Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nepomurks:
Ein wirklich brauchbares Handbuch!
Ausmisten von Eulalie Astrid
Endlich mal wieder Ausmisten und neue Ordnung schaffen in Haus, Wohnung oder Leben.. Jeder kennt es wahrscheinlich, dass sich mal wieder Sachen angehäuft haben, die kein Mensch mehr braucht oder einfach nur Unordnung herrscht, weil man nicht dazu kommt, immer alles nachzuhalten und Kind & Kegel alles daran setzen, sich überall zu verewigen.
. Zumindest geht es mir so und deshalb bin ich auf Astrid Eulalie‘s Buch „Ausmisten“ gestoßen. Vielleicht braucht man nicht zwangsläufig ein Buch, um dem Chaos ein Ende zu setzen. Aber ich muss sagen, dass die Autorin hier wirklich hilfreiche Tipps parat hat und es mir persönlich geholfen hat, mal wieder strukturiert an die Schränke und Schubladen heranzugehen. Das Buch ist mit seinen 141 leicht kartonierten Seiten eine Mischung aus Praxis-Buch und Anleitung und per gut strukturiertem 4 Wochen-Plan darauf ausgelegt, nach und nach intern wie extern Ordnung zu schaffen. Man kann also einerseits Dinge eintragen und wird auch dazu aufgefordert, sich die Abläufe und den aktuellen Ist-Zustand vor Augen zu führen. Andererseits werden halt zu verschiedensten Bereichen Tipps gegeben, selbst zum Digitalen Leben. 4 Wochen, 4 übergeordnete Themenkomplexe: Zustand meiner Zimmer, Ausmisten / „Action“, Mein digitales Dasein, Veränderungen beibehalten. Astrid Eulalie hat hier ein ziemlich modernes und praxisnahes, dazu hilfreiches und informatives Handbuch zusammengestellt, das in seiner Gesamtheit tatsächlich sehr nützlich ist. Ich kann es deshalb nur empfehlen! (5 Sterne)
Rezensionen von dorli:
Aberglaube und Geschäfte
Aberglaube und Geschäfte von Susanne Gantert
Wolfenbüttel im Winter 1582/83. Konrad von Velten, von Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel als Kriminalist verpflichtet, wird von seinem Dienstherrn mit einem neuen Fall betraut. Im Wald ist die schrecklich zugerichtete Leiche eines Säuglings gefunden worden. Herzog Julius drängt auf eine zügige Aufklärung des Falls, da der Finder des Leichnams etwas vom Teufel gefaselt hätte und der Herzog befürchtet, dass Aberglauben und Hexenangst geschürt würden – etwas, dass er gerade jetzt, kurz vor Beginn der Gespräche um die „Formula Concordiae“ in Quedlinburg, gar nicht gebrauchen kann…
In ihrem historischen Roman „Aberglaube und Geschäfte“ wartet Susanne Gantert mit einer kurzweiligen Mischung aus spannendem Kriminalfall und historischen Fakten auf und lässt damit diesen dritten Band um den Juristen und Ermittler Konrad von Velten zu einer fesselnden Zeitreise werden.
Auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände war ich schnell mittendrin im Geschehen und hatte Dank geschickt eingefügter Rückblenden nicht das Gefühl, dass mir zum Verständnis dieses Krimis irgendwelche Informationen gefehlt haben.
Der Täter ist ein alter Bekannter Konrads, der immer wieder mit spöttischen Versen auf sich aufmerksam macht. Er folgt einem ausgeklügelten Plan und rückt seinen Zielen, das Herzogtum wirtschaftlich zu ruinieren und sich selbst zu bereichern sowie sich gnadenlos an denen zu rächen, die seiner Gier nach Macht und Reichtum in früheren Jahren im Weg standen, immer näher.
Obwohl schon früh klar ist, wer hier sein Unwesen treibt, bleibt die Geschichte bis zum Schluss spannend, da Konrad - aufgrund von privaten Angelegenheiten, die ihn mächtig in Atem halten - mit seinen Ermittlungen immer zwei Schritte zu langsam zu sein scheint und es lange so aussieht, als würde er, trotz tatkräftiger Unterstützung seitens seiner Familie, nicht in der Lage sein, dem Bösewicht und seinem miesen Spiel das Handwerk zu legen.
„Aberglaube und Geschäfte“ hat mir sehr gut gefallen – eine gut ausbalancierte Mischung aus Spannung und Historie, die mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung punktet.
Rezensionen von Ro_Ke:
Liebe war nicht genug und doch ist sie alles
Heute schon für morgen träumen von Lori Nelson Spielman
Für mich war dies der erste Roman, mit dem sich Lori Nelson Spielman bei mir vorstellte und nach Beenden des Buches habe ich ein Gefühl dafür bekommen, warum sich diese so großer Beliebtheit erfreuen. Allerdings muss ich das für meine persönliche Meinung etwas differenzierter betrachten. Die Autorin besitzt einen sehr „wohligen“ Schreibstil, der mich auf angenehmste Weise an ihre Geschichte binden konnte.
Sie findet stets passende/treffsichere Worte, die sich in spürbare Emotionen verwandeln, die zahlreich und divers vertreten sind. Obwohl der Klappentext suggeriert, dass Emilia zur persönlichen Heldin wird, so ist es für mich eindeutig Tante Poppy, der ich diesen Titel verleihen möchte. Ihre Liebes-/Lebensgeschichte, die von der Autorin im Laufe der Handlung in mehreren Rückblicken aus ihrer Perspektive erzählt wird, konnte mein Herz immer wieder ganz tief berühren und vermittelt ein Gefühl von Hoffnung/Lebensfreude, den Glauben an die wahre Liebe und insgesamt ein ganz großes Herz. Zu Emilia ist mir leider ein emotionaler Zugang verwehrt geblieben. Ihr Handeln war für mich oft nicht nachvollziehbar und es entspricht nicht dem Entwicklungs-/Erfahrungsstand einer fast 30jährigen Frau. Dennoch wird auch ihr Handlungsstrang sehr unterhaltsam erzählt und die Konflikte, innere wie äußere, haben zumindest mein Interesse ausreichend wecken können. Insgesamt hätte ich jedoch noch viel mehr über Poppy lesen wollen, da in ihrer eigenen Geschichte und in der Beziehung zu ihrem Liebsten viel weiteres dramaturgisches Potenzial steckt. So lebt diese aber zumindest in meinem Herzen noch eine ganze Weile weiter. Fazit: Ein in Teilen zutiefst berührender Traum von morgen mit einer wohldosierten Prise Kitsch.
Rezensionen von Pink Anemone:
Bis zum Ende hin ein absoluter Pageturner in Gruber-Manier. Das Ende selbst ist jedoch eher enttäuschend
Rachewinter von Andreas Gruber
Mehrere Männer im besten Alter, erfolgreich und vermögend, werden grausam ermordet – und obwohl sie in verschiedenen Städten lebten, haben sich alle kurz vor ihrem Tod mit einer geheimnisvollen dunkelhaarigen Frau getroffen. Doch diese bleibt ein Phantom. Das müssen auch Kommissar Walter Pulaski in Leipzig und Anwältin Evelyn Meyers in Wien feststellen, die beide in die Fälle verwickelt werden.
Anders als die Polizei lassen sie sich jedoch nicht entmutigen, erst recht nicht, als sie erkennen, dass sie die Mordserie nur gemeinsam lösen können. Allerdings ist der Täter raffinierter, als sie denken – und spielt auch mit ihnen sein gefährliches Spiel ...(Klappentext)
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"Der Mann lief durch den Raum und presste sich eine Hand auf den Hals.
Aus der Halsschlagader spritzte Blut wie aus einem Überdruckventil.
Quer durch den Raum. Ans Fenster, an die Tapete und auf das Sofa."
(S. 13)
Pulaski and Meyers are back again und auch diesmal wieder mit einem sehr ausgeklügelten und spannenden Fall, der die Grenze zwischen Deutschland und Österreich überwindet und die beiden gemeinsam ermitteln lässt.
Dies ist der 3. Teil der Polaski-Meyers-Reihe, kann jedoch ohne weiteres eigenständig gelesen werden. Ich kann die beiden ersten Teile "Rachesommer" und "Racheherbst" jedoch wärmstens empfehlen, um in den gesamten Lesegenuß zu kommen.
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Wien:
Da will man nichts ahnend während seiner Dachdeckerarbeit ein korpulierendes Pärchen filmen und auf einmal hat man ein grausames Mord-Video auf dem Handy. Wenigstens ist dadurch der Täter schnell ausgeforscht..sollte man meinen. Dieser steht plötzlich auf der Matte der Strafverteidigerin Evelyn Meyers und beteuert seine Unschuld. Ausgerechnet er ist auch noch der Sohn eines großen Casino-Moguls und Ostrovsky, einst Meyers Mentor und ein wahrer Pitbull im Gericht, der Oberstaatsanwalt. Für ihn ist die Sache klar - er bringt den schwulen Sohn des Moguls hinter Gitter, koste es was es wolle.
Der Vater des jungen Mannes denkt aber nicht daran das schwarze Schaf der Familie rauszuboxen, sondern möchte ihm ebenfalls im Gefängnis sitzen sehen. Die Polizei ermittelt verdächtig schlampig und dann plötzlich wird Meyers klar, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht und ihr Mandant alles andere als ehrlich zu ihr war.
Nun verbeißt sie sich erst recht in diesen Fall.
Leibzig:
Auch hier wird ein Firmenmogul tot aufgefunden und alle sind sich einig - es war ein unglücklicher Unfall der die Schere ins Hirn dieses Mannes trieb. Einzig Polaski, Ermittler beim Kriminaldauerdienst, teilt nicht deren Meinung.
Auch hier ermittelt die Polizei äußerst schleissig und der Fall wird überraschend schnell zu den Akten gelegt. Aber wenn Polaskis Spürnase erstmal Ungereimtheiten und Verdächtiges wittert, ist er nicht mehr davon abzubringen. Außerdem ist die Tochter dieses Firmenmoguls auch noch die beste Freundin seiner 17-jährigen Tochter und diese hat nicht nur den Sturkopf ihres Vaters geerbet, sondern auch die Spürnase und Verbissenheit. Ein Grund mehr diesem Fall mehr Beachtung zu schenken...und dann geschicht noch ein Mord.
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">>Niemand hat bisher die Spuren vom Tatort mit der DNA von Michael Kotten abgeglichen<<, überlegte sie laut.
Und das, obwohl das bei Mord innerhalb nur weniger Stunden erledigt war.
Irgendwie stimmt das ganze Bild nicht!"
(S. 79)
Wie immer scheinen diese Fälle in Wien und Leibzig absolut nichts miteinander zu tun zu haben. Erst im späteren Verlauf sind Parallelen erkennbar, bis dahin dauert es etwas, was sich jedoch alles andere als langweilig gestaltet.
Bei Andreas Gruber ist ab der ersten Seite unglaubliches Tempo vorhanden, welches auch konstant bestehen bleibt. Der unglaublich flüssige und packende Schreibstil des Autors lässt einen durch das Buch fliegen und Zeit und Raum vergessen.
Auch die Charaktere sind ausgefeilt und sind ebenfalls für allerhand Überraschungen gut. Ich liebe ja den zynischen und brummigen Pulaski, der einen Batzen Sarkasmus und trockenen Humor besitzt. Dies äußert sich vor allem in den Dialogen, welche einen nicht selten schmunzeln lassen. Hier kommt also auch der Humor nicht zu kurz.
">>Der Tote wird vom Bestatter abtransportiert, nicht von mir.<<
>>Doch nicht im auffälligen Leichenwagen?<<
>>Nein, natürlich nicht<<, knurrte Pulaski.
>>Der Wagen hat eine rosa Schleife und ein großes buntes Schild an der Seite:
WILLKOMMEN IM LEIBZIGER AUTOREST MOTEL - HIER LIEGEN SIE RICHTIG.<<
(S. 25)
Der Plot ist äußerst ausgefeilt und beinhaltet mehrere unvorhersehbare Wendungen, die mich von Anfang bis Ende miträtslen ließen.
Kurz gesagt - hier stimmt einfach alles und dadurch klebt man regelrecht an den Buchseiten....bis man zum Ende gelangt.
Bei Andreas Gruber weiß man meist schon aber der Mitte wer der Täter ist. Einzig das Motiv bleibt unklar und der Autor schüttelt gegen Ende noch eine verdammt überraschende Wendung aus dem Ärmel, welche einem den Atem anhalten lässt. Diese fehlte hier leider gänzlich und auch das Motiv war in gewisser Weise von Anfang an klar und äußerst banal.
Ich hatte das unbestimmte Gefühl, als hätte der Autor selbst keinen Plan wohin er jetzt will, selbst kein stimmiges Ende in Sicht und dann den Thriller einfach schnell zu Ende brachte.
Fazit:
So sehr ich diesen Thriller innerhalb von paar Stunden verschlang und mich von Seite zu Seite mit Wendungen überraschen konnte, so enttäuscht war ich vom Ende und der "Auflösung".
Ich bin ein absoluter Gruber-Fan, vor allem aufgrund seines packenden und mitreißenden Schreibstils, der meine Nase regelrecht im Buch kleben lässt und eben auch aufgrund des BUMMS am Ende, der nochmal alles rumreißt. Doch gerade bei Letzterem hat er diesmal gemurkst.
Herr Gruber, das können Sie definitiv besser.
© Pink Anemone
Rezensionen von Vicky:
Was sein soll, wird sein
Die Sonnenschwestern von Rees Tracy
Das Cover hat sofort mein Interesse geweckt denn es ist sehr schön und harmonisch gestaltet. Außerdem passt es gut zum Inhalt des Roman der Autorin Tracy Rees.
Unter 'Das Buch' kann man sich einen kurzen aber bereits recht guten Eindruck von den 'Die Sonnenschwestern' holen und eine der beiden Hauptfiguren, Nora, kennen lernen.
Die Geschichte umfasst einen Prolog, Neunundsechzig Kapitel sowie einen Epilog. Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Nora und Chloe geschrieben, das finde ich sehr gut und abwechslungsreich. Normalerweise habe ich immer eine Figur bzw. Zeit welche ich lieber lese aber hier konnte ich mich nicht so richtig entscheiden denn letztlich haben mir beide gut gefallen. Ich habe mich sehr gefreut beide auf ihrer jeweiligen Reise begleiten zu dürfen.
Anfangs dachte ich mir dass mir die Chloe Kapitel besser gefallen aber mit voranschreitender Zeit haben mir die Nora Kapitel auch immer mehr zugesagt. ich fand die Abwechslung, wie gesagt, sehr gut gelungen! Irgendwann war sogar der Punkt erreicht als mir die Nora-Kapitel etwas mehr zusagten als die Chloe-Abschnitte aber alles in allem habe ich beide Figuren in mein Herz geschlossen. Die Hauptfiguren fand ich sehr gut ausgearbeitet aber mit einigen Nebenfiguren hatte ich ehrlich gesagt so meine Probleme, weswegen ich auch einen Stern abziehe denn mir kamen manche der Nebenpersonen zu unzugänglich vor.
Die Walisischen Begriffe sowie das Rezept für Welsh Cakes nach dem Epilog fand ich eine sehr nette Idee. Ich habe mir das Rezept notiert und werde es auf jeden Fall probieren nach zu kochen!
Fazit: 'Die Sonnenschwestern' von Tracy Ress ist eine gute und gelungene Geschichte mit einem sehr passendem und harmonischem Ende.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Interessante und amüsante Krimiunterhaltung
Alles ist lebend tot von Natalie Mesensky
Alles ist lebend tot – ein intelligenter und amüsanter Krimi
Barbara Aubert, die Protagonistin des dritten Krimis von Natalie Mesensky, erfüllt sich einen Kindheitstraum: nach dem Verkauf ihrer Firma in Wien, investiert sie in eine Gärtnerei und Blumenhandlung in der Kleinstadt Tulln.
Ein grausamer Raubmord und der Diebstahl eines Bildes von Egon Schiele verhindern jedoch, dass Barbaras Leben ruhig und beschaulich verläuft.
Außerdem findet sie in ihrer Villa Aufzeichnungen des ursprünglichen Besitzers, der von Kindheit an mit Egon Schiele befreundet war und dessen Leben mitverfolgt hat.
Mehr soll allerdings hier zum Inhalt nicht verraten werden! Was ich unbedingt noch positiv erwähnen möchte: das Cover des Buches ist Schieles „Sonnenbaum“. Abgesehen davon, dass es wunderschön ist, passt es perfekt zum Buch!
Dieser Krimi ist sehr klug inszeniert: einerseits versucht man die Geheimnisse um die Morde zu ergründen, andererseits bilden fiktive Tagebucheintragungen zu Egon Schiele, der Kindheit und Jugend in Tulln verbracht hat, eine interessante Erzählung für sich. Man muss kein großer Schiele-Kenner sein, um der Geschichte folgen zu können, ein wenig Internetrecherche zu seinen Bildern ist trotzdem lohnend und interessant.
Der Erzählstil begeistert mich: flüssig, unkompliziert zu lesen und immer wieder blitzt Humor durch. Dabei schafft es die Autorin, den Spannungsbogen durchgehend hoch zu halten. Immer, wenn ich dachte, den Täter identifiziert zu haben, gab es eine überraschende Wendung und ich war wieder ratlos. Dazu kommen amüsante Dialoge, teilweise in gemäßigtem Dialekt, die die Geschichte lebendig werden lassen.
Detailreich werden die verschiedenen, bisweilen reichlich seltsamen und verschrobenen Charaktere beschrieben, die Barbaras Wege kreuzen. Sie gehören allesamt zum Kreis der Tatverdächtigen, manchmal mehr, manchmal weniger. Hin und wieder wird auch auf Personen der vorangegangenen Bücher der Autorin Bezug genommen. Ich kenne dies Bücher leider noch nicht und so war es ein wenig verwirrend, allerdings für diesen Krimi völlig bedeutungslos.
Die Auflösung der Kriminalfälle ist logisch und war für mich trotzdem überraschend, weil ich mich durch alle falschen Spuren, die die Autorin gelegt hat, immer wieder in die Irre leiten ließ. Und auch wenn ich wieder einmal mein detektivisches Unvermögen bewiesen habe, so habe ich mich doch wirklich gut unterhalten gefühlt! Genau so soll es doch sein, oder?
Fazit: ein intelligenter Krimi, der vergnügliche Lesestunden garantiert! Empfehlenswert!
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein unterhaltsamer Kunst-Krimi
Alles ist lebend tot von Natalie Mesensky
Barbara Aubert hat dem Stadtleben in Wien ade gesagt und sich in der Kleinstadt Tulln eine alte Villa gekauft und sich in eine Gärtnerei mit Blumenladen eingekauft. Nach dem Tod ihres Ehemannes muss die Inhaberin Leonie Bogner für ihre beiden kleinen Mädchen alleine sorgen und ist wohl froh, dass Barbara ihr so eine Sorge abgenommen hat.
Der Frieden der Stadt wird durch den Mord an Professor Erich Hinkel erschüttert. Aus der Villa des alten Kunstsammlers wurde auch ein Gemälde von Egon Schiele gestohlen.
Mich hat das Cover und der ungewöhnliche Titel veranlasst das Buch zu lesen. Und ich muss sagen, es war mein erster „Kunst“-Krimi und er hat mir sehr gut gefallen.
Durch den Mord gleich zu Beginn der Geschichte bin ich schnell in Tulln angekommen. Von den Ermittlungen bekomme ich noch nicht viel mit. Eher lerne ich Barbara, ihr Umfeld und einige Tullner Bürger kennen. Getratscht wird in Tulln wie in jeder Kleinstadt. Jeder weiß von jedem alles, oft früher als der Betroffene selbst. Viele verschiedene Namen der interessanten und vielschichtigen Protagonisten, die ich aber durch eine ausführliche Namensliste zu Beginn des Buches sehr gut auf die Reihe bekomme.
Der Schreibstil ist flott, sehr bildhaft und für mich sehr gut zu verstehen. Die österreichischen Begriffe sind als Fußnote erklärt oder sie erklären sich im Text selbst. Die Atmosphäre kommt sowohl zwischen den Personen als auch örtlich sehr gut rüber.
Nach einem weiteren Mord steigt auch die Spannung, die Ermittlungen nehmen Fahrt auf und nun war auch ich ans Buch gefesselt und hier und da richtig geschockt. Ich habe mich auf eine falsche Fährte führen lassen und es gibt ein paar Wendungen, die ich so nicht erwartet habe.
Egon Schiele kannte ich bisher nur dem Namen nach. Hier werden Bruchstücke seines Lebens, seiner Malerei und seiner Werke gut und passend neben den Mordfall eingeführt.
Hier und da kommt es zu Szenen, wo ich merke, hier fehlt mir etwas. Ist aber für die Mordfälle, um die es hier geht, nicht relevant.
Egon Schiele, ein interessanter Aufhänger, vier Morde, bei deren Aufklärung ich mittendrin war und eine österreichische Kleinstadt, die mein Interesse geweckt hat.
Mich hat „Alles ist lebend tot“ sehr gut unterhalten.
4,5 von 5 Sternen
Rezensionen von Dajobama:
Piccola Sicilia
Piccola Sicilia von Daniel Speck
Piccola Sicilia ist ein Viertel in der tunesischen Hafenstadt Tunis. Vor dem Krieg leben an diesem Kreuzungspunkt am Mittelmeer viele Kulturen und Religionen friedlich zusammen. Ein multikulturelles Paradies in Nordafrika, nur wenige Kilometer durch das Meer von Europa (Sizilien) getrennt.
Im Jahr 1942 erreicht der Krieg der Europäer das Land und stürzt es ins Chaos.
"Die Tunesier starben, ohne etwas mit dem Krieg der Europäer zu tun zu haben. Ihr Tod hatte nichts Ehrenhaftes, es war kein Opfer für die Heimat, sondern einfach nur sinnlos." Seite 157
Moritz ist hautnah dabei, als Kameramann für die deutsche Propaganda, doch er kehrt nie zu seiner schwangeren Verlobten zurück.
Jahrzehnte später reist seine Enkeln Nina nach Sizilien, um ein verschollenes Flugzeug vom Meeresgrund zu bergen. Kam ihr Großvater darin ums Leben? Was ist damals wirklich passiert in Tunis?
Aus den verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt der Autor die Geschichten von Moritz und Nina. Und er erzählt sie gut. Denn er hat ein sehr komplexes Buch geschrieben, das unheimlich viele Themen beinhaltet.
Daniel Speck überrumpelt seine Leser mit einer recht unbekannten Sichtweise des Krieges. Tunesier als absolut Unbeteiligte werden zu Opfern. Gerade in dem Schmelztiegel unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen hat ein Eindringen okkupierender Streitmächte gravierende Folgen.
Dabei liefert der Autor viele Informationen, sei es über Rommels Truppen in Nordafrika, den übereilten Rückzug der Deutschen, oder auch über das jüdische Gedankengut. So spricht er die aus dem Krieg resultierende Entwurzelung und Perspektivlosigkeit von Millionen von Menschen an, in erster Linie Juden aller Nationen, doch durchaus auch anderer Religionen. Häufig drängt sich dem Leser ein Bezug auf die heutige Zeit auf. Die Gefühle von Flüchtlingen, die sich zwischen den Welten befinden und nirgendwo hingehören sind zeitlos und nicht an Orte gebunden.
"Heimat, ein fester Rahmen für die Seele. " Seite 465
Dieser Roman enthält unglaublich viele tiefgründige und kluge Denkanstöße. Immer wieder musste ich innehalten und über das Gelesene nachdenken. Ich fand es sogar gut, dass der Leser einige der Handlungsstränge und Richtungen bereits am Anfang kennt oder zumindest erahnt. Somit kann man sich besser auf die tollen Sätze und Lebensweisheiten konzentrieren.
Wer macht uns zu dem, was wir sind? Inwieweit können wir das überhaupt beeinflussen? Ist die eigene Identität eine Sache der Entscheidung oder prägen uns vielmehr die Erfahrungen und Erlebnisse unserer Eltern, vielleicht unbewusst?
Nicht zuletzt, wie kann eine Familie mit der ungeklärten Abwesenheit einer geliebten Person umgehen? Eine Frage, die sich durch das ganze Buch zieht.
Ein wichtiges Buch, ein kluges Buch, in dem es sehr viel zu entdecken gibt!
Rezensionen von spozal89:
Piccola Sicilia - Ein Viertel in Tunesien
Piccola Sicilia von Daniel Speck
Klappentext:
Was, wenn deine Familie in Wahrheit eine andere ist?
'Piccola Sicilia', das italienische Viertel der farbenfrohen Mittelmeerstadt Tunis, 1942. Drei Religionen leben in guter Nachbarschaft zusammen. Bis der Krieg das Land erreicht. Im Grand Hotel Majestic begegnet der deutsche Fotograf Moritz dem jüdischen Zimmermädchen Yasmina.
Doch sie hat nur Augen für Victor, den Pianisten. Als Victors Leben auf dem Spiel steht, kann allein Moritz ihn retten.
Sizilien, heute: das Mittelmeer, glitzerndes Blau. Schatztaucher ziehen ein altes Flugzeugwrack aus der Tiefe. Die Berliner Archäologin Nina sucht ihren verschollenen Großvater Moritz und trifft eine unbekannte Verwandte aus Haifa, die ihr Leben auf den Kopf stellt. Gemeinsam enthüllen sie ein faszinierendes Familiengeheimnis.
Drei Frauen aus drei Ländern und drei Kulturen – verbunden durch eine Liebe, die alle Grenzen überwindet. Inspiriert von einer wahren Geschichte.
"Piccola Sicilia" war mein erstes Buch, welches ich von Daniel Speck gelesen habe. Daher kann ich es nicht mit seinem anderen Werk vergleichen.
Mit dem Schreibstil des Autors kam ich bis zu letzt leider nicht so recht klar. Mir waren die Sätze teilweise zu abgehackt und oftmals gab es so viele Wiederholungen und Längen in der Geschichte, das es echt langweilig wurde. Ich gestehe, dass ich sogar einige Seiten mehr überblättert habe und nur schnell überflogen habe, weil es so langatmig war. Zudem hätte ich persönlich die Geschichte um Nina und Patrice nicht gebracht.
Schön fand ich aber die Hintergründe und die Geschichte über das alte Tunesien. Mir war nicht klar, dass vor dem zweiten Weltkrieg, drei Religionen so friedliche miteinander gelebt haben. Zudem habe ich noch nie vom zweiten Weltkrieg aus diesem Blickwinkel gehört. Es war interessant zu erfahren, wie die Bevölkerung in Tunesien den Krieg erlebt hat und was er letztendlich in diesem Land alles zerstört hat. Die Geschichte von Yasima hat mir zu beginn ebenfalls gut gefallen, wobei sich diese immer mehr zu einer Groschenromanze entwickelt hat. Mir war das zuviel Victor und ich konnte bis zu letzt ihre Liebe zu ihm nicht verstehen.
Ich bin froh das ich es geschafft habe, das Buch zu beenden. Von mir gäbe es keine Leseempfehlung, aber Geschmäcker sind ja Gott sei Dank alle verschieden.
Rezensionen von liebe1904:
Das Leben ist so viel mehr...
Heute schon für morgen träumen von Lori Nelson Spielman
„Nicht jede Liebe verlangt Leidenschaft, und nicht alle Leidenschaft erfordert Liebe“ – Poppy
Dieses Buch hat beides, Leidenschaft und Liebe. Es handelt von einer Familiengeschichte, von Liebe und Freundschaft und von dem puren Leben in all seinen Facetten.
Während des Lesens konnte ich lachen, weinen und über mein eigenes Leben nachdenken.
Ich habe mich oft gefragt, wie ich mir mein späteres Leben und meine alten Tage vorstelle.
Sobald man während der Arbeit oder in der Schule permanent daran denken muss, dass man, sobald man zuhause ist, weiterlesen kann, weiß man, dass dieses Buch ein gutes Buch ist. Es zieht dich in seinen Bann, vielleicht nicht sofort, aber sobald man einmal in der Geschichte drin ist, kann man nicht eher aufhören, bis man am Ende der Geschichte angelangt ist.
Die Charaktere sind wunderbar. Jeder ist auf seine eigene und besondere Art und Weise perfekt für diese Geschichte gemacht. Emilia mit ihrem großen Potential, welches in ihr steckt. Poppy, welche ihren lebensfrohen Flair im ganzen Buch verteilt. Und auch alle anderen Protagonisten sind von der Autorin gut gewählt und rund um perfekt.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und einladend, man möchte das Buch nicht aus den Händen legen.
Positiv hat mich überrascht, dass man in diesem Buch eigentlich so gut wie nichts vorhersagen kann. Man hat Vermutungen, die hat man immer, aber in den seltensten Fällen entsprechen diese dann auch der Wahrheit. So etwas ist nicht immer der Fall bei Büchern und damit ein großer Pluspunkt für dieses Buch.
Da das Buch sowohl Emilias Geschichte, als auch die von Poppy erzählt, wechseln sich diese beiden Seiten ab. Ich hab es unglaublich genossen, mehr über Poppy und ihr Leben zu erfahren.
Ich bin dankbar, solch ein wunderbares Buch gelesen zu haben.
Zusammenfassend sei gesagt, „Heute schon für Morgen träumen“ ist ein Buch voller Emotionen. Diese Emotionen können verschiedenen Ursprungs sein. Manchmal muss man weinen (Taschentücher bereit halten!), nicht immer weil es traurig, sondern weil es einfach so schön ist. Manchmal, nein sogar sehr oft, muss man lachen. Das Buch zeigt das Leben mit all seinen Facetten, den guten und den schlechten. Es zeigt, dass das Leben nicht immer perfekt ist, aber wir es dennoch immer wieder für uns perfekt machen können. Es liegt an uns, wie wir unser Leben gestalten.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung!








