Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesemama:
Egal was passiert, wähle keine Seite
Night of Crowns, Band 1 - Spiel um dein Schicksal von Stella Tack
Bewertet mit 5 Sternen
Wenn der Fluch dich findet, dann zu so, als würdest du nichts merken. Lass dich auf kein Spiel ein und wähle niemals eine Seite ...
Zum Buch:
Alice ist mit ihrer Mutter nach Foxcroft gezogen. Im Wald sind zwei Internate, Chesterfield und St. Burrington, Geheimnisumwoben und sonderbar.
Alice kommt auf Chesterfield um den Sommerkurs zu besuchen, sie findet es zwar alles seltsam ahnt aber nicht wie gefährlich es ist, bis sie eine Mitschülerin versteinert im Wald vorfindet ...
Meine Meinung:
Wow, was für ein Auftakt. Es beginnt völlig harmlos, Alice und ihre Freundin sind auf einer heimlichen Party von St. Burrington im Wald als Alice zum ersten mal etwas sonderbares erlebt. Und von dieser Seite an hatte mich die Geschichte.
Stella Zack hat tolle Ideen, spannend, mysteriös aber auch romantisch wechselt Alice zwischen weiß und schwarz. Auch anderen Figuren sind interesant dargestellt. Die Atmosphäre ist richtig fesselnd, die Geschichte ist Abwechslungsteich und einfach nur genial.
Allerdings das Ende ... wie soll ich es jetzt nur bis Dezember aushalten, ich möchte am liebsten sofort weiterlesen.
Ein ganz großartiges Jugendbuch, welches mit richtig gut gefallen hat. Ich denke, es könnte ein Jahreshighlight werden. Absolut empfehlenswert.
Rezensionen von Sorko:
Korruption, Vertuschung, Verrat
Beute von Meyer Deon
Ein spannendes und aktuelles Thema, das von Deon Meyer in diesem Kriminalroman in Szene gesetzt wird. Wechselnde Örtlichkeiten, unterschiedlichen Protagonisten und eine interessante Geschichte erwarten den Leser. Griessel und Cupido, zwei unbestechliche Polizeibeamte einer Eliteeinheit, ermitteln in Südafrika in einem merkwürdigen Mordfall, der sich in einem Luxuszug ereignete.
Und der offensichtlich vertuscht werden soll. In Frankreich wird Daniel Darret für einen Mordauftrag rekrutiert. Der ehemalige Profikiller soll den korrupten südafrikanischen Präsidenten ermorden.
Griessel und Cupido verfolgen ihre wenigen Spuren mit akribischer Polizeiarbeit, die sehr detailliert und mit viel südafrikanischem Lokalkolorit beschrieben wird. Das ist an sich nicht schlecht, aber darunter leidet die Spannung im ersten Teil des Buches ein wenig. Spannender ist da schon die Geschichte in Frankreich, wo Daniel Darret sich zu einem Mordauftrag überreden lässt.
Gegen Ende des Buches lässt der Autor die Kapitel immer kürzer werden, was die Spannung steigern soll. Aber das gelingt meiner Ansicht nach nur teilweise.
Wie ich finde, wurde hier eine gute Geschichte nicht besonders gut umgesetzt. Viele Fehler in der Wiedergabe trüben das Lesevergnügen. Grammatikfehler und logische Fehler, die nicht hätten sein müssen.
Fragwürdig erschien mir beispielsweise, dass ein trockener Alkoholiker samstags immer ein Glas Wein trinkt. Oder das der Protagonist in einen Peugeot einsteigt, und auf der nächsten Seite hält er an und schaltet die Scheinwerfer im Renault aus.
Grammatikfehler wie z. B. auf S. 192: „Er fütterte ihm.“ kommen einige vor.
Dies sind nur wenige Beispiele von etlichen, die mir den Lesespaß doch etwas getrübt haben. Schade, ich denke, da wäre mehr drin gewesen.
Rezensionen von Lilli33:
Wie deprimierend!
Die Dunkelheit deiner Seele von Kate S. Stark
Inhalt:
Lenora Hagen hat eine schlimme Vergangenheit hinter sich. Mit dem Stipendium an der Akademie Dunkelfelsen, wo sie Kreatives Schreiben studiert, scheint sich ihr Leben endlich zum Besseren zu wenden. Doch die Begegnung mit Kilian, der sie stets mit einem mörderischen Blick betrachtet, wirft Lenora immer wieder aus der Bahn.
Bis eines Tages ihr Leben in Gefahr ist …
Meine Meinung:
Besonders das tolle Cover, aber auch der Klappentext, sprachen mich direkt an und suggerierten eine spannende und interessante Story. Weit gefehlt! Ich hatte mich auf dieses Buch gefreut und wollte es wirklich mögen - es ist mir leider nicht gelungen. Ich musste mich geradezu zum Weiterlesen zwingen.
Beide Protagonisten - Lenora und Kilian - waren mir so was von egal. Ich kam ihnen einfach nicht nahe. Lenora jammert die ganze Zeit rum, zweifelt an allem und jedem, kann sich nicht entscheiden, ist wankelmütig und wütend, wütend, wütend. Die Wörter „Wut“ oder „wütend“ kommen ca. 60 Mal in diesem Roman vor! Ich fand das so deprimierend. Dazu trug auch Kilian mit seinen bösen Blicken und fiesen Handlungen bei, für die ich keinen Grund erkennen konnte.
Es gelang mir während der ganzen Lektüre an kaum einer Stelle, die Handlungen und Gefühle der Protagonisten nachzuvollziehen. Es werden immer nur sehr viele Andeutungen gemacht, aber es gibt keine vernünftige Erklärung. Dabei ist die Romanhandlung sehr dürftig. Es passiert kaum etwas, außer dass die beiden Hauptpersonen sich gegenseitig das Leben schwermachen.
Auch der Schreibstil ist leider nicht wirklich grandios. Ich habe ihn eher als hölzern, dann wieder als schwülstig oder zu flapsig empfunden. Erzählt wird aus Lenoras Ich-Perspektive in der Gegenwart, was einen normalerweise mitten in die Story hineinzieht. Hier passiert das leider überhaupt nicht, vielleicht weil es gar keine richtige Story gibt und die „Helden“ nur nerven. Es gibt unheimlich viele Wiederholungen - irgendwie müssen die Seiten ja gefüllt werden. Zum Spannungsaufbau trägt das aber leider nicht bei.
Nachdem lange Zeit nicht viel passiert, kommt das Ende dann recht abrupt, ohne dass geklärt wurde, was in Lenoras Kindheit und Jugend genau geschehen ist und warum sie für Kilian gefährlich sein soll, wie es im Klappentext heißt.
„Die Dunkelheit deiner Seele“ ist der Auftaktband einer geplanten Trilogie. Die weiteren Bände werde ich mir sicher nicht antun.
Rezensionen von Manfred Fürst:
Lost 3 ist nicht aller Tage Abend, Lost kommt wieder, keine Frage.
Weiße Fracht von Gil Ribeiro
Die nächste, die dritte Liebeserklärung an die Algarve von Gil Ribeiro. Er hat sich in die portugiesische Algarve verliebt und damit zu seiner zweiten Heimat gemacht. Er schildert die Landschaft, die Menschen, das Essen mit einer grenzenlosen Euphorie und es wunderte mich nicht, wollte der Provinzgouverneur ihn zum Ehrenbürger auf Lebenszeit ernennen.
Seine Schilderungen könnten eins zu eins in einen Reisführer übernommen werden. Doch sind die touristischen Erfahrungen im Ausland und ein jahrelanges Leben dort zwei völlig verschiedene Dinge. Ich bin mir sicher, viele werden dem zustimmen.
Saudade: Das portugiesischste aller Gefühle gehört zu den „schönsten Wörtern der Welt“. Saudade ist mehr als ein Wort. Der Begriff steht auf Portugiesisch für ein unübersetzbares Gefühl aus Sehnsucht, Melancholie, Schmerz, Nostalgie und Einsamkeit – und doch ist die Saudade so wunderschön.
Zara: [ˈθaɾa] mit dem stimmlosen dentalen Frikativ: Lege die Zungenoberfläche gegen den unteren Teil der Rückseite der oberen Zähne und produziere einen Luftstrom. Lass deine Stimmbänder nicht vibrieren.
Das sind sie wieder, die Darbietungen von gastronomischen Leckerbissen der portugiesischen Küche: Bifana, Pastéis de Nata, Frango piri piri,…
Ich habe einen Vorschlag für die Besetzung des Sub-Inspektors Miguel Duarte sollte die „Weiße Fracht“ verfilmt werden: Louis de Funès.
Leander und Soraia haben „Schmetterlinge im Bauch“. Leander wollte sagen: „Von anthropologischen und biologischen Standpunkt kann das nicht sein, zudem bin ich kein Lepidopterologe.“
Ein Gericht mit regionalen Zutaten „Südost-Algarve“ plus dem Leben und Treiben der Portugiesinnen und Portugiesen, der portugiesischen Polícia Judicária, einer fortgeführten Aufklärung über berufliche und private Aspekte eines Aspi, Leander Lost und einer kriminalistischen Zutat: Kokain mit allen nicht gesetzlichen Fassetten.
Lost 3 ist nicht aller Tage Abend, Lost kommt wieder, keine Frage.
Rezensionen von la_stellina:
Ein Bayer und ein Hamburger in Afrika
Das kann uns keiner nehmen von Matthias Politycki
Der Hamburger Hans hat mit Afrika noch eine Rechnung offen und reist für die Besteigung des Kilimandscharo nach Afrika. Auf dem Berg, sich nach Ruhe sehnend, um endlich von Mara Abschied nehmen zu können, trifft er auf Tscharli einen Bayer wie aus dem Bilder-Buche. Hans ist binnen kürzester Zeit sehr genervt von der Anwesenheit, dem überheblichen Machogehabe des Tscharli und auch von seinem Verhalten den Einheimischen gegenüber.
Eine Übernachtung im Krater des Kilimandscharo schweißt die beiden jedoch enger zusammen als ihnen lieb ist. Und so kommt es, dass Hans, Tscharli auf seinem letzten Trip quer durch Sansibar weiterbegleitet. Dabei erleben sie so einiges und müssen ihre Meinung über den jeweils anderen mehrfach revidieren. Es sieht sogar so aus als würden sie noch Freunde werden.
Politycki schreibt auf eine sehr spezielle Weise die selbst ein paar Wiederholungen in der Handlung (Barbesuche) unterhaltsam werden lassen. Ich fand den Schreibstil sehr angenehm und unaufgeregt und zur Lektüre passend.
Rezensionen von christina.hirschberger@gmail.com:
Brandheiße Spannung
Abgefackelt True-Crime-Thriller. Kartoniert. von Tsokos Michael
> Handlung
Der Rechtsmediziner Paul Herzfeld hat einen nervenaufreibenden Fall hinter sich [Band 1]. Um sich wieder ein wenig erholen zu können, wird er für eine kurze Zeit in der Pathologie der Klinik in Itzehoe eingesetzt. Doch auch dort bleibt es nicht so lange ruhig und entspannt, denn Herzfeld findet die Umstände um den Tod seines Vorgängers seltsam und mit seiner gesunden Neugier und schnellen Auffassungsgabe kommt er einigen Personen gefährlich nahe, die man nicht aus der Nähe kennenlernen möchte.
> Charaktere
Man lernt Paul Herzfeld als fast arbeitswütigen Rechtsmediziner kennen, der sich richtig in seinen Fällen verbeißen kann. Genau genommen ist es jedoch nicht seine Aufgabe, die Fälle von der Kriminalpolizei zu lösen, wodurch er immer wieder in Kompetenzkonflikte gerät. Das schwierige Verhältnis zu seiner Familie spielt auch in diesem zweiten Band eine wichtige Rolle.
> Leseerfahrung
Es empfiehlt sich, die „richtige“ Reihenfolge der Bände einzuhalten: 1. Abgeschlagen, 2. Abgefackelt und 3. Abgeschnitten. Das Buch Abgeschnitten ist zwar vor den beiden anderen Bänden erschienen, folgt aber inhaltlich auf Abgeschlagen und Abgefackelt. Der Cliffhanger am Ende des zweiten Bandes hat mich sehr neugierig gemacht und ich werde direkt mit Abgeschnitten weiterlesen.
Insgesamt haben mir beide Bände sehr gut gefallen, da die Spannung konstant hoch war und man der Handlung trotz gewisser Komplexitäten gut folgen kann.
Der besondere Nervenkitzel ruht daher, dass Michael Tsokos True Crime-Krimis schreibt – d.h. dass seine Bücher auf wahren Begebenheiten basieren. Interessant finde ich auch, dass er immer wieder kleine Nebenerzählungen einbaut, die von anderen Fällen erzählen.
> Fazit
Die Krimis von Tsokos sind allesamt sehr spannend und durch die Sichtweise des Rechtsmediziners mal was anderes, als die typischen Kriminal-Romane. Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Sachlicher Zugang zu einem emotionalen Thema
Unsichtbare Frauen von Caroline Criado-Perez
Die Journalistin und Autorin Caroline Criado-Perez beschreibt sachlich und mit Humor, wie durch typische Vorurteile und Vereinheitlichung der Sprache die Mehrheit der Erdbevölkerung ignoriert wird, nämlich die Frauen.
Frauen stellen die Mehrheit der Einwohnerschaft der meisten Länder und werden dennoch nicht wahrgenommen.
Warum? Diesem Phänomen geht sie in sechs Themenbereichen nach. Diese sind:
Alltagsleben
Arbeitsplatz
Design
Medizin
öffentliches Leben
Katastrophen
Anhand von zahlreichen Bespielen erklärt sie, dass so manche Fehlplanung einfach dadurch passiert, weil die Auftraggeber (meist männlich dominierte Regierungen) die betroffenen Frauen nicht fragen. So wurden nach Naturkatastrophen wie nach dem Tsunami oder dem Hurrikan Katrina schnell Häuser errichtet, doch, weil Männer selten kochen und die Frauen nicht gefragt wurden, hat man diese Häuser ohne Küchen errichtet.
Arbeits- und Schutzbekleidung wird ohne Anpassung an die weibliche Anatomie hergestellt. Man produziert sie einfach nur ein paar Nummer kleiner. Frauen sind aber keine kleinen Männer! Dass bei unpassender Schutzkleidung für Polizistinnen oder Soldatinnen die Schutzfunktion verloren geht, bedenkt hier niemand. Allerdings, welchen Aufstand würde es geben, wenn Hosen produziert würden, die Männer an ihren intimen Stellen zwicken und zwacken würden?
Auch manche gesellschaftspolitischen Traditionen gehen zu Lasten der Frauen: Weil sich die (muslimischen) Frauen eher in den Häusern aufgehalten haben, sind in Sri Lanka während des Tsunami viermal mehr Frauen gestorben als Männer. Sie konnten sich nicht mehr in Sicherheit bringen, weil sie einerseits die Warnung nicht hörten (keine Radio) und zweitens weil es ihnen häufig verbieten ist, ohne männliche Begleitung in die Öffentlichkeit zu treten.
Auch auf medizinischer Ebene geraten Frauen ins Hintertreffen. So gibt es erst seit Kurzem Lehrstühle für „Gender Medicine“, in denen die unterschiedlichen Wirkungsweisen der Medikamente aauf Frauen untersucht werden. Frauen haben ein weitaus höheres Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben als Männer. Einfach deswegen, weil die Symptome anders sind und deshalb nicht als Herzinfarkt erkannt werden.
Für Studien an Frauen werden nicht so leicht Forschungsgelder locker gemacht als für Studien an Männern, obwohl der Markt riesig wäre.
Meine Meinung:
Die Autorin schreibt sachlich und streut auch immer wieder ein paar humorvolle Kommentare ein. Das Buch ist leicht zu lesen und nicht von (unnötiger) Fachsprache überladen.
Die Autorin verzichtet auf den vorwurfsvollen Ton mancher Feministinnen. Manche Dinge sind eben leider seit langem Tradition, die nur langsam aufgebrochen werden kann. Manches ist unbewusst und ohne böse Absicht. Allerdings ließen sich doch einige Dinge leicht ändern: So könnten in Schulbüchern die Stereotypen verändert werden. Statt ausschließlich männliche Wissenschaftler wie Einstein & Co. zu nennen, wäre es an der Zeit weibliche Wissenschaftlerinnen wie Renée Schröder etc. vor den Vorhang zu bitten.
Das Buch ist penibel recherchiert. Manches, was bis lang nur ein „dumpfes Gefühl“ war, hat die Autorin durch Hard Facts und Zahlen untermauert.
Sehr gut gefällt mir, dass die Autorin nicht jammert, dass die Gleichberechtigung noch nicht in allen Bereichen des Lebens angekommen ist. Stattdessen macht sie ganz konkrete Vorschläge, wie es besser gemacht werden kann. Man braucht „nur“ die Frauen fragen, ihren Antworten zuhören und entsprechend handeln. Ich bin von ganzem Herzen überzeugt, dass sich z.B. der Wohnbau nicht verteuert, wenn man die Küche als zentralen Raum plant, anstatt sie an das Ende der Wohnung verbannt.
Man kann es nicht oft genug sagen und schreiben: Nutzt die weibliche Perspektive, nutzt die Ideen der größeren Hälfte der Bevölkerung!
Fazit:
Die sachliche Darstellung ohne Polemik, dazu zahlreiche Beispiele, die gut zum besseren Verständnis beitragen, lassen mich diesem Buch 5 Sterne und eine Leseempfehlung geben.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Schöne Sprache, aber nicht so mein Fall
Das Andere von Peter Simon Altmann
Klappentext:
Jakob Waltz, ein erfolgreicher Unternehmer, beschließt nach einem Herzinfarkt, sich radikal zu verändern. In der neu gewonnenen Freiheit folgt er den Spuren des französischen Arztes und Schriftstellers Victor Segalen, der vor mehr als hundert Jahren in Peking gelebt hat. Auf seinen Reisen nach China und Thailand muss Waltz jedoch feststellen, dass es nicht so einfach ist, die Vergangenheit von sich abzustreifen und seinem Leben einen neuen Sinn zu geben.
Dabei wird ihm die Idee des Anderen, wie sie Segalen konzipiert hat, zur obsessiven Wunschvorstellung.
Meine Meinung:
Ich habe hier ehrlicherweise etwas anderes erwartet. Was genau? Rückblenden in die hektische Welt des Unternehmers in Shanghai oder so ähnlich. Stattdessen begleite ich Jakob Waltz auf seinen entschleunigt wirkenden neuen Lebensabschnitt.
Die Suche nach dem neuen Sinn im Leben des Jakob Waltz entpuppt sich sowohl für ihn als auch für den Leser stellenweise als Allegorie auf die Wirklichkeit.
Der Protagonist scheint unentschlossen und wabert ein wenig durch das Leben. Einzig die Spuren, die Victor Segalen hinterlassen hat, interessieren den ehemaligen Unternehmer. Ihnen folgt er, mehr oder weniger erfolgreich.
Der Autor Peter Simon Altmann hat hier eine elegische Erzählung geschaffen, die jetzt nicht so ganz mein Lieblingsgenre trifft.
Der Sprachstil ist elegant, feinsinnig und wirkt manchmal melancholisch.
Fazit:
Ein Ausflug in eine Welt, die sich mir (noch) nicht erschlossen hat, daher nur 3 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Statistik - einmal humorvoll
Statistisch gesehen von Klemens Himpele
Klemens Himpele, ein nach Wien eingewanderter Deutscher und Leiter der Wiener Magistratsabteilung Wirtschaft, Arbeit und STatistik, erzählt in diesem Buch, amüsante Geschichten von Deutschen und Österreichern. Worin sich die beiden Länder unterscheiden und was sie trotz der trennenden, weil gemeinsamen Sprache, vereint.
Das Buch beginnt - wie sollte es anders sein - mit einem Vorwort, das ein wenig über Statistik, Zufälle und Zusammenhänge berichtet.
Das Buch selbst ist in drei große Abschnitte und darunter in viele kleine Kapitel geteilt
Teil I - Piefke und Ösis
Teil II - Eine Reise durch Österreich
Teil III - Wien, Wien, nur du allein
Während im ersten Teil u.a. deutsche und österreichische Städte gegenüber gestellt werden, begeben wir uns im zweiten Teil auf eine Reise durch meine schöne Heimat. Ganz entzückend habe ich die Idee gefunden, den Text unserer Bundeshymne als Aufhänger zu nehmen.
Im dritten Teil beschäftigt sich der Autor mit der Bundeshauptstadt Wien und seiner Bevölkerung, die beide als „anders“ beschrieben wird. Nämlich als besonders grantig (= missmutig), nörgelnd und zu weilen als ausländerfeindlich, obwohl ein echter Wiener ja zumindest eine böhmische Großmutter haben muss. Alles nicht war! Es stimmt, dass für uns das Glas eher halb leer als halb voll ist, doch das gilt, wenn man diese Buch hier aufmerksam liest, auch für den Rest von Österreich.
Es stimmt allerdings, dass „der Tod ein Wiener sein muss“, denn nirgends gibt es so eine skurrile Beziehung zum Sterben wie in Wien. Das beginnt schon damit, dass der Wiener Zentralfriedhof neben Hamburg-Ohlsdorf der zweitgrößte Friedhof Europas ist, den Hamburger aber mit mehr als 330.000 Grabstellen übertrifft. Um den Anwohnern im 19. Jahrhundert die lange Reihe von Leichenfuhrwerken zu ersparen, haben der Architekt Josef Hudetz und der Ingenieur Franz von Felbiger eine Rohrpostanlage zum Leichentransport ersonnen. Mit rund 27 km/h sollten die Leichen an ihren letzten Bestimmungsort gebracht werden. Nun, wie viele bahnbrechende Ideen kreativer Köpfe wurde sie nicht verwirklicht. Aber, ein Bestattungsmuseum gibt es, in der „Langen Nacht der Museen“ darf man hier sogar in einem Sarg „Probe liegen“. Und mit „Es lebe der Zentralfriedhof“ hat Austro-Popper Wolfgang Ambros eine Ode an diese Oase der Ruhe geschaffen. Hier sagen sich sprichwörtlich Fuchs und Hase gute Nacht. Seit neuestem gibt es eine Jogging-Route durch den Friedhof, was nicht von jedem goutiert wird. Jener Teil, der Berühmtheiten beherbergt, ist ein Anziehungspunkt sowohl von Einheimischen, Zuagrasten und Touristen.
Im Ranking der „Lebenswertesten Städte der Welt“ hat Wien im nun Melbourne den Rang abgelaufen. Net schlecht! Doch was raunzt (motzt) der Wiener? Man habe ja nur die Manager, die sich nur wenige Tage in Wien aufhalten befragt, die eigentlichen Bewohner aber nicht. Doch Klemens Himpele kann mit Zahlen untermauern, dass der erste Platz für Wien durchaus gerechtfertigt und plausibel ist.
Vor allem beneiden uns Großstädte wie Hamburg oder Berlin um unseren sozialen Wohnbau. Über 220.000 Gemeindewohnungen befinden sich im Eigentum der Stadt und stellen günstigen Wohnraum für die Bevölkerung zur Verfügung. Davon können andere Städte nur träumen! Auch das klaglose Funktionieren der Müllabfuhr, die Versorgung mit bestem Hochquellenwasser oder Fernwärme, Gas und elektrischer Energie ist ein Pluspunkt der knapp an der 2 Millionen Einwohner zählenden Stadt.
Wien war und ist eine Einwanderungsstadt - auch wenn das der eine oder andere Politiker nicht einsehen will. Waren es im 19. Jahrhundert und bis zum Zusammenbruch der Monarchie hauptsächlich Einwanderer aus den Binnenländern, so kommen die heutigen Einwanderer aus der EU. Die zahlenmäßig größte Gruppe der Deutschen lebt übrigens in Tirol. Hier ist das Trennende der gemeinsamen Sprache nicht ganz so ausgeprägt wie in Wien. Denn „Melange“ versteht man schon in St. Pölten (ca. 100 km westlich von Wien) nicht mehr. Dort heißt das köstliche Kaffeegetränk „Verlängerter“ und schmeckt meist auch so.
Fazit:
Wer sagt, dass Statistik trocken und humorlos präsentiert werden muss? Diese Buch beweist, dass auch Zahlen ihren Charme haben. Dafür gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von csac:
Eine umfassende und spannend gestaltete Chronik der Tiroler Bergrettung
Ehrensache Leben retten von Walter Spitzenstätter
Zum Inhalt: Menschen sind wohl schon immer in die Berge gegangen, viele sind wohlbehalten heim gekehrt, manche dabei leider auch verunglückt.
Von ihrem Schicksal erzählt diese umfassend recherchierte Chronik, von den Verunglückten und ihren Rettern.
In insgesamt 414 Seiten wird die Geschichte der Bergrettung nacherzählt, von der Entstehung des Bergrettungsgedankens, ersten Rettungsexpeditionen bis hin zum Aufbau eines organisierten alpinen Rettungswesens.
Dabei spiegeln detaillierte Einsatzberichte die Schwierigkeiten der Anfänge wider und lassen den Leser angesichts des Mangels an spezieller Ausrüstung staunend zurück. Getragen von dem heroischen Grundgedanken, in Not geratenen Menschen zu Hilfe zu eilen, riskierten diese Pioniere oft ihr Leben und scheuten keine Gefahr, zu retten und zu schützen.
Auszugsweise für viele andere beeindruckende Einsatzberichte möchte ich an dieser Stelle die Dokumentation des ersten Lawinenopfers 1897 schildern: Dabei machte sich „eine Schar von Bauern“ auf, um einen Verschütteten zu suchen. Vergeblich. Am nächsten Tag „fuhren Innsbrucker Mitglieder des Alpenclubs, Gendarmen und Kaiserjäger mit Fuhrwerken“ in das Gebiet, um den gewaltigen Lawinenkegel zu durchpflügen. 14 Tage sollten die Sucharbeiten dauern, doch alle Mühe war umsonst. Die Leiche aperte erst Ende Mai am Ende der Lawine aus.
Aufgrund der beschriebenen Eindrücke entstand 1898 eine erste Alpine Rettungsgesellschaft in Innsbruck. Dieses Rettungswesen wurde dann aber bereits 1902 an den Alpenverein übertragen und entwickelte sich im nächsten Jahrhundert allmählich zur heutigen Bergrettung weiter.
Es würde zu weit führen, nun auf die Vielzahl der Rettungsdokumentationen, auf die Einsatzberichte, die Schilderung der internen Organisation der Bergrettung und ihrer Funktionsperioden oder aber auf das umfangreiche Bildmaterial näher einzugehen. Auszugsweise möchte ich daher nur das spannende Kapitel über den allmählichen Einsatz von Hubschraubern sowie den fesselnden Beitrag zum Absturz der „Britannia“ am Glungezer, die größte Flugzeugkatastrophe in Österreich 1964, erwähnen.
Auch der Abschnitt über Frauen im Bergrettungswesen sei genannt, der erst 2001! zu einer Änderung der Satzung der BR führte.
Fazit: Ein sehr informatives und kurzweiliges Buch, in dem man auch als Laie im Bergrettungswesen immer wieder mal blättern und das Geschilderte auf sich wirken lassen kann. Faszinierend ist dabei auch die gewaltige Bilddokumentation. Ein herzliches Dankeschön gebührt dem Autor für diese jahrelange Recherche zu einem wichtigen Teil der Tiroler Geschichte, die untrennbar mit den Bergen verbunden ist.











