Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von KimVi:

Spritziger und humorvoller Schreibstil

Cows von Dawn O'Porter

Tara ist Anfang 40, alleinerziehend und versucht ihren Job mit ihrem Mutterdasein bestmöglich zu vereinbaren. Sie ist gut in ihrem Job, auch wenn sie sich, als einzige Frau, ständig behaupten muss. Die Lifestylebloggerin Cam nimmt in ihrem erfolgreichen Blog kein Blatt vor den Mund. Sie steht dazu, dass sie gerne Single ist und kinderlos bleiben möchte.

Auch wenn nicht alle Leserinnen und Leser ihrer Meinung sind, steht Cam zu ihrer Überzeugung und versucht anderen Mut zu machen. Stella wünscht sich sehnlichst ein Kind, denn ihre Gesundheit hängt am seidenen Faden und wenn sie eigene Kinder bekommen möchte, dann muss sie schnellstmöglich handeln. Doch der Mann an ihrer Seite ist noch unentschlossen. Die Schicksale dieser drei unterschiedlichen Frauen beginnen sich zu verknüpfen, als Tara in einem äußerst privaten Moment in der Bahn gefilmt wird. Das Video wird ins Netz gestellt und damit beginnt für Tara eine wahre Hetzjagd...

Im Zentrum der Handlung stehen die drei unterschiedlichen Hauptprotagonistinnen Tara, Cam und Stella. Durch wechselnde Perspektiven beobachtet man die drei Frauen und erfährt in den jeweiligen Kapiteln einiges über sie. Zunächst hat man keine Ahnung, wie sich die unterschiedlichen Handlungsfäden miteinander verknüpfen werden, denn Tara, Cam und Stella kennen sich nicht. Die einzige Verbindung ist Cams Blog, den Tara und Stella regelmäßig lesen.

Die Charaktere sind vollkommen unterschiedlich, doch sie alle haben eins gemeinsam: Sie gehen ihren Weg, ohne sich dafür zu entschuldigen. Obwohl die Charaktere äußerst lebendig wirken, ist es nicht immer leicht, sich beim Lesen vollkommen mit ihnen zu identifizieren. Aber das muss man auch nicht, denn es steht einem frei, sich seine eigenen Gedanken zu machen und Überlegungen anzustellen, wie man selbst gehandelt hätte. Dabei stellt man allerdings einige Male fest, dass man selbst ins Schubladendenken verfällt und deshalb den Spiegel vorgehalten bekommt. Das geschieht aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einer gut abgestimmten Prise Humor. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb ganz in die Handlung eintauchen.

Obwohl die Geschichte durchgehend interessant ist, wirkt sie im Mittelteil leider etwas zäh. Man hat beim Lesen stellenweise das Gefühl, dass man auf der Stelle tritt und dass es nicht richtig vorangeht. Es kommt dann allerdings zu überraschenden Wendungen, die dafür sorgen, dass man bei der Stange bleibt und das Buch am Ende mit einem guten Gefühl zusammenklappt.

Ich habe mich beim Lesen dieser Lektüre größtenteils gut unterhalten gefühlt. Denn der spritzige Schreibstil konnte mich begeistern und die unterschiedlichen Schicksale wirkten auf mich interessant. Allerdings hatte ich etwa in der Mitte es Buchs einen kleinen Durchhänger, da die Geschichte, für meinen Geschmack, etwas zu sehr auf der Stelle trat. Eine, für mich, vollkommen unerwartete Wendung hat dann aber dafür gesorgt, dass ich wieder mitten im Geschehen war und unbedingt erfahren wollte, wie alles enden wird. Da mich das Gelesene zum Nachdenken angeregt hat und mir noch lange in Erinnerung bleiben wird, vergebe ich auf meiner persönlichen Bewertungsskala vier Sternchen und die Empfehlung, sich selbst ein Bild zu machen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Rezensionen von LEXI:

Das Grauen kommt zurück nach Martinsfehn.

Nur wer die Hölle kennt von Barbara Wendelken

Das Grauen kommt zurück nach Martinsfehn.

Mit der geschiedenen alleinerziehenden Melody Bella Labohm kehrt auch das Grauen in das beschauliche Martinsfehn zurück. Als vor zwanzig Jahren Melodys Mutter Verena Matzke, ihr kleiner Halbbruder Michel Matzke sowie die junge Auszubildende Daniela Finke bei einem schrecklichen Brand ums Leben kamen, wurde die fünfzehnjährige Melody trotz fehlender Beweise von der Dorfgemeinschaft als Brandstifterin verurteilt.

Melodys Stiefvater Wulf Leutnant war am Boden zerstört, angesichts des Todes seiner Lebensgefährtin und des gemeinsamen dreijährigen Sohnes Michel richtete sich sein ganzer Hass gegen die unliebsame Stieftochter. Melody wird in eine Wohngruppe nach Lübeck gebracht, es blieben nicht nur äußerliche, sondern auch innerliche Narben zurück. Ihr weiteres Leben gerät immer mehr außer Kontrolle, bis sie endlich beschließt, sich von ihrem gewalttätigen Lebensgefährten zu trennen. Sie kehrt mit ihrem kleinen Sohn Linus zurück in ihr Heimatdorf. Ihr Auftauchen verursacht einen kleinen Aufruhr im Ort, einige Menschen reagieren besonders heftig auf ihre Rückkehr. Melodys ehemalige Freundin Simone Jakobi kündigt an, relevante Informationen zu den damaligen Ereignissen und zur Identität des wahren Täters in Form eines Buches zu veröffentlichen. Kurz darauf wird sie tot aufgefunden. Die Kommissare des Polizeireviers in Martinsfehn sind gefordert, und es scheint unumgänglich, neben den aktuellen Ermittlungen auch den alten Fall neu aufzurollen. Nola van Heerden und Renke Nordmann befassen sich mit den Fakten, führen Zeugenbefragungen durch und hoffen, dabei auf den Täter zu stoßen, der mit großer Brutalität und Skrupellosigkeit vorgeht, um nicht entlarvt zu werden.

Barbara Wendelken hat mit dem vorliegenden Roman einen hoch interessanten Kriminalfall ersonnen, der sich als komplexer erweist, als es zunächst den Anschein hat. Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt. Während Nola und Renke in der Gegenwart ermitteln, rollt die Autorin in einem zweiten Handlungsstrang die Ereignisse im Jahre 1997 um den schrecklichen Brand auf Verena Matzkes Hof auf. Das verheerende Feuer vor zwanzig Jahren steht im Zentrum dieses Kriminalromans. Der Autorin ist es gelungen, mich mehrfach durch falsche Fährten und unerwartete Wendungen aufs Glatteis zu führen. Kaum war ich davon überzeugt, die Identität des Täters herausgefunden zu haben, wurde ich durch aktuellere Erkenntnisse erneut verunsichert. Auf diese Weise wurde der Spannungsfaktor bis zu den letzten Seiten des Buches konstant hochgehalten.

Die handelnden Personen sind sorgfältig ausgearbeitet und punkten durch Authentizität. Das größte Augenmerk wurde auf die Protagonisten Melody Labohm, Thore Bremer, Nola van Heerden und Renke Nordmann gelegt. Einige Anmerkungen im Buch weisen darauf hin, dass Nola und Renke bereits eine gemeinsame Geschichte in einem der Vorgängerbücher haben. Dennoch fand ich mich auch ohne Vorkenntnisse dieser Bände sehr gut in der Handlung zurecht. Barbara Wendelken besitzt einen flüssigen und einnehmenden Schreibstil und brachte darüber hinaus ein paar starke Nebenfiguren in die Handlung ein. Der winzige Cliffhanger am Ende des Buches erweckte in mir die Vorfreude auf den nächsten Band um das Ermittlerduo Nola und Renke.

„Nur wer die Hölle kennt“ war mein erstes Buch von Barbara Wendelken, und ich werde mir vermutlich nicht nur ihre zukünftigen Neuerscheinungen zum Gemüte führen, sondern auch sämtliche bisherigen Werke. Dieser Kriminalroman bescherte mir ein spannendes Leseerlebnis und hat mir ausgezeichnet gefallen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von LEXI

Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Die Weltschmerzheulsuse

Madame Piaf und das Lied der Liebe von Michelle Marly

Wer sich für französische Musik interessiert, kommt an Edith Piaf nicht vorbei. Wer kennt nicht ihr trotziges "No, je ne regrette rien", welches sie am Ende ihres Lebens aus tiefstem Herzen in die Welt heraus schmetterte?

In "Madame Piaf und das Lied der Liebe" geht es aber um ein anderes Lied.

Eines, das Edith enorm am Herzen lag, das ihre Liebe zu Yves Montand ausdrücken sollte. In Michelle Marlys Roman wird erzählt, wie Edith Yves kennenlernte. Edith reizte es, dass Yves nicht so vorhersehbar reagierte - alsbald legen beide ihre Vorurteile dem anderen gegenüber ab, Edith wird Yves Lehrerin, wenig später verlieben sie sich.

Voller Liebe zu Yves hat Edith bald die Melodie und einige Textfetzen von "La vie en rose" im Kopf. Aber niemand in ihrem Umfeld glaubt, dass daraus ein Hit werden kann. Doch sie bleibt dran, auch wenn Edith ganz andere Sorgen hat: als Kollaborateurin angeklagt, bangt sie um die Freiheit.

Die Autorin bringt die Leser dazu, mit beiden mitzufiebern. Oft möchte man Edith auf die Seite nehmen und ihr gut zureden. Denn Ediths mangelndes Vertrauen in andere Menschen hindert sie daran, sich vollumfänglich auf Yves einzulassen. Sie glaubt leider auch mehr an die Kraft des Weines als an die Kraft der Liebe. Die Piaf hat ihren eigenen Kopf, dagegen kommen nicht mal ihre lebenslange Freundin Simone Berteaut und ihre Sekretärin Andrée Bigard an.

Die "Weltschmerzheulsuse" - wie Yves Edith im Roman nannte - führte ein tragisches Leben. Michelle Marly legt uns einen Ausschnitt daraus vor, so leidenschaftlich und innig geschildert, dass man sich Ediths Leben nach 1947 sehr gut vorstellen kann.

Der starke Glauben der Sängerin, den sie laut Autorin hat, berührte mich sehr. In der deutschsprachigen Welt ist die heilige Therese von Lisieux wenig bekannt, umso mehr bei den Katholiken Frankreichs und den Romands. Ich war selbst einmal an der Grabstelle und kann die Faszination dieser französischen Heiligen zwar nicht nachvollziehen aber verstehen. Besonders, da die heilige Therese von Lisieux solch eine grosse Rolle in Ediths Leben spielt - wieso das so ist, wird im Roman erklärt.

Wer sich nicht mehr an die Lebensdaten von Edith Piaf erinnern kann, dem empfehle ich, sie erst nach dem Lesen von "Madame Piaf und das Lied der Liebe" nachzuschlagen. So bleibt die Spannung konstant erhalten.

"No, je ne regrette rien" - nach der Lektüre dieses Romans, der nur eine Handvoll Jahre ihres Lebens wiedergibt, glaubt man Madame Piaf jedes einzelne Wort dieses Chansons und bedauert, trauert fast, dass das einzigartige Liebeslied "La vie en rose" erst auf den letzten Seiten von diesem schönen und hochinteressanten Romans den verdienten Erfolg hat. Ein Kompliment an Michelle Marly, die uns nach Coco Chanel auch den Spatz von Paris, die bemerkenswerte französische Sängerin Edith Piaf, näher brachte.

Fazit: Nein, ich bedauere nichts, vor allem nicht das Lesen dieser aussagekräftigen Geschichte!
5 Punkte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bücher in meiner Hand

Rezensionen von Tara:

Traurig & emotional

Bestimmt schön im Sommer Roman. Kartoniert. von Fleißig Marlene

„Bestimmt schön im Sommer“ ist der Debütroman der Autorin Marlene Fleißig.

Maria ist nach dem Tod ihrer Schwester Adela aus Galicien nach Deutschland geflüchtet. Dort beginnt sie unter der Identität von Adela zu studieren und kehrt nachdem dies auffällt nach Galicien zurück.

Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin hier den Schicksalsschlag, den Marias Familie durch Adelas Tod verarbeiten muss.

Dabei verwendet sie einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil – teilweise poetisch und bildhaft, dann wieder melancholisch, zynisch und ein wenig derb in der Ausdrucksweise.

Die Kapitel sind kurz, teilweise aber etwas zusammenhangslos und wirken ein wenig wie Tagebucheinträge. Dadurch kommt Marias inneres Chaos gut zum Ausdruck. Überhaupt werden ihre Gefühle sehr nachvollziehbar beschrieben und auch die schwierige Situation, die sich für eine Familie ergibt, wenn eine Tochter stirbt. Über Adela erfährt man aber insgesamt nur recht wenig.

Leider bin ich durch das fröhliche Cover und den Klappentext, der eine humorvolle und berührende Geschichte verspricht, mit vollkommen falschen Erwartungen an das Buch herangegangen.
Es gab humorvolle Stellen, aber das war eher ein sarkastischer als ein fröhlicher Humor. Es gab auch viele tiefsinnige Stellen, poetische Sätze, die mich zum Nachdenken gebracht haben aber insgesamt war die Grundstimmung des Buches eher bedrückend und keineswegs „leichtfüßig“ wie es der Werbetext verspricht.

Mit einem anderen Cover und ohne die Erwartungen, die zuvor in mir geweckt wurden, hätte ich den Roman als stimmiger empfunden.
So kann ich leider nur 3,5 Sterne vergeben, denke aber, dass die Autorin Potential für mehr gehabt hätte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Tara

Rezensionen von liesmal:

Ruf der Wölfe

Ruf der Wölfe (Band 1) von Robert Habeck; Andrea Paluch

Das Kinderbuch „Ruf der Wölfe“ aus dem Verlag Edel Kids Books, Autoren Robert Habeck und Andrea Paluch, macht sensibel für die Situation der Wölfe und erklärt, dass es möglich sein kann, dass Wolf und Mensch nebeneinander leben können.

In der Geschichte sind es Jan und seine Mitschülerin Clara, die versuchen, den Wolf zu retten.

Jan, der im Wald eine Begegnung mit einem Wolf hat, ist zunächst der Meinung, dass der Wolf gefährlich ist, und schildert ihn als Bestie. Doch Clara kann ihn davon überzeugen, dass Wölfe auf jeden Fall geschützt werden müssen. Das wird kein leichtes Spiel, sind doch die meisten Dorfbewohner davon überzeugt, dass man den Wolf abschießen sollte. Aber Jan und Clara nehmen die Herausforderung an und haben gute Ideen, wen sie bei ihrem Vorhaben mit ins Boot nehmen. Damit beginnt ein aufregendes und spannendes Abenteuer. Als Jan sich im Alleingang versucht, wird es richtig gefährlich!

Ein kindgerechter Schreibstil, der aber auch Erwachsene anspricht, lässt mir keine Möglichkeit, das Buch aus der Hand zu legen.

Am Ende des Buches findet sich ein Sachteil, der eine gute Ergänzung zu der Geschichte ist. Es gibt Antworten auf die Fragen wo und wie Wölfe leben, Infomationen über die Verfolgung durch den Menschen und die Ausrottung sowie die Rückkehr des Wolfes. Der letzte Abschnitt befasst sich mit dem Menschen und dem Wolf heute.

Ein tolles Buch zum Thema „Rettet den Wolf“, das ich gerne als sehr lesenswert empfehle.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal

Rezensionen von Caroline :

Immer noch meine Lieblingsreihe

Black Dagger - Der Spion von J. R. Ward

In Florida erlebt Sola sehr eintönige Tage. Aber die Sicherheit ihrer Großmutter steht für sie im Vordergrund und somit erinnert sie sich an Assail und vermisst ihr schmerzlich. Selbst als Assails Cousins auf der Bilderfläche erscheinen und sie um Hilfe bitten, um Assail wieder ins Reich der Lebenden zu ziehen, weigert sie sich standhaft, bis Vovo sie überzeugt, dass sie unbedingt helfen muss.

So machen sie sich gemeinsam auf die lange Reise von Florida in den Norden. Dort angekommen erkennt sie Assail kaum wieder, denn einer Leiche gleich, liegt er auf dem Krankenbett.

Unterdessen kämpfen die Brüder weiter, um die Rasse vor Angriffen zu schützen und sehen sich mit einer völlig neuen Dimension an Gegnern konfrontiert. Vor allem Vishous sucht verzweifelt nach einer Lösung dieses Problems. Gleichzeitig stehen er und Jane an einem Scheideweg in ihrer Beziehung.

Wie hat es mir gefallen?

Ein Jahr lang gewartet, darauf gefreut, ausgelesen und nun heißt es wieder warten bis April 2019. „The Savior“ wird Band 17 heißen.

Dieses Buch habe ich sehnlichst erwartet, denn schließlich sollte es endlich zur Klärung von Assails „Problem“ kommen und zusätzlich gab es Erklärungsbedarf bei Vishous und Jane. Mit meinen Freundinnen, die ebenfalls BD lieben, habe ich diskutiert und Gedanken gewälzt, Möglichkeiten abgewogen.

Beiden Themen wird natürlich viel Platz eingeräumt. Neben Sola hat auch ihre wundervolle Großmutter humorvolle und witzige Auftritte. Vor allem ihre Sorge, um das leibliche Wohl sowohl Assails als auch seinen Cousins bleiben mir in Erinnerung. Nicht nur einmal fordert sie alle auf bei den Mahlzeiten richtig zuzugreifen, mit den Worten: „Essen – alle zu dünn“ und das bei gut gebauten Vampiren.

Solas Figur erschien mir zu Beginn dieser Geschichte ein wenig blass und gar nicht so, wie ich sie in Erinnerung hatte, aber mit Fortlauf der Handlung trat sie in den Vordergrund. Sie stand für ihre Überzeugungen ein, lies sich nicht beirren und handelte. Assails Part war auf Grund seiner Krankheit eindeutig ruhiger.

Mein Augenmerk lag auf V und Jane. Ihre Beziehung finde ich einfach spannend und sehr speziell. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit unweigerlich auf eine Katastrophe zu steuerten. Jane arbeitet bis zum Umfallen und Vs Loyalität der Bruderschaft und dem König gegenüber kosten ihn ebenfalls unglaublich viel Zeit und Energie. Schon in „The Chosen“ fingen die Konflikte zwischen ihnen an und erreichen nun ihren Höhepunkt.

Meine größte Sorge galt Jane, den ihr Status als Geist empfinde ich als angreifbar. V hat mich dieses Mal sehr überrascht. Dies lasse ich so stehen, um nicht zu viel zu verraten.

Insgesamt hat mir „The Thief“ besser gefallen, als „The Chosen“ (auf Grund des abrupten Endes). Es klären sich einige Fragen auf und ein paar bleiben auch dieses Mal auf der Strecke und noch ein paar weitere werden gar nicht erwähnt und harren damit weiterhin auf ihre Lösung.

www.mariessalondulivre.at

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Caroline

Rezensionen von Gluecksklee:

Blieb leider deutlich hinter meinen Erwartungen zurück

Die Mauer von John Lanchester

Zum Inhalt
Großbritannien in der Zukunft. Nach Entwicklungen, die in diesem Buch nur mit dem Begriff „Wandel“ umschrieben werden, hat sich das Land mit Hilfe einer Mauer, die die gesamte Küste entlang verläuft, abgeschottet. In einer Form von Wehrdienst müssen junge Menschen zwei Jahre ihres Lebens auf dieser Mauer zubringen und tragen dabei die Verantwortung dafür, dass die „Anderen“ nicht über die Mauer ins Landesinnere kommen.

In dieser Welt begleiten wir als Leser den „Verteidiger“ Jospeh Kavanagh, als dieser seinen Dienst auf der Mauer antritt.
Meine Meinung
Die Leseprobe zu „Die Mauer“ und der Klappentext hatten mich vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussionen zum Thema „Flucht und Zuwanderung“ sehr neugierig auf das vom Autor beschriebene düstere Zukunftsszenario gemacht. Denn John Lanchester zeichnet ein wirklich grauenhaftes Zukunftsbild, in der tatsächlich eine physische Mauer aus Beton hochgezogen wird, um Menschen, die aus verschiedenen Gründen auf der Flucht sind, daran zu hindern, Großbritannien zu betreten. Jeder aus der jüngeren Generation ist dazu verpflichtet, eine Art Verteidigungsdienst auf dieser Mauer zu absolvieren. Dabei soll die „Motivation“ zur Verteidigung der Landesgrenze mit Waffengewalt dadurch gesteigert werden, dass bei Versagen quasi eine Verbannung für die jeweils verantwortlichen Verteidiger ausgesprochen wird, die dann dem Meer überlassen werden – was defacto in der Regel den sicheren Tod bedeutet. Das grundsätzliche Setting der Geschichte hatte also meinen Erwartungen nach einiges an Spannung und Dramatik zu bieten.
Allerdings muss ich nach der Lektüre von „Die Mauer“ sagen, dass der beste Teil des Buches meiner Meinung nach bereits in der Leseprobe enthalten war. Zum einen bin ich mit dem Protagonisten der Geschichte, Joseph Kavanagh, nicht wirklich warm geworden. In großen Teilen der Geschichte war er mir einfach unsympathisch. Die kurzen Momente der Nachdenklichkeit, in denen er darüber reflektiert, was es eigentlich bedeutet, dass sich sein Land so abgeschottet hat und wie unmenschlich mit Flüchtenden umgegangen wird, sind sehr selten und dann meist auch sehr oberflächlich abgehandelt.
Zum anderen wiederholt sich der Autor in seinen Ausführungen meiner Meinung nach zu oft. Wie oft der Beton, der Himmel, der Wind und die Kälte erwähnt werden, kann ich schon gar nicht mehr zählen. Eine gewisse Anzahl an Wiederholungen lasse ich mir als Stilmittel zur Verdeutlichung oder Betonung von bestimmten Sachverhalten ja gefallen, aber die Anzahl in „Die Mauer“ hat einfach für mich dazu geführt, dass sich die Geschichte gezogen hat und Längen hatte, die unnötig waren.
Andere Themen, zum Beispiel, was genau den „Wandel“ umfasste, werden sehr oberflächlich behandelt und die Wendungen der Geschichte, die für Spannung sorgen könnten, kündigt Kavanagh in seiner rückschauenden Erzählung aus der Ich-Perspektive immer bereits an, sodass man als Leser dann nur noch darauf wartet, dass die dann sehr vorhersehbare Wendung eintritt.
Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt – und gerade der Sinn des letzten Abschnitts hat sich mir nur bedingt erschlossen. Es bleiben wiederum Fragen offen und die offensichtlichen ethischen Fragenstellungen, die wohl damit behandelt werden sollten, werden wiederum vom Kavanagh nur oberflächlich betrachtet. Kurzum, irgendwie hat mich das Ende mit einem schalen Nachgeschmack zurückgelassen.
Von mir erhält „Die Mauer“ daher auch nur zwei von fünf Sternen. Das Buch blieb leider deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Zu dem Thema „Flucht“ gibt es da deutlich bessere aktuelle Veröffentlichungen, wie z.B. „Davor und Danach“ von Nicky Singer.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gluecksklee

Rezensionen von yellowdog:

Leben nach dem Anschlag

Der Fetzen von Philippe Lançon


Dieses Buch berichtet von den Ereignissen vor, während und nach dem Attentat bei Charlie Hebdo, erzählt von einem Überlebenden. Philippe Lancon war Kolumnist bei Charlie Hebdo, dem Satire-Magazin. Er musste mit ansehen, wie seine Kollegen getötet wurden, er selbst wurde auch schwer verletzt. 12 Menschen wurden getötet.

Man liest selten von solchen Ereignisse auf unmittelbare, detaillierte Art, dazu von einem Zeugen und Betroffenen, der wirklich schreiben kann. So wird der Bericht tatsächlich zu einem autobiografischen Roman.

Lange Passagen handeln von den Gesundheitsprozess. Die Gesichtsverletzungen waren schwer, lange Krankenhausaufenthalte und Operationen erforderlich.
Hilfreich waren kulturellen Themen, Musik und Literatur, wie Kafka, Proust, Thomas Manns Zauberberg und Bach sowie Jazz.

Mich hat die Haltung von Philippe Lancon beeindruckt und die Genauigkeit der Details seiner Schilderungen. Ein starkes Buch!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog

Rezensionen von dorli:

Gut Greifenau - Morgenröte

Gut Greifenau - Morgenröte von Hanna Caspian

„Gut Greifenau - Morgenröte“ ist der dritte Band der großen Familiensaga über die fiktive Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn aus der Feder von Hanna Caspian.

Da „Morgenröte“ nahtlos an den vorhergehenden Band anknüpft und Hanna Caspian weitestgehend auf Wiederholungen und Rückblenden verzichtet, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser wundervoll erzählten Fortsetzung noch erhöht.

Die Handlung dieses Bandes beginnt am 28. Dezember 1917. Das letzte Kriegsjahr steht bevor und hält für die Menschen dieser Zeit mit dem Sturz der Monarchie im Deutschen Reich und dessen Umwandlung in eine parlamentarische Demokratie einschneidende Veränderungen bereit. Auch auf dem hinterpommerschen Gut geht es nach wie vor turbulent zu. Neben den politischen Entwicklungen in Deutschland und Europa halten zahlreiche tiefgreifende Ereignisse die Greifenauer in Atem. Hanna Caspian schildert diese Zeit des Umbruchs mit ihren ganzen Höhen und Tiefen für ihre Figuren sehr intensiv. Man kann durchweg prima mit den Akteuren mitfiebern und erlebt die Neuerungen, unerwarteten Wendungen und brenzligen Situationen hautnah mit.

Besonders gut gefallen hat mir, dass alle Akteure im Verlauf der Handlung eine tolle Entwicklung durchgemacht haben und an ihren vielfältigen Erlebnissen gewachsen sind, jeder Einzelne aber dennoch seine Eigenarten behalten hat, die er von Beginn an hatte.

„Gut Greifenau - Morgenröte“ hat mir, wie auch schon die vorhergehenden Bände, spannende, unterhaltsame Lesestunden beschert - es war interessant und mitreißend, die Greifenauer kennenzulernen, sie auf ihren Wegen durch eine ereignisreiche, aufwühlende Zeit zu begleiten und Angst und Schrecken, aber auch Glück und Freude mit ihnen zu teilen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von dorli

Rezensionen von Bibliomarie:

Neustart

Orangenblütenjahr von Ulrike Sosnitza

Nellys Mann stirbt eines Nachts plötzlich an einem Aneurysma. Doch es war nicht ihr gemeinsames Bett, sondern es geschah bei seiner Zweitfamilie. So wird Nelly nicht nur mit dem Tod konfrontiert, sondern auch damit, dass ihr Mann und ihre beste Freundin seit Jahren ein Verhältnis und sogar einen gemeinsamen Sohn hatten.

Matteo den Nelly von klein auf kannte, seine Babysitterin war und immer auch eine Stütze für seine Mutter, ohne etwas zu ahnen.
Nelly bricht ihre Brücken ab, sie verkauft die gemeinsame Apotheke – ihr Erbe – und zieht nach München um wieder in ihrem Beruf zu arbeiten. Sie will neu anfangen und das gelingt ihr anfangs mit Leichtigkeit und Freude. Allerdings sind ihre Kinder nicht ihrer Meinung und vor allem ihre 23jährige Tochter empfindet ihre Haltung als Verrat am Vater und an der Familie. Als sie dann noch bemerkt, dass es ihre Mutter auch gleich von drei Männern umschwärmt wird, wird es schwierig.
Trotz des traurigen Beginns ist der neue Roman von Ulrike Sosnitza ein richtiger Wohlfühlroman. Da will eine Frau in den besten Jahren - mit 52 – noch einmal neu anfangen. Sie leugnet nicht ihre Erfahrungen, ihre Fehler und ihre Enttäuschungen, aber sie weiß, dass das nicht alles im Leben gewesen sein kann. Auch wenn sie damit die Erwartungen enttäuscht, die ihre Kinder und ihre Schwiegermutter an sie stellen. Dass sie bei ihrem Neustart in kürzester Zeit von Verehrern umschwärmt wird, mag zwar nicht realistisch sein, aber für den Roman bietet seine Fülle von Verwicklungen, Herzklopfen und Stoff für Freundinnengespräche.
Der Titel bezieht sich auf ein Orangenbäumchen, eines der wenigen Dinge die Nelly in ihr neues Leben mitgenommen hat. Zusammen mit ihrem Sohn aus einem Kern gezogen, blüht der Topf zum ersten Mal in der neuen Wohnung. Und so wie aus den Blüten langsam Knospen werden, dann kleine Früchte, von denen viele abfallen und einige reifen, so gestaltet sich auch ihr erstes Jahr allein. Träume und Pläne entstehen wie die Blüten, manches geht schief und entwickelt sie anders, wie die abgefallenen Knospen, aber es gibt immer noch Früchte, die reifen werden. Das ist eigentlich eine schöne Zukunftsaussicht und ein schönes Bild für Nellys Leben.
Ein gelungener Unterhaltungsroman, dessen Leserinnen wahrscheinlich im ähnlichen Alter wie Nelly sind und sich deshalb sicher sehr gut mit der Hauptfigur identifizieren können. Der Sprachstil ist angenehm leicht und flüssig zu lesen. Ihre Figuren sind lebendig, man meint einige Charaktere aus dem eigenen Freundeskreis zu kennen. Die Geschichte spielt in München, warum da aber jedes Restaurant, jeder Club, jedes Szenecafé, das Nelly besucht mit Namen und kleinen Beschreibungen einfließen müssen, hat sich mir nicht ganz erschlossen

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bibliomarie