Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Josef Lüthold:
Ausserbiblische Offenbarungen sind notwendig und willkommen.
Erkenntnisse jenseits der Bibel von Gerhard Vester
Biblische Erkenntnisse allein genügen heutzutage nicht mehr. In der Bibel fehlen z.B. klare Aussagen zur Unsterblichkeit der Seele und zur Reinkarnation. Deshalb sind ausserbiblische Offenbarungen notwendig und höchst willkommen.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Josef LütholdRezensionen von plakat:
Unglaublich
Passagier 23 Psychothriller von Fitzek Sebastian
Ich habe bis jetzt alle Bücher von Sebastian Fitzek gelesen und muss sagen, dass dies einer meiner liebsten Werke von ihm ist.
Es ist ein unglaublich spanennenses Buch, dass einen von Seite eins gefesselt nimmt. Einmal angefangen, kann man gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen. Besonders das Ende kam für mich überraschend.
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Rezensionen von plakat:
Du wolltest es doch von O'Neill Louise
Emma ist hübsch und bei allen beliebt. Sie hatte schon unzählige Freunde. Sie geht auch gerne auf Partys und genau dies wird ihr eines nachts zum Verhängnis. Am Tag darauf erwacht sie mit zerrissenen Kleid vor ihrem Haus. Sie kann sich an absolut gar nichts von letzter Nacht erinnern.
Das Cover hat mich sehr angesprochen, genauso wie der klappentext.
Da ich keine typische Liebesgeschichten Leserin bin, dachte ich das dies genau das richtige Buch für mich sein würde.
Mich hat es vor allem deshalb gereizt, da es dir Situation NACH einer Vergewaltigung beschreibt und ich so etwas noch nie gelesen habe. Wie genau es passiert ist und auch der Akt selbst, das ist Nebensache in dem Buch.
Der Schreibstil der Autorin war allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig und hat es mir anfangs echt schwer gemacht in die Geschichte hinein zu kommen. Nach ein paar Seiten hatte ich mich allerdings daran gewöhnt und konnte mich dennoch gut auf die Geschichte konzentrieren.
Alles in allem fand ich das Buch und die Geschichte seht gelungen.
Rezensionen von Petra Sch.:
Thriller ohne Thrill, langatmige Wiederholungen, unglaubwürdige Auflösung
Pfad der Lügen von Dawson Lucy
2,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
Sally wacht plötzlich in einem Taxi auf, an den Klippen von Cornwall. Über 200 Meilen von ihrem Zuhause entfernt, bekleidet nur mit einem Nachthemd, ohne Handy. Und nur mit 400 Pfund Bargeld - genau die Summe, um die Taxifahrt zu bezahlen. Und einem Abschiedsbrief.
Sie kann sich an die letzten 10 Stunden nicht mehr erinnern.
Doch niemand glaubt ihr, dass sie nicht Selbstmord begehen wollte, nicht mal ihr Ehemann Matthew und ihre Eltern.
Sally ist fest der Meinung, betäubt worden zu sein. Doch wer hat ihr das angetan? Und vor allem: warum?
Meine Meinung:
Der Schreibstil lässt sich wahnsinnig schnell und flüssig lesen, und ich war noch nie so schnell mit einem Buch fertig.
Allerdings fehlt diesem Thriller eindeutig der Thrill. Und wenn, dann fällt es in die Kategorie Psycho-Thriller. Jedoch mit so einer haarsträubenden Auflösung, dass man sich nur fragen kann: Was? Echt jetzt?
Auch werden viele Dinge ständig wiederholt, v.a. die Schlafprobleme von Söhnchen Theo. Und dass er nur 10 min. am Stück schläft. Und dass bittebitte niemand einen Pieps von sich geben soll, da Theo sonst wieder aufwacht.
Anfangs fand ich diese Familien- und die Eheprobleme von Sally und Matthew noch spannend zu lesen, man erhält einen Einblick in die Familie und einen Überblick, und kann sich als Mutter auch mit etlichen Dingen identifizieren. Aber das dies immer und immer wieder durchgekaut wird, ist mit der Zeit etwas langatmig.
Auch hat mich gestört, dass niemand Sally geglaubt hat, als sie immer wieder beteuert hat, dass sie sich nicht umbringen wollte. Nicht mal ihre Eltern!!
Nur die heftigen Streitereien und Sticheleien zwischen Sally und Kelly, ihrer zukünftigen Schwägerin, haben etwas Pepp in die Geschichte gebracht.
Und so eine haarsträubende Erklärung für die Tat ist mir noch nie untergekommen. Leider total unglaubwürdig und in meinen Augen konstruiert. Schade.
Fazit:
Thriller ohne Thrill, aber wahnsinnig schnell zu lesen. Hat nach einem guten Anfang leider nachgelassen, und eine total unglaubwürdige Auflösung, daher nur 2,5 Sterne.
Rezensionen von Gaby 2707:
Küsterin Kati ermittel wieder
Kati Küppers und der entlaufene Filou von Barbara Steuten
Johannes „Jo“ Heribert Matthäus Küpper stößt beim Gassigehen mit einem Hund der seiner Frau Katharina „Kati“ Teodora, der Küsterin des Ortes, und ihm zugelaufen ist, im Wald von Niederbroich auf einen Toten. Von Maden besiedelt und von Larven zerfressen wird der Unkenntliche in die Gerichtsmedizin gebracht.
Da aber weder die Entomologin Prof. Dr. Brigitte „Biggi“ Hamacher noch Kriminalhauptkommissar Philip Rommerskirchen und sein Kollege Björn Tiedke in diesem Fall weiter kommen, schaltet sich die Küsterin wieder mal ein. Und sofort geht a bisserl was voran…
Niederbroich, der kleine Ort am Niederrhein, ist für mich wie krimineller Urlaub. Bei Kati, Jo, Bene, Pfarrer Remigius und Kommissar Rommerskirchen fühle ich mich nach meinem letzten Aufenthalt schon wie bei guten Bekannten. Neue Dorfbewohner lerne ich hier auch wieder kennen. Alle mit Ecken und Kanten sehr liebevoll und farbig skizziert. Sympathien zu vergeben, bei dem einen mehr, beim anderen weniger, ist mir hier sehr leicht gefallen. Alle passen perfekt ins Bild des Dorfes.
Apropo Sympathien: Ein Blick hat genügt und ich war hin und weg von Filou, dem kleinen Jack-Rissel-Terier.
Es gibt zwar auch hier einen Toten, aber der sehr humorige und mit einem Augenzwinkern erzählte Krimi zielt nicht auf die Leser, die Blut, Mord und Totschlag brauchen. Gerade die Leichtigkeit gemischt mit Spannung macht für mich hier das Lesen zu einem Genuss.
Eingebettet ist hier auch ein sehr aktuelles Thema: Pflegenotstand im Seniorenheim. Zum einen mag ich es sehr, wenn solche Themen auch in einem Krimi zur Sprache kommen und hier hat das Thema noch einen besonderen Bezug.
Wer Krimi gepaart mit Humor und Lokalkolorit sucht, der ist hier genau richtig. Ich habe die spannenden Lesestunden sehr genossen.
Und ja, liebe Barbara, der Text ist auch ausserhalb des Rheinlandes gut zu lesen und zu verstehen.
Rezensionen von Arachnophobia:
Helikopter startklar
Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen! von Lena Greiner; Carola Padtberg-Kruse
Ich verfolge diese ganzen Diskussionen um Helikoptereltern ja schon eine ganze Weile – einfach, weil sie ein steter Garant für Unterhaltung und zum Schmunzeln (und Kopfschütteln) sind. Dafür muss ich nicht einmal selbst Kinder haben oder Helikoptereltern unter meinen Freunden und Bekannten haben.
Die Anekdoten funktionieren auch mit diesem Abstand und vielleicht sogar deswegen so gut.
Aber beginne ich lieber von vorne.
Den Vorgängerband kenne ich zwar leider nicht, aber einige der Artikel auf Spiegel Online sind mir untergekommen und haben mein Interesse an dem Buch geweckt. Ein großartiges Vorwissen war ja nicht nötig, von daher stand dem vermeintlichen Vergnügen ja nichts im Wege.
Das Buch ist grob nach den verschiedenen Altersgruppen der umsorgten Kinder gegliedert, es geht bereits vor der Geburt los und endet nicht unbedingt mit der Volljährigkeit – schließlich studiert der Premiumsprössling oder versucht eine Ausbildung oder gar einen Beruf zu ergattern und muss auf diesen Wegen stets begleitet werden. Jedes große Kapitel ist mit einer recht niedlichen Karikatur zu Helikoptereltern illustriert und die zahlreichen Anekdoten werden von erklärenden und zusammenfassenden Worten der Autorinnen begleitet.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich das Buch durchweg zum Schmunzeln, aber auch zum Augenrollen brachte, mich aber insgesamt gut bis sehr gut unterhalten konnte. Eigentlich war es fast schon zu kurz, aber es muss ja schließlich auch Raum bleiben für eine weitere Fortsetzung – und mit dieser rechne ich fest. Es sind mit Sicherheit noch nicht alle Geschichten erzählt!
Ein wenig (bei einigen Anekdoten auch ein wenig mehr) habe ich allerdings meine Zweifel, ob da nicht doch recht stark übertrieben bzw. die Ereignisse überspitzt dargestellt wurden. Ich möchte jetzt niemandem unterstellen, sich das einfach auszudenken… einige Szenen kamen mir doch stark unglaubwürdig vor. Aber vielleicht sind es genau diese, die am Ende absolut der Wahrheit entsprechen. So blöd kann man manchmal gar nicht denken…
Auf jeden Fall: Ich bin froh, keine Helikopter als Eltern zu haben und ein klein wenig Mitleid habe ich schon mit den Kindern der wirklich übertreibenden Eltern. Dennoch insgesamt ein kurzweiliges und unterhaltsames Büchlein für Zwischendurch.
Rezensionen von Arachnophobia:
Fernweh
Blau Türkis Grün von Mareike Guhr
Dies ist ein Buch, bei dem ich fast zum reinen Coverkäufer geworden wäre. Glücklicherweise klang auch der Inhalt durchaus passend und interessant, von daher war die Entscheidung absolut vertretbar für mich. Und gleich vorweg: Ja, im Großen und Ganzen hält auch der Inhalt, was Cover und Titel versprechen.
Für Menschen mit der ewigen Sehnsucht nach dem Meer, nach dem Geruch des Salzes in der Luft… für diese Menschen ist dieses Buch dahingehend geeignet, dass sich nach der Lektüre vermutlich ein paar neue Pins auf der mentalen „Da muss ich hin!“-Weltkarte befinden.
Aber ich fange lieber von vorne an. Das Buch ist in kurze Kapitel gegliedert, die immer einen auf irgendeine Weise bemerkenswerten Ankerpunkt der Weltumsegelung der Autorin beinhalten. Mal ist es das Land, mal die Menschen, mal Phänomene der Natur… Insgesamt sind die Kapitel angenehm kurz und stets mit mindestens einem, meist mehreren farbenprächtigen Bildern garniert. Die Qualität der Bilder kommt dabei allerdings nicht an die eines professionellen Bildbands heran (was ich im Vorfeld fälschlicherweise gedacht hatte), sondern sind eigentlich eher sehr gute Urlaubsschnappschüsse und Illustrationen der Reise. Aber zusammen mit dem eher lockeren, leichten Schreibstil passt das alles sehr gut zusammen.
Dazwischen eingestreut ist immer mal eine Doppelseite, auf der die Autorin ihre Gedanken zur Reise, zu ihrer Intention oder auch zum Thema Heimweh ein wenig erläutert. Aufgrund der Kürze empfand ich auch diese kleinen Unterbrechungen nicht als störend, sie fügten sich doch recht gut ins Gesamtbild ein.
Die Kapitel selbst schildern wie erwähnt ja nur einige der Stops. Diese sind zwar – bis auf das quasi einleitende Kapitel – in chronologischer Reihenfolge, geben aber natürlich nicht jedes einzelne Detail der Reise wieder. Und das hätte ich persönlich auch nicht gebraucht! Es kamen so schon teilweise recht viele Fachbegriffe aus dem Bereich des Segelns und der Schiffsbestandteile vor, und wer wie ich vielleicht noch den Bug vom Heck auseinanderhalten kann, es danach aber schon aufhört, der hätte sich vielleicht doch noch ein kleines Glossar gewünscht. Zumindest sind das Details, die ich gar nicht ausführlicher brauche, von daher passt das Buch in seiner Gesamtheit einfach sehr gut. Ich denke, es dient in erster Linie dazu, die Sehnsucht nach fernen Inseln, nach dem Meer zu wecken und veranschaulicht, warum die Autorin am Ende jahrelang auf ihre Heimat, Freunde und Familie verzichtete und sich dafür entschied, Urlauber um die Welt zu segeln. Ich hätte jetzt auf jedenfalls wirklich Lust, sie auf einer Etappe zu begleiten – und somit ist doch das Ziel erfüllt, denke ich.
Rezensionen von Gaby 2707:
Gänsehautfeeling
Narbensohn von Mika D. Mon
Zu allererst hat mich das Cover angezogen, bei dem ich zweimal hinschauen musste, um die beiden zerrissenen Gesichter zu erkennen.
Ein romantischer Thriller – wie soll das denn gehen? Diese Frage wollte ich mir beim Lesen des Buches beantworten. Ich habe es nicht bereut – es geht wirklich und sogar ganz gut.
Helena Weiß möchte Gefangenen eine Stimme geben und interviewt in einer JVA für ein Buch zuerst Kleinkriminelle, dann einen Mörder, Liam Winterfeld. Er zieht sie mit seinen stahlblauen Augen sofort in seinen Bann. Da er einen Großteil seiner Strafe abgesessen hat, kommt er bald auf Bewährung frei. Es bleibt nicht aus, dass sich Helena und Liam auf der Straße begegnen – unter sehr negativen Bedingungen. Und um nicht wieder einsitzen zu müssen, entführt Liam Helena in eine einsame Hütte im Wald.
Wie gefährlich ist dieser gewaltbereite junge Mann? Was hat er mit der jungen Frau vor? Helena versucht alles um ihn davon zu überzeugen, dass die Liebe alles schaffen kann. Immer wieder zeigt sie Liam, was es heißt geliebt zu werden.
Den ersten negativen Eindruck vom Buch hatte ich, als ich es in Händen hielt. Es ist, obwohl es nur 400 Seiten hat, sehr schwer und unhandlich. Was ich aber beim Lesen fast vergessen habe.
Helena und Liam, zwei Protagonisten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide sind sehr tiefgründig, menschlich und klar gestaltet, haben ihre Fehler, Schwächen und Stärken, die hier sehr gut rüberkommen. Beide durchleben auch eine Wandlung, die mir sowohl bei Liam als auch bei Helena sehr gut gefallen hat.
Liam, den seine Kindheit stark geprägt und ihm zu dem gemacht hat, was und wie er heute ist, öffnet sich langsam und lässt Gefühle zu. Er ist mir trotzdem etwas zu böse und zu attraktiv.
Helena, die alles versucht um aus dem Bad Boy einen „normalen“ Mann zu machen, war mir teilweise zu naiv und zu gutgläubig. Wenn ich bei einem Interwiev den Unterschied zwischen Mord und Totschlag nicht kenne, passt für mich etwas nicht.
Die wenigen weiteren Protagonisten wie Helenas Vater und ihr Bruder Florian, Daniel, Anna und Caleb werden ebenfalls sehr gut vorstellbar gezeichnet, haben ein Herz und eine Seele, und waren mir jeder auf seine Weise von Anfang an sehr sympathisch. Ganz im Gegensatz zu Balthasar und Markus, zwei derart widerliche Typen.
Alle lassen mich tief in ihre Seelen blicken, was beim Lesen nicht immer ganz leicht zu ertragen war.
Die Geschichte an sich greift ein sehr brisantes und immer wieder aktuelles Thema auf: Kindesmissbrauch. Da die Autorinnen die Geschehnisse sehr lebhaft, direkt und klar beschreiben, sowohl in der Vergangenheit von Liam, als auch in der Gegenwart, hatte ich mehr als einmal Gänsehaut und traute mich fast nicht weiter zu lesen. Es hat mich schon sehr mitgenommen.
Ab der ersten Seite haben es die beiden Autorinnen geschafft, mich total in die Geschichte hineinzuziehen und und zu fesseln. Bei den kurzen Kapiteln habe ich immer wieder gedacht: Ach nur eins noch. Aber zum Weglegen des Buches musste ich mich immer wieder zwingen.
Ein starkes Cover, eine fesselnde Geschichte zwischen Liebe und Gewalt, brutal, romantisch, leidenschaftlich, tiefblickend, die unter die Haut geht und Gänsehaut erzeugt. Ich habe die letzten Lesestunden sehr genossen. Nun warte ich sehnsüchtig auf eine Fortsetzung.
Rezensionen von Baerbel82:
Wissen ist Macht
NSA - Nationales Sicherheits-Amt von Eschbach Andreas
Um es gleich vorweg zu nehmen, das neue Werk von Andreas Eschbach ist der Hammer! Ein Horrorszenario, das Datenüberwachung durch den Staat thematisiert.
Weimar 1942: Es gibt bereits Komputer, das Weltnetz, Elektropost und tragbare Telephone. Und eine Stelle, die über alldem wacht: das Nationale Sicherheits-Amt (NSA).
Hier arbeitet Helene Bodenkamp als Programmstrickerin. Ihre Programme fragen Daten aus Tabellen ab, verknüpfen diese und erstellen Listen sogenannter Regimegegner. Auf diese Art und Weise werden auch Anne Frank und die Geschwister Scholl aufgespürt.
Während Helene Gewissensbisse bekommt, denn sie selbst versteckt ihre große Liebe, den fahnenflüchtigen Arthur, nutzt ihr Chef Eugen Lettke das System für seine ganz eigenen Zwecke…
Wie Andreas Eschbach zeigt, ist es möglich, auch völlig unblutige und dennoch spannende Thriller zu schreiben. Ich liebe „Was-wäre-wenn“-Geschichten. „Ein König für Deutschland“ ging auch schon in diese Richtung. Aber „NSA“ ist viel mehr als das. Ähnlich wie in George Orwells Roman „1984“. Ein Staat, der praktisch jeden ins Visier nehmen kann.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Helene ist mir sofort ans Herz gewachsen. Sie hat viel Empathie, ist aber auch ein bisschen naiv. Lettke dagegen mochte ich nicht. Er ist ein Kotzbrocken, ein Krimineller.
Der Autor hat in seinem visionären Roman ein erschreckendes Szenario geschaffen. Brandaktuell, bestens recherchiert und spannend erzählt. Denn die totale Überwachung ist doch längst Realität. Alles und jeder wird ausgespäht. Mit dem Internet ist unser Konsum-, Lese- und Wahlverhalten öffentlich geworden. Unser Denkverhalten auch.
Was wäre, wenn heute eine Regierung an die Macht käme, die diese technischen Möglichkeiten für ihre Zwecke missbraucht?
Fazit: Geniale Idee. Gelungener Mix aus Fakten und Fiktion. Spannend, erschreckend, real.
Rezensionen von ikatzhorse2005:
Empathie und Verständniss im Gepäck
Ein deutsches Klassenzimmer von Jan Kammann
Ein deutsches Klassenzimmer - 30 Schüler, 22 Nationen, 14 Länder und ein Lehrer auf Weltreise von Jan Kammann, aus dem Malik (Piper Verlag)
Den vermutlichen Beweggrund für eine Auszeit vom Lehrerdasein als Geographie-und Englischlehrer an der Hamburger Europaschule Hamm liefert eine bulgarische Schülerin.
Sie kommt nicht weniger als 3 Tage zu spät aus ihrem Heimatland aus den Sommerferien zurück. Ihre Entschuldigung bezieht sich auf die abenteuerliche Rückfahrt mit dem Bus aus Bulgarien. Endlose Umwege, Pannen und den daraus resultierenden Verspätungen und Erschöpfungen des langen Weges, gibt sie zur Begründung an. Jan Kammann ist neugierig und begibt sich nun selbst auf diese Reise über Österreich, Ungarn, Serbien nach Sofia. Nach einer über vierzigstündigen, erschöpfenden Busfahrt hat der Lehrer ein Einsehen mit seiner Schülerin und weiss, ihre Fehlzeiten sind unbedingt zu entschuldigen...!
Doch jetzt hat er Gefallen an dieser Idee gefunden. So beantragt Jan Kammann ein Sabbatjahr und reist auf den Spuren seiner aus verschiedenen Nationen stammenden, wissbegierigen Schüler und Schülerinnen und erkundet deren Heimat. Im Gepäck: gebastelte Reise-und Sprachführer aller Kontinente (außer der Antarktis) der Schüler der 10d. Seine Reiseroute: Deutschland, Iran, Armenien, Georgien, Türkei, Kosovo, Albanien, Italien, Polen, Kuba, Nicaragua, Kolumbien, Südkorea, China, Mongolei, Russland, Ghana und zurück nach Deutschland. Er berichtet von unterwegs in dem Blog: wwweindeutschesklassenzimmer.com. Am Ende prägt, bereichert und verändert ihn diese ungewöhnliche Weltreise, fern von Touristenpfaden.
So liest sich das Buch unheimlich gut. Der fesselnde und anspruchsvolle Reisebericht mit den interessanten Begegnungen gibt zahlreiche Einblicke in unterschiedlichste Lebensumstände und Weltanschauungen. Die Zeilen lesen sich wie ein internationales Zusamentreffen, abgerundet mit geschichtlichen, geopraphischen, kulturellen, politischen, wirtschaftlichen, indivuduellen und alltäglichen Details. Oft betrachtete ich einige der zahlreichen, eindrücklichen Fotos, die passend zu den Kapiteln eingefügt sind oder verfolgte Jan`s Reiseroute anhand der gezeichneten Skizzen. Seine unkonventionellen, teils prekären, lustigen aber auch befremdlichen Begegnungen beschreibt er spannend und warmherzig. Dank der unterschiedlichen Erfahrungen öffnet sich sein Weitblick und er versucht zu verstehen, was den Alltag und das Lernen in Deutschland für seine Schüler so schwierig macht.
Fazit: Mir hat dieses Buch besonders gut gefallen, vor allem die landschaftlichen Details und die Einblicke in fremde Kulturen. Nicht alles, was wir täglich in den Nachrichten hören, macht uns Menschen aus. Es gibt noch viel mehr hinter den politischen Situationen und dem wirtschaftlichen Gerangel zu entdecken. Die Gefüge der Welt hängen zusammen und dieses Buch macht es auf seine Art dem Leser verständlich. Nachdenklich lege ich diese besondere Lektüre zur Seite und fühle mich, wie Jan Kammann als Schüler, zu dem er da draußen wurde.











