Kunden em pfehlungen
Rezensionen von la_stellina:
Ein Bayer und ein Hamburger in Afrika
Das kann uns keiner nehmen von Matthias Politycki
Der Hamburger Hans hat mit Afrika noch eine Rechnung offen und reist für die Besteigung des Kilimandscharo nach Afrika. Auf dem Berg, sich nach Ruhe sehnend, um endlich von Mara Abschied nehmen zu können, trifft er auf Tscharli einen Bayer wie aus dem Bilder-Buche. Hans ist binnen kürzester Zeit sehr genervt von der Anwesenheit, dem überheblichen Machogehabe des Tscharli und auch von seinem Verhalten den Einheimischen gegenüber.
Eine Übernachtung im Krater des Kilimandscharo schweißt die beiden jedoch enger zusammen als ihnen lieb ist. Und so kommt es, dass Hans, Tscharli auf seinem letzten Trip quer durch Sansibar weiterbegleitet. Dabei erleben sie so einiges und müssen ihre Meinung über den jeweils anderen mehrfach revidieren. Es sieht sogar so aus als würden sie noch Freunde werden.
Politycki schreibt auf eine sehr spezielle Weise die selbst ein paar Wiederholungen in der Handlung (Barbesuche) unterhaltsam werden lassen. Ich fand den Schreibstil sehr angenehm und unaufgeregt und zur Lektüre passend.
Rezensionen von christina.hirschberger@gmail.com:
Brandheiße Spannung
Abgefackelt von Tsokos Michael
> Handlung
Der Rechtsmediziner Paul Herzfeld hat einen nervenaufreibenden Fall hinter sich [Band 1]. Um sich wieder ein wenig erholen zu können, wird er für eine kurze Zeit in der Pathologie der Klinik in Itzehoe eingesetzt. Doch auch dort bleibt es nicht so lange ruhig und entspannt, denn Herzfeld findet die Umstände um den Tod seines Vorgängers seltsam und mit seiner gesunden Neugier und schnellen Auffassungsgabe kommt er einigen Personen gefährlich nahe, die man nicht aus der Nähe kennenlernen möchte.
> Charaktere
Man lernt Paul Herzfeld als fast arbeitswütigen Rechtsmediziner kennen, der sich richtig in seinen Fällen verbeißen kann. Genau genommen ist es jedoch nicht seine Aufgabe, die Fälle von der Kriminalpolizei zu lösen, wodurch er immer wieder in Kompetenzkonflikte gerät. Das schwierige Verhältnis zu seiner Familie spielt auch in diesem zweiten Band eine wichtige Rolle.
> Leseerfahrung
Es empfiehlt sich, die „richtige“ Reihenfolge der Bände einzuhalten: 1. Abgeschlagen, 2. Abgefackelt und 3. Abgeschnitten. Das Buch Abgeschnitten ist zwar vor den beiden anderen Bänden erschienen, folgt aber inhaltlich auf Abgeschlagen und Abgefackelt. Der Cliffhanger am Ende des zweiten Bandes hat mich sehr neugierig gemacht und ich werde direkt mit Abgeschnitten weiterlesen.
Insgesamt haben mir beide Bände sehr gut gefallen, da die Spannung konstant hoch war und man der Handlung trotz gewisser Komplexitäten gut folgen kann.
Der besondere Nervenkitzel ruht daher, dass Michael Tsokos True Crime-Krimis schreibt – d.h. dass seine Bücher auf wahren Begebenheiten basieren. Interessant finde ich auch, dass er immer wieder kleine Nebenerzählungen einbaut, die von anderen Fällen erzählen.
> Fazit
Die Krimis von Tsokos sind allesamt sehr spannend und durch die Sichtweise des Rechtsmediziners mal was anderes, als die typischen Kriminal-Romane. Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Sachlicher Zugang zu einem emotionalen Thema
Unsichtbare Frauen von Caroline Criado-Perez
Die Journalistin und Autorin Caroline Criado-Perez beschreibt sachlich und mit Humor, wie durch typische Vorurteile und Vereinheitlichung der Sprache die Mehrheit der Erdbevölkerung ignoriert wird, nämlich die Frauen.
Frauen stellen die Mehrheit der Einwohnerschaft der meisten Länder und werden dennoch nicht wahrgenommen.
Warum? Diesem Phänomen geht sie in sechs Themenbereichen nach. Diese sind:
Alltagsleben
Arbeitsplatz
Design
Medizin
öffentliches Leben
Katastrophen
Anhand von zahlreichen Bespielen erklärt sie, dass so manche Fehlplanung einfach dadurch passiert, weil die Auftraggeber (meist männlich dominierte Regierungen) die betroffenen Frauen nicht fragen. So wurden nach Naturkatastrophen wie nach dem Tsunami oder dem Hurrikan Katrina schnell Häuser errichtet, doch, weil Männer selten kochen und die Frauen nicht gefragt wurden, hat man diese Häuser ohne Küchen errichtet.
Arbeits- und Schutzbekleidung wird ohne Anpassung an die weibliche Anatomie hergestellt. Man produziert sie einfach nur ein paar Nummer kleiner. Frauen sind aber keine kleinen Männer! Dass bei unpassender Schutzkleidung für Polizistinnen oder Soldatinnen die Schutzfunktion verloren geht, bedenkt hier niemand. Allerdings, welchen Aufstand würde es geben, wenn Hosen produziert würden, die Männer an ihren intimen Stellen zwicken und zwacken würden?
Auch manche gesellschaftspolitischen Traditionen gehen zu Lasten der Frauen: Weil sich die (muslimischen) Frauen eher in den Häusern aufgehalten haben, sind in Sri Lanka während des Tsunami viermal mehr Frauen gestorben als Männer. Sie konnten sich nicht mehr in Sicherheit bringen, weil sie einerseits die Warnung nicht hörten (keine Radio) und zweitens weil es ihnen häufig verbieten ist, ohne männliche Begleitung in die Öffentlichkeit zu treten.
Auch auf medizinischer Ebene geraten Frauen ins Hintertreffen. So gibt es erst seit Kurzem Lehrstühle für „Gender Medicine“, in denen die unterschiedlichen Wirkungsweisen der Medikamente aauf Frauen untersucht werden. Frauen haben ein weitaus höheres Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben als Männer. Einfach deswegen, weil die Symptome anders sind und deshalb nicht als Herzinfarkt erkannt werden.
Für Studien an Frauen werden nicht so leicht Forschungsgelder locker gemacht als für Studien an Männern, obwohl der Markt riesig wäre.
Meine Meinung:
Die Autorin schreibt sachlich und streut auch immer wieder ein paar humorvolle Kommentare ein. Das Buch ist leicht zu lesen und nicht von (unnötiger) Fachsprache überladen.
Die Autorin verzichtet auf den vorwurfsvollen Ton mancher Feministinnen. Manche Dinge sind eben leider seit langem Tradition, die nur langsam aufgebrochen werden kann. Manches ist unbewusst und ohne böse Absicht. Allerdings ließen sich doch einige Dinge leicht ändern: So könnten in Schulbüchern die Stereotypen verändert werden. Statt ausschließlich männliche Wissenschaftler wie Einstein & Co. zu nennen, wäre es an der Zeit weibliche Wissenschaftlerinnen wie Renée Schröder etc. vor den Vorhang zu bitten.
Das Buch ist penibel recherchiert. Manches, was bis lang nur ein „dumpfes Gefühl“ war, hat die Autorin durch Hard Facts und Zahlen untermauert.
Sehr gut gefällt mir, dass die Autorin nicht jammert, dass die Gleichberechtigung noch nicht in allen Bereichen des Lebens angekommen ist. Stattdessen macht sie ganz konkrete Vorschläge, wie es besser gemacht werden kann. Man braucht „nur“ die Frauen fragen, ihren Antworten zuhören und entsprechend handeln. Ich bin von ganzem Herzen überzeugt, dass sich z.B. der Wohnbau nicht verteuert, wenn man die Küche als zentralen Raum plant, anstatt sie an das Ende der Wohnung verbannt.
Man kann es nicht oft genug sagen und schreiben: Nutzt die weibliche Perspektive, nutzt die Ideen der größeren Hälfte der Bevölkerung!
Fazit:
Die sachliche Darstellung ohne Polemik, dazu zahlreiche Beispiele, die gut zum besseren Verständnis beitragen, lassen mich diesem Buch 5 Sterne und eine Leseempfehlung geben.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Schöne Sprache, aber nicht so mein Fall
Das Andere von Peter Simon Altmann
Klappentext:
Jakob Waltz, ein erfolgreicher Unternehmer, beschließt nach einem Herzinfarkt, sich radikal zu verändern. In der neu gewonnenen Freiheit folgt er den Spuren des französischen Arztes und Schriftstellers Victor Segalen, der vor mehr als hundert Jahren in Peking gelebt hat. Auf seinen Reisen nach China und Thailand muss Waltz jedoch feststellen, dass es nicht so einfach ist, die Vergangenheit von sich abzustreifen und seinem Leben einen neuen Sinn zu geben.
Dabei wird ihm die Idee des Anderen, wie sie Segalen konzipiert hat, zur obsessiven Wunschvorstellung.
Meine Meinung:
Ich habe hier ehrlicherweise etwas anderes erwartet. Was genau? Rückblenden in die hektische Welt des Unternehmers in Shanghai oder so ähnlich. Stattdessen begleite ich Jakob Waltz auf seinen entschleunigt wirkenden neuen Lebensabschnitt.
Die Suche nach dem neuen Sinn im Leben des Jakob Waltz entpuppt sich sowohl für ihn als auch für den Leser stellenweise als Allegorie auf die Wirklichkeit.
Der Protagonist scheint unentschlossen und wabert ein wenig durch das Leben. Einzig die Spuren, die Victor Segalen hinterlassen hat, interessieren den ehemaligen Unternehmer. Ihnen folgt er, mehr oder weniger erfolgreich.
Der Autor Peter Simon Altmann hat hier eine elegische Erzählung geschaffen, die jetzt nicht so ganz mein Lieblingsgenre trifft.
Der Sprachstil ist elegant, feinsinnig und wirkt manchmal melancholisch.
Fazit:
Ein Ausflug in eine Welt, die sich mir (noch) nicht erschlossen hat, daher nur 3 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Statistik - einmal humorvoll
Statistisch gesehen von Klemens Himpele
Klemens Himpele, ein nach Wien eingewanderter Deutscher und Leiter der Wiener Magistratsabteilung Wirtschaft, Arbeit und STatistik, erzählt in diesem Buch, amüsante Geschichten von Deutschen und Österreichern. Worin sich die beiden Länder unterscheiden und was sie trotz der trennenden, weil gemeinsamen Sprache, vereint.
Das Buch beginnt - wie sollte es anders sein - mit einem Vorwort, das ein wenig über Statistik, Zufälle und Zusammenhänge berichtet.
Das Buch selbst ist in drei große Abschnitte und darunter in viele kleine Kapitel geteilt
Teil I - Piefke und Ösis
Teil II - Eine Reise durch Österreich
Teil III - Wien, Wien, nur du allein
Während im ersten Teil u.a. deutsche und österreichische Städte gegenüber gestellt werden, begeben wir uns im zweiten Teil auf eine Reise durch meine schöne Heimat. Ganz entzückend habe ich die Idee gefunden, den Text unserer Bundeshymne als Aufhänger zu nehmen.
Im dritten Teil beschäftigt sich der Autor mit der Bundeshauptstadt Wien und seiner Bevölkerung, die beide als „anders“ beschrieben wird. Nämlich als besonders grantig (= missmutig), nörgelnd und zu weilen als ausländerfeindlich, obwohl ein echter Wiener ja zumindest eine böhmische Großmutter haben muss. Alles nicht war! Es stimmt, dass für uns das Glas eher halb leer als halb voll ist, doch das gilt, wenn man diese Buch hier aufmerksam liest, auch für den Rest von Österreich.
Es stimmt allerdings, dass „der Tod ein Wiener sein muss“, denn nirgends gibt es so eine skurrile Beziehung zum Sterben wie in Wien. Das beginnt schon damit, dass der Wiener Zentralfriedhof neben Hamburg-Ohlsdorf der zweitgrößte Friedhof Europas ist, den Hamburger aber mit mehr als 330.000 Grabstellen übertrifft. Um den Anwohnern im 19. Jahrhundert die lange Reihe von Leichenfuhrwerken zu ersparen, haben der Architekt Josef Hudetz und der Ingenieur Franz von Felbiger eine Rohrpostanlage zum Leichentransport ersonnen. Mit rund 27 km/h sollten die Leichen an ihren letzten Bestimmungsort gebracht werden. Nun, wie viele bahnbrechende Ideen kreativer Köpfe wurde sie nicht verwirklicht. Aber, ein Bestattungsmuseum gibt es, in der „Langen Nacht der Museen“ darf man hier sogar in einem Sarg „Probe liegen“. Und mit „Es lebe der Zentralfriedhof“ hat Austro-Popper Wolfgang Ambros eine Ode an diese Oase der Ruhe geschaffen. Hier sagen sich sprichwörtlich Fuchs und Hase gute Nacht. Seit neuestem gibt es eine Jogging-Route durch den Friedhof, was nicht von jedem goutiert wird. Jener Teil, der Berühmtheiten beherbergt, ist ein Anziehungspunkt sowohl von Einheimischen, Zuagrasten und Touristen.
Im Ranking der „Lebenswertesten Städte der Welt“ hat Wien im nun Melbourne den Rang abgelaufen. Net schlecht! Doch was raunzt (motzt) der Wiener? Man habe ja nur die Manager, die sich nur wenige Tage in Wien aufhalten befragt, die eigentlichen Bewohner aber nicht. Doch Klemens Himpele kann mit Zahlen untermauern, dass der erste Platz für Wien durchaus gerechtfertigt und plausibel ist.
Vor allem beneiden uns Großstädte wie Hamburg oder Berlin um unseren sozialen Wohnbau. Über 220.000 Gemeindewohnungen befinden sich im Eigentum der Stadt und stellen günstigen Wohnraum für die Bevölkerung zur Verfügung. Davon können andere Städte nur träumen! Auch das klaglose Funktionieren der Müllabfuhr, die Versorgung mit bestem Hochquellenwasser oder Fernwärme, Gas und elektrischer Energie ist ein Pluspunkt der knapp an der 2 Millionen Einwohner zählenden Stadt.
Wien war und ist eine Einwanderungsstadt - auch wenn das der eine oder andere Politiker nicht einsehen will. Waren es im 19. Jahrhundert und bis zum Zusammenbruch der Monarchie hauptsächlich Einwanderer aus den Binnenländern, so kommen die heutigen Einwanderer aus der EU. Die zahlenmäßig größte Gruppe der Deutschen lebt übrigens in Tirol. Hier ist das Trennende der gemeinsamen Sprache nicht ganz so ausgeprägt wie in Wien. Denn „Melange“ versteht man schon in St. Pölten (ca. 100 km westlich von Wien) nicht mehr. Dort heißt das köstliche Kaffeegetränk „Verlängerter“ und schmeckt meist auch so.
Fazit:
Wer sagt, dass Statistik trocken und humorlos präsentiert werden muss? Diese Buch beweist, dass auch Zahlen ihren Charme haben. Dafür gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von csac:
Eine umfassende und spannend gestaltete Chronik der Tiroler Bergrettung
Ehrensache Leben retten von Walter Spitzenstätter
Zum Inhalt: Menschen sind wohl schon immer in die Berge gegangen, viele sind wohlbehalten heim gekehrt, manche dabei leider auch verunglückt.
Von ihrem Schicksal erzählt diese umfassend recherchierte Chronik, von den Verunglückten und ihren Rettern.
In insgesamt 414 Seiten wird die Geschichte der Bergrettung nacherzählt, von der Entstehung des Bergrettungsgedankens, ersten Rettungsexpeditionen bis hin zum Aufbau eines organisierten alpinen Rettungswesens.
Dabei spiegeln detaillierte Einsatzberichte die Schwierigkeiten der Anfänge wider und lassen den Leser angesichts des Mangels an spezieller Ausrüstung staunend zurück. Getragen von dem heroischen Grundgedanken, in Not geratenen Menschen zu Hilfe zu eilen, riskierten diese Pioniere oft ihr Leben und scheuten keine Gefahr, zu retten und zu schützen.
Auszugsweise für viele andere beeindruckende Einsatzberichte möchte ich an dieser Stelle die Dokumentation des ersten Lawinenopfers 1897 schildern: Dabei machte sich „eine Schar von Bauern“ auf, um einen Verschütteten zu suchen. Vergeblich. Am nächsten Tag „fuhren Innsbrucker Mitglieder des Alpenclubs, Gendarmen und Kaiserjäger mit Fuhrwerken“ in das Gebiet, um den gewaltigen Lawinenkegel zu durchpflügen. 14 Tage sollten die Sucharbeiten dauern, doch alle Mühe war umsonst. Die Leiche aperte erst Ende Mai am Ende der Lawine aus.
Aufgrund der beschriebenen Eindrücke entstand 1898 eine erste Alpine Rettungsgesellschaft in Innsbruck. Dieses Rettungswesen wurde dann aber bereits 1902 an den Alpenverein übertragen und entwickelte sich im nächsten Jahrhundert allmählich zur heutigen Bergrettung weiter.
Es würde zu weit führen, nun auf die Vielzahl der Rettungsdokumentationen, auf die Einsatzberichte, die Schilderung der internen Organisation der Bergrettung und ihrer Funktionsperioden oder aber auf das umfangreiche Bildmaterial näher einzugehen. Auszugsweise möchte ich daher nur das spannende Kapitel über den allmählichen Einsatz von Hubschraubern sowie den fesselnden Beitrag zum Absturz der „Britannia“ am Glungezer, die größte Flugzeugkatastrophe in Österreich 1964, erwähnen.
Auch der Abschnitt über Frauen im Bergrettungswesen sei genannt, der erst 2001! zu einer Änderung der Satzung der BR führte.
Fazit: Ein sehr informatives und kurzweiliges Buch, in dem man auch als Laie im Bergrettungswesen immer wieder mal blättern und das Geschilderte auf sich wirken lassen kann. Faszinierend ist dabei auch die gewaltige Bilddokumentation. Ein herzliches Dankeschön gebührt dem Autor für diese jahrelange Recherche zu einem wichtigen Teil der Tiroler Geschichte, die untrennbar mit den Bergen verbunden ist.
Rezensionen von DorisArt :
Must have poetry book!!
Ehrensache Leben retten von Walter Spitzenstätter
O
utstanding artwork of modern poetry - a must have book!!
These poems are touching my heart + soul! You dive into a world of deepest feelings of love + heartache, happiness, sadness, transience, desire + nostalgia, where you want to hide and stay! Thank you dear eagle-soul-man! https://t.co/CyBlKiI5fA
Rezensionen von csac:
Ein zauberhaftes Bilderbuch über die Reise zu sicheren, geborgenen Orten
Rosie auf dem Baum von Isabel Pin
Wie oft haben wir uns als Kinder wohl gewünscht, an einem Ort einfach für immer bleiben zu können. Nicht weg zu müssen, nichts tun zu müssen, nichts zu sollen, einfach nur dort zu bleiben, den Augenblick zu leben, in die Luft zu starren und Träume zu zählen.
Genau das macht das kleine Mädchen Rosie in dem Buch.
Sie klettert auf einen Baum und bleibt, einfach, „weil es hier schön ist“. Niemand kann sie zum Runterkommen bewegen. Weder Bitten, noch Befehle oder Schmeicheleien helfen. Rosie bleibt auf dem Baum. Von oben betrachtet sie die Welt, fühlt sich sicher und geborgen, hat manchmal Besuch, spielt manchmal mit den Kindern unter dem Baum, wird manchmal ignoriert und manchmal vergessen. Irgendwann steigt Rosie dann doch vom Baum, um sich in die Wiese zu legen. Und um dort zu bleiben…
Auf den ersten Blick nahm mich und meine Kinder das Buch aufgrund seiner zauberhaften Bilder gefangen. In farbenprächtiges Aquarell getaucht ist jedes Bild ein Genuss, vermittelt Freundlichkeit und Wärme. Damit unterstreicht es perfekt den Inhalt.
Auch Rosie findet einen Ort, an dem sie sich völlig sicher und geborgen fühlt. Entgegen aller Logik - sie braucht nichts zu essen und zu trinken, wie meine Kindern bemängelten - ist der Baum ein phantastischer Ort, an dem Rosie einfach sein darf, an dem alles möglich ist und ihr nichts passieren kann. Sie ist „geschützt“, darf von oben die Welt betrachten, sich ihr annähern und sich wieder entfernen und bleibt dabei doch immer geborgen.
Ich wünsche nicht nur allen Kindern, sondern auch den Erwachsenen, dass sie gerade in (Corona-)zeiten wie diesen, einen solchen inneren Phantasieort finden, an dem sie sich absolut sicher und geborgen fühlen und an den sie jederzeit zurückkehren können. Da es nicht für alle Menschen gleich einfach ist, sich einen solchen Ort vorzustellen, stellt dieses Buch eine wunderbare Anregung dar, sich über solche Orte auszutauschen und seiner eigenen Fantasie dabei freien Lauf zu lassen.
Gleichzeitig zeigt das Buch aber auch, wie bereits vielfach besprochen, wie individuell und unterschiedlich solche Orte beschaffen sein können und dass es dabei kein richtig und kein falsch gibt. Jeder fühlt sich an einem anderen Ort wohl, Rosie auf dem Baum.
Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung. Das Buch ist meines Erachtens wunderbar geeignet, um mit großen und kleinen LeserInnen in den Austausch über Phantasieorte zu gehen, an denen alles möglich scheint und die insbesondere für Kinder von großer Wichtigkeit sind.
Rezensionen von Miro76:
Vom Blechviertel an die Universität, oder wie Träume zerplatzen
Palast der Miserablen von Abbas Khider
Shams Hussein ist im Süden, den shiitischen Teil des Iraks aufgewachsen. Seine Erzählung beginnt während des Krieges zwischen Iran und Irak. Auf dem Land bekommen sie vom Krieg vorerst nicht viel mit. Doch das sollte sich ändern, als der Iran Kuwait überfällt.
Schams' Vater wird in diesem Krieg verwundet und will auf keinen Fall weiter als Soldat dienen.
Deshalb verlassen sie den Süden in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Bagdad. Doch Bagdad platzt aus allen Nähten und es gibt viele, die auf der Suche nach einer Bleibe und Arbeit sind. So bleibt ihnen nichts anderes übrig als im Blechviertel, quasi auf der Müllhalde, eine Hütte zu bauen und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten.
Sahms und seine Schwester dürfen allerdings in die Schule gehen. Sie sollten es einmal besser haben. Doch so einfach ist das nicht unter einem tyrannischen Herrscher, der nur sein eigenes Wohlergehen in Blick hat.
Immer wieder muss die Familie bei Null beginnen, doch sie verlieren nicht den Mut. Shams lernt und arbeitet fleißig, um seinen Anteil an der Versorgung beizutragen. Bis auch er einen Fahler macht.
Wir wissen von Anfang an, dass etwas schiefgeht auf diesem Lebensweg, denn Shams erzählt uns aus seinem schrecklichen Alltag im Gefängnis. Zwischen den Kapiteln erfahren wir immer wieder, wie es um seinen schwer geschundenen Körper steht. Was ihn ausmacht, ist längst aus ihm herausgeprügelt. Diese kurzen Episoden sind hart und lassen wenig Raum für Hoffnung, obwohl sein Lebensweg so vielversprechend schien.
Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen. So vieles am Leben der einfachen Leute im Irak war mir nicht bewusst. Wieder einmal hat ein Buch meinen Horizont erweitert.
Stilistisch fand ich die Leistung des Autors auch großartig, denn die Erzählweise verändert sich mit dem fortschreitenden Alter von Shams. Erzählt er anfangs noch eher kindlich, wie es ein Zehnjähriger machen würde, werden seine Beobachtungen und Gedankengänge mit dem älter werden immer differenzierter.
Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die sich für die neuere Geschichte des Nahen Ostens interessieren.
Rezensionen von Meli:
Komplexe, Traditionen und Liebe
Cherish Hope von Nalini Singh
Nayna stand schon immer im Schatten ihrer älteren Schwester Madhuri. Während Madhuri ganz nach ihren eigenen Vorstellungen lebt und die Familie eher in Verlegenheit bringt, fügt sich Nayna den Traditionen. Ihr halbes Leben lang war sie besonders brav und jetzt will sie potenzielle Heiratskandidaten treffen.
Dabei fühlt sie es schon wie eine Fessel, denn sie ist eine Frau, die Karriere macht und mehr als nur eine Hausfrau und Mutter sein möchte.
Doch so eine traditionelle Frau ist genau das, was Raj sich wünscht. Eine Frau, die sich liebevoll um ihn und seinen Nachwuchs kümmert. Zumindest, bis er Nayna trifft. Die schöne und leidenschaftliche Frau geht ihm nicht aus dem Kopf und bald schon wir sie zu seinem neuen Traum.
Die beiden bilden ein süßes Paar, deren Aufeinandertreffen und Neckereien man sehr genießt. Zwischen ihnen stehen jedoch Naynas Komplexe und ihr Traum von Freiheit und dass sie die Ehe als Hindernis sieht. Außerdem wollen beide auch nichts überstürzen. Raj ist während der ganzen Zeit ein perfekter Gentleman und lässt ihr so viel Freiraum wie er kann, auch wenn er sich viele Hoffnungen macht, dass sie ihn letztendlich heiraten möchte.
Ich mochte bei dem Buch das gemächliche Tempo und dass es so oft auf Drama verzichtet, wo man es schon hinter der nächsten Ecke erwartet. Darum war ich dann auch etwas enttäuscht vom letzten Drittel, in dem viel stereotypisches Drama nachgeholt wurde. Und dann ging zum Schluss auch alles so schnell und ohne viel Liebe zum Detail, die Szenen waren so kurz, dass man sie lieber ganz weggelassen hätte. Dass es zum Ende hin so gehetzt war fand ich so schade, dass es mir das ganze Buch etwas vermiest hat.
Fazit
In "Cherish Hope" mochte ich die süße Beziehung zwischen den Protagonisten und habe gern gelesen, wie sie ihre Probleme gemeinsam überwunden haben. Das Ende war aber zu gehetzt um die Geschichte schön abzuschließen.










