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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PFIFF:

Mord im Winzermilieu

Chateau Mort von Oetker Alexander


Der Kommissar Luc Verlaine ist von Paris nach Aquitanien, ins Médoc gezogen. Beim berühmten Marathon, der an der Gironde Nahe Pauillac startet, brechen einige Sportler zusammen, ein Politiker fällt ins Koma, für einen Winzer kommt jede Hilfe zu spät.
War die Verpflegung vergiftet? Wer steckt dahinter? Wem hat der Anschlag gegolten? Anouk, die Freundin des Kommissars und auch Beamtin, hält Lucs Freund Richard für den Täter, weil er ihrer Meinung nach am Meisten profitieren würde vom Tod des benachbarten Winzers.

Doch Verlaine vertraut seinem Instinkt und ermittelt in alle Richtungen, um seinen vertrauten Freund zu entlasten.
Kulinarische Tipps und ein wenig Weinkunde runden den Krimi angenehm ab.

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Rezensionen von PFIFF:

80ger Jahre in Paris

Ein Winter in Paris von Jean-Philippe Blondel


Der 19-jährige Victor kommt aus der Provinz nach Paris, um dort Literatur zu studieren. Er hat Probleme, Anschluss zu finden. Mit einem Jungen bahnt sich eine Freundschaft an. Doch Mathieu stürzt sich im Lycée über das Geländer des Treppenhauses in den Tod.
Plötzlich interessieren sich der Rektor, die Lehrer, Schüler und auch der geschiedene Vater des toten Studenten für Victor, um den Grund des Selbstmords zu verstehen.

Doch Victor ist selbst schockiert. Trotzdem lässt er sich auf längere Gespräche mit dem verzweifelten Vater ein, obwohl das das Missfallen der Lehrerschaft und der geschiedenen Ehefrau nach sich zieht.
Victor erkennt, dass er die Gabe hat, zuzuhören und mit den Menschen zu kommunizieren. Daraus entsteht der Entschluß, nicht weiter zu studieren, sondern seine Laufbahn Richtung Romane schreiben zu lenken.
Die Erzählung beschreibt Geschehnisse von 1984/85, an die sich ein inzwischen bekannter Romanautor erinnert, als er in der Gegenwart einen Brief vom Vater eines verstorbenen Mitstudenten erhält.
Die Personen sind psyychologisch hervorragend herausgearbeitet, die Beziehungen untereinander geschickt verflochten.
Ein interessantes, berührendes Büchlein.

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Rezensionen von PFIFF:

Frauenpower im Amerika des beginnenden 20. Jhdts.

Alligatoren von Spera Deb

Anfang des 20. Jhdts. in der Nähe von Charleston, in Branchville, kämpft eine Mutter von vier Töchtern ums Überleben. Ihr Mann ist Alkoholiker, schlägt sie und die Mädchen und ist nicht imstande, die Familie zu ernähren.
Gertrude kann mit der Flinte umgehen, kennt den Sumpf genau und beschließt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Sie hat eine Stelle als Näherin in Aussicht, kann in einem Häuschen einer verstorbenen Arbeiterin unterkommen und hat in Oretta, einer schwarzen Haushälterin ihrer Arbeitgeberin eine Freundin gefunden, was natürlich Probleme aufwirft, sowohl bei den Schwazen als auch bei den Weißen.
Überhaupt ist die Zeit schwierig. Frauen müssen kämpfen, wenn sie sich durchsetzen wollen. Was den Wenigsten gelingt. Die meisten Männer sind grob und brutal.
Frauen müssen kämpfen wie Alligatorenweibchen, um ihre Kinder zu schützen. Das Leitmotiv, es sei leichter einen Mann als einen Alligator zu töten, zieht sich durch die ganze Familiengeschichte hindurch. Man spürt, dass die Autorin viel Persönliches verarbeitet hat und die Geschichte ihrer eigenen Groß- und Urgroßmutter als Fundament für diesen fesselnden und erschütternden Roman genommen hat.

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Rezensionen von Tara:

Humorvoll & spitzzüngig

Nein ist das neue Ja von Désirée Nick

„Nein ist das neue Ja“ ist das Buch - der für ihre spitze Zunge bekannten - Entertainerin Désirée Nick.

Der Klappentext des Buches klang sehr vielversprechend und auch ich wollte gerne die Magie des „Nein!“ kennenlernen. Ebenso gut gefiel mir das Inhaltsverzeichnis, dass eine Vielzahl von Themen nennt, zu denen man einfach „Nein“ sagen sollte.

Désirée Nick ist für ihr loses Mundwerk bekannt und ich hatte auch kein Sachbuch erwartet, sondern eher humorvolle Tipps und Ratschläge. Genau das bekommt man mit einer Menge Anekdoten aus dem Leben der Autorin und auch denen anderer Prominenten. Diese habe ich zum Teil als unnötig heftig und giftig empfunden. Ebenso wenig kam ich mit ihrer Ausdrucksweise zurecht, die aus meiner Sicht unnötig vulgär und niveaulos war.
Trotzdem waren einige durchaus sinnvolle Anregungen einfach einmal „Nein!“ zu sagen dabei und ich habe auch mehrfach über den Humor von Désirée Nick gelacht. Es ist eine Mischung aus humorvollen und derben Tipps und Anekdoten, die sich recht flott lesen lassen.

Insgesamt hat mich das Buch nicht überzeugt und ist vielleicht eher etwas für eingefleischte Désirée-Nick-Fans.

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Rezensionen von Sandra8811:

Sehr bewegendes Buch über die Toleranz zwischen verschiedenen Kulturen

Piccola Sicilia von Daniel Speck

Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Ich fand den Klappentext sehr interessant, mich hat vor allem interessiert, wie Daniel Speck das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in Tunis darstellt.

Cover:
Das Cover ist sehr schlicht und fast ein wenig langweilig. Die beiden Kinder vor dem Oldtimer unter der Palme wirken nett.

Aufgrund des Covers würde ich mir das Buch wohl nicht kaufen, der Klappentext hat den Eindruck dann wieder wettgemacht ;-)

Inhalt:
Tunis 1942, kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Drei Kulturen mit verschiedenen Religionen leben friedvoll in einer Nachbarschaft zusammen, dann kommen die Nazis… Moritz Reincke verlässt seine Verlobte Fanny um als Kameramann in den Krieg zu ziehen.
Masala heute, Nina ist auf der Suche nach ihrem Großvater Moritz der wohl an Bord einer Maschine von Tunis nach Sizilien verunglückt ist. In Masala trifft sie Joelle, die angibt, ihre Verwandte zu sein.

Handlung und Thematik:
Daniel Speck schaffte es, die Wirkung des zweiten Weltkrieges auf das Zusammenleben und die Toleranz zwischen verschiedenen Völkern super darzustellen. Ursprünglich hatte ich eine seichtere Geschichte erwartet, aber die Story war tiefgründig und bewegend! Der Autor hat es geschafft, mir Geschichte näher zu bringen, ohne dass es langweilig wurde. Der geschichtliche Hintergrund basiert ja auf einer wahren Begebenheit, dies merkt man auch, da alle super realistisch beschrieben wurde. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an, man liest es nicht nur schnell runter, sondern befasst sich mit der Thematik. Das Ende lies für mich ein paar Fragen offen, es passt aber zum Flair der Ungewissheit nach dem zweiten Weltkrieg.

Charaktere:
Anfangs dachte ich, das Buch dreht sich hauptsächlich um Nina, Patrice und Joelle in der Gegenwart. Als ich aber feststellte, dass es nicht so ist, war ich erleichtert, weil ich die Personen in der Vergangenheit mehr mochte.
Moritz bzw. Maurice ist ein sehr gutmütiger und mutiger Kerl. Seine Aufopferung für andere hat ihn sehr schnell sehr sympathisch gemacht. Seine Reise, die in Deutschland begann, war sehr mitreißend. Ich habe ständig mit ihm mitgefiebert.
Die Familie Safrati entsprach anfangs meiner Vorstellung einer toleranten Familie, leider hat sich das dann ein bisschen gewandelt.

Schreibstil:
Ich konnte Daniel Specks Schreibstil gut folgen. Ich war angenehm überrascht, dass es sich nicht um eine seichte Italien-Tunis-Story handelt, sondern wirklich Tiefgang besitzt. Es waren viele Passagen dabei, die zum Nachdenken anregten. Die Gegebenheiten und Personen wurden super detailreich und bildlich beschrieben. Ich konnte mich gut in die damalige Situation hineinversetzen. Jüdische, italienische und französische Ausdrücke und Textpassagen zwischendurch verstärkten die entsprechende Atmosphäre. Die Kapitellängen waren perfekt. Der geschichtliche Hintergrund wurde relativ einfach verständlich miteingeflochten.

Persönliche Gesamtbewertung:
Ein super Buch, das ich vor allem Geschichtsliebhabern sehr ans Herz lege. Es war für mich sehr erschütternd zu lesen, was für eine destruktive Wirkung der zweite Weltkrieg auf die Toleranz und das Zusammenleben der Kulturen hatte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es vorher anders war. Der Autor hat mir lehrreiche „Geschichtsstunden“ bereitet, die mir super Spaß gemacht haben! Der Schreibstil war angenehm zu lesen und regte zum Nachdenken an. Ein wirklich grandioses Buch! Absolute Leseempfehlung!

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Rezensionen von niknak:

Liebe ist die Essenz des Lebens

Love Curse - Lieben verboten von Sky Rebecca

Inhalt:
(Klappentext)
Stell dir vor, du kannst jeden Jungen, jeden Mann mit nur einem Kuss dazu bringen, sich Hals über Kopf in dich zu verlieben. Von der ersten Berührung an wird er alles für dich tun. Alles. Nur ein Traum? O nein, verborgen vor der Welt existiert seit Jahrhunderten eine Gruppe mächtiger Mädchen und Frauen, die als Nachfahrinnen des Liebesgottes Eros genau diese Gabe besitzen.

Und sie nutzen, um die Geschicke der Menschen zu lenken. Eine von ihnen ist die 16-jährige Rachel. Gemeinsam mit ihrer schönen und skrupellosen Freundin Marissa bereitet sie sich auf das Leben als Eros-Nachfolgerin vor. Doch dann trifft sie Ben und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Sie würde ihn so gerne küssen – aber dann wäre er ihr verfallen und könnte sie nicht mehr aus freiem Willen lieben. Als ein uralter Feind von Eros auftaucht und Marissa ausgerechnet Ben zu ihrem nächsten Opfer erwählt, muss Rachel eine schreckliche Entscheidung treffen...

Mein Kommentar:
Die Autorin hat einen angenehmen und schönen Schreibstil. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Rachel geschrieben. Ich bin mir nicht sicher, ob es eine Fortsetzung geben wird, da auch im Englischen erst ein Buch erschienen ist. Es ist auf jedem Fall noch genug Platz für ein weiteres Buch.

Ich bin leider mit den meisten Charakteren nicht wirklich warm geworden. Sie sind jedoch gut ausgearbeitet und ich hatte das Gefühl, dass hinter den meisten Personen eine (kleine) Geschichte steckt.

Rachel Madhu Patel sieht ihre Gabe als Fluch, als Fluch der ihr die Chance auf die wahre Liebe verwehrt. Sie hadert sehr mit ihrem Schicksal und würde am liebsten nie einen Jungen verwandeln. Das 16-jährige Mädchen rebelliert in ihrer Schule da sie mit den Grundsätzen nicht einverstanden ist. Ich wurde nicht wirklich warm mit ihr, was ich sehr schade fand, weil sie als Hauptcharakter des Buches einen sehr wichtigen Stellenwert in der Geschichte hat.

Benjamin Blake ist sowas wie der nette Junge von neben an. Er hatte es jedoch nicht leicht in seiner Vergangenheit. Wegen seiner traurigen Familiengeschichte fällt es ihm am Anfang nicht leicht sich mit Rachel einzulassen. Ben ist wirklich süß und ich kann es wirklich verstehen, wieso Rachel sich in ihn verliebt hat.

Marissa Bale ist Rachel A.P. (Arbeitspartnerin) und die einzige Person, die einer Freundin am nächsten kommt. Sie ist eine typische High-School Zicke, die denkt, die Welt würde sich um sie drehen. Marissa ist selbstsüchtig, oberflächlich, manipulativ und egoistisch. Sie war mir schon vom Beginn an unsympathisch. Dies hat sich leider auch im Laufe des Buches nicht geändert.

Rachel, die Protagonisten, ist eine Nachfahrin des griechischen Liebesgottes Eros. Diese Gabe wird nur an die Frauen weitervererbt. Die Auserwählten werden Liebesgöttinnen oder Hedoninnen genannt und können durch einen einzigen Kuss einen Mann seinen freien Willen nehmen. Je weiter man liest, desto mehr erfährt man über die göttlichen Fähigkeiten dieser Mädchen bzw. Frauen.

Die jungen Liebesgöttinnen gehen auf eine spezielle Schule, die als katholische Schule getarnt und von Nonnen unterrichtet wird. In New York gibt es die Schule St. Valentines. Diese Schule besucht auch Rachel. Die jungen Schülerinnen bekommen eine A.P. - eine Arbeitspartnerin zugeteilt. Diese ist die einzige Person, mit der sie sich anfreunden und unterhalten dürfen.

Die starke Einmischung der Schule in das Privatleben der Schülerinnen hat mir gar nicht gut gefallen. Auch die Bestimmungen des Gremiums haben mir immer wieder sauer aufgestoßen.

Die Handlung hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Ich habe noch kein Buch in dieser Art gelesen, wodurch das Thema neuwertiger war als viele andere Bücher in letzter Zeit. Die Handlung ist abwechslungsreich. Es gibt einige Aktion Szenen, aber auch romantische Szenen zwischen Ben und Rachel.

Im letzten Kapitel kommt es zu einem Showdown zwischen Rachel und ihren "Feinden". Das Buch endet in einem offenen Ende, was mir nicht so wirklich gut gefallen hat. Ich hätte mir gewünscht, dass der Epilog anders endet. Die Autorin hätte auch einfach den Epilog weglassen können, dann wäre die Geschichte auch schön abgerundet gewesen. Schade.

Mein Fazit:
Die Handlung hat mir gut gefallen. Ich wurde jedoch leider mit den meisten Charakteren nicht wirklich warm und auch das Ende hat mir gar nicht gefallen. Schade. Diese Geschichte hätte wirklich Potential, aber sie konnte mich nicht von sich überzeugen.

Ganz liebe Grüße,
Niknak

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Rezensionen von TheUjulala:

Durchaus spannend und toller Sprachstil, aber ohne großen Nervenkitzel

Blutparadies von Claus Hammering

Auf der Suche nach mal einem anderen Genre, bin ich auf diesen Titel gestoßen. Früher habe ich gerne auch die heftigen - vor allem skandinavischen - Thriller gelesen. Nach einer langjährigen Pause wollte ich mich mal wieder in diesem Genre versuchen. Dies ist Claus Hammerings erste Veröffentlichung in Selbstpublikation.

Erst sehr viel später habe ich nun erfahren, dass Laura Newman, eine von mir sehr geschätzte Dystopie-Autorin, hinter diesem Pseudonym steckt. Die Überraschung war natürlich riesig!

Coverbild
Auch für das Cover ist natürlich Laura Newman verantwortlich. Passend zu dem Genre ist es in schwarz gehalten. Der Buchtitel großformatig über einen Palmwedel verteilt. Über das gesamte Cover zieht ein einzelner Blutstropfen seine Spur. Das Bild spiegelt das Genre perfekt wieder, ohne zu viel zu verraten. Ich liebe simple aber aussagekräftige Cover. Laura Newman begeistert mich mit ihrem Grafikstil immer wieder.

Handlung
Auf einer karibischen Insel wird ein Luxushotel eröffnet. Leider beginnt der Start nicht so, wie sich der Hotelmanager Ethan erhofft hat. Mitarbeiter kommen nicht und nur die Hälfte des Hotelkomplexes ist fertig gestellt. Den ersten Hotelgästen, die auf eine Sonderaktion hin sich angemeldet haben, muss Ethan ein perfekt funktionierendes Luxushotel vorgaukeln. Doch dann passiert plötzlich ein Mord, auf den Weitere folgen. Und die idyllische Insel entpuppt sich als Falle, ein Albtraum für alle Anwesenden. Denn der Täter muss unter ihnen weilen und Keinem kann mehr vertraut werden.

Buchlayout / Haptik
Das Buch mit seinen 398 Seiten wird in 33 Kapitel eingeteilt. Die Kapitelüberschriften enthalten lediglich die Kapitelnummer und den Perspektivennamen, was jedoch durch die unterschiedliche Farbgebung und der serifenlosen Font gekonnt grafisch vom Fließtext abgesetzt wird. Die Zwischenkapitel aus Sicht des Mörders enthalten lediglich ein paar Kleckse, wahrscheinlich Blutstropfen, als Einleitung. Insgesamt ist die Gestaltung des eBooks schlicht aber professionell.

Idee / Plot
Da ich schon länger keinen Thriller/Krimi mehr gelesen habe, kann ich kaum sagen, ob die Idee neu oder einzigartig ist. Es erinnert mich doch stark an einen Agatha Christie. Eine buntgemischte Menschengruppe aus allen sozialen Schichten, und hier auch aus unterschiedlichen ethnischen Herkünften, trifft aufeinander und ist mit einem Mord konfrontiert, und es bleibt nicht nur bei einem Opfer. Nun wird plötzlich jeder verdächtigt und keiner hat wirklich ein Alibi. Es fehlt eigentlich nur noch der über alles erhabene Detektiv (à la Hercule Poirot). Gefallen hat mir die Idee, wie bei allen Beteiligten von Mord zu Mord die Fassade zu bröckeln beginnt und ureigene Instinkte, Ängste und Vorurteile zu Tage kommen. In Fokus geratene Verdächtige müssen sich vehement gegen den Mop wehren.

Emotionen / Protagonisten
Ich hatte ein wenig Probleme mit den Charakteren. Da das Buch insgesamt in 10 Perspektiven plus Mörder erzählt wird, konnte ich nicht wirklich eine Beziehung zu den einzelnen Personen aufbauen. Die Figuren bleiben daher leider oberflächlich und ich konnte teilweise nicht alle Emotionen nachempfinden. Trotzdem hat mich begeistert, wie unterschiedlich die einzelnen Charaktere gezeichnet wurden und für mich auch sehr plastisch beschrieben wurden. Dabei wurde sich zwar mit einigen Klischees bedient (der Ami, die Russin, die deutsche Familie), aber das half ganz gut, sich die einzelnen Personen passend vorstellen zu können.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Ich habe leider das Gefühl, dass sich der Autor mit den vielen Perspektiven keinen Gefallen getan hat. Im Grunde finde ich die Idee richtig gut, aber durch das Hüpfen verliert man oft auch das Zeitgefühl. Es ist auch nicht immer klar, wieviel Zeit zwischen dem Perspektivenwechsel vergangen ist. Vielleicht wäre das in ein paar wenigen Perspektiven besser für mich gewesen.
Die ersten Kapitel dienen der Einführung in die einzelnen Charakter und Umstände. Ab dem ersten Mord wird es dennoch immer spannender. Ab der Hälfte hat man ständig gerätselt, wer denn nun der Täter sein könnte, und ich hatte alle reihum schon in Verdacht. Den einen mehr oder weniger. Ein bisschen hat mir aber dann doch die große Wendung, der überraschende Moment, der alle meiner Verdächtigungen Lügen straft, gefehlt. Das finde ich ein bisschen Schade. Denn ab gut ⅔ des Buches hatte ich den Täter schon stark im Verdacht und war dann auch nicht besonders von den Socken, als die Auflösung kam.

Szenerie / Setting
Eine idyllische Insel in der Karibik lädt natürlich zum Träumen ein und bildet das perfekte Setting für einen solchen Schauplatz. Denn sobald man von der Außenwelt abgeschnitten ist, ist von dort kein Entrinnen mehr möglich. Einen kleinen Logikfehler gibt es leider, den ich dem Autor bereits mitgeteilt habe. Sie hatte mir dann auch geantwortet, dass sie tatsächlich vergessen hat, die Erklärung dafür einzubauen. Vielleicht wird sie das noch tun. Die Kartenschlüsselanlage an den Hotelzimmertüren funktioniert nämlich auch bei Stromausfall, da diese Vorrichtungen auch mit Not-Batterien betrieben werden.

Sprache / Schreibstil
Sprachlich bin ich extrem begeistert. Claus Hammering alias Laura Newman hat einen extrem flotten und flüssigen Sprachstil, mit tollen, anschaulichen Metaphern, den ich auch bereits aus ihren anderen Titeln kenne.

“Sie will nicht mehr sehen, wie Bianca Paumann schmerzlich langsam begreift, dass ihr Mann tot ist. Wie zäh fließender Sirup zeichnet sich die Erkenntnis immer deutlicher auf dem Gesicht der Frau ab.”

Claus Hammering, Blutparadies, Position 3289 (Kindle Edition, © 2018 Claus Hammering, Selbstpublikation)

Alle Kapitel werden in der personalen Perspektive erzählt, passend zu dem Genre im Präsens. Lediglich die kurzen Einschübe des Mörders sind in der Ich-Perspektive.

FAZIT
Insgesamt ein gutes Buch und durchaus spannend. Mir hat jedoch der richtige spannende Moment und der Nervenkitzel gefehlt. Trotzdem habe ich es sehr gerne gelesen.

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Rezensionen von TheUjulala:

Fesselnd und dystopisch in einer mystisch neuen Saga, Perfektes Einführband

Rückkehr der Engel von Woolf Marah

Die Engelssage war von Marah Woolf schon lange angekündigt, und ich war total von den Socken, als sie uns Testmädels gefragt hat, ob wir dieses Buch testlesen wollen. Was soll ich sagen, ja klar! Und obwohl die angebliche “Rohfassung” uns schon ganz schön mitgerissen hat, konnten wir nur noch auf „hohem Niveau meckern“.

Coverbild
Da ist es wieder, das “Gesicht auf dem Cover”. Wer mich kennt, weiß, dass ich da immer etwas skeptisch bin. Doch hier wird das Antlitz durch den überlagernden Hintergrund stilisiert, dass es fast wie aus Marmor gehauen wirkt. Der schillernde aufgeschlagene Flügel im Vordergrund wird mit floralen Ornamenten kombiniert. Besonders gut gefällt mir die simple Sansserife als Gegensatz zu den Schnörkeln. Hier hat Caroline Liepins wieder aus einfachen Mitteln ein wunderbar harmonisches Werk in Grauweiß und Altrosa geschaffen, welches mir gerade wegen der Einfachheit extrem gut gefällt.

Handlung
Die Engel sind auf die Erde zurückgekehrt, aber nichts ist so, wie sich die Menschheit erhofft hat. Und das Venedig, in dem Moon mit ihren Geschwistern lebt, ist nicht mehr das, was es mal war. Die Engel sind grausam und bekämpfen die Menschheit, weil sie in ihren Augen ein Schöpfungsfehler sind. Um für die Flucht ihrer Geschwister Geld zu verdienen, kämpft Moon in der Arena. Doch dann stolpert sie über einen verletzten Engel. Obwohl sie die Engel für ihre Taten hasst, kann sie Cassiel nicht sterben lassen und geht damit ein großes Risiko ein. Denn auf keinen Fall will Moon auffallen und in den Fokus der Engel geraten. Doch Lucifer, der Fürst der Hölle, läuft ihr immer öfter über den Weg.

Buchlayout / eBook
In 16 Kapiteln teilt Marah Woolf die gut 356 Seiten in angenehme Längen ein. Jedes Kapitel wird mit einer filigranen, ornamentalen Zeichnung eingeführt. Schön finde ich auch, dass Marah Woolf einen umfangreichen und sehr informativen Anhang hinzugefügt hat. Neben einem Figurenverzeichnis gibt es einen Überblick über die 7 Engelshimmel und eine Auflistung der himmlischen Engelsordnung. Am Schluß zeigt Marah noch eine kleine Liste der 19 Schlüssel. Ich hätte mir zur besseren Übersicht noch eine kleine Karte von Venedig, vor allem vom Marcusplatz gewünscht.

Idee / Plot
Wer hätte gedacht, dass die Engel gar nicht “die Guten” sind, wie die Menschheit sich die göttliche Schöpfung vorgestellt hat. Sie sind blutrünstig und vergnügen sich mit ihnen wie die alten Römer bei Brot und Spiele. Denn die Engel haben noch mehr vor. Sie gönnen der Menschheit nicht die Existenz und möchten als alleinige Schöpfung ins Paradies einziehen. Mir gefällt die Idee der Engelsmythologie als Basis der Geschichte extrem gut, da sie mal was anderes ist. Die Engel sind hier nicht die sympathischen, übernatürlichen Geschöpfe, sondern Bestien. Oder doch nicht? Vielleicht sind nicht alle so, oder verfolgen nicht alle das gleiche Ziel? Typisch für Romantasy ist die toughe junge Frau, die sich für das Wohl ihrer Familie aufopfert, die ihre Gefühle ausschaltet um gegen das Böse eine Chance zu haben. Und doch passiert das Unvorhergesehene und das Mädchen entwickelt Gefühle und Bedürfnisse, die es lange unterdrückt hat. Ja, dieses Schema ist nicht ganz unbekannt. Aber Marah schafft es diesen dystopisch-altertümlichen Zustand des eigentlich romantischen Venedigs und durch die unterschiedlichen und plastisch beschriebenen Charaktere ein einzigartiges Kleid zu verpassen.

Besonders hervorzuheben dabei ist aber auch der ethische und moralische Gedanke, der hier stark präsent ist. Kein Geschlecht der Welt hat das Recht über andere zu urteilen und zu richten. Und trotzdem gibt es Menschen, die sich aus der Unterdrückung ihrer eigenen Sippe einen Vorteil gegenüber Ihresgleichen rausholen. Oder aus Rache die Unterdrücker mit gleichen Mitteln bekämpfen und dabei das Leben Unschuldiger in Kauf nehmen. Marah Woolf schafft es immer wieder hoch brisante, gesellschaftskritische Aspekte in ihre Werke einzubauen, die einen auch zum Nachdenken bringen.

“Ich ekle mich vor meinesgleichen. Läge ich tot hier unten, würde mir niemand von ihnen eine Träne nachweinen. Manchmal frage ich mich, wer die eigentlichen Monster sind.”

Marah Woolf “Rückkehr der Engel (Angelussaga 1), Pos. 815 (kindle Edition, © Marah Woolf in Selbstpublikation)

Emotionen / Protagonisten
Moon musste schon früh die Mutterrolle übernehmen, die Verantwortung über ihre stumme Zwillingsschwester Star und dem vorpubertären kleinen Bruder Tizian. Sie ist voller Sorge und wünscht sich Nichts sehnlicher, ihre Familie in Sicherheit zu bringen. Sie entscheidet zwar viel aus dem Bauch heraus, wirkt aber dennoch reflektiert. Trotzdem kann sie auch ganz schön aufmüpfig sein, vor allem gegenüber Lucifer und seinen ständigen Bevormundungen. Und das gefällt mir besonders gut an ihr, obwohl sie sich damit selber immer wieder in brenzlige Situationen bringt.

Cassiel ist sehr sympathisch und interessiert an Moons Welt, und scheint wohl nicht so das Monster wie die anderen Engel zu sein. Trotzdem ist er mir nicht ganz so greifbar. Ich fand ihn wirklich nett, wobei mir tatsächlich das i-Tüpfelchen gefehlt hat. Es hat leider nicht ganz so gekribbelt, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber er bringt Moon dazu, sich ihrer eigenen Gefühle mal bewusst zu werden.

Dafür hat Lucifer meine ganzen Sicherungen rausknallen lassen. Oh mein Go… äh - Teufel noch mal! Der Herrscher der Unterwelt, das personifizierte Böse, legt ständig ein ambivalentes Verhalten an den Tag, das einen schier verzweifeln lässt. Was zum Teufel will er eigentlich? Was will er von Moon? Ständig taucht er plötzlich auf, rettet ihr Leben. Könnte ich mir wünschen, wer der Loveinterest sein soll, ich hätte meine Wahl schon getroffen. Also bei mir Knistert es da aber gewaltig.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Gleich zu Beginn kämpfen wir mit Moon gegen Semjasa, einen von Lucifers engsten Vertrauten. Darauf baut Marah den Spannungsbogen immer weiter auf. Dieses Buch ist nicht darauf ausgerichtet krasse Kampfszenen zu erzählen, sondern den Leser in die Geschichte einzuführen. Und trotzdem wird es immer wieder spannend. Die Autorin hat es geschafft, dass die Engel und Moon einen in den Bann ziehen. Das Ende dieses Buches lässt einen nach einem unvorhergesehenen Plottwist auch mit einem fiesen Cliffhanger zurück. Und ein paar Fragen sind noch offen geblieben - auf deren Antwort ich unbedingt brenne.

Szenerie / Setting
Venedig, einer meiner Lieblingsstädte voller Mythen und Zauber. Die Kanäle, Brücken, das stinkige Wasser, zerfallene Häuser und abgeblätterte Fassaden, faulige Holzstempen, die Stufen, die einfach ins Wasser führen! Marah hat dieses auch heute schon verfallene Venedig so wunderbar authentisch gezeichnet und es passt einfach perfekt zu dieser dystopisch-mystischen Stimmung. Venedig war mir gleich wieder so präsent - absolut perfekt.

Sprache / Schreibstil
Es ist immer so erfrischend Marahs Sprache zu lesen. Sie weiß einfach die Geschichte rasant und direkt zu erzählen, ohne überlange Umschreibungen oder Ausschweifungen. Ich liebe einfach ihren Schreibstil, die Spritzigkeit und Leichtigkeit mit einem Augenzwinkern. Auch wenn die Ich-Perspektive typisch für das Genre ist, passt die Wahl des Präsens sehr gut zu dieser aufregenden Geschichte.

FAZIT
Fesselnde Geschichte in einem dystopischen Venedig. Perfektes Einführungsband in eine neue Saga mit mysteriösen Engeln und einer sehr sympathischen und toughen Protagonistin. Ich will sofort weiterlesen!

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Rezensionen von Anja:

lustig? nein! Und noch dazu anstrengend zu lesen

Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen! von Lena Greiner; Carola Padtberg-Kruse




Ich wusste vorher, dass ich mit Büchern, die lustig sein sollen, meist wenig anfangen kann. Aus beruflichen Gründen war ich dennoch neugierig auf das Buch. Hätte ich es doch mal besser gelassen.

Nach wie vor Frage ich mich, warum das Buch dem Genre „Humor“ zugeordnet wird. Es gab zwei, drei Stellen, die so absurd waren, dass ich tatsächlich darüber lachen musste.

Ansonsten habe ich mich kopfschüttelnd durch das Buch gequält und mich dabei gefragt, was die Autorinnen mir nun damit sagen wollen.
Die ganze Darstellung ist unglaublich einseitig. Ich will nicht abstreiten, dass es solche Eltern gibt und ihr Verhalten teilweise wirklich unangemessen und unangenehm für das Kind ist. Dennoch wäre vielleicht auch ein Blick auf die Gegenseite nett gewesen...
Letztlich geht es nur darum, sich über die sogenannten Helikoptereltern lustig zu machen. Diese werden bloßgestellt – natürlich alles anonym. Genutzt werden dazu kleine Zitate von Lehrkräften, anderen Eltern, Erzieherinnen usw. die ihre skurrilen Erlebnisse mit Helikoptereltern schildern und sich dabei über diese auslassen...
Durchbrochen werden diese Erfahrungsberichte durch kurze Passagen der Autorinnen. Die Zitate werden quasi moderiert. Die Überleitungen fand ich teilweise arg holprig. Es gibt etliche inhaltliche Wiederholungen – sowohl in den Passagen der Autorinnen als auch in den Erfahrungsberichten.

Ich fand das Buch einfach nur anstrengend zu lesen. Lesefluss kommt nicht auf, vor allem da der Text durch die ganzen unzusammenhängenden Zitate komplett zerstückelt ist.
Spaßig fand ich es auch nicht wirklich. Und am Ende hatte ich ähnliche Erlebnissen mehrfach gelesen, ohne dass sie dadurch lustiger oder lehrreicher wurden.

Was ich daraus mitnehme? Nichts.

Das Thema als Ratgeber mit entsprechenden Erfahrungsberichten hätte für mich vielleicht funktioniert. Aber diese unzusammenhängende Aneinanderreihung von fiesen Sticheleien war nix für mich.

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Rezensionen von jiskett:

Eine tolle Liebesgeschichte

Verliebt für eine Weihnachtsnacht von Sarah Morgan

Da die Geschichte um Harriets Zwillingsschwester mich nicht hundertprozentig überzeugen konnte, ich die anderen Bücher der Autorin und vor allem ihre Weihnachtsgeschichten aber bisher toll fand, hatte ich gemischte Gefühle, was "Verliebt für eine Weihnachtsnacht" anging. Ich habe natürlich gehofft, dass dieses Buch mir wieder besser gefallen und mich begeistern würde - und das war zum Glück der Fall.

Harriet ist eine tolle Protagonistin. Sie ist eher zurückhaltend und wäre gerne mehr so wie ihre selbstbewusste Schwester, doch im Lauf der Handlung entwickelt sie sich weiter und erkennt, dass sie auf ihre eigene Art und Weise stark sein kann. Sie hat sich auch immer wieder neuen Herausforderungen gestellt und war bereit, ihre Komfortzone zu verlassen, was ich wirklich mutig und bewundernswert fand; es ist definitiv eine gute Idee, wenn man seinen eigenen Horizont erweitern und neue Dinge wagen möchte. Auch Ethan war mir sehr sympathisch und ich mochte, wie verschieden die beiden waren. Durch die Unterschiede und Kontraste zwischen ihnen haben sie sich gut ergänzt, einander in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und ihr Leben auf jeden Fall gegenseitig bereichert. Deshalb war es schön zu sehen, wie aus der anfänglichen knisternden Spannung langsam mehr wurde und sie sich immer besser kennen gelernt haben. Die Nebencharaktere waren ebenfalls recht gut ausgearbeitet.

Die Entwicklung der Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Die beiden standen sich ein wenig selbst im Weg, aber aufgrund ihrer Persönlichkeiten und den Erfahrungen in ihrer jeweiligen Vergangenheit waren die Hindernisse für eine Beziehung zwischen ihnen glaubwürdig und die Darstellung der Gefühle beider Charaktere kam mir überzeugend und echt vor. Die Romanze war sehr gefühlvoll geschrieben und es war auch leicht, sich in beide Protagonisten hineinzuversetzen, sodass ich auf jeden Fall ein Happy End herbeigesehnt habe. Ein Bonus war zudem die weihnachtliche Stimmung, die Morgan auch in diesem Buch toll herausgearbeitet hat; gerade am Ende gab es ein paar wunderschöne Momente und man kann sich problemlos vorstellen, wie die Figuren durch die verschneite Stadt laufen.
4,5/5 Sternen

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