Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Streiflicht:
Ein spannender Blick hinter die Kulissen
Mit Vivienne Westwood an der Nähmaschine von Gernot Uhl
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich von Gernot Uhl schon einige wirklich interessante Biographien gelesen habe. Immer wieder begeistert er und zeigt dabei deutlich, dass in der Kürze die Würze liegt. So auch bei diesem Buch. Vivienne Westwood hat mich besonders interessiert, weil ich bisher nicht viel von ihr wusste, aber sie als „schrägen Vogel“ kannte.
Außerdem war mir bekannt, dass sie sich sehr für Umweltschutz einsetzt, was sie mir gleich schon sympathisch gemacht hat.
Das vorliegende Buch macht eine elegante Kurve von Viviennes Kindheit und Jugend über ihre frühe Erwachsenenzeit bis hin ins Alter. Dabei wählt der Autor immer wieder treffende Formulierungen und schildert die Begebenheiten in ihrem Leben so, dass man ihre Handlungen gut nachvollziehen kann – auch wenn sie doch sehr oft aus dem Rahmen fällt. Sie lebt ihr Leben absolut kompromisslos und hat ganz deutliche Vorstellungen, das fand ich sehr beeindruckend. Wobei es für ihr Umfeld und ganz besonders ihre Söhne vermutlich oft nicht einfach war.
Auch mit diesem Buch ist Gernot Uhl wieder ein spannendes Werk gelungen, das einen tollen Blick hinter die Kulissen und in das Leben dieser Ikone bietet. Man bekommt einen guten Eindruck, wie sie als Mensch war und ist und wie ihr Leben verlaufen ist. Einfach spannend!
Rezensionen von Streiflicht:
Packend bis zum Schluss
Sie finden dich nie von Cara Hunter
Dieses Buch habe ich voller Begeisterung und quasi in einem Stück – dem Urlaub sei Dank – verschlungen. Nachdem ich einmal angefangen hatte, konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Mehrfach war ich versucht, die letzten Seiten zu überfliegen, um schneller zu erfahren, was mit dem armen Mädchen, der kleinen Daisy, passiert ist.
Stellenweise war mir fast schon übel beim Lesen. Nach und nach offenbaren sich immer mehr Geheimnisse in ihrer Familie und man fragt sich, was hinter einer gutbürgerlichen Fassade noch alles stecken kann. Gleichzeitig klingt es so alltäglich und plausibel, dass man sich durchaus vorstellen kann, dass es ganz genauso wirklich passiert. Dass diese Familie die eigenen Nachbarn sein könnten, die man jeden Tag sieht und grüßt und die immer so normal wirken...
Die Autorin Cara Hunter ist für mich eine absolute Entdeckung. Sie schreibt packend, spannend, temporeich und mit vielen Details, sodass man als Leser regelrecht in die Geschichte gesaugt wird und erst am Ende atemlos wieder auftaucht. Für dieses Buch gibt es von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
Rezensionen von Streiflicht:
Grausam und realistisch
Tu, was ich dir sage von Drea Summer
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich den Vorgänger „Sie sind nichts wert“ mochte und spannend fand. Dieses Buch hat mir jetzt noch besser gefallen. Es ist deutlich grausamer und brutaler, aber auch spannender und dadurch interessanter. Ein tiefer Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele, der durchaus beängstigend ist – umso mehr, weil es auch realistisch ist.
Ich war regelrecht gefangen in der Lektüre und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und wie das Buch endet. Bis zuletzt habe ich mitgefiebert und gehofft, dass es noch halbwegs gut ausgeht. Das Buch ist enorm temporeich und brutal, aber auch wirklich mitreißend und zu Herzen gehend. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass „Tu, was ich dir sage“ auf keinen Fall etwas für Leser mit zartem Gemüt ist, denn es ist schon auch sehr heftig.
Man merkt, dass die Autorin Drea Summer schreiben und ihre Leser fesseln kann. Sie kennt die Örtlichkeiten der Insel und beschreibt auch detailreich, sodass man wie vor Ort ist beim Lesen. Dadurch gewinnt das Buch nochmal an Authentizität und wird umso lesenswerter.
Ich hoffe sehr, dass es der dritte Band der Gran Canaria-Reihe, die ja eine Trilogie werden soll, bald erscheinen wird! Da bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.
Rezensionen von Streiflicht:
Spanennd und temporeich
Die Meisterbanditin von Silvia Stolzenburg
Da ich bisher einige Bücher von Silvia Stolzenburg mit Genuss gelesen habe, habe ich mich auf dieses Buch schon sehr gefreut. Gleich auf den ersten Seiten geht es in die Vollen und man mag das Buch eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen. Marie wächst einem sehr schnell ans Herz und man möchte ihr Schicksal zu gerne mitverfolgen.
Sie hat es nicht leicht und muss nicht nur um eine Anstellung und ihr Auskommen, sondern teilweise auch um Leib und Leben kämpfen. Das macht das Buch sehr spannend und kaum vorhersehbar.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass das Buch am Ende sehr schnell zu Ende gelesen ist und ich mir bei der Auflösung ein paar Seiten mehr gewünscht hätte. Aber das kann auch daran liegen, dass ich einfach gerne weitergelesen hätte. Zum Glück sitzt die Autorin schon am zweiten Teil, auf den ich schon sehr gespannt bin!
Gut gefallen hat mir der Einblick in die damalige Welt – einerseits bei den armen Dörflern, andererseits bei den Herrschenden. Marie lebt in beiden Welten und steht auch irgendwie immer zwischen den Stühlen. Genau das macht die Geschichte so spannend und unterhaltsam. Die Autorin schreibt sehr authentisch und man hat beim Lesen das Gefühl, einen Zeitsprung gemacht zu haben. Man taucht tief ein in die Geschichte unseres Landes, das damals eine ganz andere Welt war. Unglaublich spannend und auch lehrreich, ohne je langweilig oder trocken zu sein. Hut ab, das ist wirklich toll. Ich habe das Buch quasi in einem Rutsch gelesen und freue mich nun auf die Fortsetzung!
Rezensionen von Streiflicht:
Konnte mich leider nicht völlig überzeugen
Wut kommt selten allein von Neubauer Ralph
Ich selbst war leider noch nie in Südtirol, höre aber immer Kollegen und Freunde von dieser ganz besonderen Gegend schwärmen. Zuletzt habe ich einige Krimis gelesen, die dort spielen und die mir sehr gut gefallen haben. Daher war ich auf dieses Buch sehr neugierig und habe es mir als Lektüre mit in den Urlaub genommen.
Leider muss ich aber nun sagen, dass mich das Buch nicht so wirklich überzeugen konnte. Schon von den ersten Seiten an fand ich die Geschichte eher zäh und langwierig und konnte mich auch mit den Figuren nicht so recht anfreunden. Vielleicht liegt es auch daran, dass es bereits der siebte Band einer Reihe ist, deren Vorgänger ich nicht kenne. Vielleicht hätte es geholfen, wenn ich die Figuren schon gekannt hätte. So aber wirkten sie auf mich eher hölzern und nicht so ansprechend. Und auch die Kriminalgeschichte konnte mich leider nicht so recht begeistern. Ich habe zwischendrin auch mal Pause gemacht und das Buch dann weiter gelesen, aber auch dann hat es mich nicht recht gepackt. Schade.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Enttäuschend
Chicago von David Mamet
Im Chicago der 1920er-Jahren rivalisieren die Mafiaclans von Al Capone und Dion O'Banions um die Vorherrschaft der Stadt.
Mike Hodge, ein ehemaliger Kampfpilot des Ersten Weltkriegs, verdient nun seine Brötchen als Journalist bei der Chicago Tribune.
Mike ist in die strengkatholische Irin Ann verliebt, die ermordet wird.
Doch welches der Syndikate steckt dahinter?
Nach einer Zeit der Wut und Trauer, die er auch mit Alkohol ertränkt, beginnt er mit der Suche nach den Tätern, die ihn bis nach Irland zur IRA führt.
Meine Meinung:
Cover und Klappentext verheißen einen spannenden Mafia-Thriller aus dem Chicago der Zwanziger Jahre.
Bekommen habe ich eine verworrene Geschichte um Rache, die aber leider weder spannend noch mitreißend erzählt wird. Der Schreibstil ist hölzern und langatmig. Häufige Wiederholungen lähmen die Handlung.
Die Charaktere wirken flach. Mike kann ich seine Gefühle nicht abnehmen. Die einzige Figur, die ein bisschen Leben in die Story bringt, ist Peekaboo, die farbige Puffmutter. Leider kann sie das Buch auch nicht retten.
Fazit:
Ich habe mir hier mehr Spannung erwartet. Es reicht gerade für 2 Sterne.
Rezensionen von manu63:
Einfach und lecker
Chicago von David Mamet
Fingerfood bayerisch gut ist ein Kochbuch der Autorin Birgit Fazis. Darin werden kleine Gerichte vorgestellt welche auch mit den Fingern gegessen werden können.
Das Buch wird durch einige erklärende Worte der Autorin eingeleitet und sie gibt darin noch allgemeine Tipps und Hinweise zu den Rezepten.
Danach geht es dann gleicht los mit dem Thema Aufs Brot. Hier finden sich allerlei Rezepte rund um verschiedenen Aufstriche für Laugengebächk und Brot. Bei allen Rezepten finden sich Hinweise zur Zubereitungszeit und Tipps wie man Änderungen vornehmen kann. Die Autorin scheut sich auch nicht fertige Zutaten wie z. Bsp. Teige zu verwenden wenn es mal schneller gehen muss. Beim Rezeptteil Aufs Brot gibt es Süßes und Herzhaftes, wobei das Herzhafte überwiegt und in etlichen Rezepten kommen Radieschen vor.
Weiter geht es mit dem Themenblock Im Glas. Vorgestellt werden unter anderem ein Pilztatar, Radieschen Shots, Dip, Wurstsalat, Miniknödel die gefüllt sind und kleine Desserts wobei sich alle gut für ein Buffet oder Picknick eignet.
Der nächste Themenblock beschäftigt sich mit allen Dingen die man am Spieß servieren kann. Auch hier gibt es Süßes und Herzhaftes und vieles das man gut vorbereiten kann.
Den Schlusspunkt setzt das Thema am Stück, hier gibt es einfach herzustellende Brezn Wiener, Käsespätzle Muffins, Weißwurst Hotdogs die man eine Alternative zum normalen Hotdog sind, Burger, Mini-Schnitzel und noch einiges mehr,
Nachdem ich mittlerweile einiges aus dem Buch probiert habe, kann ich es allen empfehlen die leckere Kleinigkeiten auf den Tisch bringen wollen. Die Zutaten sind unkompliziert zu bekommen, die Anweisungen finde ich auch für Kochneulinge verständlich und bei mir kamen die Zeitangaben gut hin. Wer allerdings Radieschen nicht mag wird enttäuscht sein, da gerade die Aufstriche und Dips häufig Radieschen enthalten.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Sehr empfehlenswert
Bürgerkrieg von David Armitage
In mehreren sehr informativen Kapiteln erfahren wir einiges über den Begriff „Bürgerkrieg“
Was ist Bürgerkrieg eigentlich und wer hat ihn „erfunden“?
Bürgerkrieg wird jedenfalls als Gegenteil zum „Angriffskrieg“ gegen andere Territorien verstanden.
Der Autor unterscheidet Konflikte innerhalb eines Staatsgebildes u.
a. zwischen Aufstand, Revolution, Erbfolgekrieg und Bürgerkrieg. Allerdings sind die Grenzen fließend.
Wichtigstes Merkmal eines Bürgerkriegs ist, dass es sich hier um einen innerstaatlichen Konflikt handelt. Die Menschen leben seit langer Zeit Seite an Seite, sprechen in den meisten Fällen dieselbe Sprache und, sind manchmal miteinander verwandt. Genau das ist das Perfide am Bürgerkrieg, dass die Fronten auch innerhalb von Familien liegen. An Grausamkeiten steht ein Bürgerkrieg einem Expansionskrieg um nichts nach. Der Bürgerkrieg spaltet das Land. Es gibt keinen „gemeinsamen“ Feind, sondern „nur“ jeder gegen jeden.
Erfunden haben ihn die Römer: z.B. Marius gegen Sulla, Caesar gegen Pompeius. Hier handelt es sich um Machtkämpfe zwischen Gleichrangigen - Cives gegen Cives.
„Bürgerkriege können nur von jenen geführt werden, die Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft sind.“ (Römische Sichtweise)
Der Kampf gegen die Sklaven-Armee des Spartakus‘ ist die Niederschlagung eines Aufstandes.
Die Französische Revolution ist ein klassisches Beispiel dafür, dass eine Revolution, ursprünglich gegen die Herrscher gerichtet, dann zum Bürgerkrieg wird und anschließend zu einem Expansionskrieg wird, der ganz Europa überzieht.
Doch diese Definition des Bürgerkrieges hat so seine Tücken. Wie verhält es sich beim langjährigen Kampf zwischen dem Haus Lancaster und York in England?
Was ist mit dem Unabhängigkeitskrieg der britischen Kolonien in Amerika, die sie gegen das Mutterland erheben? Klassischer Bürgerkrieg oder nicht?
Der Sezessionskrieg zwischen Süd- und Nordstaaten wird immer wieder als „amerikanischer Bürgerkrieg“ bezeichnet, doch ist er das wirklich?
Ein klassischer Bürgerkrieg tobte in den 1990er Jahren am Balkan, als Jugoslawien zerfällt.
Sehr interessant, weil häufig nicht hinlänglich bekannt, ist, dass für innerstaatliche Konflikte die Regeln der „Genfer Konvention“ nicht galten. Bürgerkrieg heißt auch oft, dass sich Außenstehende nicht einmischen soll(t)en. Wenn man aber den Blick auf Afghanistan, Syrien oder die Konflikte in Afrika richtet, so gibt es hier sehr wohl Einmischung von außen. Geld- und/oder Waffenlieferungen, militärische Berater etc. sichern Staaten wie den USA oder Russland ihren Einfluss in der Region.
„Was Bürgerkriege bedrohlicher macht als andere Kriege, ist, dass jeder von uns im eigenen Hause Wache stehen muss.“ (Michel de Montaigne (1533-1592 „Essays“, S. 103)
Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.
Fazit:
Ein empfehlenswertes Sachbuch für alle Geschichtsinteressierten und jene, die sie für die aktuelle internationale Politik interessieren. Gerne gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein ruhiger Weihnachtskrimi
Das Stille Nacht Geheimnis von Manfred Baumann
Als Stella Pilar im fernen Portugal die Nachricht vom schweren Unfall ihres Sohnes Bernardo in Oberndorf bei Salzburg erhält, reist sie sofort nach Österreich. Es fällt ihr nicht leicht in ihre alte Heimat zurückzukehren, die sie voll Zorn vor Jahren verlassen hat.
Bernardo ist wie viele andere Reporter zum 200-Jahr-Jubiläum des wohl bekanntesten Weihnachtsliedes nach Oberndorf gekommen.
Während die Polizei nach wie vor an einen unglücklichen Unfall glaubt, heftet sich Stella auf die Spuren seiner Reportage. Sie hat außer ihrem mütterlichen Willen nur den verwaschenen Hinweis auf „lockiges Haar“. Dann erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite, nämlich von alten Schulkameraden.
Doch ganz untätig ist die Salzburger Polizei auch nicht. In Abwesenheit von Martin Meran, der an EUROPOL ausgeliehen ist, führt Carola Salman die Abteilung und muss sich neben den Sorgen von Stella, mit einer erhöhten Terrorwarnung und den damit verbundenen Grenzkontrollen herumschlagen. Dann verschwindet noch die Stille-Nacht-Gitarre und eine Lösegeldforderung in Bitcoins trifft ein.
Wird die Gitarre rechtzeitig zur Aufführung wiederauftauchen? Und wird es Carola und Stella gelingen, den rätselhaften Unfall von Bernardo aufzuklären?
Meine Meinung:
Manfred Baumann ist ein spannender Weihnachtskrimi abseits vom Kitsch gelungen. Neben Gedanken zur aktuellen Weltlage mit ihrer Terrorgefahr und den vielen Flüchtlingen sowie der Kommerziellen Ausbeutung des Stille-Nacht-Liedes kann der Leser ein wenig in besinnliche Stimmung kommen. Da ist zum Bespiel der kleine Sebastian, der das erste Weihnachtsfest ohne seine verstorbene Oma feiern muss oder die Tochter des Chorleiters, der seine Chormitglieder bis aufs Blut mit seinem Ehrgeiz quält. Da kommt doch das Verschwinden der berühmten Gitarre, die immer Franz Xaver Gruber zugeschrieben wird, aber eigentlich von Joseph Mohr gespielt wurde, gerade recht.
Auch die alltäglichen Sorgen von Carola, die den Spagat zwischen Familie und Beruf sehr gut meistert. Obwohl die behinderte Tochter Hedwig ihr manchmal alles abverlangt.
Manfred Baumanns Krimis der Serie mit Martin Merana sind selten reißerisch oder Action lastig. Dieser hier ist noch ein bisschen ruhiger. Immerhin liegt ja eine Menge Schnee, der die lauten Geräusche dämpft.
Die Auflösung ist so spektakulär wie überraschend. Manchmal sind Grenzkontrollen doch nützlich.
Das Cover passt perfekt zum Thema, da die Oberndorfer Stille-Nacht-Kapelle abgebildet ist. Die schöne Aufmachung mit dem Lesebändchen macht den Krimi zu einem perfekten Weihnachtsgeschenk.
Fazit:
Ein durchaus besinnlicher Weihnachtskrimi, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Die letzte Pirsch von Alexandra Bleyer
Auch mit ihrem dritten Jägerkrimi erfreut Alexandra Bleyer ihre Fans mit einer skurrilen Episode aus dem, an kauzigen Figuren reichen, Mölltal.
Aufsichtsjäger Sepp Flattacher hat gleich mehrere Sorgen. Zum einem gockelt der Paragraphenreiter Dr. Haribert Maierbrugger um „seine“ Irmi herum und zum anderen versucht jemand das Wild verbotener Weise mit Apfeltrestern anzulocken, um gemütlich zu einem kapitalen Bock zu kommen.
Den Selbstmord von Gerfried Ragger kommentiert der grade Michl mit der Bemerkung: „So ein Depp. Das ist doch völlig fia de Fisch. Wer bringt sich denn in dem Alter noch um? Das rentiert sich doch gar nimma!“.
Anders natürlich Polizist Martin Schober, der sich an einen Anruf Gerfried Raggers vor ein paar Tagen erinnert, bei dem Gerfried von Einbrechern und Drohungen gefaselt hat. Ob seines Alters von 84 Jahren hat die Polizei das allerdings als „spinnertes Gefasel“ eines dementen Greises abgetan.
Martin beginnt also seine Nase in die Angelegenheiten der Raggers zu stecken und entdeckt ein paar unschöne Familiengeheimnisse.
Meine Meinung:
Wie immer sind Alexandra Bleyers Jägerkrimis voll von Situationskomik und skurrilen Extravaganzen.
Diesmal allerdings klingen auch ein paar ernste Töne mit: Was tun mit der immer größer werdenden Schar an dementen Personen, die das vorgestern vom heute nicht mehr unterscheiden können? Oder der langen Tradition der Bauern, dass ausschließlich Söhne die Wirtschaft erben können? Unverheiratete Frauen gehen üblicherweise leer aus und sind gerade noch geduldet am Hof. Dass ein Bauernhof nicht unter den, oft zahlreichen Kindern aufgeteilt werden, hat natürlich wirtschaftliche Gründe. Viele kleine Bauernhöfe wären nicht lebensfähig, ein großer schon.
Doch allzu lange brauchen wir nicht im Trübsal blasen versinken. Dafür sorgen schon der Postenkommandant Treichel, der nach wie vor mit Fremdwörtern auf Kriegsfuß steht, aber seine Leute zu einem „anlein-Kurs“ zum Umgang mit demenzkranken Kunden vergattert.
Herrlich auch den Flattacher beim Einkaufen zu begleiten, wo er sich über einen Kunden aufregt, der jeweils 3 Deka Wurst von mehreren Sorten kauft. Sepp ordert dann jeweils 5 Deka – ein Großeinkauf, oder?
Auch ein passionierter Aufsichtsjäger hat so seine Probleme mit dem Zielen und, anstatt die Ursache bei sich zu suchen, bring er seine Ferlacher Büchse beinahe ungesehen zum WaffenDoc.
Genial auch die Fortsetzung der nachbarschaftlichen Beziehungen zu Heinrich Belten, der das Packerl vom Sepp vor der Haustüre für eine Bombe hält.
Die leidige Sache mit dem Ankirren des Wildes lösen Irmi und Sepp gemeinsam. Das war die letzte Pirsch im Mölltal für den Paragraphenheini.
Alexandra Bleyers Schreibstil ist einfach grandios! Ständig entstehen bunte Bilder im Kopf, wie beim Erwähnen der Rotzbremse, die jetzt vielleicht nicht ganz so appetitlich ist wie das von Chief Treichel avisierte Backhendlessen.
Als halbe Kärntnerin bin ich mit dem Dialekt wohl vertraut, doch auch ich habe ein neues Wort gelernt: „Tschurehane“ = langsam arbeitender Mann. Alle anderen Leser finden ein ausführliches Wörterbuch im Anhang.
Gerne habe ich vom „KunstRaum“ und der „GrillKunst“ in Obervellach gelesen. Solche regionalen Besonderheiten mag ich besonders gerne.
Fazit:
Die skurrile Schar aus dem Mölltal ist mir ans Herz gewachsen (naja fast alle). Ich freue mich auf ein Wiederlesen. Die 5 Sterne sind dem Flattacher fix.










