Kunden em pfehlungen
Rezensionen von zenzi:
ein schauriges Haus
Bluthaus von Fölck Romy
Dieser Thriller hat mir sehr gut gefallen, er war schaurig, spannend bis zum show down, gut aufgebaut, das Geheimnis wird von verschiedenen Betroffenen gelöst. Einige aber nicht zu viele Nebenschauplätze bereichern das Buch, die Protagonisten mit ihren Stärken und Schwächen haben mir gut gefallen und waren mir sympathisch.
Wurde das Finden der Tochter und die Lebertransplatation nur als Stecker, Lückenfüller verwendet?
Sehr interessiert haben mich auch die Schilderungen der Küstenabschnitte an der Ostsee - ist doch sehr exotsch für mich
Die Grundgeschichte 1997 zwischendurch ist auch sehr geheimnisvoll, man fragt sich wie Miriam was los ist, warum und wozu ein Urlaub im Oktober, wer ist die die andere Frau wirklich? Sie ist als Gegensatz zum Hauptroman in der Gegenwart geschrieben, aber im ersten Einstieg "Oktober 1997" sind die Zeiten gemischt - schade für das sonst gut geschriebene Buch!
Rezensionen von buchina:
Guter Roman, kein spannender Krimi
Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith
Der Klappentext, von diesem äußerlich sehr ansprechenden Buches, verspricht eine traditionelle Krimihandlung im Agatha Christie Stil. Zu Weihnachten trifft sich die Familie Gray im väterlichen Herrenhaus. Der Vater selbst bei allen seinen Kindern unbeliebt, wird in der Weihnachtsnacht ermordet. Nun ging ich davon aus, dass man als Leser nun auf die Suche nach dem Mörder geschickt wird, was ja interessant ist, da alle anwesenden Familienmitglieder ein Motiv haben, wie vorher schon erklärt wurde.
Aber nein, kurz nach dem Mord, erfährt man vom Mörder selbst, wie es geschehen konnte und wie er von sich selbst ablenken will.
Das hat mich überrascht und auch ein wenig enttäuscht. Denn die Krimihandlung tritt damit sehr in den Hintergrund. Es wird dadurch eher eine psychologische Analyse eines Mörders. Die Spannung hat für mich besonders im Mittelteil dadurch sehr gelitten, erst am Ende stieg die Spannung bis zum Finale wieder an.
Vielleicht wäre man bei dem Roman, lieber beim englischen Originaltitel „Portrait of a murderer“ geblieben, denn der sagt genau das aus was der Roman ist. Der deutsche Titel passt meines Erachtens überhaupt nicht, denn ein wirkliches Geheimnis, was alles erklären würde, wurde nicht wirklich aufgedeckt. Der Schreibstil ist trotz des Alters des Romans gut zu lesen. Die anfänglichen langen Beschreibungen der Charaktere und der Umgebung fand ich gelungen. Die Charaktere sind interessant, mir aber fast durchweg unsympathisch. Aus diesem Grund hielt sich auch mein Mitleid gegenüber des Getöteten und seines Mörders in Grenzen.
Trotz, dass der Roman zur Weihnachtszeit spielt, ist die weihnachtliche Stimmung eher gering und die Autorin legt auch wenig Wert darauf einen Roman mit weihnachtlichem Flair zu schreiben. Insgesamt ein gut geschriebener Roman, aber kein spannender Krimi, wie ich erwartet habe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Über den Exodus der geistige Elite
Die Flucht der Dichter und Denker von Herbert Lackner
Herbert Lackner, Journalist und Autor, hat in seinem Buch „Die Flucht der Dichter und Denker“ die Leidenswege der intellektuellen Elite Deutschlands und Österreichs nachgezeichnet, die während der Nazi-Diktatur aus ihrer Heimat fliehen mussten.
Viele dieser Geschichten sind in groben Zügen bekannt, doch ist es dem Autor gelungen, mir noch unbekannte Details ausfindig zu machen.
Vor allem die sozialistischen und/oder kommunistischen Verfolgten sind nicht immer ganz so bekannt.
Immer wieder zieht Lackner Vergleiche mit den aktuellen Flüchtlingsströmen. So werden die Helfer der damaligen Zeit gelobt, obwohl der eine oder andere durchaus gut verdient hat. Heute wären sie alle Schlepper. Wenig bekannt ist auch, dass Eleanor Roosevelt sich intensiv für verfolgte Juden eingesetzt hat, ihr Ehemann, davon wenig begeistert war, weil er einen Wahlkampf zu gewinnen hatte. Ihrem Engagement ist der Einsatz von Varian Fry zu verdanken, der mit einer Liste der interessantesten (und vermutlich für die USA nützlichen) Flüchtlingen bewaffnet nach Europa reiste, um diese Menschen zu retten. Die Rettungsaktion war ursprünglich für rund 200 Personen gedacht, geworden sind es dann letzten Endes über 2.000. Die Hilfe Frys war recht pragmatisch und unterschiedlich. Manche Flüchtlinge hatten zwar die Dokumente beisammen, aber schlichtweg kein Geld mehr, die begehrten Schiffspassagen zu kaufen. Da konnte Fry mit seinen Dollars leicht helfen. Spannend, weil mir bislang unbekannt, ist die Geschichte des Bill Freier, der eigentlich Bil Spira heißt. Freier stammt aus Wien und fristet sein Dasein als Straßenzeichner in Marseille. Seine Begabung beim (Ver)Fälschen von Passbildern verhilft vielen Verfolgten zu neuen Papieren.
In einem Epilog berichtet Herbert Lackner, was aus einigen Flüchtlingen geworden ist.
Meine Meinung:
Ein sehr interessantes Buch, aus dem ich bislang Unbekanntes erfahren habe. Es passt gut zu Evelyn Steinthalers Buch „Mag’s im Himmel, mag’s in der Hölle sein“ das von berühmten Schauspielern berichtet, die mit einer jüdischen Partnerin verheiratet waren und Nazi-Deutschland nicht verlassen haben.
Den Anstoß zu Herbert Lackner Buch gab niemand geringerer als Alt-Bundespräsident Heinz Fischer, dessen Ehefrau Margit, im schwedischen Exil ihrer sozialistischen Eltern, Anni und Otto Binder, zu Welt gekommen ist.
Fazit:
Eine gute Dokumentation über die Vertriebenen der Nazi-Zeit. Gerne gebe ich hierfür 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein fesselndes Meisterwerk
Der Spielmann von Oliver Pötzsch
Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Faust, der seine Seele dem Teufel verschreibt, um dafür mehr Wissen zu erlangen?
Oliver Pötzsch, den meisten Lesern durch die Henkerstochter-Saga und die „Ludwig-Verschwörung“ bekannt, nimmt sich dieser schillernden Persönlichkeit an, die tatsächlich um 1486 in Knittlingen gelebt hat.
Der Autor schildert das Leben des jungen Johann Georg, von seiner Mutter „Faustus“ genannt, der so gar nicht in die grobschlächtige Bauernfamilie hineinpasst. Faustus ist zart, feingliedrig, intelligent und wissbegierig. Damit ist er ein Außenseiter und wird von den meisten Leuten gemieden.
„Manchmal kam es Johann so vor, als wäre er der Einzige, der nicht in dieses Weltgefüge passte.“ (S. 46)
Nur das Nachbarsmädel Margarethe gibt sich mit ihm ab. Und genau das wird ihm zum Verhängnis. Faustus wird aus dem Dorf gejagt und schließt sich dem herumziehenden Schausteller Tonio del Moravia an, der das Potential, das in Faustus schlummert, erkennt.
Faustus fühlt sich das erste Mal in seinem noch jungen Leben angekommen und übersieht, dass Tonio sein eigenes perfides Spiel mit ihm treibt.
Meine Meinung:
Oliver Pötzsch hat aus diesem wohlbekannten Stoff einen fesselnden historischen Roman gewoben. Wir erleben die dörfliche Enge, das Anderssein und reisen mit Tonio und Faustus kreuz und quer durch Europa.
Die Charaktere sind detailliert und präzise ausgearbeitet. Tonio als Inbegriff des Bösen, der sich als „Seelenfänger“ versteht. Faustus, der ewig Suchende, rastlos und rücksichtslos, als er sein Ziel, Margarethe wieder zu finden, verfolgt. Allerdings wohnen „zwei Seelen in seiner Brust“: er ist auch ein Liebender, der sich über die Konventionen hinwegsetzt. Faustus schwankt stets zwischen Gut und Böse.
Der Schreibstil ist wunderbar opulent, manchmal, der Zeit entsprechend, grausam und blutrünstig.
Ich habe es sehr genossen, die Zitate aus Goethes Faust zu lesen, habe ich doch meine Maturaarbeit über den Faust-Stoff geschrieben und dabei Goethes Werke mit dem von Christopher Marlow verglichen.
Oliver Pötzsch gelingt es perfekt, Fakten und Fiktion zu verbinden. Der Leser muss schon sehr gut aufpassen, das auseinander zu halten. Die wenigen historischen Quellen beschreiben den realen Faustus als Gelehrten, als Zauberer und manche als Betrüger – je nachdem von welcher Warte aus Faustus gesehen wird.
Sehr interessant ist auch die Entstehungsgeschichte rund um dieses Buch. Der Autor streifte bei einem unfreiwilligen Zwischenstopp wegen des Ausfalls der Deutschen Bahn in Knittlingen herum. Da kann man sich bei der DB nur herzlich bedanken.
Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band „Der Lehrmeister“, der voraussichtlich im Herbst 2019 erscheinen wird.
Fazit:
Ein opulentes Meisterwerk der Sprachkunst, dem ich 5 Sterne gebe.
Rezensionen von Josef Lüthold:
Ein sehr informatives Buch
Neptun heißt bei uns Miron von Wolfgang Burtscher
Ein für mich sehr interessantes und informatives Buch. Einen Stern Abzug gibt es, weil verdienstvolle Persönlichkeiten wie Walter Lutz und Viktor Mohr zu negativ bewertet werden.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Josef LütholdRezensionen von I.weilharter@ais-jugend.at:
Lesen als Kunstgenuss
Eine allgemeine Theorie des Vergessens von Agualusa Jose Eduardo
Dieser Roman hat mich berührt, betroffen gemacht und gleichzeitig fasziniert.
Der Autor schreibt auf subtile und und liebevolle Weise über die skurrile aber dennoch wahre Biografie der Portugiesin Ludovica, welche sich zur Zeit der revolutionären Ereignisse in Angola in der Wohnung ihrer Schwester einmauert und drei Jahrzehnte isoliert von ihrer Umwelt verbringt .
..und überlebt!
Geschickt versteht es der Autor, die Vorkommnisse des gesellschaftlichen und politischen Umbruchs im "Draußen" mit der Befindlichkeit der Hauptperson im "Drinnen" zu verbinden.
Mit ineinander verschlungenen Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten baut er Spannungsbögen auf und macht so das Lesen zu einem literarischen Genuss.
Das ist Erzählkunst auf hohen Niveau!
Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:
Keine leichte Lektüre
Die Gesichter von Rachman Tom
Bear Bavinsky ist ein alles beherrschender, egoistischer Künstlervater, der gern im Angebot der Weiblichkeit wildert und insgesamt 17 Kinder mit verschiedenen Müttern zeugt. Er fegt die Hoffnungen seines begabten Sohnes Charles, Pinch genannt, mit einem einzigen beiläufig hingeworfenen Satz hinweg.
Es geht in Tom Rachmans Roman "Die Gesichter" aber auch um die Welt der Kunst, in die man einen tiefen Einblick erhält. Etliche Ausflüge in die Philosophie sind ebenfalls mit dabei.
In der Übersetzung heisst Pinch unter anderem Schwierigkeit, Not, Klemme. Und das ist der Protagonist zu Beginn auch: Er steckt quasi unter dem Stiefelabsatz seines berühmten Vaters, der als Ehemann und Partner ebenso unzuverlässig ist. Der Leser vermutet zu Beginn, dass Pinch, nachhaltig niedergeschmettert, es nie zu etwas bringen wird. Doch mit dem Tod seines Vaters und indem er nun sein Nachlassverwalter wird, wendet sich die Situation für ihn grundlegend, und er handelt in der Folge in überraschender Weise.
Ziemlich zäh waren die ersten 120 Seiten für mich. Etliche Längen hätten mich im ersten Drittel beinahe veranlasst, das Buch nicht weiter zu lesen. Doch es hat sich gelohnt, durchzuhalten, denn die Handlung nimmt dann rasch an Fahrt auf, und Rachman entpuppt sich als recht guter Erzähler. Vor allem, was sich im Gefolge der Künstler abspielt, bei Kritikern und Galeristen, erst bei den weniger Begüterten, dann in der reichen Kunstwelt, ist durchaus lesenswert. Die Sympathien sind nicht unbedingt bei Bear, vielmehr bei Pinch und seiner Mutter, die sich erstaunlich gut in ihre Rolle fügt. Insgesamt eine bedrückende Lektüre, die ich gern wieder aus der Hand gelegt habe.
Rezensionen von BarbaraM:
Absolut lesenswert: humorvoll, mitreißend, einfach „knorke“!
Pechsträhnen färbt man pink von Mina Teichert
„Pechsträhnen färbt man pink“ von Mina Teichert ist 2018 im Planet-Verlag erschienen und umfasst 206 Seiten. Die Altersempfehlung für dieses Buch ist 10 Jahre.
Um was geht es:
Winni möchte unbedingt diesen so wichtigen Tanzwettbewerb gewinnen, aber hierfür muss sie richtig viel üben und dann ein tolles Video von sich selbst als Beitrag drehen und einreichen.
Ihre Mama hat dafür nicht so viel Verständnis - auch nicht von den seit Neuesten pinkgefärbten Haaren Winnis! Aber auch ein cooles Aussehen ist megawichtig für das Wettbewerbsvideo.
Außerdem soll sich Winni nun auch noch mit Fiete abgeben und der erscheint auf den ersten Blick alles andere als „angesagt“. Fiete macht gerade Reha auf Winnis Heimatinsel Amrum und quasselt ohne Punkt und Komma. Er nervt Winni einfach nur. Aber manchmal benötigt man ja zum Glück einen zweiten Blick und den riskiert Winni. Und dann ist Fiete eigentlich doch ganz okay und Videos kann er auch noch drehen und die Tanzschritte von Winni findet er auch richtig gut.
Als Fiete dann bei der Aufklärung des plötzlichen Tierverschwindens auf der Insel Amrum selbst in Gefahr gerät, merkt Winni, dass sie ihn doch vielleicht mehr als nur „okay“ findet.
Mina Teichert gelingt es in einer absolut kind- und jugendgerechten, klar verständlichen und modernen Sprache ihre Geschichte zu schreiben. Besonders gut hat uns der Humor der Autorin gefallen, der immer wieder im Buch aufblitzt. So macht das Lesen Spaß und Freude! Wir saßen immer wieder lachend vor dem Buch!
Das Cover des Buches ist absolut passend zur Geschichte: spritzig, ein bisschen verrückt und natürlich pink und wir würden in der Buchhandlung sofort danach greifen. Meine Tochter und mich hat es total angesprochen.
Und da uns nun so alles anspricht: die Geschichte insgesamt, die verschiedenen Charaktere, das junge Cover und der frische und humorvolle Schreibstil von Mina Teichert, vergeben wir glatte 5 von 5 Punkten und würden uns so unglaublich freuen, noch mehr von Winni und Fiete zu erfahren.
Rezensionen von rewareni:
Das überwachte Haus
Adrian oder: Die unzählbaren Dinge von Angelika Stallhofer
Der Werbetexter, Adrian Keller, arbeitet für große Unternehmen. Produkte, über die er schreibt sind Uhren, Autos oder Sportschuhe. Eines Tages erhält er ein ungewöhnliches und interessantes Angebot: er soll in ein ,, Smart Haus´´einziehen, in dem alles überwacht und digitalisiert ist. Da seine Freundin Anna, die Schriftstellerin ist und ihre Unbekümmertheit und Freiheit einfach nur mit Worten ausdrücken kann, anderweitig beschäftigt ist, willigt Adrian dem Experiment ein.
Doch bald merkt er, dass er im Haus nicht alleine ist, denn seine Werbefigur ,, Max Baier´´ ist mit eingezogen. So erlebt Adrian die kommenden Tage mit seiner Fantasiegestalt und immer mehr stellt sich ihm die Frage, ob dieses überwachte Haus wirklich Sicherheit und Wohlbefinden vermittelt. Aber auch die Gedanken an seinem Vater im Pflegeheim und die seltener gewordnen SMS von Anna machen ihm zu schaffen und Max Baier ist auch kein angenehemer Mitbewohner.
Manchmal gibt es Bücher, bei denen kein Funke überspringt und so war es hier bei dem Roman ,, Adrian oder : Die unzählbaren Dinge von Angelika Stallhofer.
Die Autorin hat zwar eine bildgewaltige und literrarisch angehauchte Schreibweise, aber die Geschichte an sich und speziell die Handlungsabfolge ist mir ein Rätsel geblieben.
In der Ich - Form geschrieben erzählt Adrian seine Geschichte, wo er immer wieder von früher von seinem Vater oder von seiner Freundin Anna berichtet. Dann befindet man sich wieder im Smart Haus, wo Max Baier wie ein Schatten Adrian folgt und scheinbar ein Eigenleben entwickelt. Es ist mir zu keiner Zeit gelungen so etwas wie eine Beziehung zu irgendeiner Figur herzustellen oder jemanden sympathisch zu finden. Anna kommuniziert meistens über SMS mit Adrian, ihren Studenten möchte sie die Literatur und den Mut selbst etwas zu verfassen dahingehend näher zu bringen, in dem sie ein Buch zerschneiden und somit zu zerstören? Es tauchen immer wieder Figuren auf, die kurz erscheinen und dann wieder weg sind ohne, dass es mir klar war welchen Sinn ihr Erscheinen hatte.
Das dargestellte ,,Smart Haus´´ hat bei mir einen etwas beängstigenden Eindruck hinterlassen, wo es der Autorin wahrscheinlich darum gegangen ist, dass man als Leser darüber nachdenkt was es bedeutet in einer überwachten und voll digitalisierten Wohnung zu leben. Will man wirklich, dass die Waage einen Diätplan erstellt, dass Kameras jeden meiner Schritte überwachen oder dass man über eine Smart Watch jeden Handgriff im Haus steuern kann? Diese Gedankengänge waren das einzige, das interessant war. Ansonsten muss ich leider sagen, dass sich der Roman von Beginn bis zum Ende hin gezogen hat und ich weder mit den Protagonisten noch mit der Handlung warm werden konnte.
Rezensionen von Harakiri:
WEr ist meine Familie?
Der Apfelbaum von Berkel Christian
Eine Reise in die Vergangenheit. Christian Berkel auf dem Weg, seine Familiengeschichte kennenzulernen.
Otto und Sala kennen sich von Kindesbeinen an. Otto ist sicher: er heiratet Sala. Doch der Krieg hat anderes mit ihnen vor. Sala, Halbjüdin, wird in ein Lager interniert und flieht später nach Argentinien.
Otto gerät als Kriegsarzt in russische Gefangenschaft. Auf die Entfernung verlieren sie sich aus den Augen, doch als Sala mit ihrer Tochter Ada wieder nach Deutschland zurückkehrt, trifft sie sich erneut mit Otto.
Eine Lektüre, die mich sehr gefordert hat. Teilweise autobiographische Szenen, teilweise im Romanstil gehalten, ist das Buch nicht einfach zu lesen, weil man zu Beginn eines Kapitels erst ein paar Sätze braucht, um zu wissen, wer hier nun erzählt. Auch die vielen Namen (teilweise doppelt) erschweren es ein wenig, der Handlung zu folgen. Die jedoch hatte mich schnell gepackt. Sala im Lager, Otto in Gefangenschaft. Das entbehrungsreiche Leben, die Verfolgung der Juden. Im Grunde nichts Neues, aber Berkel packt die Geschehnisse in Persönliches, was das Ganze noch anschaulicher wirken lässt.
Ein wenig schwer tat ich mich mit dem Berlinerischen und dem Französischen, aber gerade so wird die Handlung, die über mehrere Länder führt, noch authentischer. Was mir am Ende gefehlt hat, war, was aus Ada wurde.
Fazit: Ein Personenstammbaum wäre hilfreich, damit man sich beim Lesen besser zurechtfindet. Ansonsten solide Romankunst, die aber teilweise etwas verwirrend ist.











