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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Caroline :

Erinnerungen sind wie Schätze

Unsere glücklichen Tage von Julia Holbe

Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Beim Stöbern ist mir das wunderschöne Cover und der Titel sofort ins Auge gesprungen. Die Leseprobe machte Lust auf mehr.

An der französischen Atlantikküste verbringen Lenica, Marie, Fanny und Elsa ihre Sommerferien. Trotz ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten sind sie ein eingespieltes Team und halten zusammen.

Sogar Lenicas Freund Sean gliedert sich mühelos in die Gruppe ein. Sein Auftauchen verändert allerdings auch die Dynamik und die Weichen für neue Lebenswege gestellt.
Erst viele Jahre (eigentlich Jahrzehnte) treffen sich die Freundinnen wieder und erinnern sich am Ort ihrer glücklichen Tage.

Elsa erzählt die Geschichte und wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein, im Moment, häufig genutztes Stilmittel, welches ich wirklich sehr gerne mag.
Als Leserin erfährt man erst langsam, welche Entwicklungen jede Figur hinter sich hat. Jede Frau bewertet diese wertvollen Erinnerungen unterschiedlich, aber einhellig wird klar, dass sie unheimlich wichtig sind.
Besonders gefallen hat mir, wie die Freundinnen sich wieder begegnen. Jede mit ihren Vorbehalten und dennoch kamen sie sich schnell wieder näher. Sie knüpften an ihre alte Freundschaft an, fanden Gemeinsamkeiten aber auch neue Eigenschaften.

Ein großartiges Buch über Freundschaft, Jugend, das Erwachsen werden und Erinnerungen. Schließlich hängen wir auch öfter unseren Gedanken nach, sprechen mit Freunden über unsere gemeinsame Vergangenheit, lachen und weinen miteinander. Die Zeit bleibt nicht stehen und wir sollten uns öfter bewusst werden, dass wir glücklich waren. Kleinode der Erinnerung sind Doping für unser Herz und unsere Seele.

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Rezensionen von begine:

Kindheitserinnerungen

Wie alles kam von Paul Maar


Der Schriftsteller Paul Maar hat ist ein bekannter Kinderbuchautor.
In seinem Roman Wie alles kam erzählt er seine Erinnerungen an seine Kindheit. Die Abenteuer die er mit seinem Freund erlebt und in welche Gefahren sie sich brachten, erinnert mich an meine eigene Kindheit.
Er ist in Schweinfurt geboren, erlebte die beste Zeit in einem Dorf in der Nähe seiner Großeltern.

Da seine Mutter früh starb und er sie nicht kannte, nahm er die neue Mutter liebevoll an.
Der Vater war dann lange im Krieg und wurde dem Jungen fremd.

Der Autor bringt seine Erinnerungen gekonnt ins Bild. Es machte Spaß das Buch zu lesen.

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Rezensionen von Claudia R:

kleiner Held .. ganz Groß

Konratt - Held der Unterwelt - Eine gefährliche Nacht von Rieckhoff Sibylle

Klappentext:

Eigentlich ist Konratt kein richtiger Held. Er hat keine Superkräfte und er kann nicht fliegen. Aber Konratt hat ein gutes Herz - und das befiehlt im ständig, Tiere in Not zu retten. Davon gibt es einige! So stolpert Konratt ungewollt von einer brenzlichen Situation zur nächsten - tollkühn, tollpatschig und mit heldenhaftem Glück.

Zusammen mit der zickigen Katze Fee macht Konratt sich auf den Weg zum Hafen - es wird eine spannende und gefährliche Nacht ...

Eine heldenhafte Geschichte über Laubhaufen, feine Fischfilets und wahre Freundschaft.

Cover:

Man sieht eine Ratte mit Superheldenumhang im Scheinwerferlicht stehen. Das allein weckt schon das Interesse. Dabei handelt es sich um Konratt und die Gestaltung ist wirklich sehr gut gelungen. Oben um den Titel verteilt erkennt man noch viele weitere Tiere. Hier wurde auf kleine Details viel Wert gelegt. Auch der Hintergrund und die farbliche Gestaltung sind sehr gut gelungen.

Meinung:

Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und sehr leicht und locker zu lesen. Man kann den Texten und Handlungen sehr gut folgen und es eignet sich sehr gut zum Vorlesen, aber auch sehr gut zum selbst lesen.

Die Gestaltung des Buches ist einfach wunderschön und niedlich gemacht. man merkt wieviel Herzblut in diesem Buch, der Geschichte und den Illustrationen steckt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und auch die Gestaltung der Kapitelanfänge hat mir sehr gut gefallen.

Das eine kleine Ratte einem so ans Herz wachsen kann, hätte man zu Beginn nicht gedacht, aber Konratt ist einfach toll. Eigentlich möchte er sich nur etwas zu fressen beschaffen und dabei trifft er ständig auf verschiedene Notfälle und mit seinem großen und gutmütigen Herz muss er da einfach helfen. Da ist es auch egal, um wen es dabei geht.

Zusätzlich werden dadurch wichtige Werte, wie Freundschaft, Zusammenhalt, aber auch Umweltbewusstsein, Müllbeseitigung und weitere wichtige Werte vermittelt.

Ein wunderschönes Buch für groß und klein, bei dem man noch sehr viel lernen kann. Zudem ist es wunderschön gestaltet und sogt für tolle Unterhaltung. Die Charaktere sind sehr gut durchdacht und liebevoll und niedlich gestaltet. Die Wertevermittlung geschieht kindgerecht und fast so nebenbei. Charme, Witz und Spannung wechseln sich hier sehr gut ab und halten Leser und Zuhörer in Atem.

Fazit:

Eine niedliche Geschichte mit sehr viel Herzblut, welche wichtige Werte vermittelt und einfach wundervoll gestaltet ist. Klare Leseempfehlung!

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Rezensionen von MeinSohnPrinzAndreas:

Auf zu neuen Ufern

Die Saga von Vinland von Lorentz Iny

Norwegen im Mittelalter: Nach Erbstreitigkeiten um die Krone des Königreichs Norwegen wird Jarl Eyvind zum Verräter erklärt und befindet sich fortan auf der Flucht. Er hat dutzende seiner Krieger, aber auch Siedler, um sich geschart, um mit diesen das sagenumwobene Vinland zu erobern. Zuvor aber überfällt er den Hof von Ulfar, dessen Tochter Sigrid ihm einst versprochen war und raubt diese, da Eyvind seiner Ansicht nach ein Recht auf sie hat.

Bei dem Überfall geraten auch die beiden sächsischen Krieger Andreas und Ailmar in die Hände Eyvinds und werden kurzerhand von diesem versklavt. Und so beginnt die gefahrenvolle Reise der Schicksalsgefährten Sigrid, Ailmar und Andreas gen Westen, vorbei an Island bis in die Neue Welt, auf der sie Freunde und Feinde kennenlernen.
Der Schreibstil ist, wie auch von Iny Lorentz zu erwarten, sehr angenehm und flüssig zu lesen. Auch an Spannung mangelte es das ganze Buch über nicht. Die Protagonisten sind sehr schön gezeichnet machen sie größtenteils sehr sympathisch – nur Andreas fand ich ein klein wenig naiv. Besonders die immer wieder kehrenden Gefühlsregungen und Emotionen, wie beispielsweise Sigrids Hass auf Eyvind oder der Gedanke an Flucht, machten die Charaktere authentisch. Gut geafallen hat mir die düstere Atmosphäre, die über der Geschichte liegt, aber auch die farbenfrohen Beschreibungen Islands, Färöers und Grönlands waren einfach wunderbar. Dem Klappentext nach erwartete ich, dass wir mit Sigrid eine starke Hauptprotagonistin haben würde, die unangefochten im Mittelpunkt des Geschehens stehen würde, allerdings drehte sich viel um Ailmar und Andreas. Am meisten gefallen hat mir, wie gut der Roman recherchiert ist. Man erfährt sehr viel über das damalige Leben auf Island und Grönland, aber auch, wie im 12. Jahrhundert gesiedelt wurde. Besonders spannend waren auch die Beschreibungen der indianischen Kultur und Lebensweise, und in welch starkem Kontrast sie zum Leben der damaligen Europäer stand.
Im Großen und Ganzen ist das Buch sehr spannend und bietet interessante Einblicke in das Leben Nordeuropas im 12. Jahrhundert, aber auch in die Denkweise der dort ansässigen Männer, und so ist das Buch eine Empfehlung an alle, die einen historischen Roman lesen wollen, in dem es um den blutigen Kampf um Ehre, Ruhm und Freiheit geht.

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Rezensionen von Hennie :

10 Stunden tot

Der Würfelmörder von Stefan Ahnhem

„Helsingborg ist nicht mehr der idyllische Ort an der schwedischen Küste, der er mal war.“

Der 4. Band um Kommissar Fabian Risk, das sei vorangestellt, war für mich ein anspruchsvoller Thriller. Damit stehe ich im Gegensatz zu vielen anderen Lesermeinungen. Für mich gab es keine ungeklärten Fragen.

Bereits vor einem Jahr las ich „Der Würfelmörder“, allerdings unter dem Titel „10 Stunden tot".

Es beginnt mit dem Prolog im August 2007, in dem eine Frau in kürzester Zeit auf grausamste Art und Weise aller ihrer Illusionen und ihres Lebens beraubt wird. Der Täter ist ein guter Bekannter aus Teil 3 und spielt auch weiterhin eine wesentliche Rolle. Trotz größter, ermittlerischer Bemühungen Risks wird er bis zum Ende des 490 Seiten starken Buches nicht öffentlich entlarvt werden.
Weiter geht es fünf Jahre später mit vielen verschiedenen Handlungsebenen, die aber nie aus der Luft gegriffen, sondern entweder einen Bezug zu früheren Fällen herstellen oder neu aufgeklärt werden müssen. Dazu kommen die privaten, schwerwiegenden Probleme der Ermittler, wie Risk selbst und seiner Familie, die von der Kripochefin Astrid Tuvesson, der Kriminalinspektorin Irene Lilja u. a.

Der Autor hat wie in seinem Vorgängerband „Minus 18 Grad“ sehr viele Untaten, aber auch gesellschaftliche, politische Vorgänge in seinen Krimi hineingepackt. Dazu kommen noch die alten Verbindungen zu Straftaten, die in Dänemark verübt wurden und deren Verflechtungen in die Familie von Fabian Risk (- die dänischen Kollegen Kim Sleizner, Dunja Hougaard - ) hineinreichen. Ich war gezwungen aufmerksam den Inhalt zu verfolgen, um die Zusammenhänge im richtigen Kontext zu verstehen. Die Menge an auftretenden Personen, die von Kapitel zu Kapitel zunahmen und einhergingen mit dem ständigen Wechsel der Örtlichkeiten und der Handlungsebenen forderten mich. So schnell wie sonst, kam ich mit dem Lesen nicht voran. Trotzdem blieb bis zum Ende der rote Faden erhalten.
Es gibt keinen Charakter in Ahnhems Thriller, der einfach zu nennen wäre. Eine zielgerichtete, gemeinsame Zusammenarbeit der Ermittler konnte ich nicht feststellen. Irgendwie fehlt die Gemeinsamkeit, das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Vertrauen. Trotzdem können zwei der mehreren Straftaten aufgeklärt, die Täter ihrer Strafe zugeführt werden. Wie einer der Mörder vorgeht, erfährt nur der Leser. Er würfelt nach einer komplizierten, nur für ihn durchschaubaren Methode seine Opfer, ihre Todesart, den Todeszeitpunkt und den –ort aus. Über ihn und noch weitere ungelöste Fälle wird der Autor im nächsten Band aufklären, denn es endet mit Cliffhangern.

Ich fand „Der Würfelmörder“ als äußerst spannend und vielseitig erzählt. Unter dem Titel „10 Stunden tot“ konnte ich mir leider erst nichts vorstellen. Später erschloß sich mir der Sinn. Der Frau des Kripomannes, des Kollegen von Risk, fehlen 10 Stunden in ihrer Erinnerung. Sie war 10 Stunden wie tot. Das wird sicher noch seine Bedeutung erhalten!

Von mir gibt es die Lese-/Kaufempfehlung für einen kompakten Thriller und die höchste Bewertung.

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Rezensionen von hanna:

großartig----wie immer

hoffentlich. von Clemens Sedmak

Mein erster Gedanke: noch ein "Coronabuch". Wer aber schon einiges von Herrn Professor Sedmak gelesen hat, weiß, dass er sich vom Allgemeinen abhebt und so bin ich auch dieses Mal nicht enttäuscht worden. Schon die erste Geschichte - sein Gespräch mit dem Wortschöpfer hat mich mit seinem feinen Humor, dem Optimismus und der Originalität fasziniert und ich könnte nicht sagen, welche der 16 Erzählungen nun eigentlich die beste ist, jede ist auf ihre Weise ein Ausdruck des bodenständigen und doch hochphilosophischen Denkens des Autors.

Die Krise wird nicht verharmlost, im Gegenteil, aber gleichzeitig wird die Hoffnung auf eine Umkehr, ein "notwendiges" Umdenken genährt. H o f f e n t l i c h behält er Recht!

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Rezensionen von Petra Gruber:

Der Sheriff von Raufarhövn

Kalmann von Schmidt Joachim B.

Der Diogenes Verlag hat diesen Herbst mal wieder ein sehr starkes Programm voller ungewöhnlicher Erzählstimmen. Während es bei Lewinsky, Der Halbbart ein Junge in einem kleinen Dorf in der Schweiz zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist, ist hier der Erzähler ein junger Mann, der eine intellektuelle Behinderung hat.

Auch wenn er nicht so schnell denkt wie andere und manchmal aggressive Ausbrüche hat, vor allem gegen Gegenstände und gegen sich selbst, hat er oft recht weise Einsichten. Kalmann ist gut integriert in seinem isländischen Städtchen Raufarhövn, das einstmals reich und blühend war, aber nach dem Niedergang des Heringsfangs unter Abwanderung und mangelnden Perspektiven leidet. Kalmann sieht man oft mit Cowboyhut und Sheriffstern, ein Geschenk seines amerikanischen Vaters, damit fühlt er sich sicherer und selbstbewusster. Er ist ein guter Jäger und der beste Haifischer und Produzent von Gammelhai weit und breit. Damit lockt er sogar seinen dementen Großvater, den er regelmäßig im Heim besucht und der seine wichtigste Bezugsperson ist, immer wieder aus seiner verworrenen Welt. An dem Tag, an dem die Geschichte beginnt, findet Kalmann im Schnee eine große Blutlache. Gleichzeitig ist der reichste Mann im Ort, der Einzige, der noch eine brauchbare Fangquote hat, der Besitzer des Hotels, der mit einem Denkmal versucht, den Tourismus anzukurbeln, verschwunden. Schnell wird ein Verbrechen vermutet, aber es gibt wenige Hinweise.
Im Buch-Trailer des Verlags wird dieser Roman als „Forrest Gump meets the Coen Brothers“ beschrieben und das trifft es nicht schlecht.
Kalmann ist ein interessanter Bursche, man folgt seinen Gedanken gerne, er beobachtet gut, ihm fallen Dinge auf, die anderen verborgen bleiben. Und so wird die ohnehin schon spannende Geschichte aus seiner Perspektive noch interessanter.
Dem Autor ist es hervorragend gelungen zu vermitteln, wo Kalmanns Defizite liegen, gleichzeitige bleibt seine Sprache, wenn auch einfach gehalten, immer literarisch und sehr schön zu lesen. Eine tolle Geschichte, die wunderbar erzählt wird. Das Setting im winterlichen Norden Islands trägt natürlich dazu bei. Allerdings ist Kalmann alles andere als ein typischer Islandkrimi. Es gibt einen Vermissten, es gibt eine Blutlache, die Polizei ermittelt, aber im Vordergrund stehen Kalmann, sein Alltag, sein Umfeld und die Menschen in der Stadt.
Eine außergewöhnliche Erzählstimme, eine spannende Geschichte und ein berührender Roman. Ein Buch, das man sich in diesem Herbst nicht entgehen lassen sollte!

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Rezensionen von Petra:

eine andere Art Krimi

Der falsche Preuße von Uta Seeburg

Hier finden Mordermittlungen statt als die Kriminalistik noch in den Kinderschuhen steckte. Die Arbeit mit Fingerabdrücken und anderen Indizien ist noch im Experimentierstadium. Wenn man einen modernen Krimi liest ist das alles schon Standard und keiner macht sich Gedanken. Hier wird noch mit Lupe und Zeichnungen gearbeitet und trotzdem ein Mörder überführt.

In diesem Buch treffen bayrische Gemütlichkeit und preußische Strenge aufeinander. Dabei ist der junge Ermittler Wilhelm Freiherr von Gryszinski eigentlich so richtig keins von beiden. Geborener Preuße und in München lebend, ist er ein bisschen wie ein Freigeist der vor allem gutes Essen liebt und seine Frau.
Mit leisem Humor erzählt die Autorin diesen Krimi, ohne viel Blut oder andere Details die es sonst zuhauf gibt, ist er spannend und am Ende auch überraschend.
Die Beschreibung des Lebens in München um 1894 ist sehr detailgetreu, Die Menschen sind teilweise echte Originale, die man so noch nicht kennengelernt hat. Es macht Spaß sich das vorzustellen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Ein spannender Ausflug auf die Insel Borkum

Friesenbrauer. Ostfrieslandkrimi von Sina Jorritsma

Gerade noch wurde in der Borkumer Brauerei der Familie Feldmann gefeiert, da bevölkert am darauffolgenden Tag die Polizei das Sudhaus. Braumeister Okko Jopp, ein inselweit bekannter Widerling, der an keiner jungen Frau vorbei gehen konnte, ohne sie zu begrapschen, hängt mit dem Oberkörper im Biertank.

Unfall oder Mord? Das ist die Frage, die sich die Kommissare Mona Sander und Enno Moll von der Kripo auf Borkum stellen.

Es hat lange gedauert bis ich auf Sina Jorritsma mit ihren Ostfrieslandkrimis gestoßen bin. Aber nach dem „Friesenbrauer“, der nun schon der 17. Krimi um die beiden sehr sympathischen, aber total verschiedenen Kommissare Mona Sander und Enno Moll ist, steht eine weitere deutschsprachige Autorin auf meiner „möchte-ich-immer-wieder-lesen“-Liste.

Die Geschichte um die Borkumer Brauerei liest sich leicht und flüssig, lebt von einer hohen Spannung, die von Anfang an da ist und wartet mit sehr vielen Verdächtigen auf. Da haben es die temperamentvolle Kommissarin, die sich immer wieder zügeln muss um nicht schneller zu reden als ihr Hirn denken kann, und ihr Partner, der in sich ruhende Pol, der auf Borkum aufgewachsen ist und die Insel und ihre Bewohner kennt wie seine Westentasche, nicht leicht, den Täter zu überführen. Bei den vielen Verdächtigen und den vielen Spuren, denen nachzugehen war, habe ich mich mit dem ermitteln diesmal nicht so leicht getan. Auch schickt mich Sina Jorritsma immer mal wieder in die Irre, was ich dann auch immer erst (zu)spät bemerkt habe. Ich liebe es, wenn ich bei Kriminalfällen mit ermitteln und mit spekulieren kann. Und da bin ich hier eindeutig richtig.

Das Einzige, was mir persönlich bei diesem Ostfrieslandkrimi ein bisserl fehlt, sind hier und da ein paar friesische Worte oder eine friesische Redewendung. Für mich macht das die Geschichte noch glaubhafter, regionaler und runder. Ansonsten kommt die Inselatmosphäre mit dem Rauschen der Wellen, dem Geruch nach Salz und Meer und den verschiedenen Leckereien, die sich die Kommissare immer mal wieder einverleiben bei mir sehr gut an.

Spannende Unterhaltung mit einer interessanten Geschichte, die mich zum einen wütend gemacht und zum anderen berührt hat. Mir hat dieser Ausflug nach Borkum sehr gut gefallen und bekommt dafür 4,5 von 5 Sternen.

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Rezensionen von April1985 :

Jugendfantasy mit Steampunk-Elementen

Immernacht von Ross MacKenzie

Der Klappentext zu Immernacht hat mich sofort überzeugt und ich wusste, dass ich mir Larabelle Fox' Geschichte nicht entgehen lassen durfte. Ich meine, es ist von magischen Artefakten, bösen, machtgierigen Hexen und Dschinns die Rede. Welches Fantasyherz blüht bei so einer Beschreibung nicht auf? Dazu kommt der wunderschöne und sehr bildhafte Schreibstil des Autors.

Mein erster Eindruck war auf jeden Fall ein sehr guter. Leider kam nach ein paar Kapitel die erste Ernüchterung und ich fragte mich, wann die Geschichte denn endlich so richtig los geht.
Leider hat der Autor meines Erachtens das Potenzial der Geschichte nicht voll ausgeschöpft. Das was wir als Klappentext lesen, passiert tatsächlich erst ab der zweiten Hälfte des Buches. Ab da wurde es dann auch richtig spannend, wenngleich sich die Ereignisse für meinen Geschmack dann etwas überschlagen haben und teilweise auch sehr aprubt und sprunghaft abgehandelt würden. Im Großen und Ganzen fand ich es aber dennoch spannend und mitreißend.
Die erste Hälfte des Buches ist zwar interessant, plätschert aber ein bisschen vor sich hin. Ich hätte mir das Ganze etwas ausgewogener gewünscht.

Wir lernen zunächst Larabelle Fox kennen. Das junge Waisenmädchen ist eine Tosherin, die in den Abwasserkanälen der Stadt nach wertvollen Gegenständen sucht und mit dem Verkauf ihren Lebensunterhalt bestreitet. Ihr zur Seite steht Joe Littlefoot, ihr bester Freund. Als Lara eines Tages ein Holzkästchen aus dem Wasser fischt, zieht sie die Aufmerksamkeit des Dschinn Schattenjack auf sich. Schattenjack wurde von Mrs. Hester, der bösen Beraterin des Königs, ausgesendet, das Kästchen zu finden und alles zu vernichten, was ihm dabei im Weg steht. Ab dem Zeitpunkt, zu dem Lara das Kästchen in ihren Besitz bringt, konnte ich voll und ganz in der Geschichte eintauchen. Das Buch wurde ab der Hälfte so richtig rasant und spannend und konnte auch mit ein, zwei überraschenden Wendungen aufwarten. Das Ende war zudem sehr gelungen, wenngleich auch ein bisschen vorhersehbar.

Besonders gut hat mir die von Ross MacKenzie geschaffene Welt, mit ihren Steam-Punk-Elementen gefallen. Da gibt's zum Beispiel Zauberstäbe, die wie Pistolen nachgeladen werden müssen, um zu funktionieren. Einfach genial! Und auch andere teilweise magische Gegenstände und Maschinen machen Lara's Heimat zu einem faszinierenden, jedoch auch sehr düsteren, Ort.

Außerdem sollte man vielleicht erwähnen, dass das Buch mit einigen grausamen und blutigen Szenen aufwartet. Mich als erwachsenen Leser hat das nicht gestört, ganz im Gegenteil. Junge Leser/innen sollten aber wissen, dass Immernacht ein dunkles und schauderhaftes Fantasybuch ist.

Fazit:

Immernacht erzählt eine faszinierende und magische Geschichte in einer Steampunk angehauchten Welt und bedient sich dabei dem klassischen Element Gut gegen Böse. Auf der einen Seite steht die junge Tosherin Larabelle Fox, welche gemeinsam mit ihren Freunden den Kampf gegen die Böse und machthungrige Mrs. Hester und ihren Schergen antritt. Leider beginnt die Geschichte erst ab der Hälfte so richtig, was ich etwas unausgewogen empfunden habe. Durch die tollen Beschreibungen der Welt und den liebevollen, teils skurillen Charakteren, war das Buch aber dennoch ein besonderes Leseerlebnis für mich und hat mir ein paar schöne Stunden bereitet.

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