ich doch gerne mehr erfahren. Bin gespannt, ob Ronald die Geschichte herausfinden wird.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Frieda sowieso und der intrigante Gruber ist vermutlich auf eine große Karriere aus und geht dabei auch über Leichen. Die erste ist wohl Frieda, die nächste ist vermutlich Liebermann, an dessen Sessel er kontinuierlich sägt.

Sehr gut ist auch das gespannte Klima in der Polizei spürbar. Die Umstrukturierungen, Personalmangel und politische Änderungen bringen große Unsicherheiten in den Alltag der Ermittler.

Fazit:

Ein fesselnder Auftakt einer Reihe, der jedoch nichts für schwache Nerven ist. Trotzdem gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Bachfuge von Ernst Schmid

„Bachfuge“ ist der zweite Teil einer Thriller-Reihe, die in Oberösterreichs Landeshauptstadt Linz angesiedelt ist.

Gruppeninspektorin Frieda Bach und ihr Kollege Ronald Wendt sind auf Grund eines früheren Fehlers von Frieda zur Dienstleistung in ein Abstellkammerl verbannt. Sie sollen sogenannte „Cold Cases“ aufarbeiten.

Was in amerikanischen Serien eine Aufgabe für hochqualifizierte Spezialisten mit schier unerschöpflichem Budget und technischen Equipment ist, ist hier in Österreich eine Art Gulag: Keine Ressourcen, dafür Intrigen und ein machtloser Chef.
Doch es wären nicht die dickköpfige Frieda und der Besserwisser Wendt, wenn es ihnen nicht gelänge, mit ihren unorthodoxen Ermittlungsmethoden, den aktuellen Cold Case zu lösen.

Ewald Meixner, ein pensionierter Lehrer und ein ausländisch aussehendes kleines Mädchen werden nebeneinander liegend erschossen aufgefunden. Passiert ist dies ein Jahr zuvor. Die Aktenlage ist dünn und einige Unterlagen fehlen überhaupt. Der erste Gedanke ist, dass Meixner pädophilen Neigungen zum Opfer gefallen ist.
Je tiefer Frieda und Ronald in den Fall einsteigen, desto mehr kommen ihnen Zweifel an der Missbrauchstheorie.
Während die beiden noch jeden noch so kleinen Puzzleteilchen nachlaufen, erschüttert eine aktuelle Mordserie Linz. Mehrere junge Mädchen, augenscheinlich Flüchtlinge, werden ausgeweidet und mit rechtradikalen Symbolen versehen, aufgefunden.

Welchen Zusammenhang haben die aktuelle Mordserie und der Cold Case? Und welche Rolle spielt der, für OÖ zuständige Flüchtlingsbeauftragte des Innenministeriums? Und ist es reiner Zufall, dass dieser genauso wie Friedas ärgster Widersacher, Gruber, derselben populistischen Partei angehört?

Fragen über Fragen, die auf 300 Seiten bravourös beantwortet werden.

Meine Meinung:

Selten hat mich ein Thriller so gefesselt wie dieser. Ich habe ihn an zwei Abenden gelesen.

Die Charaktere sind sehr gut gelungen. Da ist zum Beispiel die abgehalfterte Gruppeninspektorin Frieda Bach, die ein ordentliches Schicksalspäckchen mit sich herumschleppt, die aber leider nicht immer den Mund zur rechten Zeit halten kann und daher stets aneckt. Oder Ronald Wendt, der als „Besserwisser“ von den Kollegen gehasst wird. Niemand will ihn im Team haben, also fristet er quasi sein Gnadenbrot bei Frieda. Rauswerfen kann man ihn nicht, erstens ist er Beamter und zweitens ist sein Vater ein hohes Tier im Ministerium.
Noch-Chef Liebermann ist ein gekränkter Mann mit der augenscheinlich falschen Parteizugehörigkeit und wird von seinem Mitarbeiter Gruppeninspektor Gruber systematisch entmachtet.

Und überhaupt Gruber – ein Ungustl wie er im Buche steht. Leider mit den richtigen Verbindungen zur neuen österreichischen Regierung, macht sowohl Frieda als auch Ronald das Leben schwer. Die Erfolge, die die beiden erzielen, heftet er sich ohne Skrupel an seinen Hut.

Auch die potentiellen Verdächtigen, derer es eine Menge gibt, haben ihre Ecken und Kanten. Nichts so eindeutig schwarz oder weiß. Immer wieder sind Grautöne untergemischt. Wir sind ja in Österreich und hier gibt es ja den Spruch „Ein bisserl was geht immer!“

Der ganze Fall ist toll aufbereitet. Wir lesen quasi ein (Tage)Buch im Buch. In kursiver Schrift, jeweils mit einem Fachbegriff aus der Musik überschrieben wie Fuge, Präludium oder Kontrasubjekt, erzählt der Autor die Geschichte gleich mehrerer Personen.

Der Titel ist nicht nur Friedas Nachnamen geschuldet sondern auch ihrer Leidenschaft für die Musik von Johann Sebastian Bach.

Mein einziger Kritikpunkt in diesem spannenden Buch ist die kleine Schriftgröße. Sowohl der kursive als auch der aufrechte Text sind leider nicht sehr augenfreundlich gedruckt.
Jetzt muss ich noch den Vorgänger „Bachpassion“ lesen und freue mich auf einen dritten Band.

Fazit:

Ein fesselnder Thriller, der Einblick in das von der aktuellen politischen Einflussnahme geschüttelte Innenministerium bietet. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
 

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Rezensionen von manu63:

Wettlauf gegen die Zeit

Der Flüstermann von Catherine Shepherd

Mit Der Flüstermann setzt die Autorin Catherine Shepherd ihre Reihe um die Ermittlerin Laura Kern fort. Dieses Mal muss sich Laura um einen Mörder kümmern, der seine Opfer filmt und diese Videos dann online stellt. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn immer neue Videos mit neuen Opfern tauchen auf.

Erst spät erkennt Laura die Zusammenhänge zwischen den Morden und versucht den Täter rechtzeitig vor dem nächsten Mord zu stoppen.

Die Autor erzählt die Geschichte interessant mit guten Spannungsbögen. Die Gedankengänge von Laura zu den Taten finde ich immer wieder gut um den fFden in der Geschichte nicht zu verlieren, da die Autorin verschiedene Spuren legt um den Leser nicht sofort auf den wahren Täter zu bringen. Die Taten werden gerade so weit beschrieben das es mir als Leser eine Gänsehaut erzeugt hat, als ich diese Passagen gelesen habe. Der Wettlauf mit der Zeit ist stimmig und das Ende passend. Die Hauptcharaktere sind gut ausgebaut und auch die Nebenrollen sind gut besetzt, da hat mir vor allen Dingen die neue Figur Simon gut gefallen.

Da es sich um eine Reihe handelt sollte man die Bücher fürs volle Lesevergnügen in der passenden Reihenfolge lesen, sonst versteht man einige Gedanken und Handlungen der Akteure nicht optimal. Wer einen spannenden Thriller sucht wird bei diesem Buch nicht enttäuscht werden, man sollte sich aber darauf einstellen, das es nicht blutig und dramatisch rasant zugeht, sondern eher langsamer, aber dafür nicht weniger spannend. Durch Lauras Gedankengänge zu den Fällen kommen immer wieder ruhigere Phasen in das Buch.

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Rezensionen von C. P.:

Willkommen in der Welt der Gefühlsfarben

Der Flüstermann von Catherine Shepherd

Keloria – eine Welt ähnlich der unseren, und doch so völlig anders. Hier sind Farben und Gefühle untrennbar miteinander verbunden und in solch starkem Maße vorhanden, dass ein Teil davon täglich in unsere Welt gelassen wird, damit auch wir Menschen nicht im tristen Grau der Gefühllosigkeit versinken und allesamt zu Schwarzsehern werden.

Ohne Kelorias Farbvielfalt könnten wir die Welt nicht durch eine rosarote Brille betrachten, hätten keine Hoffnung (grün) oder gute Laune (gelb). Als eines Tages ein Einhorn durch das geheime Tor Kelorias in unsere Welt entweicht, trifft Jessi auf den düsteren Torhüter Ciaran. Und eh sie sich versieht, befindet sie selbst sich in der Welt der Farben und Gefühle, der Fabelwesen und Farbbewahrer. Was sie nicht weiß: Keloria hat nur auf sie gewartet…
Also ich muss sagen: Die Idee, Gefühle und Farben in einer Welt untrennbar miteinander zu verbinden, ist faszinierend. Ja, natürlich kommt auch ein Einhorn vor – sogar mehrere – aber kitschig ist der Roman nun wirklich nicht. Die beiden Hauptpersonen Jessi und Ciaran sind vielschichtig ausgearbeitet und machen beide im Roman eine starke Charakterentwicklung durch. Zudem müssen sie Abenteuer bestehen und gegen Feinde kämpfen, was doch ganz im Gegensatz zu dem so harmlos wirkenden Cover steht. Und das meine ich im positiven Sinne.
Das Buch regt definitiv dazu an, was wäre, wenn eine Gefühlsfarbe komplett verschwinden würde und wir zu bestimmten Gefühlsregungen nicht mehr in der Lage wären. Schreckliche Vorstellung. Sehr gefallen hat mir zudem, wie einzelne Orte und Gebiete in Keloria benannt wurden, wie z. B. die Ebene der cholerischen Quellen. Das hat mir jedesmal einen Schmunzler entlockt. Geschrieben ist das Buch übrigens abwechselnd aus Jessis und Ciarans Sicht.
Ein wunderschönes Fantasy-Abenteuer voller Magie der Farben und Gefühle, zu dem es hoffentlich bald eine Fortsetzung gibt.

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Rezensionen von C. P.:

Von dem Mut, sich in der Liebe auf jemand Neues einzulassen

Der Flüstermann von Catherine Shepherd

Schluss! Nach 10 Jahren Ehe. Plötzlich ist der Hamburger Journalist Michalis Pantelouris wieder Single und Teilzeitvater. Wessen Welt würde da nicht in Scherben liegen? Seinen Seelenscherz versucht er, in Form von Briefen an seine zukünftige Lieblingsfrau als Kolumne in der SZ zu verarbeiten. Denn er ist überzeugt, dass es diese Frau gibt, er muss sie nur finden.

Die Briefe sind voller Gefühl und Ehrlichkeit, immerhin steckt in ihm ein kleiner Romantiker. Von dem überraschenden Erfolg – und den vielen Zuschriften – ist er jedoch völlig überrascht. Das von ihm gesprochene Hörbuch ist eine Mischung aus den „Briefen an seine zukünftige Lieblingsfrau“ und Passagen aus seinem Leben, welche zu ebendiesen Briefen führten.
So schön die Idee auch ist, bei mir sprang der Funke erst ziemlich spät über. Man verfolgt als Hörer/in seine Hochs und Tiefs, seine unterschiedlichen emotionalen Phasen, welche er nach der Trennung seiner bisher geglaubten Frau fürs Leben durchlebt. Leider schwankt sein seelisches Auf und Ab zu Beginn hauptsächlich zwischen zwischen Party-Euphorie und Selbstzweifel, was mich doch eher abschreckte, da mich seine Kneipentouren nicht interessierten. Erst später kamen die interessanteren Überlegungen, ob und warum er noch attraktiv sei, wie man(n) denn überhaupt flirtet und dass man auch mit einer Frau Sex haben darf, ohne ihr gleich gedanklich einen Heiratsantrag machen zu müssen.
Ehrlich gesagt hatte ich mir von dem Hörbuch mehr von den romantischenBriefen erhofft und weniger von seinen Erlebnissen, die für mich nicht immer interessant waren. Seiner melancholische Stimme misslang es zudem, dem Ganzen wenigstens noch etwas Pep zu verleihen.

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Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:

Zauberhaft

Der Duft des Lebens von Clara Maria Bagus

Die Autorin hat unter ihrem Pseudonym Clara Maria Bagus den zweiten philosophischen Roman veröffentlicht. In „Der Duft des Lebens“ geht es um den Jungen Aviv, der mit einem weitreichenden Schicksal geboren wird. Ein Mensch mit schwarzer Seele bedroht die Heimat des Jungen, alles verkommt und wird Seelenlos.

Aviv soll den bösen Plan verhindern und wird dabei vom Jungen zum Mann.

Frau Bagus hat einen wunderbaren Roman mit Zügen eines Erwachsenenmärchen geschrieben, das sehr eindrücklich existenziellen Lebensfragen nachgeht. Es geht um Menschlichkeit in einer Gesellschaft, den Sinn des Lebens, die eigenen Träume und die Seele. Wie findet man seine Bestimmung? Wie wurde man zu dem, der man ist? Was macht das Mensch-sein aus? Wie lässt sich (Mit-)Menschlichkeit bewahren? Thematisch erinnert das Buch an „Momo“ von Michael Ende, die Reihe um „Hector“ von François Lelord und „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Ähnlich fantastisch entwickelt sich diese Geschichte.

Die Entwicklung des Jungen Aviv wird gemächlich und tiefgründig geschildert. Die Lesenden bekommen einen umfassenden Einblick in seine Empfindungen und Gedanken. Er gehört zu den sympathischen Figuren. Im Gegensatz zu dem abgrundtief bösen Kaminski, der seinen mörderischen Plan verfolgt. Dies lässt den Eindruck einer Märchenerzählung entstehen. Zwischen diesen platten und überzeichneten Gegensätzen versucht die Autorin jedoch zu vermitteln und die Schattierungen jedes Einzelnen aufzuzeigen. Die Sehnsüchte des Kaminski, die schlimmen Erlebnisse, die er gemacht haben muss, das zögerliche an Aviv. Damit macht Bagus eine Gratwanderung zwischen dem märchenhaft platt und eindeutigen gegenüber dem Versuch des vielschichtig und differenziertem. Die Geschichte bietet inhaltlich also eine interessante Mischung und geht über das Märchenhafte hinaus.

In kurzen nummerierten Kapiteln wird abwechselnd aus der Sicht von Aviv und Kaminski erzählt. Die Entwicklungen sind gut nachvollziehbar, wenn auch langwierig. Die Sprache ist sehr poetisch und bildreich. Die vielen Sprachbilder schaffen Atmosphäre und bleiben lange in Erinnerung. Es finden sich viele kluge Sprüche mit moralischen Botschaften, die in ihrer Menge fast schon übersättigend wirken. Die Sprache lädt also dazu ein sich darin zu verfangen und hängen zu bleiben, nachzudenken. Zudem stolpert der Text vereinzelt über deplatziert wirkende Wörter, wie „volles Bukett“, „glänzender Gagat“ und „panathenäische Preisamphore“. Insgesamt sprachlich eine ungewöhnliche Mischung, die auch irritierend wirken kann.

Trotzdem schafft es die Geschichte Spannung zu erzeugen, nimmt die Lesenden für sich ein und lässt sie darin abtauchen. Die Geschichte ist traurig, nachdenklich, macht ärgerlich und verzweifelt, erzeugt Hoffnung und Entsetzen. Emotional also vollkommen einnehmend.

Ein vielschichtiger Roman - mehr als ein Märchen. Mit großen Botschaften und einem Appell an die Menschlichkeit. Emotional einnehmend, sprachlich teilweise irritierend.

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