Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
In Onolzheim ist der Hammel los
Hammeltanz von Wildis Streng
Im hohenlohischen Onolzheim ist wie jedes Jahr im Oktober wieder Hammeltanz. Ein Fest, zu dem der ganze Ort zusammen kommt. In diesem Jahr aber gibt es Querelen. Die Scheune, wo einer der Umzugswagen abgestellt ist, brennt ab – zusammen mit dem Wagen. Bei einem anderen Wagen findet der Mann vom TÜV eine durchschnittene Bremsleitung.
Und abends nach dem Hammeltanz wird der neue Büttel Andi Sichler, der nicht nur Freunde in Onolzheim hat, von seiner Frau hinterm Festzelt gefunden. Erstochen - mit dem Degen des Gewinners des Hammeltanzes im Bauch. Außerdem wird der Hammel, der dem Fest seinen Namen gibt, entführt und im Wald wird eine Kunstharzhexe zerschlagen.
Viel Arbeit für das hohenlohisch-westfälische Ermittlerduo Heiko Wüst und Lisa Luft von der Kriminalpolizei Crailsheim, die wohl gerne mitgefeiert hätten.
Dies ist mein zweites Buch von Wildis Streng und so kenne ich die Crailsheimer Ermittler schon ein wenig. Die Oonzamer Kärwe mit dem Hammeltanz lerne ich hier kennen. Genau so wie die vielen Menschen, die am Umzug mit ihren Wagen teilnehmen. Einige davon potentielle Täter. Schön wäre hier ein Verzeichnis der Mitwirkenden gewesen. So musste ich mir einen Spickzettel anlegen, sonst hätte ich die vielen Namen bestimmt durcheinander gebracht.
Die meisten Personen, die hier eine tragende Rolle spielen, sind sehr detailliert und farbig mit Ecken und Kanten und mit ihren Emotionen gezeichnet. Sie haben mein Kopfkino anspringen lassen.
Wer mir wieder sehr gut gefallen hat, sind die Bewohner der Stadt, die noch den einheimischen Dialekt pflegen. Hier musste ich manchen Satz zweimal lesen, damit ich ihn verstanden habe. Aber so war ich auch noch näher am Geschehen dran und in der Geschichte drin.
Die Geschichte an sich ist spannend und interessant aufgebaut. Viele Verdächtige, immer neue Wendungen, die Spannung steigt mit jedem Verdächtigen, der wieder freigelassen werden muss. Der Schluss bzw. der Täter kam für mich ganz unverhofft. Mit dieser Auflösung hatte ich so nicht gerechnet.
Ein spannender Fall, richtig guter Lokalkolorit, die Hohenloher als sympathischer Menschenschlag und richtig gute Unterhaltung von der ich gerne mehr hätte. Ein Lokalkrimi, der bestimmt nicht nur mich begeistert.
Rezensionen von Juli91:
(Geschichtlicher) Roman mit Ecken und Kanten
Piccola Sicilia von Daniel Speck
„Piccola Sicilia“ erzählt die (Lebens-)Geschichten dreier Frauen, die alle eng verbunden sind mit Moritz - einem Propaganda-Filmemacher der Deutschen während des 2. Weltkriegs. Oder ist er eigentlich doch jemand ganz anderes?
Wie diese kurze Beschreibung vielleicht schon erahnen lässt, dreht es sich in diesem Roman um mehr als nur um Liebesgeschichten.
Es geht um Selbstfindung - immer wieder auch um das Abschließen mit Verganenem - vor dem Hintergrund des Tunesiens während des 2. Weltkriegs. Die tunesische Perspektive auf den Krieg nimmt hier eine besondere Rolle ein. Für diejenigen, die sich zuvor nicht mit dieser Perspektive befasst haben, wirft der Roman zeitgleich erschreckende als auch interessante Seiten auf.
Doch wie liest er sich nun eigentlich, dieser tiefgründige Roman? Meine Empfindung: sehr gemischt. Der Roman beginnt interessant. Schnell wird man neugierig auf Nina und ihre Suche nach ihrem Großvater. Es folgen früh die ersten Rückblicke in Moritz' Vergangenheit - also in das Jahr 1942. Macht es zunächst noch den Eindruck, dass Ninas Geschichte hier den dominierenden Rahmen darstellt, zeigt sich bald, dass sie lediglich dazu dient, um die Geschichte von Tunis 1942 in die Gegenwart zu bringen. Denn mehr als eine Rahmengeschichte stellt Ninas Geschichte den gesamten Roman über nicht da. Die tunesische Geschichte steht hier klar im Fokus, man sollte also durchaus Lust auf das Thema haben.
Was den Spannungsaufbau angeht, macht es einem der Autor zudem nicht immer ganz leicht. Insbesondere zum Anfang des Romans wirft er Vorausdeutungen ein, die schon erahnen lassen, wie die Geschichte für bestimmte Figuren verlaufen wird. Das hat mir ab und an leider die Freude am Lesen genommen.
Auch die Hauptfiguren machten es mir nicht immer ganz so leicht, Empathie zu entwickeln. Das wurde zum Ende des Romans leider nur noch schwerer, sodass der Roman und ich nun etwas unzufrieden auseinander gehen...
Ein paar Worte muss ich abschließend noch zum Klappentext verlieren, denn dieser scheint mir nicht ganz treffend. "Gemeinsam enthüllen sie ein faszinierendes Familiengeheimnis" scheint mir hier etwas zu hoch gegriffen. Hier wird nichts enthüllt, lediglich aus der Vergangenheit berichtet. Der Teilsatz "Drei Frauen aus drei Ländern (...) verbunden durch eine Liebe" führte mich leider auch etwas in die Irre. Denn hier geht es nicht etwa um drei Liebesgeschichten, ohne hier zu viel spoilern zu wollen. ;-) Auf die dritte Frau wartete ich am Ende vergebens. (Auch wenn es im Nachhinein Sinn ergibt wer als dritte Frau gemeint ist.)
Mein Fazit: Der Roman enthält viele schöne Zitate, berührende Weisheiten und auch neue interessante Seiten des 2. Weltkriegs, die mir vorher unbekannt waren. Das große Ganze hat jedoch seine Ecken und Kanten, da Hauptfiguren nicht immer nachvollziehbar handeln - sogar soweit, dass ich mir einen anderen Ausgang für die Geschichte gewünscht hätte.
Rezensionen von PFIFF:
Krimi um Geheimnisse rund um den Gral
Bretonische Geheimnisse von Jean-Luc Bannalec
Kommissar Dupin ist mit seinen Kollegen zum Zweck eines Betriebsausflugs auf dem Weg zum Wald von Brocéliande in der Bretagne, bekannt für magische Seen und Wälder, die eng mit der Artussage zusammenhängen, wenn nicht sogar der Ursprung sind.
Der Mord an einem Mitglied der Artus-Forscher vorort soll von ihm aufgeklärt werden, da ihn ein befreundeter Kommissar aus Paris darum bittet.
Bei Foschungen in England war schon vorher ein Wissenschaftler aus dieser Runde verstorben, ob eines natürlichen oder gewaltsamen Todes, konnt noch nicht festgestellt werden.
Die anderen Mitglieder der Gesellschaft machen den Eindruck, etwas zu verschweigen, und erzählen nur stockend und scheibchenweise, was der Kommissar und seine Kollegen wissen wollen. Es ist mühsam und frustrierend, noch dazu weil das Morden weitergeht.
Dupin ist sicher, dass es um eine sensationelle Entdeckung geht, die jeder Wissenschaftler für in Anspruch nehmen möchte.
Als seine zwei Kollegen spurlos verschwinden, wird fieberhaft nach ihnen gesucht. Langsam erkennt Dupin die Zusammenhänge und Motive und kann letztendlich alles aufklären.
Rezensionen von PFIFF:
Ein Astronaut hilft einer verzweifelten Familie
Miss Gladys und ihr Astronaut von Barnett David M.
Im Haus der Ormerods ist der Teufel los. Nach dem Unfalltod der Mutter schlittert der Vater von zwei Kindern auf der Suche nach einem Nebnverdienst ieine kriminelle Angelegenheit und muss zwei Jahre in Haft verbüßen.
Seine Mutter führt den Haushalt, doch ihre zunehmende Demenz und der finanzielle Engpass nach einem Betrug lässt die 15-jährige verzweifeln.
Der 10-jährige Bruder will an einem Wettbewerb teilnehmen. Doch das Geld dazu fehlt.
Der Zufall will es, dass der Astronaut Thomas Major aus dem All seine geschiedenen Frau anrufen will, aber Gladys erreicht. Es entspinnt sich eine Beziehung zwischen dem einsamen Mann und der in Not geratenen Familie. Er will helfen und schaffte es auch mit ganz außerordentlichen Einfällen.
Eine skurile, amüsante und berührende Geschichte.
Rezensionen von PFIFF:
Familiengeschichte der Geschwister Lenobel
Bruder und Schwester Lenobel von Michael Köhlmeier
Der jüdische Wiener Psychiater verschwindet, ohne seiner Frau Hanna etwas zu sagen. Sie bitte ihre Schwägerin Jetti, ihr beizustehen und zu helfen, herauszufinden, wo er sein könnte.
Köhlmeier entwickelt eine Familiengeschichte, erklärt nach und nach, wieso es zu dieser rätselhaften Situation gekommen ist.
Er schildert die Entwicklung der drei unterschiedlichen Charaktere, ihre Beziehungen untereinander und zu Freunden und Geliebten.
Anfangs etwas sperrig, aber nach und nach interessant und amüsant.
Rezensionen von heinoko:
Gemischte Gefühle
KA - Das Reich der Krähen von John Crowley
Wir leben an einem Ort, der durch seine „Krähenplage“ in den Zeitungen zu besonderer Berühmtheit gelangte. Ich dagegen fühlte mich noch nie von den Krähen geplagt, sondern habe bisher stets mit großem Interesse diese so überaus klugen und geschickten Vögel beobachtet, die ja leider mit einer nicht gerade melodischen Stimme gesegnet sind.
Insofern sprach mich das Buch spontan an, obwohl Fantasy nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre ist.
Den Inhalt in komprimierter Form gibt der Klappentext perfekt wider: „Dar Eichling ist die erste Krähe der Weltgeschichte, die einen eigenen Namen bekommt. Sie erfindet eine Sprache für das Krähenvolk, fliegt in die Anderswelt und stiehlt versehentlich die Unsterblichkeit. In zahlreichen Leben freundet sie sich mit Menschen aus verschiedenen Epochen an und entdeckt an der Seite des Heiligen Brendan Amerika – immer auf der Suche nach der Wahrheit über Leben und Tod. Bis sie in einer Zeit, in der unsere Welt bereits in Trümmern liegt, einen Menschen findet, dem sie ihre Geschichte erzählen kann. Denn wahre Unsterblichkeit liegt in den Geschichten, die immer weiter erzählt werden ...“
Leider hat mich das Buch jedoch mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Es mäandert zwischen Fantasy und Sachbuch hin und her und ist dadurch streckenweise regelrecht langweilig zu lesen. Große Themen werden berührt, manchmal auf sehr wunderbare, feinsinnige Art und Weise, dann wieder schweift der Autor ab und wird episch breit und sachlich-nüchtern, was mir die Freude am Buch ziemlich verleidete. Bestechend gut ist die Beobachtungsgabe des Autors! Durch seine präzisen Schilderungen habe ich gelernt, noch viel genauer diese wunderbaren Vögel zu beobachten. Mal sehen, ob ich eines Tages von ihnen eine der zahllosen Geschichten erzählt bekomme, die unsterblich sind.
Rezensionen von liesmal:
Wunderwerk Füße - Gehen ist Glück
Gehen. Weiter gehen von Kagge Erling
Gehen. Weiter gehen – Eine Anleitung. Das Sachbuch umfasst nur etwa 150 Seiten, ist aber ein Lesevergnügen mit Informationen auch anderer Schriftsteller, Philosophen und Wegbegleiter. Der Norweger Erling Kagge begeistert mit kleinen Geschichten und vielen interessanten Beschreibungen seiner Wege.
Unter dem Schutzumschlag verbirgt sich ein Einband, der ein Waldstück von oben zeigt, ein kleiner Augenschmaus gleich zu Beginn. Dazu kommen einige Fotos als schmückendes Beiwerk, gedruckt auf edlem Papier. Ein schon äußerlich sehr schönes Buch.
Hier einige von vielen Besonderheiten:
Sehr beeindruckend istfür mich die Schilderung über Los Angeles mit dem Hinweis darauf, dass es dort kaum Bäume, dafür aber so viele Maniküre-Salons gibt, dass der Eindruck entsteht, die Hälfte der Einwohner poliert der anderen Hälfte die Nägel.
Die Gedanken des Autors zu der Frage, was Adam außerhalb des Paradieses gemacht haben könnte, finde ich sehr unterhaltsam, ebenso seine Erlebnisse auf den Spuren Robinson Crusoes.
Die Beschreibung der Füße als „beste Freunde“ lässt seine Liebe zum Gehen ganz besonders spüren.
Die Erkenntnis, dass viel guter Champagner, getrunken vor einem Kamin im Wohnzimmer, nicht bestehen kann vor einem glühend heißen Grog, frierend und auf dem Eis stehend genossen.
Ganz besonders berührt mich die Geschichte der blinden Maria.
In ganz engen Grenzen hält mich meine Begeisterung allerdings bei der Schilderung über das Gehen im Untergrund in den Abwasserkanälen New Yorks. Aber dennoch ein interessanter Aspekt.
Ein wunderbares Buch, das dazu einlädt, die eigenen Füße und das Gehen wieder mehr zu fordern und den Spaß daran zu entdecken!
Rezensionen von ikatzhorse2005:
Die Fröhlichkeit der Buchstaben
Der Wortschatz von Vorpahl Elias
Der Wortschatz, geschrieben von Elias Vorpahl
Diese unglaubliche Geschichte handelt von einem Wort und der Reise zu sich selbst. Das kleine Wort hat seinen Sinn verloren und begibt sich auf die Suche in die Welt der Buchstaben und Wörter.
Wer sich auf diesen fantastischen Streifzug gemeinsam mit dem Wort einlässt, begibt sich auf anspruchsvolle und spannende Erlebnisse der Grammatik, Orthographie und der vielfälltigen Möglichkeiten der deutschen Sprache.
Im höchsten Maße geistreich erschafft Elias Vorpahl in jedem einzelnen Kapitel eine Symbiose aus Buchstaben, deren Bedeutung uns ungeahnte Mittel und Wege aufzeigen. Diese aufgeweckte Lektüre liest sich wie ein Märchen für Erwachsene. Mich haben die Zeilen mit einer Fülle von Emotionen beglückt und so manchen Lacher aus mir herausgelockt, als der eigentliche Sinn kurz nach dem Lesen in seiner berauschenden Fülle in mein Bewußtsein drang. Hier konzentriert man sich wirklich auf das geschriebene Wort im gesamtem Repertoire der Sprache und deren Variationen. Der Autor befasst sich mit der Ausformulierung und Umstellung von Wörtern, Wortarten sowie Zusammensetzungen, Worterweiterungen- und verlusten. Die Lyrik und Poesie kommt dabei nicht zu kurz. Ein allumfassender Text, der soviel zu erzählen hat.
Dieses kleine Büchlein mit den filigranen Illustrationen und dem beschreibendem Cover ist ein absoluter (Wort-)Schatz. Vielleicht findet diese besondere, scharfsinnige Lektüre einen festen Platz in höheren Klassenstufen als mögliches Unterrichtsmaterial, ohne Textstellen auseinander zu pflücken, sondern einfach zum Genuß, zur Anregung sowie zum Nachdenken. Dies ist eine gelungene Gelegenheit, die deutsche Sprache als Wunderwerk zu erkennen und zu lieben.
Rezensionen von LEXI:
Ein brandgefährlicher Hüttenzauber mit dem Jennerwein-Team
Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt von Maurer Jörg
In diesem elften Band der Alpenkrimi-Reihe um den sympathischen Kult-Ermittler Hubertus Jennerwein lädt der Kriminalhauptkommissar seinen Allgäuer Kollegen Ludwig Stengele, Polizeiobermeister Franz Hölleisen, die preußische Kommissarin Nicole Schwattke, Polizeipsychologin Dr. Maria Schmalfuß und den gewitzten Spurensicherer und Technik-Freak Hansjochen Becker zu einer Betriebsfeier in seine abgelegene Berghütte ein.
Das Jennerwein- Team wird zudem um die Gerichtsmedizinerin Verena Vitzthum mit ihrem jungen Begleiter sowie Jennerweins Vorgesetzten Polizeioberrat Dr. Rosenberger ergänzt, der seinerseits einen Überraschungsgast ankündigt. Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen und ein völlig durchnässter hilfesuchender Wanderer wird wohlwollend aufgenommen. Die Stimmung schlägt jedoch um, als sich unangenehme Vorahnungen bestätigen und die Situation schließlich eskaliert. Hubertus Jennerwein sieht sich und sein Team mit einem brandgefährlichen Kriminellen konfrontiert, der das Leben aller Anwesenden bedroht und zu verhindern sucht, dass irgendjemand diese Hütte lebend verlässt. Abgeschnitten von der Zivilisation, ohne Handyempfang und ohne Waffen müssen die Kriminalbeamten beweisen, dass sie ihr Intellekt, ihre Erfahrung, ihre langjährig erprobte gute Zusammenarbeit und ihr perfektes Funktionieren als Team zu retten vermag. Es beginnt ein Kampf auf Leben und Tod.
Jörg Maurer liefert mit seiner aktuellen Neuerscheinung erneut einen brisanten Kriminalfall, der mit einem sehr hohen Spannungsfaktor aufwartet. Auch in seinem elften Fall arbeitet der Autor mit vielen Handlungssträngen, die er erst nach und nach zusammenführt. Gleich zu Beginn begleitete der Leser Jennerwein und Stengele zur Berghütte, wo sie sich als erste Hürde Eintritt in die perfekt gesicherte Hütte verschaffen müssen. In einem weiteren Handlungsstrang entdecken zwei hyperintelligente Seidenspinnerschmetterlinge aus dem Weltall auf einem unbelebten Planeten, der einst Erde genannt wurde, einen uralten Schlüssel mit genetischen Spuren, die auf einen attraktiven Mann in den Fünfzigern schließen lassen. Nebenbei werden immer wieder Kapitel eingeflochten, die dem Leser die verschiedensten Mordmethoden vor Augen führen und reichliche Informationen zum Umgang mit Schießpulver und hoch explosiven Stoffen liefern. Zwischendurch liest man von Verena Vitzthum und Hubertus Jennerwein, die sich mit ihrem Team in einer finalen, aussichtslosen Situation befinden. Des Weiteren darf man den Weg einer gesichtslosen, dunkel gekleideten und leicht verwundeten Gestalt durch den verschneiten Wald mitverfolgen, die Waffe und Fernglas mit sich trägt. Zeitgleich sind in der Nacht des Geschehens drei Snowboarder in offizieller Mission unterwegs, denen man ausführliche Informationen zu dieser Sportart verdankt. In einem weiteren Handlungsstrang taucht eine Informantin auf, deren Tarnung aufgeflogen ist und die niemandem mehr vertraut. Zu alledem erfährt man durch die Dialoge eines zunächst anonym bleibenden Paares, dass eine Drohne auf Jennerwein angesetzt wurde, die Hansjochen Becker gefunden und kurzerhand mitgenommen hat. Der letzte Handlungsstrang, in dem Hubertus Jennerwein von seiner Schulzeit erzählt, beinhaltet abgesehen von der Haupthandlung aus meiner Sicht den größten Spannungsfaktor. In laufenden Rückblicken schildert der Kriminalhauptkommissar das Vorgehen eines raffinierten und äußerst geschickten Unbekannten in seiner damaligen Schule, der sowohl die Schüler, als auch das gesamte Lehrpersonal mit Stinkbomben auf Trab hält. Hubertus Jennerwein erzählt von seinen Beobachtungen und dem damit verbundenen aufkeimenden Wunsch, seine Ermittlungstätigkeiten auch in beruflicher Hinsicht auszuüben.
Jörg Maurer bleibt seinem einnehmenden und lockeren Schreibstil auch in diesem Band treu, sorgte jedoch diesmal für einen sehr hohen Spannungsfaktor. Die Charakterisierung der handelnden Figuren und die Darstellung der in jahrelanger Routine perfekt aufeinander abgestimmten Zusammenarbeit des Team Jennerwein ist ihm ausgezeichnet gelungen. Die bekannt-berüchtigten Graseggers spielen in diesem Buch zwar nur eine sehr kleine, dafür aber für eine bestimmte Nebenfigur lebensrettende Rolle. Eine weitere Nebenfigur gewinnt im Verlauf der Handlung ebenfalls zunehmend an Bedeutung, ihr wird sehr bald die Rolle des Antagonisten zuteil. Dem vom Autor gewohnten grandiosen Humor wurde durch den Auftritt der scheinbar unverwüstlichen Gisela Rechnung getragen. Ansonsten weist dieser neue Fall einen deutlich höheren Spannungsbogen als seine Vorgänger auf und für das Team Jennerwein wird es diesmal wirklich ernst.
Obgleich dieser Fall letztendlich einige lose Enden aufweist und ich gerne etwas über den Verbleib des angekündigten Überraschungsgastes und der enttarnten Information in Erfahrung gebracht hätte, empfand ich auch diesen neuen Alpenkrimi aus der Feder Jörg Maurers als absolut gelungen. „Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt“ hat mich ausgezeichnet unterhalten und für höchst anregende Lesestunden gesorgt. Ich freue mich bereits jetzt auf den nächsten Band um Hubertus Jennerwein und sein sympathisches Team, das mir nach nunmehr elf Fällen bereits sehr ans Herz gewachsen ist.
Rezensionen von Caroline :
Ab ca. Seite 150 ein wahrer Pageturner
Im Visier des Mörders von Sharon Bolton
Eine Fahrt mit einem Heißluftballon schenkt Jessica ihrer Schwester zum 40. Geburtstag. Da sie in einem Kloster lebt, gewährt ihr die Äbtissin für diesen speziellen Anlass eine Auszeit vom streng geregelten Klosteralltag. Diese Fahrt endet desaströs. Die Passagiere beobachten von der Luft einen Mann, der ein Mädchen verfolgt und angreift.
Die Augenzeugen bleiben nicht unbemerkt und der vermutliche Mörder verfolgt das auffällige Ziel und dabei stürzt der Ballon ab. Außer Jessica sterben alle dabei und der Mann sucht und verfolgt die junge Frau. Ein Katz und Maus Spiel auf Leben und Tod beginnt.
Wie hat es mir gefallen?
Nachdem ich von der Autorin „Er liebt sie. Nicht“ begeistert gelesen habe, durfte ich dieses Buch als Rezensionsexemplar vom Verlag lesen.
Ich möchte euch kurz erzählen, warum mich die Geschichte so angesprochen hat: Im Jahr 2000 habe ich ebenfalls eine Fahrt mit einem Heißluftballon gemacht. Dabei kam es zu einem blöden Unfall und mir musste der linke Zeigefinger amputiert werden. Seither misstraue ich solchen Dingern, aber die Fahrt war unbeschreiblich schön und wundervoll.
In diesem Buch geht der Unfall leider nicht so glimpflich aus. Der Absturz endet damit, dass viele der Passagiere sterben. Die einzige überlebende Augenzeugin flieht vom Schauplatz des Unglücks, denn der Mörder nähert sich. Sie fürchtet ihm nicht gewachsen zu sein, denn sie ist verletzt und könnte sich nicht wehren.
Soweit wäre es eine recht gewöhnliche Story mit einem großen Knall zu Beginn. Aber die Autorin ist bekannt für ihre Wendungen. Mit Fortgang der Handlung erkennt der Leser den Roten Faden, aber es gibt einige sehr überraschende Entdeckungen, die mir sogar zweimal den Atem raubten. Ich musste sogar zurück blättern, um mir gewisse Passagen nochmals durchzulesen. Damit ist gewährleistet, dass das Buch unbedingt weiter gelesen werden muss.
Um nicht mehr zu verraten, gebe ich keine weiteren Informationen preis, denn genau die Unwissenheit macht die Lektüre zum absoluten Leckerbissen. Viel Spaß beim Lesen!
www.mariessalondulivre.at











