Kunden em pfehlungen
Rezensionen von manu63:
Goldgier
Blut und Gold von Kristjánsson Snorri
Blut und Gold ist ein historischer Roman des Autors Snorri Kristjansson. Im Sommer des Jahres 970 versammeln sich die vier Kinder von Unnthor Reginsson, einem Wikinger der angeblich bei Raubfahrten einen Schatz angehäuft haben sollen. Die Kinder begehren den Schatz und alte Streitigkeiten flammen wieder auf, sobald alle zusammen treffen.
Dann geschieht ein Mord und es kann nur einer aus ihren Reihen sein der getötet hat. Helga, die Ziehtochter von Unnthor und seiner Frau Hildigunnur fängt an auf eigene Faust nach dem Täter zu suchen.
Der Schreibstil des Autors ist lebendig und die Ausdrucksweise modern. Das störte für mich jedoch das Gesamtbild eines Romans aus der Wikingerzeit nicht. Die Dialoge hätten von der Wortwahl her auch aus der heutigen Zeit stammen können, wobei natürlich keine Worte vorkamen die es in der Wikingerzeit noch nicht geben konnte. Erzählt wird alles aus Helgas Perspektive und ihre Gedanken und Sichtweisen sind sehr aufschlussreich was das Zusammenleben der Charaktere angeht.
Die Männer sind oftmals gar nicht die starken Macher, sondern hinter ihnen steht oft eine starke Frau die mit kluger Hand die Geschicke lenkt. Gerade Hildigunnur ist eine Meisterin ihres Fachs. Der Spannungsbogen wer denn nun tatsächlich hinter dem ersten und dem dann noch folgenden zweiten Mord steht wird lange aufrecht erhalten und der Schlusssatz ist sehr erhellend.
Für mich ein gut gemachter Roman der mit moderner Sprache aufwartet und der eine Familiengeschichte erzählt die voller Intrigen und Zwist ist. Leider werden die damaligen Gebräuche nicht erklärt und wer sich gar nicht in diesem Bereich auskennt, dem wird das eine oder andere seltsam vorkommen. Dafür hätte ich mir ein kleines Glossar mit Erläuterungen gewünscht.
Rezensionen von Bibliomarie:
Mode zwischen Trümmern
Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus von Brigitte Riebe
Berlin liegt in Trümmern, endlich ist der Krieg vorbei – aber unvorstellbare Not und Chaos bestimmen die Tage der Überlebenden. Rike, die älteste Tochter des Kaufhauskönigs Thalheim übernimmt die Führung in der Familie. Der Vater im Gefängnis, die Brüder in Kriegsgefangenschaft oder an der Ostfront vermisst, da braucht es ihre Tatkraft und ihre Energie.
Aber alles wird überschattet von der Angst vor der Zukunft. Schreckliche Geschichten über die russischen Besatzer machen die Runde. Die Mutter und die älteren Schwestern verdingen sich als Trümmerfrauen umso ein paar zusätzliche Lebensmittelmarken zu ergattern, aber Rike und ihre überlebende Freundin Mirjam blicken auch in die Zukunft.
Brigitte Riebe ist Historikern und eine tolle Erzählerin. Wie sie die Wochen und Monate nach Kriegsende beschreibt, hat mich immer wieder innehalten lassen. Erzählungen von Eltern und Großeltern wurden wieder wach! Von Hamsterkäufen und Schwarzmarkt, von der Suche nach Brennmaterial im kalten Winter, von der Luftbrücke und der alliierten Solidarität mit den eingeschlossenen Berlinern habe ich oft gelesen und gehört, aber in diesem Roman wird es plötzlich lebendig. Vielleicht liegt es auch an der Hauptfigur Rike, die hier im ersten Band einer Trilogie das Geschehen beherrscht. Die Folgebände werden den Schwestern gewidmet sein. Rike ist eine Frau, die ihre Wünsche und Sehnsüchte dem praktischen Überleben unterordnen muss und doch nie ihr eigentliches Ziel aus den Augen verliert. Für mich eine starke und sympathische Protagonistin. Aber auch die Schicksale der anderen Familienmitglieder kommen nicht zu kurz.
Der Roman ist fesselnd geschrieben und hat mich völlig in Bann gezogen. Auch wenn es abgedroschen klingt, ich konnte nicht aufhören zu lesen, wollte das Buch bis zum Schluss nicht aus der Hand legen.
Der Roman umfasst die Jahre 45 – 51 und ganz besonders die Geschehnisse der ersten Nachkriegsjahre haben mir gefallen. Meisterhaft wie die Aufbruchsstimmung zu spüren ist, dahinter immer noch die Angst vor der Zukunft und die Sorge um Angehörige. Eine vielschichtige und sehr berührende Geschichte. Die ausführliche Zeittafel am Ende des Buches habe ich sehr geschätzt und immer wieder aufgeblättert. Ich fand es gekonnt, wie die Autorin ihre fiktive Geschichte mit den historischen Ereignissen verbindet, das hat mich das Geschehen miterleben und mitfühlen lassen.
Rezensionen von Vicky:
Morgen würde alles … anders sein
Prince of Hearts - Diesmal für immer von L. H. Cosway
Das Cover ist schön und fügt sich gut in die anderen Teile der Reihe ein.
‘Prince of Hearts - Diesmal für immer‘ ist der sechste Band der Hearts-Reihe. Der Roman umfasst einen Prolog, achtundzwanzig Kapitel sowie einen Epilog.
Unter 'Zu diesem Buch' kann man sich bereits einen ersten Eindruck von Reya und Trevor, den beiden Hauptfiguren dieses Bandes, holen.
Der Prolog spielt zwei Jahre zuvor und ich muss sagen: Wow, ein wirklich spannender und intensiver Einstieg der mich von der ersten Seite an begeistert hatte. Allerdings fand ich persönlich das es für einen Prolog zu lange war und ziehe deshalb einen Stern ab denn in meinen Augen muss ein Prolog kurz und knackig sein!
Kapitel eins finde ich dann einen interessanten Einstieg ins Heute. Die meisten Kapitel spielen in der Gegenwart aber es gibt auch immer wieder Ausschnitte aus der Vergangenheit, diese Gestaltung finde ich interessant und gut gelungen denn so kommt mehr Dynamik ins Geschehen und es wird definitiv nicht langweilig. Allgemein finde ich die kurzen Kapitel sehr gut denn dadurch kommt man schnell voran und die Seiten fliegen nur so dahin beim Lesen.
Die Dynamik der Gruppe gefällt mir gut. Da ist in meinen Augen Potential für so einiges mehr! Ich bin bereits sehr, sehr gespannt wie es weitergeht.
Fazit: Ich muss gestehen dass ich bisher keinen der Teile kannte, diese hier ist also der erste für mich. Ich konnte aber keinen Nachteil darin finden, ich denke also nicht dass es notwendig ist die vorherigen Bände zu kennen. Ich werde mir die anderen Teile der Reihe aber definitiv ansehen da mich der Autor mit diesem hier überzeugen und für die Reihe begeistern konnte! Ebenso werde ich nach neuen Bänden der Reihe Ausschau halten!
Rezensionen von Gaby 2707:
Gruselige Steiermark
111 schaurige Orte in der Steiermark, die man gesehen haben muss von Robert Preis
Mit seinem etwas anderem Reiseführer gibt Robert Preis, ergänzt durch die tollen Fotos von Niki Schreinlechner, einen spannenden und interessanten Überblick über 111 schaurige Orte in der Steiermark, die man gesehen haben sollte.
Ich lese teils Bekanntes, teils unbekannte Geschichten und Legenden.
Egal ob ich mich in Graz, Altenmarkt, Eisenerz, Fischbach, Fürstenfeld, Gröbming, Kindberg, Leoben, Pöllau, Tragöß oder Wies befinde – immer hat der Autor eine unterhaltsame Geschichte für mich bereit. Hier und da läuft mir beim Lesen ein leichter Schauer über den Rücken. Einfach gruselig, wie viel Grausamkeit und Brutalität es in diesem wunderschönen Fleckchen Erde schon gegeben hat.
Eine Doppelseite der Steiermark und ihren Orten und eine Seite der Landeshauptstadt Graz, auf denen die Stellen markiert sind, die im Buch beschrieben werden, machen den Führer richtig rund. Dazu die Vorstellung von 4 Krimis, die alle in Graz gesettet sind und die Vorstellung 9 weiteren Führern quer durch Österreich.
Interessant finde ich auch die Erwähnung von verschiedenen Internetseiten und die vielen Literaturhinweise. Hier habe ich schon einige Bücher gesehen, die ich gerne noch lesen würde.
Der Autor und der Fotograf stellen sich ganz zum Schluss auch noch vor.
Ein interessantes Buch mit spannenden Geschichten, die mir die Steiermark noch näher bringen. Nicht nur für Steirer – für alle, die sich für dieses wunderschöne Fleckerl Erde interessieren und mehr darüber wissen wollen.
Rezensionen von kkarin:
Janet Laurence Morde machen auch mit/trotz Lebensmittelunverträglichkeit Appetit
111 schaurige Orte in der Steiermark, die man gesehen haben muss von Robert Preis
Kurzmeinung:
Unterhaltsamer Wegbereiter der „kulinarischen Krimis“, der Gusto auf Vor- und Nachspeise (übrigen neun Bände) macht.
Zum Inhalt:
Den 9. Fall rund um die beruflich unausgelastete ehemalige Cateringunternehmerin, Meisterköchin und Kochkolumnistin Darina Lisle verfasste ihre Autorin Janet Laurence bereits 1995.
Aufgrund Darinas bisheriger Erfolge als Hobbydetektivin meldet sich ihre ehemalige Schulfreundin Jamima Ealham mit einem Spezialauftrag: Darina möge den Vater ihres 18monatigen Neffen Rory ausfindig machen, da dessen Mutter Sophie bei der Geburt gestorben ist und verhindert werden soll, dass er bei seinem despotischen Großvater und Multimillionär, Basil Ealham, aufwachsen muss.
Obwohl Darina anfänglich zögert, diesen Fall zu übernehmen, wird sie schnell in die Fänge der Familie Ealham gezogen. Zudem bietet ihr Basils Freundin Val Douglas, die sich auf die Herstellung von Lebensmitteln für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten spezialisiert hat und zukünftig zusätzlich Luxus-Baby-Nahrung herstellen möchte, einen spannenden Job an, in welchem Darina ihre kulinarische Passion einbringen könnte.
Doch plötzlich brennt Vals Firma ab. In den Ruinen wird eine Leiche gefunden und Darinas Gatte, vor kurzem zum Detective Chief Inspector befördert, ist mit den Ermittlungen betraut.
Das Ehepaar Darina Lisle und DCI William Pigram sind sowohl beruflich als auch privat auf das Äußerste gefordert, um Licht in dieses Dunkel zu bringen.
Meine Meinung:
Obwohl ich Darina Lisle erst im 9. Fall kennengelernt habe, vermochte es der flüssige Schreibstil von Janet Laurence, dass ich auch ohne Vorkenntnis der vorangegangenen acht Bände schnell in die aktuelle Geschichte fand. Insbesondere die gut skizzierte Hauptprotagonisten Danina Lisle macht es einem einfach, ihr in die Untiefen der Familie Ealham folgen zu wollen.
Ausgehend vom Cover und des Titels dachte ich, es mit einer Neuerscheinung und einem „kulinarischen Krimi“ zu tun zu haben, weshalb ich mir eigentlich noch mehr Kulinarik und eventuell sogar Rezepte erwartet hatte. Zudem verstörte mich ein wenig das vorherrschende Rollenverständnis der Frau.
Als ich jedoch feststellte, dass Janet Laurence dieses Buch bereits 1995 geschrieben und es die dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH neu 2018 als eBook herausgebracht hat, war ich vom Werk umso mehr angetan.
Für mich ist MORD MACHT APPETIT ein Wegbereiter der heute so aktuellen „Kulinarik-Krimis“ (wo AutorInnen sogar eigene Kochbücher im Namen ihrer Protagonisten veröffentlichen) und gleichzeitig unterstreicht es, wie fortschrittlich und vorausschauend die Autorin bereits 1995 war, das heute in der Nahrungsmittelindustrie kaum mehr wegzudenkende Thema Lebensmittelunverträglichkeit in den 9. Fall einzuweben.
Den Fall selbst habe ich als spannend empfunden, weil viele charakterlich unterschiedliche Personen mit stark divergierenden Motiven angeboten wurden, ich meine Täter-/Vaterhypothese immer wieder korrigieren musste und schlussendlich beim Showdown eine unerwartete Wendung präsentiert bekam, die durchaus nachvollziehbar erscheint.
Dass neben all den Ermittlungen auch das Privatleben von Darina und William behandelt wurde samt all den Auswirkungen einer Beförderungen, Übersiedlung, beruflichen Neuorientierung, unterschiedlich getimeten Kinderwunsches, etc. auf eine Ehe, rundeten den positiven Gesamteindruck ab.
Fazit:
Ein Wegbereiter der heute häufig anzutreffenden „kulinarischen Krimis“, der Gusto auf die übrigen neun Bände macht. Bin schon gespannt, ob Janet Laurence in den anderen Fällen auch so einen Riecher für Zukunftstrends hatte!
Rezensionen von Gaby 2707:
Mörderisches Paderborn
Padermorde von Maren Graf; Gisa Klönne; Wolfram Tewes; Rita Maria Fust; Joachim H. Peters; Christian Jaschinski; Thomas Breuer; Andrea Gehlen; Thomas Schrage; Christiane Höhmann; Horst Eckert; Susanne Kliem; Mauritz von Neuhaus
Die Herausgeberin Maren Graf stellt in ihrem Buch „Padermorde“ 13 weihnachtliche Kurzkrimis vor. Am Ende des Buches werden die Tatorte noch einmal näher beleuchtet und auch die einzelnen Autoren, z. B. Andrea Gehlen, Christiane Höhmann, Susanne Kliem, Gisa Klönne, Horst Eckert usw. werden detailliert vorgestellt.
Egal ob Max-Moritz endgültig genug hat von seiner dominanten Mutter und seiner herrschsüchtigen Ehefrau, ob Onkel Thorsten die falschen Tabletten untergeschoben wurden, ob Ehemann und Ehefrau das gleiche Ziel haben, ob das Gedächtnis eines Mannes plötzlich doch wieder kommt, ob Privatermittler Hieronymus C. Doyle von einem geheimnisvollen Fall erzählt, ob es um todbringende Medikamente geht – alles spielt sich in der Adventszeit oder an Weihnachten in Paderborn ab.
Aber nicht nur Taten aus der Jetztzeit bekomme ich vorgesetzt. Ich darf mörderisch auch ins 18. Jahrhundert reisen.
Spannende Geschichten rund um das Weihnachtsfest und die kalte Jahreszeit, die mich gut unterhalten haben. Und interessante Schauplätze in einer Stadt, die ich bisher noch nicht kenne. Sehenswert.
Rezensionen von Streiflicht:
Berührend
Ein Geschenk der Götter von Simone Dorra; Ingrid Zellner
Dieses Buch ist der dritte Teil der Kashmir-Saga, die insgesamt sieben Bände hat. Ich kannte die Vorgänger nicht und konnte das Buch auch so sehr gut lesen. Sicherlich wäre es aber deutlich schöner gewesen, wenn man die beiden ersten Bände zuerst gelesen hätte und so auch noch genauer hätte mitverfolgen können, wie die Freundschaft zwischen den beiden Männern immer weiter wächst.
Ich denke, ich werde es auf jeden Fall noch nachholen, die beiden Bücher noch zu lesen.
Besonders gut gefallen hat mir die Schreibweise der beiden Autorinnen, die ganz offensichtlich herrlich harmonieren und zusammenarbeiten. Von beiden hatte ich vorher schon Bücher gelesen, die mir ebenfalls sehr gut gefallen hatten. Daher kam ich auch überhaupt erst dazu, dieses Buch lesen zu wollen. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Man erfährt viel über das Land, die Landschaft, die Menschen und Sitten – eine Reise in eine für uns oft so fremde und unbekannte Welt, die mir sehr gut gefallen hat.
Mich hat die Geschichte, die hier erzählt wird, sehr gut gefallen. Gleichzeitig war ich hingerissen von den Schilderungen des Lebens in Indien – seit ich eher zufällig eine Reise in den Süden dieses Landes gemacht habe, bin ich ganz verzaubert. Noch nie habe ich so viele herzliche und freundliche Menschen gesehen – gerade unter denen, die sehr arm waren. Ein faszinierendes Land, gleichzeitig aber so zerrissen und gespalten. Auch das kommt hier sehr gut rüber, finde ich.
Eine wahrhaft gelungene Reihe, die ich sicherlich gerne weiterverfolgen werde! Danke, dass ich Raja, Vikram, Sameera und die vielen anderen kennen lernen durfte! Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen!
Rezensionen von yellowdog:
Klare Worte
Haymatland von Hayali Dunja
Dunja Hayali, bekannt durch Moma und ihre eigene Talkshow, zuletzt auch Moderation im Sportstudio, schreibt über ein wichtiges Thema in großer Klarheit. Dem Heimatbegriff, die Integration und die Frage, die den Untertitek des Buches ergab: Wie wollen wir zusammenleben?
Hayali bringt es messerscharf auf den Punkt.
Sie erläutert auch das Dilemma, in dem die Journalisten stehen.
Doch zunächst erfährt man ein wenig von ihren Wurzeln, wie ihre Eltern, die aus dem Irak stammen, über Wien nach Deutschland kommen.Auch ihren Werdegang schildert sie.
Man erfährt von den krassen Hassbrefen und Beleidgungen sogar Bedrohungen gegen sie. Hayali wird sehr deutlich, ihre Antwort ist die Bereitschaft zum Dialog.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Gutes Benehmen ist wieder gefragt
Der große Elmayer von Thomas Schäfer-Elmayer
Die aktualisierte Ausgabe des „Elmayers“ bietet u.a. auch Antworten zu „Netiquette“ und den Umgang mit den modernen technischen Errungenschaften wie Mobiltelefonen in der Öffentlichkeit und im Beruf.
Das Buch ist wie ein Lexikon gestaltet von A bis Z und leitet seine Leser elegant durch Welt der Etikette.
Damit sich die Leser leicht zurechtfinden, gibt es blau hinterlegte Tipps.
Da ich bereits zwei Auflagen des Benimm-Ratgebers kenne, war ich gespannt, was sich alles geändert hat.
Das unumstößliche Gebot, dass Damen auch bei sommerlichen 30 Grad im Businessoutfit Strümpfe tragen müssen, ist ein wenig aufgeweicht worden. Bei festlichen Anlässen (Hochzeit, Oper oder Trauerfall) sind Strümpfe dennoch obligat.
Zum Ballkleid trägt Frau geschlossene (Tanz)Schuhe, um die Zehen zu schützen. (Eigentlich sollte der Tanzpartner die Schrittfolge beherrschen und die Füße der Damen nicht behelligen – aber nicht jeder hat die Tanzschule Elmayer besucht.)
Das Tragen von Hüten ist bei Damen und Herren ein wenig aus der Mode gekommen. Doch gibt es auch dazu nach wie vor passende Tipps.
Sehr gut und sehr einfühlsam sind die ausführlichen Ratschläge im Trauerfall. Hier ist es nicht immer einfach, die Regeln und Konventionen zu kennen und einzuhalten.
Ein breiter Raum wird auch Familien und den lieben Kleinen gewidmet. Denn hier scheint in den letzten Jahren ein wenig Nachholbedarf entstanden zu sein, was gutes Benehmen betrifft. Greinende, weil müde, Kleinkinder beim Abendessen im Hotel, ließen sich mit ein bisschen Umsicht vermeiden. Da hätten alle etwas davon – die Eltern, die anderen Gäste und das Servierpersonal.
Für Kinder und Jugendliche gibt es eigens auf das Alter passend abgestimmte „Elmayers“, die ich auch empfehlen kann.
Fazit:
Dieser Ratgeber sollte in keinem Haushalt fehlen. Gutes Benehmen ist wieder gefragt! Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine beeindruckende Biografie
Überleben von Gerhard Zeillinger
Walter Fantl lebt mit seinen Eltern und der Schwester in Bischofstetten, einem kleinen Ort im niederösterreichischem Mostviertel. Die Fantls betreiben einen von drei Gemischtwarenläden. Dass sie Juden sind, wissen alle im Dorf, doch keiner stört sich daran – vorerst. Mit der Machtübernahme Hitlers und dem Anschluss an Deutschland beginnt die Leidensgeschichte der Fantls.
Walter ist gerade einmal 14 Jahre alt. Wie so viele Juden erkennen sie die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig. Die Ausgrenzung der Fantls, die Arisierung des Geschäftes, die Umsiedlung nach Wien und die verzweifelten Versuche des Vaters die nötigen Papiere und das Geld für die Schiffspassagen zu bekommen, werden von Walter Fantl eindringlich und detailliert geschildert.
Die Fantls werden zuerst 1942 gemeinsam nach Theresienstadt und 1944 dann nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Noch weiß niemand, dass Walter der einzige Überlebende seiner Familie sein wird.
"Dann bin ich zu einem Kapo hin und habe gefragt: Was ist mit den anderen? Wo ist mein Vater?
Und der schaute mich an und zeigt auf einen der Schornsteine und sagt: Siehst du den Rauch? Das sind die anderen, das ist dein Vater".
Was an dieser Biografie so fasziniert ist, dass es Walter, auch in den vielen Stunden der Schinderei und Demütigungen gelingt, einige wenige glückliche Momente mit Leidensgenossen zu erleben. Das Symbol seiner Hoffnung, den Wahnsinn zu überleben, ist sein Ledergürtel. Der ist das einzige, was ihm noch geblieben ist. Kleidung, Schuhe oder Wertsachen wurden ihm von Mithäftlingen gestohlen oder gegen Nahrungsmittel eingetauscht. Doch an den Gürtel klammert er sich mit all seiner Kraft.
Das Buch endet nicht – wie so viele – mit der Befreiung aus dem KZ sondern bietet den Lesern ein weiteres authentisches Kapitel:
"Nach dem Krieg und wir sind frei". Es beschreibt den Weg aus dem KZ zurück, verschweigt aber nicht, dass Walter und seiner Freunde im polnischen „Niemandsland“ herummarodieren und verlassene Häuser plündern. Das finde ich sehr mutig, denn bislang habe ich darüber nichts gelesen. Walter kommt nach Wien zurück, fühlt sich verloren, sucht nach Familie und Freunden und kehrt freiwillig nach Theresienstadt, dem scheinbar einzigen Fixpunkt, zurück. Seine Freunde wandern aus, der eine nach Palästina, der andere nach Amerika. Doch wirklich willkommen sind die Überlebenden nirgends.
Nach vielen Kämpfen mit der Bürokratie erhält er das elterliche Wohnhaus zurück, hat es aber niemals mehr betreten.
Meine Meinung:
Für mich als Wienerin, die im zweiten Bezirk, der Leopoldstadt, aufgewachsen ist, sind die Adressen an denen Walter mit seiner Familie gewohnt hat, alle geläufig. Von der Großen Mohrengasse über die Schreygasse bis zum Sammellager in der Kleinen Sperlgasse 2a.
Historiker Gerhard Zeilinger mit Walter Fantls Biografie ein bewegendes und bemerkenswertes Zeitdokument gelungen, das als Ergänzung im Geschichtsunterricht gelesen werden sollte. Neben dem einfühlsamen Text, der ohne Schnörkel die Dinge beim Namen nennt, bilden die perfekt platzierten Fotos eine eindrucksvolle Ergänzung. Wie haben die Fotos gerettet werden können? Das ehemalige (christliche) Kindermädchen hat die Kassette mit Fotos, Dokumenten und Erinnerungsstücken vor der Vernichtung bewahrt und für Walter aufgehoben.
Fazit:
Ein Buch, das unbedingt gelesen werden sollte. Gerne gebe ich 5 Sterne.










