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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Tyrolia-Testleser:

Leonie, 11 Jahre aus Schwaz:

Karis magischer Sommer von Åsa Anderberg Strollo

Die Sommerferien sind da und blöderweise geht es dieses Mal samt ihren Eltern, ihrer Schwester Victoria und ihrem Hund nach Schweden, weil Karis Mutter dort ein Haus geerbt hat. Nix mit Spanien zum Opa. Alle streiten dauernd, und Kari hat das Gefühl, dass irgendetwas hier nicht stimmt. Sie schreibt alles in ihr Notizbuch, das sie von ihrem Lehrer bekommen hat.

Merkwürdige Dinge passieren: Es beginnt extrem zu stinken, die Polster liegen alle am Boden, eine abgeschlossene Geheimtür wird entdeckt, der Hund hört komische Geräusche…. all diese Dinge geben Rätsel auf.
Beim Spazieren entdeckt Kari zwei Katzenbabies, die sie einstweilen behalten darf. Karis Papa reist ab, da er sich gestört fühlt und wegen der ganzen komischen Sachen nicht schlafen kann.

Übers Internet beginnt Kari über den Ort zu recherchieren, weil ihr das alles komisch vorkommt. Auch begibt sie sich auf die Suche nach dem Schlüssel für die abgeschlossene Kellertür. Als der Schlüssel gefunden wird, finden sie eine Kiste mit selbst genähter Kleidung……

Wie alles genau ist, kann ich aus Platzgründen hier nicht erklären, aber zum Schluss klärt sich alles auf und Kari hat die spannendsten Ferien, die sie jemals hatte.

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Rezensionen von KimVi:

Spannendes Katz- und Mausspiel

Hasenjagd von Kepler Lars

Der schwedische Außenminister wird brutal ermordet. Der Staatsschutz vermutet einen terroristischen Hintergrund und versucht den wahren Tathergang zu vertuschen. Um den Mord aufzuklären, wird Joona Linna, der seit zwei Jahren seine Gefängnisstrafe in der JVA Kumla verbüßt, vom Premierminister um Hilfe gebeten.

Joona wird dafür eine vorzeitige Entlassung in Aussicht gestellt. Als ein weiterer Mord geschieht, entwickelt sich der Fall ganz anders als gedacht....

"Hasenjagd" ist bereits der sechste Fall für Joona Linna. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann folgen, wenn man noch keine Vorkenntnisse hat. Um die privaten und beruflichen Nebenhandlung der Hauptcharaktere und ihre Weiterentwicklung zu verfolgen, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Wichtige Hintergrundinformationen werden allerdings so in die Handlung eingestreut, dass man auch als Quereinsteiger einen guten Überblick bekommt und dem aktuellen Geschehen mühelos folgen kann.

Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt problemlos. Man befindet sich sofort mitten im spannenden Geschehen, da man die letzten Minuten im Leben des schwedischen Außenministers verfolgt und diese es wirklich in sich haben. Die Spannung ist deshalb von Anfang an spürbar und zieht sich durch das gesamte Buch. Die Handlung wird dabei aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Zunächst kann man nicht alle miteinander in Verbindung bringen, doch im weiteren Verlauf verknüpfen sich die verschiedenen Stränge.

Der Fall selbst ist nicht so leicht zu durchschauen, denn der wahre Täter lässt sich erst spät enttarnen. Deshalb ist man lange hin- und hergerissen und weiß nicht so recht, wie alles zusammenhängen könnte. Das Autorenduo Kepler sorgt wieder für einige überraschende Wendungen, die dazu führen, dass man eigene Überlegungen kritisch überdenken und neu ansetzen muss.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Es wird viel Wert auf die Hintergründe der unterschiedlichen Protagonisten gelegt. Dadurch flacht die aufgebaute Spannung zwar manchmal etwas ab, allerdings bleibt es stets interessant und durch die detailliert beschriebenen Informationen und Verbindungen, wirken die Charaktere äußerst lebendig und ihr Handeln nachvollziehbar. Beim Lesen sollte man allerdings nicht zu zartbesaitet sein, da der Täter mit seinen Opfern nicht gerade zimperlich umgeht und das Autorenduo es hervorragend versteht, diese Szenen eindrucksvoll zu beschreiben. Zum Ende hin laufen alle Handlungsfäden in einem spektakulären Finale zusammen, das man atemlos verfolgt.

Ich habe bereits alle Bände der Reihe gelesen und war auch von diesem Fall wieder begeistert. Denn ich war vom ersten Moment an mitten im Geschehen und konnte mich ganz auf die spannende Jagd nach dem Killer einlassen. Ich habe diesen Thriller geradezu verschlungen und bin gespannt, wie es mit Joona Linna weitergehen wird. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich alle fünf Bewertungssternchen und eine klare Leseempfehlung.

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Rezensionen von office@zirngast.net:

Familien miteinander verknüpft

Piccola Sicilia von Daniel Speck

Meine Meinung zum Buch:
Mir hat der Schreibstil, der sehr lebendig und detailgetreu ist, sehr gut gefallen. Als Leser kann man sich fallen lassen und ist plötzlich mitten im Geschehen. Die Rahmengeschichte von Nina hat mir nicht ganz so gut gefallen, da mir von Nina als Charakter zu wenig gezeigt wurde.

Sie war stets verschlossen, auch gegenüber Joelle. Von ihrer Scheidung hat sie kurz erzählt und das kurze Aufflackern ihrer Beziehung zu Patriece, viel mehr hat sie nicht von sich und ihrem vorigen Leben und ihrer Familie preisgegeben. Gerade dieser Aspekt, wie Nina aufgewachsen ist, mehr darüber, wie sie ihre Mutter und ihre Großmutter erlebt hat, hätte ich spannend gefunden. Joelle ist aufgrund ihres Charakters offener, sie erzählt gerne und ausschweifend und hat auch Nina einen guten Einblick in das Leben von Moritz und wie es sich langsam mit dem Leben von Yasmina und Joelle verknüpft hat, gegeben.
Zahlreiche Zitate zu Beginn der Kapitel und auch zwischendurch waren treffende Sätze, die ich mir während des Lesens notieren musste und die zu weiteren Denkansätzen verleiten. Dies finde ich an Büchern besonders schön, wenn es gelungen ist, dass das Buch auch nach dem Lesen noch weiterwirkt und beschäftigt. Das ist bei „Piccola Sicilia“ auf alle Fälle gegeben.
Die Kriegssituation wurde auch von mehreren Seiten und von unterschiedlichen Nationalitäten aus gemeinsam betrachtet. Interessant war hier vor allem, wie sich die Menschen in Notsituationen verändern. Manche werden dadurch stärker, andere werden zu Mitläufern. Vor allem die persönliche Entwicklung von Moritz habe ich schön gefunden. Auch die Bedeutung von Familie hat sich mit der Zeit verändert, von der Kernfamilie bis später zu Familienmitgliedern, die zwar nicht blutsverwandt sind, dafür aber mit dem Herzen für immer verbunden.
Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist der doch sehr offene Schluss, bei dem einige Fragen und Situationen ungeklärt bleiben. Hier hätte ich es schöner gefunden, wenn Joelle und Nina noch einen weiteren Tag angehängt hätten und die Geschichte noch ein wenig weiter erzählt wird.

Mein Fazit:
„Piccola Sicilia“ erzählt die Geschichte von unterschiedlichen Familienkonstellationen, vom Zusammenleben der Kulturen und vom Krieg – und dies alles in wunderschöner Sprache verpackt, mit Liebe zum Detail.

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Rezensionen von heinoko:

Ein Lehrbuch für die Kraft des Willens

Verschieben wir es auf morgen von Maertens Miriam


Auf der Rückseite des Buches steht die eigentliche Botschaft des Buches, der in meinen Augen wichtigste Satz: „Fast alles liegt in meiner Hand, mein Wille hat einen enormen Einfluss auf mein Leben.“
Miriam Maertens lässt uns teilhaben an ihrer Kindheit und Jugend, an ihrem gesamten Werdegang, aber auch an ihrer Familie und ihren Freunden.

Miriam Maertens ist an Mukoviszidose erkrankt, die Ärzte prognostizieren ein kurzes Leben. Und Miriam Maertens ist Schauspielerin, und zwar Bühnenschauspielerin. Ein Widerspruch in sich, eigentlich eine Unmöglichkeit!
Die Autorin schildert fast emotionslos und ohne jegliches Selbstmitleid ihren Lebens- und Leidensweg bis hin zur – fast zu späten – Lungentransplantation. Schon als Kind beschließt sie, einfach so zu leben, als sei sie gesund. Sie will am Leben teilhaben, es in vollen Zügen ausschöpfen, und vor allen Dingen will sie ihren Traum leben, nämlich Schauspielerin zu werden. Dies alles trotz körperlicher Schwäche, trotz der lebensnotwendigen Inhalationspausen, trotz der kräftezehrenden immer wiederkehrenden Kämpfe gegen Infektionen. Doch damit nicht genug! Sie will ein Kind, und sie bekommt einen Sohn. Ihr Körper unterwirft sich immer wieder neu dem unermesslich starken Willen der Autorin. Und sie schafft das Unvorstellbare, wechselt je nach Engagement zigmal den Wohnort, versorgt ihren Sohn und ihren Hund, verschweigt ihre Krankheit, widersetzt sich den Ratschlägen der Ärzte, feiert Erfolge – und ignoriert weitgehend die Zeichen, die ihr Körper setzt. Denn auf der Bühne gibt es keine Schonung und im Selbstverständnis von Miriam Maertens auch nicht. Bis es fast zu spät ist. Und noch einmal baut sie mit enormer Willensstärke die allerletzte Kraft auf, um die Lungentransplantation zu überstehen.
Das Buch hat mich tief beeindruckt und bewegt, es hat mich das Glück spüren lassen, ganz selbstverständlich atmen zu können und es hat mich gelehrt, welch immense Kraft in Disziplin und Willenskraft stecken. Ein Mut machendes, ein starkes Buch!

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Rezensionen von begine:

Unsere Vergangenheit

Eine Familie in Deutschland - Zeit zu hoffen, Zeit zu leben von Peter Prange


Von Peter Prange habe ich schon einige Romane gelesen. Der neue Roman „Eine Familie in Deutschland Zeit zu hoffen, Zeit zu leben“ ist eine berührende lebensnahe Familiengeschichte. Dieses ist der erste Teil der Geschichte, der zweite Teil wird im Herbst 2019 erscheinen.
Es geht um die Familie Ising die schon mehrere Generationen eine Zuckerfabrik in Fallersleben im Wolfsburger Land.

Die einzelnen Personen sind ganz unterschiedliche Charaktere und haben ihre Gesinnungen. Da gibt es Parteigenossen und ein jüdischer Schwiegersohn.
Wir lernen in dem Roman einige Prominente kennen, da sind Ferdinand Porsche und Leni Riefenstahl.
Interessant ist, wie 1938 die Stadt Wolfsburg für die Autoindustrie entstand.
Peter Prange hat den Roman ohne große Grausamkeiten geschrieben, allerdings kennen wir alle die tatsächlichen Zustände im Deutschland dieser Zeit. Da habe ich immer wieder Angst um einzelne Personen.
Die 672 Seiten des Romans werden nie langweilig. Dieser Teil endet 1939.
Es ist eine interessante Lektüre der ich gerne eine Leseempfehlung gebe.

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Rezensionen von DieLeserin:

Ein politischer Krimi, der unterhält.

Wo Rauch ist von Gudrun Lerchbaum

Der türkischstämmige Journalist Can Toprak ist tot. Angeblich ein anaphylaktischer Schock. Doch Olga Schattenberg glaubt diese Version des Todes nicht. Denn Cans Ex weiß, dass der Journalist brisante Recherchen geführt hat, die mit dem türkischen Geheimdienst und der österreichischen rechten Szene zu tun hatten.

Nun sitzt aber Olga Schattenberg im Rollstuhl. MS. Mitleid erträgt sie aber gar nicht, im Gegenteil, die Frau ist alles andere als zimperlich und fährt auch schon mal absichtlich falsch geparkte Autos an.
Vielleicht passt auch deswegen Kiki so gut zu ihr. Die gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun bei Olga einen Job gefunden hat. Und Adrian Roth, der Grabredner ist auch mit von der Partie, wenn auch recht unbeholfen und unglücklich er in diesem Fall einbezogen wird. Aber irgendwie scheint Olga ihn in den Bann gezogen zu haben.

Dieses bunte Trio mischt nun ordentlich auf. Und das liest sich sehr unterhaltsam, mit viel Humor und einem Schmunzeln.
Der Hintergrund ist politisch brisant, denn da werden Fäden gesponnen, die es hoffentlich in Wirklich nie geben wird, die aber im Bereich des Möglichen wären. Da wird auch mal angeprangert, Religion und Homosexualität, Steuerung der rechten Szene durch Geheimdienste, Überwachung der Bürger und wer den Mund aufmacht, diese Spielchen aufzudecken droht, wird ausgeschaltet.

Das gibt diesem unterhaltsamen Krimi seine Ernsthaftigkeit zurück. Und doch liest man dieses Buch immer mit einem Schmunzeln. Denn Olga, Kiki und Adrian sind ein ganz besonderes Gespann. Und darf gerne nochmals eingespannt werden, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

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Rezensionen von DieLeserin:

Brutale, düstere, blutige Revolverstory!

Zum Leben verdammt von Daniel Woodrell

Man sagt, hinter jeder Lüge steckt ein Fünkchen Wahrheit. Und vielleicht gehört zu einem richtig guten Roman auch ein Funke Realität. Denn real ist der Hintergrund zu „Zum Leben verdammt“, der sich um den Sezessionskrieg der Vereinigten Staaten von Amerika dreht. Dieses brutale Stück Zeitgeschichte zeigt nämlich Daniel Woodrell in diesem Buch.

Und dabei geht es nicht zimperlich zu, denn die Revolverstory ist durchsiebt von Kugeln und durchtränkt mit Blut.

Beinahe fängt die Geschichte idyllisch an. Missouri im Jahr 1861, zwischen Hügeln und Tälern, Hickorywäldchen und Hornsträuchern reiten ein paar Jungs mit ihren Pferden umher und atmen frischen Frühlingsduft. Doch das hält nur wenige Zeilen an, dann geht es schon zur Sache, genauer gesagt zu einer Pappel, wo kurz darauf ein Strick mit 13 Wicklungen einen erhängten Familienvater baumeln lässt.

Die Jungs sind nämlich alles andere als junge Reiter, die die Gegend genießen. Die Jungs stecken in yankeeblauen Tarnuniformen und kämpfen unter dem Banner der Schwarzen Fahne für eine Rebellengruppe namens First Kansas Irregulars. Denn hier in Missouri herrscht Krieg. Die Männer des Nordens kämpfen gegen die Männer des Südens.
Ein Mann des Südens ist auch der Ich-Erzähler Jake Roedel, der blindlings seinem Fastbruder Jack Bull folgt.

Es folgt eine Geschichte des Krieges, der Gewalt, der Unmenschlichkeit, des Misstrauens, des Blutes. Freunde werden zu Feinden, Frauen zu Witwen und Kinder zu Waisen. Einen Hauch Menschlichkeit gibt es in Form von Briefen, die Roedel bei sich trägt und seinen Rebellenmitgliedern vorliest. Ein paar geschriebene Worte der Sehnsucht, der Hoffnung, die dieses Gemetzel kurz innehalten lässt, bevor es weiter geht in die nächste Stadt, zum nächsten Blutrausch.
Diese Gewaltspirale steigert sich immer mehr und artet schließlich aus. Irgendwann stellt sich die Frage, wofür man überhaupt kämpft. Ob dieser Kampf jemals ein Ende finden kann. Ob es Freiheit wirklich gibt. Irgendwo. Weiter weg.

Woodrell hat hier ein Stück Zeitgeschichte beeindruckend in eine fiktionale Geschichte verarbeitet, die nüchtern erzählt ist, aber gerade dadurch nachdenklich macht. Wie sinnlos Krieg ist, wird hier bildhaft gezeigt. Es ist kein Wohlfühlroman, sondern eine Revolvergeschichte der Antihelden. Aber die ist richtig gut erzählt. Lesetipp!

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Rezensionen von Ro_Ke:

Nicht oder, sondern und!

Piccola Sicilia von Daniel Speck

Meine Meinung:

Durch meine u. a. nordafrikanischen Wurzeln habe ich selbst schon einige Zeit in Algerien und Tunesien verbracht, mich aber nie mit deren geschichtlichen Bezug zum 2. Weltkrieg auseinandergesetzt. Ich fand es daher absolut großartig, dass Daniel Speck mir mit diesem Roman einen Einblick in genau diese Perspektive eröffnet und habe sie förmlich in mich aufgesogen.

Der Autor besitzt einen sehr mitreißenden, reich bebilderten und vor allem sprachlich beeindruckenden Schreibstil, so dass ich die Geschichte mit sehr strammen Fesseln verfolgt habe.

Jedoch muss ist das etwas differenzieren, da sich das lediglich auf die Handlungsstränge in der Vergangenheit bezieht und mein Interesse an den Geschehnissen in der Gegenwart rund um die Archäologin Nina, insbesondere an ihrem Liebesleben, leider nicht geweckt wurde. Da der Fokus aber klar auf die Zeit um 1942 liegt, fällt dieser Kritikpunkt nur sehr gering aus.

Für mich war es sehr lehrreich zu erfahren, wie die vielen unterschiedlichen Kulturen und Religionen in Tunis friedlich zusammen gelebt haben und es stimmt natürlich nachdenklich, dass ein derart toleranter und respektvoller Umgang in der heutigen Zeit nahezu undenkbar ist.

Eine große Stärke des Autors liegt in der Darstellung seiner Stimmungsbilder, denn diese transportiert er spürbar eindrücklich und ihm gelingt es, ein Gleichgewicht aus Schönheit und Schrecken zu vermitteln.

Die Charakterzeichnung/ -entwicklung verläuft durchgehend authentisch und lässt eine greifbare Nähe zu den Figuren zu, so dass es sehr leicht fällt, diese auf unterschiedliche Weise emotional zu begleiten.

Es gibt eine Stelle in dem Buch, wo der Autor mit unterschiedlichen Wahrnehmungen (s)einer Geschichte spielt, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ich konnte mich vom Standpunkt des Lesers aus, nicht für eine entscheiden, da sie, je nach Sichtweise, parallel alle existieren.

Bis zur letzten Seite verliert der Roman für mich nicht an Glaubwürdigkeit und somit ist das "offene" Ende absolut folgerichtig, denn ich im Kopf und Herzen lebt die Geschichte sicher noch weiter.


Fazit:

Der besondere Blickwinkel macht diese Geschichte zu einem unsichtbaren Schatz und erweitert auf berührende Weise den eigenen Horizont.

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Rezensionen von mamaofhannah07:

Der Wahnsinn des Ruhmes

Elbspiel von Nicole Wollschlaeger

"Elbspiel" ein Kriminalroman von Nicole Wollschlaeger (BoD-Books on Demand)
In Korphusen steht Großes an. Der "Jedermann" soll aufgeführt werden mit Laienschauspielern der Korphusener Bevölkerung als Besetzung. Die Leute reißen sich darum, Teil dieser Inszenierung werden zu können.

Doch das letzte Wort, bei der Auswahl der potenziellen Kandidaten, hat der ehemalige Starschauspieler Arno Menzinger. Bei den Vorbereitungen tauchen plötzlich handgeschnitzte Marionetten und sogar eine Leiche auf. Kommissar Philip Goldberg und sein Team machen sich auf die Jagd nach dem vermeintlichen Saboteur des Spektakels.
Dies ist der dritte Teil der ELB-Krimireihe um den charismatischen Kommissar Philip Goldberg. Beim Lesen der Lektüre werden Zusammenhänge erklärt, doch ist es sicher von Vorteil, wenn man Band 1-"Elbschuld" und Band 2-"Elbschmerz" vorher gelesen hat. Die einfallsreiche Covergestalltung, besonders im jetzigen Band, hat mich auf diese Reihe aufmerksam gemacht.
Der Autorin merkt man die Begeisterung für das Schauspiel beim Lesen der Darbietung förmlich an. Detailliert und lebhaft beschreibt sie die Gegebenheiten der Bretter, die die Welt bedeuten. Dabei strickt sie einen glaubhaften Kriminalfall und schickt einen interessanten, zielstrebigen Ermittler an den Start. Goldberg, gezeichnet durch seine Vergangenheit ermittelt intuitiv in der Welt der Fakten.
"...Magda war eine sensible Frau. Sie würde sicher schnell dahinterkommen, dass seine Anspannung einen anderen Grund hatte. Aber zuerst musste er sich Klarheit verschaffen, dann würde er ihr alles erzählen. ..."
Seine berührende Art und intelligenten Weisheiten zum richtigen Zeitpunkt machen ihn äußerst charmant. Zusammen mit seinen Kollegen Hauke und Peter wird in alle Richtungen recherchiert. Jeder Charakter des Trios ist speziell und würzt die Geschichte durch seine typische Art und Weise mit kleinen Eigenheiten und Macken. Wichtige Treffpunkte der Ermittlungen sind das Büro und die Kneipe von Haukes Schwester, Rosi. Diese Lokalitäten bringen die teils witzigen Dialoge gut zur Geltung. Der unverblümte, locker angenehme Schreibstil lässt die Seiten dahinfliegen und man ist gefangen in der Welt aus Glanz und Schein.
Gern helfe ich mental bei der Suche nach den Bösewichten im 4. Kriminalfall von Nicole Wollschläger mit und hoffe auf weitere emotionale Verstrickungen, da mir Goldberg und die Korphusener ein Stück weit ans Herz gewachsen sind.

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Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

Unbedingt lesen!

Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa

Agualusa erzählt die etwas bizarre Geschichte von Ludovica, die sich zu Beginn der Revolution in Angola in eine Wohnung einmauert, für dreißig Jahre. Aber nicht nur, er erzählt auch über die manchmal abstrusen Geschehnisse am Rande der Revolution auf eindringliche Weise und in prägnanten, kurzen Sätzen.

Trotzdem scheinen die Figuren, Tiere, Gerüche und Stimmungsbilder beim Lesen lebendig zu werden.
Ein außergewöhnliches Buch, das man unbedingt lesen sollte.

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