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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra Sch.:

ein historischer Kriminalfall auf einem Luxusdampfer im Miss Marple-Stil

Mord auf der Donau von Beate Maly

Kurz zum Inhalt.
Wien, Juli 1923. Ernestine Kirsch, Latein-Lehrerin in Pension, hat von Bekannten zwei Tickets für eine Donau-Schifffahrt nach Budapest erhalten. Zu dieser Luxuskreuzfahrt nimmt sie ihren guten Bekannten Anton Böck, ehemals Apotheker, mit.
Doch die Kreuzfahrt verläuft nicht so entspannt wie gedacht: ein Passagier stirbt, angeblich an der Szegediner Fischsuppe.

Doch Ernestine und Anton haben Zweifel am natürlichen Tod: viele der anderen Mitreisenden hätten gute Gründe für einen Mord gehabt...


Meine Meinung:
"Mord auf der Donau" ist der 3. Band um Ernestine Kirsch und Anton Böck. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und kann eigenständig gelesen werden.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und humorvoll zu lesen. Ernestine und Anton haben einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Und mit ihrer neugierigen Nase und ihrem detailgetreuen Gedächtnis kommt Ernestine jedem Mörder auf die Spur...
In diesem Band hat mir Anton jedoch fast noch eine Spur besser gefallen, seine Coolness und Schüchternheit sind einfach nur zum Ins-Herz-Schließen.
Auch die Beziehung zwischen Anton und Ernestine hat sich ein kleines Stück weiterentwickelt und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit den beiden im nächsten Band weitergeht.

Es werden viele historische Details erwähnt und man lernt als Leser einiges dazu, zB auch über die Technik der damaligen Dampfschiffe, die unterhaltsam in die Geschichte eingeflochten werden.
Die Geschichte hat mich sehr an die Kriminalfälle von Miss Marple erinnert und hat mich wunderbar unterhalten, ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Beate Maly hat es geschafft, den Leser in die Irre zu führen: man hat viele falsche Täter am Schirm und auf den Mörder bin ich nicht gekommen. Die Auflösung ist jedoch authentisch und nachvollziehbar.


Fazit:
Humorvoller Krimi à la Miss Marple mit zwei charmanten Protagonisten, viel Lokalkolorit und historischen Details. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Abenteuer mit Ernestine und Anton!

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Rezensionen von Petra Sch.:

viel Romantik, weniger Thriller - aber der dafür äußerst brutal

Narbensohn von Mika D. Mon

Kurz zum Inhalt:
Für die Recherche zu ihrem Buch über Straftäter besucht Helena Weiß einige Strafgefangene der JVA.
Als sie dann auch einen Mörder, Liam Winterfeld, interviewt, fühlt sie sich gleich zu ihm hingezogen.
Sie will unbedingt mehr über ihn erfahren und herausfinden, warum er zum Mörder geworden ist.

Durch einen Zufall trifft sie Liam nach seiner Entlassung wieder...


Meine Meinung:
Die Geschichte ist in ich-Form aus Sicht von Helena geschrieben. Der Leser bekommt somit tiefe Einblicke in ihr Innerstes, ihre intimen Gedanken und Gefühle.
Das Buch lässt sich flüssig lesen, auch wenn oft in Jugendjargon gesprochen wird.
Leider kam aus der Inhaltsangabe nicht heraus, dass Helena erst 20 ist. Doch wenn man sich erst mal darauf eingestellt hat, kann man ihre Handlungen ein klein wenig besser nachvollziehen. Helena ist nämlich sehr naiv und hat ein großes Helfersyndrom, mit dem ich oft nicht klargekommen bin.

Die Bezeichnung Romantischer Thriller trifft es zwar ganz gut, auch wenn der romantische Teil eindeutig überwiegt.
Die Folterszene und jene der Misshandlung sind so plastisch beschrieben, dass einem beim Lesen die Gänsehaut aufkommt und man kurz davor ist, ob des schrecklichen Schicksals der Kinder zu heulen.
Dieser Roman fasst nämlich ein sehr ernstes Thema auf - Kindesmissbrauch.

Über das Cover ist meine Meinung etwas zwiegespalten - es ist außergewöhnlich und interessant, und die Narben kommen sehr gut rüber. Auch eine Filmrolle, die im Laufe der Geschichte noch eine Rolle spielt, ist zu erkennen.
Leider impliziert das Cover eher einen Thriller, obwohl die Romantik überwiegt.


Fazit:
Emotionaler Roman, der einem die Gänsehaut aufkommen lässt. Mehr Romantik als Thriller, aber dieser Teil ist richtig brutal.

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Rezensionen von BarbaraM:

Eine berührende Weihnachtsgeschichte mit Tiefgang

Die Nacht der Vergessenen von Iris Muhl

„Die Nacht der Vergessenen. Eine bewegende wahre Weihnachtsgeschichte““ von Iris Muhl ist 2018 im Fontis Verlag in Basel erschienen. Es umfasst in der gebundenen Ausgabe 238 Seiten und ist aufgeteilt in neun Kapitel.

Nicole und Maren, zwei Frauen, die bei der Heilsarmee beschäftigt sind, machen sich auch an Heiligabend auf den Weg ins Rotlichtmilieu von Zürich.

Ihr Anliegen ist es, mit den dort Arbeitenden ins Gespräch zu kommen, zu helfen, zuzuhören und eventuell auch einen Weg aus der Prostitution zu finden. Aber dies ist schwer, denn obwohl die Menschen der Roten Meile alle Liebe, Geborgenheit, eine Heimat suchen, fassen sie nur schwer Vertrauen und stellen sich ihren Sorgen, Nöten und Ängsten.
Vor allem die Heilsarmee-Offizierin Nicole stoßt bei ihrer Arbeit immer wieder an ihre Grenzen und hadert mit sich selbst und ihrer Arbeit.

Iris Muhl beleuchtet in ihrer auf der Wahrheit beruhenden Weihnachtsgeschichte neun unterschiedliche und dennoch zusammengehörende Geschichten im Rotlichtmilieu von Zürich. Dies gelingt ihr nicht zuletzt durch ihren ruhigen und sehr behutsamen Schreibstil. Auch sind die Protagonisten Nicole und Maren so gut in Szene gesetzt, dass ich mich als Leserin ganz wunderbar in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen konnte.

Fazit: Eine Weihnachtsgeschichte im Rotlichtmilieu? Muss das sein? Meiner Meinung nach ja, denn der eigentliche Gedanke von Weihnachten nämlich der Liebe und des Mitgefühls geht in der heutigen Zeit immer mehr verloren. Wie wunderbar, dass es Menschen wie Nicole und Maren gibt, die sich so im sozialen Bereich engagieren und sich um die Menschen im Rotlichtmilieu versuchen zu kümmern.
„Die Nacht der Vergessenen“ ist eine wirklich besondere Weihnachtsgeschichte, die mich sehr zum Nachdenken angeregt hat und die ich allen Lesefreudigen sehr ans Herz legen möchte.

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Rezensionen von begine:

Kindheit im Forsthaus

Himmel, der nirgendwo endet von Marlen Haushofer

Die österreichische Schriftstellerin Marlen Haushofer lebte von 1920 bis 1970. Ihr Roman „Himmel, der nirgendwo endet“ wurde jetzt vom Ullstein Verlag neu aufgelegt.
Es ist das erste Mal, das ich ein Werk aus ihrer Feder gelesen habe.

Dieser Roman wird aus Sicht eines Kindes erzählt. Meta wächst in einem Forsthaus auf.

Marlen Haushofers Vater war auch Förster. Man kann fast denken,es wäre ihre Kindheit. Metas Erzählung beginnt mit zweieinhalb Jahren, als sie in ein Fass gesteckt wurde, weil sie bei der Arbeit störte. Es ist rührend, wie sie die Welt und die Erwachsenen empfindet. Langsam wird sie älter, aber ihre Fantasie bleibt. Es macht Spaß ihre Emotionen mit zu erleben. Ihre Mutter liebt sie, hasst sie aber auch gelegentlich. Ihr Vater ist nachgiebiger. Metas Empfindungen über jede Person, die sie kennenlernt, ist beeindruckend.
Die Autorin hat einen guten intensiven Schreibstil. Ihre Literatur ist zeitlos.

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Rezensionen von Petra Sch.:

Eine starke Frau geht ihren Weg zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Himmel, der nirgendwo endet von Marlen Haushofer


Kurz zum Inhalt:
Esslingen, 1911. Minna (Mimi) Reventlow arbeitet in einem Fotoatelier, denn ihr Traum ist es, eine bekannte Fotografin zu werden. Sie bekommt von Heinrich einen Heiratsantrag; er jedoch will in eine andere Stadt ziehen, wo er Pfarrer in einer Kirche werden kann. Doch dort gibt es kein Fotoatelier und Mimi müsste ihr Leben als Hausfrau fristen.

Da sie unabhängig sein will und ihren Traum als Fotografin verwirklich möchte, lehnt sie Heinrichs Heiratsantrag ab und macht sich auf den Weg als Wanderfotografin - so wie ihr Onkel Josef einer war, ihr großes Vorbild.
Doch eines Tages braucht ihr Onkel ihre Hilfe, der sich der Liebe wegen in Laichingen, einem Weberei-Ort, niedergelassen hat. Kann Mimi dort ihr Glück finden?



Meine Meinung:
Die Geschichte erzählt von der starken und mutigen Mimi, die sich in Zeiten, wo es für Frauen noch nicht selbstverständlich war, selbst über ihr Schicksal zu verfügen, für ihr Glück entscheidet. Sie hat zum Glück den Rückhalt ihrer Eltern, von denen sie als Aussteuer Geld für einen Fotoapparat erhält.
Die Erzählweise ist sehr bildhaft, man hat alle Protagonisten und vor allem den Ort Laichingen samt den Einwohnern genau vor Augen. Auch die damaligen Zustände sind genauestens beschrieben, und man muss mit Mimi mitfiebern - vor allem in Laichingen, wo sie sich gegen die Einwohner und den dort vorherrschenden Weberei-Besitzer, Herrn Gehringer, durchsetzen muss.
Man bekommt auch sehr gute Einblicke in die damalige Art zu fotografieren.
Sehr schön fand ich, dass sich Mimi trotz ihrer Moderne entscheidet, in Laichingen zu bleiben und ihren geliebten Onkel zu pflegen.
Ich konnte jedoch Mimis Verliebtheit Hannes gegenüber und ihr ständiges Sehnen nach ihm überhaupt nicht nachvollziehen, dies kam mir alles viel zu kurz.

Leider endet die Geschichte sehr abrupt - ohne Hinweis, dass es eine Fortsetzung geben wird. Wenn ich nicht bereits gewusst hätte, dass dies eine zweiteilige Reihe ist, wäre ich sehr enttäuscht gewesen, denn es wird weder auf der CD-Hülle noch eben im Hörspiel darauf hingewiesen. Nicht einmal ein "Fortsetzung folgt" am Ende...

Die Sprecherin Svenaja Pages hat eine angenehme Stimme, nur für meinen Geschmack könnte sie eine Spur schneller sprechen.

Das Cover entspricht jenem der Printausgabe und zeigt Mimi in der damaligen Mode. Auch die Schrift lässt auf einen historischen Roman schließen.


Fazit:
Fesselnde Geschichte über eine starke Frau in schwierigen Zeiten, die ihren Weg geht und sich in einer Männerdomäne durchsetzt; ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. 4 Sterne.

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Rezensionen von Meli:

Mittelteil einer Trilogie: Vorbereitung auf das Finale

Das Heer des Weißen Drachen von Anthony Ryan

Protagonisten
Wie auch im Vorgänger fand ich Lizanne wieder toll. Sie ist eine geschickte Agentin, die nicht davor zurückschreckt, ihre Feinde auszuschalten, aber sie hat trotzdem ein Herz und auch ihre eigenen Ziele, die sie verfolgt. Bei ihr mag ich vor allem, wie schnell sie alles aufnimmt und wie lässig sie auf neue Situationen reagiert.

Sirus, an den ich mich aus dem Vorgänger nur sehr dunkel erinnere, bekommt hier eine der interessantesten Perspektiven, denn er ist dem weißen Drachen und seiner Herrschaft völlig ausgeliefert und durch ihn erfährt man, was dieser für Fähigkeiten hat und wie sich die Situation mit den Drachen und Verderbten entwickelt. So hat man viele interessante neue Einblicke in die magische Welt gehabt, die ich wirklich ziemlich spannend fand.

Clay war erst eher im Hintergrund auf Hilemores Schiff und hat wirklich lange nichts spannendes erlebt. Er ist noch ein lieber Charakter, der mit schwierigen Situationen konfrontiert wird, für die er gar nicht bereit ist. Zum Ende hin wird es bei ihm wirklich interessant, aber mit den Erlebnissen von Lizanne und Sirus konnte er bis dahin kaum mithalten.

Handlung und Schreibstil
Wie auch im ersten Buch gibt es einige ganz unterschiedliche Handlungen an verschiedenen Orten der fantastischen Welt der Drachen und Blutgesegneten. Ich hatte einige Schwierigkeiten, wieder in die Geschichte zu finden, denn es gibt kaum Gedächtnisstützen. Wenn ich den Vorgänger erst kürzlich gelesen hätte, hätte ich das sicher gut gefunden, weil es dann so weniger Wiederholungen gibt, aber da das nicht der Fall war, brauchte ich ziemlich lange, um die Zusammenhänge wieder zu verstehen. Dann hat sich der Mittelteil etwas in die Länge gezogen, sodass ich auch da nur mittelmäßigen Spaß hatte.

Man kann schon sagen, dass das Buch am Mittelteil-Syndrom leidet, was heißt, dass es als zweiter Teil einer Trilogie am schwächsten ist, weil der erste eine spannende Einführung in die Welt bietet und im dritten Teil ein großer Kampf stattfinden soll, bereitet der mittlere Band auf den Abschluss vor. Also wurde alles, auf das man sich freut, in den Abschluss geschoben und hier gab es zwar schon einige Entwicklungen, aber das meiste endet in einem Cliffhanger.

Fazit
Leider war der Start schwierig und auch der Mittelteil von "Das Heer des weißen Drachen" hat sich gezogen. Dafür gab es schon viele spannende Passagen und vor allem Lizannes smarte Art als Spionin konnte mich immer wieder begeistern.

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Rezensionen von Maeddsche:

Spannend & gelungen, aber schwächer als Teil 1

Die perfekte Unschuld von Fields Helen

Dieses Buch ist der zweite Teil einer Thrillerreihe um Detective Luc Callanach, der insgesamt zwar schwächer als der Reihenauftakt war, mich aber dennoch überzeugen konnte.

Die Handlung geht gleich von Beginn an in die Vollen und so startet das Buch damit, dass wir Luc Callanach am Schauplatz des Mordes auf dem Festival begleiten.

Die Schilderungen der Tat sind gewohnt brutal und grausam, sodass gleich klar ist, dass wir und das Team es wieder mit einem ausgeprägten Psychopathen zu tun haben müssen.
Das Team ist hier ein gutes Stichwort. Relativ zügig gibt es ein Widersehen mit allen bekannten Gesichtern aus Teil eins, worüber ich mich sehr freute. Dabei bekommen unsere Protagonisten Luc und Ava genauso viel Platz wie die liebevoll gezeichneten Nebencharaktere Tripp und Salter. Allerdings führt Fields auch neue Charaktere ein, auf die ich jedoch nicht näher eingehen möchte, um nicht zu viel zu verraten. Gesagt sei aber, dass alle ihren wichtigen Teil zur Gesamtstory beitragen und die Autorin wieder ihr Können beweist, was die detaillierte Ausgestaltung der Charaktere betrifft, sodass ich bei manchen durchaus auf ein Widersehen in weiteren Teilen hoffe.
Zu Beginn scheint die Story etwas schleppend in Gang zu kommen, was daran liegt, dass den Ermittlern schlichtweg keine Ermittlungsansätze vorliegen. So kommt es, dass vor allem dem privaten viel Raum gegeben wird, was für mich auch das Manko an diesem Buch war. Mir war es einfach zu viel und dazu war vor allem Avas Verhalten einfach nicht passend zu ihrem Charakter, beziehungsweise zu dem wie wir sie in Teil eins kennenlernen durften. Hinzu kam ein relativ anstrengendes Hin und Her zwischen ihr und Luc, das mich die meiste Zeit einfach nur genervt hat und auch so gar nicht zu der Freundschaft zwischen den beiden passen wollte.
Nichts desto trotz hat mich das Buch gut unterhalten. Der Fall als solcher wurde von der Autorin wieder bis ins kleinste Detail durchdacht und so fügt sich am Ende alles in ein schlüssiges Gesamtbild ein. Leider kann ich auch hierzu gar nicht so viel sagen wie ich gerne möchte, da sich vieles nicht erklären lässt, ohne zu viel zu verraten. Es werden auf jeden Fall einige falsche Fährten gelegt, es gibt Überraschungsmomente, die mal mehr und mal weniger vorhersehbar waren und am Ende gibt es einen Schluss, der durchaus auch Rückschläge beinhaltet, was ich persönlich besonders mag, denn immer nur Happy-End ist einfach langweilig.
Schlussendlich kann ich das Buch durchaus empfehlen, würde aber raten die beiden Teile in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da die Charaktere in Teil zwei einige Verhaltensweisen an den Tag legen, die so gar nicht dem entsprehen wollen, wie man sie kennt. Wie schon geschrieben, ist dieser Teil nicht ganz so stark wie der Auftakt, allerdings hatte sich Fields die Messlatte hier selbst auch ganz schön hochgelegt.
Ich werde die Geschichte um Luc, Ava und ihr Team auf jeden Fall weiterverfolgen und hoffe, dass in Teil drei wieder weniger Privates und mehr Ermittlung zu finden sein wird.

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Rezensionen von heinoko:

Ein grandioses Buch, das jeder lesen sollte

Die Vergessenen von Ellen Sandberg


Das vorliegende Buch ist für mich eines der wichtigsten und packendsten Romane dieses Lesejahres!
Es ist bereits viel, sehr viel darüber geschrieben worden, deshalb nutze ich ausnahmsweise für den Inhalt den Klappentext: „1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben.

Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.
2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...“
Grundlage des Buches ist die akribische Recherche historischer Faktoren bestimmter Örtlichkeiten, verbunden mit der fantasievollen Ausgestaltung von Geschehnissen, die dennoch auch jenseits der Fiktion in ähnlicher Weise geschehen sein könnten. Genau das hebt den Roman aus dem Romanhaften heraus und macht uns Leser schaudern, aber auch nachdenklich werden über die Frage, die uns letztlich die Protagonisten stellen: Was hätte ich in dieser oder jener Situation getan? Es ist leicht, sich heute vorzugaukeln, man hätte damals moralisch lobenswert gehandelt. Aber wie integer sind wir noch unter Angst, unter Lebensbedrohung?
Dass hinter dem Pseudonym Ellen Sandberg die erfolgreiche Autorin von Kriminalromanen Ingrid Löhnig steckt, spürt man diesem tiefgründigen Roman auf jeder Seite an. Der Handlungsaufbau ist routiniert ausgearbeitet, die Protagonisten sind psychologisch nachvollziehbar gezeichnet. Der Roman ist insgesamt so packend geschrieben, so intensiv in seiner Wirkung, dass man sich dem Buch nicht entziehen kann und geradezu atemlos von Seite zu Seite getragen wird.
Fazit: Gekonnt geschrieben und eindringlich in Szene gesetzt wird in diesem Roman ein Kapitel aus einer noch nicht so lang vergangenen Zeit des Grauens. Der Autorin ist es meisterhaft gelungen, einen außerordentlich wichtigen und gleichzeitig fesselnden Roman zu schreiben, der lange, lange über das Lesen hinaus in uns Wirkung zeigt. Ein grandioses Buch, das jeder, wirklich jeder lesen sollte!

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Rezensionen von heinoko:

Keine Angst vor Kapuzen

Woolly Hugs Hoodies stricken von Hug Veronika


Hoodies, also Pullis und Jacken mit Kapuze, zu stricken, klingt für die weniger erfahrenen Strickerinnen ganz schön kompliziert. So kompliziert, dass sie sich gar nicht erst herantrauen an ein solches Projekt. Da kommt Veronika Hug gerade recht. Denn sie als versierte Designerin hat die Gabe, ihre eigene Unerschrockenheit im Stricken und Häkeln mutmachend weiterzugeben.

Es gibt ja in der Tat nichts Gemütlicheres als ein kuscheliges Modell, das durch seine Kapuze noch mehr zum Wohlfühlen beiträgt, umso mehr, wenn es mit Liebe und Hingebe selbst gestrickt wurde.
Das vorliegende Buch enthält 16 sehr unterschiedliche Modellvorschläge in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Nur 16 Modelle? Nein! Die klassische Kapuzenjacke, das Kapuzencape, der flippige Poncho oder der Seelenwärmer mit Kapuze – alle Modelle sind als Anregung zu verstehen, die eigenen Ideen einfließen zu lassen. Der Hoodie im Casual Stil wirkt zum Beispiel in einer einfarbigen Wolle ganz anders als das Modell im Buch, das durch das Strickmuster und die zusätzlich unterschiedlichen Farben sehr unruhig daherkommt. Ein wenig Vorstellungsvermögen ist gefragt, dazu einen Schuss Fantasie, und schon bringt das Buch echten Gewinn.
Man muss es hinnehmen, dass Veronika Hug ihre eigene Woll-Linie verkauft und deshalb ihre eigene Wolle zum Gebrauch vorschlägt. Es hätte jedoch dem Buch einiges mehr an Sympathie eingebracht, wenn es jenseits der Eigenwerbung noch einen Hinweis gegeben hätte, dass man auch andere Garne verwenden kann, vorausgesetzt Lauflänge und Maschenprobe stimmen überein. Solch ein Satz fehlt leider. Die Stärke des Buches liegt in der Qualität der Anleitungen. Diese sind ausführlich, präzise, gut verständlich und werden hilfreich unterstützt durch die Zeichnungen der Schnittteile mit genauen Maßangaben. Aber auch die Fotos der Modelle in mehreren Ansichten sind hilfreich, die Anleitungen genau zu verstehen. Nicht wirklich einverstanden bin ich jedoch mit den sehr unterschiedlichen Größenangaben. Das eine Modell wird nur bis Größe 40 angegeben, mehrere andere wiederum bis Größe 48. Das macht auf mich den Eindruck, als ob man sich nicht die Mühe hatte machen wollen, z. B. das Modell auf S. 31 mit seinem Einstrickmuster für größere Größen umzurechnen, was zugegebenermaßen etwas aufwändiger gewesen wäre.
Fazit: Ganz unterschiedliche Modellvorschläge, problemlos nachzuarbeiten. Vor dem Stricken von Kapuzen muss niemand Angst haben! Trotzdem bin ich nicht rundum mit dem Buch zufrieden, denn die Autorin hätte etwas mehr Mühe in die Größenvariationen stecken sollen statt in Eigenwerbung.

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Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:

Zwölf Einblicke ins Gefängnisleben

Gangsterblues von Joe Bausch

Zwölf verschiedene Situationen von Gefangenen und Einblicke in ihre Hintergründe, zwölf aussergewöhnliche Begegnungen und Geschichten. Und zwölfmal anders reagiert jeder der Protagonisten auf seine Gefängnisstrafe. Obwohl Joe Bausch gleich im Vorwort festhält, dass die Stories sich so nicht zugetragen haben, aber so hätten verlaufen können, wirkt alles sehr authentisch und glaubwürdig.

Da ist Hans-Dieter, der sich jeder Hafterleichterung verweigert. "Sixpack" Udo werden schwerste Verletzungen zugefügt, aus Rache. Die unzertrennlichen Zwillingsbrüder Rainer und Rolf werden nach einer Reihe von Gewalttaten in verschiedene Haftanstalten eingeliefert. Einer bricht wieder aus, um weitere schwere Verbrechen zu verüben, der andere will umkehren und sich vom düsteren Schatten seines Bruders befreien. Aber ist das, bei ihrer engen Bindung, überhaupt möglich?

Joe Bausch, bekannt vom Tatort Köln und in Werl als Gefängnisarzt tätig, vermittelt uns (als ihre Vertrauensperson) tiefe Einblicke ins Leben von Häftlingen, was sie vermutlich zu Verbrechern werden liess und wie sie mit ihrer Strafe umgehen. Dazu liefert er ein ordentliches Quantum an Psychologie. Die einzelnen Geschichten sind flott und unterhaltsam, aber keineswegs wertend geschrieben. Manche Texte haben ihre Längen, die mich zum Querlesen verleitet haben. Doch berührend sind sie allesamt. Und es zeigt sich, wie klein die Schritte sein können, die einen Menschen zu einer Tat verleiten.

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