Kunden em pfehlungen
Rezensionen von begine:
Kindheit im Forsthaus
Himmel, der nirgendwo endet von Marlen Haushofer
Die österreichische Schriftstellerin Marlen Haushofer lebte von 1920 bis 1970. Ihr Roman „Himmel, der nirgendwo endet“ wurde jetzt vom Ullstein Verlag neu aufgelegt.
Es ist das erste Mal, das ich ein Werk aus ihrer Feder gelesen habe.
Dieser Roman wird aus Sicht eines Kindes erzählt. Meta wächst in einem Forsthaus auf.
Marlen Haushofers Vater war auch Förster. Man kann fast denken,es wäre ihre Kindheit. Metas Erzählung beginnt mit zweieinhalb Jahren, als sie in ein Fass gesteckt wurde, weil sie bei der Arbeit störte. Es ist rührend, wie sie die Welt und die Erwachsenen empfindet. Langsam wird sie älter, aber ihre Fantasie bleibt. Es macht Spaß ihre Emotionen mit zu erleben. Ihre Mutter liebt sie, hasst sie aber auch gelegentlich. Ihr Vater ist nachgiebiger. Metas Empfindungen über jede Person, die sie kennenlernt, ist beeindruckend.
Die Autorin hat einen guten intensiven Schreibstil. Ihre Literatur ist zeitlos.
Rezensionen von Petra Sch.:
Eine starke Frau geht ihren Weg zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Himmel, der nirgendwo endet von Marlen Haushofer
Kurz zum Inhalt:
Esslingen, 1911. Minna (Mimi) Reventlow arbeitet in einem Fotoatelier, denn ihr Traum ist es, eine bekannte Fotografin zu werden. Sie bekommt von Heinrich einen Heiratsantrag; er jedoch will in eine andere Stadt ziehen, wo er Pfarrer in einer Kirche werden kann. Doch dort gibt es kein Fotoatelier und Mimi müsste ihr Leben als Hausfrau fristen.
Da sie unabhängig sein will und ihren Traum als Fotografin verwirklich möchte, lehnt sie Heinrichs Heiratsantrag ab und macht sich auf den Weg als Wanderfotografin - so wie ihr Onkel Josef einer war, ihr großes Vorbild.
Doch eines Tages braucht ihr Onkel ihre Hilfe, der sich der Liebe wegen in Laichingen, einem Weberei-Ort, niedergelassen hat. Kann Mimi dort ihr Glück finden?
Meine Meinung:
Die Geschichte erzählt von der starken und mutigen Mimi, die sich in Zeiten, wo es für Frauen noch nicht selbstverständlich war, selbst über ihr Schicksal zu verfügen, für ihr Glück entscheidet. Sie hat zum Glück den Rückhalt ihrer Eltern, von denen sie als Aussteuer Geld für einen Fotoapparat erhält.
Die Erzählweise ist sehr bildhaft, man hat alle Protagonisten und vor allem den Ort Laichingen samt den Einwohnern genau vor Augen. Auch die damaligen Zustände sind genauestens beschrieben, und man muss mit Mimi mitfiebern - vor allem in Laichingen, wo sie sich gegen die Einwohner und den dort vorherrschenden Weberei-Besitzer, Herrn Gehringer, durchsetzen muss.
Man bekommt auch sehr gute Einblicke in die damalige Art zu fotografieren.
Sehr schön fand ich, dass sich Mimi trotz ihrer Moderne entscheidet, in Laichingen zu bleiben und ihren geliebten Onkel zu pflegen.
Ich konnte jedoch Mimis Verliebtheit Hannes gegenüber und ihr ständiges Sehnen nach ihm überhaupt nicht nachvollziehen, dies kam mir alles viel zu kurz.
Leider endet die Geschichte sehr abrupt - ohne Hinweis, dass es eine Fortsetzung geben wird. Wenn ich nicht bereits gewusst hätte, dass dies eine zweiteilige Reihe ist, wäre ich sehr enttäuscht gewesen, denn es wird weder auf der CD-Hülle noch eben im Hörspiel darauf hingewiesen. Nicht einmal ein "Fortsetzung folgt" am Ende...
Die Sprecherin Svenaja Pages hat eine angenehme Stimme, nur für meinen Geschmack könnte sie eine Spur schneller sprechen.
Das Cover entspricht jenem der Printausgabe und zeigt Mimi in der damaligen Mode. Auch die Schrift lässt auf einen historischen Roman schließen.
Fazit:
Fesselnde Geschichte über eine starke Frau in schwierigen Zeiten, die ihren Weg geht und sich in einer Männerdomäne durchsetzt; ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. 4 Sterne.
Rezensionen von Meli:
Mittelteil einer Trilogie: Vorbereitung auf das Finale
Das Heer des Weißen Drachen von Anthony Ryan
Protagonisten
Wie auch im Vorgänger fand ich Lizanne wieder toll. Sie ist eine geschickte Agentin, die nicht davor zurückschreckt, ihre Feinde auszuschalten, aber sie hat trotzdem ein Herz und auch ihre eigenen Ziele, die sie verfolgt. Bei ihr mag ich vor allem, wie schnell sie alles aufnimmt und wie lässig sie auf neue Situationen reagiert.
Sirus, an den ich mich aus dem Vorgänger nur sehr dunkel erinnere, bekommt hier eine der interessantesten Perspektiven, denn er ist dem weißen Drachen und seiner Herrschaft völlig ausgeliefert und durch ihn erfährt man, was dieser für Fähigkeiten hat und wie sich die Situation mit den Drachen und Verderbten entwickelt. So hat man viele interessante neue Einblicke in die magische Welt gehabt, die ich wirklich ziemlich spannend fand.
Clay war erst eher im Hintergrund auf Hilemores Schiff und hat wirklich lange nichts spannendes erlebt. Er ist noch ein lieber Charakter, der mit schwierigen Situationen konfrontiert wird, für die er gar nicht bereit ist. Zum Ende hin wird es bei ihm wirklich interessant, aber mit den Erlebnissen von Lizanne und Sirus konnte er bis dahin kaum mithalten.
Handlung und Schreibstil
Wie auch im ersten Buch gibt es einige ganz unterschiedliche Handlungen an verschiedenen Orten der fantastischen Welt der Drachen und Blutgesegneten. Ich hatte einige Schwierigkeiten, wieder in die Geschichte zu finden, denn es gibt kaum Gedächtnisstützen. Wenn ich den Vorgänger erst kürzlich gelesen hätte, hätte ich das sicher gut gefunden, weil es dann so weniger Wiederholungen gibt, aber da das nicht der Fall war, brauchte ich ziemlich lange, um die Zusammenhänge wieder zu verstehen. Dann hat sich der Mittelteil etwas in die Länge gezogen, sodass ich auch da nur mittelmäßigen Spaß hatte.
Man kann schon sagen, dass das Buch am Mittelteil-Syndrom leidet, was heißt, dass es als zweiter Teil einer Trilogie am schwächsten ist, weil der erste eine spannende Einführung in die Welt bietet und im dritten Teil ein großer Kampf stattfinden soll, bereitet der mittlere Band auf den Abschluss vor. Also wurde alles, auf das man sich freut, in den Abschluss geschoben und hier gab es zwar schon einige Entwicklungen, aber das meiste endet in einem Cliffhanger.
Fazit
Leider war der Start schwierig und auch der Mittelteil von "Das Heer des weißen Drachen" hat sich gezogen. Dafür gab es schon viele spannende Passagen und vor allem Lizannes smarte Art als Spionin konnte mich immer wieder begeistern.
Rezensionen von Maeddsche:
Spannend & gelungen, aber schwächer als Teil 1
Die perfekte Unschuld von Fields Helen
Dieses Buch ist der zweite Teil einer Thrillerreihe um Detective Luc Callanach, der insgesamt zwar schwächer als der Reihenauftakt war, mich aber dennoch überzeugen konnte.
Die Handlung geht gleich von Beginn an in die Vollen und so startet das Buch damit, dass wir Luc Callanach am Schauplatz des Mordes auf dem Festival begleiten.
Die Schilderungen der Tat sind gewohnt brutal und grausam, sodass gleich klar ist, dass wir und das Team es wieder mit einem ausgeprägten Psychopathen zu tun haben müssen.
Das Team ist hier ein gutes Stichwort. Relativ zügig gibt es ein Widersehen mit allen bekannten Gesichtern aus Teil eins, worüber ich mich sehr freute. Dabei bekommen unsere Protagonisten Luc und Ava genauso viel Platz wie die liebevoll gezeichneten Nebencharaktere Tripp und Salter. Allerdings führt Fields auch neue Charaktere ein, auf die ich jedoch nicht näher eingehen möchte, um nicht zu viel zu verraten. Gesagt sei aber, dass alle ihren wichtigen Teil zur Gesamtstory beitragen und die Autorin wieder ihr Können beweist, was die detaillierte Ausgestaltung der Charaktere betrifft, sodass ich bei manchen durchaus auf ein Widersehen in weiteren Teilen hoffe.
Zu Beginn scheint die Story etwas schleppend in Gang zu kommen, was daran liegt, dass den Ermittlern schlichtweg keine Ermittlungsansätze vorliegen. So kommt es, dass vor allem dem privaten viel Raum gegeben wird, was für mich auch das Manko an diesem Buch war. Mir war es einfach zu viel und dazu war vor allem Avas Verhalten einfach nicht passend zu ihrem Charakter, beziehungsweise zu dem wie wir sie in Teil eins kennenlernen durften. Hinzu kam ein relativ anstrengendes Hin und Her zwischen ihr und Luc, das mich die meiste Zeit einfach nur genervt hat und auch so gar nicht zu der Freundschaft zwischen den beiden passen wollte.
Nichts desto trotz hat mich das Buch gut unterhalten. Der Fall als solcher wurde von der Autorin wieder bis ins kleinste Detail durchdacht und so fügt sich am Ende alles in ein schlüssiges Gesamtbild ein. Leider kann ich auch hierzu gar nicht so viel sagen wie ich gerne möchte, da sich vieles nicht erklären lässt, ohne zu viel zu verraten. Es werden auf jeden Fall einige falsche Fährten gelegt, es gibt Überraschungsmomente, die mal mehr und mal weniger vorhersehbar waren und am Ende gibt es einen Schluss, der durchaus auch Rückschläge beinhaltet, was ich persönlich besonders mag, denn immer nur Happy-End ist einfach langweilig.
Schlussendlich kann ich das Buch durchaus empfehlen, würde aber raten die beiden Teile in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da die Charaktere in Teil zwei einige Verhaltensweisen an den Tag legen, die so gar nicht dem entsprehen wollen, wie man sie kennt. Wie schon geschrieben, ist dieser Teil nicht ganz so stark wie der Auftakt, allerdings hatte sich Fields die Messlatte hier selbst auch ganz schön hochgelegt.
Ich werde die Geschichte um Luc, Ava und ihr Team auf jeden Fall weiterverfolgen und hoffe, dass in Teil drei wieder weniger Privates und mehr Ermittlung zu finden sein wird.
Rezensionen von heinoko:
Ein grandioses Buch, das jeder lesen sollte
Die Vergessenen von Ellen Sandberg
Das vorliegende Buch ist für mich eines der wichtigsten und packendsten Romane dieses Lesejahres!
Es ist bereits viel, sehr viel darüber geschrieben worden, deshalb nutze ich ausnahmsweise für den Inhalt den Klappentext: „1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben.
Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.
2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...“
Grundlage des Buches ist die akribische Recherche historischer Faktoren bestimmter Örtlichkeiten, verbunden mit der fantasievollen Ausgestaltung von Geschehnissen, die dennoch auch jenseits der Fiktion in ähnlicher Weise geschehen sein könnten. Genau das hebt den Roman aus dem Romanhaften heraus und macht uns Leser schaudern, aber auch nachdenklich werden über die Frage, die uns letztlich die Protagonisten stellen: Was hätte ich in dieser oder jener Situation getan? Es ist leicht, sich heute vorzugaukeln, man hätte damals moralisch lobenswert gehandelt. Aber wie integer sind wir noch unter Angst, unter Lebensbedrohung?
Dass hinter dem Pseudonym Ellen Sandberg die erfolgreiche Autorin von Kriminalromanen Ingrid Löhnig steckt, spürt man diesem tiefgründigen Roman auf jeder Seite an. Der Handlungsaufbau ist routiniert ausgearbeitet, die Protagonisten sind psychologisch nachvollziehbar gezeichnet. Der Roman ist insgesamt so packend geschrieben, so intensiv in seiner Wirkung, dass man sich dem Buch nicht entziehen kann und geradezu atemlos von Seite zu Seite getragen wird.
Fazit: Gekonnt geschrieben und eindringlich in Szene gesetzt wird in diesem Roman ein Kapitel aus einer noch nicht so lang vergangenen Zeit des Grauens. Der Autorin ist es meisterhaft gelungen, einen außerordentlich wichtigen und gleichzeitig fesselnden Roman zu schreiben, der lange, lange über das Lesen hinaus in uns Wirkung zeigt. Ein grandioses Buch, das jeder, wirklich jeder lesen sollte!
Rezensionen von heinoko:
Keine Angst vor Kapuzen
Woolly Hugs Hoodies stricken von Hug Veronika
Hoodies, also Pullis und Jacken mit Kapuze, zu stricken, klingt für die weniger erfahrenen Strickerinnen ganz schön kompliziert. So kompliziert, dass sie sich gar nicht erst herantrauen an ein solches Projekt. Da kommt Veronika Hug gerade recht. Denn sie als versierte Designerin hat die Gabe, ihre eigene Unerschrockenheit im Stricken und Häkeln mutmachend weiterzugeben.
Es gibt ja in der Tat nichts Gemütlicheres als ein kuscheliges Modell, das durch seine Kapuze noch mehr zum Wohlfühlen beiträgt, umso mehr, wenn es mit Liebe und Hingebe selbst gestrickt wurde.
Das vorliegende Buch enthält 16 sehr unterschiedliche Modellvorschläge in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Nur 16 Modelle? Nein! Die klassische Kapuzenjacke, das Kapuzencape, der flippige Poncho oder der Seelenwärmer mit Kapuze – alle Modelle sind als Anregung zu verstehen, die eigenen Ideen einfließen zu lassen. Der Hoodie im Casual Stil wirkt zum Beispiel in einer einfarbigen Wolle ganz anders als das Modell im Buch, das durch das Strickmuster und die zusätzlich unterschiedlichen Farben sehr unruhig daherkommt. Ein wenig Vorstellungsvermögen ist gefragt, dazu einen Schuss Fantasie, und schon bringt das Buch echten Gewinn.
Man muss es hinnehmen, dass Veronika Hug ihre eigene Woll-Linie verkauft und deshalb ihre eigene Wolle zum Gebrauch vorschlägt. Es hätte jedoch dem Buch einiges mehr an Sympathie eingebracht, wenn es jenseits der Eigenwerbung noch einen Hinweis gegeben hätte, dass man auch andere Garne verwenden kann, vorausgesetzt Lauflänge und Maschenprobe stimmen überein. Solch ein Satz fehlt leider. Die Stärke des Buches liegt in der Qualität der Anleitungen. Diese sind ausführlich, präzise, gut verständlich und werden hilfreich unterstützt durch die Zeichnungen der Schnittteile mit genauen Maßangaben. Aber auch die Fotos der Modelle in mehreren Ansichten sind hilfreich, die Anleitungen genau zu verstehen. Nicht wirklich einverstanden bin ich jedoch mit den sehr unterschiedlichen Größenangaben. Das eine Modell wird nur bis Größe 40 angegeben, mehrere andere wiederum bis Größe 48. Das macht auf mich den Eindruck, als ob man sich nicht die Mühe hatte machen wollen, z. B. das Modell auf S. 31 mit seinem Einstrickmuster für größere Größen umzurechnen, was zugegebenermaßen etwas aufwändiger gewesen wäre.
Fazit: Ganz unterschiedliche Modellvorschläge, problemlos nachzuarbeiten. Vor dem Stricken von Kapuzen muss niemand Angst haben! Trotzdem bin ich nicht rundum mit dem Buch zufrieden, denn die Autorin hätte etwas mehr Mühe in die Größenvariationen stecken sollen statt in Eigenwerbung.
Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:
Zwölf Einblicke ins Gefängnisleben
Gangsterblues von Joe Bausch
Zwölf verschiedene Situationen von Gefangenen und Einblicke in ihre Hintergründe, zwölf aussergewöhnliche Begegnungen und Geschichten. Und zwölfmal anders reagiert jeder der Protagonisten auf seine Gefängnisstrafe. Obwohl Joe Bausch gleich im Vorwort festhält, dass die Stories sich so nicht zugetragen haben, aber so hätten verlaufen können, wirkt alles sehr authentisch und glaubwürdig.
Da ist Hans-Dieter, der sich jeder Hafterleichterung verweigert. "Sixpack" Udo werden schwerste Verletzungen zugefügt, aus Rache. Die unzertrennlichen Zwillingsbrüder Rainer und Rolf werden nach einer Reihe von Gewalttaten in verschiedene Haftanstalten eingeliefert. Einer bricht wieder aus, um weitere schwere Verbrechen zu verüben, der andere will umkehren und sich vom düsteren Schatten seines Bruders befreien. Aber ist das, bei ihrer engen Bindung, überhaupt möglich?
Joe Bausch, bekannt vom Tatort Köln und in Werl als Gefängnisarzt tätig, vermittelt uns (als ihre Vertrauensperson) tiefe Einblicke ins Leben von Häftlingen, was sie vermutlich zu Verbrechern werden liess und wie sie mit ihrer Strafe umgehen. Dazu liefert er ein ordentliches Quantum an Psychologie. Die einzelnen Geschichten sind flott und unterhaltsam, aber keineswegs wertend geschrieben. Manche Texte haben ihre Längen, die mich zum Querlesen verleitet haben. Doch berührend sind sie allesamt. Und es zeigt sich, wie klein die Schritte sein können, die einen Menschen zu einer Tat verleiten.
Rezensionen von Caro2929:
Rundum gelungen!
Wir Buddenbergs - Das Geheimnis vor der Tür von Herden Antje
Klappentext:
"Wir Buddenbergs sind die trubeligste Familie, die man sich nur vorstellen kann. Kein Wunder, dass wir von einem Abenteuer ins nächste purzeln.
An dem Tag, an dem diese Geschichte beginnt, hüpfen Lisbeth und ich jubelnd aus der Schule. Die Ferien warteten auf uns, Weihnachten stand vor der Tür, und es schneite in dicken weißen Flocken.
"Das wird das beste Weihnachten überhaupt", sagte ich. "Mindestens", bestätigtet Lisbeth. Dabei wussten wir noch nicht einmal, dass in diesen Weihnachtsferien nicht nur eine Menge Schnee, sondern auch ein merkwürdiger Besuch und ein unheimlich spannendes Geheimnis auf uns warteten..."
Meine Meinung:
Ich habe das Buch meiner siebenjährigen Nichte vorgelesen. Und wir waren uns beide einig, dass das Buch mindestens 5 Sterne verdient hat.
Familie Buddenberg, so trubelig wie sie auch ist, muss man einfach gern haben.
Diesem Kinderbuch fehlt es wirklich an gar nichts. Es ist absolut witzig, sehr spannend und die Illustrationen sind auch gelungen.
Die einzelnen Charaktere kann man einfach nur gern haben, den Lesern bleibt gar nichts anderes übrig. Sie sind alle durchweg mehr als gelungen und jeder ist auf seine ganz eigene Art und Weise liebenswürdig. Sei es der tollpatschige Klaus (Vater der Zwillinge Luis und Lukas) oder einer der Zwillinge mit einem ab und an auftretenden niedlichen Sprachfehler.
Soll heißen, den Figuren wurde Leben eingehaucht.
Mit viel Witz und Spannung darf der Leser die Familie Buddenberg begleiten. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Kindes Mia.
Auch war die Auflösung des Geheimnisses sehr gelungen, absolut in sich stimmig und gelungen.
Fazit:
Die Buddenbergs haben zwei neue Fans. Wir freuen uns auf weitere Abenteuer...
Rezensionen von KimVi:
Durchgehend spannend!
Bluthaus von Fölck Romy
Frida Paulsen ist nach den dramatischen Ereignissen ihres letzten Falls noch nicht wieder in den Dienst zurückgekehrt. Sie braucht Zeit und erholt sich auf dem Obsthof ihrer Eltern. Jo, ihre Kindheitsfreundin aus dem Internat, besucht sie auf dem Hof. Frida hat das Gefühl, dass Jo etwas beschäftigt.
Doch bevor Frida der Sache auf den Grund gehen kann, ist Jo bereits wieder verschwunden. Wenig später erreicht Frida ein Hilferuf von Jo. Sie ist bei der Polizei, da sie eine schwerverletzte Frau gefunden hat, die trotz Jos sofortiger Hilfe an ihren zahlreichen Stichverletzungen gestorben ist. Jo hat das Gefühl, dass man sie nun des Mordes verdächtigt und ergreift die Flucht. Frida macht sich auf die Suche nach der Freundin. Doch Jo scheint wie vom Erdboden verschluckt. Frida macht sich große Sorgen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln....
"Bluthaus" ist nach "Totenweg" bereits der zweite Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Wichtige Informationen fließen kurz in die Handlung ein. Hierbei wird auch nicht zu viel verraten, sodass man nach der Lektüre des zweiten Bandes auch den Vorgänger lesen kann, ohne sich dabei die Spannung zu verderben.
Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt problemlos, denn die Autorin versteht es vom ersten Moment an, das Interesse an der Handlung zu wecken. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Neben den aktuellen Ereignissen, gibt es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Diese Ereignisse verknüpfen sich im Verlauf der Handlung schlüssig miteinander.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb ganz in die Handlung eintauchen. Die Charaktere wirken ebenfalls sehr authentisch. Interessante Nebenhandlungen, die sich aber keinesfalls zu sehr in den Vordergrund drängen, sorgen außerdem dafür, dass die Protagonisten noch lebendiger wirken. Der Fall selbst gibt einige Rätsel auf und ist nicht so leicht zu durchschauen. Man stellt beim Lesen eigene Ermittlungen an, doch zunächst ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Überraschende Wendungen führen dazu, dass die Spannung stetig steigt und man sich schon bald nicht mehr vom Gelesenen lösen mag. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse. Es wird noch einmal richtig spannend, bevor alle Fäden schlüssig zusammenlaufen.
Ich habe bereits den ersten Fall von Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn mit Begeisterung gelesen. Auch die Fortsetzung konnte mich bereits früh in ihren Bann ziehen. Denn durch die authentischen Beschreibungen hatte ich alles regelrecht vor Augen, konnte mit den Protagonisten mitfiebern und meine eigenen Ermittlungen einstellen. Überraschende Wendungen haben dafür gesorgt, dass ich hin- und hergerissen war und nicht wusste was ich glauben soll. Die Spannung war für mich durchgehend spürbar und deshalb konnte ich das Buch erst weglegen, als ich am Ende angekommen war. Deshalb vergebe ich auch alle fünf Bewertungssternchen und eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von kkarin:
Tackert: akribische Polizeiarbeit gepaart mit hannoverscher Herzlichkeit
Antagonist von Wolfgang Glagla
Zum Inhalt:
Deutschland – Fußball-WM – brütende Hitze. Bei der Schleuse in Anderten (Hannover) wird die Leiche einer Frau aus dem Wasser gezogen. Schnell wissen Hauptkommissar Richard Tackert und sein Team (Sonja, Jan, Sven und Nicola), dass es sich um die 39jährige Tierärztin Annemarie Funke handelt.
Die Suche nach ihrem Täter hingegen gestaltet sich unerwartet langwierig. Umfangreiche Recherchen, akribische Datenabgleiche und unzählige Befragungen liefern nur bedingte Fortschritte. Erst Nicolas „kreativer“ Ermittlungsansatz eröffnet mögliche internationale Verstrickungen. Oder ist der Täter vielleicht doch in Annemarie Funkes Vergangenheit zu suchen? Weshalb hat sie vor ihrem Ableben eine Privatdetektivin engagiert?
Fragen über Fragen! Zudem private Sorgen um Tackerts Schwiegermutter, die von ihm inoffizielle polizeiliche Unterstützung benötigt. Zum Glück stehen ihm mental seine Ehefrau Elisa und die „Götterschar“ zur Seite.
Meine Meinung:
Obwohl es bereits der 7. Fall von Kommissar Richard Tackert ist, lerne ich ihn erst mit ANTAGONIST kennen. Der Schreibstil seines Autors Wolfgang Glagla ist aber derart flüssig, knapp und präzise, dass ich schnell mit Tackert und seinem Team vertraut bin, dh auch ohne Vorkenntnisse den 7. Fall genießen kann.
Glagla vermag permanent die Spannung aufrecht zu erhalten, zumal er die Vorkommnisse aus unterschiedlichen Ermittlerperspektiven präsentiert, wobei alle Ermittlungsergebnisse bei Tackert zusammenlaufen.
Besonders gelungen sind die Befragungen, welche einem als LeserIn sukzessive die Rolle eines Ermittler-Teammitglieds einnehmen lassen. Da Wolfgang Glagla seine Leserschaft auch an den gedanklichen Schlussfolgerungen teilhaben läßt, erscheinen die gesetzten polizeilichen Ermittlungstätigkeiten konsequent logisch. Dennoch gelingt ihm eine unerwartete – wenngleich schlüssige – Wendung beim finalen Showdown.
Neben der reinen Ermittlungsarbeit fand ich insbesondere sie skizzierte Person des Kommissars Richard Tackert überaus gelungen: ein sympathischer Teamleiter in einer glücklichen Beziehung, mit einer wunderbaren Ehefrau, witzigen Sticheleien zwischen ihm und seiner Schwiegermutter, der Begeisterungsfähigkeit für die nächsten Generationen, seiner köstlichen Portion Humor, (Selbst-)Ironie, Sarkasmus und liebenswerten Schrullen.
Zudem überrascht der Autor mit amüsanten Wort-Neu-Kreationen (zB für Büstenhalter das Wort „…..“ (sorry, darf nicht spoilern)), dem Einsatz lange schon nicht mehr gehört/gelesener Wörter (zB plemplem), einem wunderbaren Einleitungszitat von Virginia Satir und aktuellen Bezügen (zB Brexit).
Fazit:
Ein spannender Kriminalroman aus Hannover, der durch Polizeiarbeit – allen voran Befragungen – besticht und mit der gewinnenden Kommissar-Persönlichkeit Richard Tackerts glänzt!
Ich möchte unbedingt die Vorgängerbände lesen und hoffe auf einen nächsten Fall! Deshalb inspiriert von Tackert mein Wunsch an das Universum: Mehr Zeit zum Lesen!










