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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:

Lebenssplitter treffen sich in einem Haus

Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa

Die eher verstörte und (aus verständlichen Gründen) sich sozial absondernde Ludovica lebt mit ihrer Schwester und ihrem Schwager im Wohlstand abgesichert in Luanda. Nach deren Verschwinden knapp vor der Revolution in Angola mauert sie sich in der Wohnung des Hochhauses ein und vegetiert die nächsten 30 Jahre allein mit ihrem Hund.

Daneben werden Lebenssplitter unterschiedlicher Menschen aus dem Angola jener Zeit der Revolution geschildert, die im Laufe der Zeit alle für kürzer oder länger in diesem Hochhaus zusammentreffen und das EIne mit dem Anderen verbinden.

Ein sehr feinfühliges Buch mit einem fulminanten und sehr berührenden Ende, das auch nach dem Zuklappen des Buchdeckels noch einige Zeit nachwirkt.

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Rezensionen von majaschano@yahoo.de:

Ein echter Mutmacher

Mission Possible von Otto Neubauer

Auch wenn es Praxis-Handbuch heißt und das ein bisschen trocken klingt - es handelt sich hier um ein richtig spannendes Buch zum Einfach drauf los-Schmökern. Quer-Beet sozusagen. Interessante Ansätze zur Mission und theologische Antworten, die man auch als normaler Mensch versteht. Kann wirklich ein Ansporn sein, mich mit der Pfarre auf den Weg zu machen, die Mission der christlichen Kirchen (neu) zu entdecken und einfach mal was Neues auszuprobieren.

Die praktischen Beispiele motivieren und sind eine Inspiration, selbst kreativ zu sein. Die Quintessenz von Neubauer: Mission ist möglich und jeder kann Mission. Jeder hätte etwas zu geben. Das klingt ermutigend.
Die kleinen Geschichten des Autors selbst und unterschiedlichster Menschen zum Thema Gott, Glaube und Mission sind das Sahnehäubchen und machen den Reiz des Ganzen aus - da kommt der Friseur genauso zu Wort wie der Musikmanager, die PGR-Frau wie der junge Muslim.
Ein Buch in übersichtlichen 10 Kapiteln zu 10 Fragen - ein handfestes Tool, um das Thema Mission anzugehen und auszuprobieren. Spannend und hilfreich!

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Rezensionen von ONCereal:

Das Glück miteinander teilen

Mission Possible von Otto Neubauer

Vom "Life Ball"-Gründer, einer Wiener Charity-Veranstaltung für AIDS-Kranke, Gery Keszler über TV-Moderatorin Barbara Stöckl und dem ehem. Spitzenpolitiker Gregor Gysi der Deutschen Linken bis zum Wiener Erzbischof Christoph Schönborn - das Buch vereint Promi-Persönlichkeiten und Normalos, die auf dem ersten Blick nicht unterschiedlicher sein können.

Ich finde es extrem erfrischend, dass in dem Buch auch Nicht-Christen wie Agnostiker, Atheisten, Muslime und anderen in Form von kurzen Statements und Lebensgeschichten Platz gegeben wird. Diese Art von christlicher Mission, die nicht trennt sondern eint - alle sind miteinander auf dem Weg - ist besonders und zieht mich an.
Die Hochglanz-Fotos und kleinen Stories als Praxis-Aufgaben werten dieses Buch ordentlich auf.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Amüsanter Krimi

Kraut und Rübchen von Elke Pistor

Die 32-jährige Journalistin Katharina Rübchen erbt nach dem Tod ihrer Tante Marion ein Haus in Kleinhaulmbach. Eigentlich will sie die Liegenschaft möglichst schnell verkaufen, ist sie ja eine Stadtpflanze und kein Landei. Neugierige Nachbarinnen beäugen Katharina argwöhnisch und sprechen von einer Aufgabe, die sie nach dem Tod von Marion übernehmen soll.

Alles recht vage. Keine spricht Klartext. Und so kommt es, dass die Fantasie der Reporterin mit ihr durchgeht, als sie ein altes Tagebuch findet. Dort beschreibt eine Frau namens Hilde, wie sie Frauen von ihren gewalttätigen Männern befreit.
Einen besonderen Kick bekommt die Geschichte als die Polizei wegen eines kürzlich verstorbenen (Ehe)Mannes nachfragt.
Katharinas Kopfkino beginnt sofort zu laufen. Sind ihre Vorfahrinnen Hilda und Tante Marion Mörderinnen?
Erwartet die weibliche Dorfgemeinschaft, dass sie diese Gepflogenheit fortsetzt?

Meine Meinung:

Ein recht amüsanter Land-Krimi, der allerdings auch ernste Themen, nämlich Gewalt und Niedertracht in der Ehe bespricht. Schön sind die Lebensumstände der Vergangenheit dargestellt, in denen Männer ihre Frauen als Eigentum betrachten, mit dem sie nach Belieben verfahren können. Doch diese Männer haben nicht mit der subtilen Wehrhaftigkeit von Kräuterfrau Hilda gerechnet.

Die Autorin bringt die düster aufgeregte Stimmung in Kleinhaulmbach gut zur Geltung. Zu Beginn weiß der Leser nicht, worin diese ominöse Aufgabe für Katharina besteht. Nach und nach lüftet sich das Geheimnis. Ein Immobilienhai will aus dem idyllischen Dorf eine Shopping-City machen.
Der Name des Immobilienspekulanten taucht bereits im Tagebuch Hildas auf. Auch der Altvordere hat mit ziemlich unlauteren Mitteln versucht, Grundstücke in seinen Besitz zu bekommen. Schließt sich hier der Kreis?

Die Protagonisten sind liebevoll gezeichnet. Alle haben so ihre Ecken und Kanten. Katharina wirkt trotz ihrer 32 Jahre manchmal wie eine Pubertierende, doch findet sie zu selbstkritischen Gedanken. Da ist zum Beispiel Nachbarin Mila, die auch nach Jahren als „Fremde“ im Dorf gilt, weil sie zugezogen ist. Oder Tierarzt Alexander oder Björn, Katharinas Chef und Lover in der Stadt. Das Match zwischen den beiden Männern hat mich sehr amüsiert. Vor allem als die Ziegen Björn Auto okkupiert und ruiniert haben.
Ach ja, die Ziegen. Marion hat Katharina drei Ziegen und einen Ziegenbock hinterlassen, die ihrer Leidenschaft, auszubüxen und in fremden Gärten Pflanzen zu fressen, genussvoll frönen. Und dann gibt es noch Herrn Hoppenstedt, den einzigen Vertrauten Katharinas – einen Kater.

Der Schreibstil ist humorvoll und verheißt einige frohe Lesestunden. Gut gefallen haben mir die Pflanzenporträts, die zwischen den einzelnen Kapiteln eingeschoben sind. Hier sind auch höchst giftige dabei wie Blauer Eisenhut oder Fingerhut. Vor der Verwendung dieser Pflanzen als Würze in Speisen wird eindringlich gewarnt!

Fazit:

Dieser Land-Krimi hat mich sehr gut unterhalten. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Verbotene Liebe unter dem Hakenkreuz

Mag’s im Himmel sein, mag’s beim Teufel sein von Evelyn Steinthaler

Stellvertretend für die vielen Paare, die von den Nazis schikaniert wurden, weil sie – lt. den Nürnberger Rassegesetzen – in „gemischtrassigen“ Beziehungen leben, stellt die Autorin fünf berühmte Paare vor, deren Frauen jüdischer Herkunft sind:

• Hans Albers und Hansi Burg
• Kurt Weill und Lotte Lenya
• Joachim Gottschalk und Meta Wolff
• Heinz Rühmann und Maria Bernheim bzw.

Herta Feiler
• Hans Moser und Blanca Hirschler

Wie sind die Lebensumstände für Schauspieler in Nazi-Deutschland?
Propagandaminister Goebbels herrscht mit eiserner Faust über die schönen Künste. Kein Theaterstück, kein Film darf ohne seine ausdrückliche Genehmigung aufgeführt oder gedreht werden. Er greift in die Besetzungslisten ein, bestimmt die Regisseure und setzt die Honorare fest. Schauspielern mit jüdischen Partnern wird eine Scheidung nahegelegt.

Das Ehepaar Kurt Weill und Lotte Lenya denken bereits 1933 an Emigration. 1935 gehen sie dann wirklich.

Hans Albers ist zu jener Zeit ein gefeierter Star. Er setzt über alle möglichen Befehle Goebbels hinweg. Albers ist mit Hansi Burg nicht verheiratet, will sie aber nicht verlassen. Sie wird eine Scheinehe mit einem Norweger eingehen und trotzdem mit Albers zusammenleben. Damit führen die beiden Goebbels damit an der Nase herum. Während der 12 Jahre der Nazi-Diktatur schafft es Albers, kein einziges Mal bei einer Veranstaltung von Goebbels zu erscheinen. Außerdem verweigert er konsequent mit dem Propagandaminister abgebildet zu werden. Die Konsequenzen sind nicht allzu streng. Hans Albers bekommt keine Zuwendung aus Hitlers „Künstlerfonds“.

Ganz anders trifft es Joachim Gottschalk und Meta Wolff. Meta lebt schon seit der Geburt ihres gemeinsames Sohnes Michael 1933 zurückgezogen. 1941 wird das Paar zu einer privaten Feier eingeladen, zu der (uneingeladen) plötzlich Goebbels erscheint. Er küsst allen anwesenden Damen die Hand, auch die von der Jüdin Meta Wolff. Als ihn sein Adjutant darauf aufmerksam macht, fühlt er sich desavouiert und rauscht wütend ab. Sofort befiehlt er Gottschalk die Scheidung, andernfalls würden Meta und Michael nach Theresienstadt deportiert. Gottschalk weigert sich und begeht mit seiner Familie 1941 Selbstmord.

Hans Moser ist der Lieblingsschauspieler Hitlers. Er richtet ein Gnadengesuch an den Diktator persönlich, der Ehefrau Blanca einige Sonderrechte gewährt. Sie braucht weder den Judenstern noch den Vornamen „Sarah“ zu tragen und in ihren Reisepass fehlt das übliche „J“. Allerdings muss sie 1939 nach Ungarn fliehen. Blanca überlebt und nach dem Krieg werden die beiden wieder in Wien leben.

Während sich Albers oder Moser durch die Jahre lavieren, treibt Heinz Rühmann seine Karriere trotz zweier jüdischer Ehefrauen voran. Seine erste, Maria Bernheim, eine ehemals bekannte Schauspielerin, managt ihn jahrelang, bis sich das Paar auseinandergelebt hat. Die Empfehlung Goebbels ist ein willkommener Anlass, diese Ehe zu beenden. Doch auch die zweite Gemahlin, die Wienerin Herta Feiler ist Jüdin. Er ordnet alles seiner Karriere unter, unterstützt das System und erhält aus Hitlers „Künstler-Fonds“ 40.000 Reichsmark
Rühmann gehörte zu jenen Schauspielern, die vorgaben, „völlig unpolitisch“ zu sein.

Der Titel des Buches ist einem Lied von Hans Albers entnommen (S.142).

Bemerkenswert ist das Nachwort der Autorin. Sie zitiert wie folgt:

„Ich bin dafür, die Sache in die Länge zu ziehen.“ (Oskar Helmer, österreichischer Innenminister von 1945-1959 zur Frage nach Restitution).

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“ (Primo Levi)

„Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.“ (Auschwitz-Überlebender Eli Wiesel)

Gerne gebe ich für dieses Buch 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Weihnachten mit der Familie - eine Idylle, oder?

Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith

Weihnachten, das Fest der Liebe – mitnichten. Die Nerven liegen blank, als das Familienoberhaupt der Grays ermordet aufgefunden wird.

Obgleich der Mörder recht bald entlarvt wird, ist es spannend zu lesen, wie er sich aus der Sache herauswinden will. Er legt falsche Spuren und nutzt es gnadenlos aus, dass die Familie zerstritten ist.

Wird der Täter damit durchkommen?

Meine Meinung:

Freunde des klassischen englischen Krimis à la Agatha Christie kommen hier voll auf ihre Rechnung.

Wieder hat der Klett-Cotta-Verlag einen alten englischen Krimi (Ersterscheinung 1933) übersetzt und in einer eleganten Aufmachung an seine Fans gebracht. Wie schon im letzten Jahr bei „Geheimnis in Rot“ von Mavis Doriel Hay ist das Cover in Leinenoptik ausgeführt und, wie es sich für einen Weihnachtskrimi gehört, mit einem winterlichen Motiv. Das Buch eignet sich gut als Mitbringsel.

Ein typischer Krimi, der in den 1930er Jahren verfasst wurde. Gerne gebe ich 4 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Zwei Musiker im Wettstreit

Als Bach nach Dresden kam von Ralf Günther

Dresden, im 18. Jahrhundert: Zwei Tastenvirtuosen, nämlich Johann Sebastian Bach und Louis Marchand sollen auf Wunsch des polnischen Königs August hier ein Konzert geben. Doch nicht nur ein Konzert, nein sie sollen sich im offenen Wettstreit einer illustren Schar von Höflingen stellen. Organisieren soll das Jean-Baptist Volumier, der Konzertmeister des sächsischen Hoforchesters.

Die beiden Musiker treffen in Dresden ein. Bach mit mehrköpfiger Familie und Louis Marchand mit leichtem Gepäck.

Während Marchand der Ruf des unzuverlässigen Lebemanns vorauseilt, scheint Johann Sebastian Bach in voller Bescheidenheit nur Gott zur Ehre zu komponieren und zu spielen. Doch stimmt der erste Eindruck?
Die Gerüchte um Marchand bestätigen sich, vor allem als sich dessen abgelegte Geliebte ausgerechnet bei Jean-Baptiste einquartiert. Volumier seinerseits findet an der mitgereisten Schwägerin Bachs Friedelena Gefallen. Welch ein Schlamassel!
Als dann Marchand Fersengeld gibt und überstürzt abreist, scheint Volumier zwischen allen Stühlen zu sitzen. Auch der als bieder eingeschätzte Johann Sebastian Bach, will nun doch nicht am Dresdner Hof bleiben.

Meine Meinung:

Ralph Günther, dessen Erzählkunst ich schon aus anderen historischen Romanen kenne, beschreibt hier die Zeit am Hofe von August dem Starken sehr anschaulich. Die Künstler sind allesamt nicht zu beneiden. Sie sind auf Gedeih und Verderben einem launischen Regenten ausgeliefert, der seine Meinung häufig ändert. Natürlich sind auch Marchand und Bach „Primadonnen“, die sich in ihrem Ruhm sonnen. Der eine direkt, der andere betont so häufig seine Gottesfürchtigkeit und Bescheidenheit, so dass dem Leser fast schon Zweifel an seiner Lauterkeit beschleichen.
Interessant finde ich auch das Nachwort von Jan Katzschke, aus dem hervorgeht, dass dieses Duell der Tastenvirtuosen nie stattgefunden hat.

Eine wirklich nette Idee, die bravourös umgesetzt worden ist. Ich konnte förmlich die gepuderten Perücken riechen und die das Orgelspiel hören. Die unterschiedlichen Charaktere sind schön mit Leben gefüllt.

Gerne gebe ich diesem historischen Roman 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Totenweg von Fölck Romy

Als Fridjof Paulsen von einem Unbekannten niedergeschlagen und schwer verletzt wird, kehrt seine Tochter Frida, eine angehende Kriminalbeamtin, nach Jahren der Abwesenheit wieder auf den elterlichen Apfelhof in den Elbmarschen zurück. Der Betrieb steht kurz vor der Pleite und Frida versucht Ordnung in das Chaos zu bringen.

Während Paulsen um sein Leben kämpft, warten schon die Geier, um sich die besten Teile des Apfelhofs unter den Nagel zu reißen. Ist der Grundstückspekulant Schucht Drahtzieher des Überfalls?

Kriminalkommissar Bjarne Haverkorn ist mit den Ermittlungen zum Überfall auf Fridjof betraut. Ausgerechnet Haverkorn, jener Leiter der Mordkommission, der im Jahr 1998 den Mord an Fridas bester Freundin Marit Ott untersucht und nie aufgeklärt hat. Der ungelöste Fall hat Bjarne nie losgelassen und so lässt er bei den Ermittlungen um Fridjof Fragen nach der Vergangenheit einfließen. Haverkorn ist überzeugt, dass Frida, die damals die tote Marit gefunden hat, mehr weiß als sie damals zugegeben hat. Wird sie sich im Lichte der aktuellen Ereignisse ihm anvertrauen? Immerhin steht Frida auf der richtigen Seite des Gesetzes.

Nach und nach wird die dramatische Geschichte aufgelöst und die gut gehüteten Geheimnisse so mancher Familie aufgedeckt.

Meine Meinung:

Romy Fölck war für mich bislang eine unbekannte Krimi-Autorin gewesen. Diesen Krimi habe ich gerne gelesen. Er spiegelt ein düsteres Bild der Obstbauern in den Elbmarschen wieder. Gleichzeitig ist er ein dicht gewobenes Netz an Schuld und Rache, das erst nach und nach sichtbar wird.
Den Täter habe ich zwar recht bald im Visier gehabt, doch die Ermittlungen und ihre Sackgassen, sowie das Dilemma in dem sowohl Frida als auch Haverkorn stecken, ist hervorragend herausgearbeitet worden.

Der Schreibstil ist packend und ich habe mich sich in die Elbmarschen versetzt gefühlt. Die beiden Zeitebenen und Handlungsstränge sind gut miteinander verwoben. Die Zweifel an seinen eigenen Fähigkeiten, lassen Bjarne Haverkorn authentisch wirken. Auch den unterbewussten Wunsch Fridas, das Verbrechen an Marit aufzuklären, obwohl sie zu wissen glaubt, wer Marits Mörder ist, kann ich gut nachvollziehen.

Fazit:
Ein fesselnder Krimi, der mich begeistert hat. Ich freue mich nun schon auf den Folgeband! („Bluthaus“) Romy Fölck ist für mich eine echt tolle Neuentdeckung!

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Erfindergeist made in Germany

Deutsche Erfindungen von Heike Haupt

Die Hamburger Journalistin Heike Haupt bringt dem interessierten Leser 34 Erfindungen, die in Deutschland gemacht wurden, näher. Der Bogen spannt sich vom, man höre und staune, Weihnachtsbaum über Buchdruck und Kaffeesatzlosen Kaffee zu Automobil und Abspielgeräten wie den MP3-Playern.

Natürlich sind nicht alle Erfindungen rein deutsch.

Auch an anderen Orten der Welt gab und gibt es findige Köpfe, die sich denselben zerbrechen, um den Menschen das Leben zu erleichtern.
Ein bekanntes Beispiel sind die Jeans:
Die Erfindung der strapazierfähigen Hosen reklamieren die USA natürlich für sich, ist sie doch auf amerikanischen Boden passiert. Doch die Familie Strauss kam aus Deutschland, der Stoff eigentlich aus Frankreich.

Jede Geschichte ist illustriert. Der Schreibstil ist leicht zu lesen und führt so manchen Leser mit einem bisschen Augenzwinkern in die Vergangenheit. Gut finde ich, dass sie Quellen als Fußnote bei jeder Erfindung angegeben ist. So kann man gleich nachschlagen und weitere Informationen einholen.

Das Buch erhebt keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit.

Technikfreaks werden hier nicht auf ihre Rechnung kommen. Doch als Anreiz, über die Herkunft so mancher Selbstverständlichkeit, nachzudenken, eignet sich das Buch bestens. Auch Kinder lassen sich damit an Geschichte und Technik heranführen. Gerne gebe ich 4 Sterne.

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Beste Krimi-Unterhaltung

Der Totenversteher von Sue Schwerin von Krosigk; Wilfried Schwerin von Krosigk

In diesem nun dritten Krimi rund um Hartung Siegward Graf von Quermaten zu Oytinghausen, der von allen nur Hasi genannt wird, scheint er anfänglich doch einmal auf die Butterseite des Lebens gefallen zu sein. Tante Pudel hat ihm Haus und Vermögen hinterlassen.
Doch bekanntlich kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt.

Nur, dass der Störenfried nicht der Nachbar, sondern ein windiger Vermögensberater ist, der nicht nur Hasis sondern das Vermögen der halben Berliner High Society veruntreut hat. So ist Hasi so arm wie ehedem und muss sich noch mit einen niederträchtigen Galerie-Besitzer herumschlagen, der ihm die geerbten Gemälde für einen Pappenstiel abschwatzen will. Doch dann erhält er Hilfe von unerwarteter Seite und steht gleich einmal zwischen zwei Frauen. Und Tante Pudel gibt aus dem Jenseits gute Ratschläge, die Hasi leider nur ansatzweise versteht.
Als wäre das nicht schon genug für unseren narkoleptisch veranlagten Grafen, ist auch noch ein etwas planloser Auftragskiller hinter ihm her. Zwar ist Hasi nicht sein ursprüngliches Ziel, doch kreuzt er blöderweise mehrmals die Wege des etwas in die Jahre gekommenen Mörders. Der hinterlässt eine signifikante Spur des Todes, die letztlich KHK Torsten Nagel auf einen uralten Bekannten aufmerksam werden lässt.
Meine Meinung:
Wie es sich für ein Buch aus den Federn der beiden Autoren gehört, sind einige Marotten gehörig überzeichnet. Bei der Szene auf dem Kasernenhof, wo Hasi einen Schnellkursus für militärisches Auftreten erhalten sollte, habe ich Tränen gelacht. Auch Hasis grenzenlose Naivität gehört dazu. Immerhin scheint er mit Benny nun doch einen kleinen Anker in seinem Leben gefunden zu haben. Schauen wir einmal, was aus den beiden wird.
Wieder schwingen gesellschaftskritische Elemente mit. Es geht um betrügerische Investments, die Alt-68-er und/oder um die Mitglieder der Berliner Hausbesetzerszene.
Besonders Torsten denkt an seine Zukunft, als ihn seine eigene unrühmliche Vergangenheit unter anderem in Form von Conny, seiner neuen Staatsanwältin, einholt. Er reflektiert sein bisheriges Leben und ich bin schon auf seine weitere Entwicklung gespannt.
Wie immer ist der Schreibstil flüssig und ohne Schnörkel. Schwarzer Humor darf hier genauso wenig fehlen wie Hasis perfekte Manieren, wie sie nur in alten Adelshäusern anzutreffen sind.

Fazit:

Ich habe mich hier wieder bestens unterhalten und hoffe auf ein Wiederlesen. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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