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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bibliomarie:

Kreis und Fisch

Die Oxford-Morde von Martínez Guillermo

Vor knapp 15 Jahren wurde der Krimi „Die Pythagoras-Morde“ des argentinischen Schriftstellers Guillermo Martinez zum ersten Mal veröffentlicht. Nun bringt der Eichborn Verlag das Buch mit dem Titel „Die Oxford-Morde“ neu heraus.

Der Krimi spielt in Oxford. Wo sonst? - könnte man fragen. Ein Buch, das Mathematik und Philosophie als Hintergrund für ein raffiniertes Mörderspiel wählt, passt doch ausgezeichnet in die altehrwürdige Universitätsstadt.

Kurz die Handlung: Ein junger argentinischer Doktorand der Mathematik kommt nach Oxford und nimmt Logis bei der Professoren-Witwe Mrs Eagleton, die er kurz darauf ermordet in ihrem Wohnzimmer findet. Eine geheimnisvolle Botschaft wendet sich wohl direkt an den renommierten Professor Seldom, der auch unseren Stipendiaten unter seine Fittiche nimmt. Es bleibt nicht bei einem Todesfall, die kryptischen Zeichen bei den Toten weisen auf ein mathematisches Rätsel, das der Professor für die Polizei entschlüsseln soll.

Zusammen mit dem Erzähler tauchen wir in die Welt der Mathematik ein, Fermats letzter Satz, der Satz des Pythagoras, die Fibonacci-Zahlen und mehr scheinen bei der Auflösung eine Rolle zu spielen. Aber es ist keine trockene Lehrstunde, Gott sei Dank, denn Mathematik war noch nie meine Stärke.

Es ist eine intelligente Spielerei, die fast die Morde aus den Augen verliert. Auch der junge Doktorand verliert sich beinahe im Labyrinth der Lehrsätze, aber dann fällt ihm der entscheidende Hinweis ins Auge.

Ein wenig fühlt man sich beim Ich-Erzähler an den Autor selbst erinnert, der als junger Mathematiker zwei Jahre in Oxford lebte. Wie schön, dass er die Vielzahl an Oxford-Romanen um diesen intelligenten und unterhaltsamen Krimi bereichert hat.

Der Krimi war eine echte Entdeckung für mich, ganz klassisch im Aufbau, bezieht er den Leser in die Lösung mit ein. Ein intelligenter und unterhaltsamer Roman, der mir ausgezeichnet gefallen hat.

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Rezensionen von Lesemama:

Für ein Kinderbuch zu wenig Spannung

Carla Chamäleon: Oh Schreck, ich bin weg!; . von Franziska Gehm

Bewertet mit 3 Sternen

Zum Buch:

Carla ist ein schüchternes Mädchen und muss nach den Ferien alleine den Schulalltag bestehen, denn ihre beste Freundin ist ans andere Ende der Welt gezogen.
Am ersten Schultag möchte sie am liebsten unsichtbar sein, vor allem als der Neue, Jan-Ole, ausgerechnet den Platz neben Carla beansprucht.

Das Carla allerdings wirklich unsichtbar werden kann bzw. mit ihrer Umwelt verschmilzt wie ein Chamäleon, war so nicht geplant ...

Meine Meinung:

Der Klappentext und das Cover haben mich neugierig gemacht. Ich erwartete eine lustige, aber auch spannende Geschichte über Carla-Superheldin. Aber es ging viel zu lange über Carla, das Mäuschen, Carla die sich nichts zutraut. Auch Carlas Eltern waren keine Hilfe, sind sie doch sonderbar, die Mama arbeitet im Zoo und bringt immer wieder Tiere mit nach Hause, der Papa macht Fahrradklingelmusik und ansonsten wohl nichts. Carlas Schwester baut Stinkbomben und so geht es immer weiter.
Jole (Jan-Ole) ist ein liebenswerter Chaot, der Carla in so nach peinliche Situation bringt. Allerdings ist die nur Carla peinlich.
Alles in allem fand ich die Geschichte unheimlich langatmig und fad, erst am Ende kam ein bisschen Fahrt auf, aber wirklich neugierig hat sie mich/uns nicht gemacht.
Dieser erste Teil diente wohl hauptsächlich dazu mit allen Figuren bekannt zu werden, aber für mich ging das nach hinten los.

Für ein Kinderbuch war es viel zu langatmig und es dauerte viel zu lange, bis endlich mal was passierte. Dann wären am Ende auch viel zu viel Unklarheiten. Also mich konnte es leider nicht überzeugen.

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Rezensionen von heinoko:

Überlieferter Geisterfluch begegnet nüchternen Ermittlungen

Das kalte Echo von Roz Watkins



Zugegeben, es wird viel Tee getrunken in diesem Buch. Mit Zucker oder ohne, mit Milch oder ohne, immer aber mit Teebeutel. Und wenn gar nichts mehr hilft, gibt es Kaffee. Das ging mir zwischendrin schon mal auf die Nerven. Doch insgesamt gesehen hat mich das Buch durchweg gut unterhalten.

In einer Höhle mitten in einem unzugänglichen Gebiet von Peak District (es lohnt sich, diese Gegend zu googeln!) wird die Leiche eines Rechtsanwaltes aufgefunden.

Gestorben durch Gift. Selbstmord liegt nahe. In der Felswand sind seine Initialen eingemeißelt, dazu ein Bild von einem Sensenmann. Allerdings schon mehr als hundert Jahre alt. DI Megan Dalton, gehandicapt mit einem Gehfehler und Höhenangst, ermittelt wegen Mord und fühlt sich gefangen in einem Spagat zwischen überliefertem Geisterfluch und rationalen Ermittlungen. Ihre ganz persönlichen Dämonen machen ihr die Arbeit auch nicht gerade leichter.

Mit viel Selbstironie lässt die Autorin Meg Dalton selbst von ihrer „Mission Neustart in Derbyshire“ und ihrem ersten Fall berichten. Durch die sehr anschaulichen, bildhaft vorstellbaren Beschreibungen fühlt man sich als Leser sehr schnell eingesponnen in das Umfeld von Meg. Immer ist es kalt. Oder es regnet. Oder es ist kalt und regnet. Der Kollege Craig ist ein Fiesling, wie er schlimmer nicht sein könnte. Megs Wohnung ist alles andere als ein Wohlfühlort. Und die Menschen, denen Meg begegnet, sind entweder seltsam oder lügen oder sind krank. Also irgendwie eine arg verfrorene Angelegenheit. Und doch hatte das Buch für mich seinen Reiz. Vielleicht weil sich im Verlauf der Seiten immer mehr und nachvollziehbar erklärte, weshalb Meg so ist wie sie ist. Oder weil, tröstlich für den Leser, der feinfühlige Kollege Jai immer zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Vielleicht auch, weil ich immer wieder auflachen musste über witzige Wortscharmützel. Und mir gefielen die eingestreuten intelligenten Verknüpfungen („ein Gebäude wie ein Mondrian-Verschnitt“, „ein Hund, der über den Rand seines Körbchens floß wie Dalis Uhren“), oder auch, wie Sterbehilfe thematisiert wurde. Lange Zeit blieb ich wie Meg ziemlich orientierungslos in den Ermittlungsschritten und in den vielen nicht zueinander passenden Zeichen stecken. Doch das irrsinnig spannende, temporeiche Ende entschädigte mich schließlich voll und ganz für so manche unnütz getrunkene Tasse Tee…

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Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:

Großartig

Ich bleibe hier von Marco Balzano

Ein sehr berührender Familienroman aus einem Südtiroler Bergdorf über den Zeitraum nach dem ersten Weltkrieg bis zur Errichtung des Stausees beim Reschenpass. Eine wunderbar einfache Sprache, die ihrerseits die Schlichtheit des geschilderten Lebensalltags im Bergdorf noch einmal verstärkt. Die Geschichte zeigt auch, wie eng der Spielraum für (Über)Lebensentscheidungen in einem Bergdorf für die Menschen vor allem dann wurde, als der Nationalismus und nachfolgend der Faschismus sich ausbreiteten.

Auch zeigt es sehr nachdrücklich, dass nach dem Überleben des Krieges, Konzerne mit politischen Verknüpfungen ganze Landstriche nachhaltig verändert und Menschen ihre angestammte Lebensgrundlage verloren haben.

Nebenbei: Hintergründe für Stadtviertel mit Bezeichnungen wie „Kanaltaler Siedlung“, „Südtiroler Siedlung“ können in diesem Buch nachgelesen werden.

Sehr empfehlenswert und deshalb 5 Sterne

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Rezensionen von Mag. Martina Weitlaner:

Ein hervorragendes und sehr wichtiges Buch!

Heilkraft der Alpen von Arnulf Hartl; Christina Geyer

Dieses Buch bestätigt meine eigene Erfahrung , dass wandern gegen Depressionen hilft! Und das ohne gesundheitsschädliche Nebenwirkungen! Es ist ein äußerst wertvolles Buch !

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Rezensionen von Nele33:

Persiflage

Heilkraft der Alpen von Arnulf Hartl; Christina Geyer

Gerhard Henschels "Soko Heidefieber" ist eine Persiflage auf das Genre Regionalkrimi.

Eine Krimi Lesung und kurz danach wird der Autor ermordet. Ermordet nach dem Vorbild seines eigenen Krimis.
Ein Fall für den Kommissar Gerold Gerold (alleine dieser Name) und seine Kollegin Ute Fischer.

Nachdem der nächste Autor wieder nach den Szenarien seines Buches umgebracht wird, wird die Soko Heidefieber gegründet. Es reiht sich Leiche an Leiche und die Regional-Krimi Autoren in Deutschland und sogar Österreich leben in Angst und Schrecken. Wer von ihnen wird das nächste Opfer sein.

Leser, die einen ernsten Über-Regional Krimi werden enttäuscht sein, nimmt Gerhard Henschel dieses Genre doch dermassen überspitzt aufs Korn, dass man denken könnte, das Satire Magazin Titanic hätte seine Finger im Spiel gehabt. Zeitweise habe ich mich ob der Absurdität des Verlaufs der Geschichte köstlich amüsiert und auch der ein oder andere Lacher sind mir beim Lesen herausgerutscht.
Teilweise störten die eingeschobenen Mundart- Sätze den Lesefluss, machten den Krimi aber damit gerade sehr authentisch. Die Sprache ist einfach gehalten und stellt keine großen Ansprüche an den Leser.
Ich lasse es mal dahingestellt, wie die Regionalkirmi - Autoren mit diesem Buch umgehen, ob der Humor ausreicht, wenn das eigene Schreiben dermassen durch den Kakao gezogen wird.

MIr persönlich hat dieser doch ganz andere Regional Krimi gut gefallen, ein nettes Buch für zwischendurch auf dem Balkon.

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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Viel Rosé, Croissants und eine Leiche im Pool

Tod in Saint Merlot von Serena Kent

Eine Britin in der Provence - das erinnert mich doch sehr an Peter Mayle. Deshalb war ich gespannt, vielleicht auch ein wenig skeptisch, auf das, was mich in "Tod in Saint Merlot" erwarten wird.

Doch schon von Anfang an war mir Penelope Kite sympathisch. Die ehemalige Assistentin eines forensischen Pathologen im britischen Innenministerium lässt sich mit 50 Jahren frühpensionieren und kauft sich ein Häuschen in der Provence.

Weit weg von ihrem Ex-Mann und dessen erwachsenen Kinder, die beide total entsetzt sind, dass Penelope so weit weg zieht, weil sie nun niemanden mehr haben, der ihre Kleinkinder hütet. Ihre angeheiratete Familie kommt nicht wirklich gut weg und man versteht sofort, wieso Penelope aus Surrey fortziehen will. Was sie beruflich genau gemacht hat, wird mit der Zeit erläutert. Wer hätte gedacht, dass ihre Berufserfahrung ihr so bald helfen wird? Sie wohl am allerwenigsten.

Kaum hat sie die erste Nacht in ihrem renovationsbedürftigen Haus namens Le Chant d'Eau, verbracht, wird eine Leiche in ihrem Pool aufgefunden. Der Bürgermeister identifiziert die Leiche und die Polizei gibt sich schnell damit zufrieden. Doch etwas an der Leiche kam Penny komisch vor und als sie dies mit ihrer Immobilienhändlerin Clémence Valencourt und der Poliziei besprechen will, tun sie Pennys Einwand ab.

Leider kehrt auch später keine Ruhe ein: es wird eingebrochen, es wird geschossen, gemauschelt und der Bürgermeister wie auch die Immobilienhändlerin verhalten sich teilweise sehr auffällig. Kann Penny ihnen vertrauen oder haben die beiden etwas mit all diesen Vorkommnissen zu tun?

Penny ist sich bis zum Schluss nicht sicher - und auch ich hatte nicht die geringste Vermutung, wer zum Täterkreis gehören könnte. Serena Kent, ein Pseudonym für das schreibende Ehepaar Deborah Lawrenson und Robert Rees, macht es enorm interessant. Immer wieder passiert etwas Unerwartetes, was für den Leser sehr spannend, für Penny aber vor allem nervenaufreibend ist.

Neben all der Aufregung kommt das Provence-Flair dennoch nicht zu kurz. Penelope kann über sich selbst lachen, wenn sie sehr britisch sehr viel Rosé trinkt und Croissants isst. Ihre Freundin Frankie, die zwischendurch auf Besuch kommt, und die anderen Charaktere - egal ob Einheimische wie der Gärtner, der Bäcker oder Zugezogene wie Bürgermeister Laurent oder Clémence - bringen das gewisse Etwas mit. Die Kombination der Figuren tragen viel zum Gelingen des Krimis bei.

"Tod in Saint Merlot" hat mich wunderbar unterhalten, ich musste oft lachen und war enorm gespannt, was noch alles kommt und wie es am Ende ausgeht. Ein immer wieder überraschender und total stimmiger Fall!

Fazit: S(aus)pannender und sehr unterhaltender erster Fall für Penelope Kite - den zweiten Fall darf ich mir nicht entgehen lassen!
5 Punkte.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Eine sehr berührende Familiengeschichte

Die verlorene Frau von Gunnis Emily

Rebecca Waterhouse ist 5 Jahre alt, als ihr vom Krieg traumatisierter Vater aus der psychatrischen Klinik, in der er die letzten Jahre verbracht hat, nachhause kommt. Nachhause, das ist die Seaview Farm an der Wittering Bay im Bezirk Chichetser in West Sussex, England. Hier hat sie mit ihrer Mutter Harriet die letzten Jahre gelebt.

Nun ist ihr Vater wieder da, leider immer noch jähzornig und gewalttätig. Bis zu dem einen Abend, 8 Jahre später, als Rebecca, aufgeweckt durch einen heftigen Streit, nach unten kommt und ihre Mutter blutend am Boden findet. Ihr Vater hat sich selbst mit einer Pistole, die neben ihm liegt gerichtet.
Jahre später verschwindet Jessie, die Tochter von Rebecca, mit ihrer kleinen neugeborenen Tochter Elisabeth aus dem St. Dunstan´s Krankenhaus. Vorerst spurlos. Das Fatale: die kleine Elisabeth ist schwer krank und braucht dringend Medikamente.

Im Jahr 1945 lerne ich Harriet kennen, die auf ihren Mann Josef wartet, der aus dem Krieg in der Normandie zurückkommen soll. Zusammen mit ihm findet sie eine Anstellung in einem herrschaftlichen Haus in der Nähe von London. Harriet beschreibt die Erlebnisse aus dieser Zeit in ihrem Tagebuch.
Im Jahr 1960 bin ich dabei, wie die 13-jährige Rebecca, nachdem sie ihre toten Eltern gefunden hat, von einem Polizisten stundenlang verhört wird.
Im Jahr 2014 ist Rebecca von ihrem Kinder- und Jugendfreund Harvey Roberts geschieden. Ihre Tochter Jessie, zu der Rebecca nur einen sehr losen Kontakt hat und die jetzt schwanger ist, lebt bei ihrem Vater. Ihre jüngere Tochter Iris, die sie mit ihrem zweiten Mann John bekommen hat, steckt gerade mitten in der Scheidung von ihrem Mann James.

In immer wieder wechselnden Zeiten, mit immer wieder wechselnden Protagonisten erfahre ich im Laufe der Geschichte immer mehr von Rebecca, Harvey, Jessica und Iris. Und von einer Frau, die in der Ich-Form immer mal wieder auftritt. Ihrer aller Leben ist etwas verworren, jeder hat mit sich zu tun und versuchen mit der ihrer eigenen Vergangenheit umzugehen. Besonders hat es mir hier Jessie angetan, die schon vor der Geburt ihrer Tochter Elisabeth, die sie nach ihrer Stiefmutter Liz benannt hat, Probleme hat. Ihr Mann James ist mal wieder auf Geschäftsreise im Ausland und kann so bei der Geburt nicht dabei sein. Dann plagt die junge Mutter eine schwere Wochenbettdeprssion und ihre kleine Tochter benötigt dringend ihre regelmäßigen Medikamente. Vor allem hindert sie dann niemand daran, in einem unbeobachteten Augenblick das Krankenhaus zu verlassen und zu verschwinden. Während der Suche nach der jungen Frau hatte ich die allerschlimmsten Befürchtungen, für sie aber vor allem auch für Elisabeth.
Aber auch die Kapitel, die in die Vergangenheit zurück gehen sind sehr spannend und ich habe mich immer wieder gefragt, wie das alles wohl zusammenhängen mag. Nicht nur die Sichtweise von Rebecca hat mich gefesselt. Auch wenn Harriet erzählt finde ich das sehr berührend. Ich bewundere diese Frau, die, auch wenn ihr Mann sich so stark verändert hat, nicht von ihrer Liebe abweicht.
Emily Gunnis hat hier Personen geschaffen, die sehr vielschichtig sind, die ich mir gut vorstellen kann, mit denen ich mitfiebern und mit leiden kann. Je näher ich jeden Einzelnen kennenlerne, desto mehr falle ich in die Geschichte hinein.
Auch die vielfältigen Themen, die hier angeschnitten werden, wie ungewollte Kinderlosigkeit, Wochenbettdepression, Kriegsneurosen, Vergewaltigung, häusliche Gewalt und das anhängliche Verhalten von Reportern, tragen dazu bei, dass ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte endet.
So sehr ich das Ende auch herbei gesehnt habe, das schlüssig alle losen Fäden verbindet, so traurig war ich, als ich es erreicht hatte.
Sehr schön finde ich zu erfahren, wie Emily Gunnis auf dieses so tiefgreifende Thema gekommen ist. Das verrät sie uns am Schluss der Geschichte.
„Die verlorene Frau“ ist eine einerseits warmherzige, berührende, andererseits anrührende, traurige und manchmal schockierende Geschichte. Mir hat sie einige bewegende Lesestunden geschenkt. Ich verschenke eine Leseempfehlung und 5 glänzende Sterne.

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Rezensionen von TheUjulala:

Emotional vollgepacktes Familiendrama mit einer Liebesbeziehung voller Missverständnisse

It was always you von Nikola Hotel

Nikola Hotel ist mir schon aus ihren früheren Romanen bekannt, vor allem von ihren Romantasy Büchern “Rabenblut-Saga”, die sie in Selbstpublikation veröffentlicht hat. Sie hat mich in diesem Genre, wie aber auch in ihren humoristischen Liebesromanen, immer voll überzeugt und besonders mit ihrer Sprache und Schreibstil begeistert!

Coverbild
Das Cover ist genau mein Geschmack und ein absoluter Hingucker! Auf türkis-blau-grün schimmernden Hintergrund mit vielen gesprenkelten Glitterpunkten erstreckt sich über die gesamte Größe der in goldenen Handlettern gesetzte Titel “It was always you”.

Ein typisches Romance-Cover, dass mir eine schöne Liebesstory verspricht.

Handlung
Nach 4 Jahren kehrt Ivy, auf die unmissverständliche Bitte ihres Stiefvaters hin, zu ihm und ihren beiden Stiefbrüdern Asher und Noah zurück. Die Rückkehr fällt ihr nicht leicht, denn damals hat ihr Stiefvater ihre Sachen gepackt und die 15 Jährige 2 Wochen nach dem Tod ihrer Mutter in ein Internat nach New York verfrachtet. Ihr Stiefbruder Asher begegnet ihr auch mit offensichtlicher Verachtung, wie damals, als er sie als 20 Jähriger ständig geärgert hat und sie sich immer gestritten haben. Aber warum hat ihr Stiefvater sie nach Hause beordert und warum steckt noch so viel Hass und Unausgesprochenes zwischen ihr und der Familie Blakely?

“Einerseits habe ich das Bedürfnis, ihm meine ganze Wut und all meine Fragen an den Kopf zu knallen, andererseits würde ich mich am liebsten in seine Arme werfen, weil ich nur noch ihn habe.”

Nikola Hotel “It was always you (Blakely Brüder 1)”, S.92 (©2020 Kyss - endlichkyss.de / Rowohlt Verlag GmbH Hamburg eBook kindle Version)

Buchlayout / eBook
Besonders hervorzuheben ist natürlich die Gestaltung des gesamten Buches passend zum Cover. Die über 440 Seiten werden in 31 Kapitel aufgeteilt. Die Kapitelüberschriften sind in Handletterings gesetzt. Dazwischen sehen wir immer wieder Handletter-Illustration über eine gesamte Buchseite mit Zitaten, die von der Illustratorin Carolin Magunia selbst gestaltet wurden. Das hat mir sehr gut gefallen.

Idee / Plot
Eine verbotene Liebe zwischen Stiefgeschwistern ist immer ein heikles Thema. Da sich Ivy und Asher aber erst spät kennen gelernt haben und beide schon in der Pubertät waren, kann man eine sich entwickelnde Jugendliebe nachvollziehen. Der dominante Vater aber will die Kontrolle über seine Kinder und Familie nicht verlieren und schreitet mit vermeintlich gutem Vorsatz ein. Doch unausgesprochene Wahrheiten verhindern, dass man Beweggründe versteht und einander verzeihen kann. So werden über Jahre sich Umstände und Verhalten eingeredet, ohne auch die andere Seite kennenzulernen und nachvollziehen zu können.

“Ich habe mich besser gefühlt, weil ich auf ihn sauer sein konnte, nach dem, was an meinem letzten Tag auf der Insel passiert ist. Aber es ist meine eigene Erinnerung daran, und vielleicht hat Asher eine ganz andere.”

Nikola Hotel “It was always you (Blakely Brüder 1)”, S.213-214 (©2020 Kyss - endlichkyss.de / Rowohlt Verlag GmbH Hamburg eBook kindle Version)

Emotionen / Protagonisten
Ich fand Ivy von Anfang an sympathisch. Ihr Gefühlschaos bezüglich Asher kam bei mir sehr gut an und es machte mich einfach kirre, dass ich lange nicht wusste, was da wirklich vorgefallen war. Auf jeden Fall sind Ivys Gefühle für und gegen Asher sehr intensiv. Manchmal ist mir Ivy aber, vor allem am Anfang, doch zu sehr devot und entschuldigt sich für meine Verhältnisse zu oft, wo ich mich dann doch das ein oder andere mal gewundert habe, dass sie so gar kein Rückgrat beweist. Das ändert sich später aber und sie beginnt endlich auch die richtigen Fragen zu stellen.

Asher ist wirklich lange Zeit extrem kühl und abweisend zu Ivy und verhält sich manchmal wie ein eingeschnappter Teenager. Mit der Zeit konnte ich ihm aber den arroganten Mistkerl nicht abnehmen, auf mich wirkte er einfach oft nur enttäuscht.

Die Spannung, die sich zwischen den beiden aufbaut, konnte ich gut nachvollziehen und hat mir auch sehr gut gefallen. Das Knistern war definitiv da! Und immer, wenn man dachte: Okay, jetzt wissen wir alles und sie können sich irgendwie auf ihre Beziehung einlassen, kam dann noch mal eine Schippe Drama drauf.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Nikola Hotel hat die Spannung geschickt aufgebaut. Der Anfang ist mir persönlich ein bisschen zu zäh, bzw. zu sehr darauf bedacht, Ivy so demütig und passiv zu zeichnen. Aber ab der Hälfte des Buches zieht die Autorin die Handlung rasant an. Ab da konnte und wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil Nikola das Drama immer wieder mit neuen Offenbarungen unterfüttert hatte.

Das Ende ist dann doch plötzlich da, hat mich aber glücklich zurück gelassen - für mich absolut passend ohne unnötig in die Länge zu ziehen.

Szenerie / Setting
Der Kontrast zwischen einem idyllischen Familienansitz in den New Hampshire auf einer eigenen kleinen Insel und der monströsen Stadt New York kann unterschiedlicher nicht sein. Aber auch genauso zwiegespalten fühlt sich Ivy in ihrer Welt. Teil einer heilen Welt bei ihrer Stieffamilie sein zu wollen, wurde sie aber abgeschoben in das turbulente New York.

Sprache / Schreibstil
Sprachlich hat mich Nikola schon wieder sofort abgeholt. Sie hat eine flotte und authentische Sprache und schmückt mit absolut passenden Metaphern aus, ohne langatmig zu werden.

“Die Worte meines Stiefvaters klirren in meinem Kopf, und Ashers Blick wirft sie wie ein Echo zurück.”

Nikola Hotel “It was always you (Blakely Brüder 1)”, S.419 (©2020 Kyss - endlichkyss.de / Rowohlt Verlag GmbH Hamburg eBook kindle Version)

Die Geschichte wird aus Ivys Perspektive als Ich-Erzähler im Präsens erzählt.

FAZIT
Anfangs etwas zäh, dafür zum Ende hin ein emotional vollgepacktes Familiendrama und einer Liebesbeziehung voller Missverständnisse. Sprachlich absolut top, hat mich Nikola mit dieser Geschichte wieder sehr begeistert. Ich bin gespannt auf den 2. Band!

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Rezensionen von Maria-Elisabeth:

Wo die Toten zu Hause sind von Christine Hubka

Ein sehr farbenfroh illustriertes Buch zum Thema Tod. Die Autorinnen starten den Versuch, Kindern den Tod insofern zu erklären, dass Menschen und Tiere hier auf Erden in unterschiedlichen Wohnungen wohnen und diese auch wieder verlassen werden. Sei es weil sie erwachsen werden, weil sie umziehen, weil sie Angst haben,.

.. Kinder werden dadurch in ihrer Erlebniswelt abgeholt und im Anschluss auf die letzte Wohnung bei Gott bildhaft hingeführt.
Bei Gott sein wird anhand von vielen unterschiedlichen Wohnungen beschrieben, die z.B. keine Schmerzen, kein Leid mehr zulassen, Freude überspringt, das Leben nochmals geschaut werden kann. Wohnungen, die Jenseitsvorstellungen wiederspiegeln.
Sicherlich ist das ein Erklärungsversuch. Ich kann nicht wirklich beschreiben warum, aber irgendetwas sträubt sich bei diesen Bildern in mir.
Als sehr wertvoll und hilfreich hingegen empfinde ich die Anregungen im Anhang, wie man mit Kindern altersentsprechend über den Tod reden kann.

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