Kunden em pfehlungen
Rezensionen von christina.hirschberger@gmail.com:
Nathalie Svensson in Hochform
Mitternachtsmädchen von Jonas Moström
Nathalie Svensson in Hochform
> Inhalt
Kaum hat die Psychiaterin und Mitglied der Operativen Fallanalyse Nathalie Svensson ihren letzten Fall abgeschlossen, wird sie schon zum nächsten gerufen.
In Uppsala treibt ein Serienvergewaltiger sein Unwesen. Doch damit nicht genug, das dritte und zu diesem Zeitpunkt letzte Opfer hat er sogar erwürgt.
Da die Tote für Nathalie Svensson keine Fremde ist, beteiligt sie sich natürlich an den Ermittlungen.
Auffällig an den Taten ist, dass der Täter für seine Taten immer historische Orte in Uppsala auswählt und immer um Mitternacht zuschlägt.
> Leseerfahrung
„Mitternachtsmädchen“ ist nach „So tödlich nah“ und „Dominotod“ der dritte Fall für Nathalie Svensson. Bei dieser Reihe würde ich unbedingt empfehlen, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ich habe zunächst nur den zweiten Band gelesen und war durch die häufigen Rückblenden aber dann so verwirrt, dass ich nun nochmal alle Bücher in der richtigen Reihenfolge gelesen habe. Jetzt verstehe ich auch die Verweise im zweiten und dritten Band und das Lesen machte erheblich mehr Spaß.
„Mitternachtsmädchen“ war in meinen Augen bisher der stärkste Fall der Reihe. Die Handlung ist spannend, gut konstruiert und dicht, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.
Die Ermittler finde ich interessant und gut gewählt und deren Hintergrund stimmig.
> Fazit
Ein Schwedenkrimi, der sich in diesem Genre nicht verstecken braucht. „Mitternachtsmädchen“ überzeugt durch die spannende und gut konstruierte Handlung, den authentischen Ermittlern und die überraschenden Wendungen.
> Eckdaten
Titel: Mitternachtsmädchen
Autor: Jonas Moström
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3548291239
Seiten: 512
Preis: 10,00 €
Rezensionen von Meli:
Charmantes Pärchen und sogar eine spannende Liebesgeschichte!
Weil es Liebe ist von Lauren
Holland ist schon beinahe ein Stalker, so wie sie Calvin, den sie zunächst heimlich "Jack" nennt, beobachtet. Sie schwärmt für den talentierten Straßenmusiker und hört ihm einfach so gerne zu. Nach kleinen Zwischenfällen kommt es dazu, dass sie zusammen wohnen, aber es ist viel mehr als das und auch ein wenig komplizierter.
Es war aber eine sehr skurrile Situation und schon recht unrealistisch, dass die beiden sich drauf einlassen, doch diese verrückten, wagemutigen Charaktere? Sie riskieren es.
Holland hat einige Unsicherheiten, denn sie ist nicht gerade erfolgreich und hatte gleichzeitig so viele Träume. Im Moment hält sie sich aber nur mit der Hilfe ihrer Onkel über Wasser und ist dann auch bereit, sich für ihre geliebten Verwandten in diese kuriose Lage zu begeben. Doch sie hat ja auch selbst Interesse an Calvin und daher kann sie diesem verrückten Drang nicht widerstehen.
Bei Calvin weiß man nicht genau, was durch seinen Kopf geht, aber er ist sehr charmant und ein wirklich schnuckliger Typ. Dazu musiziert er mit solcher Leidenschaft, dass er alle verzaubert und vor allem Holland ist absolut hingerissen von ihrem schönen Gitarrist.
Die beiden sind ein sehr witziges, niedliches Pärchen und dieses Buch hatte den Humor, den ich an den Büchern des Autorinnen-Duos so schätze. Das Buch war auf jeden Fall ziemlich unterhaltsam und teilweise auch ziemlich spannend, wenn Calvin und Holland zusammen ihre Prüfungen durchstehen.
An einigen Stellen war es zwar Genre-typisch vorhersehbar, aber es war meistens nicht zu übertrieben und daher hat es mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Die Leidenschaft zur Musik und auch die Entwicklung von Hollands Charakter spielen eine Rolle, aber das ist vor allem eine Liebesgeschichte und die war einfach gut gelungen. Die beiden und ihre Geschichte konnten mich absolut verzaubern.
Fazit
"Weil es Liebe ist" hat mir mit dem charmanten Pärchen und der tatsächlich spannenden Liebesgeschichte sehr gut gefallen! Ich freu mich wie immer auf weitere Titel der Autorinnen.
Rezensionen von Meli:
Die Mysterien der Archen
Die Spiegelreisende 1 - Die Verlobten des Winters von Christelle Dabos
Ich hatte keine zu hohen Erwartungen an das Buch und daher bin ich auch ziemlich zufrieden mit der Lektüre.
In ihrer Heimat geht Ophelia in ihrer Leidenschaft auf. Sie ist unglaublich gut im "Lesen", sie kann bei Berührung die Geschichte einer Gegenstandes ergründen und ist darin auch besser als jeder Andere.
Sie arbeitet im Familienmuseum und kümmert sich liebevoll um die Exponate dort. Desweiteren kann sie von einem Spiegel zum nächsten reisen, aber das tut sie eher der Gemütlichkeit halber.
Als sie gegen ihren Willen verlobt wird, kann man sich schon denken, was die Motive für diese unwahrscheinliche Verbindung sein könnten. Und Ophelia ist ziemlich entsetzt von ihrer Lage, denn sie muss sich von allem verabschieden, das sie kennt.
Und doch lässt sie sich nicht unterkriegen. Auch wenn sie vor mysteriösen Gefahren gewarnt wird, macht sie sich lieber ein eigenes Bild, als unwissend zu bleiben. Und Ophelia ist auch ehrenhaft, denn obwohl sie durch ihre Fähigkeit so viel zu ihrem Vorteil wissen und erfahren könnte, ist das gegen ihre Ethik.
Ihr Verlobter Thorn ist sehr verschlossen und man erkennt schnell, wie einsam er ist. Ich habe ihn schnell ins Herz geschlossen, auch wenn man leider nicht so viel von ihm sieht, wie ich gern hätte. Von dem größten Teil seiner Familie verstoßen und wegen seiner hohen Machtposition gehasst - wie kann man da nicht Mitleid mit ihm haben?
Die Geschichte bietet einige interessante Schauplätze und damit auch so einige diverse Charaktere, die verschiedene Arten von Magie mit sich bringen. Ich hätte gern mehr Magie gehabt! Denn so interessant die Details auch waren, hatte ich einfach nicht genug davon. Auch von den Archen, der Himmelsburg und dem Mondscheinpalast hatte ich kein richtiges Bild im Kopf. Das Cover finde ich aber richtig schön und phantasievoll!
Die Intrigen und der viele heimliche Hass waren ziemlich spannend und die Magie fügte sich da sehr gut ein.
Die Charaktere waren oft nicht leicht zu durchschauen, weil sie alle ihre skurrilen Eigenarten hatten, die sie seltsam charmant gemacht haben. Durch diesen Schreibstil kommt vermutlich auch der Vergleich mit Harry Potter, der auf dem Klappentext Leser ködern soll.
Fazit
"Die Verlobten des Winters" hatte teilweise auch seine Längen und viele Geheimnisse, aber diese magische Welt und die kuriosen Charaktere haben mir wirklich gut gefallen!
Rezensionen von nil_liest:
Zu viel an philosophische Tiefe in dieser Fabel
Liebende von Jeong Ho-seung
Könnt ihr euch noch an die Romane des Franzosen Francois Lelord erinnern? Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück. Dann folgte Hector und die Geheimnisse der Liebe und viele andere. Und nun kommt, wie es schon im Untertitel so schön heißt, „Eine poetische Fabel über die unermessliche Kraft verbundener Herzen“ mit ‚Liebende‘ von Jeon Ho-seung.
Beim Lesen dieser poetischen Fabel wurde ich stark an die Hektor-Romane erinnert. ‚Liebende‘ ist ein Bestseller in Südkorea, der sich schon seit 2005 über 2 Millionen Mal verkauft hat und in der 32. Auflage ist!
Interessant zu diesem Bändchen zu wissen ist, dass der Text nicht aus dem koreanischen ins Deutsche direkt übersetzt wurde, sondern einen Umweg genommen hat, es ist aus dem Englischen von Bernhard Kleinschmidt übertragen worden.
Auch die sehr asiatisch anmutenden Tuschezeichnungen sind nicht aus dem Original, diese hat die Deutsche Illustratorin Gisela Goppel beigetragen.
Es geht um einen Fisch, der als Windspiel am Dach eines buddhistischen Tempels hängt. Ihm ist es nicht genug dort zu hängen und die Liebe seines Kompagnons ist ihm auch nicht genug. Die Geschichte und die philosophischen Einsichten nehmen ihren Lauf. In sehr poetischer Sprache werden phantasievoll die philosophischen Fragen der Liebe erörtert. Etwas vorauf man sich einlassen können muss, sonst funktioniert dieses Buch nicht. Eine starke Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung über den liebessuchenden Fisch.
Mir persönlich war es etwas zu viel an philosophische Tiefe in dieser Fabel. Demütig sein, wer nicht gibt, der nicht bekommt und ohne Tod kein Leben.
Rezensionen von nil_liest:
Lasse ist unterwegs!
Lasse im Ferienfieber von Welk Sarah
Ach, was haben wir uns gefreut zu erfahren, dass Lasse in die dritte Runde geht!
Nach ‚Lasse in der ersten Klasse‘ (Band 1) und ‚Lasse feiert Geburtstag‘ (Band 2) kommt nun ‚Lasse im Ferienfieber‘ (Band 3). Und auch dieser dritte Band ist herrlich gut wie die anderen beiden.
Schon die Überschrift ergab die erste Frage bei uns: Was bitte ist Ferienfieber? Schmunzel.
Lasse fährt mit seinen Eltern und seiner besten Freundin Rike in die Ferien auf einen Bauernhof nach Holland. Da gibt es viel zu entdecken!
Toll an dem Setting finde ich, dass Rike wieder sehr vorlaut ist und viele Flausen im Kopf hat und der liebe Lasse eher schüchtern und ruhig. Ja, Jungs können auch mal leise und zart besaitet sein. Toll!
Illustrationen sind wie immer auch gelungen von Anne-Kathrin Behl. Das Buch hat genau die richtige Menge an Zeichnungen!
Der Text von Sarah Welk ist auf Erstleser ausgerichtet. Einfacher Satzbau, übersichtlich große Schrift. Sehr toll.
Aber auch zum Vorlesen, wie bei uns, geeignet, ab ca. 5 Jahren. Nicht zu aufregend und trotzdem eine super Geschichte.
Beim Vorlesen braucht man auch keine Sorge, dass es sich bei Lasse um ein Schulkind handelt. Die Geschichten sind leicht nachvollziehbar und nehmen den Vorschülern vielleicht auch ein wenig die Angst vor dem unbekannten Wechsel in die Schule (gilt natürlich eher für Band 1)!
Fazit: Wer Lasse noch nicht kennt, sollte sich einen zulegen, alle 3 Bände haben uns SEHR gefallen!
Rezensionen von C. P.:
Das Böse trägt viele Masken
Die dunklen Lande von Markus Heitz
1629, Zeit des 30-jährigen Krieges im Römischen Reich deutscher Nation. Zeit der Hexen, Zauberer und Dämonen. Die junge Abenteurerin Aenlin Kane kommt nach Hamburg, um das Erbe ihres berühmten Vaters und einstigen Dämonenjägers Solomon Kane in Empfang zu nehmen. An ihrer Seite Tahmina, eine persische Mystikerin mit magischen Talenten.
Die Umstände führen dazu, dass die beiden sich kurz darauf im Auftrag der Westindischen Compagnie zusammen mit einer Söldnertruppe nach Bamberg aufmachen, einer Hochburg der Hexenverfolgung, um fünf Personen nach Hamburg zu bringen. Auf ihrem Weg durch die dunklen Lande sind Hexen jedoch die geringste der Gefahren, auf welche die Gruppe schon sehr bald treffen. Denn das Böse hat viele Gesichter…
Mir gefiel die Idee, dass „Dämonenjäger“ Solomon Kane, eine Figur des Autors Robert E. Howard, hier mit Aenlin Kane eine Tochter hat, welche er nie traf, die aber trotzdem einen ähnlichen Job wie ihr Vater ausüben wird. Das Setting ist düster, wobei der Autor es sich auch diesmal nicht hat nehmen lassen, historische Details geschickt in die Story einzubauen, was dem Ganzen das gewisse Extra verleiht. Zusätzlich zu den damals verfolgten Hexen tummeln sich im Roman auch andere dunkle Mächte wie Dämonen, Nixen und einiges mehr, was eine hervorragende, historische Dark Fantasy ergibt. Auch wurde eine dunkle Macht mit eingebaut, mit welcher ich zu Beginn nicht gerechnet hatte und die für eine entsprechende Überraschung sorgte.
Vom Schreibstil, der gebotenen Atmosphäre sowie der Idee an sich ist das Buch wirklich super. Was mich störte war, dass einige Handlungsstränge oberflächlich oder unstimmig blieben und mich somit etwas unglücklich zurück ließen. Da bin ich bessere Übergänge vom Autor gewohnt. Schade ist für mich auch, dass sich das Geheimnis um einen Hauptcharakter nicht klärt sondern erst im folgenden Album der Band „Blind Guardian“ aufgelöst wird. Zwar ist das Co-work an sich eine ganz interessant Idee, für mich als Leser jedoch etwas ärgerlich, da ich nun auf meiner Spekulation sitzen bleibe.
Bis auf einige Unstimmigkeiten ist das Buch eine gelungene, historische Dark Fantasy mit einer spürbar düsteren Atmosphäre, überraschenden Wendungen und aussergewöhnlichen Charakteren.
Rezensionen von C. P.:
Dynamisch, schwarzhumorig und skurril
The Umbrella Academy 1 - Neue Edition von Gerard Way
In der Umbrella Academy bildete ein Forscher und geheimer Ausserirdischer einst sieben Adoptivkinder zu vermeintlichen Superhelden aus. Die Herkunft der Kinder sowie ihrer Kräfte bleibt zunächst ungeklärt. Jahre später, die Kinder sind erwachsen und in alle Winde zerstreut, treffen sie sich am Grab ihres Adoptivvaters wieder.
Und sehen der nächsten tödlichen Bedrohung ins Auge, in welcher die siebte Schwester eine wichtige Rolle spielt.
„Es beginnt mit einem Schwinger und endet mit einem Sandwich...“ (Zitat aus der Einleitung)
Der erste Sammelband ist in seiner Neuauflage sehr wertig aufgemacht und beinhaltet die ersten sechs zusammenhängenen Ausgaben der Serie sowie zwei Kurzgeschichten und etwas Artwork. Inhaltlich wartet die Story mit recht skurrilen (Anti-)helden auf, welche sich nicht immer einig sind und teils unkonventionelle Wege gehen, um Feinde zu besiegen und Katastrophen abzuwehren. Die Handlungswechsel erfolgen manchmal recht schnell und halten einen dadurch beim Lesen auf Trab. Zudem werden die Helden nicht anfangs der Reihe nach vorgestellt sondern man lernt sie erst durch das Lesen des Comics nach und nach kennen. Dadurch benötigte ich ein paar Kapitel, bis ich mich in der Serie wiederfand, wurde aber trotzdem bis dahin bereits gut unterhalten. Den Humor könnte man als schwarz, blutig und strange beschreiben. Der Zeichenstil ist zu Beginn jeder Folge aufwendig-genial und wechselt dann in eine etwas einfachere Form.
Ein idealer Comic für all die Leser, welche keine Lust haben auf rundgelutschte Superhelden und schwarzem Humor nicht abgeneigt sind.
Rezensionen von C. P.:
Vom Hexenholz und anderen Geheimnissen
Das Erbe der Macht - Band 16: Hexenholz von Andreas Suchanek
In Band 16 der Urban Fantasy Serie erfährt man wieder so einige gut verpackte Geheimnisse. Besonders interessant ist hier, was sich hinter dem magischen Hexenholz verbrigt, welches auch Namensgeber dieser Folge ist. Das Hexenholz hat einer Legende nach seinen Ursprung in Afrika - und genau dorthin schickt Moriarty seine drei „Engel“ Jason, Alfie und Madison, um einen Auftrag für ihn zu erledigen.
Zugleich erfährt man, wessen Platz die Unsterbliche Piratin Anne eingenommen hat und was mit dem ursprünglich für das Castillo bestimmten Unsterblichen geschah. Den Aha-Effekt gibt es hierbei gratis. Und nebenbei stoßen Wechselbalg Kyra und Alex in ihrem Geheimversteck auf etwas, was den Magiern vielleicht im Kampf gegen das Böse Vorteile verschaffen könnte. Oder der Leser stößt auf etwas, was die Magier noch nicht erahnen - wer weiß?
Mir hat gefallen, dass in dieser Folge einige offene Fragen geklärt und zugleich Möglichkeiten geschaffen wurden, auf welche die Magier vielleicht später zurück greifen können. Sowohl die Licht- als auch die Schattenmagier kommen unabhängig voneinander Geheimnissen auf die Spur, welche man als Leser natürlich versucht, ins Gesamtbild des Abenteuers zu verweben. Und nebenbei erfährt man wieder ein paar Details über einige Personen, welche - vielleicht - noch wichtig werden könnten.
Eine mitreißende Mischung aus Action, Spannung, Abenteuer, Twists und Humor, welche mir wieder sehr gefallen hat.
Rezensionen von Pink Anemone:
Trotz genialem Schreibstil so gar nicht mein Fall - durchgehend psych. labile Figuren mit Null Entwicklung.
Das Erbe der Macht - Band 16: Hexenholz von Andreas Suchanek
Ich bin Lukas.
Neunundzwanzig, manisch depressiv und Vollidiot mit Hang zum Exzess, der Schizo-Gespräche mit seinem Karma führt und Tagebuch schreibt.
Bisher bestand mein Leben aus zwei Ländern, zwei Namen, einer Menge kreativer Inkompetenz und zu vielen Fehlentscheidungen. Eine davon war, mich von Inga zu trennen.
Danach habe ich erfolglos versucht, zu kompensieren, es in achtzehn Jahren nicht geschafft zu haben, ihr zu erzählen, dass ich nicht nur ein paar psychische Probleme, sondern auch noch einen Zwillingsbruder habe ... (Klappentext)
"Mein Blick geht starr geradeaus, in die Waschmaschine.
Ich fühle mich auch wie im Schleudergang: neunzig Grad Kochwäsche, aber die Gedanken werden trotzdem nicht sauber."
(S. 12)
Luc ist am Boden zerstört. Die Beziehung zu seiner Jugendliebe Inga hat er beendet, da er sich selbst finden, seine Depressionen in den Griff und eine Familienangelegenheit klären muss. Doch ohne Inga fehlt ihm der Halt und er stürzt in ein tiefes Loch. Drogen, Alkohol und Sex bestimmen nun sein Leben. Sein Zwillingsbruder Silas, der ihm fremd geworden ist und zu dem er nun wieder Nähe sucht, macht das ganze auch nicht besser und sein Inneres aufräumen hat er sich ebenfalls leichter vorgestellt. Wird Luc seinen Weg zu sich selbst finden?
Ich hätte beim Lesen des Klappentextes auf mein Bauchgefühl hören sollen, denn dieser Roman war so gar nichts für mich. Ich kann mit Liebesromanen, Gefühlsduselei, Erotik- und Depri-Romanen nämlich prinzipiell nichts anfangen und Bücher aus diesem Genre werden von mir immer mit einem großen Bogen umgangen. "Schneepoet" habe ich jedoch mit inniger Empfehlung und Überschwang geschenkt bekommen und ich dachte: "Na wenn diese Freundin so davon begeistert ist, dann kann es mir doch auch durchaus gefallen." Ich wollte diesen Roman wirklich mögen, stürzte mich also voller Freude darauf, denn auch aufgrund aller weiteren Rezensionen musste es sich hier um einen abgefahrenen Selbstfindungstripp eines Charakters fern von 08/15 handeln und einer Story, welche witzig, fesselnd und tiefsinnig zugleich ist.
Anfangs fand ich die Charaktere und vor allem Luc gelungen, die Story fesselnd und die Gedanken des Protagonisten auch durchaus tiefsinnig, ehrlich und witzig zugleich. Die Autorin schafft es hervorragend die manische Depression und die Gedanken eines Betroffenen in Worte zu fassen, dieser Krankheit ein Bild zu geben und dies mit all ihren verschiedenen Facetten. Luc ist ein Getriebener, entwurzelt, orientierungslos und rastlos, aber doch auf der Stelle tretend, gleichzeitig sich im Kreis drehend und mit einem leeren Kopf voller Gedanken. Dies äußerst sich bei ihm in Panikattacken, Realitätsverweigerung, Drogen- und Alkoholmissbrauch und einer pathologischen BDSM-Beziehung, inklusive Psychospielchen, sprich - die Flucht in Exzesse jeglicher Art, um sich entweder zu spüren oder um sich gar nicht mehr zu spüren. Wie gesagt - hervorragende und vor allem authentische Schilderung.
"Dabei wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass mich jemand umarmt, weil ich mich mal wieder nicht mehr echt fühle.
Ich löse mich auf, mein Körper ist freigestellt von sämtlichen bisher bekannten Gesetzen; wattig, schwer, kratzig, durchsichtig."
(S. 30)
Ab der Mitte des Buches wird dieses ständige emotionale Auf und Ab dann aber auch langweilig und nervig. Es ist immer die selbe Leier - Inga-Mimimi, Sex und Exzesse, unterbrochen von ironisch-sarkastischen Gedankengängen, welche das Ganze mit der Zeit auch nicht mehr auflockern konnten und dann ebenfalls nervte.
Wie auch Luc bleibt die Story auf der Stelle kleben und entwickelt sich ebenso wenig weiter wie unser Protagonist - auf der Stelle und orientierungslos im Kreis drehend. Bis zum Ende hin erfolgt keine Entwicklung des Protagonisten, kein Licht am Ende des Tunnels, bis zum Ende hin bedrückend, depressiv-nervend.
Zudem wimmelt die Story von psychisch labilen Figuren und dies ist das was ich ebenfalls zu bemängeln habe. Ich hätte mir zu all diesen kaputten Charakteren einen positiven und ausgleichenden Gegenpol gewünscht, jemanden dem es nicht dreckig geht oder psychisch im Eck' ist. So eine Person sucht man hier jedoch vergeblich.
Dann noch ständig diese Sex-Geschichten. Irgendwann war mir diese Fickerei echt zu viel, selbst um diese Art von Flucht und Exzess begreiflich zu machen.
"Ich wünschte, ich könnte einen Schalter umlegen und die Unvernunft in mir abstellen, vor mir zu flüchten, damit ich mich der Herausforderung des Lebens stelle.
Aber so sehr ich es mir auch wünsche, zu funktionieren, ich tu es nicht.
Meine Gedanken sind schwer wie Zement und verhindern den Aufschwung, den ich bräuchte, um etwas besser zu machen."
(S. 78)
Einzig der Schreib- und Erzählstil der Autorin konnten mich dazu bewegen dieses Buch zu Ende zu lesen. Dies und die Hoffnung auf eine Wendung, bzw. Entwicklung des Charakters Luc. Alle anderen Figuren waren mir im Grunde ziemlich egal. Der Schreibstil ist klar und flüssig, enthält gleichzeitig eine poetische Sprachgewalt und riss mich doch irgendwie mit, sodass ich bis zum Ende durchhielt.
Fazit:
Es mag an meinem Genre-Geschmack liegen, daran, dass ich um Liebes-, Erotik- und Depri-Romane prinzipiell einen großen Bogen mache, aber "Schneepoet" war leider so gar nicht mein Fall.
Das wirklich Faszinierende daran war für mich, wie die Autorin es schafft der manischen Depression ein Gesicht zu geben, diese begreiflich zu machen, inkl. Symptome nach außen. Authentisch und ohne Blatt vor dem Mund, ohne zu beschönigen. Doch alles andere war mir einfach too much and always the same.
Diese Reihe werde ich also nicht weiter verfolgen und nehme nun wieder gehörigen Abstand zu diesem Genre. Es ist einfach nichts für mich.
© Pink Anemone (inkl. Spoiler, Leseprobe und Autoren-Info)
Rezensionen von rewareni:
Lieben und töten
Das Erbe der Macht - Band 16: Hexenholz von Andreas Suchanek
In den Jahren zwischen 1914 bis 1920, herrscht Krieg im Süden Afrikas. Die Armee des Deutschen Reiches steht der Südafrikanischen Allianz gegenüber. Der deutsche Soldat Georg Hassler, der das Kommando für einen Anschlag hatte muss mitansehen, wie viele junge Burschen sterben und sie in Kriegsgefangenschaft geraten.
Zum Glück zeigen sich die feindlichen Soldaten trotz allem human gegen über den Gefangenen, doch an der Ruhr müssen viele sterben. Als Hassler auch hier Zeuge wird, wie bereits zum zweiten Mal ein Kamerad auf ungewöhnliche brutale Art und Weise stirbt, ist es sein Ziel, den oder die Täter zu finden. Dass es aber auch Liebe im Krieg geben kann, erfahren zwei junge Soldaten, die sich heimlich ihre Zuneigung gestehen.
Jeroen Hertje und Maarten Blankers, die gemeinsam im Waisenhaus aufgewachsen und froh sind den Krieg heil überstanden zu haben, lernen Georg Hassler kennen ohne zu ahnen, dass er heimlich ihrer Spur und deren Freunde gefolgt ist. Als Hassler eine Zeitungsnachricht sieht, in der die Meldung vom Tod einer jungen Frau berichtet wird, finden sich immer mehr Puzzleteile für ihn zusammen und er beginnt Zusammenhänge zu begreifen, die ihn immer mehr schockieren und Dinge tun lässt, wo er nie gedacht hätte, dass er dazu fähig ist. Doch zu spät merkt er, wie alle Morde zusammenhängen und dass keiner wirklich erkennen konnte, wer Feind oder Freund war.
Der Autor, Uwe Strauß, hat mit dem Roman ,,In Feindesland´´ eine spannende, sehr emotionale und zum Nachdenken anregende Geschichte geschrieben.
Seine Beschreibungen der Kriegsgeschehnisse, was die Soldaten denken und fühlen sind sehr intensiv und bildhaft dargestellt. Erschütternd und auch emotional erzählt er auch, wie Kinder im Waisenhaus Opfer der Betreuerinnen wurden und man ihre Hilflosigkeit und Verzweiflung gut spüren konnte. Uwe Straß hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil und seine Geschichten, die er erzählt hat, haben fast schon philosophische Gedankeninhalte. Man findet immer wieder ,,Was- Wäre- Wenn´´ Szenarien, wo man sich als Leser wirklich schwer tut, eine richtige Antwort zu finden. Speziell bei den Szenen, wo Menschen einen anderen getötet haben, sei es aus Mitleid, aus Rache oder sonstiger Beweggründe, war es nicht immer leicht, den Mörder als ,,Monster´´ zu sehen. Der Autor lässt viele seiner Protagonisten leiden, wo man als Leser mit ihnen fühlt. Er zeigt aber auch auf, dass man nie in einen Menschen hineinblicken kann und man sich leicht täuschen lassen kann.
Es gibt mehrere Handlungstränge, die auch zeitmäßig immer wieder wechseln, was aber kein Problem ist, da sich alles langsam, aber sicher zu einem überraschenden und erschütternden Ende zusammen fügt.
Ein ungewöhnlicher und spannender Roman, den ich gerne gelesen habe.









