Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Gutes Benehmen ist wieder gefragt
Der große Elmayer von Thomas Schäfer-Elmayer
Die aktualisierte Ausgabe des „Elmayers“ bietet u.a. auch Antworten zu „Netiquette“ und den Umgang mit den modernen technischen Errungenschaften wie Mobiltelefonen in der Öffentlichkeit und im Beruf.
Das Buch ist wie ein Lexikon gestaltet von A bis Z und leitet seine Leser elegant durch Welt der Etikette.
Damit sich die Leser leicht zurechtfinden, gibt es blau hinterlegte Tipps.
Da ich bereits zwei Auflagen des Benimm-Ratgebers kenne, war ich gespannt, was sich alles geändert hat.
Das unumstößliche Gebot, dass Damen auch bei sommerlichen 30 Grad im Businessoutfit Strümpfe tragen müssen, ist ein wenig aufgeweicht worden. Bei festlichen Anlässen (Hochzeit, Oper oder Trauerfall) sind Strümpfe dennoch obligat.
Zum Ballkleid trägt Frau geschlossene (Tanz)Schuhe, um die Zehen zu schützen. (Eigentlich sollte der Tanzpartner die Schrittfolge beherrschen und die Füße der Damen nicht behelligen – aber nicht jeder hat die Tanzschule Elmayer besucht.)
Das Tragen von Hüten ist bei Damen und Herren ein wenig aus der Mode gekommen. Doch gibt es auch dazu nach wie vor passende Tipps.
Sehr gut und sehr einfühlsam sind die ausführlichen Ratschläge im Trauerfall. Hier ist es nicht immer einfach, die Regeln und Konventionen zu kennen und einzuhalten.
Ein breiter Raum wird auch Familien und den lieben Kleinen gewidmet. Denn hier scheint in den letzten Jahren ein wenig Nachholbedarf entstanden zu sein, was gutes Benehmen betrifft. Greinende, weil müde, Kleinkinder beim Abendessen im Hotel, ließen sich mit ein bisschen Umsicht vermeiden. Da hätten alle etwas davon – die Eltern, die anderen Gäste und das Servierpersonal.
Für Kinder und Jugendliche gibt es eigens auf das Alter passend abgestimmte „Elmayers“, die ich auch empfehlen kann.
Fazit:
Dieser Ratgeber sollte in keinem Haushalt fehlen. Gutes Benehmen ist wieder gefragt! Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine beeindruckende Biografie
Überleben von Gerhard Zeillinger
Walter Fantl lebt mit seinen Eltern und der Schwester in Bischofstetten, einem kleinen Ort im niederösterreichischem Mostviertel. Die Fantls betreiben einen von drei Gemischtwarenläden. Dass sie Juden sind, wissen alle im Dorf, doch keiner stört sich daran – vorerst. Mit der Machtübernahme Hitlers und dem Anschluss an Deutschland beginnt die Leidensgeschichte der Fantls.
Walter ist gerade einmal 14 Jahre alt. Wie so viele Juden erkennen sie die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig. Die Ausgrenzung der Fantls, die Arisierung des Geschäftes, die Umsiedlung nach Wien und die verzweifelten Versuche des Vaters die nötigen Papiere und das Geld für die Schiffspassagen zu bekommen, werden von Walter Fantl eindringlich und detailliert geschildert.
Die Fantls werden zuerst 1942 gemeinsam nach Theresienstadt und 1944 dann nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Noch weiß niemand, dass Walter der einzige Überlebende seiner Familie sein wird.
"Dann bin ich zu einem Kapo hin und habe gefragt: Was ist mit den anderen? Wo ist mein Vater?
Und der schaute mich an und zeigt auf einen der Schornsteine und sagt: Siehst du den Rauch? Das sind die anderen, das ist dein Vater".
Was an dieser Biografie so fasziniert ist, dass es Walter, auch in den vielen Stunden der Schinderei und Demütigungen gelingt, einige wenige glückliche Momente mit Leidensgenossen zu erleben. Das Symbol seiner Hoffnung, den Wahnsinn zu überleben, ist sein Ledergürtel. Der ist das einzige, was ihm noch geblieben ist. Kleidung, Schuhe oder Wertsachen wurden ihm von Mithäftlingen gestohlen oder gegen Nahrungsmittel eingetauscht. Doch an den Gürtel klammert er sich mit all seiner Kraft.
Das Buch endet nicht – wie so viele – mit der Befreiung aus dem KZ sondern bietet den Lesern ein weiteres authentisches Kapitel:
"Nach dem Krieg und wir sind frei". Es beschreibt den Weg aus dem KZ zurück, verschweigt aber nicht, dass Walter und seiner Freunde im polnischen „Niemandsland“ herummarodieren und verlassene Häuser plündern. Das finde ich sehr mutig, denn bislang habe ich darüber nichts gelesen. Walter kommt nach Wien zurück, fühlt sich verloren, sucht nach Familie und Freunden und kehrt freiwillig nach Theresienstadt, dem scheinbar einzigen Fixpunkt, zurück. Seine Freunde wandern aus, der eine nach Palästina, der andere nach Amerika. Doch wirklich willkommen sind die Überlebenden nirgends.
Nach vielen Kämpfen mit der Bürokratie erhält er das elterliche Wohnhaus zurück, hat es aber niemals mehr betreten.
Meine Meinung:
Für mich als Wienerin, die im zweiten Bezirk, der Leopoldstadt, aufgewachsen ist, sind die Adressen an denen Walter mit seiner Familie gewohnt hat, alle geläufig. Von der Großen Mohrengasse über die Schreygasse bis zum Sammellager in der Kleinen Sperlgasse 2a.
Historiker Gerhard Zeilinger mit Walter Fantls Biografie ein bewegendes und bemerkenswertes Zeitdokument gelungen, das als Ergänzung im Geschichtsunterricht gelesen werden sollte. Neben dem einfühlsamen Text, der ohne Schnörkel die Dinge beim Namen nennt, bilden die perfekt platzierten Fotos eine eindrucksvolle Ergänzung. Wie haben die Fotos gerettet werden können? Das ehemalige (christliche) Kindermädchen hat die Kassette mit Fotos, Dokumenten und Erinnerungsstücken vor der Vernichtung bewahrt und für Walter aufgehoben.
Fazit:
Ein Buch, das unbedingt gelesen werden sollte. Gerne gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von niknak:
Der heiße Raucher und die Praktikantin
Womanizer - Wenn ich dich liebe von Katy Evans
Inhalt:
Olivia Roth steht vor der Chance ihres Lebens. Sie bekommt bei dem besten Freund ihres Bruders die Möglichkeit auf ein Praktikum bei Carma Inc. Sie hat einen genauen Plan, wie ihr Leben auszusehen hat. Aber was passiert, wenn sie einen mysteriösen Raucher kennen lernt und sich alles anders entwickelt, als sie geplant hat? Und was kann eine Nacht schon anrichten?
Mein Kommentar:
Dies ist der zweite Teil einer Reihe.
Die beiden Protagonisten von Band 1 spielen auch hier wieder eine Rolle, da Tahoe der Bruder von Olivia ist. Ich habe das erste Buch nicht gelesen, deswegen kann ich nicht viel dazu sagen, ob die Charaktere von Buch 2 im vorherigen Band auch vorkommen. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch sehr groß, da die Charaktere miteinander verbunden sind. Obwohl ich den ersten Band nicht kenne, hatte ich keine Probleme der Handlung zu folgen.
Ich habe auch vor diesem Band schon einiges von Katy Evans gehört, jedoch noch nie ein Buch von ihr gelesen. Nach diesem Buch werde ich mir auf jeden Fall noch andere Bücher von ihr besorgen. Sie hat einen angenehmen, flotten und gefühlvollen Schreibstil. Ich bin super schnell durch das Buch gekommen und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen.
Das Buch ist aus der Ich - Perspektive von Olivia geschrieben. Am Anfang eines jeden Kapitels gab es eine Überschrift, die ziemlich viel verraten hat, was in den folgenden Seiten passieren wird. Ich bin ein bisschen zwiegespalten, was ich davon halten soll. Für mich persönlich haben die Titel oftmals zu viel verraten. Einige Kapitelüberschriften lauten: Kapitel 1 - Umzug nach Chicago, Kapitel 4 - Also doch nicht der Postbote, Kapitel 12 - Bei ihm zu Hause, nach dem Vorstandstreffen, ...
Die Kapitel sind ziemlich unterschiedlich lang. Es gibt Kurze über 4-5 Seiten, oder manchmal auch nur über eine Seite. Es gibt jedoch auch lange Kapitel über rund 20 Seiten oder länger. Leider ist das Verhältnis nicht sonderlich gut ausgeglichen und es gibt sehr viel mehr kurze Kapitel. Dies hat mir manchmal nicht so gut gefallen, da die Handlung dadurch ein bisschen "stotterhaft" und unterbrochen wirkte. Schade.
Die Handlung ist an und für sich nichts Neues. Dies hätte ich jedoch auch nicht erwartet. Die wenigsten Liebes - oder Erotikromane haben eine total neue und unbekannte Handlung. Trotzdem war der Handlungsverlauf gut ausgearbeitet, nachvollziehbar und realistisch, was mir gut gefallen hat.
Was mir besonders gut gefallen hat, dass die Autorin keine erzwungene Dramatik, kurz vor dem Ende, ins Buch eingebaut hat. Es gab natürlich Höhen und Tiefen, aber sie passen hervorragend ins Buch und wirken realistisch. Dies ist nicht bei vielen Liebesromanen so, weswegen mir dies besonders gut gefallen hat.
Olivia Roth ist eine ehrgeizige junge Frau, die einen genauen Plan für ihr Leben hat und weiß was sie will. Sie ist aufgeweckt, eine kleine Rebellin und eine Kämpfernatur. Die junge Frau möchte Karriere machen und kämpft sehr darum ernst genommen zu werden. Sie hat ziemliche Probleme von ihrem Weg abzuweichen, beziehungsweise etwas an ihrem Plan zu ändern.
Callan Carmichael ist Millionär und CEO von Carma Inc. Er ist ehrgeizig, bekommt so gut wie immer was er will und ist ein guter aber harter Geschäftsmann. Man erfährt nicht wirklich viel über seine Vergangenheit oder allgemein über ihn selbst. Dies finde ich sehr schade, da man dies besser ausarbeiten hätte können.
Die Charaktere sind nicht ganz so gut ausgearbeitet, wie ich es eigentlich gerne habe. Sie bleiben ziemlich oberflächlich und man lernt sie nicht wirklich gut kennen. Ihre Vergangenheit bleibt sehr im Dunkeln. Ich hätte mir gewünscht mehr über die Hauptcharaktere zu erfahren, um sie besser kennen zu lernen und mich dadurch auch besser in sie hinein versetzen zu können.
Mein Fazit:
Das Buch eignet sich hervorragend, um für kurze Zeit den Kopf abzuschalten. Man muss sich nicht auf die Handlung konzentrieren und kann es lesen ohne viel dabei denken zu müssen. Ich hätte mir eine bessere Ausarbeitung der Charaktere gewünscht und teilweise ein wenig längere Kapitel. An und für sich hat mir das Buch jedoch gut gefallen und ich habe es genossen. Dies wird nicht mein letztes Buch der Autorin sein.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von TanyBee:
Bitte mehr davon!
Die Unsterblichen von Benjamin Chloe
Würdest du das Datum deines Todes wissen wollen, wenn Du die Möglichkeit dazu hättest?
Varya, Daniel, Klara und Simon sind Geschwister und wachsen in New York auf. Sie hören von einer Wahrsagerin, die Leuten ihr Todesdatum voraussagen kann. Mit ihrer kindlichen Naivität machen sie sich auf, um sie suchen.
Sie bekommen ganz unterschiedliche Voraussagen. Werden sich die Prophezeiungen erfüllen? Und was macht das mit einem Menschen, wenn man einen frühen Tod vorausgesagt bekommt? Lebt man sein Leben dann anders?
Diese Anfangsszene im Buch hat mich sehr fasziniert. Schon nach wenigen Seiten wusste ich: das wird gut. Der Leser begleitet die Familie von 1969 bis in die heutige Zeit. Auch wenn die Geschwister nicht richtig an die Prophezeiung glauben, so begleitet sie sie doch durch ihr Leben. Ich will nicht zu viel über die Handlung verraten, aber ich hatte oft Gänsehaut beim Lesen. Die Art, in der die Handlung erzählt wird, ist richtig gut konstruiert. Ich glaube, jeder Leser wird die Geschehnisse ein Stück weit unterschiedlich interpretieren. Und keine Angst: es rutscht nicht ins esoterische oder Übernatürliche ab.
Umso weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr tauchen philosophische Fragen auf: was ist ein lebenswertes Leben? Ein langes? Oder ein erfülltes? Ein selbstbestimmtes? Oder ein sicheres?
An manchen Stellen hätte ich vielleicht gerne noch ein wenig mehr über einige der Charaktere erfahren. Es werden nicht alle Fragen beantwortet, aber das macht auch zum Teil den Charme des Buches aus.
Mir hat dieser Roman sehr gefallen und ich habe ihn zwischendurch nur widerwillig aus der Hand gelegt. Die Autorin Chloe Benjamin ist noch so jung – ich bin sehr auf weitere Bücher von ihr gespannt.
PS: Übrigens ist das Buch wunderschön gestaltet, die Punkte auf dem Cover schimmern golden. Ein Schmuckstück für das Bücherregal.
Rezensionen von jiskett:
Sehr emotionale, mitreißende Liebesgeschichte
All In - Tausend Augenblicke von Emma Scott
"All In - Tausend Augenblicke" erzählt eine emotionale, bewegende und mitreißende Geschichte. Es geht um Kacey, die zwar sehr stark ist, aber ihre eigenen Dämonen hat, und Jonah, der ebenfalls mit einigen gewichtigen Problemen kämpfen muss. In vielerlei Hinsicht sind die beiden das genaue Gegenteil voneinander: Sie ist oftmals sehr direkt, selbstbewusst und zudem ein Rockstar (auch wenn sie mit diesem Leben nicht wirklich glücklich ist), geht oft feiern und versucht, sich mit Alkohol von der Realität abzulenken.
Er widmet seine ganze freie Zeit der Glasbläserei, hat einen strikt durchgeplanten Alltag und ist im Vergleich zu ihr sehr besonnen und ruhig. Auf den ersten Blick haben sie nicht viel gemeinsam, aber all diese Unterschiede sorgen dafür, dass sie einander perfekt ergänzen; dadurch können sie einander geben, was sie brauchen, und es war schön zu sehen, wie sie das Leben des jeweils anderen bereichert haben.
Es gab zu Beginn ein paar Szenen, die ich nicht hundertprozentig realistisch fand, wenn man die Umstände bedenkt, doch Scott hat die besondere Verbindung zwischen den Protagonisten von Anfang an sehr gut dargestellt. Durch viele kleine Momente hat sie gezeigt, wie zwischen ihren Charakteren Vertrauen, Freundschaft und schließlich romantische Gefühle entstanden sind und die Tiefe dieser Emotionen wurde unglaublich echt und greifbar geschildert, ganz zu schweigen davon, dass die einzelnen Szenen toll beschrieben wurden, sodass ich mir sie leicht vorstellen konnte. Es war daher alles andere als schwer, sich in Jonah und Kacey hineinzuversetzen, mit ihnen zu fühlen, zu bangen und zu hoffen. Die Probleme, mit denen sie zu kämpfen hatten, wurden realistisch, schonungslos und zugleich einfühlsam thematisiert und gerade in den letzten Kapiteln gab es einige Szenen, die mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Das Buch schickt den Leser auf eine Achterbahn der Gefühle und sowohl die schönen, glücklichen und unbeschwerten als auch die traurigen und schwierigen Augenblicke sind der Autorin sehr gelungen.
Für meinen Geschmack gab es gerade später ein paar erotische Szenen zu viel, auch wenn das den emotionalen Momenten keinen Abbruch getan hat, und ich muss sagen, dass die Andeutungen bezüglich der Entwicklungen im zweiten Band mich nicht begeistern konnten, wobei das nur ein kleiner Kritikpunkt ist. Ich bin von dem Konzept der Fortsetzung noch nicht ganz überzeugt, aber da "Tausend Augenblicke" mir gut gefallen hat, will ich sie auf jeden Fall lesen. Der erste Band hat mich sehr bewegt, die Handlung konnte mich überzeugen, die Emotionen der Figuren wirkten echt und ich fand die Protagonisten sympathisch; ich kann mir nicht vorstellen, dass dies bei "Zwei Versprechen" anders sein wird.
Rezensionen von Biest:
Ein gelungener historischer Roman, weniger Krimi
Alchimie einer Mordnacht von Benjamin Black
Inhalt:
Prag, Winter 1599:
Christian Stern, ein ehrgeiziger junger Gelehrter, Alchimist und unehelicher Sohn des Bischof von Regensburg, will am Hof des paranoiden und exzentrischen Habsburgers Rudolf II Karriere machen. Doch schon in der ersten Nacht findet er die Leiche einer jungen Frau, Magdalena, gerade erst 16 Jahre alt.
Christian gerät in Verdacht – und in den Bannkreis skrupelloser Höflinge, die durch finstere Machenschaften versuchen, sich Vorteile zu verschaffen. Bald zieht Christian die Aufmerksamkeit des Kaisers selbst auf sich. Doch mit der kaiserlichen Gunst wächst die Furcht, dass es in diesem Ränkespiel auch um sein eigenes Leben gehen könnte.
Meine Meinung:
Dem Autor ist es gelungen, mich als Leser ins Prag des 17. Jahrhunderts zu entführe. Die tollen bildhaften Beschreibungen und die Sprache, versetzen einen sofort zurück in die damalige Zeit.
Die handelnden Personen waren sehr gut dargestellt. Sie waren unterschiedlich, hatten Tiefe und jeder hatte seine Macken. Jeder schien Geheimnisse zu haben und es war auch für mich als Leser schwierig herauszufinden, wem man trauen kann und wem nicht.
Gemeinsam mit Christian Stern versucht man des Rätsels Lösung näher zu kommen und den wahren Täter zu finden. Stück für Stück muss man sich die Fakten hart erarbeiten. Immer wieder tauchen neue Hinweise auf und führen zu noch mehr Verdächtigen. Sein Charakter hat mir sehr gut gefallen. Er ist wissbegierig, intelligent und mutig. Nichts und Niemand scheint ihn aufhalten zu können. Doch je höher man steigt, desto tiefer kann man fallen.
Die Atmosphäre die im ganzen Buch herrschte, war einfach toll. Man lernt Sitten und Bräuche kennen, bekommt einblicke in die Zeit von Kaiser Rudolf II, seinem Hof und seinen Untertanen. Dort wird vor Folter nicht zurückgesteckt um potentielle Verdächtige zu reden zu bringen. Christian steckt seine Nase tief in Angelegenheiten anderer Personen und bringt sich damit selbst in Gefahr.
Bis zum Schluss blieb es, dank ungeahnter Wendungen und geschickt gelegten Finten, sehr spannend.
Der Schreibstil war sehr angenehm und ließ sich für einen historischen Roman erstaunlich gut und flott lesen.
Das Cover gefällt mir gut. Es ist ein bisschen auf alt gemacht und versetzt einen bereits vor dem Lesen in die damalige Zeit.
Fazit:
Ein toller historischer Kriminalroman, mit einer gelungen Atmosphären und einem mutigen und intelligenten Protagonisten. Eine klare Leseempfehlung!
Rezensionen von Biest:
Maximal anders!
Wie ich fälschte, log und Gutes tat von Klupp Thomas
Was tun, wenn einen der Teufelskreis aus Lügen gefangen hält und nur der nächste Schwindel rettet? Ganz klar: weitermachen!
Inhalt:
Weiden ist eine Vorzeigekleinstadt: Die Wirtschaft brummt, von den Lady-Lions gibt es Charity-Barbecues für Flüchtlinge, die Tennisjugend gewinnt das Landesfinale, und mit dem neuen Schuljahr prangt von jeder Wand ein Antidrogenplakat der Champions mit dem Slogan: »Geh ans Limit! Ohne Speed!«.
Benedikt Jäger und seine Kumpels Vince und Prechtl sind nicht nur mittendrauf zu sehen, sie stecken auch mittendrin in dieser schönen Welt, die alle Abgründe vertuscht:
Die Nächte feiern sie exzessiv im „Butterhof“, wie sie ihre Schulleistungen am neuen Evaluierungssystem vorbei vor den erfolgreichen Eltern verbergen, steht in den Sternen. Und dass die Lady-Lions ausgerechnet Chrystal-Mäx, den Unterweltkönig und berüchtigten „Butterhof“-Betreiber, mit einer Finanzspritze beim Bau von Flüchtlingswohnungen unterstützen, macht die Lage noch unübersichtlicher…
Anarchisch und pointensatt im Hochgeschwindigkeitsrausch erzählt, getragen von bitterbösem Humor – ganz großes Tennis!
Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch in einer Leserunde gelesen, daher weiß ich, dass einige dieses Buch abgebrochen haben. Es hat mit Sicherheit seine Extreme. Ich habe es zu Ende gelesen.
Benedikt (15) erzählt das Buch aus seiner Sicht, erzählt über seinen Schulalltag, seine Familie, seine Freunde, mit denen er viel Zeit verbringt, ob in der Schule oder beim Tennis. Ein ganz normales Teenieleben, wenn da diese Extremen nicht wären.
Benedikt ist nett, hilfsbereit und eigentlich ein ziemlich ruhiger Charakter.
Die Sprache ist modern, mit vielen Kraftausdrücken und sehr vielen „fuckings“, wer damit nicht umgehen kann, sollte diesem Werk eher den Rücken kehren.
Mir hat der Schreibstil gefallen, auch wenn er anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig war.
Die Beschreibungen waren sehr bildhaft, so das man keinerlei Schwierigkeiten hatte sich auch die abstraktesten Dinge vor Augen zu rufen.
Die Charaktere waren interessant und sehr abwechslungsreich. In Benedikt konnte man sich super hineinversetzen, kaum angefangen zu Lesen, fühlte man sich sofort wieder in seine Jugend zurückversetzt.
Das Cover finde ich sehr gelungen. Es zieht sicher einige Blicke auf sich, aber niemals hätte ich gedacht, was sich dahinter verbirgt.
Fazit:
Ein außergewöhnlicher Roman der etwas anderen Art. Sicher nichts für jeden, mir hat er gefallen. Er sticht aus der Masse heraus!
Rezensionen von Biest:
Aufgeheizte Stimmung
Wie ich fälschte, log und Gutes tat von Klupp Thomas
1968 – Wolf Heller ermittelt in politisch aufgeheizten Zeiten
Inhalt:
West-Berlin, 1968. Studenten demonstrieren lautstark in den Straßen, während die Stasi in aller Stille Spione auf die andere Seite der Mauer schickt. Wolf Heller, Kommissar bei der Mordinspektion M I, interessiert sich eigentlich nicht für Politik.
Doch dann wird eine junge Frau tot im Wannsee gefunden. Heidi Gent arbeitete in der Kanzlei des linken Anwalts Horst Mahler. Heller soll den Fall schnell abschließen, ohne allzu tief zu graben. Denn auf der Polizei lastet noch immer der Schatten des Mordes an Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm, und die sensationshungrige Presse lauert auf Fehler. Für Heller wird der Fall zur Zerreißprobe. Sein Chef und auch sein Vater, ein ehemaliger Polizist, wollen ihn mit aller Macht von weiteren Ermittlungen abbringen. Und dann zerren auch noch seine Vermieterin Paula, die ihn heiraten will, und die lässige Amerikanerin Louise aus der Kommune Wielandstraße an dem Einzelgänger. Heller muss sich entscheiden.
Rudi Dutschke, Uschi Obermaier, Willy Brandt, Axel Springer – die Sechzigerjahre sind ihre Bühne. Es steht viel auf dem Spiel. Und Wolf Heller muss sich als junger Kommissar in wilden Zeiten beweisen.
Meine Meinung:
Der Einstieg ins Buch war etwas schwierig, da man bereits direkt am Anfang mit sehr vielen Personen konfrontiert wird. Das hat sich aber schnell gelegt, denn die Figuren werden im weiteren Verlauf alle häufiger erwähnt.
Die Atmosphäre Ende der 60er Jahre wurde super eingefangen. Man fühlt sich sofort in die damalige Zeit zurückversetzt. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch tauchen einige bekannte Namen, Orte und Gebäude in der Geschichte auf.
Heller ist ein junger und sympathischer Kommissar. Er hatte, bzw. hat es nicht immer einfach, versucht aber das Beste daraus zu machen und geht Dingen, die er nicht versteht auf den Grund.
Es gibt natürlich auch weniger sympatische Figuren, wie zum Beispiel Doll. Den hatte ich sofort gefressen und das hat sich aufgrund seiner blöden und unangebrachten Kommentare auch bis zum Ende nicht gelegt.
Die handelnden Personen waren gut und detailliert beschrieben, was sowohl das Aussehen als auch den Charakter betrifft.
Die Story an sich war spannend, gut recherchiert und toll aufgebaut. Gemeinsam mit Heller ermittelt man bis zum Schluss, wo auch dann die wichtigsten Fragen geklärt werden. Das Ende hat mir gut gefallen und hielt auch noch die ein oder andere Überraschung bereit.
Ebenfalls gut gefallen hat mir das Glossar, ganz am Ende. Dort werden die wichtigsten Begriffe anschaulich erklärt.
Der Schreibstil war auch super angenehm und ließ sich flott lesen.
Das Cover gefällt mir, es passt zur damaligen Zeit und zur Geschichte.
Fazit:
Ein spannender, gut durchdachter, super recherchierter Krimi, mit einer toll eingefangenen Atmosphäre der 60er Jahre. Eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein EInblick in die Zeit vor 1938
Wo Dollfuß baden ging von Siegfried Hetz
Antisemitismus ist keine Erfindung der Nazis. Diese Geisteshaltung zieht sich seit Jahrhunderten durch die Geschichte.
Am Bespiel der Fremdenverkehrsgemeinde Mattsee wird gezeigt, wie handfeste wirtschaftliche Interessen und politische Ausgrenzung ineinanderfließen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen, wie jene des Salzkammergutes, brüstet sich Mattsee bereits 1921 „judenfrei“ zu sein.
Das kurbelt den Fremdenverkehr an, weil viele Deutschnationale lieber „unter sich“ sein wollen.
Der letzte jüdische Sommergast in Mattsee ist der Komponist Arnold Schönberg, der samt Familie und Entourage, der auch einige seiner Schüler angehören, im Juli 1921 hier auf Sommerfrische weilt. Er wird während seines Aufenthaltes bedroht und mehr oder weniger des Ortes verwiesen. Vermietern, die an Juden vermieten wird unverhohlen mit nachhaltigen Konsequenzen gedroht, sodass sich niemand mehr traut, jüdische Gäste aufzunehmen.
Ab 1927 nimmt das Ehepaar Seyß-Inquart in Mattsee Quartier, ein paar Jahre später, auch Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Er will in der beschaulichen Atmosphäre schwimmen lernen, weil in Benito Mussolini zu einem Adria-Aufenthalt eingeladen hat.
Meine Meinung:
Das Buch besteht aus mehreren Teilen und ist das Ergebnis der „Bildungswoche Mattsee 2016“, das unter dem Motto „Erinnern“ stand.
Zu Beginn liest es sich ein wenig trocken. Wie eine Dorfchronik enthält es eine Fülle von Zahlen, Daten und Fakten. Doch dann werden Augenzeugenberichte, Dokumente und die eine oder andere Anekdote eingeflochten. Eine Vielzahl von Bildern ergänzt diese Dokumentation.
Interessant ist die starke familiäre Verflechtung einiger Einwohner mit der Familie Göring. Gleich zwei Dorfgrößen sind jeweils mit einer Schwester Görings verheiratet.
Doch nicht nur die Darstellung des inneren Mattsees, hat mir sehr gut gefallen. Der Herausgeber eröffnet dem Leser auch den Blick für die österreichische Innenpolitik. Die Klimm- und Winkelzüge des Ständestaates sind gut herausgearbeitet.
Sehr interessant, weil fast schon komisch, ist die Geschichte rund um die ungarische Stephanskrone, die der geflüchtete ungarische Faschistenführer Ferenc Szálasi heimlich an den Mattsee bringt. Die Stephanskrone ist (gemeinsam mit den anderen Reichsinsignien) quasi die Legitimation der Herrschaft von Ungarn. Wer sie in Händen hält, ist „König von Ungarn“.
Fazit:
Das Buch bietet einen guten Einblick in die Zeit vor 1938. Dieses Ergebnis der „Bildungswoche Mattsee 2016“ kann ich nur empfehlen. Gerne gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von Marie aus E.:
Nicht uninteressant, braucht aber etwas Anlaufzeit
Harte Landung von Simon Tanner
Rein optisch hat mir das Buch schon mal sehr gut gefallen, das Titelmotiv des Schutzumschlags ist auch vereinfacht auf dem Buch selbst - das ist ungewöhnlich und macht mit der Farbwahl wirklich etwas her.
Die Story spielt in zwei Zeitebenen, die eigentliche Handlung spielt in der Vergangenheit und mittels Tagebucheinträgen aus der Gegenwart switcht man hin und her.
Ein ungewöhnlicher Perspektivenwechsel, meist wird es ja umgekehrt verwendet, das hat mir gut gefallen.
Allerdings hat für mich die Handlung deutlich zu lange gebraucht, bis sie an Fahrt aufgenommen hat, die ersten zwei Drittel des Buches empfand ich als sehr langatmig und ich habe auch recht lange gebraucht, bis ich im Buch angekommen bin.
Im letzten Drittel hat es dann deutlich an Dynamik gewonnen, ab dann habe ich gerne weitergelesen. Allerdings bin ich mit den Charakteren nicht wirklich warm geworden.
Mein Fazit: Die Handlung war nicht uninteressant, den Vergleich mit Grisham (wie auf dem Buchrücken) hätte ich jetzt aber nicht gezogen.










