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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Maria-Elisabeth:

Gänsehautcharakter

Ein eiskalter Fisch von Frauke Angel

Beim Lesen der ersten Zeilen kam ich ins Stocken, glaubte mich verlesen zu haben und begann nochmals von vorne. "Heute war mein schönster Tag, in meinem ganzen, langen Leben. Heute ist Onno gestorben."
Frauke Angel und Elisabeth Kihßl gelingt es in ihrer Erzählung zu verdeutlichen, wie sehr sich der Junge, ich denke er steht stellvertretend für viele Menschen, nach Zuwendung, Berührung, Liebe und Zährtlichkeit sehnt.

Eine Geschichte mit Gänsehautcharakter! Von Beginn an so erzählt, dass Fragen offen bleiben, die sich erst gegen Ende des Buches erschließen. Die Spannung, das Interesse, die Neugier halten an bis zum "happy End". Als sehr geglückt empfinde ich die Idee, die Situation des Todes behutsam herauszuarbeiten, sodass sich blockierte Gefühle zu lösen beginnen. Durch Onnos Tod lernt sich der Vater zu spüren, kommt in Kontakt mit seinen inneren, verborgenen Gefühlen und lässt diesen freien Lauf. Das tut nicht nur ihm, sondern auch seinem Sohn sehr gut.

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Rezensionen von PMelittaM:

Spannender Provencekrimi

Dunkles Lavandou von Remy Eyssen

Eine von einer Brücke gefallene und danach von einem LKW überfahrene Frau lässt zunächst auf einen Selbstmord schließen, doch Rechtsmediziner Leon Ritter entdeckt, dass die Frau ertrunken ist, also schon tot war, als sie von der Brücke fiel, und zudem offenbar vor ihrem Tod schwer misshandelt worden war.

Eine weitere Tote mit ähnlichen Verletzungen scheint auf einen Serientäter hinzuweisen. Ob die beiden verschwundenen Frauen ihm auch zum Opfer gefallen sind?

Der sechste Band der Reihe ist für mich der erste, wird aber nicht der letzte sein. Leon war mir gleich sympathisch, ich mag es, dass er ein bisschen unkonventionell ist, und bei der Polizei schnell aneckt. Seine Lebensgefährtin, Capitaine Isabelle Morell, die auch die ermittelnde Polizistin ist, war mir dagegen weniger sympathisch, ich kam ihr nicht wirklich nahe, auch wenn man sich hier um sie privat Sorgen machen muss. Ich empfand sie als eher kühl und so gar nicht zu Leon passend. Mal sehen, ob ich, wenn ich die Vorgänger gelesen habe, meine Meinung revidieren werde.

Ein für diesen Fall eingeschalteter Sonderermittler erschien mir fast wie eine Art Parodie, hat das Ganze aber auch ein bisschen aufgelockert.

Gut hat mir gefallen, dass die Region, ebenfalls eine Rolle spielt, man bekommt Lust, dort einmal hinzufahren. Leon ist zwar Deutscher, hat sich aber gut integriert, so spielt er regelmäßig mit Einheimischen Boule und liebt Land, Leute und Küche.

Der Fall ist spannend, vor allem, weil man mit den Opfern mitfühlt und bis zum Schluss hofft, dass der Täter rechtzeitig gefunden wird, und die beiden Frauen überleben. Die Auflösung, wer der Täter ist, war für mich allerdings keine wirkliche Überraschung, dennoch wurde es gegen Ende noch einmal richtig spannend. Ich bin froh, dass der Autor nicht der üblichen Vorgehensweise, dass einer der Protagonisten sich dummerweise in unnötige Gefahr bringt, folgte, hier war die Gefahr am Ende nötig – wenn auch vielleicht ohne die letzten Handlungen.

Wenn man bedenkt, dass aus bestimmten Gründen ein Sonderermittler eingeschaltet wurde, handelte die Polizei hin und wieder etwas unvorsichtig oder unbedacht, aber gut, als Leser hat man hier auch einen anderen Überblick.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven mit vielen kurzen Kapiteln, was das Lesen kurzweilig macht. Leider blieben am Ende ein paar Fragen offen (z. B. das einzige männliche Opfer betreffend), das hat zwar seine Gründe, ist aber dennoch etwas unbefriedigend.

Insgesamt ist der Roman vielleicht nicht besonders originell, aber prima zu lesen und spannend, der Protagonist ist sympathisch, und man ist als Leser schnell emotional beteiligt und kann zudem gut mitraten. Sehr schön auch der Regionalanteil, der einem die Region schmackhaft macht. Man kann den Roman außerdem gut lesen, ohne die Vorgänger zu kennen – daher empfehle ich ihn sehr gerne an alle Fans des Genre.

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Rezensionen von Gudrun7:

viel erwartet und voll erfüllt

Dunkles Lavandou von Remy Eyssen

Das Cover finde ich voll und ganz gelungen. Hier dachte ich zuerst, dass es etwas unnahbar wirkt. Bei genauerer Betrachtung wurde mir jedoch bewusst, dass genau das seinen Sinn und Zweck erfüllt hat, denn zuerst macht es neugierig und dann stellt man fest, dass der tiefere Sinn enorm ist.
Genauso erging es mir mit dem Schreibstil.

Er ist ungewohnt, aber dennoch nimmt er einen von Anfang bis Ende in Beschlag. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Themen werden so gekonnt vermittelt und regen zum Nachdenken an, dass so die Tiefgründigkeit voll zur Geltung kommt.
Die Denkansätze sind aufgrund der unterschiedlichen Themen vielschichtig.
Die Charaktere werden vortrefflich ins richtige Licht gestellt, so dass ich die Wesenszüge, die Gedankengänge und die Verhaltensweisen komplett nachvollziehen konnte.
Diese Parabel schafft eine wundervolle Atmosphäre, in die man gerne eintauchen möchte. Obwohl sicherlich andere Genres eher für Spannung "zuständig" sind, findet man hier dennoch eine gewisse Dramatik, die in einem wunderbaren und neugierig machenden Bogen entsteht.
Der Tiefsinn sucht seinesgleichen. Obwohl dieses Buch lediglich 171 Seiten umfasst, beschäftigt man sich lange Zeit damit, weil die Themen und die Umsetzung lang andauernd nachwirken und zu Erkenntnissen kommen lässt, die wertvoll sind.

Mein Fazit: viel erwartet und voll erfüllt

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Rezensionen von yellowdog:

Die Koffer von David, Gillian und Michael

Dunkles Lavandou von Remy Eyssen

Der Roman fängt vielversprechend an. Drei sehr unterschiedliche Menschen, die am Flughafen ihre Koffer verwechseln. Daraus hätte man viel machen können. Das Buch begnügt sich aber damit, dass die 3, als sie ihre Koffer abholen wollen, von einem Gepäckträger entsprechend belehrt werden, wie sie zu leben haben.

Der Gepäckträger ist eine Art allwissender Engel. Für mich ist diese Figur nicht stimmig.
Was aber funktioniert sind die Figuren, die in ihren Stärken und Schwächen interessant sind.
Da ist der Geschäftsmann David, ordentlich unter Stress, zudem in Eheproblemen.
Dann Gillian Short, die ihre Schwester Becky besucht.
Und der junge Michael, der ein Stipendium als Sportler bekommen könnte, doch seine Interessen liegen im künstlerischen. Es gelingt dem Autor, die Gefühle der Figuren begreiflich zu machen.

David Rawlings Buch ist christlich geprägt.

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Rezensionen von Anja:

Wichtige Thematik kindgerecht eingebunden

Der magische Blumenladen, Band 11 - Hilfe per Eulenpost von Gina Mayer

Ich hatte bisher kein Buch der Reihe gelesen, war aber neugierig auf den Aspekt der Umweltverschmutzung, der hier thematisiert wird. Dabei hatte ich nicht das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt – zu allen beteiligten Figuren, sofern sie schon bekannt waren, gibt es kurze Infos. Das Zauberladenkonzept bleibt etwas vage, zum Verständnis reicht es aber trotzdem.

Da ich das Buch als eBook gelesen haben, in dem sich nur einige schwarz/weiß-Grafiken befanden, kann ich zur Aufmachung des Buches wenig sagen.
Die Sprache ist einfach, bildhaft und leicht verständlich.

Violet fährt mit ihren Freunden Jack und Zack zu ihren Großeltern ans Meer, um dort Urlaub zu machen. Die malerische Badebuch ist allerdings voller Müll. Und kaum haben sie diesen aufgesammelt, sieht es am nächsten Tag schon wieder genauso schlimm aus. So machen sich die Freunde daran, die Ursache der Müllberge herauszufinden.

Ich muss zugeben, dass ich mir den Aspekt der Umweltverschmutzung ein wenig komplexer gewünscht hätte. Die ganze Thematik bleibt sehr einfach gehalten, was sicher kindgerecht ist, aber für ab 8-jährige meiner Ansicht nach etwas mehr in die Tiefe hätte gehen können.
Dennoch werden bereits mit diesen einfachen Ausführungen die erschreckenden Auswirkungen der Plastikflut für Umwelt und Tiere deutlich und alltäglich umsetzbare Alternativen aufgezeigt.

Eingebunden ist die ganze Problematik in einen kleinen Detektivfall, der sich überraschend anders entwickelt, als es auf den ersten Blick scheint. Die Blumenmagie spielt bei der Auflösung zwar eine wichtige Rolle, nimmt ansonsten aber nur wenig Raum innerhalb der Geschichte ein.

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Rezensionen von Anja:

seichte Unterhaltung ohne Überraschungen

Wrong Number, Right Guy von Teagan Hunter

Durch eine verwechselte Telefonnummer kommen Delia und Zach in Kontakt. Sie schreiben sich wochenlang Nachrichten und beginnen zu flirten. Doch sollen sie sich wirklich treffen?

Das Buch liest sich sehr zügig, auch aufgrund der zahlreichen kleinen Chatverläufe, die in den Text eingebunden sind. Gerade im ersten Teil waren es mir aber etwas zu viele Nachrichten, es gibt kaum Szenen mit tatsächlicher Handlung.

Und da die zwei auch oft zusammenhanglose Nichtigkeiten austauschen und einfach rumalbern, ist es dadurch schwer, die Figuren zu greifen zu bekommen.
Wahnsinnig viel passiert auch den Rest des Buches dann nicht mehr. Es wird zwar nicht direkt langweilig, die Überraschungen bleiben allerdings auch aus. Abgesehen von einigem unnötigen Drama kurz vor Schluss plätschert die Geschichte stetig vor sich hin.

Dass die zwei sich, versteckt hinter der Anonymität, näher kommen und sich auch trauen, viele freche Sprüche abzulassen, fand ich durchaus nachvollziehbar. Insgesamt bleibt es aber oberflächliches Geplänkel, dass sicher oft lustig sein sollte, was ich aber selten so empfunden habe (Übersetzungsproblem?). Schlagfertig sind die beiden dann auch im direkten Kontakt, was sie sympathischer macht, sodass ich die Entwicklung vom eher inhaltlosen Austausch mit einem Fremden zur zunehmenden Vertrautheit schon interessant fand.

Aber: der Kerl kauft eine Babyziege, die er dann im Käfig hält. Bitte?! Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob es sich hierbei um einen Übersetzungsfehler handelt und eigentlich ein anderes Tier gemeint ist. Und da diese Ziege eine relativ große Rolle in der Geschichte spielt, fiel es mir schwer, die Handlung rund um das Tier ernst zu nehmen…

Fazit

Seichte Unterhaltung ohne Überraschungen. Viele kleine Chatnachrichten dominieren das Buch, wodurch nur wenig Handlung entsteht und es mir schwer fiel, einen Bezug zu den Figuren aufzubauen. Dass dann noch zum Spaß eine Babyziege gekauft wird, die im Käfig gehalten und durch die Gegend gefahren wird, fand ich auch sehr befremdlich. Dennoch fand ich die zufällige Entwicklung von Fremden zu Freunden nicht uninteressant, hätte mir aber einen weniger vorhersehbaren Handlungsverlauf (ohne Ziege) gewünscht.

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Rezensionen von Anja:

actionreich und spannend, aber rätselhafter Protagonist

Secret Protector, Band 1 - Tödliches Spiel von Andrew Lane

Bei der Premiere eines neuen Videospiels wird der Bruder der Profi-Gamerin Una entführt. Lukas, der als Kellner vor Ort ist, versucht noch, die Entführer zu verfolgen. Ohne Erfolg.
Ihre Forderung: Una soll bei der Gaming-Weltmeisterschaft verlieren.
Gelingt es Lukas und Una, ihren Bruder zu retten?

Die Geschichte ist interessant und sie ist spannend, aber gerade Lukas bleibt so vage, dass bei mir nach dem Lesen noch einige Fragezeichen bleiben.

Lukas lebt in einem Wohnwagen. Er versucht, nicht aufzufallen und zieht spätestens dann von Ort zu Ort, wenn er zu viel Aufmerksamkeit erregt hat. Er weiß unglaublich viel über Waffen und Technik. Doch Lukas – und auch der personale Erzähler – gibt sehr wenig von sich preis, sodass auch ich mir bis zuletzt kein wirkliches Bild von ihm machen konnte. Nicht mal sein Alter wird eindeutig erwähnt, sodass der Protagonist für mich diese schwer greifbare Person bleibt, die er sein will – was ich beim Lesen aber eher als störend empfunden habe. Woher hat er in seinen jungen Jahren (er dürfte so Anfang 20 sein) all dieses fundierte Wissen und seine kämpferischen Fähigkeiten?
Im Klappentext wird er als „der Secret Protector“ beschrieben, als wäre genau dies sein Job. In der Handlung gerät er aber eigentlich nur zufällig in das Geschehen und trumpft dann mit seinen Fähigkeiten auf. Also, wer oder was ist Lukas und warum tut er, was er tut?
Vielleicht werden die Folgebände etwas Aufschluss geben…

Entführungen, Verfolgungsjagden, diverse Angriffe, Fluchten und Kämpfe – die Handlung ist ereignisreich und actionreich. Dabei empfand ich einige Geschehnisse als übertrieben und unrealistisch dargestellt. Effekthascherei.
Dennoch habe ich das Buch gern gelesen. Das Tempo der Geschichte ist hoch und es gibt viele gefährliche Situationen, sodass die Handlung durchweg spannend ist.
Am Ende ist der Fall recht abrupt abgeschlossen, sodass Lukas im nächsten Band wohl ein neuer „Auftrag“ erwarten wird.

Fazit

Spannend, aber teils übertrieben und unrealistisch dargestellt. Dennoch ist die Geschichte dank des hohen Tempos und zahlreicher gefährlicher Ereignisse spannend. Nur Lukas finde ich wenig greifbar – auch wenn dies seiner Natur entspricht und es vermutlich entsprechend gewollt ist, finde ich es dadurch schwierig, einen Bezug zu ihm aufzubauen und sein Handeln nachzuvollziehen.

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Rezensionen von Anja:

leider etwas zäh - 3,5 Sterne

Lips Don't Lie 19.05.2020. Paperback / softback. von Scott Ginger

Riley ist neu in der Gegend. Ihr größter Wunsch ist es, Baskettball zu spielen, doch auf dem örtlichen Platz zeigen ihr die Jungs die kalte Schulter, bis sie zu drastischen Maßnahmen greift.
Tristan ist Mitglied einer berühmt berüchtigten Gang. Dealen und Gewalt stehen an der Tagesordnung und auch mit dem Tod wird er häufig konfrontiert.

Dass er Riley mag, darf er nicht zeigen und versucht sie deshalb zu vertreiben. Sonst könnte es für sie beide gefährlich werden…

Riley ist eine sympathische Protagonistin. Nach dem Verschwinden ihrer Mutter hat sich ihr Leben stark verändert. Sie sorgt sich liebevoll um ihren Vater, kämpft verbissen für ihre Ziele und geht freundlich auf ihre Mitmenschen zu. Dass Tristan etwas in ihr berührt, bringt sie aus dem Konzept, besonders weil er sich oft wie ein Mistkerl verhält.

Der 17-jährige Tristan wurde sozusagen in die Gang hineingeboren. Er kennt kein anderes Leben und hat sich ein Stück weit damit abgefunden – zumal ein Ausstieg nahezu unmöglich ist. Obwohl er oft gezwungen ist, schlimme Dinge zu tun und manches durchaus auch cool findet, zieht er für sich dennoch Grenzen. Er versucht, seine Familie und Freunde zu schützen – und hält dafür oft den eigenen Kopf hin. So versucht er auch, Riley durch seine Unfreundlichkeit auf Abstand zu halten, um die Aufmerksamkeit des Gangführers nicht auf sie zu lenken.
Auch Tristan fand ich im Verlauf sympathisch, da sein ätzendes Verhalten gutgemeinte Gründe hat. Die beginnende Freundschaft mit Riley setzt ein Umdenken in ihm in Gang, doch die Gefahren, die ihn umgeben, kann er nicht einfach hinter sich lassen.

Abwechselnd schildern die beiden das Geschehen in der Ich-Perspektive und geben dabei Einblicke in ihre Gedanken und Gefühlswelt.

Ich bin ein wenig enttäuscht von der Geschichte, da in meinen Augen mehr Potential vorhanden war, die Story mich letztlich aber einfach nicht so richtig fesseln konnte. Zwar ist das Buch zu keinem Zeitpunk uninteressant, die latent vorhandene Gefährlichkeit der Gang bleibt aber oft so weit im Hintergrund, dass Spannungsmomente ausbleiben. Hier hätte ich mir wohl einfach mehr Ganggeschehen und insgesamt ein höheres Tempo erhofft. Stattdessen werden die Passagen, wie Tristan Aufträge erledigt, oft ausgespart. Nur in wenigen Szenen wird es wirklich aufregend und dramatisch – diese Passagen haben mir unglaublich gut gefallen. Die restliche Zeit plätschert das Geschehen aber leider oft vor sich hin. Dennoch schildert die Handlung eindringlich, wie Perspektivlosigkeit und Verzweiflung das Handeln bestimmen können. Die Stimmung ist entsprechend oft betrübt, hoffnungslos und düster. Auf dieser Ebene hat mir das Buch durchaus gefallen. Riley ist ein Lichtblick in einem von Gewalt und Angst geprägten Viertel. Zwar wird auch sie oft von den Umständen und der Sorge ihrer Mitmenschen eingeschüchtert und beginnt an der Umsetzbarkeit ihrer Träume zu zweifeln, dennoch arbeitet sie beharrlich weiter und verliert auch nicht den Glauben an das Gute um sie herum.

Zwar gibt es durchaus eine Lovestory, aber nicht so dominant, wie ich aufgrund des Klappentextes gehofft und erwartet hätte, und so hinterlässt die Geschichte auch auf emotionaler Ebene nur wenig Spuren, obwohl die Gefühle der Figuren durchaus eine große Rolle spielen. Zwar sind die Gedankengänge der Jugendlichen, ihre Hoffnungen, Zweifel und Ängste nachvollziehbar, wriklich berühren konnte mich das Geschehen aber nur selten.

Fazit

Auf einen interessanten Start folgt leider eine eher ereignislose Story, bis die Spannung und Dramatik kurz vor Schluss explosionsartig zuschlagen. Leider werden diese Ereignisse aber dann auch sehr schnell aufgelöst.
Der Klappentext weckte bei mir bezüglich Liebesgeschichte und Ganggeschehen falsche Erwartungen – beides bleibt eher im Hintergrund, während es viele Einblicke in die beiden Teenager gibt, die sich zahlreiche Gedanken über ihre (ausweglose?) Zukunft oder über einander machen. Intensiv wird aufgezeigt, wie Wohnort und soziales Milieu das Leben bestimmen und verändern können. Wirklich fesseln, berühren oder überraschen konnte mich die Geschichte aber leider nur in wenigen Momenten.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

SEK sind keine Erfindung der Neuzeit

Fürsten im Fadenkreuz von Yuval Noah Harari

Dieses Buch von Yuval Noah Harari unterscheidet sich deutlich von seinen anderen Bestsellern wie „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ oder „Homo deus“.

Der Militärhistoriker hat sich in diesem Werk, das bereits 2007 unter dem Titel „Special Operations in the Age of Chivalry, 1100-1550“ erschienen und erst jetzt ins Deutsche übersetzt worden ist, einem interessanten Thema gewidmet: Militärische Spezialeinheiten im Mittelalter.

Wobei er das Mittelalter nicht wie üblich mit 1492 (Entdeckung Amerikas) enden lässt, sondern bis 1550 erstreckt.

Das Buch ist in die folgenden Kapitel unterteilt:

Spezialkommandos, Strategie und Politik im Zeitalter der Ritter - ein analytischer Überblick
Das Tor zum Nahen Osten: Antiochia, 1098
Die Rettung König Balduins: Kharpurt, 1123
Die Ermordung König Konrads: Tyros, 1191
Für einen Sack Goldmünzen: Calais, 1350
Fürsten im Fadenkreuz: Aufstieg und Fall des Hauses Valois-Burgund, 1407-1483
Die Mühle von Auriol: Auriol, 1536

Mit der Darstellung seiner Betrachtungen wendet er sich, wie er schreibt, an die interessierten Laien. Daher liest sich dieses Sachbuch stellenweise eher wie ein Augenzeugenbericht denn als wissenschaftliche Expertise, was ja nicht unbedingt ein Nachteil sein. Vor allem für Einsteiger in diese Materie ist dieses Buch gut geeignet. Der detailverliebte Schreibstil lässt das Mittelalter wieder farbenprächtig auferstehen. Allerdings werden blutige Schlachten nicht ausgespart.

Zwischendurch geht Harari der Frage der Ritterlichkeit („Chivalry“) oder dem, was wir dafür halten, nach. Dabei fällt auf, dass mit der im Minnelied besungenen Tugend nicht ganz so weit her war. Ohne Spitzeldienste, Vorauskommandos und Verrat, der mittels klingender Münze einhergeht, ist auch im Mittelalter kein Blumenstrauß bzw. eine Schlacht zu gewinnen. Der Autor zeigt die schmutzige Seite des Krieges: Belagerung und Aushungern von Burgen oder Städten sind das Mittel der Wahl.

Fazit:

Ein populärwissenschaftlicher Einblick in Kriege des Mittelalters abseits der romantischen Balladen. Für Einsteiger in die Materie sehr gut geeignet, daher 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine gelungene Fortsetzung

Die Henkerstochter und der Fluch der Pest von Oliver Pötzsch

Man schreibt das Jahr 1679, Gerüchte über die Ausbreitung der Pest von Wien kommend sind im Umlauf. Die ersten Maßnahmen wie Abriegelung der mancher Städte werden getroffen, denn die Erinnerung an die Seuche, die vor 50 Jahren einen Gutteil der Bevölkerung dahingerafft hat, ist in diversen Chroniken noch präsent.

Just in dieser unruhigen Zeit beschließt die Familie des Schongauer Henkers Jakob Kuisl ein Familientreffen. Auch Magdalena, Jakobs Tochter und nunmehrige Fronwieser, macht sich mit ihrem Mann Simon und den Kindern Paul und Sophia Richtung Schongau auf. Peter, der zweite Sohn, der mit dem zukünftigen Kurfürsten Max Emanuel in der Münchener Residenz Schach spielt, muss zuvor für Max noch eine geheime Nachricht nach Kaufbeuren überbringen.

Als dann der Kaufbeurer Henker Conrad Nährer in das Familienfest platzt, wirre Andeutungen von sich gibt: In Kaufbeuren, so Conrad, spiele ein schwarzer Reiter mit einer Pfeife auf, damit die Ratten tanzten und der Mörder habe zwei Gesichter. Er, Kuisl, müsse Kaufbeuren retten. Sprach’s und stirbt wenig später an der Pest.

Grund genug für Jakob mit Magdalena und ihrer Familie nach Kaufbeuren zu reisen und den kryptischen Bemerkungen nachzugeben. Dabei könne man ja auch auf Peter warten, der nach wie vor nicht eingetroffen ist.

Jakob ist als Henker nicht wirklich wohl gelitten und so erkundet er das Terrain auf seine Weise, während Simon und Magdalena vorgeben als „Fürstliche Kommission“ in der Stadt nach dem Rechten sehen zu müssen. Und in der Tat, gehen einige seltsame Dinge in Kaufbeuren vor. Ausgerechnet Mitglieder des Hohen Rates sterben nacheinander und punktuell an der Pest. Dem Arzt Simon kommt das ebenso spanisch vor wie seiner Frau und so werden Nachforschungen angestellt. Allerdings auf unterschiedliche Weise. Bald ist klar, dass die Familie Kuisl-Fronwieser niemandem außerhalb der Familie trauen kann....

Meine Meinung:

In diesem achten Band der Familiengeschichte der Kuisls bekommen es Magdalena und Jakob, der diesmal beinahe eine untergeordnete Rolle spielt, mit einem beinahe übermächtigen Gegner zu tun: Mit der Pest. Man kennt die Art der Ansteckung nicht, sieht nur, dass die Krankheit die Menschen innerhalb weniger Tage hinwegrafft. Damit ist allerlei Aberglauben Tür und Tor geöffnet. Doch auch einige vernünftige Maßnahmen wie Abschottung der Stadt Kaufbeuren werden veranlasst. Natürlich ist die Quarantäne nicht lückenlos. Das erinnert frappant an die aktuelle Situation durch Covid-19, von der Oliver Pötzsch bei der Recherche zu diesem Buch noch nichts gewusst hat. Seuchen kehren wieder. Gegen die Pest ist, nachdem man den Verursacher kennt, nun doch ein Kraut gewachsen. Im 17. Jahrhundert, das gerade den 30-jährigen Krieg überstanden hat und die Katholiken den Protestanten nach wie vor nicht über den Weg Trauen, ist man den Krankheiten hilflos ausgesetzt. Zumal die Pest, wie man lesen kann, für politische Zwecke eingesetzt werden könnte.

Wie immer sind die Familienmitglieder sehr gut charakterisiert. Im Lauf der Zeit haben sie sich weiterentwickelt. Dass Jakob mit zunehmendem Alter schwieriger wird, ist nicht nur seinem übermäßigen Alkoholgenuss, sondern auch seiner Erkenntnis geschuldet, nicht mehr ein junger Mann zu sein. Was früher mit links und ohne Mühe funktionierte, bedarf nun einer besonderen Kraftanstrengung.

Simon, ganz fortschrittlicher Arzt, vernachlässigt, in seinen Bemühungen der Seuche Herr zu werden, seine Ehefrau, die ihre eigenen Gedanken zur Krankheit hat. Fesselnd erzählt der Autor in seinem opulenten Schreibstil, die unterschiedlichen Theorien der Ansteckung und Verbreitung der Seuche. Dass daneben noch ein Komplott aufgedeckt wird und Max Emanuel doch nicht so ein netter Kerl ist, sondern ehrgeizig und machtbesessen, erstaunt die Leser, die die komplexen historischen Geschichten von Oliver Pötzsch kennen, nicht weiters.

Geschickt werden die historischen Details in die Geschichte der Kuisl hineinverwoben.

Dieser achte Band der Reihe ist trotz seiner 736 Seiten im Nu gelesen. Spannend bis zur letzten Seit. Ich denke, die Reihe wird weitergehen.

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung der Henkerstochter-Reihe mit Bezug zu Gegenwart, der weder beim Schreiben noch bei der vorangehenden Recherche absehbar war. Gerne gebe ich hier wieder 5 Sterne.

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