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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Claudia R:

Fantasy-Crime

Das Schwarze Auge, Die Elfe vom Veitner Moor von Katja Angenent

Klappentext/Inhalt:

Die Elfe vom Veitner Moor
Eine gelangweilte Hauptfrau der Abilachter Stadtgarde. Ein mysteriöser Todesfall im nahegelegenen Moor. Eine Spurensuche die das Leben der Hauptfrau verändert ...
Die südländische Kämpferin Ayla ist unfreiwillig zur Hauptfrau der Abilachter Stadtgarde ernannt worden.

Ihr größtes Problem: Langeweile!
Als im nahegelegenen Moor die Leiche einer Elfe gefunden wird, interssiert sie der mysteriöse Todesfall so sehr, dass sie schließlich sogar gegen den Willen ihres Vorgesetzten weiter ermittelt. Zusammen mit der neugierigen Elfe Saliniome stellt sie Nachforschungen zur Herkunft der Toten an. Die gemeinsame Spurensuche wird zu einer Reise, die ihr beider Leben für immer verändert ...
Die Elfe vom Veitner Moor ist eine tolle Abenteuergeschichte, die ich sehr gerne gelesen habe. Saliniome ist ein großartiges Beispiel dafür, wie man einen Elfen fremdartig, aber auch gruppentauglich darstellen kann. Das habe ich selten so stimmig gelesen oder am Spieltisch erlebt.
Kudos dafür!
Carolina Möbis, Fantasyautorin

Cover:

Das Cover wirkt mystisch und spannend. man sieht eine etwas düstere Umgebung, eine Art Mord in der gerade eine Gestalt fast untergeht . Durch die spitzen Ohren, ist erkennbar, dass es sich um eine Elfe handelt, die zu ertrinken droht und fast vom Moor verschluckt wird.

Meinung:

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Es lässt sich sehr gut lesen.

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und es geht sehr gut voran. Die Gliederung ist sehr gut gelungen und auch die einzelnen Kapitel lassen sich sehr gut und angenehm lesen. Die Karte zu Beginn veranschaulicht die Welt, was ich sehr schön und praktisch finde. Ich liebe solche Details. Auch das Glossar am Ende trägt dazu bei, dass man sich besser zurecht findet und gibt zusätzliche Informationen.

Die Geschichte wird sehr spannend erzählt und verbindet die Genre und Fantasy und Krimi sehr gut.

Ayla, eine Kriegerin, wurde aufs Abstellgleis gestellt. Ihr größtes Problem ist die Langeweile. Doch dann trägt sich ein mysteriöser Fall zu, eine Leiche wird in den Veitner Moor gefunden. Zu viel von der Geschichte und vom Inhalt möchte ich jedoch nicht an dieser Stelle verraten, da ich nicht zu viel vorweg nehmen möchte.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Die Geschichte spielt in der Welt rund um das Pen&Paper Rollenspiel "Das schwarze Auge".

Als Pen&Paper Rollenspieler konnte ich mich sehr gut in die Welt und die Geschehnisse, sowie die Verläufe hineinversetzen. Aber auch als nicht Rollenspieler kann man diese sehr gut nachempfinden, da der Schreibstil sehr lebendig und bildhaft ist und alles sehr gut beschrieben wird. Die Situationen und Geschehnisse sind sehr gut beschrieben.

An einigen Stellen gibt es jedoch einige Längen die man hätte etwas kürzen können. Die verschiedenen Handlungsstränge machen die Sache interessant und spannend und lassen den Spannungsbogen wieder ansteigen. Die Idee dahinter und die Umsetzung hat mir recht gut gefallen.

Man wird in eine wundervolle Fantasywelt entführt und erlebt eine Art Detektivfall, womit sich die Genre Fantasy und Crime verschmelzen und so den Leser fesseln. Mir hat dies sehr gut gefallen und ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen.

Ein wirklich toll umgesetztes Fantasy Buch, was einem die Welt um DSA- "Das schwarze Auge" näher bringt.

Die Charaktere nehmen einen mit und begeistern durch tolle Handlungen, sie transportieren sehr gut Gefühle und Emotionen, so dass man ihnen gern folgt und regelrecht mit ihnen mitfiebert. Man ist mitten im Geschehen und erlebt eine fantastische Welt, so dass die Seiten wie im Flug verfliegen.

Fazit:

Ein fantastisches Abenteuer, welches Fantasy und Crime miteinander verbindet und durch tolle Charaktere überzeugt.

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Rezensionen von heinoko:

Gekonnt gestaltetes Zeitgemälde

Glanz der Ferne von Iny Lorentz


Zu meinem großen Bedauern habe ich die Vorgängerbände „Tage des Sturms“ und „Licht in den Wolken“ nicht gelesen, wurde also sozusagen unwissend hineingeworfen in die Familien-Saga mit ihren zahlreichen Familienmitgliedern und freundschaftlichen oder weniger wohlwollenden Verbindungen. Da war mir das Personenverzeichnis am Ende des Buches durchaus hilfreich.

Aber ansonsten erging es mir wie immer bei jedem Buch diesen Autoren-Ehepaares: Man beginnt zu lesen und es vergehen nur wenige Minuten, bis man in der Handlung versunken ist, bis man sich in einer anderen Zeit befindet.

Im vorliegenden Buch erleben wir die Jahre des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Berlin. Rätselhafte Auftragsstornierungen schränken die Geschäfte von Theo von Hartung immer mehr ein und bringen die Tuchfabrik letztlich in eine finanzielle Schieflage. Vicky von Gentzsch trägt ein schweres Los, denn ihre Mutter war bei der Geburt gestorben. Ihr Vater gibt ihr am Tod seiner geliebten Frau die Schuld, sie muss ein Leben wie Aschenputtel führen, umgeben von Ablehnung und emotionaler Kälte. Die Lieblosigkeit von Vater und Stiefmutter ließ sie zu einer unangepassten, aufbegehrenden Persönlichkeit heranreifen, die ständig die steifen Gesellschaftsregeln verletzt. Erst durch die Familie mütterlicherseits, durch ihre Großmutter Theresa und Tante Friederike, erfährt sie so etwas wie Herzenswärme. Doch das Glück hält nicht lange an…

Es ist zu bewundern, wie es das Schriftsteller-Ehepaar bei jedem neuen Roman aufs neue schafft, ein Szenario zu gestalten, das dank akribischer Recherche historisch stimmig und dank des farbig-lebendigen Schreibstils so intensiv geschildert wird, dass man als Leser sofort eintaucht in das jeweilige Zeitgefühl, im vorliegenden Buch in die wirtschaftlich und politisch bewegte Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Aber nicht nur der Zeitgeist nimmt gefangen, auch die Protagonisten werden in ihren individuellen Persönlichkeiten so treffend, so vielschichtig und psychologisch stimmig dargestellt, dass der Leser gar nicht anders kann, als sie zu mögen oder abzulehnen, als mit ihnen zu bangen, mit ihnen zu hoffen oder zu verzweifeln. Und aus der emotionalen Bindung, die der Leser zu den handelnden Personen aufbaut, entwickelt sich eine ganz besondere Lese-Spannung, der man sich nicht entziehen kann.

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Rezensionen von Claudia R:

Mutmachbuch mit Spiegelbill

Hilfe, ein Spiegelbill von Abidi Heike

Klappentext:

Ein lebendiges Spiegelbild!
Das gibt’s doch nicht! Silas glaubt, er träumt, als sein Spiegelbild plötzlich zu sprechen beginnt. Und dann erklärt es ihm auch noch, es sei gar kein Bild, sondern ein Bill! BILL wie „Begleiter in allen Lebenslagen“. Doch der Spiegelbill findet Silas‘ Leben ziemlich langweilig.

Nie passiert etwas! Deshalb schlägt er Silas vor, für einen Tag die Plätze zu tauschen. Silas soll in die Spiegel-Kommandozentrale ziehen, und sein Spiegelbill geht für ihn ins Sommerferienprogramm. Ob das klappen wird?

Cover:

Das Cover ist sehr witzig und spannend dargestellt.Man sieht einen Jungen der verdutzt in einen Spiegel schaut, do das Spiegelbild schaut nicht verdutzt, sondern sehr erfreut zurück. Dies macht neugierig auf die Geschichte. Der Rest des Hintergrundes ist in gelb gehalten.

Meinung:

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Die Schriftgröße ist sehr gut gewählt, so dass es sich sowohl zum Vorlesen, wie auch sehr gut zum Selbstlesen für Kinder eignet.

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und lassen sich sehr gut lesen. Das Buch überzeugt durch sehr viel Witz, Charme und Spannung.

Silas, seine Omi und Eltern waren mir von Beginn an sehr sympathisch. Silas soll an einem Kinderferienprogramm teilnehmen, worauf er jedoch gar keine Lust hat, denn Silas ist eher schüchtern und zurückhaltend. Als dann das Spiegelbild zum Leben erwacht und ihm einen Tausch vorschlägt, geht Silas darauf ein. Zu viel möchte ich jedoch an dieser Stelle nicht verraten.

Silas macht im Laufe der Geschichte eine sehr schöne Entwicklung durch, ohne dabei sich selbst zu verlieren und ohne zu sehr und zu gekünstelte Veränderungen. Die Entwicklung wirkt sehr authentisch und macht anderen Mut. Es ist toll zu lesen, wie sich die Dinge entwickeln und was alles möglich ist. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, da sie neben sehr viel Witz, Charme und Spannung, auch eine wirklich sehr schöne Botschaft in sich trägt.

Besonders gut haben mir auch die tollen Illustrationen gefallen. Diese veranschaulichen das Gelesene und lockern das Ganze ein wenig auf. Die schwarz-weiß Bilder sind sehr schön und toll skizziert, manche sind sehr witzige gestaltet und mir haben diese sehr viel Spaß gemacht.

Eine wirklich wunderschöne Geschichte, sehr unterhaltsam, ideenreich, witzig und charmant, die einen Mut macht. Man bekommt richtig Lust am Weiterlesen und möchte gar nicht aufhören, einfach toll geschrieben und eine wunderschöne Idee mit einer tollen Umsetzung.

Fazit:

Ein tolles Mutmachbuch, welches sehr gut umgesetzt ist - witzig, spannend und charmant.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

EIne unbedingte Leseempfehlung

Die verdammte Generation von Christian Hardinghaus

Christian Hardinghaus, Historiker, Sachbuch- und Krimiautor, hat mit diesem Buch ein längst fälliges geschrieben, denn der Umgang mit den Männern, die während des Zweiten Weltkrieges in der Wehrmacht gedient haben, lässt in Deutschland und in Österreich sehr zu wünschen übrig.

Schon im Titel lässt sich ahnen, dass es diesen Männern zu keiner Zeit ihres oft langen Lebens leicht gemacht wurde.

Sie sind quasi von Beginn an mehrfach verdammt. Verdammt dazu, in eine Zeit hineingeboren zu sein, die das Schlechteste und auch das Beste aus dem Menschen hervorholt, verdammt dazu, einem verbrecherischen Regime zu dienen, das rücksichtslos Millionen von Menschen in den Tod schickt, verdammt dazu zu töten, um selbst zu überleben, verdammt dazu in Kriegsgefangenschaft zu geraten, verdammt dazu zu sein, verletzt an Körper und Seele zurückzukehren und mit niemandem über die Erlebnisse sprechen zu können, weil das Grauen der Shoa alle anderen Leiden verdeckt. Diese Generation wird von ihren Kindern verdammt, weil sie dem Regime zu wenig Widerstand geboten hätten. Mit dem Wissen von heute, den Väter ihre Taten oder Unterlassungen vorzuwerfen, ist verdammt billig.

Christian Hardinghaus hat, stellvertretend für die abertausenden Männer, die er nicht mehr kennenlernen konnte, 13 Soldaten der Wehrmacht interviewt und ihre Geschichte aufgeschrieben. Dabei lässt er persönliche Eindrücke so stehen, wie sie ihm erzählt wurden. Behutsam setzt er die Berichte in den historischen Kontext und lässt für uns Leser die Zeit des Zweiten Weltkrieges auferstehen.

Das sind die 13 Männer, an deren Lebensgeschichten wir teilhaben dürfen:

Otto (1916-2017)
Wigand (1920-2017)
Werner (1920)
Johannes (1921)
Hans-Werner (1922)
Karl-Friedrich (1923) und Josef (1923-2019)
Fritz (1923-2019
Jakob (1924)
Paul (1925)
Rolf (1927)
Ernst (1923-2017)
Wolfgang (1930-2016)

Doch bevor wir uns den Einzelpersonen nähern können, müssen wir uns einigen Lügen, Mythen und Versäumnissen stellen, dieüber die Wehrmacht erzählt werden. So betrachtet Christian Hardinghaus die „Wehrmachtsausstellung“ mit gebotener Distanz. Diese Ausstellung, die zwischen 1995 und 1999 in zahlreichen deutschen und österreichischen Städten gezeigt wurde, räumt mit der „sauberen Wehrmacht“, die an keinen Kriegsverbrechen beteiligt war, auf und schwört dennoch ein falsches Bild der Soldaten herauf. Denn die meisten Soldaten wussten nicht, was in den Vernichtungslagern wie Auschwitz, Bergen-Belsen oder Mauthausen vor sich ging. Die Namen einiger Lager war zwar bekannt, doch hielt man sie für Straflager. Ein kleiner Teil der Wehrmachtsangehörigen war jedoch an Morden an der (jüdischen) Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten direkt oder indirekt beteiligt. Sei, dass sie selbst zum Hinrichtungspeloton gezwungen wurden oder als Logistiker Waffen, Munition oder Nahrungsmittel beschafften.

Wir begleiten also die jungen Männer quer durch Europa, auf die diversen Kriegsschauplätze von der Normandie bis ins tiefste Russland.

Jede Geschichte enthält biografische Daten wie Geburtsdatum, Herkunft und Elternhaus. Vor allem das Elternhaus prägt die jungen Soldaten, sei es, dass sie aus tief religiösen, christlichem oder humanistischen Elternhaus stammen oder, dass ein Vater doch bei der SS war. Anschließend lässt Christian Hardinghaus die betagten Männer erzählen. Die furchtbaren Ereignisse kommen wieder aus dem Inneren hervor und lassen den einen oder anderen in Tränen ausbrechen. Die Erzählungen werden - wie die Leser es vom Historiker Hardinghaus gewöhnt sind - in den historischen Kontext eingebettet, so dass der interessierte Leser auch von kaum bekannten Gefechten und Kriegsverbrechen (wie die „Allerseelenschlacht“ oder den „Bromberger Blutsonntag“ oder die Kriegsgefangenenlager der Alliierten wie die „Rheinwiesenlager“) erfährt.

Anschließend stellt der Autor den ehemaligen Wehrmachtssoldaten jeweils drei Fragen. Eine davon ist jene, ob und was sie von der Shoa gewusst haben. Hier tritt Erstaunliches zu Tage: Die Wehrmacht wurde „künstlich dumm“ gehalten. Die Soldaten haben darüber offiziell nichts erfahren, denn Soldaten durften (erstaunlicherweise) nicht Mitglieder der NSDAP sein. Dass die jüdischen ehemaligen Schulkollegen und Nachbarn verschwunden sind, haben sie eher noch im früheren Zivilleben mitbekommen. Doch, und das ist das Perfide am System und der Propaganda, die hier ganze Arbeit geleistet hat, waren die jungen Männer der Meinung, dass die jüdische Bevölkerung umgesiedelt würde, um die neuen Lebensräume urbar zu machen. Und um näher nachzufragen, hatten sie keine Möglichkeit bzw. mussten sie um ihr eigenes Überleben kämpfen.

Wir Nachgeborenen dürfen uns nicht vom Wissen von heute verleiten lassen, die Angehörigen der Wehrmacht zu verdammen. Die überwiegende Teil wollte kein Soldat sein, kämpften um das eigene Überleben und sind heute durchwegs Pazifisten.

Wie sehr die Kriegstraumata auch den aktuellen Alltag beeinflussen, zeigt ein Detail von Rolfs Geschichte, der bei Regenwetter nie sein Haus verlässt. Er hat als junger Kriegsgefangener in einem der Rheinwiesenlager miterleben müssen, wie die völlig entkräfteten, weil von der US-Armee unversorgt gelassenen Gefangenen, in Matsch und Pfützen ertrunken sind. Obwohl Rolf Jahrzehnte lang als Psychiater auch Patienten mit Kriegstraumata behandelt hat, hat erst das Interview zu diesem Buch und die Bemerkung seiner Enkelin „Deshalb gehst du bei Regenwetter nicht aus dem Haus“ aus dem Verborgenen geholt.

Christian Hardinghaus ist mit diesem Buch ein besonderer Blick auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs gelungen. Er rückt einiges zu Recht und gibt den abertausenden Soldaten, die in die Wehrmacht gezwungen wurden, ihre Geschichte zurück. Zahlreiche, zum Teile sehr private Bilder, ergänzen die Berichte.

Ich muss hier (wieder) den deutschen Schauspieler Michael Degen, der als jüdisches U-Boot den Krieg überlebt hat, zitieren. Er sagt „Nicht alle waren Mörder“. Aber jede Armee hat ihr Kriegsverbrechen.

Fazit:

Ein aufwühlendes Buch, dass einen etwas anderen Einblick in die Wehrmacht bietet als die Propagandareden von Goebbels & Co. Das Buch erhält von mir 5 Sterne und die Leser die dringende Empfehlung, es zu lesen und, wenn es noch Verwandte gibt, die diese Gräuel miterlebt haben, einfühlsam zu befragen. Einige warten darauf, sich ihre Last von der Seele reden können.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Schmales Buch, schreckliche Geschichte

Rote Kreuze von Sasha Filipenko

Sasha Filipenko erzählt uns die Geschichte von Tatjana:
Inzwischen ist sie 90 Jahre alt und sie hat Krieg und Stalin-Terror miterlebt und überlebt und will nun unbedingt ihre Lebensgeschichte erzählen. Da trifft es sich vorzüglich, dass gerade ein neuer Nachbar einzieht und ob er will oder nicht (er will nicht.

..), er muss sie sich anhören.

Tatjanas Geschichte ist schrecklich - ein Mann in Kriegsgefangenschaft, von der Tochter getrennt, "Umerziehungsstraflager" und dann noch fast lebenslang Gewissensbisse. Aber auch der junge Nachbar, Alexander, hat eine Geschichte zu erzählen.

Obwohl die Schicksale betroffen machen, sehr sogar, hat das Buch insbesondere anfangs eine eigenartige Distanz oder Emotionslosigkeit in der Erzählart. Das empfand ich die ersten Abschnitte sehr irritierend, aber rückblickend gar nicht negativ. Das Buch hätte ich sogar in den öffentlichen Verkehrsmitteln lesen können, ohne Mitfahrende wegen feuchter Augen zu irritieren.
Mit zunehmenden Buchfortschritt wurde jedoch auch meine Verbundenheit insbesondere mit Tatjana enger und mich hat ihre Geschichte dann auch immer mehr berührt.

Alexander blieb für mich jedoch eine eher blasse Figur, der Fokus der Geschichte liegt aber auch eindeutig auf Tatjana.
Von der unerwarteten Freundschaft, die die beiden laut Buchbeschreibung schließen, habe ich mir allerdings mehr erwartet, einen Pakt gegen das Vergessen, ja den haben sie letztendlich aber tatsächlich geschlossen.

Ich habe festgestellt, dass ich nicht besonders viel über den Stalin-Terror weiß und fand das Buch, das mit Originaldokumenten aufwartet, auch dahingehend sehr interessant.

Insgesamt ein Buch, das sich zu lesen lohnt.

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Rezensionen von yesterday:

Atmosphärisch gelungener Nordland-Krimi

Doggerland. Tiefer Fall von Maria Adolfsson

Was den Titel angeht, bin ich nicht ganz sicher, wie der zur Geschichte passt, das Original (Sturmwarnung) finde ich besser gewählt. Abgesehen davon ist dieser Kriminalroman der schwedischen Autorin Maria Adolfsson aber gelungen.

Ihrer Protagonistin, Kommissarin Karen Eiken Hornby, bürdet privat und beruflich einiges auf.

Auch erfährt man ein wenig darüber was in Band 1 (Fehltritt) passiert ist. Sie ist zu Beginn deshalb krankgeschrieben und wie das so ist, muss sie einspringen und steht somit recht plötzlich wieder im Dienst.

Anlass ist ein unfreiwillig verunfallter Pensionist der auf der zu Doggerland gehörenden Insel Noorö lebte. Passenderweise hat Karen dort auch Familienbande, sie ist also die Idealbesetzung als Ermittlerin.

Doggerland ist eine fiktive Inselgruppe zwischen Großbritannien und Norwegen (Karte im hinteren Umschlag), was sich auch dadurch äußert, dass sehr enge Bande zum Vereinigten Königreich bestehen, viele Familien beide Nationalitäten beinhalten was sich im Namen äußert. (Der Name “Doggerland” ist aber tatsächlich überliefert und bezeichnet die Landmasse, die vor 10.000 Jahren Kontinentaleuropa und das spätere Großbritannien verband)

Die genauso fiktiven Charaktere hat man bald ebenso liebgewonnen (oder, im Fall der Verdächtigen, kennengelernt) wie die Inseln und alles zusammen ergibt ein sehr atmosphärisches, eindringliches Bild. Auch wenn leider Morde passieren und jemand dafür verantwortlich sein muss.

Durch die vielen Nebengeschichten vergisst man zwischendurch fast, dass es eigentlich Ermittlungen gibt, wobei es Karen da manchmal nicht anders ergeht. So ist die Krimihandlung nicht sehr geradlinig und flott, aber es tut sich immer etwas. Im vorderen Umschlag gibt es einen Hinweis auf den nächsten, dritten Band. Auf “Fester Grund” (soll Ende 2020 erscheinen) dürfen wir uns schon freuen. Bis dahin lässt sich die Zeit auch mit dem Nachlesen von Teil 1 überbrücken.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Sehr gute Unterhaltung

Beute von Meyer Deon

Zuletzt war er für die Sicherheit einer betuchten Holländerin zuständig. Johnson Johnson, genannt JJ, wird an den Gleisen der Bahnstrecke gefunden, auf denen regelmäßig ein Luxuszug von Kapstadt nach Pretoria verkehrt. Ist er gesprungen? Wurde er gestoßen?

Als Mbali Kaleni, Bennie Griessel und Vaughn Cupido das Docket, eine Fallakte der Abteilung Kapitalverbrechen der Kripo Kapstadt bekommen, ahnen sie nichts Gutes.

Ein Cold Case, ein Fall, bei dem die wichtigen 72 Stunden schon längst verstrichen sind. Die Aufklärung wird nicht leicht werden. Warum wird dem Mann, der augenscheinlich erstochen wurde, ein Selbstmord seitens der Sicherheitsbehörden angehängt? Was soll hier vertuscht werden?

Tobela jetzt Daniel Darret, ehemaliger Freiheitskämpfer in Südafrika, hat sich in Bordeaux zur Ruhe gesetzt und arbeitet als Hilfskraft bei einem Restaurator, als ihn seine Vergangenheit einholt. Ein letztes Mal soll er für die Freiheit Südafrikas kämpfen – in Paris.


Dies ist mein erster Thriller, den ich von dem südafrikanischen Autor Don Meyer lese. Aber auch, wenn ich die vorhergehenden Romane mit Bennie Griessel nicht kenne, hatte ich beim Lesen nie das Gefühl etwas Grundlegendes verpasst zu haben. Nach dem Lesen bin ich mir sicher: Ich habe was verpasst. Aber das lässt sich ja nachholen.

Bennie Griessel und Vaughn Cupido sind zwar zwei sehr unterschiedliche Typen. Aber ich mag sie mit ihren Ecken und Kanten beide. Auch das ich Privates von ihnen erfahre gefällt mir gut. Das macht für mich die Personen erst richtig glaubwürdig.
Mit Daniel Darret alias Tobela hingegen habe ich mich schwer getan und bin mit ihm nicht ganz warm geworden.

Die Geschichte wechselt zwischen Südafrika und Bordeaux hin und her. Neben dem Kriminalfall gefallen mir hier die Beschreibungen von Südafrika bzw. die Geschichte von Bordeaux sehr gut.

Innerhalb von 4 Wochen bewegen sich die Geschichten aus Südafrika um den Toten neben den Gleisen und „Tobela“ Daniel Darret in Frankreich ganz langsam aufeinander zu. Ohne Ansehen von Macht und Persönlichkeit werden Morde aufgeklärt, auch wenn es an die eigene Existenz und Substanz geht.

Deon Meyer versteht es, mich in die Geschichte hinein zu ziehen und er lässt mich bis zum unerwarteten Schluss nicht mehr los. Die Spannung ist, wenn auch manchmal nur unterschwellig, immer da. Es gibt aber ein paar Längen, gerade wenn es um das Private geht, worunter die Spannung schon etwas leidet. Viele kleine Geschichten nebenbei machen den Thriller komplett und rund.

Zum Schluss noch ein Glossar mit Erklärungen der afrikaassprachigen Worte, Abkürzungen und anderer Begriffe. Die meisten ergeben sich zwar aus dem Sinn des gelesenen. Aber bei anderen war ich froh, hier schnell nachschauen zu können.

Alles in allem ein interessanter, sehr gut inszenierter Polit-Thriller voller Korruption und Intrigen, der manchmal erschreckend real daher kommt. Gute Unterhaltung mit Brisanz und Spannung.

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Rezensionen von Claudia R:

kraftvoll, packend und schonungslos

Angels deserve to die von Mika D. Mon

Klappentext:

»Seine Liebe ist ein Gift, das mich mein Leben kosten kann. Ich kann der Verführung nicht widerstehen und lege mich in seine tödliche Umarmung.«
Als sie nass und durchgefroren vor meiner Tür steht, weiß ich bereits, dass ich sie nie wieder gehen lasse. Sie sieht aus wie ein Engel, der direkt aus dem Himmel in meine harte, erbarmungslose Welt gefallen ist.

Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit bittet sie ausgerechnet mich um Hilfe. Oh, mein kleiner Engel, ich kann dich vor allem beschützen, aber wer schützt dich vor mir?
Ich bin keiner von den Guten.
Ich bin nicht dein Retter.
Ich bin dein Untergang.
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Anna und Vice aus der Narbensohn-Reihe. Es kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden und spielt Zeitlich vor und während den Ereignissen von Narbensohn. Komm und folge Anna in die Arme des Teufels.

Cover:

Das Cover finde ich sehr stylisch und interessant. Die Leichtigkeit der Federn in Verbindung mit dem Stacheldraht ergeben eine besondere Stimmung und machen den Leser neugierig. Mir gefällt diese Verbindung zwischen Leichtigkeit und Widerstandsfähigkeit. Auch die Farbwahl finde ich sehr schön. Der Hintergrund ist schwarz und nur die z.T. roten Federn stechen hervor.

Meinung:

Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig und mitreißend.

Dies ist die Geschichte von Anna und Vice aus der Narbensohnreihe, die zeitlich vor und während der Narbensohn Reihe spielt. Jedoch ist diese auch ohne Vorkenntnisse bzw. Kenntnis der Narbensohn Reihe lesbar.

Ich kenne die Narbensohn Reihe nicht und bin dennoch sehr gut in die Geschichte und Geschehnisse hineingekommen. Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen und auch deren Entwicklung.

Vorab möchte ich noch auf einige wichtige Sachen hinweisen. Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und man sollte die Triggerwarnungen, die zu Beginn des Buches stehen, durchaus ernst nehmen. Das Buch enthält Themen wie Missbrauch, Gewalt, Suizid und Drogen und erhält dadurch eine sehr ernste und auch düstere Stimmung. Es wird nicht zu unrecht dem Genre Dark Romance zugeteilt, sondern eher berechtigter Maßen.

Die Geschichte ist sehr packend und aus der unterschiedlichen Sichtweise und den wechselnden Perspektiven geschrieben, die für zusätzliche Spannung sorgen.

Einerseits wird aus der Sicht des "Teufels", also Vice Sicht und dann aus der des "gefallenen Engels", also Annas Sicht geschrieben.

Anna war mir gleich von Beginn an sehr sympathisch, während ich mit Vice erst etwas warm werden musste. Die Entwicklung der beiden ist sehr erstaunlich und sehr packend und fesselnd mitzuerleben. Die Schreibweise ist sehr emotional und die Gefühle werden sehr gut transportiert, wodurch man diese sehr gut nachvollziehen und nachempfinden kann. Auch die düstere Stimmung wird gut rübergebracht.

Auf den Inhalt und die Einzelheiten zu Anna und Vice möchte ich gar nicht zu sehr eingehen, da ich sonst zu viel vorweg nehmen würde. Mir hat die Geschichte um die Beiden so wie deren Entwicklung sehr gut gefallen.

Der Titel sowie die Einordnung ins Genre ist sehr passend und zurecht gewählt. Nichts für schwache Nerven und wer mit den Triggerwörtern zu Beginn nichts anfangen kann, sollte lieber Abstand nehmen. Diesen Hinweis zu Beginn fand ich sehr gut, da dies einen durchaus vorbereitet. Auch die Gliederung und Strukturierung des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die einzelnen Kapitel und die ständigen Wechsel fand ich sehr gut gelungen.

Das Buch ist sehr packend und fesselnd und nimmt einen regelrecht gefangen, wenn man einmal in der Geschichte drin ist.

die Charaktere sind sehr tiefgründig und authentisch. Man erlebt ein Wechselbad der Gefühle und sehr facettenreiche und vielschichtige Charaktere, die sehr unterschiedlich und dennoch sehr greifbar sind. Während Vice sehr gefühlskalt, grausam und brutal ist, sprudelt Anna förmlich über vor Emotionen und Sympathie.

Diese Geschichte ist kraftvoll, packend, schonungslos und prickelnd.

Mich hat die Geschichte sehr fasziniert und förmlich gefesselt, so dass ich diese binnen weniger Stunden gelesen habe.

Fazit:

Diese Geschichte ist kraftvoll, packend, schonungslos und prickelnd.

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Rezensionen von Tara:

Anspruchsvoll – anstrengend - lohnenswert

Milchmann von Anna Burns

„Milchmann“ ist der erste Roman der Autorin Anna Burns, der in Deutsch veröffentlicht wurde. Die verschiedenen Auszeichnungen, die der Roman erhielt, haben mich neugierig gemacht und ich war gespannt, ob der Roman meinen Erwartungen entsprechen würde.

Anna Burns berichtet aus der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählt.

Sie wird von einem wesentlich älteren und einflussreichen Mann – dem Milchmann – gestalkt und zieht dadurch die Aufmerksamkeit der Leute auf sich, die ihr eine Affäre anhängen. Dies ist aber nur das Grundgerüst des Romans, in dem es vielmehr – um die politischen und religiösen Konflikte, die Menschen und das gesamte Zeitgeschehen der 1970er Jahre in Irland – geht.

Die Ausdrucksweise der Autorin erfordert viel Aufmerksamkeit. Die Sätze sind lang und verschachtelt und der Schreibstil subtil, trocken und sarkastisch.

Die Charaktere haben keine Namen, sondern werden durch ihren Bezug zu der Protagonistin oder andere Eigenarten benannt. Dadurch fand ich es schwierig eine Verbindung zu ihnen aufzubauen und sie blieben mir eher fern. An einigen Stellen ging mir die Autorin ein wenig zu sehr ins Detail und ich hätte gerne auf die brutalen Einzelheiten und das daraus folgende Kopfkino verzichtet.

In dem Buch steckte neben der Geschichte um die Protagonistin und den Milchmann so viel an historischen Hintergründen, Andeutungen, Fakten, die sich bis in die Gegenwart ziehen, dass es wahnsinnig aufwühlend ist und eine unglaubliche Brisanz enthält.

Es ist kein Roman, der unterhält und mit dem man sich wohlfühlt, aber einer der aufrüttelt, erschreckt und den man lange im Gedächtnis behält.

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Rezensionen von Tara:

Genialer Auftakt einer Trilogie – spannend & lehrreich

Code: Orestes - Das auserwählte Kind von Maria Engstrand

„Code: Orestes - Das auserwählte Kind“ ist das gelungen Debüt der Autorin Maria Engstrand und der erste Band einer Trilogie.

Die 12-jährige Malin bekommt von einem Unbekannten einem Brief überreicht, den sie in 100 Tagen an ein Kind übergeben soll, das in das Nachbarhaus ziehen wird. Tatsächlich zieht 100 Tage später Orestes mit seiner Mutter Mona und seiner kleinen Schwester Elektra dort ein.

Obwohl Orestes zunächst wenig begeistert ist, beginnen Malin und Orestes gemeinsam den Brief zu entschlüsseln und stoßen dabei auf immer mehr Geheimnisse um einen Wissenschaftler aus dem vorherigen Jahrhundert.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Malin erzählt, eine sehr sympathische Protagonistin, die ein wenig schüchtern wirkt. Ihre Mutter ist sehr mit ihrer Arbeit eingespannt und ihr Vater ist krankheitsbedingt ein wenig geschwächt. Orestes und seine Familie sind vollkommen anders. Er wirkt kühl und wenig zugänglich und seine Mutter hat einen leichten Hang zur Esoterik. Sowohl Orestes als auch Malin sind äußerst clever, zwei kleine Mathegenies, die sich durch das gemeinsame Lösen der Rätsel und Entschlüsseln der Codes annähern. Dabei ist es ausgesprochen interessant, was man alles über Codes, Rechenschieber, Rechenmaschinen, die Entwicklung der Schreibmaschine und vieles Weitere erfährt. Neben wissenswerten Fakten, weißt die Autorin auch noch auf die Risiken des Internets hin und die Gefahren, wenn man von Fremden angesprochen wird.

Der Schreibstil ist einfach und lässt sich leicht und flüssig lesen, die Handlung ist spannend und die Rätsel fordern zum Miträtseln auf und das in Kombination mit den Fakten, war für mich eine rundum gelungene Story. Das Ende ist stimmig, aber es gibt natürlich auch einen Cliffhänger, der neugierig auf den nächsten Band macht.

Der Verlag empfiehlt das Buch Lesern im Alter von 11 bis 13 Jahren, aber ich hatte ebenso viel Spaß an dem Buch - an den geheimen Codes, die entschlüsselt werden mussten, an den Rätseln und auch an den stimmigen Zeichnungen von der Illustratorin Lotta Geffenblad - wie meine Kinder. Insgesamt ist es ein tolles Leseerlebnis.

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